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Wiener Morgenzeitung · 1924-10-22 · Heft 2040 (22.10.1924) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 2040 (22.10.1924)
Date
1924-10-22
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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VK. 2040 tötet, Mittwoch Miene« Morgenzeitunk. 22. ©tfofc 1924 Gölte 3 zchpelbldlenft zwischen Stzmien und Südamerika. AuS Madrid^wivd «ins berichtet: Die Regterüng hat desch1iossen> einen jährlichen Kredit von .1,5 Millionen Pesetas für die Erhaltung eines Z ep« pelindivensteS Wischen Sevilla und BavenoS- Aires zu bewilligen. Die BevsvdnuW WM> ttt den uSchsterr Tagen erscheinen. Die Gesellschaft, die den Betrieb der neuen LuiftverkehrÄmÄe übernimmt, wird den Namen „Cvlnmbus" -er RSnbechauptman» Lerente festgenommen. Wie noch evirmsvlich, W in dein letzten Monaten ein MnbmhanptmwM Mt Namen. Ter ernte, der mit seiner Bande im Donautelta seinen: Schlupfw'rMl hatte, in Rumänien viel von sich' reden gemacht. Me BorßuM, seiner habhaft KN werden, waren vergebens. Tevsnte und seine Bande Wdsten den SchMen der Gegend an der Mündung der Donau; dve Sicherheit dös- Bsv'kch'ves an der Douawmündung war omPfüvdlich bedroht; die wildesten G>erüchte gingen üAer Devente ujm und um den gehbiminisvollen WMrhaiuptmlLlM woben sich rasch allerhand Legendten. Ruin meldet ein Ärojustädter Matt, datz Twente vom bulgavascher GeNdaymerle in Gabrow, nahe der rwmanischen GmiKS, festgenommen wurde, als er in. einem GaMvuK einem Zechgelage beiwohnte. Em Mitglied der Bande soll den Aufenthalt Teventes verraten haben. Die WlMrischen Behörden Wien, die vuirttanis'chen von der Verhaftung des Räubers m Kenntnis gesicht. Terente soll mm an Rumänien auZVeli-sftrt werden. Sie Ledernste einer arktischen Srdeditioa. Das amerrkanische Schiss ,-Hevman", das vor kurzem Nach der Wrangel-Jnsel fahren sollte, wurde 60 Kilometer vor steinern Ziel, bei dar JnfÄ He rald, wo sonist NiemailS Schifte landen, durch Packeis zuMckgehälten. Die Mannschaft entdeckte dort, wie der ,Lluioti>dien" Mtteiilt, vier Skelette und die Spuren eines Lagers, das reich mit Lebsnsmitteln und Munition vevsehen «war. Durch die Vorgefundenen «Gegenstände, unter ihnen eine verrostete Flinte und ein zerbvoichener SchlliÄen, konnte man die Meliette identifizieren. Mau erkannte sie als diejenigen der Mitgjlieder der arktischen Expedition Stefans fort, die 1918 nachher Jnfeil absuhr: der fmnzösische Ainthropologisi Henri Beucha t, James Muuah, Dr. Al ist er, F. Ma ckay, Wer englische Gelehrte Md Stanley Morris, ein kanadischer Matrose. StefanHon wurde im Jahve 1913 von der kanadischen Regierung beauftragt, eine Polavex- PedNM auZKUrüsten. Das alte Walsischdsot ,Kavl>u!t" 'wurde für Ne Fahrt gewählt; aber das Wetter war in diesem Jahve außergewöhnlich schlecht, und das Schiff 'faß ball» im Eiße fest. StefanKson und vier Matrosen stiegen aus und suchten Wild aus dem Eise. Inzwischen 4var ein Sturm ausgebrochen, der die „Karlulk" nach Naridwelsten wegviß. Im ,Jänmr 1914 ging das Schiff iu der Nähe der Jns«l Hem'ld unter. Glücklicherweise konnte die Mannschaft sich retten, und sie lagerte vierzehn Tage lang auf dem Eise, vis siedes Wartens müde, sich entschloß, sich in drei Gruppen auf dem Eise nach der WraugMJnsel vorzuwageu. Jede Gruppe wurde mit Schlitten und den aus d«m- Schi'ffe geretteten Leböns-mitteln auZgestattet. Die größte Gruppe, an deren Spitze Kapitän Barilett stand, erreichte die Insel, ohne den Kameraden begelgriet zu sein. Barilett ließ seine Gefährten zurück und erreichte, immer auf dem Eise vochrmgend, 180 KÄometer entfernt, das sibirische Festland, um Hilfe zu holen. Nach zahlreichen Abenteuern erreichte er SriwtÄÄchÄ aus Waska. Sobald es möglich war, begab 'sich ein ameriikamsches Schiff nach der Insel Wrangel, um die Uebevlebenden >dev Expedition MÜckzuholen. Die Gruppe Bsuchai Krim mir vis zur Insel Hemld. Jetzt hat man nach 10 Jahren die Skelette der unglüMcheu Forscher gefunden. Hat der fliegende Holländer Die Sage vom fliegenden Holländer, die in unserer Dichtung zuerst von Heine so wirkungsvoll verwendet wurde und in Richard Wagners Oper unsterblich forttebt, hat in ihrem Ursprung etwas so Gcheimuisvolles wie die Gestalt selbst, die in ihrem Mittelpunkt sicht. Vielfach bereits halben Gelehrte den Ursprüngen dieser Geschichte nachgeforscht, die von einem holländischen Seemann berichtet, der wagen einer Gotteslästerung dazu verurteilt wurde, ohne Schlaf die Meere zu befahren, nie einen Halfen oder eine Ankerstelle zu finden, allen, die ihn erblickt-m, Unheil zu bringen und beim Jüngsten Gericht vom Teufel geholt zu werden. Der englische Sagensorscher D. G. Lockhart hat sich nun der Ausgabe unterzogen, zu ergründen, ob der fliegende Holländer wirklich gelebt hat. Gr ist aber nach eingehenden Untersuchungen, die er in der „Northern Review" veröffeuMcht, zu dem Ergebnis gekommen, daß keine bestimmte Gestalt für die Sage in Betracht kommt. Im 17. Jahrhundert tauchte in Holland die Geschichte zuerst aus, und sie stimmt ziemlich überein mit der Erzählung von einem Seefahrer Rambo nt van Dam, der aus einer Fahrt nach Amerika verschwand und von dem man furchtbare Gotteslästerungen gehört halben wollte. Aber vor diesem „fliegenden Holländer" gab es schon viele andere gottlose Seefahrer, denen ähnlich schlimme Dinge nachgesagt wurden. Die Sage ist in ganz" ähnlicher Fassung Mer die weite j.üclt verbreitet. Da gibt es die Geschichten von dem G e- ' e n st e r s ch i fs, das baltische Sagen nach der O st s e e verff U. X Favoritenstrasse 98 u. 130 V. Schönbrunnerstrasse 105 XX. Wallensteinsträsse 16 XXI. Hauptstrifese 44 ZtMilnülmmilnze Leinen, herrl. Dessins, Steilig.K 95 Madras 5farb.,Komp!. Größe.Kl»5 Madras, schönsteAusf. 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Unter der Ueberschrift „Moritium" (Dsm Tctdr versollen) lbriinigt d«ie „RiWfch'e Rrrnvscha-u" a.u§ den Kreisen der russischen Im-Migenz oi-neit Artikel, der in erfchmitem'der DarstellMM.die neuen. Verfolgungen Zeig/, dlenon die in Rußland gebliobenen Reste d e t G ebilidetens chi cht feit 'lurzenr aufs ne,ne ansgclsetzt sind. In d>e>nr ArtiM heißt es -unter oiit'heretm: Der nemieste Erlaß der Sowjetregierunig hat im „Leninschen d>as heißt in dem Awfgebot kcmmnnistifcher PoriVilgenossen Zum Ersatz der Gebildeten, Ed der Nemchese tziuung aller bisher von der „JntMlgenz" eiWeno'Mlmsneni Stellungen d u r ch K o m m unisten ein sicheres Mitel erdacht, «um mit der Klasse der G'elbibdetien aus der früheren Zeit end>gülti>A auifziuräullMn. Der Ilnterfchied in «der Wahl der Mittel im Dernich.!>uadgskampf gegen den Rest des gebildeten Rußland besteht im darin, daß die Vernichtung d'^,ser Klasse micht mehr durch KulgÄ umd Schw-M scholgi, soal'dern la!N>gfa»mr, qualvoller, n>n«d — almia,uffälliger, durch allmähliches Hinfterben bewirkt wi'wd. Offizielle stwsetruMche Nachrichterr, denen inan iu diesem Falle Wahl Glawben fcheuben muß, berichten, daß Zum 1. Septamlber insgesamt bereits 343.000 Gebildete 6,u«s stoM'ill)jeni Anstellunigien oder a>uch aus freien Benu>fen heraus auf >d i e Straße g e w ® r f e it wurden, allein aus dam Grunde, weil sie feine ,ch r ölet a r i if ch e" A bsiaM'M'Ung juachweiiisen Annen. Erseht wurden ld-ieft VersemiLN durch reiuNlliige „Genossen" oder solche, die sich dafür amisgeben!. Allevn 6000 I n g c n i e iu r e n, die bisher in staatlichen U-nliernchmungien in Stellung waren, ist nicht nur gdkündiigt worden, fomderm es wurde ihnen gleichzeitig auch v e r Bote n, sich irgendwo in Rußland als Handiairbeiter einen Evtverb zu suchen. Zehntausende vom Lehrern, denen entweder der Makel Politi,scher Unznberlässigleib a>nhasi'et oder die es nicht bernrochten, sich mit dem „Pvlitknlt" zur befre>unden, tevlieni das gleiche Schicksal. Ebrnfo hat die soeben beendete „Reinigung der Hochschulen vom schiädlichrn Elsmenlerr" iviederuiin vielen Tam!send>en von Sliuldenten nichtprvleiarischer Abstamimunigi die AMitsnwAichkeit genommen. (Vom uns schon ausführNch behandelt. Die Red.) Rechnet man dmchschnitMch nur drei Famnlienmitglioder pro Kopf der Ausgeistoßenen, f» kommt man ans Milllilonen von Menschen, deren Schicksal es ist, früher oder später vorzeitig dem Tode Zu verfallen, weil ihnen die E r!v e r b's m ö g l i ch k e i t g enommeu wird. Berhandlungen vor der Balfom-Teklaratio«. Aus dem Tagebuch des britischen Botschafters in Frankreich. Ein iutevessamtes Kapiitel über die zionistischen Verhamdlungen vor dar Balfour-Deklamtiom bringt ein soeben im der „Morn i ng Post" erschienener Auszug aus den Tagobüchern Lord B e r t i e s, des früherem britischem Botschafters für Frankreich. Der AnsZrg, der vom vom 23. Jänner 1916 datiert ist, berichtet über eine Uuber-- redumg, welche Lord Bevdie an diesem Tage mit Baron Edmond de Rothlschild hatte sowie ,Mit einem russischeu, in Manchester wohnhaften, Gla>u^bensgenossen Rothschilds. Offenbar ist mit dem letzteren Dr. Weizmannr gemeint. Die betreffende Dagebuchstelle lautet: ,M>moud de RvthWld kam heute zu mir und ich'ck<- nachher auch einem russischen, in Mamchester wohlchasten Glaubensgenossen, um mit mir über einen Plan zu '„plandevu", den ich eigentlich für absurd halte, obgleich, wie mau sagt, G r e y, Lloyd George, S a m u e l und Grc w e ihre Billigmg stir denselben erteilt hätten. Mam erwähnte Äber nicht Land R ead i ng. Der Plan betrifft die AusaestMumg Palästinas zu einem israelitischen Staat unter dem Protektorate Englands, Frankreichs oder Rußlands, vorzugsweise Englands. Man dachte nicht daran, daß Rußend oder Framkveiich Einwendungen erheben könnten. Alan stelle sich vor: die christlichen heiligen Stätten unter der Obhut der Juden, die Zwischen den römisch-katholischen Priestern und den griechisch-orthodoxen Popen einen Ausgleich schaffen, wo diese ständig miteinander im Kampfe liegen und deshalb von dm türkischen Sofien in den Schranken gehalten werden müssen. Der Amr-eger des nes würde bereit sein, wenn nötig, die Aufsicht über die heiligen StäEtsn einem internationalem Rat zu übovlassen — und nicht allein 'das, sondern auch die Aufsicht über das gesamte alte Jerusalem; man würde näimlich im der Nähe M neues aufbanen. Frankreich hat auf Syoiem ein Auge gewodssn, aber es würde nicht angwvhnr sein, Frankreich oder Rußland an den Grenzen zu WissM. Mas würden der Papst, Italien und das katholische Frankreich angesichts ihrer Mb-uckitzung gegen die Juden zu dicheim. Plan sagen? Bor einigen Jahren hat Chamberlain den Zionisten einen Teil Ugandas angelboten, aber dies war ihnen wicht gut genug. Edmond de Rothschild Hai für die Seßhaflmachuug der Juden in Palästina sehr viel Ge-ld aus,gegeben. Es ist sein Steckerrpserd. Er will nicht sich sellbst dorthin begeben, denn er ist Franz ose geworden, wie er sagt, aber tausende seiner Brüder sehnen sich aus materiellen und gelistigen Gründen danach, ihre jetzigen Amifenchaltsländer zu.verlassen und in. das verlorene 'gelobte Land wisdex zu ziehen. Ich. sagte meinen beiden Gefuchevn, daß wir ein Proiektorai über Palästina n i ch t h a b e n w o l l e n und daß Frankreich, gegen ein Protektorat Rußlands und Rußland gegen ein. Protektorat Frankreichs Einspruch erheben werden, i-ndenc die röurischllathIlischs und die orthodoxe Kirche sich aufs äußerte dem Plan widersetzen würden, daß Jerusalem und . die heiligen Stättenunter einen israelitischen Staat kämen. Mein russischer Besucher sagte mir, daß eine solche Löfu^ng in hundert, vielleicht schon in vierzig Jahren zustande käme; er hofft, daß ich ihn nicht für einen Träu.ruer halte! Die Juden seien das einzige Volk, welches Palast ma durch AuslXluimtensiM kuliurfähig machen könmte! Ich a'ber glaube, -daß dieser Plan wie so viele andere Pläne, die vor denr Kriege geschmiedet Wurden, so diel bedeutet, wie das Zählen der Küchlein, bevor sie aus den Eievn geschlüpft sind." Die Kolonisstionstiitigkeit der Fco. Wie. las Hauptbuream der Joa in Paris offiziell mib teilt, besitzt die Jewish Eolonisatiom Assoeiatvon in Argentinien auf chremr Landbesitz, der 690.000 HÄtar UM-faßt. noch genügende Landreserven, mn mehr als 1900 F a m i l i e m n e u a u z n sied e l n. Die Gesellschaft ist bestrebt, nur zur Landwirtschaft tanWche Eleinente zu kolonisieren, dieben dem Söhnen der Kriliomisten und den IlarrdwirtschastilichLn Arbeitern, die sich bereits bewährt haben, lön'nem sich amis diesem Bcdenauch I m:m ig r a n t <c n s a m i l i e n, die si ch in Arge mMwieft ' der Londivirtschaft widmen wollen, an siedeln. Die Jca bringt diesen letzüreu ein besonderes Interesse on>tgegen-. Vor drei Jahren ist ein b e s o n d e r e s . 'S i e dliungssylstem in Mmlsiamkeit getreten. Den Nsuangckomiinenen! werden eingel/egw Landflä-chen vom 10 biß 26 H-ektar, die mit je einem kleinen Hänschen und Brunne u versehen sind, zur Beivirtfchaftm'ng übergrben. Wenn dann die AnsiMe-r ihre Fähigkeit für die Landw>irtschast beiv>eisen, w>erdeir sie unter den gbeich-n Bedir-gungen wie die älteren JmmiUvanten augesiodelt. Stellt es sich heraus, daß sie'mit den Mechcdeil des Landes vollkonnnen vertrant sind, so erhalten sie gleich et'Wa 100 Hektar Land. 61 Familien sind bis-her nach diesem Shstein äuge siedelt worden. Ei-:li>M dieser Ansiedler haben einen amßeroldmAichen Erfolg. Die Jca beabsichtigt, diese Methode iu größerem Maßstabe auzn-. wr-nden. Aulounfall auf der Brrnrrerstraße. Aus I n n s b r u ck wird berichtet: Wie die „Nenesr< Zeitung" meldet, ist heute früh'auf der Brvnnevstrahe zwischen Gries am Brenner und Brennersee ein Innsbrucker Automobil infolge Unachtsamkeit des Leukers Über eine Böschung hinabgßschlenidert worden, wvbei zwei Personen schwer, zwei leicht verletzt wurden. '

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