Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 2040 (22.10.1924)
- Date
- 1924-10-22
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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feÜe 1 Wien, Mittwoch Sine Republik in Belgrad. Die Notsiedlung „Iatagan Mala". . Matzim M r z i j a k - D v o r 8 k >i (Bel grad) entwiNst - im „Pvagev TaWabt" folgende amüsante SchDevimg einer Belgrader Notsiedlung. ,^Mvga.n Mala". Dos sind $\wi Rrkischr Worte, ^atzcMn" hsißt das türkische Krummschwert, „mala" ein Stadtviertel. Diese zwei Worte sind der Name der originellsten Vorstadt . ■ Belgrads, einer - Siedlung sozialer Reibellen, einer „Stadt in der Stadt", der „Belgrader Repn- VM". Im November 1921 ließen die Belgrader Hausherren aus Grwnd eänes neuen Wohngesetzes eine Anzahl Belgrader Bürger samt Familie polizeilich aus die Straße setzen, da sie die erhöhten Zinse nicht zahlen wollten. Diese Opfer der modernen Wohnungsnot zogen, dem Beispiel der römischen Plebejer folgend, ans, auf ihren „heiligen Borg", in diesem Falle den Mistablagevungsplatz der Stadt Belgrad. Hier bauten sie sich neue Wohnstätten. Sie verschütteten Mstgrnben, schaufelten, stampften umd ebneten den Boden, bis sie daraus kleine Holz- und Lehmhütten errichten konnten. Zuerst waren es sieben Familien, die so aus eigene Faust die Wohnungsfrage losten. Noch im Laufe des Icchres 1921 gesellten sich den ersten Ansiedlern neue Genossen zu, so daß „Jatagan Mala" bis Ende 1921 schon 70 Häuser zählte. Auch 1922 vergrößerte sich diese Kolonie der Obdachlosen und zählte anfangs 1923 bereits 150 Häuser, 'während sich bis heute diese Zahl .auf etwa 200 erhöht hat. Wie seineitzeit die römischen Patrizier Memenius Agvippa, so sandte auch die Belgraldev Stadtgemeinde Unterhändler zu den neuen Hausbesitzern, die ohne ihre Einwilligung auf dem Grund der Gemeinde "ufcr erbaut hatten. Diese Unterhändler hatten aber wr..iger Erfolg als ihre römischen Vorgänger. Die Bürger von ,Iatagan Mala", die in ihrer Gemeinde eine mustergültige Ordnung und Disziplin eingeführt haben, wiesen den Unterhändlern >den Weg zur Rückkehr, und als sie sich nicht willig entfernen wollten, wurden sie gewaltsam aus dem Bereiche der neuen Gemeinde hinausexpediert. Nun mischte sich die Polder ein und wollte das Eigentumsrecht der Belgrader Stadtgemeinde aus „Iatagan Mala" mit Gewalt asfivmieren. Die Bürger von „Iatagan Mala" erhoben sich jedoch einmütig, um ihre ,Madt", im Notfälle auch mit Waffen zu verteidigen. Um Blutvergießen zu vermeiden, wurde von einem gewaltsamen Angriff auf die Nebellenstadt ,Iatagan Mala" Abstand genommen und man ließ diese originelle Stadtgemeinde eine Zeit lang in Ruhe. * Diese Gesechtspause benützten die Bewohner von ,^Iatagan Mala", um ihre „Stadt" auszubauen, zu vergrößern und zu verschönern. Sie führten eine Art kommunistisches Regime ein: die Häuser wurden gemeinsam vergrößert und hergerichtet, Blumen gesetzt, Straßen und Wege gebaut. Mit der Zeit wurden auch sin Sportklub, ein Gesangsverein, eine Dilettanten-Schauspielertruippe gegründet, Geschäfte, ein Kaffeehaus und ein Kasino eröffnet. Auch die innere Verwaltung wurde ansgebaut und als sich die Bürger von „Iatagan Mala" genügend stark fühlten, beschlossen sie offensiv zu werden. Sie sandten ihre Unterhändler zur Belgrader Stadtverwaltung und stellten Forderungen auf. Man verlangte elektrische Beleuchtung, Kanalisierung, Straßenpflast-ernng. Die Stadtgemeinde verlangte vor allem Anerkennung ihres Eigentumsrechtes auf „Iatagan Mala", was die Bürger der neuen ,-Stadt" verweigerten. Nun begann in einem Teile der Belgrader Presse eine Kampagne gegen ,-Iatagan Mala".' Es sei eine Ansiedlung von gefährlichen Umstürzlern, kommunistischen Rebellen, «ine Znftuchtstätte gemsmgefähvlicher Revolutionäre. Die Bürger von „Iatagan Mala" gründeten eine eigene Zeitung, um die Interessen ihrer Gemeinde zu verteidigen. Sie weisen, in diesem Blatte energisch alle Beschuldigungen zurück, sie seien weder Umstürzler, noch Anarchisten oder Kommunisten. Sie seien arme, zur Verzweiflung getriebene Geschöpfe, die, von allen menschlichen und göttlichen Gewalten verlassen, aus eigene Faust versuchten, sich das elementarste Recht eines jeden Menschen, ein Dach über dem Kopf, zu erkämpfen. Protestkundgebungen der Lehrerschaft. Die Lehrerschaft aller Verbände und Parte.iricht.wiMN Oesterreichs hilit geMrn in der VolAhalle des Rathauses und vor demselben Mafsenv ersammilungirn ab, in welchen gegen die brüske Behandlung der Vertreter der Lehrerschaft auf der Salzburger Länderkonferenz, gegen W Zurücksetzung der Lehrerschaft bei GchultsfraiAen und gegen den Standpunkt des FinanAMinlstevinms, wonach im Parlament kern Äehvergehaltsgefetz einge/bracht werden wird, das über die Beschlüsse der Salzburger Äänderkonferenz hinausgsht, proteftisrt wurde. Nach der Bersammiluing zogen die Lehrer und Lehrerinnen zum Parlament und nahmen auf der Ra>mpe Ausstellung. Eine ins Haus entsandte Lehrerdeputation wurde vom Bundeskanzler sowie von den Ministern Dr. Kienböck und Dr. Schneider empfangen und erhielt beruhigende Aufklärungen. I WerbetAbormentevsAdie I I „Wiener Morgenzeilmg"; _Wiener Morgenzeitung._ Mitteilungen aus dem Publikum. Mizzi Senft Abu Jedlln Pressburg Lemberg Verlobte Pressburg, im Oktober 1924 Q ans' Europa trinkt MissotM Moskau Gegr. 1849 Speiseservice B. 3BR4&.OIV, I. Wipplingerstrasse Nr. IS ä&rsaS ßL! Re Wahlen in die Kultusgemeinde. Die Kand-idatenlifte der Vereinigten jüdischen Parteien. 1. Generaloberstabsarzt U nid. -Prof. Dr. Alois Pick. 2. Dr. Jakob O r u st e i n, Rechtsanwalt. 3. Ing. Robert Stricker, Oberbaurat. 4. Wilhelm Kempler, Baurat. 5. Dr. Desider F r i e d m a n n, Rechtsanwalt. 6. Siegmund K a u d e r s, Weingroßhändler. 7. Dr. Josef T i ch o, Rechtsanwalt. 8. Dr. Leopold Plaschkes. Rechtsanwalt. L. Dr. Hermann Oppenhei m, Regienmgsrat. 1b. Wolf P a p p e n h e i m, Schriftsteller. 11. Dr. Josef Löwenherz, Rechtsanwalt. 12. Mor. Reif, Kommerzialrat. 13. Richard Bettelheim, Prokurist. 14. Dr. Jakob E r h l i ch, Recktsanwabt. 15. Dr. Wilhelm H e r z k a, Hofrat. 16. Max Markus, Kommerzialrat. 17. Siegnmnd B o n b i, Großindustrieller. 18. Emil Engel, Handelsgesellschafter. 19. Siegmund E p l e r, Bankdirektor. 20. Isidor Schwarz, Kaufmann. 21. Dr. Jakob Deutsch, Medizinalrat. 22. Dr. Zug. Arnold K a r p l u s, Architekt. 23. Eduard Hoffman n, Bezirksrat. 24. David D o li a n, Kaufmann. 25. Dr. Isidor K l a h e r, Arzt. 26. Bernhard B u ch w a l d, Kommerzialrat. 27. Oskar G.o l d s ch m i d t, Fabrikant. 28. Albert Breuer, Kaufmann. 29. Dr. Adler, Rechtsanwalt. 30. Moses Rath, Kaufmann. 31. Salomen Meininger, Lederfabrikant. 32. Julius Haber, Direktor. 33. Dr. Sonel Beer, Arzt. 34. Hermann K h u n e r, Zahnarzt. 35. Dr. Emil R i e s e n f e l d, Hofrat. 36. Dr. Israel Waldmann, Rechtsanwalt. Vrrsrmmlungskalender der vereinigten jüdischen Parteien. Heute: 4. und 5. Bezirk: Halb 8 Uhr abends, Terrassencafe, Margaretenplatz. Redner: Dr. Waldmann, Dr. Bruno Werner, Julius Rosenfeld. 8. B e z i r k: Halb 8 Uhr abends, Cafe Stabttheater, 8. Bez., Albertgasfe 39. Redner: Dr. Ing. Karplus, Ing. Hlawatsch, Dr. Körner. 9. Bezirk: Halb 8 Uhr abends, Cafe Zentrum, 9. Bez., Rotenlöwengasse 5—7. Redner: Universitätsprofessor Ehrmann, Dr. Löwenherz. 20. B e r i r k: Halb 8 Uhr abends, Jüdische Volksküche, 20. Bez., Kluckygcisse 7. Redner: Univetsitätsprofessor Dr. Pick, Ing. Stricker, Dr. Plaschkes. Donnerstag, 23. Oktober. Prater: Halb 8 Uhr abends, „zum Radfahrer", 2. Bez., Ausftellungssttaße. Redner: Ing. Stricker, Dr. Ascher, Aron Schwertsinger. . 3. B e z i r k: 8 Uhr abends, Erdberger Tempel. Redner: Dr. Ehrlich, Hofrat Dr. Riesenfeld, Kommerzialrat Markus. 8. B e z i r k: Hcllb 8 Uhr abends, Niedhof, 8. Bez., Schlösselgasse 8. Redner: Dr. Löwevherz, Dr, Ornstetn, Doktor Alfred LLwy. 9. B e z ir k: Halb 8 Uhr abends, Cafe Metropol. Redner : JitLus Rosenfeld, M. Oesterreicher, Dr. Georg Weiner. 10. Bezirk: Halb 8 Uhr abends, Eichensäle, 10. Bez.. Favoritenstraße 71. Redner r Dr. Plaschkes, Dr. Waldmanm Börserat Glück, Baurat Kempler. 12. bis 1 5. B e z i r k: Halb 8 Uhr abends, Herklotzgasse 21. Redner: Dr. Sofer, Oskar Goldschmidt, David Nebenzahl, H. Fröhlich, Hofrat Dr. Wilhelm Herzka. 16. u n d 17. B e z i r k: Halb 8. Uhr abends, Restaurant „Blaue Flasche", 16. Bez., Neulerchenfelderstraße. Redner; Dr. Friedmann, Dr.' Ticho, Dr. Karplus. * Die Zionistische Best stksfükt wir für den 1. Bezirk, respektive die Jüdische Tischgesellschaft Innere Stadt nimmt heute %u Tätigkeit in dieser Saison wieder auf. Um 8 Uhr abends findet im großen Saal des Cafe Silier, Wien, 1. Bez., Franz- Josefs-Kai (Mezzanin), der Eröfinungsabend statt, bei welchem rmter anderen Gemeinderat Dr. Leopold Plaschkes. sprechen wird. Im Rahmen dieser Besprechung'wird über die K u 1t irs-w a h l e n referiert werden. Die erste Wahlversammlung der Bereinigten jüdischen Parteien. Geistern fand vm Fsstsaal des Hotel Continental eine Wählerversammlung der Vereinigten jüdischen.Parteien für die kommenden Kültnswahlen statt. Ails^ Redner waren I Oberbaurat Ing. Stricker, Vizepräsident der Kitttus- ' gemeind^ Dr. F r i e d m a n n und Bezirksrat Hoffmann angekündigt. Während ihrer von starken: Beifall aufgenomme- _22. OPto'&eg 1924 : Nr. 2040 nen Reden machte sich vvn' einer kleinen Gruppe von Ver» i ammlungsteilnchmeM, die teilweise der orthodoxen Richtung und terliwei'se der Beamtenschaft der Knltnsgemeinde angehörten, Opposition geltend, so daß e8 zeitweise zu lärmenden Szenen kam. Vizepräsident Dr. Friedmann gaib eine durch Budgetzrffern erläuterte Ausstellung über feie Leistungen der Kultusgemeinde seit den letzten WcMm und führte aus, daß die Kultusgememde insbesondere während der ärgsten Zeit der Inflation Ungeheures auf religiösem und auf dem Gebietendersozialen Fürsorge geleistet' habe nnd empfahl die Liste der Vereinigten jüdischen Parteien, in der der religiösen und national-zionistischen Gruppe Rechnnng getragen werde, zu wählen. Oberbaurat Ing. Stricker trat den von verschiedenen Gruppen gegen di« vereinigte Liste gemachten Vorwürfen. entgegen. Er bezeichnete es insbesondere als unwahr, daß die Ostjuden darin keine genügende Vertretung hätten. Redner unterzog die einzelnen Gegenparteien einer treffenden Kritik und erklärte, daß die von den Kulws'beamte-n aufgestellte Liste für soziale Wirtschaft unter falscher Flagge segle, denn sie sei der Strohmann der sozi-ältzmokratischen Partei. In gleichem Sinne sprach, der Lehrer Schwertsinger und Vizepräsident der Kultusgememde Börsenro» Glück, der die Verdienste der Kultusgemeinde hcrdovhoib. Radtokonzrrt der „Wiener Morgenzeituns". Täglich von 4 bis 6 Uhr nachmittags in der Redaktion, Wien, 2. Bez., Taborstraße 1. Apparate beigestellt von der Firma Broadcasting, Radio-Ges., Wien. Lumiere-Lautsprecher beigestellt von Mmerva, Wien. Borstrhrung des Sommerapparates. — Programm für heute Mittwoch: 11 bis 1 Uhr: Matinee. 4 bis 6 Uhr; Meister der italienischen Oper (Künstlerkapelle Silving). 8 Uhr: Kammernmsikabend. Mitwirkend : Das Sedlak-Winkler-Quartett, Heinrich Gräser zweite Viola, Franz Jppich zweites Cello; Brahms, Sextett B-dur; Dvorak, Sextett. Als Einlage Liedervorträge des Konzertsängers Walter Aichinger. Nacktvorftellungen im Modesalon Krau«. -Durch eine EhrenIbÄeidiAMgsklalge, die die Inhaberin eines Modesailons, Frau Kraus, Schloßhose-ristraße 51. in Floridsdorf, emgebracht halt« und die gegen den einen Ange- Ebagten bereits zurückgezogen ist, kam zutage, daß sich in dem Salon Kraus Vorfälle aöfpielen, welche die in den berüchtigten Sailons Tuschl und Riehl weit übertweiffen. , Frau Kraus, eme Ausländerin, die von ihrem Mann geschieden und 52 Jahve aW ist — sie sicht bedeutend jünger aus —, betreibt in Floridsdorf «inen Modesalon, in dem junge Mädchen befchästigt sind. Seit Jahren — die Geschchuisse gehen' noch aus die Friedenszeit zmück — wird dieser ModLsalon nur als Aushängeischibd benützt. Die Frau wird als abnormal veranlagt geschildert. Die Hauspawtelien erzählen ya-nz unglaubliche Dinge von den „Nacktdorjstelk!.ngen^ im Salon Kraus. Frauen und Mäimer wurden von den Hanspavteien oft nachts nackt <mf dem Gange gesehen. Die Hcmplparteien, geben an, daß Besucher nackt durchs Fenster in das Schlaiszimmer der Wohnung einsiiegen. Auch der Hausfrau sind diese Vorfälle begannt, doch wagte niemand gegen Fvaü Kraus ausKUtreten, weil sie als rabiat bekannt ist nnd die Protektion einflußreicher Besucher besitzt. Sie veranstaltet« großartige Soupers, zu demn die Eingslademn große Kdstenibeiträge leisteten. Nachher, alls die Gäste meistens altoholiisievt waren, Dam es zu Orgien. Bei diesen Gelagen soll auch die Tochter der Kraus, Lizzie, beteiligt gewesen sein. Die lärmenden Unterhaltungen der ständigen Besucher des Salons Kraus haben bei den Hausparteien großen Unwillen hervorgerusen, doch da niemand — wie im Falle Kadivctz — entschreiten wagte, - blieb die Sache ein öffenUiches Geheimnis von Floridsdorf. Die Frau hatte noch die Kühnheit, einen jungen Mann und die Konditoreibesitzerin auf Ghrenbeleidigung zu klagen, well diese von einem „Salon Kraus" gesprochen hatten. Der Fall hat in FlovidAdoivf großes Aufsehen herbovgeWfen und bildet das DageZgefpräch. Wien, 22. Oktober. * Von ' ' Mener Universität. Hofrat Dr. Ernst Lecher, dn rstand de8 ersten physikalischen Instituts, wurde infolge Erkrankung für das heurige Wintersemester beurlaubt; seine Kanzel wird von Prof^ Siep'han Metzer suppliert. Beide Zoologen der Wiener Universität, Prof. G robben und Prof. Hatschek, absolvieren heuer ihr Ehrenjahr, da sie das 70. Lebensjahr erreicht hüben. * Goldene Hochzeit. Am 25. d. um 9 Uhr vormittags findet im Tempel der Israelitischen Kultusgememde, 16. Bez., Hubergasse- 8, das Fest der goldenen Hochzeit des Herrn Salumon K o h n und seiner Gattin Henriette, geb. Lunzer, statt. Das Ehepaar, dem cs vergönnt ist, dieses seltene Inbelsest zu seiern. erfreut sich im Bezirke grösster Beliebtheit. Herr Kohn, langjähriger Bethausvorstand, genießt bei der Judenschaft des Bezirkes hohes Anschen. * Die Lebensmüden. Die' 24jährige Hausgehilfin Leopoldine S. hat sich, vermutlich - wegen Kränklichkeit, bei der Heiligenstädter Brücke in 'den Donaukanal gestürzt und ist in den Welleil verschwunden. — Unterhalb Hamburg wurde die Leiche eines etwa 90 Jahren alten unbekannten Mannes aus der Donau gezo>gen. — Die 26jährige Hausgehilfin Susanna R. hat sich ans imbekannter Ursache mit Leuchtgas vergiftet. — Das 46jährige Stubenmädchen Karolä P. wollte sich aus dem zweiten Stockwerk stürzen; als sie zurückgehalten und zum Polizeikommissariat gebracht wurde, versuchte ,sie, sich mit einem Kleiderband zn erhängen; sie wurde der Heilanstalt Steinhof übergeben. / * Bootsunglück auf der Donau. Der in Poesnogyer bei Budapest wohnhafte Richter Dr. Georg Pletz wollte vorgestern abends m Gesellschaft des Grafen Oskar Mirbach :md des Gymnasialprofessors Emil P oll ak vie Donau übersetzen. In der Mitte des Stromes kippte das Boot um. Doktor Pleß und der Fährniann konnten'» gerettet werden, während Graf Mirbach und Professor Pollak ertranken. * Diebstahl bei Gisela Werbezirk. Gestern nachmittags kam ein etwa 30jähriger, mittelgroßer Mann in die Wohnung der Schans.pie'lerin Gisela Werbezirk, Iosofstädterstraße 58, und ließ sich bei der Künstlerin anmelden. Er wollte Frau