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Wiener Morgenzeitung · 1924-11-28 · Heft 2075 (28.11.1924) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 2075 (28.11.1924)
Date
1924-11-28
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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r r Nr. 2075 Dien, yretta- SBiette? Morgenzettung. Ld, NoveEer 1984 Seite 8 Bühne und Kunst. Sie Wiener Aenterkrise. Der Zusammenbruch des Carl-Theaterhat nadüvlich das ganze Problem der Wiener Thoatevnot wieder «ufgevollt. Es ist ein offenes GcheimstiS, daß sämtlich« Theater sehr schlecht besucht sind und eine Aeußerung deS geschäftsiführendm Direktors der Reinhardt-Bühne läßt keinen Zweifel darüber, daß auch daS so belliöbte Theater in der Josesstadt in einem harten Kampf mn die Existenz steht. Es wäre ungerecht, die Krise aus die Finanizpolitik Breitners und aus die LuxuSabgchon allein zurückzuführen. Man darf nicht übevschen, daß dieschweren Fallissements und die Bankenschließungen der letzten Monate auch auf den Mittelstand zurückgewirlt haben, daß schr zahlreiche Intellektuelle arbeitslos find und daß der Fremdenverkehr erschreckend zurückgegangen ist. Die Eichaltung der Wiener Theater ist nicht nur ein« Frage der Kultur, sondern eine Drotfrage für eine ganz erheb» liche Zahl von Menschen, welche vom Theaterbetried als Künstler, Beamte, Handwerker und Kaufleute Leiben. Wie wir erfahren, hat sich eine Abordnung der ThvateMrektorm zu Stadtrat Breitner begeben, um durch Nachlaß der Luxussteuer eine Erleichterung der Situation zu ertpircken. Man darf aus diesem Anlässe nicht unerwähnt lassen, daß gerade in der letzten Zeit ln vielen Theatern Wiens ganz hervorragende Vorstellungen geboten wurden und daß. sich die Spielleiter und Schauspieler trotz ihrer gewiß nicht rosigen Situation vielfach «18 Künstler von Verantwortung und Begeisterung für ihre Kunst erwiesen. Gewiß auch ein Grund, und nicht der letzte, mit aller Kraft der traurigen Krise entgogeuzuwivkvn. Im Carl-Theater wird von heute ab wieder gespielt. Heute spielt daS gesamte Personal deS CarltheaterS in eigener Reale. ES gelangt die Oskar Redbalsche Operette „Polenblut* gm Aufführung. Morgen findet eine Kindervorstellung statt. — Sonntag, 8 Uhr nachmittag-, wird die Operette »Die K t n o k ö n t g t n" mit Mtzzi Freihardt in der Titelrolle, bei ermäßigten Preisen, gegeben. Aus de» Theatern. Burgtheaterr Morgen, 6 Uhr übend», »Der junge Medard u S*. Akademietheater. Morgen, 7i8 Uhr, „D i e Dame mit dem Scheidungsgrund". V o l k S o v e r. Morgen wird unter, der musikalischen Leitung Dr. S t 1 e d r h S die neuinszenterte »Walküre* wiederholt. Deutscher Volkstheater. Morgen, l/tS Uhr abends, Erstaufführung von F u l d a S »D 1 e Z w i l l t n g s. f ch w e lt e r", 7i3 uhr nachmittag-, zu volkstümlichen Preisen, »Der MeereS und d e r L i e b e W eilen". Sonntag, 7 Uhr abends, »D i e h e i l t « e Ioha n n a", %/t8 Ubr nachmittags und Montag, 7 Uhr abends. »M a r i a Stuart". Raimund-Theater. Sonntag, */»8 U&t abends, „S o i st e r . .. ist e S s o k" mit Frieda Richard. Morgen »DieKaiserin vonNeufundlanb" mit Blondine E b i n g e r als Gast. Morgen, >/,4 Uhr nachmittags, bei sihr kleinen Preisen daS Kindermärchen »Tischletn d e ck d i ch". Sonntag, 7,4 Uhr nachmittags, Lange r # »D as Kamel geh 1 durch d a S R a d e l ö h Theater in derIosefstadt. Morgen, '/,8 Uhr abends, »U e b e r f a h r t". Sonntag, 4 Uhr nachmittags, Tänze der Lucie K i e f e l h a »s e n, 7,8 Uhr abends »Der Diener zweier Herren". L u st s p i e l t h e a t e r. Sonntag, 7,4 Uhr nachmittags, als Kindervorstellung »Aschenbrödel. An allen Abenden dieser Woche »D ie kl eiu e Heilte" mU Charlotte A n d e r und Zosef Jarno. Die Wiener Philharmoniker i» Prag. Am 84. und 28. d. veranstalteten in Prag die Wiener Philharmoniker unter der Leitung des Dirigenten Franz Schalk bei vollständig ansverkcnrftom Hanse zwei Konzerte. Sämtliche tschecho-tslowakischan nnd deutschen Tageszeitungen rühmen die hervorragenden Leistungen des OrchosterS, das sie alS das erste Orchester aus dem Kontinent bezeichnen. Pirandello, der plötzlich berühmt geworden«, unerschöpfliche Dramatiker, kam wieder mit einem neuen Stück, emom abendfüllenden Einakter, in Mailand zur Aufsühmmg. In diesem, „Al Uscita" betitÄtem. profanen Mysterium, daS <mf einem Friedhof spielt, treten keine Menschen, sondern die Geister deS „dicken Mannes", der „ermordeten Frau" und deS „Philosophen" aus und debattieren über den Sin« deS Lebens. Das eigenartige Stück wurde mit starkem Be'Ball ausgenommen. Fälschlich wegen Plagiats verurteilt. Die Bremer Schriftstellerin Galt Witz wurde vom Gericht wegen Plagiates verurteilt und verlor ihre Stellung bei einer Taaeszeitung. obzwar die vom Gericht bestellten Gutachter den Borwurf des Plagiats zurückgcwieisen hatten. Es handelt sich um ein Buch über Worpswede, in welchem die Autorin angeblich ein von Rainer Maria Rilke vor zwanzig Fahren verfaßtes Buch plagiiert haben soll. Nun bat Rilke selbst die schlver geschädigte Schriftstellerin mit folgendem Schreiben rehabilitiert: „Wer nur eine Ahnung besitzt von dem persönlichen Rhythmus innerhalb der Prosa, den ein geübter Schriftsteller aus sich heraus entwickelt hätte erkennen nviissen, daß der Ihre, die Prosa Ihres Worpswede-Textes, von einem Atem getragen und innerlich mitgeteilt ist, daß sie von Anfang bis zu Ende die gleichen Bewegungsetlemeirte aufweist, daß also die tatsächliche Uobernchmnng fremder Bestandteile allein schon «durch die Bedingungen Ihres durchaus einheitlichen Sprachansdvuckes widerlegt erscheint." — Rilke hat durch sein Eingreifen öi e schriftstellerische Ehre der durch vin Fehlurteil gebrandmarkten Dame wieder hergestellt. Mitteilungen ans dem Publikum. ,,, ■■■■■■■■■■ D ET AUSVERKAUF der Fertige Herrenkleider aller Art Stoffe för Herren und Damen . J Knaben- und Kinderkteider vom ein* ■ fachsten bis zum feinsten Genre ■ spottbillig I i RIEMER u. ORNSTEIN j I. SONNENFELSGASSE 3 ■ (I. Stock, beim Lugeck) ■ m M ■ Verkaufszeit von 8 bis 6 ü h r ■ Speiseservice H. «R«tN, I. Wipplingerstrasse Nr. 18 SerichtssM. Set Mord an einet Greisin. Inr Mittölpunkt des ProzeffeS, in dom die 54j3hri>ge Pruscha des Mordes an der 67jährigen Witwe Eberl bezichtigt wird, steht unstreitig der Student M e i ch e, der sich als würdiger Vertreter der Gilde: „Bin ein Deutscher aus der Durchreise" boi der Eberl eingeführt hat. Er hat sich gleich den Schlüssel zum warmen Nest der Eberl von seinem Vorgänger und Gesinnungsgenossen B a ch m a n n aus Deutschland mit» gebracht. Bei seinem gestrigen Verhör machte er auch die Bemerkung. dieser Mord Laibe ihm die ganze Karriere verpfuscht. Darauf der Vorsitzende: Wa8 Hecht denn das, Sie waren ja nichts? — Zeuge: Sobald der Bankibeomtenstreik beendet gewesen wäre, hätte ich Aussicht aus ei-n« Stellung gehabt. Ein Geschworner macht daraus aufmerksam, daß Doktor DubSky aussagte, die Wohnung, in der die Tote lag. "lei offen _k^. At47irtAALAM LaIIa S.a& a« StA gewosen, währekkd Meiche angegeben hatte, daß er die Wohnung adsperrte, den Schlüssel zur Hausmeifterm trug und dann zur Pvuscha gvng. — Staatsanwalt (zum Zeugen): Haben Sie mit dem BaHmann in München auch darüber gesprochen, daß Frau Eberl in ihve-r Liebenswürdigkeit gegenüber den Mietern weiievgcht? — Zeug e: Er hat so etwas Achnliches gesägt. lieber Befragen de» Verteidigers Dr. Werber sagt der Zeuge,daß er im Kaffeehaus mit Angchörigen der nationalsozlaiiftifchen und der großdeutschen Partei vor. kchrt habe. Es waren meist arbeitslose junge Leute. — Verteidiger: Sind Sie von einem dieser Leute auch ernmcvl nach Haus« v^ileitet worden? — Zeuge: Nein. — Verteidiger: Haben Sie einem dieser Leute gesagt, wovon Sie leben, daß Sie von geborgtem Geld leben? — Staatsanwalt: Das hat er!a nicht einmal uns gesagt. — Verteidiger: Ist auch nicht ein Herr Blau zu Ihnen gekommen? - Staatsanwalt: Hans Blau. (Ironisch:) Ein neuer Derer a-uch mit vielen deutschen Bettlern gesprochen haben soll, tm damals in Wien aüftauchten. Meiche bestreitet dies. — Doktor Sperber: Die Pruscha behauptet eS aber und die Zeugin Fürnlvanz hat es auch gesehen. Der GorichtSarzt Professor Dr.Haberdagabin seinem Gutachten an, daß der Tod der Frau zunächst durch Anhalten der Mund- und Nasenhöhle, also der Luftwege, sowie durch die darauffolgende Stranguiierüng eingetrelen sei. Durch dasZu« halten der Luftwege ist zunächst rasche Bewußtlosistkeit eiingetreien nnd hernach ist das gewaltsame Ende durch Ersticken erfolgt. Die Szene hat sich wahrscheinlich im Bett abgespielt. nicht behauptet, das ist neu. Zeuge Meiche, ist Sw8 richtig? — Zeuge: Einmal ist es der Fall gewesen. DaS muß ich zugeben. — Bors.: Was war der Anlaß? (Zeuge schweigt verlegen-) Six können es ja ganz ruhig sagen. War es eine sexuelle Anwandluirg oder wollten sie sich die Prulcha geneigt machen? — Zeuge (nach längerem Nachdenken): Das wviß ich nicht mehr so genau. Die nächsten Zeugen berichten Über Stroltszenen zwischen den beiden Frauen. Die Zeugin Fürnkranz erzählt,ein merkwnrdMs Erlebnis. Am 3. März zu Mittag sei ein re'ichsdeutfcher Bettler von Diir zu Tür gegangen. Im 2. Stock, im Gang, halbe er mit Meiche g e s p r o ch e rt. Als der Bettler schon im ersten Stock war, habe er noch laut zu Meiche hmausgcisprochon. Die Aussprache war reichsdeutsch, was di« beiden sprachen, bat, Zongin nicht gehört. — Meiche wird Heroin,gerben und bereitet jede Möglichkeit eines solchen Gespräches. — Am Nachmittag vor der Mordtat war die Zeugin Bezniak, eine Nachbarin der Eberl, allein mit ihrem Sohne zu Hause. Nach 7 Uhr abends hat sie plötzlich einen heftigen Streit gehört. Sie hat die ih, >. bekannten Stimmen der Pruscha und der Eberl u — Bors.: Wie lange dauerte der Streit? unterschieden ... .. . Zeugin: Ganze/, zehn Minuten, daß ich es gehört habe. ^Weiter habe ich nichts ausgepaßt. — Bors.: War auch eine Männerstimme dabei? — Zeugin: Nein, nur zwei Frauen in tschechischer Sprache. Bon den nun folgenden Zeugenaussagen ist nur die der'Frau T r a u n f e l l n e r wichtig. Die erhärtet Meiches A l i b i. Der Student war in ihrer Gesellschaft von 7 Nhr abends bis 3 llhr früh im Sophiensaal aus einem Ball gewesen. Sie aingen zu Fuß nach Hanse, um 4 Uhr verabschiedeten sie sich in der KöSblgasse. Bei einer Kontroverse mit der Zeugin Z a t l o u k a l gerät die Angeklagte -in heftige Aufregung. Sie ruft weinend aus, daß man ihr nichts glaube, sprang aus und sagte: Zch gehe hinaus. Es entspinnt sich nun ein förmlicher Ningtamps mit den Instizwacheboamten. Die Pruscha reißt an ihnen herum und will sich sogar aus den Beden Wersen. Der Vorsitzende ordnet an, daß sie abgeinhrt wird. In der Nachmittagsverhandlnng benimmt sich die Angekl-agte ganz ruhig. Als nächster Zeuge gibt der Kriniinaloeamte Denzel Ullrich an. daß er Erhebungen über den Besitzer des SchlüsseltbundeS gepflogen Hube, der bei der Leiche gefunden^ wurde, jedoch bliöben di-öfe Erhebungen ergebnislos. Der nächste Zeuge, Karl, Tas chn e r, erzählt, daß er auf die Einladung seiner Schwägerin Sikora in -die Wohnung der Eberl gekommen sei, um sich die Tote anzufehen. Meiche kam zur selben Zeit auch hin und sagte, es sei etwas mit der Toten nichts in Ordnung. — Bor f.: War er dabei besonders ansge- "VA tl^Lvi H *.*.£.»» CH..,« „JIO soso: . .... ..p_v. unter ihrem Kinn yervovschaute. Ich überzeugte mich, daß der Docht um den ganzen Hals geschlungen war,'und sagte sofort, die E>b e rli st e r d r o s s e l t worden, und ließ die Polizei verständigen. Der Vorsitzende läßt den Zeugen Meiche kommen nnd sagt ihm: Wieso kamen Sie dazu, dem Taschner zu sagen, die Gberll sei wahrscheinlich ermordet worden — Meiche: Ich habe nur das wiederholt, was hie Hausbesorgerin, vorher zu mir gesagt hat. — Staatsanwalt: Bisher wollte ich, weil eine wahre Antwort von Ihnen nicht zu erwarten war, diese,Frage an Sie nicht stellen. Aber setzt frage ich Sie doch. Hat nicht die Pruscha um 7 Uhr früh, wie Sie. zu ihr gekommen sind, Ihnen erzählt, sie hätte mit der Eberl etwas gehabt? — Zeuge Meiche: Ich weiß es nicht. — Staatsanwalt: Sagen Sie doch die Wahrheit. Es sieht so aus, als ob die Pruscha Sie über alles unterrichtet hätte. Haben Sie nicht von ihr den Au-ftrag bekommen, den Docht wegzunehmen? — Me iche: Nein, gewiß nicht. —. Verteidiger: Haben Sie nicht selbst versucht, den Docht zu entfernen? — Zeuge: Ich habe ihn gar nicht gesehen. Die nächste Zeugin, Gabriele Dunst erzählt: Am Fafchinigdienstag kam die Pruscha gegen halb 11 Uhr M mir und sagte, die Eberl sei an Herzschlag gestoriben. Ich war ganz entsetzt, auch Werl ich der Eberl Geld schuldig war. aber die Pruscha hat mich beruhigt. „Ella, sei g'schoit, nnnnand weiß es, die Tote wird nicht reden, gib der Sikora, ihrer Erbin, nur eine halbe Million zurück," sagte die Pruscha. Dann hat sie mir gleich Ms eigenem 500.000 K. geliehen, damit ich die Ditora berzahle. — B o r s.: Hatte die Pruscha in jener Zeit Geld? — Zeugin: Nein. Seit Weihnachten hat sie immer gejammert daß es ihr so schlecht gche. Dann hat sie Briefpapier verlangt, um ihrer Schwester zu schreiben. Mitten im Schreiben hat sie ausgeslohnt und sagte: „Mein Gott, mir wird schlecht, mir geht der Schrecken über den Tod der Eberl so in die Füße," und hat den Brief meinem Buben weiter diktier!. . Verteidiger Dr. Sperber beMtragt die Vornahme eine- Lokalauigenscheins sowchl in der Wohnung der Ermordeten als auch in der Wohnung der Pvufchä, ferner die Ab- ' gchung der Strecke zwischen den beiden Häusern. Ein Kriminalbeamter mit seinen Gendovmeuschritten brauche für diese, Strecke weniger Zeit als eine rheumatische Greisin, und in die-: fern Prozesse komme es ans einige Minuten an. Ueber diese Anträge wird später Beschluß gesoßt werden. Die deten. Sie .. . ..... __ __ ... MechbiWe gaschen. Nach der Lauge, die sie dein'Gerichtshof demonstriert, war der, den sie gesehen hat, aber viel kürzer als der auf dem Gerichtstisch liegende. Bors.: Haben Sie erkannt, daß die Pruscha den Meiche gern sieht? — Zeugin: Ja, das habe ich bemerkt. Be: der Einvernahme oes nächsten Zeugen weint die Angeklagte fortwährend vor sich hin und ruft dem Bovsitzendeu zu: Bitte, Herr Präsident, nur heute die Zeugen. Nur heute. Morgen komme ich nicht mehr. — Vors.: Was sagen Sie wieder? — Auge kl.: Daß i morgen net da bin, möcht' ich Ihnen höislichst sage«. Die Angeklagte verlangt vom Vorsitzenden die Beeidigung aller bisher vernommenen Zeugen. Der Vorsitzende erklärt ihr die Unmöglichkeit dieses Verlangens, verspricht ihr aber, alle Zeugen künftig zu beeidigen. Er fordert dann die Gerichts- Psychiater auf, ihr Gutachten zu erstatten. Primarius Dr. Wieg erklärt am Eingang seines Gutachtens. daß die Angeklagte nicht geisteskrank sei. Er fährt dann fort: Ich muß aus der Persönlichkeit der Angeklagten erklären, wieso sie — angenommen, daß sie das Verbrechen begangen hat — zu diosem schwersten aller Verbrechen gelangen konnte, nachdem sie bisher ein makelloses Leben ge-, führt hat. Denn sonst wnMn Sie ja eigentlich vor einem Rat- ’ «I stehen und es ist Pf l i ch t 'des Gerichtspfychiaters, Ihnen >o zu helfen. Verteidiger Dr. Sperber: Ich Miß aus strafprozessualen Gründen um das Wort bitten. Die Strasprozeßo^nung sagt ausdrücklich: Entstehen Zweifel darüber, ob der Beschltzdigte den Gebrauch seiner Vernunft besitze oder an einer Geistesstörung leide, so ist die Untersuchung des Geisteszustandes zu veranlassen. Meiner Ansicht nach hat daher der Herr Sachverständige, der sich über den Geisteszustand der Angeklagten bereits geäußert hat. seine Ausgabe beendet. Aufklärungen über die psychischen M-Uive zu neben, das verlangt die Strcvsprozeßordnuua dvm Psychiater nicht. Nach längerer Beratung beschloß der GerichtsbÄ die Einvernahme der Sachverständigen, intern der Vorsitzende erklärt, daß solche sowohl über den Geisteszustand als auch über den Gemütszustand der Angeklagten vernommen werden sollen. Die Verhandlung wurde hierauf abgebrochen. Zeugin Mavie Sikora ist die Nichte der Ermörhat auch den verhängnisvollen Lampendocht in der' E R Q 0 N fl. <3. DasHausderDame . 5CI1WEDENPLATZ p 2913896834

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