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Wiener Morgenzeitung · 1924-11-23 · Heft 2070 (23.11.1924) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 2070 (23.11.1924)
Date
1924-11-23
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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grffc T smitn, Stutotog ■ der Schule. Raum bieten wird. Das Budet für diese dreißig — zirka 1500 bis 1700 Pfund jährlich — trägt die Frauenweltorganisttion. Rur eine ernste Schwierigkeit besteht: matt hat keine weiblichen Lehrkräfte für die Schtrle. Und männliche wollen dir palästinensischen Frauen nicht nehmen; Hi« rrene Lehrfarm soll von A bis Z Frauenarbeit sein — ein Symbol dafür, daß die Arbeiterinnen Palästinas die „Frauenfrage" allein lösen wollen und lösen können. Nnd deshalb geht auch das Bestreben der Frauen- Weltorganisation dahin. auf die Subvention der Zionistischen Organisation für di« Mädchenschule, zu verzichten: di« gesamten Kvften stlbst zu Decken. Frauenarbeit durch Frauen — Mnnerarlbeit durch Mätmer! Wenn es eine Parole in der noch sehr jungen jüdischen Frauenbewegung geben würde, so wardies di« Parole der Weltorganisation. Padua. Modernes aus einer alten Stadl. Von Egon Dietrichstein. Schon die Straße vom Bahnhof betritt man mit einer vorläufig noch wicht begründeten Ehrfurcht, diese Straße» von der inan den Eindruck' empfangt, daß die Wissenschaft und Gelehrsamkeit, die hier sorgfältiger gepflegt wurden als der Wog zur Stadt, heute etwas verstaubt sind. Mer n«v»'. kann stMn: das landesübliche Verkehrsmittel der Fremden nrit Pe>dua ist nicht die Eistnlbahn, sondern die elektvische Bahn (1., 2. und 3. Klaffe) und der Autobus Padua—Venedig. Denn Padua ist für den JtaNeiirelffenden ein Ausflugsort von Venedig, der Lido für die Paduaner, das Strandbad des Feiertags, und schon wegen dieses leicht mit einer kurzen Fahrt erreichbaren besonderen Sonntagsvergm'^ens mag mm die Paduaner 'beneiden. die also vor allem auf die Nachbarschaft Venedigs, dann aber auch auf einige andere Gp^ialitaten stolz sein können. Natürlich primo loco yum meinen Respekt durch die akadsmiische Sprache. auszudrücken — auf die Universität. Vian barm 'haute gar nicht mehr ausden-ken. wie bevwhmt sie emmal, zur Zeit des .Herrn Professors Galilei, war. Und mit einer Pietät, die sich bemüht, dem gelehrsamen Heiligtum einigermaßen würdig zu sein, gefüllt mit Autoritätsglauben, 'betritt man den klösterlich stillen, blimrennnd Mstenbopflanztrn Hof, die gelehrtesten 'Kopfe Italiens, mit lateinischen PevsanaTdaten ausführlich beschrieben, sind in die Ddruern ei-ngehrmen. WaÄffrme! Clarrssmrc! Ein Besucher hat neben dem BaedÄer em lateinffches Dokttbutar miigobracht, um sich mit den Statuen verständigen zu können. DaS hohe After der Umiversi-tät -ist, nicht öhme Absicht, auffallerÄ sichtbar. Ein gut errhaktener Weis. Eben wird er wieder ein wenig restauriert, frisch gestrichen, das ehvwü'rdige Grau gefärbt, werden die Köpft der alten Gelehrten-mit Kübeln und Tüchern gewasthen und frisiert. Und über den'Büsten leuchtet die hmvmeWaue Dolbnvondfcheibe einer astroüamifchen Uhr, die mit den Phriftn der. Gestirne die VevgänWichkit der Paduaner Sterne verkündet. Fm übrigen haben die Kmfe noch nicht begmmen und auf ein Dutzend antiker Büsten entfällt vorläufig nur ein lebmdiger Student. Die Umvevsität fft aiffo das heute bereits etwas erkaltete Herz der Stadt. Auch räumlich der Mittebpwnkt. Hier, auf der Piazza Cr-Vour und Garibaldi, liegt das wich assortierte Lager der Bars, KmoS, Theater, Warenhäuser, Banken, großen Hotels, BaMere, Photographen ausgebveitet. Die Plätze sind gefüllt, gehäuft, gefd^fft, als hatte mm mit einiger Mühe den ganzen modernen Betrieb'Paduas hier mttergebracht. Hier «st die AnLwnstswnd Absahrtsstelle der tttttvisthrn Bahn uind des Autobus nach Venedig, hier versammeln sich Autos, Droschken^ Rädstrhrer, tvird gehandelt, goschtten, -Metzt ein dichter Korso vorüber. - Gegenüber der Ämverstbüt — das Cafe. Nicht ein Cast, sondern das Cafe. Einos der größten Italiens, daS Cafe Pcdrocchi. Signor Pedroechi war sin simpler Kaufmann, der in seiner Vaterstadt Padua ein stnvples Cafe betrieb. Aber er 'hatte den Ehrgeiz, unsterblich zu werden. Lediglich zu diesem Zwecke eröffnet« er ein zweites Kaffeehaus. Da aber KaffeeMlofer im allgomomven mrr in Goumdbüchem, nicht aber in Geschichtsbüchern nttabuliert werden, baute er das Kunstwerk eines Kaffeehauses. Er halte angeblich gar nicht die Absicht, uns dem Cafe materiellen Nutzen zu ziehen, lvndevu wollte nichts anderes als — berühmt werden. Und si» baute er einen Marmcwpalaft auf dänischen Gäulen, richtete rot ersten 'Stock einen Lesesaal rm und deioriertt die nuteren- Räume mit Landschaftsbi^vn. Bis -fcrni Kriege wurde das Cafe zu keimer DayeS- Ä>er Rachi-M geschlossen. Sein Betrieb Med in Perma-Mnz. Und schon aus diesem Gmiude allem kamt man es mindesirns als europäische Kaffeehanskttriois-M bezeichnen. Nun stehen zu jeder Tages- , und Nachtqelt vor dem Mäzona-tenLiffeeha-u-se leere Dische und Stühle, die Gast« derschwinden in den vevschwerld-erischen Sitzgelegenheiten und nioin kann nur wünschen, daß der Ehrgeiz de- Gründers, in'.! seinem Cafe keilte Geschäfte zu machen, von semen Nachfolgern geerbt würde. . Man muß sich in einer so kituftyffegnettn Stadt daran gewöhmn, nicht nur das Kaffeehaus/ sowdetm auch die Reftaurakon als Museum zu betrachten: 'Neben dom an KrrMverken so wichen Cafe ein mit Amylosen Fmuenge'ta^wn,.dekorierter Rostaurationsfaal. Man begreift, daß in einer Stadt, in der CafetiorS und Restaurateure ihre GeschäMokKe im Interesse der Kunst'— so kostspielig auAstattoten, dm ganzer Palast den Nanwn leichtfertiger Kreditübevschreitung führt: PcklaW. tr. T-ovitt. Dieser für em Palais nicht gencho. fchnteiM« Metier 28'.' Robeckbor 1924 M. 2 070 sind Dr. MOFFBAUftRS ENTffiTTÜHQSTÄßlETtlM von wtm »>^'V. bester Wirkung, angenehmem Geschmack, vollständig unstfliMIkh» Die Tabletten stdlefi. eine schlanke, graziöse Figur her, ohne Dlfiizwang aller Aenderung der Lebens* weite, prompte Qeurichtsabnahmen. Kelue Jchllddrttiet ’ Depou Kein Abftthrmtttelt Apothttk« HUOO aAYCR, Winn, I. Wollsetl« 1S/18 _ ha-fte Titel wunde von den: GestuWinjhaiuS überuomnven, den: das- (Zebäude nachfolgte: Ein GesangenhvuS, in -das man einst die infolveyten Schuldner sperrte. Bai dieser Gskegerchcht — o^r« eiwa einen ZnstdMmenhMlg mvt dem Bankrott -u fuchrä> .der sich nckt diesem Palläzzo nUten ftr der Stadt e'm Denbmal gefttzt -hat — sei müh gleich daö Pörftnyobäude erwähnt, -das ftleichstrüs etwas übertÄeben Ptla,yo genannt wird mrd iw dem sich Wechselstuben, em Kino und di« Redabtioiu einer Avstrng mngemietet haben. - Der Bövseusaol selbst zeigt nicht die lmftfte Andoulkyrg irgend eines GeschäftsveNkehres. Der 'Ä>al ist leer, di« Wr. stehen gedlieben. .Me derstet offtrp; bar noch immer das Mittelalter an, und es imrrde ver». geffen, sie vor^nrücken. WpA» auch? An der Wand, im Glas-, kosten, die BÄubeErrsch aber man hat, rvm den Raum vuszufüllen, daneben die Wottettkarteplakatiert. ’ Ihre meteorvlogHchen Mchen zeigen jene steigende Terchenz, die man den Kurftn-der..Wiener u>rch Berliner Börst wünscht. Die Paduoner Borst weift also auf schönes. Wetter. Aber es fchemt. daß gej^nwartig' der Effektenmarkt.' nur dann eine erfrouikche Pvognche bieten kann, wann er dte Wetterkarde aushängt. Und vielleicht stellen auch unsere Börsen, um endlich SteigermMn zu registrieren, nach Padu»»ner Muster gleichfalls ein Barometer auf. Höchst ensrmlrch, durch den GenMdvPÄast geteilt, die Pim'^a della Fvwrta und PiaM della Erbe. Obstu-Nd GenmstmE. Die Bäueniinnen haben, um die frische Qualität der Eier zu demonftrieron, Bruthennen mitgobracht, die, in Körben, von warmen Decken umhüllt, den Hausfrauen die Produktion vorsirhren. In der Markthalle türmen sich Käsekuchen zu Bopcftn. Kälher,. Qchftn,. Hasen öffnen ihre Bauchhöhlen zur Pescha-u,. der Stnahenverkäuftr bietet in einer dwlckeftwaiwnen Scmrce, die an das KAnaSwasser der Stadt erinnert, Meevftsche. an. Der Magen Paduas ist okfo übersättigt. In den Extremitäten überwiegt die, Kle-iwstM. Die Straßen sind den Autos und Führradern «nicht gewachiftn. Ein Pstrd. das offtnbar gerade <nrs dem' MttelMsr kam, wurde durch das Töff tyff so geschreckt, daß.es in ein Auslage fonfter wnuie^ Aber die SehenWiiMgLÄen beKetten. - ffefli überall: Um LWeü dftpsensormDcu Park ist schmnirige- BewäsftMng angelegt. Und am den Ufern, hes KwMvosierS -irkulieren, ,zn bei^n. Derben sich depHöckn kehrend,. 92 Standbilder der Padua-ner Kapazitäten, zu denen nmn, um die ReichhMigkeit der DewwalbMn> KN erhöhen, in etwas auffallender Weise müh Swbiesky und Bachory Meiert hat. Sie wurden auf dem einst so voNsbelebten Prato della Palle aufgepflamzt, der nicht ebenst unfteMch. geworden ist, da er sich im Laufe der Zeit in di« minder verkshrsbeliebte Piazza Bittore Emanu-sle und vm-e dorstÄdtische ParLmibage verwandelte. Wegen Platzmangels konnten nicht alle Paduaner, die Anspruch danurf gehalbt hätten, m den R-uhmesreHhen ausgestellt werden. Denkmäler werden erst nach dem. Tode gefetzt, die nicht in das Pantheon aufgelwmimen werden konnten, haben also nicht .freiwillig resigniert. Aber eS ist ihnen die Kränkung darüber erspart geNliehen, daß sie M diesem archrtektonifchen PveiSauSschrerben übergoingen wurden. Bei dieser Schaustellung am Kanaif.vasstr, die — imposanter als geschmackvoll — an eine Siegesallee erinnert. Neben einigen Taktfthlerm sind bei der Aufstellung. auch em-ige peinliche Jrrtümer rmlerllvuftn: So wurde Gustav Adolf, der Tote von Lützen, von Gustav Addlf, dem Sohn« des entthronten Erich des BierEahnien, verdrängt, der durch die historische Berwechflu-ng den Ehrenplatz, ustrpierte. Die GersteShewen sind mit . den Insignien ihrer Msftnfchoft und Kunst ausgerüstet: Die Aerzte umwindet die SMruge des AesMap, Sänger tragen die Leier, Schvi-ftgelehrte das Buch, Krieger das Schwert. Es fft dies die Bildersprache, die plastische, fteberfetzuing der lateimschen Inschriften. Die Statuen spielen liebende Bilder. Mt pathettschen Gesten. Heben deklamatorisch die Hand, um ihre Erha-benhstt zu steigern. Ein Kind wird auf dam Spiel-, Platz von der Mutter haNdgreiftich erzogen. droht ein gesteinigter Mediziner mit dem Finger: „Und SüuilenWder steh'n «und s-ch'n dich an, was -hat man dir, du avmG Kind getan?" Ueber den Goldlettevn liest man noch immer Bleistiftgekvitzel, das Oesterreich den Tod wünscht. Man sicht daraus, daß DenkMUnschriften mrnideistens wustnd Jahre alt |eün müssen, um zeitbeständig zu bleiben. Ewig, twie das Wundst selbst, die Kirche San Antonio, jedes Kunstwerk «in den Salons von einem .Heiligenfchein umlauchtet. Und es kann dein KunsthfftoMker geschehen, daß er in femens ^te^.mm.-chE. -Avökten'Poqige-»'. durch ein GsmÄde über feinem müden Haupt st der Nachtruhe geistört wird. Das heutige Padutt? Nehmt Autos, Sstiwr PedrocchiS KafftehauKpalaist, Fahrräder, alles in allem, «s iift ■ eilte . Provmzstadt. Aber es.-ist eine' iMEche,Hl>gvinfftadt'.' Und. deSWb-.kackt «M-HG Tckix. ftstg vpr' det Kar sitzen uüd. -in die Straßcr>.'bowegllng. in di« Straßenbuntheit, in den vorbei ziehenden Lärm - sehen. Umschivärmt von BMern, umtönt von ZeiiMPSkolportenren. Umgeben von Frentden, die in Landkarten und Reiseführern nach SchenSwürdigkette.u und, »veidn sie fettig sind, etwas Konversation fml^en. Der Au.tobns nach 'Venedig fährt jede Stunde, außerdenr liegt Padua an der Hauptstraße nach Rom. Es lohnt sich anszusteigen. Werrn auch der Ba-vdeker-Stevn Über Padua nicht so hell, so blendend lnfthtet. wie ü-ber Venedig, Floreniz. Neapel. Die Somntersonne ist hier etwas milder als int Süden. Die Oktobernächte kühl. DaS Hotelzimmer fft noch, immer,aus „warm" eingestellt. Mn friert unter einer dünnen Teck«, »in Fliegennetz umhüllt das Bett. Mrr die Moskitos sind längst vom Bocchigilione weggewandert und der engnmschige Schleier wirkt nur noch dekorativ. Wieder zum Bahnhof. Vor dem Gebäude vier Autos und sechs MauNerlarven. Damit wird der Charakter Paduas amgezeigt. Der Ing sahnt zur nächsten akademisch berühmten Stadt —. nach Bologna. An einer .Haltestelle schreit ein Kellner Traarhen aus.. Die Fttlchie blühen aus einer voll gefüllten Düte: „Nna Mra!" Er verkauft in . wenigen Seftdwden ein Düyend. Unter dem aus der Düte ' drängenden — wvhlarrangierten — Traubenzweig zwei stotil« Aepfel, unter den Aepfeln Papier. In einem andren Lande würde man die Wuchenpckizei anvufen. Hier fft eS ein Symbol Italiens. Die Oberfläche wohl arrangiert, erfteudich -atraStiv. Zwffchen den Stätten der Rechtsgelehrstrmkeit, zwischen Padua und Bologna, kleine tascherffpielerifche Gärtnereien. Wir beißen in den sturen Npftl und lachen. Heiteres, sonniges, glückliches Land, in dem man sich Vor Lachen noch den Ätvogenen Bauch hall! ' Wer war der erfte Wische. Mgeardnete in Äglaad r Die allgemein verbveitete Ansicht, baß Baron LivM R o t h.s ch i l d. der Baxter des -osten Loch Rochschild, das erste jüdische Mitglied des enMchen Parlaments gewesen sei, entspricht, wie e'm Mtarbeiter des ^Jewish Ehwmcle" feststellt, nicht den Tatsachen. Bis zur siegsticheu Beendigung >detz Kampfes um die Gleichberechtigung m GnKa>nd, als dir EidesfovmÄ der gewühlten Abgeordneten von einem Juden nicht gesprochen werden koMte. war eS ausgeschloffen, daß ein Jude sein Abgeordnetenmandat ansüb«. So konnte auch Rothschild, der bereits im Iah« 1647 dost der Londoner City das Mandat erhalten hatte» feinen Sitz im Parlament erst im Jahre 1887 «Ämehmen nnd an den Mfvimttmngen teilmehmen, VbdjlÄch er nach feiner Wahl in die verschiedenen PorlamentsauSschüfft gewählt wmde. Bor Rvchschvlid noch hatte D i s r a e l r im Zähre 1837 ein Mandat ins Unterhaus echcckken und der Jude Ralph Be rnal wmde, .gleich Rothschild, im Jahre 1618 von der. Cich ..ins ÜntechMS LftwÄhlt. ..Aber anch^ er . war' - «och nicht daS erste jAdffche^ ParlomentSmitgried in England. Bor ihm» und zwar im Jahve 1803 wmde Sir Manaffe Lopez zimt Abgeordneten gewählt, st da-ß er als daS evste jüdische Mitglied des House of Commons angesehen werden brnm. Boi dteftm Anlaß sei auch erwähnt, daß Juden in Gngland auch vor der Zeit des Manaffe Lopez am britischen Parla«reMilebon teilgenmrnnen haben. Der erst.« Peer Mischer Abstammuiny war Samson Gideon, der' Sohn des BaEvrs gleichen Namens. Der alte Gideom. war VettvatwnSmann und Jnt-imuS des Fincmzmrnffkrs Walpole, der die Finanzgeschäfte der Regierung durch Gideon besorgen ließ. Di« große Macht, zu welcher Gideon gelangt war. fft ihm offenbar zu Kopf gestiegen und er vevließ das Judentum. Großes Aufsehen erregte später seine letztwillige. Verfügung, seinen Leichnam auf dem jüdischen Frkedhof von BswiS Matts zu bestatten rmd der Gemeinde ein'großes Legat aus feiner Hinterlaffenfchast anSznstlgen. Sein Schn, der bereits den Namen Är John Eavdleh ffiMImot führt«, heiratete die Tochter eines Lordrichters und gelangte unter dem Namen der Fomklie seiner Frau als Lord ins Oberhaus. Diese Peerschaft erlosch jedoch 'Mit ihm, da feine beiden Söhne -ihm im Tode vorangegcmgen waren. Hugh Cnlling Eardleh CHAders, der in den Acht^igerfchren der erste Lord der AdmiraMt war und Sivatsse-kretür für Kriegswesen wurde, war «ln Enkel des Loch Eachley, der einstigen Scmffon Gideon. während der Lrauvng erschollen. Mord und Selbstmord bet einer Mische« Hochzeit. Aus Warschau wird Ws. geschrieben: Am letzten Dienstag sollte in Budaueic im Wilnaer Kreis die Trauung der. 83jährigen Sonja Katzelman, der einzigen Tochter eines angesehenen jüdischen Kaufmannes, di« vor kurzem die UniversitätSftudien in Wilna beendet hat, mit einem jrmgen Mann aus Grodno namens Jachmann stattsinden. Die junge Braut war in den vorhergehende» Monaten durch den Sohn eines benachbarten christlichen Gutsbesitzers mit Liebesauträgen verfolgt .worden. Si« wies aber den Zudringlichen immer wieder ab und war . sogar, um sich ihnen zu entziehen, fiit eine Zeitlang zu BevwaMen nach einer anderen Stadt gereist. Erst wenige Tage vor der TraMNg kam sie zurück. Als das junge Paar unter dem Baldachin stand, erschien der abgewiesene Liebhaber und gab aus einem.Revolvet je zwei Schüsse auf die Prack und den Bräutigam ab, die alle 1t a f e n. Dann tötete er sich selbst durch einen Schuß in die. Schlaft. Die jDgtz Avaut «ach wenigen Stunden ihren Berletzun-

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