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Wiener Morgenzeitung · 1924-11-12 · Heft 2060 (12.11.1924) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 2060 (12.11.1924)
Date
1924-11-12
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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DMA mm, VMfötigi SBfettef Morgenzeitung. 12. November 1924 Nr. 20CW Tagesbericht. Sine sensationelle Miniatmenanttion. Versteigerung bei Leo Schidlof. Dre gwße MmintuvelinuSstellung, die die Wiener t Cewfotiguins zur Förderung moderner Kunst jüngst in der j Mbertma veranstaltet hat, lenkte die Aufmerksamkeit 'der (Sammler wieder auf dieses interesfcmite Kunstgobiet. Die! Märiatuwen, die nächste Woche in Leo Schidlo fs Knust- Miktvonshains zur Versteigerung kommen, stellen eine Kallliokt-ion dar, wie sie außevha'W eines Museums überhaupt . noch nicht zu sehen war, und zwar nicht nur in bezug aus die Fülle, sondern auch hinsichtlich der Qualität. Künstler wie Fragonard, J'sabeh, Pensa, Pierre D. Hall, Augustin, Capet und Guerin sind als Gipfel der französischen klassischen Mim-itu rurale reif vertreten. Darrebew fallen einzelne ö st e r r e i ch i s ch e Aquarellpovtväts von Daffinger, Kriehuber, Peter und Enider ans. Auster Vieser Grrvppe gelangt eine GemÄldestmrlMmg aus dem Nachlaß des Abiwisner Malers Wilhelm Richter, eines Zeitgenossen Karl SchiMers, unv Oelbilider und Aquarelle ans Privat besitz zur Versteigerung, anschließend darum eine wertvolle P o r z e l l a n s a m ml-u n g, die erstklassige Altwiener Stücke und einzelne Meißener Raritäten enthalt. Nicht minder mteresiant ist eine Sammlung von Glas, Silber (zum Teil 15. Jahrhundert), Mobiliar und TextNen, darunter ein überaus wertvoller Gobelin, ein ansgospröchenes Museumsstück. Unter den Bildern findet man zahlreiche erMassige Namen, (wie Rnrdols Alt, Pettenöofen, Waldmüller, Vernet, Kriebu>bcr, Adjukiewicz, Agvioola, Marko, eine Studie von Lenbach, ein reizendes Aquarell von Peter Fendi und einige gute ältere Oesler- «icher, so daß 'dem Wiener Saanmlevgeist viel interessantes Material zu Gebote steht. Lar erste amerikanische Buch über die Nachkriegsereignisse. „Schutz vor dem Krieg." Im Verlage Mac Millian Company, New-Dork, sind soeben unter dem Titel „Security against war" zwei Bände von Iraners K e l l o r, der berühmten Autorin von „Experimental sociology", „Out of Work" und „Jmigraüon and future", erschienen. In exakter und kluger Weise werden hier die politischen NachkriegSereignisse geschildert. Besonderes Interesse widmet FranceS Kellor der Organisation deS Völkerbundes und zeigt in überaus verständlicher Art die Kompetenz deS Mechanismus an, der zur Erhaltung deS Friedens benützt werden sollte. Während sich die Autorin in den ersten drei Teilen ihres Werkes mit der genauen Darstellung der Friedensmaschinerie in Theorie und Praxis befaßt und deren Verhältnis zur Haager Organisation schildert, analysiert der vierte Teil die zahlreichen Vorschläge für die Friedenserhaltung und bespricht sämtliche Nachkrieg Svertrage bezüglich der Entwaffnung und gegenseitigen Hilfeleistung. DaS Buch ist für jeden, der sich über die politischen Ereignisse der letzten Jahre ein richtiges Bild schaffen will, ein ausgezeichneter Behelf und liefert sowohl dem Laien als auch dem Politiker eine Fülle authentischer Daten und Tatsachen. Die Autorin zeigt eine gute Kenntnis der europäischen Berhältnisie sowie auch der verschiedensten politischen Strömungen in den europäischen Ländern. Abschließend befaßt sich Frances Kellor mit den FriedensauSsichten in der Welt und glaubt, daß gerade die letzten Ereignisse betreffend die Reparationen und die Ruhrfrage den Wert des internationalen schiedsgerichtlichen Verfahrens gezeigt haben, und daß auf diesem Wege auch die friedliche BastS zur Verhütung von Kriegen zu suchen ist. Die Autorin wünscht, daß man das Schiedsgerichtsverfahren aus den hohen Stand vom Jahre 1907 bringt, und aus diese Weise die Grundlage für derstrtztz^m durch Respektierung internationaler Verträge ausbaut?^^ Das Buch ist das erste dieser Art von einem amerikanischen Autor in den letzten Jahren und zeigt deutlich das starke Jnteresie gewisier amerikanischer Kreise für die politischen Vorgänge in Europa und deren ernstes und wahres Bestreben in der Richtung der Verhütung zukünftiger Kriege. Dr. Salomon Wallach. ' Wien, 18. Noveimtber. * Das Wetter. Gestern stieg die Temperatur eim wenig. Die Voraussage meldet vorwi-egenld h e s s e r e s, kaltes Wetter mitt MorxpnueÄslin. * Der Streik und die Approvisionierung. In der Groß- Markthalle macht sich der Eifenbahnerstreik empfindlich fühlbar. : Gestern sind bloß drei Waggons auswärtige Fleischwaren °i;t*! gelangt. Die Zuschübe mittels Achse waren zwar wesentlich güivstrger, denn es fanden sich 400 Wagen mit verschiedenen Fleischgattungen ein, allein der Ausfall konnte nicht zur Gänze; Paralysiert werden. Im Großhandel sind die Preise daher Mitteilungen aus dem Publikum. Möbelfabrik J. Spira Feine ->- W. >11. SlüMNIWSE |—3 Wohnungseinrichtungen (Ecke Karl Schweighofergasse HOTELRESTAURANT - J. GUTH™ II. HOTLANDSTRASSE Nr. 14 ANERKANNT BESTE KÜCHE! zur Probe gebe ich Ihnen meinen Waschgpparat „Reformator", damit Sie sich zu Hause in aller Ruhe davon überzeugen können, ob er gut ist oder nicht. Wasche mit Luft ist die beste Wäschmetbode der Welt. Kommen Sie bitte morgen Donnerstag oder übermorgen Freitag zum letzten Probewaschen um '/*4 oder um 5 Uhr in das Restaurant ..zum Grünen Baum" in der Mariabilferstraße 56 und bringen Sie etwas Schmutzwäsche mit. Eintritt f r e Q a n z Europa Tee trinkt ' Missotzkp Moskau Gegr. 1849 Speiseservice LL« JEBEC&.UrV9 I. Wipplingerstrasse Nr. 18 weiter gestiegen. Auf dem N a f ch m a r k t macht sich der Streik noch nicht besonders fühlbar. Die Gemnseanliefevungen aus der Wiener Umgebuuig fielen günstig anS und außerdem verfügen die Händler über größere Vorräte., Die Butterzufuhren waren knapp ausreichend. * Uebersiedlung des Keren Kajemeth l'Jsrael. DaS Bureau amMrafc 'beüsits in den neuen Rauinen, 1. Bez., Karntnevstvaße 28, Tel. 77.485, 77.486. * Die Neuwahlen der Advokatenkammer. Die volvversanmnllung dsr Advokatenikaimmer in Wien hat au Stell« des verstorbenen Dr. Juilius Ofner Herrn Dr. Pauls Abel gu>m ersten Vizepräsidenten gowäM. Zum Zweiten Bizspräsildenten wurde Herr Dr. Siegfried Kantor, zum Präsidenten des Di-sziplsinarraiies an Stelle des verstorlbsnen Dr. Otto Schwalb Herr Dr. Mfred Bach und zum Anwaltsrichtivr beim Obersten Gerichtshöfe der frühere Kammerpräisidewt Dr. Julbius Pfeiffer verrufen. * Fünfzig Jahre Studentenheim. Für bas Siudenterchoim in der Porzella-n,gaste, das vor 50 Jahren gegründet wurde -und bisher bei 16.000 Äka>de>m'Aer beherbergt hat, wird am 80. d. ein Festaikt an «der Un-ivevsi'tät atmib eine Akademie im Sophienfaale vevanftalltet. *. Zweilirescheme Umtauschen! AmNch wird Veplcurvtlbart: Es wird in Evinmerung gclbracht, daß die im Umiauf lbefiud- 'Dbrf^en Zweilirefcheiue (Pa,pi>er>Mld) (Damit iwAM>iisch-ikönWche>in DeEvst vom 10. Septeimlber 1923, Nr. 1989, mit Ende Dezemlber dieses Jahres verfallen und daher bis dahin bei einer ltaii-miischen Stcrcrtskasse zum Umtausch lprästnierit werden, müssen. * Die Neuwahlen in die jüdische Kultusgemeinde. Aus der gestern veröffentlichten Liste der Gewählten ist richlisWstellen, daß Herr Dr. Ja>kob Deutsch der Union der österreichischen Inden und Herr Wbert Breuer der Aguidah angchören. * Dr. Heinrich-Steger-Feier. Eirve große Anzahl Kollieiaen nnd Freunde des Altmeisters der Wiener BerterdÜMMg, des Regieriuinigsriaies Dr. Heinrich Sieger, feierte am vergangenen Samstag abends im Hotel Imperial feinen 70. Gelbmtstaig. Der' Albend verlief sehr herzlich und ftiimmun,g§voll. * Ein Lebenszeichen von Seit! und Barga. Tos Sicherlhsitsibuveau wurde in Kenntmis ge'fetzt, daß der Hochstapler Georg Barg,a, der, wie berichtet, in Wim mit feinem Koll- Legen Sett-i verschiedene Gaunereien o la Mutz und -Matzka verübte, auch in Zürich ein Gastspiel aibsolviert und einen urngedeckten Scheck der Guavanth Trust Company of New-Norkk v'erausga'bt hat. * Der Leuchtbrunnen heute im Betrieb. Heute wich der Leuchtbrunnen von 6 bis 8 Uhr abends znm letzten Male in dieser Saison in Betrieb gefetzt. * Tödliche Unfälle. Am 10 d. stürzte der Gerüster Stephan Bobik vom dritten Stockwerk des GemeindÄaues in >der Rottstraße auf der Schmelz in die Tiefe und blich auf der Stelle tot liegen. — Im Hanse Buvggasse 8 ist gestern vormitlaas der Anftreichergebilfe A s ch c k beim Eingängen eines Fensters in die Tiefe gestürzt. Er stach noch vor Eintvefsetl der Retltungsgesell schaff. * Ermäßigung der jugoslawischen Visumgebnhr für Erholungsreisende auf 10 Dinar. Nach einer Mitteilung der Nepräfetttanz -des dalmat inischen FwrudenvechchrÄX' rbandes Dubrovmk (Raaufa) in Wien wurde die jttgoslawische Visum-' die RepräseN'taM, Wien, 1. Bez., Kärtnerstraße 58 (Eingang Mahlergasse 2, Wiener Rcifebureau). * „Die Jagd um die Welt" im Zirkus Hagenbeck. Zum ersten Male fett viellen Jahren werden die-Wiener Ge-lagenhert lha'beu, eine fewer großen Mancigepci>n't«nl.'-men zu 'büwmDern, wie sie vielen als eme der eiiudvnckvollsteu Eri'ininernnlaan aus -ihr-Lr Juigendzelt im Gedächtnis -fortloben. In dent twuen Manegelsstauistück „Die Jastd um die Walt" des ZiMS Hagenbeck, das M den wachsten Taigen erftmwDiig m Szene oeht, wird •hm Nahmen einer pompösen AMstaGung an Tekoralianen uud Kostümen eine parnze Anzahl 6efami!licr Wiener Bühtti.'lugchßen tät'iig sein. Drei Ballettikorps stehen umter der -Seii'inur! de?. So'lotLitzers der Slaatsoper Rudi Fr änzl. Für das AnSfia'inn-iswcfen wurde Ernst Berthold vom 'Bevlmcr StaalS henenr des Verfassers Svegsviicd V. L u tz. Vereine. Vorträge und BerfammlnnzLi?. Verein Tikwatb Jehnda, 8 Be».. Bennoplatz t. Heute, präzise Vg9 Uhr abends, Dr. I. K l a b e 11 .Wiener jüdische Jugend"; Marco G o l d i n, Klavier-Birtnose; Oberkantor Kerson Marguliesr Gesangsvorträge, am Klavier: Lina H o p e n k o. Anschließend Tanz. — Jung Juda Juaendbnnd. Heute. '/,7 Nbr abends, Heimabend der Knabengrnvve, 2. Bez., Große Schiffga^e 2. - Jüdische Tischaesellschaft Landstraße. Heute, V?0 Nbr abends, Cafe Lovrana, 3. Bez., Lowengasse 36, Vortrag Dottar Georg Weine" Radioprogramm für heute: 11 bis 1 Ubrr Matinee der Künstlerkapelle Silving. - -> grmnm nach Ausage.l — 4 Uhr 10 Min. bis 6Ußr: (viae Schubertiade der Künstlerkavelle Silving. — 8 Uhr: Festkonzert. 1. GesangSvorträqe r «.i Richard Wagner: Hallenarie ans „TannbäuserF b) Richard Wagner: Arie aus „Lohen^riu", o'l Puccini r Arie au? „Butterfly"; 2. Gesangsvortrage: n) Mozart: Ständchen aus «Don Juan" Vst Mozart: Arie des Figaro ans „FigaroS Hochzeit"; 3. Sedlak-Winkler-Quartett, 2. Viola: L. v. Beethoven: Quintett in 6-Dur; 4. Rezitationen: F-rdinand v. Saar: Wiener Elegien: 6. Gesangsvorträqe: a) Meyerbeer: Arie aus „Prophet", Vst Donizetti: Arie aus „La Favorita"; 6. Gesangsvortrage: Richard Wagner: a.) Ansprache de? Wcstfram, Vst Wotan« Abschied aus „Walküre". — Ab 10 Uhr: T - ni! (Kapelle Etsenprobst). Morgen Donnertag. Matinee der Künstlerkapelle Silving von 11 bis 1 Yv'r* Programm nach Ansage. — Ernst-heiterer Nachmittag der .Mnfu-'rkapelle Silvinq von 4 Uhr 10 Min. bis 5 Ubr. Mozart: Eosi fan tutte, Ouvertüre; Lehar: Walzer aus der Operette „Frasquitta"; TschatkowSky: Cbanson triste; N^artini-Burmester: Gavotte; Urbach: Smetanas Vermächtnis; Wevler: Morgenständchen; GesangSeinlage (Herr Silving); Jakobi: Potpourri aus der Operette „Sybtll"; Lanner: Romantiker-Walzer; Nalvb Erwin: Tie große Welt. „Die schöne Magelone" (ein deutsches Volksbu ltt, Von V,7 Uhr abends. Ouvertüre zu „Oberon"; „Soldateumarsch" aus GounodS „Margarete" lFaust). — Operetten- und Chansonabend. 8 Uhr abends. I.Vorträge der Kapelle Elleuprobst. 2. u'i Edmund EySler: Annerl-Walzer aus der Operette „Der unsterbliche Lump"; b) Gs, Kalmam Entreelted der Csardasfürstin ans der gleichnamiaen Operette; o) „Unter dem Lindenbaum". Johann Strauß: Gondellied aus der Operette „Eine Nacht in Vcnedia"; Franz Lehar: „Was ich längst erträumte" aus der Operette „Ter Göttergatte". 4. Edmund EySler: Mutterlied aus der Operette „SchützenlieSl"; Leo Fall: Entreelied des Scheichelroitber aus oer Operette „Der fibele Bauer". 6. Vortrag der Kapelle Cijen-- probst. 6. Wiener Lieder: a) Ta8 war am Glacis; v) 5iommt denn für uns nie wieder Sonnenschein? 7. Franz Lebar: „Das 18 a einfache Rechnung" aus der Operette „Der Rastelbiuder". 8. Vortrag der Kapelle Eisenprobst. 9 Millöcker: Poleulicd ans der Operette „Bettelstudent"' Meyer-Hellmuth: Dein gedacht. — 10. Ach nur ein einziges Mal; Himmelvater, das ist gut. 11. Vortrag der Kapelle Etsenprobst. Sie Lust im Dienste der Hausfrau. Im Restaurant „Mn yrünen Baum" in bcr Mariahi!'- fersiraße führte gestern Herr Eckert einem zahlreichen Publikum >den von chm erfundenen neuen Wafchapparcit vor, der nach dem Pri-nzip ,/Die Luft ist leichter als das Wasser" konstruiert ist. In ein mit Wäsche halbgefülltes Waschgefäß war ein mit Luft gefüllter trichterförmiger Apparat hin/mgeselttt. Diese Vorkchvung erzeugt einen starken Luflstrom, der auf die Wüsche derart wirkt, daß er den Schmutz durch die Poreu des Gewebes herauspreßt. Die Vorteile dieses Apparats, die der Ersinbor anschaulich demonstrierte, sind folgende: Beschleunigung des Wafchverfahrens um das Sechsfache d.'r Zeit, Anbei swsparnis und Schonung der Wäsche drirch Vermeiden von 9fumpd und Bürste. Anschaffungspreis 120.000 itnto 140.000 Kronen. Letztes Probewa scheu morgen und übermorgen Freitag um ha^Lb 4 und 5 llbr im Nestaiuvant „zum grünen Baum", 6. Bez., Mariahilferstraße 56. ‘ (Entgeltlich.) E R G O N A. G. DAS HAUS DER DAME FREITAG RESTETA Alle seit Eröffnung des Hauses an gesammelten vom Wolgsiofffan und Waschstoffen sowie ResJa von Weisswaren gelangen erstmalig diesen Freitag zum Verkauf NPLATZ1 Herabsetzung bis ein Drittel des Wertes KEJIeVBKlyiUr nur an Privatkunden Jeden Freitag Restetag ijwair>«liirrmwrr...iaiiii,.t.

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