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Wiener Morgenzeitung · 1924-12-01 · Heft 2078 (1.12.1924) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 2078 (1.12.1924)
Date
1924-12-01
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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WM. Mö MY Xßfmt MöMVMNMff7 «MF T, MMMM TOBi Nr. MS Bet ifingjte Bericht »et ziemlichen PaWinaexekutive. Nachstehend veröffentlichen wir einige bemerkenswerte Stellen aus dem uns übermittelten jüngsten Bericht der palästinensischen Exekutive. Vorausgeschickt wird, daß der Keren Hajessod für das laufende Budget einen Benag von 25.000 Pfund überwiesen hat. Ueberdies wurden vom sieren Hajessod an Beiträgen für die Hedassah, dioersen Zahlungen, sowie auf Rechnung des außerordentlichen Budgets insgesamt-6262 Pfund geleistet. Kolonisation. Wie gewöhnlich war eS in den landwirtschaftlichen Siedlungen im September sehr ruhig. Man unternahm keine neu« Arbeit. Nach Beendigung der Ernte sind die Kolonisten m't der notwendigen landwirtschaftlichen Vorbereitung für die nächste Saison beschäftigt. Das Kolonisationsdepartement war während des Monates hauptsächlich mit der Ausarbeitung des neuen Budgets in Anspruch genommen. Die Siedlungen, deren Konsolidierung während deS Wahres 5865 durchgeführt werden soll, sind: Ksar Nahal a l, K s a r Iehe 8 kiel, D a g a n i s und G e v a h. — Die Tabakernte war mit Ende September erledigt Tie zoliläischen Farmer haben ihren Tabak rechtzeirig verkauft und blicken mit Genugtuung auf die vergangene Saison zurück. Die Arbeiten in der Tabakindustrie erfahren nunmehr eine mehrmonatige Unterbrechung, aber mit Beginn der Regenzeit fängt das Verpacken des Tabaks an, das die Zeit vom Dezember bis zum März in Anspruch nehmen und ungefähr 1000 jüdische Arbeiter beschäftigen wird. * Die Bewegung in den Jmmigrationslagcrn vollzog sich wie folgt: Zaffar 28 Einwanderer befanden sich am 1. September im Lager 146 # kamen während des Monats ins Lager ' 168 ~ 138 Einwanderer verließen das Lager während des Monats 3V „ blieben im Lager am Ende des Monats. H aifar 95 Einwanderer waren am 1. September im Lager 117 m kamen während des Monats ins Lager 212 152 Einwanderer verließen während des Monats das Lager 60 „ defanden sich am Ende des Monats imLager. Jerusalem: 192 Einwanderer wurden während des Monats erhalten. Die Lage in de» Kolonien ist normal, doch sind die Arbeitsbedingungen ziemlich ungünstig; die Lohne sind sehr niedrig, oft nicht mehr als 16 bis 12 Piaster pro Tag. Arbeit ist jedoch für alle jene Personen vorhanden, die im Lause des letzten JahreS in die, Kolonien versetzt wurden, und man nimmt an, daß ungefähr 2700 jüdische Arbeiter in den Kolonien beschäftigt sind. Auffallend ist die Erscheinung, daß sich die Arbeiter ans den kleineren Kolonien auf die größeren konzentrieren. Eine Anzahl der bisher in der Tabalindufrrie tätigen. Arbeiter wird während der nächsten Monate beim Bau einer Straße in Nieder-Galiläa. für den das Departement für öffentliche Arbeiten ein Darlehen. gewähren wird, Beschäftigung finden. ' Handel und Jndnstrw. Tie Ausgaben dieses Departements im September betrugen 70,79 ägypt. Pfund, was die Gesamtausgaben des Departements auf 6664,55 Pfund bringt, während sein Gesamtbudget 800V Pfund beträgt. Das einzige seitens des Departements in diesem Monat einem Handwerker gewährte Daxlehen beläuft sich auf 20 Pfund Erwähnenswert ist die Ankunft eines bedeutenden Seidenfabrikonten aus Wien, der mit der Errichtung einer großen Seidenweberei in Tel-Awiw begonnen hat. Durch Vermittlung der Gemeindevertretung Tel-Awiws gelang es, für diesen Zweck ein Grundstück von 10 Dunam von der Negierung zu erwerben. Dies- Weberei, die erste ihrer Art im nahen Osten, wird Seive jeder Gattung erzeugen und wahrscheinlich ungefähr 60 Arbeiter beschäftigen. Die Eigentümer der Lodzer Textilfabrik haben eine Erweiterung ihres Unternehmens durch Anlage einer Färberei, Bleicherei und Spinnerei beschlossen. Die nötige Maschinerie ist bereits eingelangt. Unter den kleineren Fabriken, die im Lause des letzten Monats in Tel-Awiw ins Leben gerufen wurden, befindet sich eine Strickwareufabrik, eine Kinderwagenerzeugung und eine Kistenfabrik. Sie Taten des Keren Kasemeth und ihr kolonifatotifchet Wett. Aon I. Ettinger, Fsvusü'lem. Der letzt« Kauf von 40.000 Dumm m Emek ist ein Teil jenes Programms, dessen DerwiMchuitg der Keren KwjMeih l'Ifra-sl in nächster Zeit ansircht. Das Tempo der Bodenkaufe des Keren Kajemetlh l'Jsuiaeil stellt sich wie ftchgt dar: Bis 1014 besaß der Keren Kajemeth 1'Iisvael 13.000 Drriivm: Bis Ende 1923 wurde dies« Fläche auf etwa 100.000 Dunem gebracht. Heute besitzen toit zirka 160.000 Dwnam, Ed in dev nächsten Zeit wollen 'toi* unseren Bodenbesitz bis auf 200.000 Dmam brivgien. Welche Bedentuing hat mm Ws« BrdenMche? 300.000 Dunam sind ja nur ein 'Pteiwet Teiletwa 1 Prozent — des ganzen MamdatKretes, das sirka 20 Ml- ■Ti'cvit'ett Dunaur umfaßt. Was läßt sich mit 200.000 Dima-m begin.mn>? Derzeit nimmt man für jede BauevnfamR« ein« DmchschnittSnvmn van 100 DrmaM an. Mmaihlich wird dies« Flache imfoiüge der immer steigenden Intensiv ievmiA für ein« größer« Siedlerzalhl ausveichen. Isdem'asss hÄ-en 2000 landwirtschaftl-iche Familien, di« zirka 10.000 Setzlett lumfasien, einen gewissen Za-Wnwert. Der koloni.satori'sch« Wert des Kewvn^KaijMneHs'IsrarF-Bodsn'S drückt sich in den 30 lavbwird'chafülichen Siedlumgen aus, die mit den Mitteln des Keren Hajessod auf chm gegründet wurden. Dies« Siebungen zählten jetzt rund 2600 Seelen, vom denen 1900 arbeitende Pevsomen sind. Auch diese AM hat einen quantitativen Wert, denn noch vor drei Jollen bebten in allen baudwirtschaftlichen Kolonien PaKstinas nur 12.000 Se eilen. Bssanders hoch ist «der qrmlitativ« Wert des Iiischuiw aus dom Beiden des Keren Kafemeth l'Isrcvel, Werl dieser I'l'chiriw aus Leuten bestebt, welche di« ganze Arbeit leisten, ohne Lohnarbeiter zu bsnöüFen. - Das Zentrum der Tätigkeit dos Keren KchometH Israel liegt heute bskannllich im Emek Iesre el. Dort ist auch fast di« ganze kolonisadorrlche Tätigkeit der Zi'O'nisti,scheu Or^nisation konzentriert. Der Keren Kajemeth l'Israel hat Hand in Hand mit dem Keren Hajessod im Emek Iesreel ein Muster der Kolonifationsarbeit aus bvei.ter nationaler Basis geschafifen. An 150.000 Dunam sind heilte im Emek Iesreel in ii'dis.chen Händen. Das ist eine geschlossene Einheit; «in sicherer jüdischen Distrikt. Ter Keren Kajemeth I'Ifracl hilft 'bei der Bildung der breiten 'liaudwirtschiaftächeu Basis unseres nationalen Heimes auch in der Weise, «d?.ß er .di« Möglichkeit der Ansiedlung in verschiedenen Formen, unter Gerücksrchti-gnntz?der besvnderen Bodingungm des Landes und unseres besonderen Monsch^wmaterials bietet. Die Ziouistische Organisation hat sich aus keine besondere KolonisatiottSform festaeileat. Wer sich nur in der rndivtdualilstischen Form ansiede'ln will, findet den Weg offen., und ebenso, wer die kollektivistische Form Vorsicht. Der Keren Kajeme-th l'Jsraekt stellt feinen Boden Orthodoxen toie FreisimnigM bereit. Er sorgt für alle. Kreise und StrömuuHen unseres Volkes und darin drückt sich oben der wahrhaft volikstümliche Charatter unfeve's nationalen Bodeminstituts aus. Sehr toichtiig ist es, daß der Keren Kaserne th ^Israel den Ansiedlern genügende Fläche« zwecks Intensivierung und allmählicher Verdichtung des .IischM zur Verfügung stellt. So war zum BsMel für Nahalal eine Norm von 100 Dunam Pro Familie festgesetzt, aber toit; haben von vornherein vereinbart, daß, wenn dreifie Mache sich als M groß erweist, der Usberfchuß an Boden für Wev> wa.ndte der Siedler bestimmt wird. Und mm ergab sich, daß der Iischnto in NahalcA wähvend der drei Jahre des Bestehens sich bemahe verdoppelt hat. Nur na tionaler Boden, der nicht Privateigentum ist ermöglicht diese eigenartige soziale Entwi cklurtg. ' Ueber seiner Ha>upttät!gEeit, die auf die Schaffung einer breiten lv'ndwirlschastliche« Basis in dem zentzralien Deile des Landes hinzielt, versäumt der Keren Kasemetih ^Israel nicht, di« Vergrößerung ^der Bodsnflöche« in allen Teilen des Lawdes und fördert auch die Wbdörslichtz Au-. siedlu'Ng -bei den Städten. . Letzter Zeit begann der Keren Kästmekh l'Isvcvek sich auch .um die Dergrößernnq der älien kleineren Kolvn'en, wie Gedera, Nrß Ziona, Beer ,Jakob, zu kümmern. Diese KolMren kön>nen sich nicht normal weiterentwickeln, so lange sie sö klein bleiben, , dass sie die Last der notwendigsten öffenklichvn Ausgaben nicht selbst tragen können. Bon hohem Wert ist auch, dass der Keren Kajemeth lMwel kürzlich Verschiedenen landwirtschaftlichen erzieherischen Ankstulten Bedien ^ugewielen hat, so <ber landwirtschaftlichen Schule für Mädchen'in NcnhaM, .den ArbMevinnenfarmen in Schchunait Borochow, Mchlath Johuda und Petach Tiöwah rmd dem von südafrikanischen Zioinistett begründeten Erzieh>'>ug°hei>m für ukrainische Walsen ln Mveat IÄadvM 'bei Merchcrwia. Die Tätigkeit des Keren Kafemeth l'Is-wel dient dem Hauptziel «des Zionismus: der landwirtschaMchen Kol» nisabicm. Der Keren Kastmelh.llIsvaes muss >daher in erster Linie Bcden grewäß den Bsdürfttissen der landwirkschaftlichen Kolonisation erweMN Und die grundlegenden Bodenaimeriavationett vornehmen. Er ist der kolonisatorische Ehaluz der Zionistischen Organisation. Zur Verwirklichung nrener grosser Käufe sind natürlich grosse Summen nötig, die wir heute nicht besitzen. Der Keren Kafometh l'-Jsvael ist noch mit den aus dem ersten grossen Kauf im Emek Iesreel e-ntstandenen Schulden be» laistet. Gleichwohl hat ma-tt sich entschlossen, die Kanst fortzwsetzen. . Sowohl dev erste - grosse. Kauf im EmÄ JesreÄ 'Var etwa vier Jahven, wie allch der jüngste, grosse Bodenevlvvrb wurde nicht gegen bar, sondern aus RatenzahluW vollzogen. ES war eine Art Sprung ins Ungewisse, aber es 'war der feste Glaube vorhanden, daß das 2MIJ bett Keren Kosemcth l'Ifrael auch in Zukunst nicht im Stich läßt. Diese Käufe ba'siere« auf einer Art nationalen Kvedils, gesichert durch nationalen Boden. Welche Stimmung würde jetzt in Palästina und im Galiuth herrschen, wenn wir uns vor drei Monaten nicht, zu>m Kauf entschlossen hätten! EL ist ein offenes. Geheim» -riS, 'daß der Keren Kajemeth l'Jsrael keinen Boden mehr für Kolonisation besaß. Änd man weiß «mH, daß im Jahve 1928 die Zionistische Organisation kein« einzige neue Siedlung run.de« wird.:Und trotzdem hat sich jetzt in Evez i)fvc»el allenchalben die Stimnmng gebessert. Niemand i btott bestreiten, daß der neue Kauf im Emek Jesreel nicht 'wenig dazu, beigetragen hat. Denn dieser Kauf gibt die Möglichkeit, wenigstes Vorbereitungen für die Fortsetzung (>et unterbrochenen Kolonisation zu treffen. Noch «der ist die Ausgabe ungelöst, di« Bodenkäuif« durch wsStere 60.000 DuMM zu ergänzen. In der Parole „Neue >hnn'derttv>usend Dunam für den .Keren Kaijometh l'Jsvael" Liegt Schwung, aber mich Vorsicht. Wir entwickeln uns vorläufig bloss-in arithmetischer Progression, a>ber es kommt hoffentlich bald die Zeit, da. wir in gec-metti'scher Progression weiterschreiten werden. Sie SktodetelngSnge des Keren Haseffod. Im Monat Oktober hat der Keren Hajessod 36.0J7 Pfund 7 Schilling 1 Pence eingenommen. Die Vereinigten Staaten von Amerika haben hievon 21.810 Pfund ausgebracht. Aus Polen, das jetzt einen deutlichen Aufschwung in der Arbeit für den Keren Hajessod aufweist, wurden 1892 Pfund abgefuhrt. Oesterreich ist pro Oktober mit 875 Pfund ausgewiescn, di« Tschecho-Slowakei mit 400 Pfund. Die Gesamteingänge des Keren Hajessod betragen pro 81. Oktober d. I. demnach 1,556.414 Pfund. Sie Preisbewegung tn Palästina im August und September 1924. Nachstehende Tabelle gibt den Index der Großhandelspreis» für Lebensmittel und Heizmaterial im August und September 1924 an r Juli- Index August- Index Grpt.. Index I. ZereaNen und Fleisch . V .102.0 117.1 121.2 ll. Andere Lebensmittel und Obst » »■ * » 84 SS^i 105.9 105.7 UL Heizmaterial und Set» fchtedeneS ...» . . . 11 98.9 98.8 108.2 Generalinder... 58 98.8 107.0 110.8 Für Zerealten «nb ander» landwirtschaftliche Produkte wurden recht: hohe Preise erzielt, und zwar di» höchsten für Weizen und Gerste, die im August um 27.2«/«, resp. 28.9<y0 gegen den Vormonat stiege». Diese Steigerung beruht zum Teil auf den Exporteinschränkungen au» Syrien sowie, auch zum Teil auf der diesjährigen schlechte« Ernte. Di» Zollamendementverordnung für da» Jahr 1924, welche am 1V. August in Kraft trat, hat di» Preise für Streichhölzer, Alkohol und Kaffee ruckhast in di« Höhe getrieben. Nachstehend die auffälligsten Veränderungen r Ware Juli 1924 August 1924 Steigerung (4-) Senkung (—) Einheimisches Brot . pro Tonne 155 202 + 80.8*/, Weizen ...... „ m- . 121 154 + 27.2V, Gerste ... 0 87 112 -i- 28.9% Kersenneh. m 94 110 + 17.0% Rindfleisch ...... .» 660 687 + 4.1% Hammelfleisch.. , . ., „ 0 812 985 + 15-OV. Ziegenfleisch . . .. , .0. 661 694 + 5.0% Milch (pro 100 Liter) 2700 2900 + 7.4V, Butter....... pro Tonne 1940 2170 + 11.5V, Käse ........ 0 718 774 + 8.6V, Kartoffel» ...... 0 121 184 + 10.6V, Erbsen. . ...... 0 ' 120 134 + 11.6V, Bohnen.. » 100 121 + 11.0% Linsen. ... e 112 122 + 8.9V, Lupinen ...... 0 76 93 . + 22.3% Tomaten....... 0 65 91 + 40.0% Knoblauch.. 0 165 183 + 10.8% Kaffee * 1039 1184 , + 12,0% SesamSl....... Streichhölzer (pro 0 643 664 + 3.3% Grosschachtel).... » 11 20 . + sin Rei» .»•■«*»'. 0 229 215 - 8.1 •/. Mandeln....... '0 684 868 - 4.7% Zucker....... . 0 899 864 - 8.7°/, ® rifc »•»*••» f 0 564 545 - 8.3% Kerzen - » . . - . . . 0 446 395 - 11.6% „Mehr Land!" Bel seiner AnLwnist -fat Amerika «Marte David Hell'in,!das be>kcun>nlte MiilgWd des Waaid Hculmmir von PaMna, daß mehr Äcvnld evMoM) isst, .um PolÄstiimr m kalon>itsi«ren. 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