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Wiener Morgenzeitung · 1924-10-23 · Heft 2041 (23.10.1924) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 2041 (23.10.1924)
Date
1924-10-23
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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gefft 8; Me«, DMnerMg_ Wch hie Demokrqfie ist in den Formen des Par- MßyHps tzrstgrrt. 'Sie hält wirtschaftlich noch. immer «jy HM Urgsichestexsiheralismus fest und hat die Forderungen der neuen Zeit nach dem sozialen Ausgleich Zwischen Besitz und Arbeit nicht erfaßt. Sie ist in den Wj-xiarchglischen Auffassungen der Jahre festgefroren, m m sMlkn Aysppüche der wirtschaftlich schwächeren HaMWiente hinter die vaterländische Parole zuriickstellten. Jede weitere Entwicklung verhindert die Par* hie ß zu keiM lehendigeri Perbft)duftg nach, links has kommen ^asseni Die Demokratie rst ab* geschnuft, ohne Initiative und oyne Nachwuchs. Sie ist weltfremd 'geworden, hat es nicht versucht, für die Republft m kästrpsen, die Friedensbewegung zu tragen und Mpes politisches 'Lehen zu schassen. Sie tritt mit umflortem Banner in den Wahlkampf ein. Der Rest von ÄuDe, mstdemstem den letzten WdKn her KM den WKskrps verhinderte, scheint au gebraucht. De; Prozeß vor dem Leipziger Staatsgerichtshof. Gestevst begann, ftie m§ Leipzig genveDet wich, vor dM KiessW Senat des StLatsgevichtshoses zum Schutze dßp JftpsthM Wiep dem Vorsitz Senatspräsid^nten B \ $ i h^r Prozeß gegen 24 führende Perfönlichfeiten muß de? £? r. g ayi sa \ ia st „C o nfnl". Tis? ^KagesHrist nnffgtzt nicht, weniger als 164 PÜZ. der Prfgade Ehrharh im Wdl Wch Jmdi 4D1 hg'tte. her 'HaMaMKagte^. Kapitanlemckvaint Mftch «E» {jTf f'W a st WneWaM mit dem Ehrhmch-Dffthier WansM v. Kilssyger bgian Mord an Erzberget eine Mpsschs Roste gespielt. Die OMpisachon ,<C" wuchs in chtznchxn gegründet..Aus den Satzungen geht hervor, daß he? Mssck^? Organisation war, durch Eingreifen bei «MUeftu ftnvuihen. die Einsetzung einer nariststafen Dißtatur zu- «Hwingen. Interessant ist agch per Paragraph 5 ,der Satzungen, der besagt: B e rr ß t ss r tz e r f a s l e n d e r F e >nx e. Die Lftganifafton „C-- LpsfteM sich Wp..W g^nze Mi ch, MMenGch ist Schlesien, SgMu Wch Wjft-ngest hatte die Werbetätnglkeit zeitweise Mm U-strfcmg am^rommKn. Mn her Hefte idigung -war beantragt Wochen, -den PpMsß Wr tzeK.Münchner Hgivdes- und SchösfengerW Kg briMst. Dieser A-sttrag ist aber abgebehnt worden rhrch dex O^rreichsWivalt WM den Fall Unter allen Um- WchNl VM hW ist'taatWericWof verhaHM. Zunächst sog Stifter des GshftmbMÄes, Kapstianleuitnant Hoff-- ifSÄÄ Zweck der OMnffaOyn vernonrimen werhM WrM -iss -!bWbsichtigt; Kapitä-nlautnant d. Dllinger rWr kWe MEÄ in Obers chlesien Mehrere An>- MKst W sasstn. Für diBsen Teil des Prozesses wchnet Wan schM Wjf dem Ausschuß der' Oeftentlich- M ■ V ’ ' : ' '■ " ' Mi h?r heutigen BerhaMung bittet Hoffmann, spW Aussstgen W^e die GründWg der Organisation „Gyysyluchtz ihre DßtWit in OberfWesten ijt nichb» pffeptssche? Sitzung machen zu dürfen. Reichs- MpM Piethgmmer betont, daß dj« Oeffentlifiitit has größte Interesse daran habe, daß W Hshrhest ans Licht komme. Trotzdem stimme er hat Bitte HoGmamrs zu. Hierauf wurde seitens des Ge- ViHtchhpfeß hex Beschluß gefaßt, hie OefsentliHkeii GVßr^sHließeH M'her Nachmittags Verhandlung gibt An* gier Hofftnann, vom Vorsitzenden über die Ziele der MftasMtt „TMul" befragt^ als Ziel zunächst die Z e rt'ßUng der -ntinationgle« Weimarer Hsrf-fsartgrw. . ' AWMgter v. Killinger schließ sich den AuDßWn HvMnanns an.; tzorthvr Wörderstzstem wird in der Ratimal' versam«lllng angegrifien. / vndapest, 82. Oktober. In der hoMgm Sitzumy Ke« jW^naDvensamml'UNg interpellierte Abg. Ruppert in!htzr Wge-lögeHeit der Verweigerung der Aus- 8refer<n!Ng der Erzberger-Mörder mnd er-!Wvte, der dieshezuMche Standpunkt der RegLerung sti verfehlt. Er vertrat den SiandPunA, daß M Ermochung Erzbergertz kein politisches Delikt sei. Er bemängelte es, daß der Prozeß gegen den 'MmjbenaMMter Marffh mm drevnM einen nenen Gena-t übertragen worden sÄ. Die Eve^nisse hatten ge- ^Pigt, daß es Richter gebe, die sich bei ihren Urteilen von iPvFit«ische-n Gesichttspiunkten keEten Wen. K Upper t .fragte sWeWch den Justizminister, WeAhaH die sich in Ungarn <mfha>ltenden Erzberger- Mörder seinerzeit inichi verhaftet worden seien Wd ob der Minister geneigt sei, sämtlnche auf die Erzbevger-Affäre bezüglichen Akten ,dem Hause vorguilegen. WMrs frage er, ob der Minister geneigt sei, dem S h st e m e,^ Ende zu bereiten, das Mördern Amnestie gewähre und ausländischr Mörder nicht ausliefere. Abgeordneter Farkas (Sozialdemokmt) führte die Entscheidung des Juiftizmimsters, womit die Auslieferung Schußes verweigert wurde, auf den Einfluß her rqss^nschütz!erischen Presse zurück. Er fragte den Minister, warum die Polizei die Verhaftung Schulze- Fyxsters, erst verfügt habe, als die ZMimgen bereits Ent* MllUngen Wer dey Fall veröffentlichten. " Der I u st i z m i n i st e r erwiderte, .feistes Wissens hlche hie Polizei, fohgld sie von dW Aufenthalt Schulze- MrsW wil erhielt,. ft-fort WaßmchWN. GWiM e SW^Mg HKe sich in ihrer OtDHlgjMme vw Mene« Morgettzeitunü. * saf. mm im Nv. M "rrrrirr Sine Fnterpellatton int RaüMstpl. Sine Fnterpellatton int RaüWM ' 'Ist be>t' Mvgestrigey SMstg - des. - NaüoMlrsttes ' MHtG.M's^KWMMaE Jstteppellytion gu den PUstdeSkanzler em, die sich mit der Tätigkeit des ftinerzeft i M, dem LefthiM Gssingwis " . OöerlKstittsrtts Roßbach ' auf österreichischem Boden ^beschäftigt. Die Interpellation teilt mit: Jnr letzten Winter wurde der Teilnehmer am Hitler- Putsch, der ehemalige Oberleutnant Roßbach, in Wien aufgegriffen, vom Strafbezirksgericht 1 verurteilt und von der Wiener HEzei für ständig abgefchafft. Die „ReiDpost" schrieb nur 2ß. Fehrnpr uhftr pMr ^ifts „Nste MrkwMW Abschaffttm",. daß ihm jedoch gleichMtig die Auftnthaltsbewllligung fü'r den Bereich -es Gebietes Saszbyrg erteilt wurde. Sie fügte hinzu, „Roßbach mußfe vorhe? protokollarisch die VerpMchtnng a^eherr,; dyß vr keine rlei gegen den Bestand der österreichischen Republik gerichtete Tätigkeit wWend seines Aufenthaltes in Salzburg ausüben werde". Nun teilt die christlichsoziale „SjHWgex Mxonik" vom 12. Oktober 1924 mit, daß Roßbach unter dem Aushäntzeschrld eines Vereines ,-Schilljugend" Büyg-er- und Mittelschüler, Lehrlinge zu militärischen Aebungen heranzieht, wobei es bei den Exerzierübungen aus den alten Plätzen zu Keilereien mit Andersgesinnten komine. Das Blatt erwähnt noch, daß er den dummen Buben den Schädel mit Waffen- und Schießwesen sowie Taktik vollstopse. Das deutschnatio-nale „Salzburger BolkMatt" vom >15. Oktober 1924 bestätigte diese - Mitteilungen! vollinhaltlich. Es schrieb aber rwch: /Mas den Oberftutnastt Roßbach anlangt, ft wurde er g e b e t erp„ seiue MnMiffe pe? Wehrjugendbewegnng zur PepfugstUS zu ste s len, soweit sich dies mit seinem Uhlrecht ^reistbarey Nach Rücksprache mit der LMtdesregiexyng und bei der Polizeidirektion, welche Oberleutnant Roßbach teils allein, teils -mit befreundeten Herren dort selbst unternahm, wurde über diese Dinge gesprochen. Die amt? li ch en Stellen sind ailfo über seine Tätigkeit genauest informiert, da es ja mit ihrer Kenntnis gesch gh und ß -agrgen auch awfticherseits nichts eiwzuwendsn gibb Me. J^rpelllm-tM ftagen den Bundeskanzler: Ist es Ihnen bekannt geworden, daß der aus Oesterreich abgeschaffte, jedoch mit AufenkthaltSbewMgung für Salzburg ausgesvatteke Gerhard Roßbach in Salzburg eine rnilitärifche Jugestdorganisatron aushildet und leitet? Ist diese DAigßeit Roßbachs rstft jenen WejsM gest perchrbar, die ihm für di- Gewährung des Asylrechtes gege-ben Wochen sich'? Sind Sir gxuMatzlich datpst vjmverstrmden, daß Ausländer itt Oesterreich misst tärische Orgquisa'fron en ins Lebest rufe« u n h lei tgst?; DD Hakenkreuz in bet Leopoldftadt. HebrrMe auf jüdische Passanten. In >der letzten Zeit -«mchsst sich HakeNkveuzlerPlafteu in der Le-opMstadt unangenchm bemerkbar. Die Burschen haben dort ein BeirsaiMimlungsboM und nach Schluß ihrer ZusanMienkünfte ziehen sie gewöhnlich in Trupps bei Nacht durch die Gassen u>wd attackieren in ebenso feiger wie ihermt ückischer Wsvse jüdische P a ssanten. Sol che M Dstnstag gegen 9 Uhr .abends in der ZiÄus- und Novamgasse. Eist Trupp von .ungesähr 2 0 L4's 3 0 Burschen, welche nach der Angabe von Augienizaugen Hakenikveuzabzeichen trugen, ftgstkerte in..der ZirEstsgasse einjge havnHose Passanten, -stnftr denen sich auch sF r a u e n und alte Lente befanden, tzn, Die Helde^pv^ WeÄkxeW warfen die Angegriffsnen ffii -Boden 'mmr' tratzn sie mit Füßen. Wug Frau Mst eWn Nervenschock, zwei der angegriffenen Personen haben Verletzungen davon getragen. Der Vorfall rief eine große Ausammlung von Menschen hervor, vor denen nunWhr die Burschen zu Wchsty suchte^ Es Mlastg jedoch w'it Hilfe der Polizei, fünf vpn ihnen festzuuehmen. Sie wurden nach der nächsten Polizeiwachstube gebracht und dort nach AnfnahW ihres Rationales e n k s a s s <h&. Antzex diesem Exzeß in der Zistkusgasie verübten die Burschen, wie uus mitgeteilt wird, auch in der Novaäagasse einen Ueberfall auf zwei Passanten. Dem BeKirlskommissariat Le>opo!ldstadt, an welches wir uns um nähere Daten wandten, ist nur von dem Ueberfall in der Zirckusgasse Bericht erstattet worden. Die Namen der verhafteten stnd nachher wieder fveigslassenen füuk Burschen verschweigt der Polfteibericht, welcher sonst jeden angcheiterten Kutscher, der auf dem Heimweg von der Scheulke wegen ,/Ptörwng der Na'chtruhe" ungehalten wird, bei vollem Nansen nennt, in einer geradezu mevkwüMgen Rücksichtnahme. Als Begründung für diese zarte Rücksicht wich angegeben, daß es nicht erwiesen fti> ob die Burschen omcr hakenkveuHlie-rrschen Politischen Organisation angehöven und daß guch hei ihn-en keine Waffen oder Schliagiiststrnmente vorgefulnden wu>rdsn. . Unter hon Verhaftetsn, gegen ^die beim Bszirksgerscht -die Gtwsanzeige erstattet WUDde, befindet, sich ein Student, em Photograph amd ein Lehrling. Es ist geradest MglyMich, daß die PoMs'r, der es ja 'Wairnt ist,' daß sich in -dev Nahe der ZipkuSgasse ein VersamMvstgslolal der Hakenlkreuzler befindet, und daß es nach den Versammlungen der Burschen gewöhnlich zu Radausz e u e n konilmt^ nicht die Energie aufbvrngt, wchrlose Passanten^ Fwuen, Greise arnp Kinder pox heimtürbischeu nächtlichen Üeberföllen zu schützen. Es geht nicht an, daß in der Leopoldstadt Personen, welche am Wond ausgehen, ihres Lehens nicht sicher sind. AMERICAN TAILORS Brüder Koch Gef. m. b. H. It'.liH» «. «er., MariMlferftrabe 17 Erstklassige Maß - Schneiderei für Herren / Reiche Auswahl i« feinen englischen Stoffen / Elegante AussÜhnmg / Billige Preise keinem von außen kommenden Druck beeinsiliusfen Men. Zwifchen.UngaM und dem Deutschen Reich bestehe in dieser Frage kein ^ternatranaler Vertrag, ft daß man sich ausschließlich die Gsgenseitigksit vor Augen halten müsse. Ssinerzeit, als Ungarn von Deutschland die Wusliefemng des Hauptmannes C s e r n i a k verlangt habe, sei von der ungarischen Regierung darauf hmgewiesen worden, daß ohne Rücksicht darauf, yb der Mord (an Tisza! Die Red.) aus polikis^n Mot-iberr vorübt worden fei, ein GegeNseitigkeitsvevhültnis Zwischen den beiden Staaten geilte, ' demzufolge die Ausliofevuug angenommen werden möge. Die Verhandlungen hatten jedoch zu keinem Ergebnis geführt. Die Ermordung Erzbergers fei von der gefamten deutschen Presse als politisches Verbrechen aüfgefaßt worden und für diese Auffassung sprechen auch die feinertzoit getroffemn Maßnahmen -der deutschen Regierung. Diese Erwägungen hätten die Regierung veranlaßt, die Auslieferung Schulze-Försters zu verweigern. Die Interpellanten Rupert und Farkas erklären in ihrer Erwiderung, daß sie die Antwort des Justizministers nicht zur Kenntnis nehmen und verweisen darauf, daß die deutsche Regierung durch die Auslieferung Johann Baloghys, der sich eine politische Strafhandlung zu Schulden kommen ließ, die Reziprozität angebahnt habe. Justizminister P e st h y betont neuerdings, daß die Verweigerung der Auslieferung nicht darauf beruhe, daß die döutsche Regierung Csern,hak nicht ausgelies'e r t habe, sondern daß zwischen Ungarn und dem Deutschen Reich kein Reziprozitätsverhältnis bestehe, , Die Mchrheft-des Hauses nahm die Antwort des Ministers zur Kenntnis. Kie Mordtaten Iwan Heüas'. Budapest/ SS. Oktober. (Tel. der ,Mreuer Morgenzevtung.") Die königliche Tafel verhandelte heute die Berustvng des Chefredakteurs der Tageszeitung „A Vilag", 'Geza Felekh, der vor eiuvAen Monaten wegen BeleÄigung tzeS chvisOchnatiomlen Albg. I. Pekar zu 14 Tagen Gefängnis verurteilt worden war. Der Verteidiger Fsl'eHS, der demokmb'cfche Abgsovdnebe Rudolf Rupert, bsantragte die AuGdchnung des BeweiZvevfalhvens auf die Mordtaten der Iwan H ejjas, da der beleidigende Artikel Felechs zwar gegen Julius Pekar gerichtet war, aber im Weisen die terroristischen Gewalttaten des Iwan H e j j a S zur Isit der Kmbterrevoliuiiion betraf. Abgeovdrvster Ruppert erklärte, den Wahrheitsbeweis dafür antreten zu ^wollen, daß Iwan Hejjas 53 geMine Mordüvten auf dom Gewisien habe. Die konWche Tafeil gab «ach halbstündiger Bew-tuntz diesem Antrag der VerteMgumg Folge und ordnete die Ergänzung des.Beweisverfahvens M der Richtung an, ob Iwan Hejjas die Hm durch Geza Fsleky mr dem mkriminievten ZeitumgSauffatz zur Last geleglten Mordtaten begangen hat oder nicht. Dieser Beschluß des Deg-ve-Senats der Tafel hat eine große prinzipielle BedLu!>u>ng, da bisiher noch kern ungarisches Gericht gewagt hat, die Rolle Iwans Hejjas' in der Konterrevolution zum Gegenstamd eines öfftMchen Gerichtsverfahrens zu ma-chenj. / Sie Forderungen der keinen Landwirte. Verhandlungen mit Bethlen. Budapest, 22. Oktotber. Der gewesene Ackerbaumiulfter Szab o-Naghatad hatte heute eine mehrstündige Konferenz mit dem Mnifterpräsidenten B e th le n, in der er die verschiedenen Wünsche der Kleinen-La-ndwirte- Ubgeovdmten Kur Sprache brachte. Die Wnen Landwirte bestehen auf einer schlermigen Erfüllung ihrer Forderungen und sind im geigentMgen Falle entschlossen, aus der Regierungspartei ausKUtreten.

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