Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1924-11-06 · Heft 2054 (6.11.1924) · p. Seite 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 2054 (6.11.1924)
Date
1924-11-06
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
79% known words query
IRI
…/2979076-2980834-2981137--21007-3008284
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

£eit< 4 Men, Donnerstag 4 Wiener Morfterrzettimg. v. llkoveinber 1924 Nr. 2054 dank««, daß sie den M-ut hatten» daS.Koin« p x o 01t i einzugchen. Nodner iiüjL tedamn ü-bcvLUs scha-rst Kritik an der MLnanntsn Beveimgmtq .f-ür |o-patfc Ar-belt in der KMnK^omeln'de. Die ^Ewlstehuatfl dIAer Partei sei «mf di-e txte-erische TÄigteit eines tlei-ilen Bruchteiles von Gem-eiüdeanstestLllten zurückzusi'chren. Das Gros der Gemeinde« üca mte>u ha>de ei ne Un terla ssn n gss ünde beiiaiißcn, weil eg so laitpc Zei t «das «unwürdige Treiben-jenes Klüngels duldete. Wenn cs, teir nciren Partei gelingt, in größerer Zahl in die Ge-mvi-ndostn-be rx gelangen, dann ist die Wiener israelitische Kult n s g c m c l n fo c unter g rabe u. ' Der Nedner weist sachlich nach, daß das Program>m dtesor Gruppe l-ras je Unkenntnis der 21 fl e it b e n an^eigt, nicht zu sprechen von absich.'tlichen Veudrehnngni -und EntstelluniMN. sjLebhaste Zultimnuing.) Das Mitglied der zionüstischen Lain-deSIeitung, Harr D-'.ote Neben\ahl, betonte, daß die Zionisten ohne ein Opfer an U e b« rz e n g >1 r> g in dos Kompromiß e i n g e t r e 1 e n sind. Nach wie v 0 r w 0 >l-l e n wir ans der K u l t n s p e m e i n d c v 2 r st e l) n n g ein wahres jüdisches Voilks-Hnns, ein Bet Ha am machen Das allgemeine gleiche Wahlrecht konnten die Zionisten, die tbloß über 13 von 38 Mandaten versüßten, in der vorflossanrn Berwa-Änngs« Periode nicht durchsetzen. Wer die duvchgefi'chrte Wahlrefor-in, die mit unseren Stinvmen anWmm-nlen wurde, ist «drch cm un- Mtheursr Fort-schrAt. einziger stvner.Mlen>dLr Ostiwde. der nicht österreichischer Staatsbürger ist, hätte ohne diese Wrchlnesor.in dem diesmÄ-Mn Wahlgang mi!tst>im>m,rtt -dürfen. n-nd wahrend früher von 30.006 Steuerzahlern bloß 13.000 stimmberechtigt waren, sind jetzt von 50.006 Steuerzahlern 40.000 wahlberechtigt. Wenn auch infolge der Inflation und des -materiellen Zusainvmenlmnches der Gemeinde großzLst'ge soziale Fürsorge, wie wir sie Pvograiinmmäßig fordern, Wicht durchgefichtz! war, ist cs doch oi>n blutender Fortschritt, daß mehr als ZV Prozent der gssamten Em- -kmnfte dar Gemeinde für Zwecke dar so-zialen Jür-sorge verwendet wurden. M-tzner bchomdelt unter anderem ccuch die Spitalsfrage und wirft den Kvitikern von der Vereini-gunq für soziale Arbeit im der Kul>tusgememde vor, daß sie jetzt a-nf angöbliche Mißstände Hinwegen, die jahrelang >bcstchen sollen, aber diese ganzen Jahre hindurch von den behaupteten Mißständen nichts erwähnten und gegensäe nicht« nitraten. Ei-n großer Fortschritt in Äesem Wahlllampfe -ist die Einigung der Majorität auf das Programm der L'-eilnahme am Aufbau des jüdischen Palästina. Wir» welche die Erneuerung des Judentums jüdidischLr Arbeit in Erez Israel zu danken haben, find die ersten, welche anstreben müssen, daß in die Gemeindestube auch Arbeiter einziehen. Aber wir meinen, es können nur jene Arbeiter sein, weiche sich auf den Boden des positiven jüdischen Volkstums stellen. (Stürmischer Beifall.) Der Präsident des Zionistischen La-ndcskonntees, Kandidat Obeobaurat Stricker, führte in einer groß angelegten Rede. die sich mit den Gruppen der Gegner besaßt«, nttter anderem ans: Warum nennt sich die Gruppe unzufriedener Beamter nicht Wcchlvewinigmifl ,Fnr sozialdemokratische Interessen in der jüdischen Kultusgemeinde"? Diese Bezeichnung würde dm tatsächlichen Intentionen entsprechen. Aber dazu gibt die große Partei, die in diesem Falle der Drahtzieher ist, nicht die Erlaubnis. Die neuen Gegner, plötzlich ■anaf den P-Lcm -getreten und -in der indrschen Gasse biswun unbekannt, wagen unter andersm die Behauptung, wir hätten in der Kuldusgemeinde das „rvaLtionärste Wahlrecht Europas". Wer bedenkt, dag jeder Jude das Wahlrecht besitzt, der den Bettel von 6000 K. jährlich zahlt und das 31. Lebensjahr überschritten hat. wird erkennen, wie verlogen und demagogisch diese Behauptung ist. Nicht anders verhalt es stcb nm dmr Vorwurf, es herrsche in der Kirliusgemeindeverwaltung ein ,-Plutokratischss System". 70 Prozent der SteuereiugängE werden von 3000 Steuerzahlern getragen, der Rest von 30 Prozent ist auf 47.000 Steuerzahler verteilt. Daß am Stenerrnaxmmm besieht, ist auf di« Gesetze des Staates zurückzuführen und van uns aus eigener Kraft nicht m beheben. 2lns dem nämlichen Grunde kann ein passives Wahlrecht für Auslmüer nicht statuiert werden. 'Kandidat Dr. Isidor K lab er führte' in seiner bemerkenswerten Rede aus, daß die wichtigste Frage «die der E rziehung unserer Jugend s«i und daß er sich diesem Problem widmen werde, wenn ihm die Wählerschaft chp Verir<me« schenke. Als geistiger 2lrbeiter wurde er von der zionistischen Partei mit dieser Anfgoibe bedacht, als sie ihn in die Kürrididatenlrste oufnahm. Es genüge nicht, sich um die Ausbildung neuer tauglicher Lehrkräfte zu kümmern, cs sei auch erforderlich, ihre Exrstenzbedingunsten zu sichern. Nach einer temperamentvollen Ansprache Direktor Boxenbaums schloß der Vorsitzende, Herr Jof-ef Breun e r. die Bersammluug mit dom Hinweis, daß nur bei Wahlbeteiligung aller der Sieg sicher sei, da das Proportional« -Wahlrecht den kleineren Gruppcm bei niedriger Wcchlzahl große Vor teil r bringe. Die Lebensmittelmiirtte. Kartoffelwucher und Fleisch aus Polen. KartsMu sind in den letzten Wochen riesig im PreSse güsnegen. Die Kartoffelernte war im allgoineinen gut. Nahezu brr gesamte Bedarf wird aus dom Jnlande gedeckt, trotzdem treiben die Produzenten die Preise unaufhörlich in die >'-vhe. Von anfangs bis Ende Oktoiber dieses Jahres sind die am häufigsten verweirdeten gelben Kartoffeln vott 1700 auf l'-00 K. im Großhandel, be;w. von 2000 auf 2400 bis 2500 K. im Kieinhande! gestiegen. Auch mit Kipsterkartoffeln wird sroßer Wucher getrieben. Sie kosten im Kleinhandol bereits :'-D0 K. Bor kurzer Zeit wurde die Einfuhrbewilligung für Fleisch a n s Polen im Einvernehmen zwischen dem öster- ',-ich i.ü.en und dem polnischen Staat erteilt. Gestern sind nun ve ersten Fleisch,enduug.cn aus Polen eingetvoftfen. Das Misch ra: den Transport gut vertragen und ist tat gutem Zustande angcl'?'.i'.meir. Die angekornmenen zwei Waggons stellen den ersten Teil einer größeren Seirdung von Kalb- und Rindfleisch dar, daß jetzt regelmäßig wieder aus Polen aus den Wiener Markt -oi!’.iucu wird. Wien, 6. Novembsr. * Die Einwohnerzahl Wiens. Die letzte Nummer der „B.stträg: 411* S:,cnst'tif der Sia-tzt W.ien" gibt Daterc über die BcvöiltcM^L'bewLAm^ im Monat Juli. Darnach ha't-r Wien am 31. Juli 1,857.300 Einwohner, nun 273 mehr als im Juni. * Das Weiter. Das kühle -rmd trübe Wetter hic-kt auch A'-ster-n an. Die -DorauLjage kündigt la-ngfame Besserung an. * Sturz h/n der Straßenbahn. An der Ecke per Währingersrraße und Kvlingasst stürzte gsstorn -vovnrittegs die Söjähüge »««*»,»»*«***»»»»*»*»*»*«**»*»» I. OPERN RBNO 3 KLEIDER . KOSTÜME ♦ MÄNTEL ELEGANT «2 SOLBP Beanuliin Fra-n-zlAka Przha-l von cchem fchrenben Straßcnbelhnzug der Linie 41 und er! ölt einen Bruch des Scl)cidelgrnn-dcs. Die Nett-mrgsgcfrllscha-ft brachte sic in die Unfallstation. * Todesstur, einer Greisin über die Bodenstiege. Dw 7Sj«hr-:ge Marie Whbnrny wollte gestern nachnrittogS *init W-ohnstarb im >Svi«bas. * Leuchtgasvergiftnng. Die 81jährige Hausgehilfin Berta Posch wurde gestern ua.st.s »in der m-it Leuch!,gas cviullien Küche bewußtlos aufgesuudrn. Sie hat aus VorigeBich-kcit den Gashchn ofstn gelassen. Die Relruwgsgcsells'chaift hvachte sie ins Spital. * Aufsindung eine- Vermißten. Der knapp nach feiner -Rückkehr von dar Hochzeitsreise verschw-n-ndene Bankdisponient Gustav E-isner hat sich gemeldet-. Es hat sich hevcrnsgchellt, daß Eisn-er ei-n Spital ausgesucht hat mb infolge feines Zustandes niicht in der Lage -war, feilte Angehörigen von dem Ereign-is zu verständigen, * Die Lebensmüden. Der 63jährsge prnsionterto Straßen« aribeiter Ignatz Brunner hat sich 'gestern na-chtS in sm-ncr versperrten Mehnung <jrtt Türist-ock -echän-gü und wurde früh tot aufgefund-en. Die Todesursache der Tat ist un-bekannt. — Um 8. ö., früh um 8 Uhr, fa-nd der HilfsaMirer Alois W a l l n c r nächst dem OsbbaihndLMM u-nterhÄb de» Eisenbahnbrücke eine Frau auf, die sich mit Lysol vergiftet ha-' le. Sie war schon tot Und wurde als die seit dem 1. d. vermißte 41-jähricte KaEnc Neuhuber srkanck. Nach Mitteil.mVsn ihres Gatten, des Schiffsinspektors Dr. Joseis Nonhuber, war die Fra,t soit Jahren melainchÄtisch und nervenkrauk und dürste dnr Selibstmord in einem Anfall von Sinnesvorw irrung verübt haben. — Der 59jährilge Sichechsitswachmspoktor L P. Fron, F. schoß gestern mititegs in seiner Wohnung ivegon eines Leid'"s ans einem Revolver an und verletzte sich schwer — Die 19jährige Hcmsgshilf.in Marie T. sprang gestern na.chmitta.gs nach emsm Streite mit ihre Taute und Dronstgckerin vom zweiten Stock des Wichnhauses' Wiedealeir Hou.plstraße 52 in die Diese. Die RettunKgesellschaft brachte die Verletzte ins Spital. — Der 20jährige Schlossergehilst Karl K. versuchte sich getstern nachmidtaas. durch Genuß von Potmi-euu: zu röten und wurde von der RottunAsgesellschakt ins Spital gebracht. — Der 23jährige Agent Julius H. nahm gestern nachts auf der Mariahilfer Kreuzung Lysol und stürzte bÄviißÄos zusammen. Die RetmngSgeselljchaft brachte ihn in das Spital. Dom Keller in. die Waschküche. Gestern -nachts drangen unbekannte Täter vom Haus-kaua-l aus durch >den Keller in dir Waschküche des Hcrufes,' 16. Bez., Meti§el>flasse 8, und staiyten Kleldeir und Wäsche im Werte von acht Millionen Kronen. * Bahnhofruudverkehr. In der Nacht von Donnerstag den 6. d. zmn Freitag den 7. d. und Fre-iitag iteit 7. d. zum Samstag äfen 8. d. werden die Züge der Bahachoft,mMinie von der AnvaliD-rnstraße über die Wollzeile, StiubeilMng, Asipörnbrücke, Praterstraße zum Pra-tvrltern geführt. Die Abilenkung findet nach beidemFahrtrichtungen statt. * Urkundenfälscher. Der Läjcthrige ümigarische Müchtlöng Ladiisl-aus Eros und der Lbjähvige HandülsaugestÄlte Pa-m Herzog wuvdnn am 3. d. Vau Krimmüillbeamten vechaftet. Erdös hat dem Herzog M Erlangung eines Usberstevifums ein falsche- Sittenzeugnis ausgestellt, ' -bei dessen Anfertigung Herzog selbst zugegen war. Trotz des Geständnisses Herzogs Leugnete Ewös hartnäckig. Bei Erdös wurden auch vovschiodene Fälfchsvutensilten beschlagnahmt. * ©it neuer Trick. Die Polizei fucht seit einigen Tagen den 36jährigen Otto Radi e, der mit einem neuen Drick zahlreichen Firmen Schreibmaschinen herciuÄMllockt hat. Er kommt erst in ivaend »in beliebiges Geschäft, stellt sich als Herr Pölz vor und bittet den Chef oder die Angeftellbrn, die in dem Geschäfte bestellte Gchreilbmafchme besichtvg-n zu dürfen, -da or selbst noch -nicht über sein eigenes Camptoir verfüge. Dann ruft der Mann «irgend eine Schveibmafchineujimna teAphonisch auf «und bestellt eine oder, moyrere Schreibmoischinen zur Ansicht, Mir Prüfung und allfälli^em Kauf in das oetve-sfen'de Geschäft. Kommt dann der Abgei-andte der Dchroi.bm.afchineufir.ua, .so tut der Gauner so, Äs ob er dar Inhaber des Geschä-stes wäre, inimmt die Schreibmaschine entgegrn und ersricht schließlick den Bote«, die Maschine nur für gang kurze Zeit -dazulassen, dam-it er.sie feinem Bruder oder jemer Schivester zeigen könne. Wenn sich dann der in Vertrauen gewiegte Bote entfernt, holt der Betrüger ein Autornobtt und' führt »roter itr-fimb einem Vorwände auf Nimmerwiedevsehen die Schveilbmaschine strrt. Zuletzt hat der Betrüger in dieser Woche auf solche Art drei SchoeliibniaWnen auf emmat entlockt. * Option nach dem Friedensvertrag von Lausanne. Da dsr Frieden-Svevtrafl von Lausanne «nunmiehr in Kraft ist, bröngt die turkWe Regierung zur Kenntwi-s, daß die Bewohner der von der Türkei abgetron-nteu Geibtet-e imrechaW zwei Jahren zugunsten der türkischen Staatsbürgerschaft optieren rönnen. „ Große Bücherlotterie. Die Ovgau-isation der Wiener Presse veranst-altet ihre drttte B-ücherlotterie. Die .Zahl der Treffer wurde erheblich vermehrt, dst Gewiirstaussichten der Losbesttzor sind damit neuerdings besser geworden. Ein Los foföet nur 8000 K. Ter Gesamtwert -der 6067 Treffer -bo'rügt 123 Millionen. Der erfte Treffer im Werte von 2g Mi-ll-ioum Krmien kan» nach vor-Mchrie-benm Abziiigen in ba-renr Gel-de aius-bezahlt werden. Lose werden de.mnächst fu dm ZeitungSvevschteißstellen (Trafiken) ^-um Kaute aufl>ie§en, können aber jetzt schon von der Kanzler der Lotterie, 1. Böz., El-ifabvthstraße 9, -bezogen werden. * Elfte österreichische Klassenlotterte. Bei der gestern abgehaltenen Ziebung des 12. Tages der V. Klasse gewannen: je « MMonen Kronen das Los Nr. 65.691; je 5 Millionen Kronen die Lose Nr. 48.763 und 77.077: je 3 Millionen Kronen die Lose Nr. 67, 18.401, 64.348, 84.602 68.664. 76.298, 81.691, 84.348, 87.095 und 62.801; je 2 Millionen Kronen die Lose Nr. 1581. 4348. 21.786, 21.114, 33.765, 45.114; 64.298, 77758, 93.401 und 96.740; außerdem wurden 1977 Gewinne zwischen 1 Million und 500.000 Kronen ausgelost. * Zirkus Hagenbeck. Da-s Noveinbevprogramm -steht durchaus auf der Höhe. Die Sanbeivtevt der Vovfi'chrungen wocht der mn-sichiiilgLn Rogio alle Ehre. Die Dressuvqlkte haben bereits ihr St-ammpu'bli'ku.m gewonnen, das allabendlich die bunte Galevte der Pfevde, Kamele, Bären -und Tiger mit verst-änidni-svoller Svm-pathie begrüßt und jclve nen-e Nuance befriedigt zur Kenntnis nimmt.^Neu sind d-ie olymp-sichan Kraft- Pbcven -der zwei Svdats und -die Predii-kti-cmen der Dstlsi-kclowns Price, an denen jedoch -der etwas pvonomoierte Hackenkr-nlz- Hauchgout zu bemängeln ist. Die Kiarl'latnr einer alten jüdischen Frau möge Mvichen werden! Sehr y.i Hoben find die vier Radsthrer der - Äuromtruppe, an deren Exekutronen die str-umnswerte Präzision auffällt. , . . * Tanzinstitut Hermann Broun, 14. Be;., Neindorfgasse 42. (Entgeltlich.) Vereine, imtriifie und Bersammsungev. Akademis ch e r F r i e d e n S b n n d. Morgen, 7 Nhr, Vortrag des HofrateS Dr. Friedrick Hertz über „Dia Theorien über den Nationalcharakter" im Hörsaale 83 der/Universität. — Jüdisch er Turnerin FünfhauS. Sonntag, 6 l'.hr, im Vereinshause, 15. Vez, Herklotzgasse 21, 1. Stock, UnterhaltnngSaüend mit anschließendem - Tanz. Gästewillkommen. — H e ch « I it *, Oioßauerkaserne, 9. Aez.. Türkenstraße 24. Heute, l/a8 Uhr (ohne Wartezeitt: 64. Winter; Ko>»- sttuktitr-kollektivisttscher?infban in anderen Ländern. q- Nadjo^rogramm für heute: 9 Mir früh: Marktberichte. — 1t bis 1 Ul,r- Matinee der KüiMerkavelle Silving. (Programm nach Ansage.) — >/,4 Ulir r Schlußknrse der Wiener Börte. — 4 Uhr. 10 Min. bis 5 Uhr: Ernst-heilerer Nachmittag der Künstlerkapelle Siloing. Snvv^r Leichte Kavallerie, Lnvertüre; Strauß Josef: RndolsSttänqe. Walzer; Jcftel: Flieder und JaSmin: Verdi: Phantasie über „Othello"; Chouverin: Chanson Louiß ^CUI. von Pavane. —- Vir 6 Uhr: Fräulein Dora Miklosich erzählt den Kindern Märchen. Als Musikeinlagen Vorträge des jugendlichen Pianiften Adolf Baller (18 Jahre). — 8 Uhr: Koinertabend des l. LOiener F-ranenanaitetts: 1. Vorträge des I. Wiener FrauenauartettS; R. Schumann: a) Jäger Wohlgemutst b) Bleicherin Nacktlied, c) Wassernrann; 2. Violinvortraq: Mozart, zwet Sätze auö dem Konzert D-Dur; 3. Ouartettvorträger I. BrahmS: a.) Minne» lied, b) Barcarole, c) Müllerin; 4. Biollnvortrag 5. Ouartettvorträge: R. Schumann: ») Soldatenbränt, b) Waldmädchen, c) Tambourinschlägerin: 6. Violinvortrag: Beethoven, Romaize; 7. Quartettvorträge: .Schubert: a) Gott in der Natur» d) 23. Psalm, c) Gesang der Genien aus der „Zanberharfe". , k. 8Ol-lQ1"rLdikridl0 5 il TEL 17 4-25 HEUTE: Sascha-Gros sfilm Ae SüavenKnigin nach dem Roman von Rider Haggard mit Maria Corda, Adelqui Miliar, Hans Marr, Oskar Beregi. „Die Ankunft des Z. R. III in Amerika“ und das übrige Schlagerprogram ni Besinn : '/.v. l/J, ll<9 Aühne und Kunst. Konzrrte. Wie zuan Kr-iegführen gehört auch zuim Bevauft-aiii^n großer K-oWerte „Geld, ltrth noch einmal Geld". Tie merste-n Chorn-nd OrchÄstevkvnzerte -dieser Spielzeit leiden -darunter, Stoft ihnen bas Geld für -die Pvoiben nicht in cm'Aveichoüdew Maße zur'Verfnguing steht: SsW,>da's von Grn.no Walter imäi-GläMakeit nn-d Jnir'gM zelebrierte „deutsche Req-wien^ v-rm Brahms erimamgelte des vollen Glanzes und in dem von Paul v. Klenau geleiteten Berli-o-zs-chrn Nequiem, welches -in feiner 'hohlen Dheatralik löedeteklich verblaßt ist, vermißte man erst recht die unantbehrl-iche Pro-benarboit. Der deutsche Kapellmeüster Dr. Rttdolf Siegel, der -mehr Talent tvls Genre besitzt, brachte zwei Novitäten: Eine „Muisilk für Orchester" des zu früh Vevstovbenen RM Stephan, die voll Stu-vin rmd Drang von Wagner und der Roma nt ck weg in musikalisches Neuland strebt, und cim ,Mantaistische Nachtmusik von Ernst Toch, mehr üibevliaden. als phantastisch, ein philisterihast unruhiger Ä!n>?sttraum von -der nti-ttevnächtigen Tristan-Landschaft. Mit s'chönmr Erfolg setzt Leopold R ei chw ein die Massiger- und- Romantikerabende der Gesellschaft -der Mn-stkfvouinde fort. Auch sein Bach-Mlintatenaibend.-mit den bewährten Solisten M e rz- Tunner, Rutschcka, Gallos und Mauowarda bestätigte die Routine und Begeisterung, mit der der stets ausüvsndlg dirigierend« Kapellmeister am Werke ist. .Haus KnaPPeri'sbusch verlegte in den zweiten Symiphonten von Beethoven und Brahms -das Schwergewicht in die Ecks-atze, die er machtvoll zu steigern verstand, wogegen die Adagios der volleu Gcfühlswävrne entbchren omtßten. Adolf Busch bringt stets die gleiche Kouzertserie: Orchefterkonzert, Sonatena-bend mit dem fanatischen Musikanten Rudclif S e r k i n, am Flügel und° schließlich QuMtettabende, alles mit vovwteg-e-nid Aassischein Programm. Beechcvens V-i-o'l'iitiko>n-z>ert spielte er Witz selbst« verständlich -mit technäs-cher und geistiger V-Mommenheit. Es fand freilich ein erschöpftes Pnbliknm vor, da es aus das N-egersche Konzert folgte, dess-elt barocke B-ieöstimutiqkei-t den Gesang der Solooeige n-icht recht auskomimen lässt. -Ein-e gainz außeror.den-t>li-che Erscheinung ist Pr-of. Jo-sef P r u n n e r aus Buika-vcst: Er spielt Cello auf dem Kmirckbatz wnd entringt dem spröden Jnstvument die zärtlichste lyrische Kantileue. Frau Jo Stein sang mit fyinrpachrfchier Sti-nrme einfach und iitnig ernpfnndene neue Lieder des Altmeisters Hermann Graebener, Alfred Bo-ruttari, dessen StMinM-el seiner hohen muistkali« schon Kultur n-icht ga-nz ebenbürtig sind, -mue G'e^sänge von Franz Salmhofer, in denen sich der hochlbegMe Tondichter eine her-töntm-liche, süß'i-ich gefällige Melodil zupe-chtg-ele-gt ha-t. Noch imm-er schwcnrktter zwisclM Reaktion mrd Ra-dikali-Lutus u-nschlüssig hin und her. f-lb. Aus den Theater«. B.» r g t h e a t e r. Morgen, 7 Uhr, „K o m b d i-e der Verführung". A k a d e m i e t b e a t e r. Akorgen, V,8 Uhr, i e Frau Rat". - Dienstag, 1/%B Uhr. zum ersten Male das dreiaktige Lustspiel „M a a m a N i c o l c" von JagneS Bousquet und Paul Arment, deutick von Berta Zuckerkand!. Volksoper. Eommendatore Carlo G a l e f f i von der Mailänder Scala als NeluSeo' in der ^,A f r i k a n e r i — Atergen gastiert Richard K u b l a als Hoffnrannin -,,H o f f« m. a n n 8 E r z ä h l n « g e n". — Samstag zum ersten Male ,W e l t ü r t\ ,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.