Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 2060 (12.11.1924)
- Date
- 1924-11-12
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Wt. 2060 _Wk», Mittwoch Bühne und Kunst. Hagerbund. Graphische Ausstellung. Die Mitglieder des Hagenbundes halben sich, scheint es, im Süden RendenzvauS geigeben: in dem schönen Ragufa, daS einen Abstecher nach Venedig öder dem ältm Bosnien oder nach dem näheren Orient -gestattet. Meer und Fels, Schiff und Architektur fiitb gut« Freunde deS Stifts und der Wasserfarbe;, sie komnten dem Keinen Format entgegen, empfehlen sich' als dankbare Studien- ^bjeikte, und in der Zeit der wirtschaftlichen Not slplvlt die Nähe starker Motive und des billigen Ze-ichenpapiers keine unwestntsiche Rolle. Jim Uebrigen ist die Graphik ein Geibiet des flotten, Kuigreifenden Temperaments, und daran fehlt «S den Ausstellern wahvlich niicht. Es ist ein ziemlich hohe-, gut mro- PäilscheS Niveau zu konstatieren. Nirgendist der StA der Wiener MalLultur verletzt, starker Können erscheint mit Geschmack und sogar mit Kühnheit im Bunde. Das einzige, daS fehlt, sind die Käufer. Diese scheinen sich jetzt mehr für die tote Graphik Mappenwerke in LithoS, Schabblättern, Radierungen) einzufetzen, das heißt, sie zu sammeln. Was mir in besonderem Grade auffiel und den öfteren B-cfnch dieser Ausstellung lohnend machte, war die Ehrlichkeit in der Wiedergäbe deS Objekts auch dort, wo Neues ins Transzendental« hin-überzuftivgen drohte oder verhieß. Die Farbigkeit der Natur, die straffe Linie im Architektonischen, der Md-ausbau, ohne dem auch keine Zeichnung bestehen kann, ward verständnisvoll erfaßt und je nach Charakter, Erziehung. Anschauung und Ziel dokumentarisch medevgelogt. Anton Peschka, zwischen Schiele und LoA« stehend; Josef F l o ch, noch ringend um die Fovmmng, über stark bei gebändigtem Temperament in feinen zehn Palästinalithographien; (schr beachtenswert) Schwarz- Wald egg, sich gemischter Technik befleißigend; Seid old, groß schend, besonders in den Kreidezeichnungen; Evwi-n Lang, mit dramatisch bewegter Phantasie in seinen vortrefflichen Holzschnitten; Fritz Groß, von der Architektur zum Menschen strebend, ein Weg, der ihm klar Vovgezeichnet scheint; L. Go t t- Iieft, reif in seiner Hinterglasmalerei; Payer-Gartegen, mit der kubistischen Fornmlierung landschaftlicher Szenen glücklich beschäftigt; Kaspar Hauser, Breithut, E. Huber mit eigener Note; AlfonS Pu rischer, von hervorragender koloristischer Begabung; R evy, brillierend mit favbigen Monotypien; Röb. P h i l i p p i, als Mtzeichner solide; K a r S, zwischen Rcdin (Akt!) und Millet (Landschaft mit Baucrnmagd!) sichend; Mayer-Marton, August Roth. Salvendy und L. M. Graf, ihre Sicherheit im Erfassen der optischen Bildes neuerlich dokumentierend. Ueberrafcht war ich diesmal von Georg EhrlichS Arbeiten. Dieser junge Künstler hat den Wag von dm Tiefen des Gemüts zu einer reinen, linear, zu erfassenden Menschlichkeit befchritten; stme Fraueuköpfe dautm bei aller Melancholie einen Willen zur Wirklichkeit an, der eine Wandlung in der Seele des Schlüpfers verspricht. Wiktor Tischler zeigt sich in seiner Reinhardt-Mappe von einer neuen Seite: von der Seite des Physiognomikers und zielsicheren Zeichners, eine Feststelluug, zu der man bei Betrachtung seiner Delft Über nur schwer gelangen würde. Im Kolorit und in der Linie interessant die Pastellstudie, die bei aller „Modernität" vom Hauch klassischere Ruhe umspült wird. Favbenfreudig bis zur Ekstase die Aquarelle Oskar L a 8 k e s, der diesmal seine Realistik bis ins Allerletzte gesteigert hat; voller Glut und Sonne die Stücke aus dem Salgkaimmergut, was in dm kalten AusstellnngSränmen gewürdigt werden muß! Oskar Rosenfeld. ......" " «metidrtHum» TgMk-AktzMü ^'U,rlch.tn„ng! 16 Heliogravüren aus Japanpapier nach seinen besten Werken in elegantem Umschlag, Format B5—30 Zentimeter Preis für Oesterreich 180.000 Kronen, samt Porto 170 000 Kronen? Für das Ausland 3 Dollar inklusive Versand Zu beziehen durch das Sekretariat deS „Haruach", Wien, 9. Bezirk, Lazarettgasse Nr. 26 Telephon 28-0-43 Herdormsendes Geschenktem Aus den Thratern. B u r g t h e a t e r. Morgen. 7 Uhr, „G y g e » und s e i n R i u g". Freitag Uraufftibrung von Karl Sch önherrS Bükmeuiverk „Der Komödiant". Montag, 7 Ubr abends, „DerAlpeukönig und der Menschenfeind". Dienstag „Der K o m ö d i ci n t". Mittwoch „H e r o d e s und M a r i a m n e". A k a d e m t e t h e a t e r. Morgen. ll,B Ubr abends. „D i e Fahrt ins Blaue". Freitag, V28 Uhr abends, „M a m a N i c 0 l e". Montag „Garten d e r I u g e n d". S t a a t s 0 p e r. Heute „D e r R 0 f e n k a v a l i e r". Morgen „D r e B 0 h e m e". B 0 l k Z 0 p e r. Morgen „C a r m e n". Freitag „W a lk ü r e". DeutlchesVolkstheater. Morgen zu Schillers Geburtstag „M a r i a Stuart". R a i,n u n d - T n e a t e r. Heute, morgen und Freitag „Pension S ch ö l l e r". Samstag „F a m i I i e Schtme k". Theater in berJosefstadt. Lucy Kiesel- Hausens drei Tanzloireen, die Freitag, SamStag und Sonntag stattfiiilen. gebt morgen um 10 Uhr abends 0.ne Generalprobe für die Presse und geladene Gäste voraus. Johann Strauß-Theater. Morgen 80. Aufführung von ..Doll l)". K 0 mödienhauS (E x l - B ü h n e). Morgen Uraufführung von „Maria C h r i st^ von Franz Licht-, n e ck e r. Modernes Theater. Freitag. 10 Uhr'.abends, Premiere des Tendenzstück gegen Morphinismus und Kokainismus „Diagnose 16". i i i' K a m n> e r i p i e l e. Morgen Deutsche Uraufführung des dreiaktiaen Swanwiels „J a c fl u e l i n c" von Sascha © 11 i i r n, botif i von B''r<a Z u ck e r k a n d l Wiener Mor^enzektunA. VERSTEIGERUNG GEMÄLDE ERSTER HEISTER vorwiegend des 1§, Jahrhunderts Z AjdnkUwicz, A. Achenbach, C A^ricola, R. Alt, J. Bnndt. P. Brackeleer, J F. D'eltuann, M Daffinger, P. Fendi, H. J Fre»«nia», H. Gsde, Hldebrandt, f\ Hellemen«, A, Haiti Oger, G. van Haaneti, F. v. Deubach, J. Kriehuber, C. Marko, J. Koei, A. Pettenk><ten, J. Raffalt, J. Straßg-ehwandmer, A Scherreg, H. Veroet, F. G. Waldmttller KQnstlerlsctiur Nachlaß dos Altwtaner Malers Wilhelm richter Altwlennr Porsei ansamntluns« Glas, Silber nnd Vitrinengegenstände, Mobiliar, Teppiche, Tapieeerle Ausstellung 1 täglich bis in kl. Snnn^ax den 16. November Varsteigerung t Montag den 17. und Dienstag deu 18 Nov., ab 8 Ubr nacnm. MINIATURENSAMMLUNG WARNECK t Erstrangige Fransogen dea 18. nnd 18 Jahrhunderte 1 Anbry, Angnstin, Blarenberrh”, Bonrgeoi«, Boavier, Campens, Cape», Carrie-a, Gharlier. Deraoton, Dnbotjr, lluraont, Fravnnara, Gaerin, Hali. Isnbey, Labiile, Guiard, Moreau, Mognier, 0-, rerln, 1 ayoe, Ritt,Sicnrdi, V*r4ler<, tftliersetc. Ausstellung« täglich bis D-enstag den 18. November Versteigerung! Mitiwoch den 19 Nov., ab 8 Ubr, in LEO SCHtDLOF’S KUNSTAUKTIONSHAUS Wien, I., Tuchlauben Nr. B Telegramm. Ad erie2 Sebldanktton, Wien. Telephon;!7>8-05 n. 87-8-8!» •>;% -' ft. Keren Kast.meth l'Jsrael (Jüdischer Rattonalsonds). Damslcvg, präzis^ viernsl 8 Uhr fliiM im ffvost'it Fest« saafte des Hotel Donti-NLNtal eim MiscliLr Lioderafteinv sta>!t. Mi!wirken>oe: Der Meister des j.M/fch.'N BMslliadcs, Jalkaft Lehrmann aus War>scha>u» depzoit ObeMMor in PamS, und das Haftoah-Quartevt. Karren von 10.000 bis 60.000 K. sind zu haben beim Kartenlbuve-cM Aida, 2. Bap, Talborstraffe 5, in -der BlucllhandilunK R. Towir, 1. Roteui-uvm- 022, und in »msevam neuen Bureau', 1. Küvnmer- 28 (Teil. 77.485, 77.486). Ein erfreuliches Jubiläum. Houde findet 4m Großen MustkvewilnSMi das fünfzigste der vom Unterrichts- M'W.Iste'rilium Vvoanstaiiteten Ju^endkonzerile statt. Durch diese Jnistiftution wind der Wvener Juigend von bevufonen Jntierprot-en echte Kunst verm-ittM. DaS Progvamm des h?ntilgen NachmbtticugS (Beginn hcüllb 4 Uhr) wird von den Wiener PHIhMmoniijk-ern (WaiIners MoistevsinHer-Vorispvdl und B«t- Hovens Fünfte Symphonie) sowie von Herrn Klitsch vom Dem tschm Doitkstheater belstrrtten, der Grillparzers „An die Muisilk" retzitievt. Neue tschechische Musik. Der weltberühmte tschechische Violknviri'uose Jan K u b e l i k begnügt sich in letzter Zeit nichr mehr mit seinen Erfolgen als reprodustereuder Künstb'-r; er yat eine Anzahl von Violin'wnzcrten geschrieben, deren jüngstes, das sechste m H-Moll, durch ihn in Prag zur Uraufführung flc* bracht wurde. Der Erfolg war schr groß, galt a>ber mchr dem ausgezeichneten Technik.r als dem originellen Erfinder. — Der Altmeister der tschechischen Komponisten, Deos Janacek, erlebt jetzt endlich den Triumph seiner Kunst. Die tschechische Philharmonie veranstaltet einen Abend, der gam den Werken Janaoeks gewidmet ist. Es ^langen zur Aufführnuig d.s Meister- Orchesterballade „Des DorfgeiaerS Kind", ferner die symphonische Dichtung „Taras Bulba^, ein Chorwerk „Ewiges Evangelium" und eine Anzahl von Mannerchören. — Der bekannte Komponist Jos. B. Foerster hat eine szenische Musik zu Emile Verhaerens „Helena von Sparta" komponiert. De tschechische Erstaufführung der drautatischcn Dichtung findet nächste Woche im Weinberger Stadttheater statt. Serichtssaal. BetrugsanNage gegen einen Bpoiheter. Der im Jahre 1680 in Polten gobore-ne Apotheker Rapha>eil Lin Sit x stand gestern vor em-e>m SchöffenfEcrte. In der lFaporitemr Apot.heke auf denn Bürgorpftaitz fall er teills mimderwerliige, teils verdorbene HollmÄtol vevavroicht halben, die, aldigeselh'en von der Gelfahr einer Gelsuinldh-sitl'ichen Breintvächlii'Wnig, einett VermögenAfchalden in der Höhe von mehr ails fünlszchiu Millionien zur Fülige hatten. Als LmSker im Mäm 1922 den Botriüb der Apoihek« Äbermomimen hMe, häuften sich Beanftäindimgen, wie sie sonst in keiner Apo.hcife Wiens vorkamen. Am 28. Ssptemiber 1823 hat man bei einer ftelhördstchen Uelberprüfuing in der 'Apotheke die Bemrständungeni bestätigt gesunden. Bor Beginn des Verhöres ftvaintragte Verteidiger Doktor Plaschte8, die 'beiden DachvevstäuidiAut, Professoren Doktor Wassioki und Hofva>t Dr. W>eiß, ab zul e h nein, da sie a,uif Vorschlag des ÄiMigers Dr. Hoier destell" worden seien. Der Schöffenssniat faßt den Bcifchliuß, dem Awlvag der BerteiddguW reine Folge zu gelben. In dem Vechör, >daß -mm mit dsm Angeklagten fte,ginnt, erzählt dieser, daß er in Czernowitz Pharmazie studiert hafte und in den liebten Jahren wiederholt tivils als Eigentümer, tellls atls Provisor Avolhvkrn gsleitet halbe. — Vars.: Bekennen Sie sich allso der in der An!?DAischr:>ft erwähniten Doilkte schuldig? — Angekl.: Nein, in fcdvin Puin'kte unsch'uldig. Der 2inigeSlaade sagt doam: Weim «in Fremder, ein Mtösterreicher, wle ich, rvach Wien kanmrt, destcht die BorfchM, daß er ein Jahr praft.iltziert, -bevor er stllbständig tütig ist. Samt ich Mn Möhm hätte, daß mein Vorgänger amders gsaribeiitet!at als -ich es gcaooftnt war.mvd mich nicht noch ihm gerichtet lütte, wäre ich wwMch fchulldig geworden. Aber so sah ich, daß ein Unt-erschiad ist. Bors.: Sie haibrn a>ber schon nach vier Monaten sell>bstständig ^arbeitet. Es wäre dielleichl doch 'besser gewesen, wenn Sie ei» Jahr vrak-tiz-iert hälften. ES wird Ihnen vorgeworfur, 'daß Sie statt Äaiselin Pavaiffiu verwendet halben, üiid zwar miinderwertigeS Paralffixt. Angiskl.: DaS ist richtig. Ich hafte nmr in Galizien vraivtihiert, nutz dort war es Usus in sämwichen Apothriksn, daß nur daun ameriliandifches Vasoliin verwendet wurde, wenn es die Acryle ouZdrücklich voraaeschriciben Haiden. Nach Einvernahme sämtlicher Zeugen wurde die Verhandlung zum Zwecke der Vorladung des Sachverständigen Dr. T e u f e l s b e r ge r aus dem städtischen Ge-iundheitsamte sowie zweier Magister der Pharmazie bis Tienscag früh unterbrochen. Pi« Rache des abgewiesenen Freiers. Leopold setzte es sich tri ften Kops, daß ihn die Käthe heiraten müsst. Er machte ihr ein?!'. Heiratsantrag mtft sprach mit ihr.m Va'-er. Zuerst 12. Nod-omder 1924 Seit« 8 lachte man ihn aus, dann wurde inan grob mit ihm. Nachdem er mit seiner Braiitwerftiing durchgefallen war, saun er auf Rache. Sie brstand darin, daü er an Vater und Tochl-er, insbesondere an die Tocl)ier, offene Karten höchst beleidigenden unflätigm Inhaltes schrieb. Es kam zur Ehrenfteleiidiaunasklage 'seitens der Beleid.^en und Leopold wurde vor zwei bis drei Äkonatcn vom Bezirksgericht zu einer Woche Arrest verurteilt, geaen welches Urteil er berufen bar. Die Betufungsverhandlung hat noch nicht stattpstund-cn, aber Leopold Ätayer hat die Zwischenzeit fleißig benützt, um die Korrefponden« mit den Klägern, die freilich nur einseitig war, weiterzufüyren. Abermals erhob Käthe die Ehrenfteteidigungsklage, über welche gestern vor dem gleichen Gerichte und demselben Richter die Verhandlung stattgefuuden hat. Ans die Frage des Richters, ob er der Schreiber der Karten fei, antwortete der Beschuldigte mit „ja". — Richter: Wie können Sie denn Karten derartigen Inhaltes schreiben? — Angekl.: Ter Mensch muß doch seine Revanche haften. — Richter: Was haften Ihnen denn die Leute getan? Als abgewiesener Braul'wevber durften Sie doch Ihrem Zorn nicht in dieser Weise Ausdruck geben. — Angekl.: Er hat sich gegen mich auch nicht vernünftig benommen; man hat mich verhöhnt, beleidigt, mißachtet. — Richter: Sind Sie erblich belastet? Waren Ihre Großeltern, Ihre Eltern geistig gesund? — Angekl.: Alle waren sie gesund. Ich bin es auch. — Nach längerer Verhandlung oer.ic. teilt« der Richter den Bechfnldigten zu einem Rlonat Arrest. Als erschwerend mußte die (trotz der ersten Derurboilung) fortgesetzte Handlungsweise anHenonlnten werden. Volkswirt. Szymon v. Krau«; und die Britlsch-dsfterreichWe Bank. Di« Britisch->Oc'sterröich'sch'e Bank ist eine Tochtergesellscha-ft der Britisch-Um^arischen Bank, die vor kurzem mit der Bn'dapcher Lstyd'bawk fusioniert wurde und unter der Leitu.ng des bekannten Budapesier Finanggnannes Szymcm v. Kransg stcht. Kraiusz, der ein bekannter Lebemann ist nnd sich extravagante Ausgaben lr-istet, welche mit den Ver-diewstverhältniissen in Bn^dapest in keinem Verhältnis stehm — so >hat ihn feine letzte Bergnügungsreife nach Llmerika zirka 14 Milliarden gekostet —, ist m seinen Miitwln etwas knapper geworden.^ Diesen Umstand beka>men nun-mchr anch die mit ihm -liierten Institute empfindlich zu spüren und trachten natürlich, AnlahnuM an andere liqui-deve Faktoren M suck-sn. Dr -die Bvitisch- Oesterreichische Bank eben'salls -dadurch tang/iert wurde, hat sie schon vor einiger Zeit VerhandlungLn mit dom Kompaß wegen eines engeren finanziellen ZufammüngohenS anoebahnl. Doch sind dich bis nun zu kc-inom Resultat gediehen. Die österreichische Regierung, die bekanntlich alle Fustonierulngs-bestvebungen begrüßt, ftezeigit lebhaftes Interesse an den dieKbeAÜFkchsn Projekten. Sie ASsatzMie im Groß« und Kleinhandel. Im Hevbft 1928 fetzt« eine AbMrist im Großh a n d e l ein, welche nach und nach sämÄche Mcischälslszweiiige mit Ausnahme oimger weniiger Brcm-chen, die mit Speziall- «.DMigntssen öftsrrsichif'cher Gewerbe EsporchandÄ bevvsiiben, evfaßde. Mt Beginn des Jahres 1984 machten sich bereits ldeuiliche Zeichen auch im Kleitchandel sichtbar, welche weisentviche ÄerschärfwuigM eüfchren, ails lim Zufa-mmemhoitig mit der -ustm'mvnigeibrvchen'LU FvankeuifpelVuilatvon und der Börsenderouite weitere Kreise der BovMerunig, die sich bis dahin jeden dsnkbalven Luxus und jede Ausgabe chne Nochdenitsn leisten konnftm, gez-wtmg-vn waren, vorerst ihr Etat «>in>er strenigan Zenis-ur zu unverzichen und im späteren VevlMfe all« nicht umibÄ>MAt notwendigem Ausgaben zu stroi-chon. Eme Logische Folge der gerdngevsn KalpitailSkvaift war überall di« Reduikdian der Region, das heißt Mbau der überslüsiiigen oder zumindeft Überflüssig fcheiwenden Arbeiter und Angöstellten, welche mmmehr, da e>ine neue Existenz nur in den feltonsten Fällen aufgeibant werdm kann, Hchwamgen Mtrden^ sich als Konsumenten mit Ausuahm« der wichtigsten Nahm-ngs-nMöl von Mbst c»us'Msch!ließsn. Doch auch die in dem Betricib Verblielbenen mußten Reftringierungen ihrer Einnahmen durch Entfall der Ueiberstunden und jonftigon Gruvifikaltionen über sich «rachen lasten und dabei noch froh f-ein, daß sie ülbechaupt chve Gtellungm bsibchatbken tonnten. Wenn wir allst reis-umieren, daß ein Teil der Kundschaft der Lu xuAgefchäiste entweder du-rch V erl-ttst ihres Vermöge ns ■wtfo ihrer GMguellen wegfällt, ein anderer Teil wieder dadurch, daß die wirtschafül-ichen Verhältnisse sich geändert ha'ben, zum Sparen veranlaßt ist, die Fremden durch die verschi-edenen unwahren Gerücht«, weich« in ansländifchen Blättern im ZusammeuhMg mit -den B'L.EenMisnmmeNbrüchen verbreitet waren, audbleiben, die stnft'ge BevMcntmg durch deu gewaltige dl!bban, R-oswingievunig der Whn-e und Gehälter, respektive Ni-cht» a-npasstn am d-ie neu« Tottern-ngs-welle, welche 4m Herbsteingeisetzt hat, seltbst beim Einka-uf der kleinsten Kleiwigksit spars-am Vorgehen müssen, ist es begreiflich, daß der T-etaliühaudel über doMonvinene Absttzstocku-n>g klagt und in jeder Hinsicht bentüht ist, nach Kräften den drcherd-en Zuipmimenbru-ch hintanzuhail'trn. Bedenken wir ün Austmmetchang damit, daß der Großhandel hauplsächlich die Versorgungsquelle für den Kleinhandel ist und nur zum kleineren Teil für den Exporthand-et m Betracht kämmt, daß ferner i-n .den Nachfolgestaaten — wohin ja sich dieser Export bewegt — ebenfalls ungesunde Wirtschafts- Verhältnisse vorherrschen, st ist schon im Zusamntenhang mit den eingautgs erwähnten Gründen zur Genüg« dargetan, warum di« Verhältnisse im Großhandel derartige Symptome ausiveisen. Ein Großteil der Nogien in der Erzeugung und im Großhandel entfällt heute auf die Bankzinfen und Bankspefeu, die, falls hier ein Modus geicks-affen würde, dies« zu derbilligett, den Angöstellten und st der Wirtschaft zunutze werden könnten. Der einzelne kommt heut« für das Auslandskapitall als solventer Schuldner selbst dann meist nicht in Betracht, meint er ein« Realität als Garantie geben könnte. Tie Gemeinde Wien weist