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Wiener Morgenzeitung · 1924-10-21 · Heft 2039 (21.10.1924) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 2039 (21.10.1924)
Date
1924-10-21
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 2039 WLener Motrpenzettuns 21. OkivSer im MH«, DienStätg Tagesbericht. A-Hd George — der König von England. Der Bildungsgrad amerikanischer Lehrer. 2tm Ende hes Sommers fanden im Staat Wisconsin (Vereinigte Staaten) Lehrerprüfungen statt. Nach dem Abschluß der Prüfungen teilte die Prüfungskommission den Kandidaten, die durchgekommen waren, mit, sie möchte gern auch feststellen, welche Bildung die neugebackenen Lehrer neben ihrem engeren Fachwissen in Bezug auf täglich oder doch hä- % vorkommende Dinge und Fragen besaßen. Zu diesem Zweck wurde den Lehrern eine Liste mit dreißig Wörtern vorgelegt; hinter jedes dieser Wörter hatten die Kandidaten zu schreiben, wen oder was das Wort bereffe und was es bedeute. Das .Ergebnis dieser Nachforschung nach der Allgemeinbildung war im höchsten Maße bedenklich ober komisch, wie man es nel)md| will. Einige der ergötzlichsten Antworten. seien wiedergegeberR Das größte Hindernis, das die wenigsten zu überwinden vermochten, war Beniselos. Hinter seinem Namen stand in den meisten Fällen: „Eine Republik in Südamerika." Auch Mussolinis Ruhm ist noch nicht so weit vorgedrungen, daß ihn nicht viele für eine „Provinz in Italien" gehalten hätten. Oberammergau ist nach Ansicht mehrerer amerikanischer Jugendbildner ein deutscher Feldherr oder Politiker, Le Valero gar ein mexikanischer Bandit, Fiume liegt nach Ansicht mancher dieser jungen Herren als feuerspeiender.Berg in Japan, und Lloyd George ist, allerdings nur von einem einzigen der Schullehrer, zum König von England erhoben worden! Aber auch bei eigenen Landsleuten und Einrichtungen dös Vaterlandes unterliefen den Herren Lehrern recht merkwürdige Jrrtümer. Bol sie ad, der Mann, der den Initiativantrag zur „Trockenlegung" der Vereinigten Staaten einbrachte, ist in den Antworten einer der Vorkämpfer auf dem Gebiet der drahtlosen Telegraphie - oder ein Vorkämpfer der Philosophie, der Literaturkenner Frances Willard wurde mit dem gewesenen Weltmeisterboxer gleichen Namens verwechselt — bezeichnend genug für Amerika — und der Henry Cabot Lodge war für viele ein Vergniigungsort für die vornehme Welt, nur herrschte keine Einigkeit über seine Lage, denn die einen wollten ihn in New-Aork, die anderen in Washington und andere wieder irgendwo in Florida entdeckt haben. Ne Einwanderung nach Kanada. Die kanadische Regierung zieh! ihre der Jca bewilligten Einreisevisa für jüdische Einwanderer zurück. Wie 'bekannt, hat die Regierung Kanadasssmerzeit -er Jewi.h Colomscvtion Association (Jca) 5000 Ein reisetz!i!j a' für jüdisch c Einwanderer «nach Kanada zur Verfügung gestellt. Dicht Bch>a salbten den a>uf idem Wege nach Amevilka infolge des Immigra>tionseins chrän*un gs- «esctzes in den euWpalischen Häsen gestrandeten Emigranten sowie den in Nunwniien von ständiger AÄÄveüsungsgchahr bedrohten ukrainischen Flüchtlingen zugute kommen. Bon dieser Bengünstigung haben bisher 3000 Emigranten Gebrauch gemacht. Nttliuirchr hat die kanadische Regierung, wie I. Z. A. aus Paris iberichtet, bekannk,gegeben, daß sie 'ihr stinerzeitiges Versprechen zu rück zieht und Re restlichen 2000 Emreistvisa nicht anerkennen wird. Diese Mittsilu'Ng kam sehr überraschend, eine ausreichende Begründung ' für die Maßnahnre der kanadischen N-egiemNlg fehlt zu-rzeit noch. Durch diese ucatc Wendung der Dinge süld hauptsächlich die noch in Bessarabien wevlenden ukrainischen Emigranten ernpsindlich getroffen. Diese hatten bereits für die Auswandvrung nach Kanada alle nötigen Borboreit-mgen getroffen. Ihre VerAvoi'slung ist groß. Furchtbare KMstrMr in einem Arhener Ki». 25 Kinder tot. Wie die „Bo f fische Zeitung" aus Ai heu berichtet, ist bei -einer Kinovorstellung in einem Lichtspieltheater durch Nnachtsa-nckeit ein Brand entstanden. Hievöi fairden 2 5 Kinder und ein Feuer weh ranann den Tod. 21 K'in'd'er wurden in schwer verletztem Zustande in die Kwnkenhauser eingeliefert. Nach Darstellung von anderev Seite soll -durch einen falschen Feueralarm e>ine Panik i.m Mw en-tständert fein; in dem Gedränge feien 27 Personen, M-me-ist. Kinder, getötet Wörden. Zar Wetter. Die Aendevung' der Wetterlage nrachi weitere Fortschritte.. In Oesterrc! ch 'ist das Wetter noch heiter mit Talnebel. Voraussage: Trübung, zei tweife Regen, zunächst etwas wärmer, später Abkühlung, südwestliche, nach Nor-dwest drehende Winde. sind Dr. HoHbaucrs EntflttungsiablAtlfin von bester Wirkung, angenehmem Oeschmack, vollständig untchBtfKcIi» Die Tabletten stellen eine schlanke, graziöse Figur her, «ohne Diätzwang oder Aenderung der Lebensweise, prompte Gewichtsabnahmen > Keine Schilddrüse 1 , Kein Abführmittel 1 Depot: Apotheke „zum römischen Kaiser“ Wien, I. WolBxelle Nr. 13 70a i Sine Sommerschule für jüdische Studenten l« knsiand. Wie ums von der Exekutive des Weltverbandes der jüdischen Studentenschaft mitg-eteilt wird, beabsichtigt diese, zu>samimen mit dem englischen Laudesverbaind jüdischer Studenten eine Sommerschul« der jüdischen Stüde n t e n <vus vevschiedenen LLndeM während der Svmmersevien in England zu Vevcmstalben. Die Sonumevschule wird auf dem Lande abgehalten werden und für, rmgefähr 150 Nichtenglische Studenten eingerichtet fehl, 50 bis 100 jüdische Studenten -aus Gnglland, Schottiaub und Irland werden gleichzeitig an der Sömmevschule teilüehmeu. Sie ivivd jüdischÄnltmellen ivnd gdsellschaftlichett Zwecken gelDidntet se-iu und so in dieser Art die erste Gelegenheit zur Bevbrüdevmtg und gegenseitigen Beeinflussung jüdischer Studenten - aus verschiedenen Ländern Hilden. Den Teilnehmern werden Vorträge und Diskussionen hervorragender jüdischer Wissenschaftler und Perföulrchkeiten geboten Iwevden, andererseits soll durch Veranstaltungen in Sport, Spielen, Musik uisw. den Teilnehmern ein angenehmer Ferienaufenthalt gesichert sein. Auch ein Kurs für englische Sprache und Literatur wird abgehalten werden. Die Vemnsöaltuug der Sammerschule wird dent englischen LaudesveMnd jüdischer Studenten anveriraut werden; doch wird der Weltverbaud die Verainttvovtnng für die Ge>famt>leitu-ng der Sommerschule tragen. Die Teilnahme an der Smnmerschule ist entgeiltil i ch. Sie wird 10 bis 12 Dollar pro Pevs'on und Woche für Wohnung, Kost und sonstige Ausgaben betragen. Die Veranstalter werden Sorge tragen, um die Kosten der Visa und der Eiseübahuen möglichst §u verringern. Die Exekutive wird Vorkehrungen treffen, um einer Anzahl von unbeul 11cXtc n Stildenterr oiine unentgeltliche Teilnahme au der Swmnerschuile Zu ermöglichen. „Erwachende" Anatomie. Budapest, 20. Oktober. (Tel.-Komp.) Die.medizinische Fakultät der Universität in Szeged in teilt, wie „Az £ft" berichtet, in einem Erlaß, der gestern auf der schwarzen Tafel ausgehängt wurde, den j ü d is ch e n Hörern der Medizin mit, daß jüdische Studenten fortab zu den Vorlesungen und Uebungen im anatomischen Institut nur unter der Bedingung zugelassen werden, daß die israelitische Kultusgemeinde der Stadt L e ich e« v er stör b e n e r Juden zur Verfügung stelle. Die medizinische Fakultät hat an die Szegeoiner israelitischen Kultusbehörden eine Abschrift dieses Erlasses gerichtet, mit dem Bemerken, daß die jüdischen Hörer der Medizin von den anatomischen Vorlesungen ausgeschlossen bleiben, solange der Kultusvorstand nicht für eine Belieferung der Anatomie mit jüdischen Leichen sorgt. _ Sie Folge» der Fudrnhede. Alls Wairschaill berichtet I. T. A.: In dem Stöbt-' (freu Kolo weilte dieser Tage der berüchtigte antiisrmiÄfche Agitator Prof. Chomtec, der dort „wissenschaftliche". Sk«5 «träge über die jüdische Gefahr.für 'das polmsche Volk hielt. Seilne Vorträge hatten die Wirkung, daß an einom der 'letzten Abeirde jüdische Passculten überfallen und schwer m i ßh and eit wuvden. Die Polin Bulin ska imi* durch die Hetzr-oden des Chotmee in einen solchen Zustand gercrirn, daß sie auf 'der Gusse «mem f ü nf j ä h r i g e n j n!d li scheu Mädchen ein M -r s s e r i n d e n Leib st a ch. Der Zustand des Müdes ist hoifstWN'gÄ-os. Die Attentäter!.!', wurb.' vechaftrt, abor gleiich wieÄer. fteigÄlasftn. ' Die chrWche» Konfessionen in LL-Mlsm. Belgrad, 20. Oktober. Der orthodoxe Patriarch von Jerusalem Docitheo ist, von Bukarest kommend, hier ei'ngetroffen, um denr König den Konstantins-Orden zu überbriuizen. In einen! Jnterviow erklärte er, daß er nach Europa gekouunen sei, um bei der orthodoxen Kirche Hilf e g e g e n die Katholiken zu finden, die große Ansprüche auf das Heilige Grab und auf Jerusalem stellen und sich dabei auf gewisse Zusichernugen Franklin Bouillons berufen. Die Berhältmsse in Palästina ^zeichnete er infolge der unklaren Lage zwischen Juden, Mohamruedanern ^tlnd Christen als schlecht. Englands politischer Einfluß sei stark fühlbar, Ivährend sich ein wirtschaftlicher Einfluß Englands nicht geltend Mache. Der Kongrrß für Kinderschutz und Fugendfürsorge geschloffen. In seiner Schlußsitzung befaßte sich der Kongreß mit den Frage.« der ^Fürsorgeerzichmig. Der Referent. Mrvisterialrat Dr. Suchanek betonte, das zu schaffend« Fürsovge-ErzichungLgesetz solle nicht nur aus Straffällige und bereits Ber° toahrloste Bedacht , nehmen, sondern vovbengLnde Ziel« verfolgen. In einer längeren Diskussion beftirwortete unter anderen Hosrat Dr. Moll'die Errichtung von Beratungsstellen zur Erteilung von Aufklärungen an Eltern für die Erzichung chver Kiwoer. Usber Antryg des Ministers a. D. Prüf. Dr. Gleispach wurde einstimmig beschlossen, an die Bundesregierung und den Nationalrat die dringende Bitte zu richten, mit tunlichster Beschleunigung jene Gesetze zu schasferi, welche die Grundlage für die Errichtung der Ju-gendämter und Jugendsürsovge bilden. Der Vorsitzende, .Hofrat Prof. Bartsch, schloß hieraus die Kongretzberatun-gen. Der vrotdrei» »och nicht bestimmt. Die kollektiv« Preisbestimmung bleibt verboten. Gi.n MoutagAatt meödete gestern, daß: Ende dieser! Woche mit der ersten Etappe der Bro-tpreiserhöhung auf ungefähr 8700 Kronen zu rechnen sei. In der. nächsten Woche solle dann der Ausgleich auf den duach die Getreidekurse bestimmten Stanida.rd von 8300 Kronen oder 0100 Kronen svl-gen. Dömgegenüber wird von amtlicher Seite festgestellt, daß die kolHekttve Prelisbestimm-ung nach wLe vor verboten bleibt. BechaMnngen über Erstellung eines Brotpreises finden weder mät den Brotfabriken noch mit ben Bückergenossenschaft statt. Die noch «nicht abgeschlossenen Besprechungen mit >der letzteren haben lediglich di«. HlinauSgabe -eines KÄkullationsbchel>ses durch die Genossenschaft zum Gegenstand. Jede Meldung über eine vorcrussichtlich« Brotprörshöhe eivtbchrt daher >im gsgenwärtigen ZeitpnE jcher kArnndlagr. Eine stürmische Beratung der Bäcker. Gestern fand in der. BäckergenosserWaft'die mit große« Spanmvng orwarlete . VerbandsveTiswnmdlMlg statt, in welcher über die Sitna-tion berichtet und die tveitereu Schritte beschlossen werden sollten. Es wunde jedoch die Bevsam-mlnu-g für geheim erklärt .und zwei anwüseuLe Bertveitav der Presst wurden unter großen Sturtttstzenen Mwn Verlassen des Saales gszwungen. Neber die Beratung, die kaum eäne Stund« dauerte u-nd seho erregt verlies, erfahren wir, daß si« zu keinem Ergebnis führte. Ein Beschluß wurde nicht gefaßt. Bon einem Funktionär der Bäckergenossewschaift. Wird «vWot, daß die FüMmgnahme mit der Regierung auftecht HIvM und.man HM, , daß es doch zu einer- BerständigUM. kommen wird. Lie Lebensmittelmsttttr. Da der gestrige R-indemtarkt um 780.'Stück schwäche» beschickt war als in der Vorwoche, sind die Preist um 1000 K. M 1600 K. pro Kilogramm gestieHen. . -Die Mndfleischpreist dünsten sich daher im Laufe der Woche verteuern.. Gestern sind vonläufig gegen Samstag keine Preisverändennngen vorgekommen. In der Großndarkthalle sind 12 Waggons diverser Fleischsovten «ingelängr. De: Verkehr Wt sich wie gewöhnlich bei WocheEegmn mr engsten Rahmen. Der Naschmarkt wurde aus dem' In- -und AuÄiandc günstig beschickt. Verkehr bei baschrüirkter Nachfrage begrenzt. Blättevsipinat tnie auch Salat, sind mäßig im Preise gestiegen.' Ans dem Obstmar-kte bestand das Hau-ptköntingent aus Aepfeln und Weintrauben. Auch Kastanien langten >in gwß-rn Mengen ein. Gchlügel,- Wild und Fische . fanden wenig Beachtung. In Butter nud in Eiern entsprach düs Angebot der- Nachstage. . Wien, 21. Oktober. Eine Erkkarung. Unser Mitarbeiter Herr Dr. N. M. Gelber schreibt uns: „In meiner historischen Betrachtung' über R. Beriniü Leower in der „Morgenzeitnng" vom 18. Septetwber und 5. d. habe ich, wie es meine Pflicht als Historiker ist, den Sachverhalt auf - Grund archidarischen Aktenmaterials wahrheitsgemäß dargeistellt. Da Gerüchte verbreitet werden, daß meine Darstellung gegen Mitglieder der Familie Friedmann gerichtet ist, stelle'ich' fest, daß es mir gang ferne lag, durch meine historischen Aussätze dieser Rabbinerfamilie, von der ich einige Atitglieder persönilich kennen und schätzen gelernt habe, .irgendwie nahe zu treten. Meine Ausführungen in den genannten Aufsätzen! waer-n nur von wissewschastlicher Objektivität getragen. Dr.-N. M. Gelber." / * Der Erfolg der Budapester Stierkümpst. Sonntaa fanden in Neupeft von spanischen Tornadores veranstaltete Stierkämpst statt. Die Spekulation auf die Blutseusaiion mißlang jedoch, da das Schauspiel gar kein Interesse erweckte. Der Besuch war sehr schlecht. Dafür aber wurde, wie ,die Ungarische Telegraphenagentur inoldet, ein Tornador von einem Stier ausgespießt, in der Hüfstugegend schwer verletzt und mußte ins Spital gebracht werden.' Wieder ein jüdischer Friedhai in Deutschland verwüstet. Laut einer Mitteilung.der Kölner Zeitungen würden aus dem israelitischen Friedhof zn Hochneukirchen Vre GraWeine imige warfen. Es ist dies schon in der letzten . Zeit.der dritte Fall. m T H e M Ä: Zur Einleitung der Keren-Kaiemeth-Woche! ii)ii)iiiiiiiiiiiiii)iiiiiiiiHiiiiiiiiiiBiiiiiiiiuiiiiiiiMimiiiiiiiiiiimiiiiiuiHiiaiiitiiitiiiiBaiiiiiiiniHBBniiiHiiiiiiiiiiu;nimiiiiiiiaiBinminiiiimitmimiiiHiHnffi«miiwaBmwiimiiHBWiin Grosse Versammlung .. im Hotel Continental, II. Taborstr. 4, am Donnerstag, 23. d., */s8 Uhr abds. HwX^^'iSre.i'VaiÄ ®‘“rasS

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