Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 2063 (15.11.1924)
- Date
- 1924-11-15
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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SAI« 4 . Wien, Gamskag Kwuzah Ahwodah, welche den Kernpunkt der Wiener Siedlung in Erez Israel bilden soll. Von den gegenwärtig evident geführten 200 Palästina^ Pionieren sind bereits 130 Jünglinge und Mädchen noch gründe licher VorbereitungSzeit fachmännisch geprüft und allen An« forderungen des Chaluzlebens sowie der Chalnzarbeit ge« wachsen. Die Fortgeschrittensten von ihnen haben während deS verflossenen Sommers auf dem Gute eines jüdischen Landwirtes in Pernhofen sehr erfolgreich gearbeitet. Zwei starke Anfängergruppen waren im verflossenen Sommer auf Feldarbeit in Pottenbrnnn und Gramatnensiedel. Besonders bemerkenswert ist eine Bauarbeitcrgrnppe, die in Banmgarten tätig war. Sie hat bereits das ersehnte Ziel erreicht, denn ihre Mitglieder arbeiten seit geraumer Zeit auf Bauten in Erez Israel. Vor kurzem wurde eine Schn ster- Kwuzah gegründet, die im Kahlenbergerdorf ihr Handwerk übt. Der größte Teil der Wiener Palästinapioniere beherrscht bereits die hebräische Sprache, und wer Gelegenheit nimmt, ihren Zusammenkünften beiznwohnen, muß an der geistigen Reife, dem freien, ungezwungenen, aber vornehm-taktvollen Wesen dieser Jugend seine Freude haben. Ten Wiener jüdischen Palästinapionieren alle Liebe zurnwenden und alle Förderung angedeihen zu lassen, ist Tanlcspslicht der gesamten jüdischen Oeffentlichkeit. Erziehungsversuche oder WaS geht das Sie an? Im Postamt. Bor den Schaltern ein paar Leute E londes-üblicher Ge-duD ausgesbattet. Eine Dame, die vor dem Erlagscheinschalter wartet, hat ihren Hund vor der Tür zuru^eloflen. Treff war der Ansicht, die Sach: ziehe sich doch zu sehr in die Länge -und er müsse einmal nach dem Rechten sehen. Also begibt er sich bei der ersten, sich bret-enden Gelegenheit in den Amtsraum, sucht sein Iraners" umh bringt, sachte kratzend, seine Vorstellungen zur Geltung. Das Frauerl zeigt sich durckaus unKUgänglich faßt erschreckt den Uebeltater am Hal-band und firbrt ihn unter heftigen Ermahnungen wieder auf seinen Platz zurück. Treff verspricht wumntig alles, was von ihn: verlangt wird. Aber nach fünf Minuten schleicht er doch wieder hinter einem geei-Anat erscheinenden PosibefuHer drein und erscheint in den geheiligten Raumen. Die Beamtin hinter dem Guckfenster fivhrt ans: ,Mn Hund! Wie können Sie sich erlauben...!" Die Da>me hat sich im Grunde genommen gar nichts erlaubt, scmdemr nur der Hund, der von seinem Standpunkt nicht begreift, daß das Ausgeben von 21.260 Kronen eine haWe Stunde darrert. Trotz ihrer SchMosigkeit wartet aber die Hnndr-be-sitzerin die Vorwürfe gar nicht ab, sondern schleift den braunen VitM,* täter wieder hinaus. Das genügt der Beamtin nicht. Sie fühlt sich veranlaßt, noch ihre weitere Ansicht kuiN'dzutrM. „So eine Unversch^mtbeit!", bellt sie. Ein Herr mit einer Brülle, der vorn beim Schalter ftebt, begüt'gt: „Aber, aber, Fräulein, nur nicht -so hitzig. Wie können Sie denn da gleich von Unverschämtheit sprechen!" Die Postdcrme erklärt, es s e i sine Unverschämtheit. Der Staub, der Lärm, dann auch noch Hnnde! Nach ihrer Darstellung bevölkert eine Menagerie vonr Schakal an-swärts das Amtszimmer. Der Herr verficht anscheinend, daß die Pcstbevmtin einen Wanderung „.stark zuMoimmen hat". Nachdem somit zwei Seiten für Kalender und'Religion verwendet wurden, ist es offenbar ungerecht, noch zu verlangen, daß Cook sich mit de-m jüdischer: Palästina beschäftigt. Daher wird dies, wie folgt, erledigt: Jaffa: das Wort Jude wird wicht erwähnt. Mehr als die Hälfte der Einwohner waren — vor dem Krieg — Moslims." Punkt. Tel-Awiw: „Nördlich Jaffa liegt das Mische 'Settlenwnt (!) Tel-Awiw, dessen Gedeihen hauvtsächÄch der neuen zionistischen Bewegung zuzuschreiben ist. Es ist ein« moderne Stadt von ganz europäischem Charakter u-n-b behauptet, die erste „hnudertprozentigie jüdische Stadt der Wett" zu fein. Petach Tikwah ist eine andere jüd'sche Kolonie nördlich Jaffas. Südlich -Jaffas sind die jüdischen Kolonien von Mikweh Israel, Rischom le Zion, Wadi el Khanin, Rechoboth, Kairo und El Kastime." Dieser hervovvagende Abschnitt ist um so bezeichnender, als in ihm zum evsten und letzten Male in den: Setten starken Buch das Wort ZMvisinms erwähnt wird. UmnitbÄ-» bar vor Tel-Awiw wird — gesperrt gedruckt — über die etwa vierhllmdert Seelen zählende T e m p l e r g e m - i n d e Jaffa in sechs Zellen.bsrichtet -und -angeführt, daß sie zwei Schulen und em Spital besitzt. (Man senke!) Für Tel« Awiw mit seinen — bei Abfassung -es Buches ünmerhin schon — 18.000 Gruwohuem werden wirr fünf Zeiten und kein gesperrter Druck verwendet. D.'iß die Inden auch Schulen und Spitaler haben, daß in Te!--A.wi.w ein Kasino» Meevbader, eine elektrische Station, Fab ker sind, das verschweigt Cook, der die „Industrien" vor: Gaza. Medje-l, Hebron liebevoll beschreibt. Noch hübscher ist di.' Erwähnung der jüdischen Kolonien in Judäa und am hübschesten die Aufzählung der Kolonien auf -dem Weg nach -paisa. die uw mittelbar folgt. Dort »wird Zichrou I.akob, Chcdera. Tantnra und Mit einfach erwähnt, jedoch ohne zu sagen, daß es jüdische Kolomen sind. Eiro-n: „In seiner Nachbarschaft ist eine jüdische Kolonie, gegründet von Baron Rothschild" Weg nach Jerusalem: Gezer, H'Fia Artus wird nicht erwähnt. Die neue Borstadt Jevusal'ms, Talpioth, die an der Bahn liegt — nicht erwähnt. 2rl Zeilen iilir das Aräbsrc-.'rf Ki'rjath Auawim, bezw. Alu Goah. Daß dabei wiener wrvrgenzerrtf t« -ui'.a.ngrnchnvsn, langwoi-li-^»: Dienst hat und daher g.'ro -st -ist Wahrscheinlich säße sie lieber zu Hause, hätte lieber einen bradeic Miun, ein Hein: und netl-e Kinderchen. Statt dessen muß -sie Stcmpol aufdrücken und Postschein-e aus* Men. Daher hat -sie „Nerven" und muß zart behandelt werden. Aber alles Zureden ist umsonst. Auchvtn P-oliZ'-'ibeainü'er, der vorn sicht, unterstützt den Vrillenhervn. Es ist aber doch «me Vnversckörnßh-eit, sagt das -Fräulein. „Das müssen Sie doch selbst einfchen" flötet der la-nge Herr, „daß Sie nicht von Unverschänltheit sprechen dürfen." ,Min", ketst-M Schaittdrsiem-chr bissig a ls logisch, „ich darf das nicht, >das ^dürfen nur Sie." Die beiden lassen st: Wen .fausten. Erzichsingsverfuchrn nicht nach. Die versammelte Menge hütet sich, auch nur leise murmelnd -den Chor zu machen und wartet schweigend und ge,spannt auf die Amis-chreubcleid'guua. Sie ers-lgt nicht, weil «in Obevbea-mter -der Szene ein Ende -bereitet, -indem er das Fräuliein ablöst, J:n Publikum 'st >nau enttäuscht. An der Ausga-ngstür stoßt -der brillenbe-w^rte Herr mit einem zweiten zusammen. „Wanmn haben Sie sich -denn so «chauffiert, Herr Kollege?", fragt der Be- -kannte. ,War das eine Verwandte? Ganz fremd? Ja, sagen Sie mir, was geht das Sie dann an?" Straßenbahn. Der Wagen ist überfüllt, wenigstens bei der AuSgangstür. Innen ist der Gang säst leer. Bei der Türe sitzt eine Frau, die alle Stehenbleibcndcn energisch ansfordert, weiter zu gehen. „Gehen Sie doch weiter", mahnt sie und winkt aufgeregt mit dem Schien:, „vorwärts! Die unten wollen auch noch milkommen." Allgemeines Murren. Eine lange, dürre Frau findet das erlösende Wort: „Sö san herinua und Ham an Platz. Was geht denn m»cha Sö des an?" Ein anderer Straßenbahnwagen. Zwei etwa zehnjährige Bübchen haben einen Stein gegen den fahrenden Wagen geschleudert, der eine Scheibe zertrümmert, zum Glück aber keinen weiteren Schaden angerichtet hat. Der Schaffner säugt die beiden Verbrecher, schleppt sie heran und heißt sie mitfahrcn unter der Verheißung, sie dem nächsten Wachmann zu übergeben. Natürlich fürchten sich die beiden. Ein Herr nimmt sich ihrer an. Er bulbet nicht, daß wehrlose Kinder usw. Er wird den Schaden gutmachcn. Und zückt die Brieftasche. Der Schaffner will anch just kein Bubenschinder sein und zeigt sich geneigt, Gnade zu üben. „Sie sollen die Buben doch ausschrciben lassen", meint eine Dame, „der Wachmann wird ihnen ja nichts tun. Er wird sie nur tüchtig auszanken und das gebührt ihnen auch." Ihre Nachbarin fragt, aus den Nettungsengel mit dem Hunderter zeigend: „IS dös Jhna Mann? Was geht das Sie dann an?" Noch ein Straßenbahnwagen. Eine alte jüdische Frau ist mit einem Mann in Streit geraten. „Schaut's, daß wieder außa kommt's, polisches G'sindel", schreit der Bodenständige im Bewußtsein seiner Macht. „Geht's Ham nach Galizien, Judenbagaschi." Neben ihm steht ein junger Bursche, zweifellos ein Jude. Er fährt aus, aber sein Vater legt ihm die Händ aus den Arm: „Kümmere dich AMERICAN TAILORS B r ü derKoch Ges. m. b. H. iutu.'i 6. Sei., Mariahilferstrabe 17 AM«, Erstklassige Maß - Schneiderei für Herren / Reiche Auswahl in ftinen englischen Stoffen / Elegante Ausführung / Billige Preise die wirklich sehenswevte Nationalw-ndSkokonie Kirjath Anaw'lU liegt —verschwiegen. S'nben Worte ü-ber Moz-a. Vier Wort« über Mische Baullichkei^n m der rein jüdischen Iuffavorstadt Jemsalems. Daun komrnt Jerusalem. Der Klagemauer wirüber eine §:ifj g: rridmol, den Synagogen zehn Zeilen, der Siedlung je-menii-ischer Juden im Dorf Siloaih drei Zöllen, dem Moutesivre-Mertel eine Zelle. Schluß! Hebräische Universität, hebräisches Gymnasium, Beralol, Zionistische Exekutive, landwirv'chifrüch.S Museum, Nation-cHonds, die Bovstädte Talpioth Bety .sakerem, Namem-a, Rechawjia — die schönsten Vorstädte Ievu>sa-lvms — werden nicht einmal erwähnt. Daß h:brä"sih gesprochen Wird faußer von persischen Juden) nickt erivät-nr .. . Verlangt man noch m-ohr Details? Soll man noch an-sühren, daß Coik cs fertig 'bringt, zu bevschwsigen, daß es in Ha! fa, das h-.rw etwa 10000 bis 12.000 Juden Mtt, Juden gibt? Richr einmal in der Einwolhnerza-hl führt er die Ju-d-en an. Be: der Aufzählung der Spitäler vergißt er das Hadasiofpital, bei Schilden ng des Karmel vergißt er das wirklich doimmiercnde Gebäude des Technikums. Gr erwähnt das „moderne Viertel" vor: Haret Wad es Safch und fügt W?u: darunter ,/liegt eine jMsche Kolonie". Schluß. Die neuen Fabriken, Mühlen. Gavteustä-dte aim Ka,vm«-labhanH, die Realschule usw. werdet: einfach ausgelaflen. Ebenso grüMich wird der E m e k I e s r e e 1 bchandelt: Auf der Re-ise von NaZarety -nach Haifa „passiert man SemuN'ieyeh, jetzt verlassen und ungesund, aber früher errniwl eine Siedlung der deutschen Templer". Daß daneben die Siedlung NaWA mit 400 jüdischen Einwohnern ist, weiß Cook nicht. Auif der Fohr-t von Jen in nach Nazareth sieht er merkwü-rdigerwoise jene 2lr-Oevd-örser, die abseits der Autostraße -liegen, nicht aber die jüdischen Kolonien Merchatvjah, Tel-M-das, Balsorrvia. N-ub c>l Nasra, die an der Stvtße sMft liegen. Bei Beisan sieht Cook zwar die drei arabischen Dörfer N u r i s usiv., die fern der Straße auf den Bergen liegen, nicht aber die fünf jüdischen Dörfer des Nuriskomplexes, die zu beiden Seiten der Bahn selbst liegen. In Liberias wich zwar erwähnt, daß die Mehrheit der Bevölkerung Juden sind, aber auch nicht mehr. Keine einzige jüdische Kolonie der Umgebmig 18. Novemver 1924 Nr. 2063 nur dc,ne Angelegenheiten!" sagt er würdevoll und be. stlttttNt. Straße in einem Villenviertel. Von einem Balkon kehrt ein Stubenmädchen seelenruhig den Staub ans einem langen Teppich auf di: Vorübergehenden hinunter. Eir: Herr ruft sie vom anderen Gehsteig an. Sie lacht. Der Herr ereifert sich, droht, holt den Wachmann Das Mädchen lacht noch immer. „Aber Herr Wachmann," sagt sic, „ich kanu's auf Ehr' und Seeligkeit beschwören, der Herr ist drüben gegangen. Bis dorthin fliegt der Staut nicht.!Was geht das ihn also an?" K. M. Ae beiden Schachweltmeifter. Capablmkca drückt sich. Es ist bekannt, daß der' Kubaner C a p a b l a n c a, welcher vor einigen Jahren durch seinen Sieg über E-nanne' Laster -die Weltmeist-ersthast im Schachspiel erlangt -hat, im Ncw-'Dorker Gws;nv^!sterbur>nier von Dri Laster beim ersten Znsamnreittrest'n geschlagen wurde und sich anch -mir dem zweiten Platz nach Lasker bocnnÜMU mußte. Dadurch ist die Frage deZ Welimeisterschaftstitels im Schach.wieder in den Vordergrund der Diskussion gerückt und von mehreren E'.'-iten wurde ein neues Match L a § k e r — C a p a b l a n c a um die Weltmeisterschaft angeregt. Lasker hat auch m-chr fach er-- klärt, daß er zu einem neuen Weltkampf bereit sei. Es macht nun einen sehr merkwürdigen Eindruck, wenn sich jetzt C-aipabtanea i-n seiner Kritik über das Neiv-Norker Turnier in sehr überlogen-absprechender Weise über Dr. Lask-er äußert. Er sagt, daß er von dem Ergebnis des Turniers enttäuscht war, weil er hoffte, daß die jüngere Generation besser ab - schneiden würde. Er hätte im Falle des Sieges der jmrgeret: Ge-nwa-tion de-n: , Sieger gern die Chance go^cben, den Weltmeistertr-tel zu erobern. „Dr. Laskers Sieg zwingt mich aber", schreibt Capa>- blanca w-'ite-r, „meine Absichten für jetzt wenigstens zu ändern. Zöge ich mich zurück, so würde die Wettmeist-er-schaft an Lasker z u r ü ck s a l l e n und es würde die alte Lage fortda-ueru, was »licht wünschenswert ist. Ich mach also im Sa,ttel bleiben. Ich glaube nicht, daß Lasker mei-n-e Ueb erlegen heit über ihn irgendwi».' bezw-eifeit. Nach dem Wettkampf in Havarma und. dem Turnier in New-Uor? kann darüber wirklich niemand, den geringsten Zweifel haben. Beim New-Dorker Turnier war ich übrigens in derart elender Derfaffung, daß ich kaum begreife, wie ich überhaupt noch Zweiter werden konnte. Und dennoch., schlug ich ihr:, der M<nn-d>^ zu verrichten schien (ich bin aber anderer Ansicht) bei rnrserem zweiten Zusanrmentreffeu. Ich bin sicher, daß Lasker bei einem weiteren Msammentreffen nicht besser abschneiden würde als in Havanna." Nach einigen wohlwollenden Worten über Laskecs Konsulrationskraft, die bei sem-om Mer anerkennenswert sei, plaidiert Capablanca für eimn Wettkampf LaSker — Atjechin, der für die Schachwett von gwßem Jntereffe sein würde. Wie der A-insterdamcr „Telegraaif" richtig bemerkt, sind diese Darlegirn-gen Capablancas nichts anderes als ein Vorwand, iwn sich vor einem Match, mit Lasker zu drück»n: deshalb schiebt er Aljechin vor, ixm er Lasker als Gegner empfiehlt. Wohlweislich hütet sich der Cubaner, selbst ein Match mit Mjechin, der einer d:r stärksten Meister der Ge-genwart ist, vvrzu'schlogen. Cap.«blanea, dessen Weltineistertitel heute sehr stark beslr-itten ist, kneift also nicht bloß vor dem berechtigten Anwärter auf diesen Titel, Dr. Lasker, deffen Berechtigung er übrigens selbst z-ugestchen mußte, aus, sondern auch vor einrm neuen europäischen Stern aus dem Schachhimanel, vor Mjechin. 'wird gmaunk. Das „elende Araberdorf Medjel" wird pflichtgeanäß evwähm-t, das daneben biegende jüdische Mvgdail Wiit dem schörlsten Park Pailästmas wird vergessen. Genug und übergeamg. Cooks Buch ist ein neuer Beweis für die alte Erfahrung» daß wir mehr Feinde haben als wir wifsen; daß gegen ims kein Mt-tel zu schlecht und zu dumm ist, um nicht a-ngewendet zu werden. Man sage nicht,, daß solche Kampsmeßhoden ungefährlich sind. Der Reisende ist es, der die öffentliche Mei-- n>ung seines Landes macht — und nur aarf dem Umweg über Len Neisinden der Schvdffsteller. Mas der Reisend: ge schert ha>t, das erzählt er., zu .Hause und das glanbt nwn. Und daß er nur das sieht, was mau ihn: zeigt, das bci.viesen uns eben die beiden sranwsischen Bücher, die wir cvls Einilei-ßnirg evivahnt Nicht -die Autoren, rf?'*c Führer baiber: die Bücher goschvieberu Der Chabnz Nl-iria.m Harrys das eine, der Feind des Zioinsnms, -de Hmm, das -andere. Und Cook schrei-bt — die vfftMiche Me-imrug des chvistli-chen England u-nd Anrevikas. Das ist die Gefahr. Und -daß Cook ein viel zu g'.r:er Geschäftsmann ist, um derartig verdrehte Da-vstellungen zu geben, ivonn er mcht sicher wäre, daß er damit die instinktiven Wünsche semeS P-lMikuins befrie>dig-t. .ist klar. Cook weiß affo ganz gu-t, daß sein Pnbllln-m nichts von einem jüdischen Palästina sehen nnd wissen will, und er fördert deshalb diese Tendenz. Und das ist die zweite imd noch größere Gefahr. Und daß wir Juden das wisien, das seit zwanzig Jahren bei Da-edeker und Mayer und Cook erlebt laben, und bis beute noch kein einziges interna-tional brauchbares, d. h. auch für Ehr i-sten interessantes Rei-sehan-dlbu-ck für Pa/Miua rvnd St)rien ' hervusgebracht halben — (Preß ist einfach unmöglich, abgesehen davon, daß er bereits völlig veraltet ist) -das ist die dritte Gefahr: die größte Denn sie.belveist uns, daß wir Juden, das Volk bei N-okli'-me, in Palästina veräesi-en haben, daß Rek>lau:e und geschickte Pwp-agaudn die H-älste des Sieges ist. Wir überlasser: die Pvopaga-nda den Arabern und — Cook and Son. L-Mate Circus E. C. 4, London.