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Wiener Morgenzeitung · 1924-10-23 · Heft 2041 (23.10.1924) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 2041 (23.10.1924)
Date
1924-10-23
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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m. 2041 Wien, DEecktajg Wiener Morgenzeitung. URE I N LE ITUWQ Di R KEREN-KAIi niii.iillllllllllllllllllilllllIKU AnStfa HU m _ __ i der berühmte arabische Dichter und Vorkämpfer Müller Ariä&ttf kür die Einigung der beiden Palästina-Völker cohen «W WillCft u„a Karl Glaser HÄ sprechen heute im Hotel Continental, II. Taborstr. 4, ’/a8 Uhr abends 23. ÜMet 1324 etiüK s ET H - WO C H El Oben Der Mi Paläste und Der bürgerliche Svtzofitionsblock in Ungarn. (Eigmdienst der „W'l«ri«r Morgenzeitu.ng".) Budapest, 22. Oktober. Der oppositionelle B irr «gerblock Äst KUistande gek-oimmen. 16 bü-Wevbich- NberM Abgeordn«ete Wen sich dem Mock entschlossen, der den Namen „Demokratischer LandeAveirlband" führen wird. Iosesstädtev nationalen Dmnokratenkl.üb hielt gestern abends im. Nahmen eines Pollibischen Essens Abgeordmter Dr.'Wilhelm Bazsonyi eine Ne.de gegien die Poilitiisch: TliÄaim in Ungalvn. Die Mission Ungarns müsse es sein, «die Mekhoden der Gewalt zu verbannen und «unter seinen Bürgern den Geiist der Gesetzmäßigkeit, wie er in der Schweiz herrscht, zur EntsaltnW zu bringen!. Der Zeitpunkt sei ^kommen, alle liberalen und dentioLva-Hschen Ele-merite de>s Landes in einer letzten KmstanstreilWM ZstvsammeiHnfassen, Klebeisberg verlangt Wische Leiche«. . Budapest, 22. Oktober. (Del.-Oomp.) Anläßlich des neuesten Universttütsska-ndyls »in Szeged in, crfolävk Untcrrichts«minister Gras Kleb eisb«e r«g einem Mitarbeiter des „Pelsts Na-plo", daß in der Angelegenheit der Le-icher>«abli>efevu«n»g für Siudienzwecke leine Konfession sine AuKmhmSb«e«haMiU'N!g für sich in Amspruch nehnien dürfe. Die Leichen jüdischer Verstorbener, die keine AnM'hörigen hintevbassen, müssen ebenso den Anatomischen Instituten aibgeliefevt werden, wie die chrisllirüm Leichen. Andererseits halbe keine Universität das R'echt, ein Junktim zwischen der Mliesevung jüdischer Lleichen «und der TeUnühmie jüdischer Hörer an den ~amton«li schm VorlestiiNgen zu konstruieren. Es sei unablässig, -das; eine FabuMt jüdische Hörer «mit dieser Begründ'.ling von «den Vorlesungeld ausschliieße. D'ie Sz-egÄ'i.iler jüdische Kiullt,'.tsgeim-e«inde .beschloß im Zulsanvineniha.n!.; mit der Leichenaffäve die s«osor«ti.ge Gründung eines jüdischen SPitalls u«nd «ines'jüdischen Sanatoriums für Bem«ittell>ü in Szegedin. Die Szsg-sdiner Iüd-en haben zu diesem Zweck bereits 100 Millionen Kronen aufgebracht. . Zer MMarismur kn .der klewen ErNr«te. Prag, 22. Oktober. „Tribuna" bringt eine Zusmnmensieslnnig der Friedens- und Kri>egsstärke der Armeen der k le i n e n E nt e n! e. So verfüge die Ts che cho - S loimakei im Frieden über 150.000 Manu, im Krieg über eine Million; Jugoslawien über 135.000 Manu, beziehungsweise eine Million; Rumänien über 125.000, besichungsweise 2,100.000 Mann. Dazu müsse man noch Bolen rechnen, das zwar nicht offiziell der kleinen Enten ie an,gehöre, im Falle eines Keieges aber sicherlich nicht nentral bleiben würde und 230.000 Mann, bezichungZweise zwei Millionen a.usiustellen imstande sei. Die kleine Entente, verfüge also zusammen mit Polen bei einem Frieden-s'sta-ud von 650.000 Mann über eine doppelt so große Armee als Frankreich. Die kleine Entente buben einen Fr'.ed«nsstaud, von 89 Jnfauteri.edwPo'ilen, 12 Kaoallcricbriga«d'.'n und zwei KavalleriedivUionen, sei also sin Fdktor, arjVt dem jeder rechnen müsse. KWM de Bersr. Rom, 22. Oktober. Der Oberlko«Mmandant der freiwilligen Nat'iema'l'Mibiz General de Boiiv hat an Musts o l i n i ein Schreiben gerichtet, worin er seine Dsmission gibt, da .nachfeiner Ansicht somx An.sg«abe beendet sei. Mussolini antwortete, das; die Miliz der lunantastibave Hort der Oktolbervede-tn'tion von 1922 sei und kündigt an, daß er dem Min'i'sterrat die Ernenrning de Bonos zumr Gon v ern e n t von Jtali e n i fch-So>maliland vorschla«g«en w>evd«. Sie öfterreiihW-tscheMsche« Ha«delsvertragrverhandlungen. Die lösterreichisch-t!fchLcho-st>ew>ül3ischen> HanidellsveritraWverhmMmWen nehmen «inien glatten Verlaus. Infmevhin ergibt sich eine Berzögevuing des Abschlusses über die vora«u«sigeselhene Zeit infolge der Au-sdehnning «des Sbofsiss, der zur Wechcvwdilmiig steht. Die Durchbercitiwnig der omzeloien Posten erfordert ebensoi Wie die eichgülltigÄ Nsda>kl>i«c,n «tangere AMemanidersttzrüngen. Dazu ikoimmt 'dioch, daß nicht «nur der alte Zolltarif alls Gvu,udlag>e der VerlMdtunMn voÄie^t, sondern daß auch bereits die Bestimnmngm de's neuen Zolltarife s mit ihren Erklärningen luinib« DurchM)vn>nigsv«enor!dn«U'Ngien in Betracht gezogen« «tverd>en müssen. Unter «diesen llm!stä^nd«endürften «die BerhasM-untzen bis in die erste«n Tage des N ov emb e r dauern. Es gilt als sehr warscheiulich, daß der tfchecho-flvwaPische Außenminister Dr. Benes ch znm Ab Müsse des Vert'Mges in Wien eintressen dürfte. Re letzte« Kurier London, 22. Oktober. (Devisenkurse.) Men 819.80-. Prag 181,—, New-York 4,50, Paris 86,158, Brüssel 93,55, Nom 108,25, Zürich 23,425, Madrid 33,505, Amsterdam 11,43, Kovenhagen 26,215, Chrtstiania 81,875, Stockholm 16,925, Helsingfors 179,-. Berlin 18,55, Athrn Bukarest LonSon, 22. Oktober. E f f c i t c tt I u r f tx Oesterrrichische Anleihe 95,—, Tschechische Anleihe 99,—, Prager Anleihe 90'/., Skoda 91,—, Bankverein 7,3, Bodenkredit 16,6, Central- Mniug 11,70, General Mining 13,8, Diamonds 17,9, DebeerS 11,75. Rio Tinto 24‘/a, Nohal Dutch 28V,. Shell 4-/,. Paris» 22. Oktober. Devisenkurse r London 86,98, New- Aork 19,07, Belgien 91,80, Holland 751,-, Italien 82,90, Washington —, Prag 57,—, Bukarest 10,80, Schweiz 367,—, Aew,V»rK» 22. Oktober. Effektenbörse. Atchinsou 1l)bV<, Baltimore 61°/», Canadian Pacific 147*/«, Cbeasepeacke 82V2, Eari 27'/«, Greath Northern 61,75, Milwaukee 11V,''Northem Pacific 63, Union Pacific 138l/„ United SteelS 107, Nohal Dutch 42V», Southern Pacific 91l/4, ‘ Zagesbericht. Ädonie Kahn gestorben. Mit Fr<m Svdrmie Kah«n, einer Frau von hervorragendster Intelligenz uwd uneMicher Güte, ist gestern in einem Wiener Sunatormnr eine der ersten -und erfolgreichsten Bovkämpsevinnen für die zVmstische Sache dehing«egangen. Als Gattin des ihr vor Jahren im Tode voraus- «gegangdnen Mitgliedes des eng«even A. E., Dr. Leopold Kahn, gehörte sie zum engsten Kreise HrrzlS, dessen Ideen sie vMig'sn ihren Bann Men. Auf vielen Agätatioüsreifen, die sie in Gemetnischaft mit ihvsm Mann vntrruahm, M Rednerün in wnzÄhl^en W«ersa>mmil>uin>gen, versucht sie «wit Erfolg, die jüdischen Frauen für die Idee der Renaissainve ihres Bottes zu gewinnen. Sie war anch Gründerin «und langfähvige Präside-Mn des ersten Wiemr zionistischen Frauenvereines. Nach d«rm Tode ihres Gatten wirkte die kiniderloise Frau im Interesse jüdischer WoMWert. Ilm Döbl'vnger Mischen FraMNVerem hetwnte sie ,/chve" Döblinger Armen, im Kuratontuim des M«rnden'mstitu«ts aus der Hohen Warte blinde jüdische Kinder; ihr letzter Brief, schon auf dem Todeslager geschriebene galt diesen ihren besonderen Schützlingen, die ihrer Tätigkeit mit rühvmdw Linhänglichikeit da«nlkten. Das Wiener voM-»ewn,ßte Iudeniu'm 'hat einen schweren Verlust erlitten. Rach Simchar-sthskL' aber noch bevor die Angelsgenlhc.it „veraltet" ist, muß sesigeh^ltLN werden, daß das Wiener Straßenbild des I-uidtznlbezir-kes vor den „hohen Fe«ievtagen" u,nd zwiischen denselben durch eine »vsuie, 'bemerkenswerte Stmßenthpe bereichert würbe. Ich möchte sie den „Io«m--Kippu r- Sa-ndwichmann" n-enuen. Nämlich: Während in früheren: Jahren das von den S^lmmrsrischen zurüLgeikehrte und erbalMN.gSbMr«rftig>e jüdische PnMkum bloß durch geschma>ckv»lle Maueranfchläge .unter Anproisiung weltberüchuller Ka-rltoven- (m>it stevMlchen Stimmen) swnndlichst eingeladen .Wurde, in diesem oder jenem Prachtsaale 'die Rosch-Haschauah-Tage Mnd den Iom-KiPPur zu verbringen, sah man in diesem Ighvr das l e b e n d e I y m - K i P P u r - P >l a k a t. Sa«nbwichmänmr, doppelt behängt mit eindrucksvollen Auffordevu.ngen, sich für die GLsMttesdimstvvransialbuug hier rder dort vechtzeitig Sitzplätze zu bvnistn, durchzogen Hm Gänisejmavsch die LeoPMstM. Diese BevMgHmPstmtz des „furchtbaren Tages", der für ein ga)r;>es Volk bch«e.ntet: Ich will mich a«us der Erniiedviigttng retten «und von der Sünde reinigen, ich will evken'nen, wie tEfein ich bin vor der lln>endlichkeit — diase Einordnung des Tages der Einkehr in das Vergnügung^-, bestenfalls GM'iulmtgsprygra.inm der beginnenden Saison ist eine herrliche ErvunMNschaft der Gr'oßsta>dtjuden. „Nur hcreinispag'ievt, Meine H-erüschaften, a«nr Jom- Kippur wirds besiegelt!" O. A. Ausgleichsverfahren der AdkiatMen Bank. Triest, 22. Oktober. Wie bekannt, hat die Adriatische Bank vor vergehn Tagen ihre Zahlungen eingcstellt. In der ZwischrMit sind in Rom Verhandlungen zur Rettung der Bank gepflogen worden, die aber scheiterten. Die Adviatischc Bank bat h.'ute beim Handelsgevi cht ein Ausgleichs b e g e h r c n e ingereicht. kchA^ng der KlewsrWlVrel'e. Wie wir erfahren, werden ab Donnerstag den 23. d. die weißen Wecken ä 22 Dekagramm 4100 K. und das Kleingebäck L 4 Dekagramm 600 K. kosten. Kampf zwischen Polizei und Haienkreuziern. Wüste Straßenszenen nach einer Hakenkreuzlerversammlung. Die Hakenkre-uzler hatten gestern abends im Saale #«t Auge Gottetz" Ln der Nußdorseristmße eine große Protestversammlung veranstaltet, um gegen die Aberkennung der StaalKbürgerschast Hitlers Stellung zu nehmen. In der Bevsamnlung kam es wiederholt zu rednerischen Ausschreitungen gegen die Judenschast. Parteiolbmann Schulz protestierte gegen die Regierung und gegen die Dentschnationalen, die-in der Rkgierung sitzen. Daß Hitler die Staatsbürgerschaft aberkannt wurde, seisin „Verbrechen". Nachdem mehrere Redner gesprochen hatten, wurde eine Resolution an>Mommen, in der der Entrüstung über das Verhalten der Regierung Ausdruck gegeben wurde. Während man jüdische Schieber straflos ausgchen lasse, Wird einem „Edelmann", wie Adolf Hitler,' das Staaisbürgerrecht aberkannt. Castiglioni werde noch seine gerechte Strafe ereklen. Die Deutschnationalen und Nationalsozialisten fordern die Regierung aus, -Hitler ehestens das Staatsbürgerrecht Auzuerkennen. Nach Annahme der EntiMeßuug und Absingen des Deutschlandliedes formierten sich die Teilnehmer zu einem Zuge und marschierten in die Li«chtensteinstraß< . Dort «kam es zu Konflikte« mit der Polizei. Diese forderte die Nationalsozialisten auf, die Hakenkreuzfahne mizmoVen. Die Nationalsaziallstm weigerten sich, das zu tun. Es kam zu einem Hand-? ge menge mit dvr Polizei. Unter Absingnng von .Hakenkveu^Iiedern und Pfui-Mufen auf Svipel und dre Re-, giexmrg zogen. die Hakenkveuzler zur Währingerstraße. Dort sollte - beim Chemische« Institut vereinbarungsgemäß die Auflösung des Zuges erfolgen. Die HaksnÜrsuzler weigerten sich jedoch, der Auffordevung der Wa«che na^julsmme.n, wywuf die Wach« mit eine« Kordon die Wöhrmtzevstraße abspervte, um einen ^Zug in die Am neve Stadt zu Vechind«e>vn. Die HaksnkrsuAev «gMen die Parole aus, den §kordon zu durchbrechen. Es enGM ein ''' ' v wüstes Gefchret und Lärmen. Tatsächlich gelang es den HakeMeuzlevu, im ' etsten Ansturm den Kordon teilweise p, durchbrechen, Sie hieben auf die sich widevsetzenden Wachleute im Sturme ein und rissen ihnen die ONonture« ab. Die Wache hatte einen schweren Stand. Erst ass sie daw" durch Berltttne und Wache zu Fuß SukkurS erhW, gelaug es,^ die Hakenkreuzler abzudräugen. Hiebei kam es neuepding^ zu Zusammenstößen, wobei eine - ' . , große Anzahl Hakenkreuzler verhaftet ) wurden. Die übrigen versuchten, die Drvhafteten der Wache wieder zu entreißen, wobei es zu Schlägereien kam. Schließlich gelang es der Wache, die Hakenkreuzler zu zerstreuen. Erst nachts trat wieder Ruhe «in. Lar Gewerbesordernngramt wird ausselaffen. Der Antrag der Bundesregierung ay den Außerordentlichen Kabinettsrat, der für Samstag einberufen wurde, bestimmt unter anderem: „Dem vorliegenden Entwurf eines Rcgierungsbeschlusses über di'ellAuflasiung des Gewerbeförderungsamtes und die Einrichtung eines Gewerbeföroerungsdienstes des Bundesministeriumß für Handel und Verkehr wird hie verfassungsmäßige.Zustimmung erteilt."^ An Stelle des Gewerbeförderungsamtes hat der „Gewerbeförderungsdienst des Bundesmiuisterinms für Ha«» del und Verkehr" zu treten» Radlokonzert der „Wiener Morgenzeitvng". Täglich von 4 bis 6 Uhr nachmittags in der Redaktion, Wien, L. Brz., TcLorstraße 1. Apvaratr beigestellt von der Firma Broadcasting. Radio-Grs., Wien. Lnmiere-Lautsprecher beigestellt von Minerva, Wien. Vorführung des Sommerapparates. — Programm f ü r h e u t e Donnerstag: 11 bis l Uhrr Aatinee. 4 bis K UHrr Teekonzert. 6 Uhr 30 Minuten t 1. Märchenab end unter Mitwirkung der jugendlichen Pianistin Grete Koller. Mrtwirkend r Frl. Dora Miklofich. Frl. Grete Doris. Programm: Grimm „Rumpelstilzchen", Kovisch „Die Heinzelmännchen" (Frl« Dora Miklofich); Manfted Kyber „Der Giftpilz", Lllieneron „Klein Detta" Wiegenlied (Grete DoAs). Musikalische Einlagen von Humperdinck, Nikolai, Klemu. 8 Uhr: Alt-Wiener K o n z e r t a b e n d. Mitwirkend: Fviedl Böhm, BolkSoper s Walter dwoboda, Theater an der Wien; Blanko GlM. Burgtheater, Wien; Walter Huber, Burtzcheater, Wien; Emmerich Reimers, Burgtheater, Wien (Duette); Kainmerchor des GchuKertdnndesr Professor Rvderich, Baß; Opernsänger Fritz Weißkopf. 0248484823482353482301024823232353534848232390484823232323231500010002484848482301025353904823234853482348535348484877UUU7!!PP7!?77P7

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