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Wiener Morgenzeitung · 1924-10-26 · Heft 2044 (26.10.1924) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 2044 (26.10.1924)
Date
1924-10-26
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 3014 Men, SoMlag „Nskar." Eine Judentragödie im Film. Der jüdische Film „Jiskor", welchen der bekannte lRegisscur Sydney M. Gold in in Wien hergestellt hat,! kommt heute im I f a - P a l a st k i n o, 2. Bezirk, Taborjstraße 1, zur ersten Ausführung. Das Sujet dieses Film-! Werkes, welches hier bereits ausführlich besprochen wurde,!ist schon deshalb packend, weil es der jüdischen Martylrologie entnommen ist. Aber über das Sujet hinaus fesselt das Stück durch Bild und Darstellung, die unter einer nicht nur ethnologisch-sachkundigen, sondern auch künstlerisch belebenden Regie zu stärkster Wirksamkeit vereinigt wurden. Was als besonderer Vorzug dieses Films hervorzuheben ist, wodurch er sich von der großen Reihe! jüdischer Filme unterscheidet, ist der Umstand, daß das jüdische Milieu dem Beschauer niemals gestellt erscheint, sondern, daß jede Bewegung und jedes Bild den Eindruck der Natürlichkeit Hervorrufen. OEM In erster Linie gilt dies von der Darstellung. Die jüdischen Rollen des Films „Jiskor" werden von den . Schauspielern des N e w -- A o r k e r jüdischen Künstlertheaters dargestellt, deren subtiler Realismus in der Verkörperung jüdischen Wesens wahrend ihres im letzten Sommer stattgefunden Gastspieles im Wiener Carl-Theater hohe Bewunderung bei Publikum und Presse hervorgerufen hat. Die hervorragendsten Mitglieder des'New-Horker jüdischen Ensembles wurden für. diesen Film aufgeboten, voran Direktor Morris Schwarz, der ausgezeichnete Leiter und Charakterdarsteller des New-Zorker jüdischen Künstlertheaters, Bine Abramowitsch, die innige Darstellerin jüdischer Muttergestalten, die eindringliche Charakteristikerin Anna Appel,' die schöne Berta G e r st e n, der meisterliche Episodist Mark Schweid. Die Rollen des nichtjüdischen Gegenparts in diesem Film sind durch die bildhafte Dagny ServaeS, durch Oskar Beregi, Karl Goetz und Pauline Schweig Hofer charakteristisch verkörpert. mw Die Szenenführung des Films vereinigt packende dramatische Bewegtheit mit jener teils abgeklärten, teils idyllischen Rühe, welche zu dem düsteren Gang der Ercignisso in wohl abgemessenem'befreiendem Kontrast gesetzt ist. Jüdische Hochzeit, jüdische Trauer, die Stille der Klaus' und im Kontrast das Getriebe der gräflichen Hofhaltung. all das hat stilgerechte Wiedergabe im Bild gefunden. Stoff und Ausführung. dieses Filmwcrkes sind in gleichem Maße volkstümlich gehalten und tragen dazu / bei, den'Film „Jiskor" auch beim breiten Publikum volkstümlich jj« machen. Wiener Movgenzertung. 26. Oktober 1924 Seite fi ü ommern Seheil' Sief jf AUS WINTER || VELÖUK. 590. j 490 r WfM. , 1 AUS KRÄFTiCEnI'XJ l lanieinjcH (/MALE n vy? 950. 750 .. il PEUVERßRÄMT AUS GUTEN (QlICl VEIOURu.COACHMEN 1390.1190 960 MODELLE REtCH PEIZVERBRÄHT Am StIDE GEFUTTEW 7, 1950.1?50, 1650 ELEGANTE SCHOTTEN Hfiosnime und streif 96o.?9o. 560 „ yi f MODELLE REICH PEl/VERBRAM öSlÜlTlC DAS NEUEST E IN DER MODE 1150 |||| AUS R'pS KAMCARN 760 - AUS6ABAR0IN U 390 KAMGARN in am DE CH IN.SEHR SCHICE TUR) MCIUC] TANZ.TEEü,CESElLSCHAFTS5EWECKI?90, 590. 490 , FÜRNACHMITTG. TEE u ABEND Z5ooi&öo 1400 PREISE -IN ■TAü5ENf>ER.N 115 Aar de» Aeater». BÜrgtheater: Morgen. 7 Uhr, „Der Alpen- 15wifl und der Men s ch e n f e i n d". Dienstag,? Uhr, „Komödie der Verführung". " : . Akademietheater: Morgen, haB 8 Uhr, „Die ah r t : in § 851a ue". Dienstag, halb 8 Uhr. „D tc. F r an a t".^ ' >''i' Schönbrunner Schloßtheater: Margen, halb 8 Uhr, „Jolandas letztes Abenteuer". DienStag. halb S Uhr, „Doktor Faust". Op ein the ater. Kammersänger Piccaver tritt morgen . als Herzog in „Rigolettö" zum letzten Male vor seiner Amerckarene im Operntheater auf. Bolk8oper: Heute nachmittags „Die verkaufte B r a nt", abends „L o h e n g r i n. Movgen „M a rgar'ethe" (Faust). Im Deutschen BolkSrheater gelangt SaMStag ' den November \m einstudiert das vreiaktiae Lustspiel „Zirkusleute" von Frarrz Schönthan mit Dr. Rudolf Tyrylt in.der von ihm kreierter: Rolle des Klowns Kasimir LandowSki zur Aufführung. Spielleiter: Renata Mordo. In den Kammerspielen findet Mittwoch den 29. d., 10 Uhr abenids, die Erstaufführung der neuen Revue tf&liUc um Mitternacht" von Karl Farkas• und Dr. Robert Kätscher, Musik von Dr. Robert Katschen statt. In der heutigen Nachtvorstellung gelangt nicht. „Musi!",, sondern /.Schloß Wetterstein" mit Maria Orska zur Aufftihruna. Im Modernen Theater findet Donnerstag.den 90. d., 7', Uhr abends, die deutsch, Uraufführung des dveiaktiM Lustspiels „Der Löwe und das Kätzchen" von Sacha. Guitry mit Arnold Kor ff in der männlichen Hauptrolle statt. In der. Neuen Wiener Bühne' erfolgt Freitag den 91. d. die deutsche llraniführung der Komödie „Der M a n n o h u e Worte" Monsteür Brotormeau) von De Flas und Cavaillet mit Richard Romanowsky in d^r männlichen Hauptrolle. Modernes Theater. In dem mehr als amMantaw Lust-, ^Piel von Rrvpire nrtd Bern'ard „Mein Freund Teddy".^ gibt Arnold 51 o,r f f wieder den Amerikaner, der mit. feinem'. realistiMn Sinn die >ein tvenig sogtimental.e PatW Gesellschaft ansiwirbelt und über alle Politik und ihre schlechten ' Figuren den Sieg davonträgt. Es ist ein großes BerMügeu. zu beobachten, wie Korsfs große Meisterschaft in der Beherrschung des Konversationstones und der aefcTMioMidn'u Form das französische Werk trägt und wie selbst Einzelheiten, wie der prachtvolle Vortrag eines Negerchansons, in die Kurve des guten Dialogtones einmünden. Cäeilie Lvovsky ist eine würdige Partnerin dieses großen -Künstlers. In reizvoller Mischung stchen ihr bewußte und unbewußte Gefühlstöne zur Verfügung, die sie nach Bedarf verwendet. Das Publikum rief immer wieder nach Korfs. dt. Liederabende. Selten finden sich Opernsänger im Konzertsaale zurecht: Wenn sie Opernarieu singen, fehlt die Szene und wenn sie sich an Lieder wagen, vermißt man ofr genug die lyrische Seele. Ente Ausnahme bildet Hans D u h a n, dessen geistige Verttefung vnd außerordentliches technisches Können ilmc den Wettbewerb mit den erfolgreichsten Liedersangern ermöglicheil. Auch Rosette A n d a h darf sich eines ungetvöhnlichen Erfolges rühmen. Ihre reiche Altstimme hat Seltenheitswert und ihr Liedervortrag schöpft ans der Tiefe der Empfindung. Diel zu äußerlich sang Frau Malva S z t e r e n y i in deren Konzert der begabte junge Pianist Stephan B u x b a u m erfolgreich bebütterte, Lieder von BrahmS. Eine Indisposition schien iiberdieZ die schöne Stimme an der Entfalümg ihrer vollen Kräfte zrc bindenr. Wenn Alfred P i e e a v e r ini Konzertsaale feinem Vpernrepertoire treu bleibt, ist die vorwiegend weibliche Zuhörerschaft damit einverstanden. Meistert er doch wie kaum eil: Weiter Wiener Sänger den italienischen Knnstgesang und erweckt damit tosende BetsauSstürnle; dies umsomehr, wenn er vor einer Amerikatvmnee ein Abschiedskonzert gibt. Ruzena H e r l i u a e r verschmäht ausgettetene Pfade: Sie hat sich wiederholt als Vorkämpferin des modernen Liede« Verdienste edplörben und gab diesmal einen internationalen Volksliederabentz/Mm hübschesten sang sie tschechische Volkslieder, (in der Bearbeitung von Wenzel Stepan) die um ihrer reizenden Melodien willen weiteste Verbreitung verdienen. fib. Die nächsten Novitäten des Raimund-Theaters. Mittwoch den 30. d. eröffnet im Rannund-Tbealer Franz G l aw als ch im Rahmen der Vorführung llajjlfcker Schwänke ein kurzes Gastspiel als Klapprottz ln LauffZ Posse „Pmsiorl Schöller". — An dies-cs Gastspiel schließ: sich die österreichische llraukf-ühvnnü von Pirondellos-'Kmnöb!?,„So-It-es . .. .' istes so?". Daran - reiht . .sich eine NeueinsindierMtg des Volks e stückes von Anzewgrnber „Der Fleck auf der Ehr'" mit Karl. Forest in der Hauptrolle. In den beiden' letztgenanmeu Werken wird die Chavaktersplelerin Frieda Richard ans

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