Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 2053 (5.11.1924)
- Date
- 1924-11-05
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 79% known words query
- IRI
…/2979076-2980834-2981136--20996-3008272- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Men, MMvoch Werter tofctb nichts göschchsn. feir. Wanderung dauert { fort, weil die Reg>ieMngen. ohne sirl> stören zu lassen, > in' der heiKgLn Ausübung ihrer pöMschen Pflicht daO Äber werter konfevieren werden, wie die Grenzen aufrecht Äeiben, wie sie am Heften durch Gesetze,^Pässe, By)onetie zu schützen sind und wie man den Frieden unh die Mvüsturi-g sichert. Vertrauensvotum Nr HerM. Paris, 4. November. In der Ka-Mmr kam es heute zu großen Lärmszenen. In dem DümE stellte MinisterpräsÄenl Herräot die Vertrauensfrage. Die Kammer beschloß mit 410 gegen 171 Stimmen die Verleigung der Interpellationen. 'K ^r ^da>M si)l!gendLn Deba^ über die Feststtzumg der TMSordMMg beteuerte Fmanz-mi-niister Clement € f, daß das Gleichgewicht des Budgets aufrichtig und reell fei, und ^betonte die Entschlossenheit der Regierung, den Kredit Frankreichs Mfvechtzuerhalten. Die Kammer nahm sodann mit 308 gegen 140 Stimmen den Antrag der KomMssion, dias Budget morgen in Bevatung zar Küchen, an. Rakowski in Paris. Paris, 4. NoMmber. GavaS.) Wie der ,/TsmPs" ovsähvt, D ÄakchvW in Paris angÄommen. Ler deutfch-franMche Stahltrust. Englische Befürchtungen. London, 4. November. Firnes" bssassen sich mit den GsrÄchtem aber angM-iche VechauNungen gar Bildung einer deutsch-französischen Stahiltrustes. DaS MM vertEt den Standpu-M, daß, wenn auch kerne AmPichen für eine sofortige Teilnahme Englands «n Äneim solchen Trust Vorlagen^ daraus nicht gestört weckan dürfe, daß «m-e BetMgung Englands später nicht erfolgen würde. Nachdem die amerikanische Produktion in Roheisen und Stahl fetzt 4M größer als die' enivopäische fei, werde stich Engjlaind zwei großen Konkurrenten nn Mellhaudeil gegenübersthen. - - ,MÄstMMstzer Gazette" befchäftigt sich mit der Frage einer Vertrustung der Eisen-, Stahl- und Köhlenindufttien Belgiens, Frankreichs, Deutschlands und Luxemburgs und meint, ' daß «in solcher Konzern nicht ge^fahrlicher sain würde als die deutsche Industrie vor dem Kriege. England müsse aber «vus den komm enden Wettbewerb voabeEet fern. Ludeudorff. der WahrhektsfanMer. - (Eigendienstder„WienerMorgenzeitung".) , München, 4. Noverrcher. Zu der Behauptung des Generals Ludendorff, baß Kronprinz Rupprecht am 11. oder 12. November vorigen Jahres eine Proklamation und einen Putsch beabsichtigt habe, wird vom einer dem Kronprinzen nahestehenden Pevsönkichkeit öffentlich erklärt, daß all« derartigen Gerüchte L ü g e u n d S ch w -i n- Äelstren. Weder der Kronprinz noch seine Umgebung hatten, derartige Pläne gehabt. Damit wird von seiten des Kronprinzen Rupprecht General Ludendorff zum zweite n M al e als Lügnor hingestellt. Me zersehung der kommuuiftislheu Partei. . (Eigendienst der ,Mener Morgenzeitung".) Berlin, 4. November. In einem amtlichen Bericht des Berliner Polizeipräsidiiums heißt es unter anderem: Die Zerfttzungserschemungen innerhalb der kom- AWNtstrschen Partei treten immer - offenkundiger zutage. Trotz aller AnstreriWngerr der Zentrale will es nicht gelingen, den illegalen Apparat der kommunistischen Partei Dentschlands in Gang zu bringen. Es scheint fast, als wenn die Mitglieder, mi den ihnen von her Leitung zugewiesenen unangenehmen Aufgaben zst entgehen, einfach dem Polizeipräsidium anonyme Mitteilungen' machen. Nur so ist es zu erklären, daß eine g-ehsime Zusammenkunft der sogenannten nrilitärifchen Gruppenleiter, die am 31. Oktober dieses Jahres in einem Lokal in der Pflugstraße stattfand, durch eine OriginaleinllLdunH welche durch die Post per Eilbrief dem Polizeipräsidium zugestellt wurde, bekanntgegeben und die Festnahme der Versammelten ermöglicht wurde. Die vorgefundeinsn Berichte, die Ausschluß über die Instruktionen geben, sind pessim istisch gestimmt und klagen über die geringe Werbekraft. Die Festgenommenen, bei denen Hisb- und Schußwaffen gefunden wurden, werden wegen Bergehens gegen das Gesetz zum Schutze der Republik den zuständig?!! Richtern vorgeführt werden. Kreibich abgesstgt. Pra^ 4. November. Wie die Blätter meiden, hat der 5.Msparleiikongreß der tschecho-sslowaikitschen kommunistischen Partei gestern eine einheitliche Kandidcvtentiste für den ZentralerekuitivauSschuß und -für die ReichÄontroltkommission arßfgvstellt. Der biSherige Führer der deutschen Kommunisten Kreibich wurde weder in den Zentvälexoknliivcvnsschuß noch in die Konttoll-komMssion gewählt; an seine Stelle tritt der RedÄteur des Reichenberger „Vorwärts" Neurath...Tmeral und Zobowtzky wurden trotz heftiger AugvUe der Linken wieder in die Ausschüsse gewählt. Wiener. Movgenzeitung. , New-Iork, 4. November. Aus Topeka werden Wahlergebnisse ans fünf Wahlbezirken von Kansas gemelpet. Danach erhielten Csolidge 178, Dawes 98 und La Follette 55 Stimmen. Keine Aebeittasnng der Wpelin-Wette nach Symien. Berlin, 4. November. (Tel. der „Wr. Morgenzeitung".) Die Nachrichten aus spanischer Quelle über eine angebliche. Verlegung der F rie d t i ch S h afauer Zeppeli »-W t i f t n ach Sevil l a werden vom Luftschiffbau Zeppelin als u nz u t r e f fertd bezeichnet. Es tst lediglich beabsichtigt, in Gevilla eine ähnliche Niederlassung zu gründen, wie bei den G o o b - A -e a r - W e 11 e n i n den Der e i n i gt e u Staaten. - ■ Nach dem Tode Szabor. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) . Budapest, 4. November. Nach der heutigen Sitzung dsr Nationalversammlung erklärte Mntsterpräsident Gras B e t h l e u den. Abgeordneten der Partei dem deinen Landwirte, daß der Tod SZabo-NagyatadS an dem RqgierungS- und Parteiprogramm keinerlei AenderUNgen nach sich ziehen werde. Wenn jemand von den Aeiiren Landwirten eine Befchwevde habe, fo möge er sich" an den Ministerpräsidenten 'wenden. Graf Dethlen ersuchte den Abgeordneten Mayer,, der kleiner Landwirt ist und als Obmann der Einhertspartei fungiert, das Amt eines Vermittlers zu übernehmen. Melml&et 1924 ' %. 2053 .. : ' yr~?~x '— EinwernolMen amch Streitfälle eitneuf Schiedsverfahren zu nüiteviversen, die in die Zuistälndigkeit ibetS Ständigen In, ttrnatiwmlen Gerichtshofes fallen. ' svr Bror uw Unter denn Borsitz des Bundeskanzlers-Dr. Seistel und im BeWu des Vigekanzlers'Dr. Frank sowie .der BtmdeKmtnister Dr. K>ienböck und Schmitz fand 9.estevn eine Konferenz der Finanzrefereuten der Bundesländer über die Mim zur Bekämpfung der Brotuud M ehl-t en e rung statt. Der Finanzminister wiedecholte seine i>m Nationalvat' abgegebenen Erklärungen, -die Wavenuimsatzsteuer für Mehl herabsetzen zu wolle ir, und Präzisierte seine Amßevungcn^ dahin, daß^ er sine Herabsetzung d e r U m s a tzst e u e r f ü r M-e h l, Md zjvar^fowohl für eiingeführtieS als «uch im Inland erMgteS, um 4 Proz en t b eabsichtige. Dadurch wird das inländische Mchl von der WaremMfatzstöuer überhaupt befreit uind die Steuer für oingefühvtes Mehl von 8 auf 4 Prozent,, daher um die Hälfte vermstindert. Drese MaßrLgeil soll lbefrüstet sein und ha-t m. Voraussetzung, daß d?e Äa-ndeAgcsetzgebnngen amf die Fürsorgeabgabe der Brot und Mehl erzeugenden Betriebe verzichten. Die Vertreter der Lander -erklärten, daß sie gegen dsn gemachten Vorschlag keine grundsätzlichen Einwendungen Kn erheben hatten, vMcuu'Zgesetzt, daß die, SteMvevM'äßiignngen -in vollem lbmsaug dm Verbrauchern zugute kommen. Im Zufamme.nihang damit wurde auch übersönstvnAmnd -verlangt, daß wucherischen Preisbildungen mit aller Schärfe enigegengetveten werde, lieber die Art der Befristung der SteuerevleichvevU'Ngen werden noch VevhaMMgen geführt werden. Die Fonmulierug der zu erbasiendsn'Normm wird von der Pe-gterung im Emvernehmen mit dm Ländern ehestens vorgenMÄnvn, werden. General und Legkouüre. W'MMenst der „Wiener MorgentzeiltM'g".) Warschau, 4. November. Großes Aussehen erregt i-n pokitifchvn Kreisen eine Affäre des ehanAligen Kommun-. dainden der Stadt Teschen, des Generals Latin i k, der g-egeUiwürtig Kv-rpskouimandicm-i in PrzemhÄ ist. General Läkmik ä-ußeMe -sich gegvnübeu einer LegionärZaibordnung in abfälligen^Dorten gegen die ehemaligen Legionäre. Dies .bewog den. ranMtesten Legionärgsneral und GemeEnfpMor dm Armee Rydz-Smigly zur Mberrsichuing ferwr DeMrssvon. Eine ganze Reihe hoher LegivüürSoisfizieve ist di-esem BoispiÄ gefönt. Der Vertreter des derzeit m Pari's weilenden Ministers für Heerwesen hat nunmehr eine Untersuchung gegen den PrzemhZler KorpskeWmandcmten singebsitet. Me AandenWrrMe ln Polen. Große Sicherheitsmaßnahmen der Regierung. Warfchm, 4. November. sTschech. Preß-Bur.) Im Zusammenhange mit dem Ueberfall auf d en Eisendahnjzü'- auf der Strecke Wilna—Baranoviezi fand heute eine Besprechung des Ministerpräsidenten Gralbski mit dem Minister des Innern wegen weiterer Sicherheitsmaßnahmen stakt. Nach der Besprechung wurde ein Mi nisterrat aibgchMen, in dem die ev entnel-le De rlautba rung deS Ansnahm S zu stände- Ln allen östlichen Wojwodschasten Polens beschlossen worden sein fall. Zur Finomzierlmg der weiteren Sicherheiismaßncchmen hat die Regiemng im Bridget für de» kommenden Monat einen Betrag von 6,409.000 Zloty ottS*. geworfen. Das po!nr?che SurfetlarteU gemengt. Rach Aufdeckung großer Anterschleife. Warschau, 4. Noivsmber. (Dschech. Preß-Bur.) Wie die Glätter melden, ist das polnische Z.nckerkartell im Zuisammenhange.mit der Aufdecknng großer Unterschleisr in der Polfener Bank für Zuckerindustrie g espreügt worden. Der Leiten der Filiale der Bank in Thorn hat Selbstmord verübt. Ter Direktor der Krakauer Filiale der Bank, Dr. Grotow 8 k i, ist verhaftet, worden. 2r. Hainisch erlraatt. BundesprLsident Dr. H a i n i s ch ist an einer leichten V e r k ü h l nng e r k r a n k i und hat sich auf einige Tage auf feinen Besitz am S e m m e r i n g begeben. Ser Schiedsvertrag mit der Schweiz. Bern, 4. Povembet. (Tel. der „Wiener Morgenzeitiirug".) Der Bumdesrat ha-t eme Botschaft an die Bunld-eSvevfanrmlwug gerichtet mit fomv Ersuchen, den dm 11. Oktober 1924 zwischen der Schweiz und Oesterreich ab-geschlofsenen Schiedsvertrag zu genchimilgen. Nach Ar-tM 1 isind alle St-rvitiglkeiten, die zwWen den bsi'den Ländern enMhen, einem Schiedsve rfahren zu unterwerfen, sofern ste nicht zu. einer her -im Artikel 36 >des Statuts des Ständigün Jidternasto- Men GerichtHofes ange-führteu Arten von Stveitigkelvten rechtUcher NatiUr gchoren. Die üstevvsichische N-egferung hat nun b:\rn BorsäMg des Bun-desrates AMsÄMlttutin bcrt Vertrag «ine Bestimm M»g aufzunehmen, lwouach es d-err beiden Parteien un'brn-onrmen bleibt, rm gemeinsamen Die Forderungm der kisenbahner. Wie wir erfahrm, befassen' sich die dre-i.Ovganisaftomn der BundesibahminNsstellten mit dm Gegemvorschlägen, die die GeMrMireikhian auf die Forderungen der Eiseubahnbediksnfteten! deren Vertretern übermittelte. Die Veraltungen der Organisationen - werden heute den ganzen Tag ausfüllem. Morgen nun 10/Uhr vormittags Pndet dann eine g e m e i n f a nr e Kon f e r e « z .der Vertreter der-'' drei Organisationen statt, worauf uw halib 18 Mr die OrganisätionSvertreter '«mit dem Gene-raldirekt-ov < Doktor Günther «knie Auöfpvache haben, in der sie der GeneraldirMon die Antwort der Organisationen auf 'deren Vor- Mäg« erteii'len werden. Manhofft, daß hiebei Vere inbarungen Austande konAnew, die einen Streik der Ve^ dienstete« nicht nodwetchig nvachen. Finanz- und BudLetamschuß. Der Finanz- und Budgetausschuß wurde für morgen, *7,4 Ahr nachmittags, eiuberufe«. Tagesordnung r 1. Gesetz über einige Bestimmungen .zm DurchMrnng dor Vorschriften betreffend die bundesbehördliche Bewilligung zum gewerbsmäßigen Betriebe von Bankgeschäfte^ 2. Bundesvoranschlag 1925. Me WWe Völkerbundliga ln Srfterreich. Eine Beitrittsaufforderung an die jüdische Studentenschaft. Der GewervWonvsnt der Lese- und RedehaH« jüdischrr Hochschüler in, Wien! hat am 25. Oktober 1984 beschlossen, der Jüdischen Völkeribuwdillvga für Oesterreich korporativ beizutreten und sich gltUchzLitig. mii foigender R-esÄln'tiion an die Mische Stuidentsnischaft' zu «wenden: Die Lose- Md Redehalle Mischer Hochschüler begrüßt wärmstens die Gründung einer jüdischm VöNvbi'.mdliga für Oesterreich und eMickt auf Grimd «der ihr erstatteten 'Berichte in dieser ersten Mischen Liga, an deren Spitze der Ghreupräsideut -der ,Halle" Herr Obervabbiner Pros. Dr. Chaje-S steht, ein wichtiges und zuikunstsroiches. Werkzeug,, um den jüdischsu Gedanlken dev öffenMchen'. MeiMng der Welt in wirkungsvoller Weitst vertraut M machen. . Md dem Müschen VMst die MtaMit an doin großen Werke der. Völkerverständigung, dessen Urhcker es P, m den breitesten Schi'chteu M ermMichsn. - . Sie nimmt den Moment, in welchem ,pnt ersteu'mal in Genf die MandaWolmmisston des V-Merbundes. zur. Enttzegeninahme des Bevichtes über die Entwicklung nn-d Verwaltung Palästinas zustlmmeü'trilt, Kllim Anlaß, um die Mische OeffenNichksit au die. engen. Beziehungen zu erin-nevN, welche zwischen denr Völkevburid nnd der zionistrschen Bewetzung bestehen. Sie steht in der Existenz starker jüdischer Ligen ein Wirkstmes MM, um die Rechte der jüdischen Minoritäten-, die unter den Schutz des VM-erbundes gestellt sind, Au sichern und dankt dsm Generaffekretär dtr Jüdischen BMephlmMga für . Oesterreich, Heran Doktor. Isidor Margulües, für sein wirkungsvolles >Und entfchisdones AÄ.ftwben MM das ^Regime des N>u>m>rrns ölausus gslegvnKch dev Pltenavvevstirnmiliu'ng der Union der BWerbuWißen M Lyon. Die Le,stuind R-edehalle jüdischer, Hochschwler Wendet /sich au alle Mischen studentischsn Kmporation-eu u,nd cm alle. füd'ifchM WöMimÄer Oesterreichs. Mt der -Aussorde? rü'N-g, Ulnser-er jüdischem Liga korporativ bsizutreteu und gemeinsam. iehHens über die Maßna^mlen Wüssig zim.,werdet, die MigNet. erfchv'Mü, der Mischen akademischen JuMd iN KwechMtsprechMdör Weise die DektuHme an E großen- Llu-M>beu der Liga 51t ermöglichen^