Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 2050 (1.11.1924)
- Date
- 1924-11-01
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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;j^.7;,y'-; t( M«n , GackStaz Wiener Morgenzeitung. WterrE ':'^ Äon. einem, der Wen" hat. Er W das Pwblem der Jahreszeit. SeWst Radio und "VHeHaP'f,' verblüffen daneben. Auf Parament Mid LHve^le. kcvtmst du gerne verzichten; dein seelisches Gleich« gÄM tvird dnoch solchen Entfall nicht gestört, im Gegen- M. Um den Wiwkrvock kommst L>n nicht herum. Dm Ueb-erzi«her tnnnst dn rvntevschlagen, den Wmtervock nie. Wenn die FEHiittgAsomre dorn träges Gebein kitzelt und die SihvUMyDnHllinge in ihren Monatsraten-Covercoats pwcadieven, kairwst du noch im ,Mauze" deines Winterrockes erscheinen. Den musternden Blicken begegnest du Lurch Hitrweis <mf Ueberempsindlichkeit. Hmgeworsene Äusidrücke . wie: Dvtberdo, Wolhynien, Kvagujevac, Lungen-- spitzenprozeß (Therapie: Aspirin oder Kommodschuhe) imponieren noch immer, auch «wenn das alles Nicht wahr ist und die Schlachten auch ohne dich verloren wurden. Im Sommer kannst du daun Wank gehen und bei der ersten )Mntvü>bung" oder bei ,/ruisfrischen!den Winden" der Wettevmacher, wenn der Blues-EiutiLnKervaglaru anstaucht, kannst du dir wieder deinen Winterrock umgürten (Piavesront, Lumgenspitzeniprozeß u.sw.) und der Ueberzieher ist glücklich übersprungen. Mt dem Winterrock ist das so: Geht, er haGwogs, dann hast du dich, o geistiger Arbeiter, veMMt und dein Gewand darunter «ist so, wie wenn der Breitner davon die ÄWiSabgabe heruntergenommen hätte. Du mußt also uanövrieven. Deine Taktik: Du gehst dem Berufe des Wieners nach, das heißt, du betrittst das Kaffeehaus. Nie wirst du . den Winterrock auszichen; selbst twenn du, durch notzüchterische Kellner gedrängt» etwas ,-nimmst, legst du jkicht aib. Anders freilich, wenn die LuEüsaibgabe sich mehr chrf den Winterwck bezieht. Dann ziehst dn ihn schon in der Türe aus, nimmst «ihn uiuf den Arm und und näherst dich so> deiner Runde. Die Kopfbedeckung kannst du oibschasifen. Es soll gesund sein und erspart Geld. Den Winterrock kannst du nicht auZschalten, außer du hast keinen und bist nur Jnhaber eims südenscheinigen KoujuMuruberziehers, der-dem Lieserauten eine «schom Konjunktur gebracht hat, . wahren du darin «frierst. Damit mußt du dich auf Abl^ tuug mngruplpieven, Vis du nach tragischen Szenen zum FamWenopfer des Winterrockankauses schveitem. kannst. Er ist das SchmerzerEnd. des Mittelstandes,- er bildet die schlaflose Nacht des Hausvaters und ist die Ursache von -Kummer und Leid, Tränen und Entsagung. < Äas war schon im tiefen Frieden so. Jedes Jahr , um Liefe Zeit zog ein schwarzer Schatten auf. Der Besitzende kannte diese Sorge nicht. Er trug immer seinen Stadtpelz. Du «mßt dich jedes Jvhr von neuem sorgen, bis die ^Wendung" eiutvat und du wieder — denselben Rock an-' r t^Rock. ^wM 'dÄ^ Solrge ' Mn dM Winte^^ du durftest f chn „scWr", Meistens zerfiel er nvch schneller' M die Monarchie. Hielt er langer, ließest du ihn dann färben. - Bald blieb aber nur noch die Farbe zurück. Das war die Uebevgangszeit, in der der Hamsterrock dominierte: Butte«, 1 Kaninchen, Powidl, Eier und Kerzen mußten W in den LchmuggeNaischen vertragen. Die Enttwicklung von den Wickelgamaschen zwar Bauernsanker, der in der Llebergangszeit auch im Winter katzenfellgesüttert herrschte, M heute bereits als abgeschloffen. Der schwär^ Rock, mit SawÄvagen kennzeichnet wieder den bescheidenen Bürger. Die lJune-niseite mit den Pferdekotzenerfatz kann zuletzt noch immer für Kdndevmäntelchen verwendet werden. Dev ueumoderne Ulster deckt alles zu. Ihr der ersten Woche sieht er immerhin noch wie neu aus. Der BevgMderWdhadckock eignet de«m knorrigen Oesterrercher dort, wo Aar, und Arierparagraph Hausen. Schon dieser Rock allein kennzeichnet die Genügsamkeit dieses biederen Stammes: Gott, Kaiser ^.nd ein Stückchen Me. Jenseits .von ZaPungseinstellung und Konkurs thront der Stadtpeh. An ihm zerschellt die Zeit. Kurse können fallen, Bermogen dahmschwinden, Finanzkaplitäne schiffbrüchig werden. Fest steht, und unerschütterlich des Börfeaners Stadtpelz, das Symbol seiner Würde. Schmalzbrot und Erdapfel wird er zu Mittag essen, . den Stadtpelz wird er nimmermehr preisgeben. Freunde, gchet hochachtungsvoll anStadtpelztvägern vorbei, denkend, es könnte Wlweölen einer darunter, sein, der nicht iusoilveut ist. TEPPBCHHAUS MÖBELHAUS S. SCHEIN WIEN, I. BAUERN HAR KT 12—14 BEVOR SIE IHRHfi E1MH1IF von Teppichen, Vorhängen, BettundTischdecken; Ueberwürfen etc, , BESORGEN BESICHTIGEN SIE UNSEREiSSCHAVFEiiSTER damit Sie sich von unserer enormen Auswahl und von unserer »Leistungsfähigkeit überzeugen! . Preise auf fedea StSsk ersichtlich! IM SOUTERRAIN: IrnmmTEPPICHE UND LAUFTEPPICHRESTE Kleider machen Leute. Zeige mir deinen Winterrock und ich füge dir, welcher Art dem- Dalles ist. : So ein Stück kann fas-ziuiersnd-dekorativ wirken, und in einem Prachiexenrplar 'ist der kleinste.Wauzentmktureuagent Repväsentcmk./ Ein richtiger Winterrock kann Karriere, .Aufstieg, Ansehen,.. Macht 'bedeuten, und unbedingt Glück bei Frauen. Eimnal fiel ich bei der Dame meines Herzens total ab wegen eines Rockes, der einst bessere Tage gesehen. Als ich das nächste Mal in einem elegantem Palz erschien — er war ausgeborgt —, war es zu spät, obwohl ich alle Register seMmental-göscheiter-ideail-schmachten-der Geistreichelei aufzog, oder vielleicht deshalb.. Wer kennt die Frauenseele? Wiederum drücken Rovembernebel und machen frösteln. Der Schrei , nach dem Winterrock dringt dumpf und klagend aus Hunderttausend Brüsten, auch toeiwt sie schweigen. - Einige gut erhaltene Mttenpakete wären zu ha'ben. Will niemand dafür einen schönen Winterrock, eventuell .. ‘ ' , Ali. Großer jVorti^nge und Teppiche | Madrasvorhänge, 2 Teile, eine Draperie . . K 185.000 Halbstores . ... . . 98.000, 75.000 K 49.000 Laufteppiche . . . . . . ... . 30.000 K »7.800 Bettgarnitüren . . . . . . . . 348.000 £ »75,000 Doppeldecken, Dilll und Batist . .... . K 198.000 Steppdecken, geblümt . ...... . L1V8.0N0 vlwanüberwurf, Satin, Gobelinmuster . . K 398.000 I Barchente uwdi^aschwafewl K 12 800 K 13 900 Z 10.500 K »7 800 K 14.000 K 35.000 K 1».8<);0 K »4.500 im W a renhaus Wien, II. Tabprstrafte 48 Telephon 47-1-79 Nachstehend einige Beispiele: eiwewwarenl . per Meter per Meter 18.900 . . per Meter 80 cm, p. 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Der erste Teil zeigt die Einwanderung, in Del-Awiw oder in Haifa eintreffende Chaluzim und ihre Quartternahme in den Immigrant' Camps. Prachtvolle Bilder dieser beiden Städte, die in kurzer Zeit zu Zentren des jüdischen kommer^ ziellen und industriellen Lebens werden sollen, kommen zur Ansicht. Der zweite Teil führt uns in die Farmen und ' Wäldchen und zeigt landwirtschaftliche Arbeit in den verschiedensten Formen. Weiter' geht es ins Emek Jesreel zu den neuen Kolonien, die/ auf > Boden des Natianalfonds vom Keren Hajessod erbaut wurden: Ein Charod, Tel- Joseph, Beth-Alpha, Nahalal, Merchawia, aufblühend unter den. Vorteilen der modernen Technik und Forschung. Der dritte Teil'zeigt einen Ausslug von Chaluzim, den sie ver- -anstalten, um das Land femjm zu lernen. Jerusalem enthüllt sich in seiner ganzen historischen' Schönheit; arabische Dörfer werden besncht und. die letzten Nachkommen der Samaritaner, die ihr Pessachopfer auf dem Berge Gerizim bereiten. Der vierte und letzte Teil bringt eine Vorführung der neu entstehenden jüdischen Städte; die systematischen Bauarbeiten der Chaluzim bei den Unternehmungen des Solel Boneh werden gezeigt, die Allgemeine Hypothekenbank und andere für den Aufbau der jüdischen Heimstätte in Palästina wichtige Institutionen. Den Schluß bildet , die neue hebräische Universität. Der Film, welcher, in nächster Zeit der Oeffentlichkeit . übergeben werden soll, darf des größten und allseitiqstew Interesses sicher sein. Nie Wahlen In die MltMaemeinde. Wahlerversammlung im Prater. In eurer massenhaft besuchten Wählcrversammluug im Prater entwickelte Herr Dr. Ornstcin das Programm der Vereinrgton jüdischen Partvieu. In seinen mit lebhaftem Befall aufgeMMmemn A,ussührn.ngen hob er hervor, -aß die verbündeten Gruppen nur eiu Ziel vor Augen haben: die Erhaltung und den Ausbau ^er attehrwürdigen, drittgrösztrn Kultusgemeinve Europas.' Dm Vereinigten 'jüdischen, -ktzär- 'töien haben sich deswegen znsammen.qeschlossen,' urtt:,t>a§ bereits begönne ne Sanierungswerk sortznsetzen und die verschiedenen Institutionen der jüdischen Kultusgemeinde auf dem Gebiete des Erziehungswefens.und der sozialen Fürsorge auszubauen. Herr Dr. Sanel Beer sprach über die Tätigke>rt des «btretenden Kultusvorstand.es und wies zifsermäßig nach, daß vor Eintritt dvr ziomstWen Partei in die Kultusstube die Gemeinde .in gefährlichster materieller Bedrängnis war. Mr, dank der Bemühnngen und der ausopfernngsvollen Abeit der bisher im Kultusvorstande vertretenen Parteien gelang das Sanierungswerk. Unter stürmischem Beifall besprach sodann Dr. Josef Löiwenherz die Motive, welche die zionistische Partei ve?kanlaßt haben, ein Wahltampromiß nt.it den Majoritäts- Parteien des Knlttrsvorstaudes abzufchließen. Die Vergangenheit der zionisttschen Partei hat es bewiesen, daß sie stets, nur zum Wöhle'des jüdischen Volkes gewirkt und zum Gedeihen der jüdischen.Kultusgemeinde in Wien beigetvagen hat.- ' Er appelliert an die jüdischen Frauen, für die vereinigte' jüdische Liste zu werben, die nichts anderes als Eintracht und Einigkeit im Judentum, Erhaltung und Ausbau unserer GomöiÄde bezweckt. Es muß. verhindert werden, daß es unberufenen ManpäWjggern... gelirtgt/ die * KultusgemsinW^^vhzu- 'dringen und schädvAend zn wirken. Herr Dr? N.. M.^Gel b er schilderte dann die Avbeitsmethoderr der sogenannten Ächduth- Pavter und erörterte eingehend, wie unberechtigt das Bvsvchen der Gruppe Achduth sei. Gin Mitglied der Achdnth-Partei steMe hierauf einige Fragen, die von,Dr. Gelber unter Zw stimmun'g der Versammlung beantwortet wurden. Zum Schluß wies Direktor Joises B o x enb a u m in seiner kernigen Ansprache darauf hin, daß es die Pflicht sämtlicher Ostj'U.den sei, am Wahltage geschlossen wie ein Mann an. der Wahlurne zu erscheinen und für die Liste der Bereinigten jüdischm Parteien zu stimmen. Er ermahnte, man möge.sich nicht von Worten wie „Kaschruch", die von Leuten, dje selbst nicht koscher sind, im Munde geführt werden, beirren lassen und rout jene Kandidaten wählen, die sich stets um das Judentum vMent gemacht und zum Wähle der Ostjuden gewirkt haben. . * . , . V^rsammlunMskalender der vereinigten jüdischen Parteien. Heut« Samstag. . 2. B e z i r k r 8 Uhr abends, Hotel Continental, 2. Bez^ Taborstraße 4. Redner r Dr. Ticho. Gemeinderat. Dr. Leopolo PlaschkeS, Börserat Glück, Dr. Löwenherz. Guido FnchSgelb, erster Sekretär der Jsraelittschen Kultusgemeinde. 3. B e z i r k r Erdberger Tempel, 8 Uhr abends. Redner r Julius Rosenfeld, Emil Engel, David Nebenzahl, Dr. Georg Weiner. 20. B e z i r kr 8 Uhr abends, GaschauS Nowak, 20. Bez., Allerheiligenplatz 17. Redner: Oberbautat Ing. Stricker, Doktor Löwenber» Direktor Borenbamn. Isidor Sckwarz. ■ | Pa men- und Herr^üstöife'l Raglanstoffe. . . . . . . . .per Meter K 135.000 Schafwoll-Mode-Schossenstoff . per Meter K 40.000 Engl. Anzugstoff ...... . pei Meter K l»5,000 Mantelveloure, 145 cm, per Meter 125.0CX1 R 98.000 Kleldergabarditi, 130 cm . . . . per Meter Z OO.OOO Palmcrston für Wifiterröckc . . . per Mete» K »»5.000 Wippcord ftir Anzüge . ... per Meter Z »48.000 Schafwollrips für Kleider, 130 cm. per Meter Z 135.000 \ Herrenwäsche and wittiSartiHcfi S(HE, T2IKOTAGKK Modehemden . ... . . . . . Kretonhemden. ..... Unterhosen ........ 39.000, 29.000 1 Flanellpyjamas . ...... . . . . Krawatten, gestrickt ...... 9800 Wintersocken..... Herrenstrümpfe . . . ..... . . •. Regenmäntel ...... 175.000, 184.00 Emallbetten samt Einsatz . . Messingbetten samt Einsatz ...... 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