Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 2040 (22.10.1924)
- Date
- 1924-10-22
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/2979076-2980834-2981123--20878-3008141- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
-kr. 2040 Wie«, MttwoH Wiener MoMeMeU uitft. 22. .CWoW 1024 Dsltze 8 Zur Einleitung der Keren-MZemetf*»W®chei iiiliiiiiilliiilliiiiiiiiiiiiliiiiliiiiiiiiiiilliiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiliiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiim^ TH BMA: De; Anteil Palästinas Es sprechen: _ KnMs Mttiler-Cohen // Asis Dome«, der im Hotel Continental, II.Taborstr. 4* am Donnerstage23. d„ V28 Uhr abds. HauX^aubdSeKe^Va^eth Werlbezirk Lieblich für eine Akademie engagieren/ Ms sich der Gast entfernt hatte, nahm, man das fehlen eines Herrenwinierrockes ans DoMchoff mit schwarzem Seidenfutter, doppelreihig, mit drei Knöpfen und Firmazeichen „Kaposi", wahr. Offenbar hat der Einschleicher den Rock gestohlen. * Selbstmordversuch des chcmaligen Bürgermeisters von Kottingbrunn. Aus Wiener-Neustadt wird uns berichtet: Wie erinnerlich, wurde der ehemalige Bürgermeister von KMingbrunn, Eusebius Mannsberger, beim hiesigen lKreisgerichte wegen Mißbrauch der Amtsgewalt, Veruntreuung und Wucher zu 18 Monaten schweren Kerkers verurteilt. Der Oberste Gerichtshofs in Wien hat die gegen das Urteil eingebrachte Nichtigkeitsbeschwerde v e rworfen. Als Mannsberger dies erfuhr, hat er Kurz darauf in seiner Zelle Selbstmord versucht, indem er sich mit einer BleistMAse die Pulsader der rechten Hand öffnete. Er wurde in.schwerverletztem Zustand in das hiesige Krankenhaus gebracht. - * Die Kleine Psarrgasse für Schwerfuhrwerk gesperrte Auif Grund einer Verordnung des Bürgermeisters ist die Durchfahrt^-von Schwersuhr werk und' Lastkraftwagen durch die Kleine Psarrgasse im zweiten Bezirk verboten. * Flugpoftheförderung stach Deutschland. Im Flugpost- Verkehr zwischen Oesterreich und Deutschland können künftig be-sördert werden: d r in gen de Paket e bis zum Höchst- * S'cht von fitttf Kilogramm, gewöhnliche Pakete ohne tangabe bis zum Höchstgewicht von zehn Kilogramm. Beschränkung der. Äusdchmmg für beide Arten in jeder Seite auf 60 Zentimeter. FlUMschlag in beiden Fällen 35.000 K. für jedes angefangene Kilogramm. * Für die Mensa acadernica Judaiea. Der eindringliche Hinweis auf das Schicksal der infolge Mangels an Betriebsmirtteln geschlossenen Mensa der Mischen Studenten, dem unsere geschätzte Mitarbeiterin, Frau Klara Mautner, im, ihrem am i: d. erschienenen Aussatz ,-Schon wieder die jüdischen Studenten" ergelhen ließ, hat, wie uns bekannt wird, das evs-euliche Resultat'gezeitigt, daß der Verein Tikwath Je hu da dem Jüdischen Hochschulaüsschuß den Betrag vbn 1/500.000 K. für die notleidende Mensa' academica Judaiea Äberwiesen hat. Wird diese Spende die einzige bleiben? * Zirkus Hagenbeck. Ein buntbewegtes Bild entwickelt sich jetzt allabendlich in der Zirkusqasse. Eine Massenwandemmg, vollbesetzte Antos vor dem Z:rkus,ge!bäude. Der Zauberer, der diese Wandlung in der sonst' stillen .Gasse zustande gebracht hat. ist kein geringerer als Hagenbeck, dessen weltberHmter Zirckus mit deneinzig dastehenden Raub- und exotischen Tiergruppem, seinem. unvergleichlichen Vollblut- Eerdematerial, seinen wundervollen Dressuren und erstklassigen. Barietennmmern das Wanderziel dieser Massenwanderung bildet. ' * Tanzinstitut Hermann Braun, 14. Bez., Reindorfgasse 42. ■ - -;; ‘ (Entgeltlich.) Vereine Vorträge und Versammlungen. Zionistische Jugendgruppe Leo Pol dst a d t. Heute, präzise V-8 Uhr abends, im Lokale, 2. Bez., Taborstraße 20a, wichtige Besprechung. Erscheinen Pflicht! — Jung Inda I u g e n d b u n d. Heute, ll»7 Uhr. abends/ Heimabend der Knabengruppe im Heim. 2. Bez., Große.Schiffgasse 2. Morgen, %7 Uhr abends, Vortrag Lind e.n f e l d üb er. Vegetarismus. — - V e r e i n T i k'w.ä t h I e h ü d a, 8. Bez., Bennoplätz 1." Heuch,. ppqzise 8 Uhr abends, ' Fräulein Loli S P t e g e l, Lanzphantasien; Sigi Hof e r und' Ldo G ü n s L e r g e r von der Rolanobühne mit neuem Programm. Am Klavier: Prof. A d l e r. Anschließend Tanz. Allerdings kann man aus diesem Anlasse nicht unterdrücken, daß insbesondere einzelne Kräfte des Bnrgtheaters, die so leicht von dieser Stätte ihrer bisherigen Wirksamkeit los kamen und zu RemhaM gingen, nicht unbedingt auf die Zustimmung der Kunstfreunde rechnen durften. Dies gilt zum Beispiel von Herrn Thimig dem Vater, den so enge Bande mit dem Burgtheater verasen, der an dieser Bühne einen so weiten bis zn den höchsten Gipfeln führenden Weg zurückgelegt hat, und am Burgtheater noch bis in die letzte Zeit neue Rollen kreierte, llitib das gilt ganz besonders von dem noch sehr jungen Herrn Schmäle, dem das'Burgtheater jede Entwicklungsmöglichkeit bot, den es stets in den Vordergrund stellte und künstlerisch außerordentlich förderte, rrotzdem er zu den jüngsten Mitgliedern des Hauses zählte. \ Tief bedauerlich aber ist es, daß . nun auch diese Bühne von einer argen Krise heimgesucht wurde. Max Reinhardt, der ein Riesenpersonol verpflichtete und sich in der letzten Zeit um das Schicksal -des Theaters, um die Beschäftigung ,und Förderung der Künstler, fast gar nicht kümmerte, ist an dieser traurigen Entwicklung nicht schuldlos. Wie verlautet, ist es fraglich, ob trotz der materiellen Opfer, die neuerdings von einzelnen Mäzenen geleistet wurden, die fälligen N ove mber ga gen bezahlt werden können. Bühne und Kunst. Sie Bolksoverkrise. Verhandlungen über eine regelmäßigst.Subvention durch die "Gemeinde. Aus dom Rathaus wird gemeldet: Bon einer Ueb e rnähme der Volksoper durch die Ge»nem>de kann zwar keine Rede-fem. Ebensowenig wird die Gemeinde irgvnd eine Bindung eiügchen^ durch die . sie eventuell zur Deckung von Betriebsahgän.gen hevaugetzogen.werden -könnte. Ws sicher , kann a!ber'a,wgvuommen werden, daß die Gemeinde hereits-in den allernächsten Taigen einen Belschluß fassen.wird, der Volksoster düvch .Göwährung von g r ö ß e r e n S u bventionen beizuspr-m-gen. . . . - ' Es würde in diesem Fall gewissermaßen eine d au e-r-nde- Verpflichtung durch die Gemeinde übeMonEN.werden, die ihren Ausdruck , auch darin fände, daß im G e m ei n.deb udg et eiu bestimmter.Betrag für dieVolksoper mlZWwovsen -würde. Es. ist. außer Frage,, daß es zu einer die Erhaltung her BMsoPer sichernden Verombärung koinimen wird. . . - Max Reinhardt und sein Wiener Theater. ■ Max 'ReirchaM hat in dem Pr-vMmm, das er vor der Eröffnung des. Theaters in' der Josefstädt kunAat, von der Kunststadt. Wien gesprochen, in , der zu wipken und in deren küMerische Kultur zu fügen ihm Bedürfnis sei. Nnm hat die Stadt Wien ein fünf Wochen lang währendes -Musik- und Theaterfest begangen!-—aber Herr Professor Re-inharÄt weilte auswärts und hatte Lein Bcdürsni s, an dieser Wiener Kunstaktion nritzutun. Hingegen. hat er sehr zahlreiche bedsirtendd Künstler dem Bnrgtheater und anderen Bühnen wegelMgiert. Ein Rieseneltsemble' steht zur Verfügungund der'Führer weilt auswärts. Es wird unter solchen Umständen. schwer, die seinerzeitigeu Versichernngen Reinhardts ernst zi: nehmen. Auch die Scharispieler, die sich' um die., neue Sonne geschart - haben, werden unwillig. Einer der TemperameMöllsten; •.''Herr Sch m ö l e, hat seinen Protest öffentlich mitgeMt und stvird. Reinhardt untreu. ' ' " . l Philharmonisches Konzert. Allen Gerüchten zum Trotz erschien Felix Weingartner am Dirigentenpult, schwang wie iumrer mit jugendlichem Elan den Taktstock und wurde wie stets mit stürmischem Beifall begrüßt und bedankt. Am Beginn des Programms stand ebers „Freischiitz"-Ouv!ertüre, welche Weingartner durch das feierliche Tempo der Einleitung und durch scharfe agogische Kontraste dramatisch vertiefte und so fast in die Nachbarschaft Richard Wagners zw-ang. Den Schluß des Konzertes bildete die „Eroika", seit jeher ein Gl-anzstück des Beethoven-Dirigenten Weingartner und des Philharmonischen Orchesters. Da Weingartner in diesen: Jahre nur zwei Konzerte leitet, gab es schon im ersten eine Novität, -ein Konzert des Jung-Jtalieners Bittorio Rieti, in welchem Holzbläser und Horn als konzertierende Soloinftrumente dem Geisaimtorchester ge-genübertreten. In der Idee der konzertierenden Soloinstrmnente greift Rieti —-ohne sondevliches Geschick — ans die Zeiten Bachs zurück; im übrigen ist das Werk durchaus von moderner Skepsis erfüllt: Das parodistische Element herrscht in den spöttischen Ansätzen zn Tarantella, Trauermarsch und Ve-teranenmusik vor, die italienische Straße mit ihrem geschäftigen lauten Treiben und dem. Unfug und Schabernack der Gassenjungen gibt den Ton an. Als-Esich der Komponist über seine eigene Banalität luftig machen wollte, sq trivial' klingen seine thematischen U-m-f Wandlungen, in deren Stil er nicht nur Alfredo Casella, sou- .hern namentlich Straw'mskch. Gtzföl-gscha-st .leistet. Mag Rietis Erfindung auch nicht gerade stark sein, so verdiente das kurze amüsante,.volkshrmliche Stückdoch, keineswegs die geräuschvolle Opposition einer Minderheit. Es scheint in der letzten Zeit in den philharmoni-schen Konzerten Mode geworden zu sen, daß ein gut geschulter Chor von Zischern zn jeder nicht Unbedingt reaktionären Musik einen uuliebsanien aufdringlichen Kontrapunkt abgibt! ' , Ab. Ans dm Theatern. Bürgt h eka t e r. Morgen, 7 Uhr, - „W a s ihr w o l l t". - G A k a d e ru i e t h e a t e r. Morgen, V-8 Uhr, „D e r S ch iD.c.n". . Schönbrunner Schloßtheater. Morgen, '/r8 Uhr, „ll n sere kleine Fr am". Raimund-Theater. .Morgen, Ubr, wird als zweite ' Aufführung int Rahmen der klassischen Schwankserie „F a m i l i e Sch i m e V mit Dr. Rudolf Tyrolt als Gast anfgesührt. . Volksoper. Heute „Der Bette Ist u de nt". Morgen „D e r T r o u b a d o 'u r". ... B ü r g e r t h e ai e r.- Ab heute Vorverkauf zn der Dienstag, 7 Uhr abends, stattsindenden P r e m i e r e der Operette „N e v a n ch e". Buch von Beda und Lunzer, Musik von Oskar Jascha. Vorgemerkte Karten müssen bis Donnerstag-in der Kanzlet behoben werden. - Neues Wiener Stadttheater. Für die stattfiudenden Gastspielvorstellungen des Reinhardt- Ensembles zn volkstrimlichen Preisen (10.000 bis 80.000 Kronen) wurde der Spielplan für die ersten drei Tage wie folgt festgelegt: Freitag den 24. si. „Kabale u n d L i e b e", Samstag den 25. d. „D e r D i e n e r zweier H e r r e n". Sonntag den 26. d. „S o n k i n und d er Haupttreffer". . ' - . ' Leopoldine Konstantin am Deutschen VolksthSater. Frau Konstantin, welche in der nächsten Zeit am Berliner Lefsing- Theater in Molnars „Rote Mühle" gastieren wird, kehrt dann nach- Wien,zurück, um stü nd ig im Deutschen Bolkscheater zu wirken. Es ist^ Direktor Beer gelungen, m. Künstlerin für das EnsemVle dieser Bühne zu gÄvinnen.- . Schauspieleckurs der Wiener Freien Jüdischen Volks-?bühne. Die Freie Jüdische Vol-ksbühne unterhält seit längerer treten, welche Sonntag den 2. November im Saale des-Cafe .Astoria (Praterstraße 60) stattsiudet. Beginn 3 Uhr n-a.chmittags. Eine neue tschechische Oper, betitelt „Diebe des Glücks", von Dl. Ambros ist soeben -erschienen. Das Libretto ist nach dem gleichnamigen Schauspiel von I- Franko verarbeitet. Die deutsche Ue'bersetzung stammt von Max Bro.d.^ Die Oper gelangt im Tschechischen Nationaltheater in Brünn zur Urau,« fnhrnng. Gerichtssaa!. Kokain und Beitaners Wochenschrift. Wegen nnbesugteu Kokainverkanfcs hatte, sich gestern der ZZjährige S-chlossier Karl Purkerl vor dem Stra,mchter -des Bezirksgerichtes Favoriten, Landesgerichtsrat Dr. Donau, zu verantworten. Der im Män-neryeim wohnend^. Vinzenz Kreisel, ein noch junger Bursche, kam am 5. Juli m kokainberauschtem Zustande nach Hanse und machte daselbst -einen Se lb>mo r d ve a su ch,- indem er sich die Pulsadern üuffch-nitt. Es war gleich Hilfe zur Hand und Kreisel wurde auf diepsychiatrische Abteilung des Allgemeinen Krankenhauses gebracht. Der Angeklagte leugnete bei der gestrigen Verhandlung. dem Kreisel Kokain verkauft zu haben, lediglich ein Pulver gegen Kopfschmerz habe er ihm gegeben. In der Anzeige heißt es, daß Kreisel, der selbst zugibt, früher Kokainschnupfer gewesen zu sein, tvemige Tage vor'dem Sci-bsl- Mordversuch erzählt habe, wie sehr er sich aus das Kokain, das er bestimmt bekommen werde, srene, daß er bloß 30.000 K. dafür bezahle und daß er es gar nicht mehr erwarten könne. — Richter: Wieso sind Sie Kokainschnupfer geworden? — Zeuge: Ich habe in Bettauers Wochenschrift einen Artikel über Kokain gelesen und wollte die Wirkung an mir versuchen. — Richter: Hat Ihnen der Angeklagte Kokain verkauft? — Kreisel: Nein. Er hat mir ein bitter schmeckendes Pulver gegeben, das ohne jede Wirkung war. — Sowohl der Angeklagte als auch der Zeuge bleiben dabei, daß von Kokain keine Rede gewesen sei, daß der Angeklagte überhaupt niemals Kokain besessen habe, -daher auch solches nicto verkauft haben konnte. —. Richter: Mohep haben S:e dc-rm das. Kokain genommen? Sie geben ja selbst zu, daß Sie cs an sich probieren wollten. — Der Zeuge schwelgt. — Richter: Haben Sie das Kokain von dem Angeklagten erhalten, ich srave nochmals? — Zeuge: Nein, und spricht dann von einem Unbekannten im Cafe Habsburg. — Richter: Erf-ährungsgemäß verraten sich Käufer und Verkäufer von Kokain oder. Morphium niemals, sie hängen aneinander und es ist nichts aus ihnen herauszubrlngen. — Der Richter sprach den Angeklagten frei mit der Begründung, daß das Gericht nicht zur vollen Ueberzeug-ung ge'lan-UN konnte, daß der Verkauf durch den Äng-Magtm erfolgt ist, wenn auch die Umstände auf diesen Verkauf Hinweisen. , Der geohrseigte Alexander Dumas. Zwei chemalige Beamte der zusammengsbrocherrm K a u f m ä n n i f ch e n Bank, standen sich gestern beim Strafbezirksgerichte 1 als Gegner gegenüber, der Bankbeamte Alexander Dumas als Klager, sein ehemaliger Berufskollege Friedrich S ch i ndl.e r , als'Angeklagter. Dumas war von der Beamtemchaft.i'-'r-ge-' ~ nannten Bank in Diszi'pkinaruntexsuch ung gezo-E- '-wörden, weil man ihn beschuldigte, daß ergeg en Bezah--, . lnng in zwei Zeitungen Artikel veröffc-ntlicht-hatte, die zum Z ufa-mmenbru ch der Bank Wef-emtl i chb e i.gg tragen'haben sollen. Als am 30. Jnn.r Dumas im Gebäude der Bank erschien, um -mit einer Diszi-.- plinarangäl-egenheit einem DirK^r ein -Protokoll zu übergeb-cn wurde er ruf dem Gange von zivka 50 Beamten nr-t Schmährufen überhäuft und seiner Angabe nach auch van mehreren Beamten geprügelt. . Insbesondere soll es nach An- . gäbe Dumas', der BanWeamte Friedrich Schindler gewesen sein, der ihm einige Schläge ins Gesicht gab. Der Angeklagte Schindler war ohnoweiters geständig, dem Kläger Dumas z w e i Ohrfeigen versetzt zu haben, dies deshälb, weil Dumas durch Veröffentlichung von Zeitnngs-artikeln ihn und die anderen Kollegen um die Existenz gehracht habe. Nach durchgeführtem Boweisverfckhren verurteilte der Richter den Ange-rlägten zn einer Geldstrafe von 10 0.0 00 ,K . jedoch nur bedingt unter Einräumung einer einjährigen BewährungKsrist. Ein schrecklicher Unhold. Der 44iährige Kutscher Alois Morava hatte an seinem Dieustort Hornstein im Burgenlande. wiederholt einem zchnjährigen Mädchen Gewalt angetan^ Aus Furcht verschwieg die Kleine ihr schreckliches Abenteuer. Eines'Tages wurde der Wüstling von einer Frau ertappt und angezeigt. Die ärztliche Untevsuchnu-g ergab, daß das Mädchen von dem Unhold mit Lues infiziert worden war. Morava wurde verhaftet. Gestern hatte er sich vor dem Schwurgericht des Landesgerichtes 2 wegen ^Verbrechens der Notzucht und der gnalifizierten schweren Körperbüschädi-g>:ng zn verantivorten. Die -Verhandlung wurde unter Ausschluß der Oesfentlichleit durchgefü-hrt. Morava wurde zu zwei Jahre n s ch w e r e n Kerkers und zur Zahlung von 330.000 K. an das Allgemeine Krankenhaus und von 2 Millionen Kronen an den Vormund des geschädigten Kindes verurteilt. Ein moderner Gauner. Der 25jährige, wiederhol^ vorbestrafte angebliche Krankenwärter Johann Lahsak ist ein Mann, der mit der Zeit geht. Jetzt interessiert sich die ganze Welt für Radio, und daraus hat Lahsak sieinen Plan gebaut, um sich ansehnliche Geldbeträge zu verschaffen. Im vergangenen Sommer liefen bei der Polizei wiederholt. Anzeigen ein,' daß ein Mann bei Hausbesorgern oder Parteien K i sich e'n mit angeblichen Radioapparaten deponiert ' habe. Er hatte sich gewöhnlich Familien ausgewählt, die in Som-mersrischen weilten und Hausbesorgern -oder Nachbarn Rechnu-ng-en einer Firma Leopold Bergmann vorgewiefen, die ans 80.000 bis 170.000 K. lauteten. Er bat dann eindrin.siich, ihm diese Beträge auszufolgen, weil er sonst den Weiten Weg -noch einmal machen nrüßte. In 25 Fällen gelang ihm der Schwindel. Als die Leute dann die Kistchen öffneten, besauden sich darin Ziegelstekue oder HolMolle. Gestern hatte sich der Betrüger vor einem Schöffen,senat zn verantworten. Er gab . an, die Idee zun: Schwindel sei von einem Mann ausgegangen, von dem'er mir den Namen „Poldl" kenne. Poldl habe ihm die Namen der Parteien und die. Adressen aufgvs-chrieiben und ihm die Kistchen. zur BerMung gestellt. Die her ausgelockten Beträge habe er mit dem Pvldl geteilt. Der Gerichtshof verurteilte den Angeklagten zu einem Jahr Kerker.