Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1924-11-21 · Heft 2068 (21.11.1924) · p. Seite 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 2068 (21.11.1924)
Date
1924-11-21
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
86% known words query
IRI
…/2979076-2980834-2981151--21146-3008426
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

6efit 4 Wen, Freitag Wiener Morgenzeitung» 21. November 1924 Nr. 2068 Was geht an den Wiener Mittelschulen vor? Wir haben unter diesem Titel über den politischen Seelenfawg berichtet, der jetzt von gewissen sozi-cMmokvatrschen Agitatoren unter ber jüngsten jüdischen Mittelschuljugend betrieben wird. Der Selbstmord des Gymnasiasten Thomas Schwarz dient als Operationsbasis. Wir haben jüdische Eltern und Lehrer aufgefordert, diesen Vorgängen besonderes Interesse zuznwenden. Wir erhielten mit Bezugnahme hieraus folgenden Brief: An die geehrte Redaktion der „Wiener Morgenze'itnmg"! In Befolgung Ihrer an die jüdischen Eltern und Lehrer gerichteten Aufforderung, sich über das Wesen der Organisationen ihrer Kinder und Schüler, insbesondere über über die A r t der Führer dieser Organisationen Aufklärung zu verschcoffen. erlaube ich mir nun, folgendes mitzuteilen: Freitaa den 15. d. fand m der Postgasse eine Berisamm- Luny der Wiener Mittelschüler statt. Auch meine Tochter, welche das Jüdische Realgymnasium besucht, war bort, Ich befragte sie über den Verlauf der Bersammiung. Meine Tochter erklärte mir ganz spontan, das, sie es für unerhört halte, daß die Führer der Iuge-ndbewegung. wie Dr. Siegfried Bernfeld, die Bewegung jfiwn Anlasse nehmen, die jüdische Jugend m den Dienst der smialdemokratischen Barteipolitik zu stellen. Dr. Siegfried Vernseld, welcher referierte, hat wiederholt und mit besonderer Betonung hervoogchoibcn, daß er Sozialdemokrat sei und der sozialdemokratischen Partei angchöre. Nun kenne ich Herrn Dr. Siegfried Vermeid von der monistischen Partei her. Er hat als A-ngchöri^r der Aionistöschen Organisation i,m Kinderheim in Baumgarteu gewirkt. Auch hat er eine zionistische Jugendzeitschrift „Iernbbaal" herausgegeben. Es interessiert mich. Ausschluß über diese sonderbare Wandlung zu erhalten. Ich will wissen, wer zu meinem Kinde spricht. Indem ich Sie um Aufklärung ersuche, zeichne ich hochachtungsvoll Eh. K. (Name und Adresse erliegen bei der Redaktion.) * WaS der Schreiber des Briefes über Dr. Siegfried Bernfeld mitteilt, trifft zu. Dr. Bernfeld war jahrelang im Dienste der zionistisä)en Partei Neferent für Jugendbcwestung. Die Organisation konnte sich mit seiner Methode der jüdischen Jugenderziehung nicht befreunden und er ging. Wie wir jetzt erfahren, zur sozialdemo-kratischen Partei. In letzter Zeit haben fick die Fälle gehäuft, daß Menschen aus der zioniftifä^en Partei weg und der Konjunktur nach zur sozialdemokratischen Partei gegangen sind. Bei der heute Wien beherrschenden Partei glaubt man eben raschere Karriere machen zu können. Herr Dr. Bernfeld ist also denselben Weg gegangen. Eine Begründung „idealer" Natur wird er gewiß zur Hand haben, genau so wie die anderen. Vielleicht wird er auch hier und dort naive.Seelen finden, die chm Glauben fck-enken, genau so wie die anderen. Es ,kst Sache der sozialdemokratischen Partei, mit -Herrn Doktor Bernfeld und seinen Weggenossen nach Belieben zu verfahren. Unsere Sache ist nur, die jüdische Oeffentlich-keit über das Wesen dieser Menschen aufzuklären, besonders aber dann, wenn sie, wie im Falle Bernfeld, sich in neuer Gestalt an die jüdische Jugend hevaumachen. Man braucht nicht mit Kanonen Mifznfahren. Es genügt, daß man ausspricht, wer di« Mensclien sind. Der gesunde Sinn der jüdischen Jugend sträubt sich gegen Konjunktuvinewschen, die ihre Gesinnung nach den Bedürfnissen des Tages einstellen, und jüdische Jungen und Mädchen merken es bald, wenn man ihnen falsches Spiel vorführt. Der Brief beweist das. Wir können nur wiederholen, was wir bereits gesagt haben. Jüdische Eltern und jüdische Lehrer sollen es sich angelegen sein lassen, ihre Kinder und Schüler in ruhiger Form über den wahren Charakter der „Führer" und deren Programm aufzuklären. Wenn das geschieht, dann ist die Jugend vor dem Aergsten geschützt. Dann kann ihr auch die große Schaumfch'lägerei, welche jetzt am Grabe des armen Thomas Schwarz betrieben wird, nicht schaden. Ler Buchhalter als Lebemann. Der 25jährige Buchhalter Franz S ü ß 'hat seiner Firma, /inein Textilhaus im Kaiviertel, Gelder veruntreut, die etwa 280 Millionen betragen. Er hat mit seiner Frau zusammen ein luxuriöses Leben geführt und große Summen in Gesellschaft des 22jährigen Bankbeamten Karl N o d i n g e r verjubelt. Rodinger selbst hat im Verein mit seinen Brüdern die Glaswarenfirma S t ö l z l e durch Entwendung von Waren beträchtlich geschädigt. Das Ehepaar Süß und Karl Nodinger wurden dem Landesgerichte eingeliesert. einem stets zi'mdenden Effott. Alle Kräfte des Zirkus, die Artisten und ihr zwei- und vierbeiniger Troß, taten sich zu einer abgerundeten, schönen Vorführung zusammen, die in Szene und Regie alles Lob verdient. — Bocher gab es das gut«, brave Novemberprogramm. Sie letten Ehre» des SchmunslerlSnigs. Der silberne Sarg für einen 23fachen Mörder. Wie die New-Horker Blätter melden, ist dieser Tage in Ehikago der „Schmngglerkönig" Dion O'Bannton gestorben. Bannion stand im Ruf, im Lause seiner Karriere als Schmugglerkönig nicht weniger als 23 Personen, zumeist Konkurrenten in dem Geschäftszweig) ans dem Weg geräumt zu haben. Für seine immense Popularität in Ehikago ist es bezeichnend, daß seine Verehrer dem toten Verbrecher einen silbernen Sarg im Werte von 10.000 Dollar zum Begräbnis gewidmet hatten. Die Kranzspenden, die an dem Sarg niedergelegt wurden, füllten im Leichenzug auf dem Wege nach dem Friedhof 26 Lastautomobile. Tausende von Menschen gaben dem Sarg das Geleite, darunter viele Hundert der bekanntesten Verbrecher von Ehikago. Für die Sicherheitszustände Ehikagos ist «8 charakteristisch, daß ein Professor der Statistik an der Universität Ehikago, Frederic Trasher, die organisierten Verbrecher in Ehikago auf 100-000 schätzt. Diese 100.000 dunklen Existenzen verteilen sich auf 1313 Banden. Es verlautet, daß die Verbrecherbanden von Ehikago ihr Unwesen vor allem deshalb so ungestört betreiben können, weil sie mit h o ch g e st e l l t e n Politikern in den denkbar besten Beziehungen stehen. Großes Aufsehen erweckt es ferner, daß soeben 60 Deteketivs plötzlich aus dem städtischen Geheimpolizistenkorps entlasten worden sind. Abenteuer zweier Wiener im Lrrertt. DaS Ausstattungsstück im Zirkus Hagenbcck. Vorgestern war die Premiere in dem Hagen beckschen Zirkus; sie war ein lebendiger Auszug a>us Karl May und Brei Harte. Es wurde zu einer farbenfrohen, bunten Musik alles vov^ührt, was sich romantischer Sinn nur wünschen kann. Der Lärm und die Unbedenklichkeit des Orients brandeten durch die Manege; in rasendem Tempo zogen Dschungeln und Prärien vorbei, Schüsse knallten, wilide Tiere brüllten, Cowboys sprengten, lassowevsend, durchrin-ander, Goldgräber, englische Kolonials-oldaten, Teag-irls und Opiumliumpen trie- >ben sich umher. Das Ganze zrifam-meritzchalten durch eme straff geführte Handlung, deren Mittelpunkt zwei in die Ferne verschlagene W-iener stellten. Sie brachten die Note der Heimat in diese geräuschvolle Umgc'bung. und fanden durch die Kontrastwirkung sowohl toi2 durch das Anschlägen verwandter Saiten -im Herzen des Publikums Anklang, der sich in stürmischem Beifall entlud. In der Welt der chinesischen Dschonken erschien die Deultschmei-sterkapelle. Das i$t etwas weit hergeholt, aber von Bon Wische« Fliegern. Die Theilhabersche Statistik. Die AnÜisemiben 'haben ihre Legenden und Lügen von der Feigheit der Juden im Kriege gern mit Vor Bshamptiung verbrämt, es habe im der deutschen Armee keinen einzigen jüdischen Flieger gegoren, der sich, wie man sn sagt, vor dem Feinde ausgezeichnet hätte. Infolgedessen war mit maichemaikischer Ge-umrig-keit zu errechnen, wan-n eine Schrift erscheinen würde, welche nachweist, daß ese'rne ganze Anz-shl von Juden gegeben hat, w-elche sich als Flieger Kriegsruchm und Ehre erworben haben, welche nae l 'eist, daß mehr Juden sich ails Flieger rühmlich betätigt halben, als ihrem Prozentsatz in der Bevölkerungiverteiinng des Deutschen Reiches entspricht. Ta die erwähnte antisemitische Aenßevuing vor mehreren Monaten auch kn deutschen Reichstag gemacht worden war, so war für Mitte 1224 das Erscheinen dieses Buches zu erwarten, was denn such pünktlich eintraf. Felix A. Theilha-bsr hat das Buch albgesaßt und es ist bereits in zweiter Aussage!m Berlage der vom ReichAbuind jü-difchr Fvontsolda-ten hevcmsgegabeinen- Zeitschrift „Der Schild" erschienen, bringt ungefähr 120 „Fälle" von Füegern samt Bild, biographische Daten, Dokumente über öbre D'sien, ihren Heroismus und — last, not least — ihre „Zurücksetzung" durch die antisemitischen Skrömu'Ngen in der Armee, welche eirien Juden — hier im ursprünglichen Sinne des Wortes — nicht „hochkommen lassen wollen". Unter all diesen statistisch erfaßten Fallen ist de« interessanteste iünd — es sei gleich ausgesprochen — bedauerlichste der des Htantzurger Fabrikanten Jakob Wolfs, der mit 46 Jahren Kampfflieger wurde, nachdem er an der Pa-zlifistischen Bewegung hervorragend Anteil genommen hatte. Der Fall ist bedauerlich; ebenso wie alle anderen Fälle, weil nach der alten, vlbgehaiuisten A-Hnoshrm'echode der Botveis zu erbringen versucht wird, daß die Inden sich an einer -der schmachvollsten Episoden der Menj-chlheitsgeschichte ans ihrem freien Willen beteiligt haben. Sie haben es getan, wM sie es tun mußten, weil sie unter Zwang standen, aber wer Gloriolen malt für diejenigen, tvelche mithelfen m'.cßten, den schönsten, hehrsten Träum der Menschheit, die Beherrschung der Lüfte, in sein gräßliches Widerspiel von Tod und Vernichtung zu verwandeln, der erweist, mögen seine Statistiken noch so -vollständig und ehrenvoll" sein, 'dem jüdischen Volke, dem sie nützen sollen, einen schlechten Dienst. Die. Methode der StatiM, welche die israelitische Abwehr des Antisemitismus so gern anwendet, ist von Grund auf verfehlt. Es wird kein Antisemit durch die neue Fsiegerstatist-i'k belehrt werden, anzuerkenncn, daß die Juden, wie die übliche Phrase lautet, ihre Pflicht vor dem Feinde erfüllt hätten. Denn, was hier mit vieler Mühe immer bewiesen werden soll, ist eine Lüge. Keiner unter allen Kamp« senden aller Nationen hat be-i nüchterner Erkenntnis, die sich ja nach den ersten Tagen der künstlich gemachten Stimulation stfort einstcllte, anders als unter Zwang gehandelt. Der ganze Krieg war eine Ne che von Zwangshandlungen und darum schon eine Schädp-ung der Menschenwürde. Die Antisemitenideo-logie wird durch die^e Statist! keit-ngchiwe ist über d'.e sogenannte jüdische Pflichterfüllung nicht geändert werden. Wenn schon Statistik betrieben werden soll, dann 'betreiben wir sie d-ch, um unsere beleidigte Menschenwürde angesichts des Unheils, in das wir wie die ganze Welt hineingezwungen wurden, zu wahren. Im Kriege tvaren es sicher die Juden, welche, wenn schm statistisch gesprochen werden soll, dm größten Prozentsatz an Menschlichkeit in jenem Chaos des Zwanges zu Bestialität stellten. Ter Verfasser des Buch s von den jüdischen Fliegern im Weltkrieg hätte sich ein größeres Verdienst erworben, wenn er, soll schon einmal Statistik betrieben werden, die Zahl der jüdischen Acrzte, Ms r und Samaviter erfaßt hätte, welche mit Ensiatz ihrer Person und chveS Lebens es unternahmen, die Wunden, welche die anbefohlrne Grausamkeit geschlagen'hatte, zu lind rn und zu heilen. Aus eine solche Statistik wären wir ftolzer, mehr stelz aus das Bewußtsein, in ihr gut äbzufchneiden, als in den Fronl- , und Fliegerstatistiken, ' S. 2, Wien, 21. November. * 8V. Geburtstag. Im Tompel, V Bez., Müllncvgasse 21,. ,* findet morgen Samstag nm 1/»9 llihr vormittags im An'ichtnß . an d:n GotteSdianst die Feier de- 80. Gebar"sta^cs des Herrn MedMaaitvates Dr. Moritz Schn epp. Ehrenvrosidenk des 'ssvaölctischen DellhouAvereimS Eheavra Bet'h Hatfclch, statt. * Aenderung der Telephonnummer. ZioMsiche Bc.zirksisÄtton 6 bis ö, 8. Bez., Bennopwtz 1: neue Teilephonauimmer 26-3-69. * Für die Völkerbundarbeit der jüdischen Studentenschaft. Gestern fand in der Jüdischen Leseand Redehalle ein Meeting der jüdifchen Stuidentenschaft unter der Devise „Völkerbund uno jüdische Studentenschaft" statt. Die Redner, der Genera isekrctär d-er jüdischen Völkerhuudliga Dr. Marau.lies. und Doktor Oskar Karbach, wiasen auf die große Bedeutung des Völkerbundes für die Erhaltung des Weltfrieldens hin. Insbesondere die jüdische Jugend sei dazu bercsien. an diesem Werk mitzuavbeiten. Es würde di« Gründung einer internationalen Bereinigung jüdischer Studenten, die für den Völkerbund arbeiten wollen, angeregt. Anmeldungen sind an Dr. Margnlies. I. Bez., Woll.zetle 3, zu richten. * Warnung vor unbefugte« Sammlern. Dem Dernchmen nach.gehen in mehreren Wiener Bezirken, speziell im 9. Bezirk. Deute mit Sarnmelbögen hercim, die für Feuerwehrzwecke sowie für städtische Waistphänser sammeln. Es handelt sich n-m uinbosugte Sammler. * Die Fleischpresse sinken. Die GvoßnmMhaikle hatte feistem außenge-wohnilich gnnisti'ge Fleiisch:mport-e «ilsi'.aweisen. Md!>t«ils Bahn sind 35 Waiggons im Gowichre von 185 Tonnen ein>g«.!>an'gt. Unter dieiscn befanden sich 16 Wn'go-ns mit Rindsleisch ««öd Schtveinrn aus Polen. Unter dem Druck« der gesteigerten Znisrhren machte die bereits im Lause der Woche emgotretme rückgängige Bowegnnig weit-er-e FortschriU-e. Säintliche Flcischsorion hcvben sich none-rlich nm 2000 K. pro Kiilogwmim 'im Pre'ife Vevbilliat. Im Detali'vhandel macht,.'« sich die Ans-wirknngcn der Pre-isrück-gänge nur stellenweise 'bemerkbar, idüriflen ador morgen merklich -um Ausdpucke g.v!a!n>gen. — Die Gennüsemävkbe werden Vvn dem win-tt"vl:chvn Weiter stark beeinttächtigt. Der Nasck-mavkl wies gestern einen merklichen Ausfall in den Gärtnovankieseru-ngrn ans. Hin,gc>g«-n langten Kartoffeln nnd ander« feldmäßig gelwallten 'Geniüsoarten in a,«sreichenden Alongen ein. Spinat hat nch na,mha>st verteuert. A-uch ^Salat ist gestiegen. — Der Obstmarkt ist mit Achseln iiberfüllr. Ig den anderen O'bstsvrten langten di« Au'bote für den Bcdcrrf ans. In Butter und'Eiern herrschte kein Vtangel. - * Das Wetter. Gestern begann es nach leichtem Schneefall zu tauen. Die Voraussage kündigt zunächst noch stellenweise Niederschläge und tagsüber Tauwetter an. * Feuer in der Brigittenau, Im Hause Wallensteinstraße Nr. 29 war gestern in den Mott-genstnndrn ein Feuer ausgebrochen. In dem vom Brande ergriffenen Haftrakt des Hauses bsianden sich große Betxi«b§anla>?«n einer Drog-'nurmn und einer Zuckerwaren«r.Mgun>I. Die Feuerwehr. konitte nach zweie,nhalbstündiger Arbeit den Brand löschen. Der Schaden sicht in die Hundert« von Millionen. * Verhaftete Kindesmörderin. Gestern wurde die 20,ährige Haiusgahil-sin Johanna Haider verhaftet. Sie ist ver- -dächtig, anr 12. Man d. I. ihr nengöbownes Kind ermordet -und vers-ucht zu haben, es zu vergraben. *, Die Lebensmüden. Gestern nachts gegen 10 llhr wurde di« LOjährige Privat« Adele Spitzer, Cottagegosse, sin dem mit Leuchtgas erfüllten Badezimmer bei geöfsneten Hahnen tot ansgafuwdcn. Es handelt sich offenbar um einen Selbstmord aus bisher unbekannter Ursache. —. Der Gehilfe si'oul N. hat sich oitls unbekannter Ursache ä-ngeschossen. Er wurde von der RettunZsgesellschalft in bewußlosem Zustande ans die Mfallstat'ion gebracht. * Vermißt. Der 36jährige Elektrotechn-iker Nudolf K r a-mm ist seit dem 14. d. vermißt. * Kokain und veronal. Die Köchin Marie W. stürzte m der Wallensteinstraße mit Vertziftungserscheininngen zujammen. Sie hat Kokain genommen. . Die Privat« Ernestine S. wurde in ihrer Wohnung mit Anzeichen einer Berowalvergif-- tung bewußtlos ansgesnnden. Sie wurde ins Spiral gobrocht. * .Aulounfall. In der Jnnstvaße wuvde gestern vorinitta^S die 89jähr'.ge Mizzi Ada mek, die oben eme«. Straß.nrhahnWg verlassen hat!«, von einem vorbclisahrenden Postculomobil nisdergestoßen. Sie erlitt mchrsache Verletzungen a:nd wurde von der Nettungsgvselischcsit ans die Unfallstation -gebracht. * Internationale Betrügerinnen. Ans Zürich wird berichtet: Bor einigen Tagen versuchten zwei Tame-n, die sich Miß Healy ans London sind Miß Clay a-uS Kalifornien nannten, in einem erstklassigen Hoteil in Zürich Betrügereien zu verüben. Die beiden wurden verhaftet. Sie befinden sich im Bvsitze von Pässe«, die auf Mac Henlcy, Mutter und Tochter, lauten. Die Polizei stellte die Identität der Verhafteten fest. Es handelt sich um Frau Paddleford. geschiedene Dumtay, und die Witive Teal, geborene Mac Kennet), hie seit 1022 in der Schweiz, i« W i e n, Ront, Madrids ufw. ein« Reihe von B e t r n g e r e i e n begangen haben. Die erste behauptet, "im Jahre 1923 von bc«t Industriellen Paddleford aus Hollywood in Kalifornien geschicdon worden zu sein. (Bei ihren Betrügereien in Wien harte Frau Paddle-ford sich als die Gattin des steinreichen Kalisorniers ausgcigoben.) * Dr.^ Schsinis tödlich verunglückt. Aon 15. b. ist in Paris -der Bakteriologe Dr. Scheinis bei einsm Anwunfall w'.ns Lobvn gakv-iitinren. Dr. Scheinis, der an dem Postenr-'Iiistitttt -unt-er Prof. Basred-ko eine heworragende Stelle mn-e haue, war Dorsitzmdcr des französischen Kon, itees der G-eselisthaft für Handwerk rmd Ackerbau -«>nter -den Inden „Ort". Als die Gefellschast im Jahre 1920 die Arbeit in Westeuropa z>u organisieren beg-ann, war Dr. Dchoisti-3 einer der ersteit, die dieser Aktion ihre Kräfte widmeten. * Ein verschwundener Leichnam. Iir Neapel crreat das unevklärlick)« Verschwinden der Leiche des Dchriststellers Achills Torillio großes Aussehen. Die Leichs war vor drei Jahren anigetbahrt worden, um endgültig erst bei der Erweiterung der Familiengruft beigeseht zu werden. Als jetzt noch der Fertigstellnn-g - der Gruft die Ueberführnng der Leiche angeordnet' wurde, war sie aus dem Sarge verschwunden. * Davis Trietsch int Nirtschaftsrat der Agudah. In Berbindumg mit dem A-nstbou der ersten palästinensischen Agndahkoloni-e, für die kürzlich im Emek Isiveel 4000 Dnn-ain Land länftich erworben wuvden, hat die Ag-ndas Iiswcl einen besonderen öko-nmnischen Rat gebildet. Eines der Ätilglieder diosts Rates ist, wie das Bureau der Aaudas Jifroel am 11. d. mitteilt, der jüdische Statistlker Hvrr Davis Trietsch, der durch sein System palästinensischer Äolonisiauan bekami-l ist. * Eiy Wochenblatt in persisch-jüdischer Mundart. In Samarkand erscheint seit kurzem ein Wocheublat-t in persisch-jüldsicher Mundart, dem Dialekt der buchorsich-n Inden. Das Blatt führt -den Titel „Ruschwa". (Licht) und stellt nch die Ainfgade, jüdische Kultur unter den Juden -der Buchara zu Vevboeiten urvd einen Kont-akt mit dem übrigen Judentum herzustellen und aufrecht zu erhalten.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.