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Wiener Morgenzeitung · 1924-10-26 · Heft 2044 (26.10.1924) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 2044 (26.10.1924)
Date
1924-10-26
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Wiener Modenzeitung. 91t. 9044 T-«e 8 Wim, Sonntag S«. Oktober ISA (Sie nachstehenden Anl»»d!g«»»en sind entgeltlich.'! Die Wicht zur Svarsamleit! Die gegenwärtigen Wirtschaftsverhältnisie zwingen alle Schichten der Bevölkerung, zu weitestgehenden Sparmaßnahmen. Die Notwendigkeit der Ergänzung der Garderobe oder Neuatffcha^'una von Bekleidungsstücken. HauSwäsche usw. bereitet daher den meisten schwere Sorgen. Die außerordentlich billigen Warenangebote des seiner Kulanz un* Billigkeit wegen bestrenommierten Warenhauses Brüder Schifsmann, 2. Bez. Taborstraße 48, ermöglichen es ivdem, gute Qualitätswaren zu wirklich billigen Preisen zu erstehen. Niemand versäume die Besichtigung der reichen Auswahl in Damen- und Herrenwäsche, Leinenwaren, Strick- und Wirkwaren. Stoffen. Regenmänteln. Teppichen usw. usw. * Dir suchen Brillanten. Raulen. Perlen, zahlen bestens! Kurt Brück. 6. Brq., Hirschengasse 2, 8. Bez., Jo-sofftädtevstr. 42.. * Auf Teilzahlung Luxus- und Slrapazschuhe. 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Die zionistische Frauengruppe Döblings. Dienstag den 28. d. um 4 Uhr nachmittags findet im Cafe Dö-blingechof, 19. Bez., Billrothitrasse, die Generalversammlung statt. Anschließend Vortrag Dr. Knöpfelmacher über „Moderne hebräische Dichtung". Frau Mirjam Schnabel- Höflich wird Uebersetzungen moderner hebräischer Dichtungen zum Vortrag bringen. Unentgeltliche Bar-Mizwah-Kurse. Um den Kindern mittelloser Eltern Gelegenheit zu geben, sich für dir Bar-Mizwah vorvereiten zu können, hat der Vorstand der israelitischen Kultusgeminde Wien beschlossen, einen unent° gelblichen Bar-Mizwah-Kurs zu eröffnen. Der Unterricht j findet Sonntag von 9 bis 11 Uhr vormittags und Dienstag ' von 4 bis 6 Uhr nachmittags in der Chorschule der Jsroeliti- - scheu Kultusgemeinde, 1. Bez., Seitenstettengasse 4, 4. Stock, s statt. Einschreibungen und Unterrichtsbeginn Sonntag den 2. November 192 4. * Das Radioprogramm für heute. f 11 bis 1 Uhr: Matinee der Künstlerkapelle Silviug. 4 bis 6 Uhr: Ernst-Heiterer Nachmittag der Künstlerkapelle Silving. 8 Uhr: Bunter Abend: Tautenhoy-n-Quartett, Borträge des Brttmr-Quarletls, Heitere Biergesänge; Lieder zur Laute: In meinem Blumengarten, Ach. was mag mein Schatz wohl denken. Maria sitzt in der Kammer und spinnt; Liedervotträge des Herrn Hellmuth Gunth nar: RePinger: ■ Der schWsische Zecher, Höltzl: Hans Zwiesielich; Tautenhayu-Qnartet« Fritz Kreisler: Altwiemr Tanzweifen; Vorträge des Bittner-Qnartrtts, Heitere Viergesänge; Lieder zur Laute: 's Äch no net lang, daß es g'regnet hot. Spinn, spinn, weht« liebe Tochher, Es sprach zu Hänschen — Gretchenp Liedervorträge 'des Herrn Heumuch Gunthmar: Schulz-W-eida: Täuschung, Ries;: Bübchens Traum; Vorträge des'Ditüver- Quchtetts, Heitere Viergesänge; Tautenhahn-Quartzett: WftKer Volksmusik, zusammengestellt van C. Tantenhahn. §'Das für heute vormittags angefetzte Radiokonzert in der Ion der „Wiener Morgenzeitung" muß technischer Hine halber unterbleiben. Bühne und Kunst. „Fmu Rltt." , Erstaufführung im Akademietheater. Als Paul W e r t h e i m e r den Plan zur „Fra-u Ra \ faßte, duvfdo er wohl zwei Dinge Eogen .haben: ein« givte Frcvuenrolle zu schreiben, den saftigen MnschlichkeitStyp „inwendig doller Natur", und sich in ebnem Milisn.litlerargeischichtliH-lsbendig auszuloben, ohne den fernen Hdideir selbst in dos GögenwarMicht seiner Persönlichkeit zu stellen. In Diesem Sinne ist sein Stück, das Stück Frmkfutt in ^Goethes Mullerhous, als die Ausstrahlung des Genies Goethe zu betrachten, als dessen Rellation zu den Wenigen Erven und imbedemendon Personen, die im Abglanz seiner Persönlichkeit stchen. Die Menschen in Frankfurt sind ein Teil, eine Schöpfung, eine AuSsttahluinig von chm! Welch herrlicher Dorwwvf für einen Dramatiker, der das GefW der Wbetu>ug und -»«gleich die llwzullauglichkebt jeder Anbetung Genies versteht, der das Gcheimnis des zur Höhe strsbenden uud fast in den Wolken, schwobenden Goethe durchsichtig macht uud ihm bei aller ReispM'osigkeit in der Anonymität dEßt, der Goethe — von 1788 a>b, — zustvs'bte. Seine Bewunderer mußten, welch schaluevlichtraMche Wivttmig eines Genres, seiner Sonne zu-- lächeln oder sich von seinem Gespenst lösen, imd gerade dieser übermächtigen PvMematik wich Werche-imer in feiner Komödie aus: sie wird eine hausbackene Geschichte don'der Mutter, die den gwßen Söhn nach alter Frankfurter BüvgeHtjr versort, in Ovdnung, Amt und Würden sahen will, und daß diese Mutter Goethes Mutter ist, gibt der ^Tendenz" jene uachermbiche Möglichkeit, den UebrrmeNischen im Spiegel des Menschen -u sehen. Wertheinr hat Zit viel'„über" Goethe lesen. ♦ Fra-u Bleib treu, die stol-e DraKdin des Burg» theaters, streckt sich bewußt über das Niveau der Werthei-mersähen Fassung. Die mischt Würde mit Herrlichkeit, Mutterliebe mit Batevlandstvoue, Spießergesinnuug mit dem Instinkt fürs Uchermenschentum. Dadurch echält ihre Frau Rat etwas Zwies-MdigeS, LiteraturverdoybeneS, Absichtliches. Schwer zu fein die Mutter ebnes berühmten Sohnes. Die große' Darstellungskunst der Frau Msibtre« überwindet den Mechanismus mrd läßt uns Goethes Mu-t-ter ahn e n! Um sie hevum^ die ^leinen Menschen -im allen Lebensformen, «uvolleudet, die Kriecher nebom dem Mieger, die Alltäglichen neben dem' Magier. Der P ü n k ö 8 d y gelingt in einzelnen, AugeMicken, den Schmerz ihrer gwßen Liebe zur sinulich-übersinnilichen Liebe zu gelten, der Rest bleibt im Sentrmentalischen hasten. - . * - ' , -' Eine Episode: In das von Hmnanität und Sonne.überflute Heim der Frstu- Rat Goethe, geb.-Textor, tritt ein Schatten aus der Judenhass'. Mittler (Weh' Mltter. Geld gegen Ruhm, Ghetto gegen Würde. Und die Herren dieser beider Mütter Wagen aneinander? Frau Rotschbld steht: nicht A-em da neben der Fra« Rai. Eine dichterisch.wertvolle nmb wirkungsvolle Szene ohne Aufdringlichkeit und Mache,' ans einem Wmvel des GemAs herausgchoben, in dem die Instiuttc jedes Dichters schlummern. Wie Frau Marberg die.se GhedtoDdin edel macht«, wie sie, delikat und würdevoll zugleich, die über allen Thronen throneude Allmenschlichkert des Herzens (wahr und ewig) gestaltete, war sin Meisterstück, war die Szene, m der man den Atem anhält. Sie an solche Rollen z» feffelln, wäre verfehlt; Frau Marberg brachte aber wieder den BÄveis für den Umfang ihres großen, reinen Talents. So lauge sie auf der Bühne stand, hieß die Komödie: .Frau Rotschvld. •i Pauil Wertheimsrs Stück fei um dieser Figur willen danWar aufge-nomnten, wenn auch seitens des PuMkums der Applaus Nicht weuiger ihm galt als der Darstellung. Oskar Rosenfeld. iaaai WIENER SCHFIFTSTELLERVEREIN « DIE SCHOLLE“ ' f»1 WIEN, II. LILIENBRUNNOASSE Nr# 1 veranstaltet unter dem Titel : Bunte Abende Hr ISL Unssr. Wanknnsi n. Misik Heute Sonntag den 26. Oktober m m ■ s ■ ■ a ■ ■ ■ » « « > « i Q ■ 1 « __ _ , _;__ J Karten zu haben: R. Löwit, I. Rotenturmstr. 22, Karten-! « bureau Aida. II. Taborstr. 8, Ralh 8s PrSger. II, Tabora strass« 20 a, und an der Kassa der „Scholle* ■ .. Beginn- 8 Uhr abends „Kläp Hämeri Klap* ..... . . . Gärtner „Der Datscli“ von Scholem Alejchem . Sigall „DerTunkler“: Humoristische Szene. Bulow Chassidische Gesänge.Dullckaja Violin-Konzert (Jöd. Kompositionen) . Konzertmeister J. Zlmbler „My8Sow“, Dialog von Perez. ... Fr. Natan* Fr. Weissberg „Die erste Nacht“ , . .. Bulow, Fr. Kadison, Fr. Natan, Fr. Weissberg für Kostüme imd Müntel, 130 Am. aiisa.i.^o«.Uaa SEIDE 007780 ^270

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