Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 2041 (23.10.1924)
- Date
- 1924-10-23
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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1P o t e n 20 nroszy I 'Wien? Zum Abholen in der Expedition, H. Taborstr. 1-3, oder in einerVerschleisstelle (Trafik) monatl. K 40.000 Strassenverkauf in Wien durch die Kolporteure der Firma Goldschmied, 1'. Bex., Wollzeile 11 . Mit Postversand für Wien u Oesterr. monatl. K 40.00* Ta ehe c o-S 1 owa k e i Mon. K20. Jugoslawien. Mon, Dinar 60. Polen: Mon. 3V» Zloty, Deutschland: Mon. Goldmark 4, Fr an kr., Belgien: Mon. Frcs. 15 BW“ N* e H * * h I u n j< r » “WG Set PreUerholutn?ei) vorbei »Her 91r. 2041 Wiener Wien, Donnerstag, 23. Msber 1824 I?I-Vls K 14001 England: Mon.4Schilling, Italien: Monatl. 15 Ute, Rumänien Mon, ISO Lei, Bulgarien Mon, 80 Lewa, Schweiz und das übrige Ausland monatlich Fres, 4. Redaktion u. Administration Wien,!!., Taborsfr.l—3 Telephone: 44-0-38,43-3*19, BB Ab6Uhrabds. 21-102,25-282; IX. Universitätsstrasse 6—8 (Druckerei Steinmann) . ~ ■ %. Oeiterreichisehes Postspar* kassen-Konto Nr. 150,698 6. Fahrgang JMchlmo im 4 Auflegung der Stimmlisten. — Leere Patteikaffen. (Eigendienst der „Wiener Norgeirzeiturrg".) Berlin, 22. Oktober. Der Reichsmnenminister hat angeordnet, daß die Stimmlisten für die Reichstagswa lh i e >t vom 16. bis 23.' November aufgelegt werden. - . Tie Listen für die p r eu ß i s ch e'n L.a ndtagswahlcu Iverden vom 15. bis jtüin 22. November auflicirtcit. Zum N ei cf)s wachtleiter wurde wiederum der Präsident des statistischen Reichsamtes, Geheimrat Professor Dr. Wagen er, ernannt. Die Durchführung des Wahlkampfes gestaltet sich diesmal für, die Parteien besonders s ch w i e r i g. weil alle P a r t e i k a s s e n durch die ReichstagLwahlen im Mai noch sehr erschöpft sind. Der sozialdemokratische Parteivorstand und die Reichstagsfraktion.traten heute im Reichstagsgebände zu einer Konferenz /zusammen. Auch die deutsche B o l k s p a r l e i . hielt im Reichstagsgebände, in dem überhaupt den ganzen Tag über wges Leben herrschte, eine Beratung ab, an der auch Reichsaußenminister Doktor Strefemann tellnahm. Gleichzeitig 'fand auch eine Fraktionssitzung der Nationalsozialisten statt. Das 'Zentrum , beriet im Gebäude des preußischen .Landtags. Ans allen diese,» Beratungen wurde als Hauptfrage die WahltaMk unter den gegebenen Umständen erörtert. Geffler bleibt Demokrat. Berlin, 22. Oktober. Wie das „Berliner Tageblatt" und die „Bossische Zeitung" erfahren, habe der demokratische Reichstvehvminister Dr. Geßler. in einer Besprechung mit der demokratischen Parteileitung erklärt, daß von seinem Austritt aus der demokratischen Partei nicht die Rede sei. Der bayrische Abgeordnete Spar rer har gleichfalls keinen Zweifel darüber gelassen, .■ daß er tut der Partei verbleibe. . - Sie Räumung des Rnhrgebietes. ßAederanfrichtung der deutschen Eifenbahnverwältung. . AVly, Oktober^ Mvffs-) ,,Me^. van. MftLvichbster. ^!«^'nÄWMl fUivd7 WUE Iftbä-noh^'Der'W fMl-öfifch-bellMschen 'Regie ^betriebenen Sürecken durch die Neue deutsche Reichs/bahngesellschaft am 16. November erfolgen. Don diesem Tage an werden.wieder deutsche Fahrkarten auisgegeben werden. Ditz Annahme und AuHftrtignng von Gütern erfolgt vom 16. November an 'wieder nach den deutschen Bsstlmmungen. Die.sogenannten Zoll erklär u n g e n fallen schon' heute fort. Ein Evftiiibahnzug mit Tvnppsn der hiesigen fMuzost-. scher' Garnison hat heute früh Dortmund verlassen. Gegen halb 9 Uhr vormittags 'verließ General M a r t h mit stinsm Stab das Stadtgebiet. Die Bureaus der Eisenbahnbehörden in Dortmund Md setzt von Regiebeamten -nnd svanzösitchem MMtär frai. Die Bahnhöfe von.Limburgun>l Eschhofen sind von der Regie an die Röichs'bahnverwalbuinig zurückg-egeben worden. Heute'ist das Gebiet von Vohwinkel, R emscheid, Wipperfürth und R ü n d e r r t h sowie der Gebiets streifen u-ordöstlich und östlich der Grenze des Brückenkopfes Köln geräumt -worden. Die Häsen von E nr m e r i ch ud W e s e l sind geistern von den belgischen Truppen gevLu,nrt wondetr. Bei der Rämmmg des Do rtmundex und einiger anderer kleinerer Landstriche haben 19(X) französische Sol da ten das Gebi-Lt verlassen. Außerdem sind 512 Beamte mit 655 Famil-ienangchövigen aus der Stadt abtransportiert werden. ' - Getreidezölle in der Lschecho-Nowakei. Prag, 22. Oktober. Die Getreidezölle werden, wie die ^Tribuua" erfährt, noch vor dein tschecho-slowakisch-tt-ngarischerr HaWdeilsvertragsverh.rndlli.ngeneingeführt iverdetr. „Narodni Politika" weist aus die.Wichtigkeit dieser Zölle als Kompeusat i o ns ob je k i bei diesen BerlhaMungen hin. . Die Regliernug nehme, den Standpunkt ein, daß die Wiederemfühvuug der Getreidezölle, deren Gültigkeit im ehemaligen Oesterreich zu Beginn des Krieges aufgehoben' -worden sei, üm Wege einer Regierwngsvervrdnung .-durchgeführt werden könne. Es werde eine Abstufung der Höhe der Getreidezölle n a ch d e r jeweiligen Höhe der Getreidepreise beabsichtigt. Das BewMgilNgsverfahren für die Getreide- und Mehleinsuhr wurde fallen gelassen. Nne Botschaft Mar SonMr.! London, 22. Oktober. (Tel., der „Wiener Morgenzei- . tung.).Mae Donald hat heute au die.Kandidaten der 7,'.' ' Die Arbeiterpartei' nntttnüttmt gegenwärtig eine . mächtige. Anstrengung. Obgleich unsere Gegner versuchen, unsere Bemühungen zunichte zu machen, macht unsere Sache b e d e u<1 e n d e F o r t s ch r i 11 c int ganzen Lande. Das Volk geht mit uns und nichts wird unseren Fortschritt hindern. Ich spreche meine besten Glückwünsche für das.Gelingen unserer Sache und für den Sieg des Sozialismus aus. . Sie Skupschtina vertagt. Bis zur Bildung einer neuen Regierung. Belgrad, - 22. Oktober. Die heutige, Sitzung der S ku p s ch t x n a dauerte nur zehn M,i-n Uten. Vor der Eröffnung der.Sitzung kam es zu einer Prügelei zwischen eiltem Abgeordneten der radikalen Partei und der südslavischcn Türken, der jedoch durch Einschreiten der Parteifreunde beider Abgeordneten bald ein Ende gemacht wurde. Nach der Eröffnung der Sitzung erklärte Präsident Ljuba I o v a n o v i c,. daß die Sknpschiina nicht arbeiten könne, da sich die Regierung in Demission befinde, worauf die Sitzung bis zur Bildung einer neuen Regierung vertagt wurde. ' Sie Moflulsrage vor dem BMerbundrat. London, 2. Oktober. (TÄ.-KomP.) „Da-ily Telegraph" -meldet, daß Bvi'aud Frwnkrei-ch am nächsten MonMg bei der Solldevsitzulng des V o l k e r b n -n d r a t e s m Brüssel, die sich mit der M u s s o I f r a g e befasselt wird, vertreten werde. Italien wird durch seinen Botschafter in Brüssel, Ovsini, vertreten sein, dn es Salandva gegenwärtig nicht möglich.ist. Rom.zu verlassen. . .. Der- Rat wird' eine dreig'l i e d r i g c Kommission ernennen, die nach Irak gesandt werden, wird, wnr a-n Ort und Stelle die- Grenzen und die tatsächliche-Lage in Augenschein zu nehmen. Die Kommisstyn soll feststellen, ob türkische Truppen teile den Sta tus guo, wie er im Landoner Abkommen festgesetzt wurde, verletzt haben. Der Korrespondent erfährt, -daß die türkische Negierung gegen die Ernennung gewisser Personen in diese Kommission Einspruch erhoben habe und daß dieser Protest die Ursache sei, daß die Konrnüssion ihre Tätigkeit, noch nicht, beginnen konnte. Die deutschen Demokraten. —7. Wie», 23. Oktober. Die Woche fängt gut an, kann die deutsche Demokratie mit jenem Zigeuner sagerr, der am Montag, gehängt wurde. Die Wahlen sind kaum ausgeschrieben^ und schon fink drei führende Mitglieder aus der Partei ausgetreten. Sie wären ohnehin.nicht mehr.ausgestellt^ worden, tröstet die'Partei sich und ihre Freunde, die Rechtspresse aber schwelgt in eitel Entzücken ob der Demokratendämmerung, die nun angebrochen sei, und im Wahlkampf vollendet werden müsse. Nun ist das Gedeihen der demokratischen Ideen durchaus nicht von Wahlen in Deutschland abhängig und eine Niederlage der Partei würde nicht das geringste Wer den rnneren Wert fteiheitlicher Grundsätze besagen. Es würde sich nur feftstellen lassen, daß selbst für. den kümmerlichen Torso der deutschen Demokratie im Reich bei der Bürgerschaft, keine Sympathie vorhanden ist und daß sie es' vorzieht, ihr Vertrauen der offen und maskenlos auftretenden Reaktion zu schenken. Die Demokratie war im Kabinett Marx durch den Reichswehrminister vertreten, aber gerade auf diesem Gebiete hat sich die monarchistische' kriegshetzerische Propaganda in einem. so ausgebreiteten Maße entwickelt, wie sie es unter der. Kon-, trolle eines entschiedenen Parteigängers' kaum so hoffnungsfroh hätte erreichen können. Unter diesem , Minister gab es den Aufmarsch der Ehchardt-Leute in Thüringen, die seltsame Reichsexekutive in Sachsen, den Küstriner Putsch und noch ein paar andere gleichartige Dinge, über die man das nähere in den Schriften des Heidelberger Mathematikers Gum'bel. Nachlesen kann und die , eine ganz merkwürdige Auffassung pon, dem Wesen der demokratischen Republik zeigen. In diese Aera fällt die -innige Berschwisterung. der. ReiDwehr mit Mn Pogrombanden unter dem Gcckenkreüz, 'Md ist wohl sehr magere Demokratie, wenn -heute vott diesem'Minister rühmend gesagt, wird, er sei rechtsstehend, habe aber der Partei die Treue gehalten und seinen Posten im.Reichskabinett nicht verlassen. Dann ist der Austritt der drei Pdlitiker nur eine Fortsetzung dieser Treue und'die nächste Konsequenz müßte ihr Anschluß an die Nationalen sein. Es hat in Deutschland einmal eine Demokratie gegeben. Sie. hat sogar geblüht und ihren Höhepunkt in den ersten. Jahren nach dein Siebzigerkriege erreicht, als das Bürgertum, stolz auf die Wafferltaten des Volksheeres, die vollen politischen Rechte im Kampf gegen Bismarck'durchzusetzen versuchte. An die Namen Simson, -Rießer, Richter, Mommjen, Virchow knüpfen sich diese stolzen Erinnerungen, an Männer, die den Bau des Reiches nicht auf das Militär, sondern ans das Gemeinschaftsgefühl des Bürgers stützen wollte^ Aber die Uebermacht des Hofes isolierte sie sehr bald und die' Autokratie des Kaisertums, vor der sogar Bismarck weichen mußte, riß in ihrem lärmenden Gehaben mit dem Schlagwort' von der Weltherrschast allen Widerstand in den Staub. Generale, Junker/ Fabriksherren und' Professoren schlossen ein Rückversicherungsbündnis und im Schatten dieser vont Dhron überglänzten Front verkroch 'sich die Demokratie, Sie erkannte die große Gesahr, aber sie ließ es auf keinen Konflikt ankommen, und als dann der Leutnant auf dem Potsdamer Platz den Zustand der drohenden Kriegsgefahr verkündigte, eilte auch die Demokratie dem übersallenen Vaterland zu Hilft. Sie wußte, was bevorstand, sie erkannte den Schwindel und die Aufmachung,^über sie schwieg, um den Willen zum Sieg nicht zu schwächen. In der Kriegszeit verflüchtigten sich vollends alle Regungen des kühl prüfenden Verstandes. Die deuffche Demokratie , schli-es'unter den Klängen des Sanges an Äegir ein, und als sie dann erwachte, war das Unglück da, in solcher Größe, daß es nur von der stärksten Energie, von der besten politischen Entschlußkraft hättegemeistert werden können. Die deutschen Demokraten ver- ' sagten wieder und überließen das Terrain wie früher den Militärs, so jetzt den mit der Kriegsbegeisterung kompromittierten Sozialdenrokraten. Nur . Rathenan hielt stand. Und wurde erschossen.. Nach seinem Ende zog sich die' Demokratie, auf ihre ruhmreichen Traditionen zurück. Der Rest ist Geßler. ' viel ersparen Sie beim Linkauk voiVstoffeti für Herbst ml Winter,!' Damenlind Herrenwäsche, Leinenwaren, Strick- und 'Wirk-" waren, Teppichen, Vorhängen usw. fjöF“ im Warenhaus 1 II. TaborstraBe 48 Telephon 470*78 . En gros En detail