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Wiener Morgenzeitung · 1924-11-14 · Heft 2062 (14.11.1924) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 2062 (14.11.1924)
Date
1924-11-14
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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fhr. 2062 SÖiett, Fvetta- UMenet Mornenzeiluna. Bühne und Kunst. Die Konstantin als Maria Stuart. Neuinszenierung im Deiitschen Volkstheater. Schiller P lebendiger denn je, wenn man sich zum Tvanfzeichrn>ta>!en seiner Dichtiung (bei aller NW wie wsit von Kants Idealismus entfernt!) rückhaMos bekennt. Nirgends ist dies Jenseitige des Empfindens Heller, reiner und tivf-er zu entdecken, als in der historischen Tragödie „Mapia Ptuart" die eben eine Tragödie der Maria Stuart i!st. ltnt) gerade die restlose Erfüllung im Wunder: Idee und Theater lockt immer wieder zur neuen Fvmumig dieses Bühnenstückes, das der Bühne alles, waS ihr gehört, gibt und dabei Gedicht, Ballade, lyrisches Echos blejLt. Die Nvg'ie hat sich für die Ballade entschieden: Der gotische Ausbau der Kerkergrnft, das Rotgold der Tudor-Macht, die Düsterkeit des englischen Klimas nordisch,; Gemente Shakespearefcher Fasson, m die römische Schwärmereitendenzon (bildlich: asketisches Schwarz mit Seidenefsekt) wie glänzende Perlen fallen. Ritter, Tod und Engel, also eine kalhalifchppesbyt-eran Ische Mischung, geformt durch die Äolischen Maria uwd Elisabeth, feiern ihre Ansevstchung durch die Kunst des Tl':aterbi'lducrs, der dem Dichter Schiller nichts schuldig bleibt. * Frau Konstantin vollendete sich selbst. Kann man zu ihrem Lob mehr sagen, als das; sie jenes Bild, das wir alle ans unseren Jugendtagen in uns bewahren, das Bild der schönen, gramumslorten Maria Stuart, uns ent zauberte? Daß die Bersperlen, aus die man nur mit Tränenpcr-len antworten kann, in schamhafter Düste wicdcr erglänzten? Daß die zu „Zitaten" abgegriffenen Wortreihen in ihrem Munde ihre unsterbliche Melodie bekamen? Es gibt Augenblicke, wo Königinnen ausscheu wie Bauerndirnen — diese Erkenntnis heiligte die Konstantin nach beiden Extremen hin. Ganz Weih, ganz Königin, bei aller Aktivität duldnerisch —- man konnte erfahren, das; es für einen großen Dichter und für eine große LchanspiÄerin kein „Spezialfach" gibt. Neben ihr mußte die farbenfreudige Elisabeth der Frau Wagner verblassen. Schiller hatte für diese unglückliche Frau nicht viel übrig und Frau Wagner opferte sich zugunsten ihrer Nebenbuhlerin. Nicht ruhig herrschen dürfen und nicht ganz geliebt sein — zuviel Lasten für ein Weib. Sy tvard aus der Königin eine Intrigantin, aus der Hassenden ctn-e Bis-gurn, Schillers'blühende Pathetik verkörperte einzig und allein Herr F e l d h a m m e r. Er hatte den Mut zmn Brustton, zur breiten Weste, zum Awffchrei, zum Anblick. Er durfte sich selbst spielen, sein Enthusiasmus war echt, ganz Feuer, das sich seihst verzehrt. Klitsch als Leicester voll liebenswürdiger Frivolität, Sch war wen ka als Bnrleigh messerscharf undurchsichtig, Schreiber und Klein glühten in Weisheit u>nd Milde. Hans B a u m a n n fiel Äs Dawffon aus. Man fühlte, wie nahe. Schiller neben Shakes>peare steht, uwgen dies die Bkomerchpechchrüste afs Blasphemie empfinden. Das Pitblikum war ergriffen, war begeistert. (Der Äte Schiller lobt noch.) Und es feierte den 16,6. Geburtstag seiMs Dichters in stürmischester Weise. Das Quartett Konstantin, Wagner, Fvldham>nier, Klitsch, zu tzom sich der Regisseur gesellte, evschieu unzählige Male por der Rampe. War's nicht eine Premiere? Oskar Rosenfeld. „'Zer Mann ok.ne Moral." «astspiel Richild R»ma»°>»sry. $!«»< WM, BSHne, _ Achtu-ngssignal für die Besucher der Reprisen; Ein beliebter Komiker ist zu Gast ---- ober es sind nicht rasch akquirierte Lachkry.mp'se zu g-swärbigen und drei quietschvergnügt« Akte. Mun fammf« und rüste sich noch Tunilichkeit, denn man begegnet auf den Brettern diesmal ein Msuschenexomipsgr fermer Art vmd es wird von oinsm Künstler mit uuhefchvMicher Vshptsa.m'eit umd Zqrth-eit gestaltet. Richard R^man-rivsky spielt ip der bemerkenswerten Komödie von Fseps und Cqilladet einen sfeierstchen rllM'ichen Bureqe'krqlen, wüvdevpll die Buch^oller, Tippmoni.fcslen, Korvespondenien, Strazzisten und Kassiere eines (öcfchäflshaufcs reaserend. Heiner aihnt, wie sau'bex, hell undtapfer, vor allem: wie überaus gütig das GepM d:efeZ Pedanten ist. Wär's nicht gmiwsnm. man niüßt-e den Zufall preisen, daß der Graullopf seine Fmp ip siagvMti erwischt, denn soi'st hätte man ja dsn d'enistctfr'gen, nach der Ubr lebenden Federfuckfer nionrals richtig kennen gelernt (und No'naneiws'ky nicht in d-i'fer sesehen). So aber bewirkt die Schlaf,zimmerafst'reZ daß hinter der pnanipt snnkti'n'erevden Burmumafchine ein wu-nderba-rer Mansch sichtlich wird, der es in fünf Jahrze^n.i'en nicht erlernt hat, seine Gefühle zu kaschieren, sich mit erareiseudcr ttnb^k'ii'.nniertheit Hinz uwd Kunz mitteilt und ein getvaltiMs Füllhorn von Nächslenl'el« mit sich führt. Weil er so gütig ist, muß er über nngeka-nnte Selbstsucht, Härte und Verlo^enhelt trauern, darf aber auch Stunden höchster, nämlich kindlicher Freude genießen; tzyeil er so gut ist, hcsisat er HohW-pst und AugenWck-'geuießer, h"chniög-ende Tröpfe u.wd gefinkelte Rechner, muß aberMhftlich (nioma-ls war's and-rs) für die Goltesgahe d^M.üte den Tribut zahlen und sich ein bitteres Joch aushÄseni Ms er Hahnrei wurde, gewann er die Liebe Lines Mädchens. ' Mitteilungen aus dem Publikum. Speiseservice M&CSAkUXW, f. Wipplingerstrasse Nr. 13 Ms er sein Glück mit der umendlichen Dankbarkeit des Begnadeten zu hüten mnd zu festigen begann, kam. seine vpm Verführer mißhandelte Frau zurück. Ms er sie im Einverständnis mit der durch sein« Güte ongesteckten Geliebten ms Hans genemmen hatte, begann man ihn den „Mann ohm Moral" zu schimpfen, und als ihn die Chefs wegen feines „Lebe-nswandels" Vorwürfe wachten, nimmt das Mädchen Uhschisd und hi« Gattin übernimmt forsch und geräuschvoll das HausveMment. Wie Roniauowöky diesen an's dem Gleis gebrachten, in tiefe Traurigkeit gestürzten, in den Himmel seliger Liebe gohobenen. mit vereinten Kräften schließlich untevgekriegten Oberbuchhalter spielt, ist tatsächlich ein Erlebnis. Dieser plumpe, linkisch« Pedant mit dem Kiirderherzen kann in Augenblicken hoheitsvcll wie ein König sein und bezwingend durch die Kraft feiner llnvevderbtbeit. Die Gefühle der Eeuvöruing über Untaten anderer, über die Verlogenheit der Lebens- Partner, aber auch über den Zufall, der ihm ein gUchgestlmimbss Weib zufüihri, sind in ihrer letzten Ae>-ßerung durch giit'ge Nachsicht and Rücksichtnahme auf andere gedäm'pft. Alle- Anläufe zu energischen Gnt'ch?idnngen (oder auch nur Körperbewegungen) verloren sich in einem Meer vo;t Güte. And nur wenn ihm Antlitz gegen Llnt'itz die Genreinheit -begeanet, reckt er sich auf und wird Richter. Nein, ans die Augenblicke ztoerchfellersclnitlernder Komik koWnvt es diesnwl wirklich nicht an. Daß sich immer wioder die Aiw^en des Zulchaners verschleiern, daß man in stummer Ergriffenheit h:in'geht, ist größere Gabe. Unter her trefflichen Megie L i ch t e n h e r g s ein« dorzügli che Aufführung, an derur Gelingen insbesondere auch die Damen Bn! o v i e s und Schleinitz Anteil h.iben. Otto A b e I e s. Nur de« Theatern. Burgtheater. Morgen, Vs3 Ubr. „Flach 8m a n u a I 8 Erzieher". 7 llhr „Komödie der Varführun g". . Slkademietheajer, Morgen, 3 Uhr, *S) 1 c K i nb e r". Vg8 Ubr i e F r g p Ra t". Overntbeater. Heute, 7 Uhr, „D er B a j a z z o", ^Schlagobers". Volksover. Heute. ty,7 Uhr „Walkstr e". Morgen nachnüttagS r e Fledermaus". AbenhS „& a ö a U leria rustieana". „Der Bajazzo". Neues Wieqer Stadttheater. Morgen, 3 Uhr, Aibrchenvorstellung „D e r H e r r d e r B e r g e". Theater in derFosefstadt. Heute Erstauf- . stihlirng des Schauspieles „st eberfahrt" kOutward bound) von Sutton Baue, deutsch von Otto Klement. Margen »Schöne F r u«e st > Raimund-Theater. Heute «Das Kamel gehtdurch daSNadelöhr". Morgen „Familie S ch i m e k^, Sonntag e st s t o n S ch ö i l e r". Dienstag hen 18. d. Erstaufführung her Komödie .So ist e 8 ... I st % s s o V von Luigi Pirtzndello mit Frida Richard a. G. Nenaissaneebühne. Morgen und Sonntag, V,4 sthp, ^DaStspfereOchneiherleiu". Johann Strauß-Theater. Sonntag nachmittags ^Die Fledermaus". Modernes Tbeater. Leute att Nachtvorstellung Felix Fischers ,D t a g u o f e 16". tck-Bühne. Roseggers B-ostsschMGiel ^Am Tage e r i ch t e s" wird W einer WSgezvichnaten MliffÄhrumg 'bargelbotim. Der Wilderer, der gegen sein besseres Gewissen immer tiefer sinkt, seitdem sein erster Fehltritt mit der ganzen Schärfe dos Gose ‘ “ einem drei An«? und Eduard K o e cks das liebende, in allen Prüfungen dem KchichsÄl Äin-d erge-beiM Wib, von Anna Exl -mit smiveriMer Kraft pwkövpert, sind Miisterle-istunEn, die in ck 'em emhelstichen Rachnren realistischer Schamsplölvunist gestellt sind. Der Äeiifall war sehr gwß. Neues von der Staatsoper. DiEor Schalk iist an sin«r Gmppe erkvankt. Allen Dementi zum Troß steih: di« Wiener Sla-atsopßr m'rt Fritz Bnsch in rcgm Der-, har.dnnlgen, um ihn für die Stelle des ersten Kapellmeisters zu gcnxnni.'n.. De'esden bemüht sich mit allen Kmfien, ihn der dov!i.a>en Oper z>u evhaiöten. Sollt« er aber tpotzdem a»bg?l>en. so sind schon Becha,ndl'un>grn w!t Richard Strauß anigoknüpft, rnm sich lbn Äs Oberleder der söchsischen StiaiatSoper zu sichern. Lorüiie Lehmann wunde niach ihrem großen Erfolg im neuen Werke von Nichaid Strauß „JnlMme^'o" jächüllich für urchrepe Mmvat« an di« Dvesdoner Stvä-'Soper engagiert. Ständiges Gastspiel d7s Raimund-Theaters in Bratislava. Ans Bratislava wird uns berichtet: Der Sladval befaßte sich jn iemer leisten Sibnug mit dsr Fre,^: der Ver- Fsvuing pcs Theaters an eine Wie!« Theater,lefellschcht und es wnrd« bÄchlossen, daß das Raimund-Theater während der Soiffon des tschechische Theaters -in BDai'.öslcvva an jedom Woulag abends ein« Vorstellung vercmlstalden kann. Jüdischer Liederabend. Herr I>.rM Lolhrmann, von deffen Anwcfmhclit in Wien wir bereits berichtigt haben, fand sich bexeisi o'mm Liedexabend zu -ac-b«n, dessen Remevlös dem Keren Kajameth pJsrael ^uikoimmt. Dieser Äbeich findet morgen SamÄag den 15. o., präzbse viertel 8 Uhr abends, im großen Fostsgal des Hgt'ol Continental statt. Lchvman'U, der stk den besten Jnterpvetm des jüdischen Valkslicdes zähst, wird ein« pwße Äuizahl beliclbter Äol.kswtiis'en zum Bovtoage brinigsn. U üb,erdies wirkt das H a ko ah- Quartett unter Leitung des Herrn Dr, Rudobf L am p es mit. Die restlichen Karlen sind an den aus -den Plaloten kenntlich M>nach>t«n Stellen sowie an der Abendkasse zu haben. reine Seide 88 cm breit K. 14. November 1924 Geil« 8 Gerichtssaal. ü# Urteil auf zahlang in Sold trotz des Grundsatzes „Krone ist Krone". Das Fivlll'a'N'desgevichl unter Vorsitz des Hoftales M u h > hat mit Urteil auHgesprochen. bas; eme!m Jnhre 1909 ge< tnadte Schuld eines BetMi.qeS von 33.000 K im Goldmünzen zu bozahstn ist. Am 9. August 1906 hatte Frau Dowthva M ü i l e r von Focm Emma Werner ein Darlchcn von 33.000 K. in Goildkwnen mrsbezichl': er^ halten -rmd hat'!« sich in einem Schustsch-ein ve-vpA'ichtet. den Bett-aa und di« vereinbarten Jsnsen von 7 Pw^itt hci!l.b>ahrig im voichinei-n effektiv irr Goldmünzen dar Krön e n-, Währung zu bezahlen. Seit 1919 war die Zahlung der ,... ^...l-c-lhmSfldbNM und auch ... - ...-. . SchM cnif einer Liegenschaft der Dorothea Müller eissoktw m GoKmi'mnen einverleibt worden. Nach Fälligkett des Dar- 'lehensvestes von 23.000 K. klagten nun di,e Enden der Frau Weiner, Gustav und Leopold Wriuer, Frau Ida de Aüasii und Frau Friederike Hofmann, welche sich 'bedingt noch der Frau Müller evbscrklävl hatten, auf Rüchchlung des restlichen Kap'stails und der Zinsen in Gold, ge>aen welche Kla!g>e Dr. Oskar Folg! namens der Beklagten einwendete, daß die Klage abzuweisen sei und nur eine Schuild t>on 23.000 dm,!schösterreichischer K^e,nen anerkannt worden könne. Der eenat hat nim aus Zahlung in ossekliver Goldmünze erkannt und vom Stroit ewen W'wt von 331,200.000 K. zugrunde gelost. Jn der Begründung wurde auÄ^^fährt: Wenn die Dolilaglen behaupten, daß die 93.000 K. faktisch nicht effektiv in Goldmünzen erfolgt (_____ „ , Bews! sich auf c-in verasietes Exompla-r des Schuldsche-ines u führen fei, welches Formerlar davaius Bcgu>a nahm, daß Zwilschrn Zahlung!u Gold und Silber ein Unterschied bo,tand. Alber selbst wenn das richtig wäre, so könnt« dies an d«r eingega-ugenen Verpsf'ichtun.g zur NückzMung effektiv in Galdin>än.zen der Kronrnwährnug n-ich's ändern, well die ^Btoi ive für di« Einge-Hunia der Verpflichtung und deren Ausnahme in den Schuldschein glvichgiiltig sind. Die Beklagten behoupten, datz die erste Rückzahlung der 10-000 K. in Papiergeld ersblgte rmd daß auch die Zinsen bis 1919 stets in Papierkranen Meistet Wurden -und folgern daraus, daß hierdurch stillchwetgend aus Rückzahlung -in Gold verzichtet wurde.^ Dieser Meinung kann aber nicht beigepflichtet werden, weil die -Annahme von Papierkvonen, selbst von entwerttten, nicht eindeutig diesen Schluß gestattet. Es fragt sich daher nur, ob im Siwm der VollizugAan- Weisung vom 35. SDumr 1916 (Schnmpeter-Vcrordml.n.gl die KlÄaer' ledistich einen Anspruch outf Zahlung in deutschösterpeichrschen Kwu-enbanknoten nach dom N>ennwcrt haben., Aals dieser VollWgsancweisung ergibt sich jedoch, daß, trenn Leistung in anderen ZahlunaMmtie-ln vereinbart war, insbesondere^ in klingender Vdünze, der G-!äu>biger zur Anmchme von deu-kschösterreichisä-en Kronen nach bm Nennwert nicht verpflichtet ist, sondern sich an die V-ereiinbavung ha«Iden kaulu. Dabei macht es leinen Unterschied, ob die anderen Zahlunigsmitdeil in solchen der Kvoneniwährising oder in solchen einer anideren Währung bestehen. __ Eine Ehrenaffal? im Fyßballsvort. Vor dem Landcsgerichtsrat Dr. K r a m m e r, Strafbezirksgericht 1, , gelangte gestern ein in Sportkreisen viel erörterter Ehrenbeleidigungs- Prozeß zum Abschluß, den 76 Mirglv.der des W. A. C (Wiener Athletic Club) sowie di« gesamt« Leitung dieses Verbandes gegen den Präsidenten des Wiener Fußballvevbandes. Herrn Siestried Deutsch, angestrengt habeit. Nach Inhalt der nahezu gleichartigen Klagen soll der B>.schuldigte im Anschluß an eine am 13. Juni stättgesundene Sitzung des Fußballvowandes in der Präsidialkanzlei des Verbandes in lautem Tone die Avußerung gemacht haben: „Ich werde eS dem W. A. C.-Gefindel noch zeigen." 78 Mitglieder dieses Klubs sowie die gesamte Leitung dieser Vereinigung fühlten sich durch die ertvähnle, nachträglich in der Sportpresse lebhaft erörterte beleidigeude Kritik in ihrer Ehre verletzt, weshalb ein jeder einzeln die Ehrcnbeleidigungsklage gegen den Präsidenten Deutsch erhob. In der gestern fortgesetzten Verhandlung regt« der Richter vor dem Eingehen m -das Beweisversahren einen Ausgleich an, der auch schließlich zustande kam. Herr Deutsch gab die Erklärung ab, es sei rhm jede Absicht ferne gelegen, den W. A. C. als Gesaincheit und als Verein sowie insbesondere ben Vorstand und die ihm übrigens fast zur Gäwze unbekannten einzttnen Privatkläger zu beleidigen. Da seine Aeutzerung als derartige Belendigung von den Priva-tklägern a-ufgofaßt wurde, so spricht der Beschuldigte sein Bedauern ans und zieht die tnkriminierlen Ausdrücke voll« mhal-tlich Mrück. Der Si-rafantrap wurde zutückgezogen. worauf das Verfahren gegen Herrn Deutsch e i n ge st e l l t wurde. Textilwaren, Delikatessen und 760 Millionen Passiven. Bor einem Schöfsensenat unter dem Vorsitz des Hasrat-es Doktor Reim hatte sich gestern der Kaufmann David Leib Kreisel wegen Betruges -und fahrlässiger Krida zu verantworten. Wie die Anklage' aussührt, betrieb Kreisel sechs Jahre hindurch ein TexNlwarengesckiäft, wurde anfangs 1923 infolveni Schon zu dieser Zeit befand er sich im Zustand der Insolvenz. Obzwar das Geschäft gut ging, war di« Reutahililät gänzlich ausgeschlossen, da den: Angeklagten Betrii.'bskapital und ein kaufmännisch reeller Kredit fehlten. Am 29. April 1924 meldtte Kreisel das Ausgleichsverfahren an und bot seinen Gläubigern eine Quote von 20, Prozent. Das unbedeckte Defizit betrug 7(50 Millionen Kronen. Die Staatsanwaltschaft hebt hervor, -daß der Angeklagte schon im Herbst 1923 sich seiner Insolvenz bewußt -sein mußte, trotzdenr aber weil-echin Waren bestellt und bezogen hat. Diefts Vorgehen sei betrügerisch, und die Firmen, mwft Wurstsabriken und Käsehändler in Oberösterreich und Tir l, seien um bedeutende Summen geschädigt. Der Angeklagte bekannte sich gestern nicht schuldig. Cr könne durch seine Bücher 'beweisen, daß er nach Dlöglichkett Zahlungen leisteie. Di« Btrhandlung wird heute beendet. | WerbetAbouueuteufürdle I I „Wiener Morgeuzeituug"! stotvz Wie M.UAOIEROASS* Mr 7ÜLv^

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