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Wiener Morgenzeitung · 1924-10-20 · Heft 2038 (20.10.1924) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 2038 (20.10.1924)
Date
1924-10-20
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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tvT, , r;y y.WTT^<»'^ EWWWWWWWW *s I £L... Sekie S Wren. Montag Sie Sfterreichisch-tschecho-slowakischen Handeisverlragsvekhandlungen. Der Besuch Dr. Benesch' in Men. London, 19. Oktober. „Daily Telegraf" teilt auf Gwmd eines Gespräches mit einer hier weilenden, einiPußrerchen tschecho-slowakischen Persön-Üchkett über die Res gelrmg der w i r t s ch'a f t l i ch e n V e r halt« i s s e zwischen den Na chfo lgestav te.n m>tt, daß derJ>& . vorstehende Besuch des tsche^-slowakifchen ÄußettomnttstepS Dr. B e n e s ch in Men, mit Berhaindliwnigen Über einen Handelsvertrag mit Oesterreich in Zusammenhang stehe. Der Handel zwischen Oesterreich, Ungarn amd der Tschecho-Slowakei sei beträchÄich und man hofft, daß er durch den Wschluß von Handelsverträgen eÄten mächtigen Anspoaar erhalten wird. Hierin bekunde sich der cmfvichbige Wunsch MitteleuropaZ, eim-e friMrche Entwicklung im Sinne einer wirtschaftlichen Kooperation Kr fördern. Si« Sfterrelchischer IittomvalibMtSttgesrtz Wie wir erfahren, arbeitet die Verfassungssektion des Bundeskanzleramtes gegenwärtig den Entwurf eines Inkornpatibilitätsgesetzes auS. Der Entwurf lehnt sich an die Gesetze anderer Staaten an und will namentlich verhindern, daß Mitglieder des Abgeordnetenhauses Verwaltungsratsstellen m Aktiengesellschaften ustv. bekleiden. Seipel -Belt seine Sroftdeutsche». Die Schulftage. Der Bundeskanzler hart Samstag im Kreise seiner Partei eine Rede über Schul fragen schalten, in der er sich sehr scharf auf den christlichfozia-len StandPuM der konfefsionellen Schule stellte. Ob Dr. Seipel mit der ^rühwdng dieser Frage einen Anlaß schaffen will, um sich seiner großdsudschen Koalitümsgenofsen zu entledigen oder ob er — auch diies -wäre MMnchmen — Wer die Schnffrage mit den Los von Rwm-HÄden bereits „übeveÄrgÄammer/^ ist, welche ohnedies schon viel Wasser in ihren programmatischen Wein gegossen haben, darüber .wird evst die nächste Zeit Klarheit bringen. Vorläufig gibt es Rauschen im „freiheitlichen" BMevwailde. Große KlmrMationen sind nicht zu befürchten. Krhöhung der Sütertarife aus Leu öisenbahnen! ©Me eine LoAvlkoEjPondeuz bei der GenerMtvekticm der Bundesbahnen erfahren' habest will, soll ab 1. Jän-ner 1985 nicht nur ein «euer Persoiren-taris eingefichvt werden, sitondorn auch der GisenbahngüterL-arif, erster Teil, in mehreren PrMen reformier^ werben. Die Borkbereitamgen für diese Reform worden von der GensrMirektion schon seit längerer Zeit bettiieben, doch jp über das neue Tarifbavem« noch keine Entscheidung getroffen. Ein« Kon fe re uz wird Ende Oktober die schwebenden Fragen: bereinigen. Kongreß für Kiaderschlch «ud Fageudsürsorge. In der gestckgen Sitzung wurde die Diskuffiom über die Schaffung eines österreichischen Jugendwohlfahrtsgesetzes zu Ende geführt, schließend gelangte follgende vom Rsserenten Prof. Dr. Bartsch beantragte Röiblution zur Annahme: 1. Sin JNgendwohHahrtsgefetz, das den Ansp.r>uch jedes Kindes auf ein Mindestmaß pon Erziehung fsstsetzt, ist dringend notwendig. 2. Dieses Jngenbwohls.ahrt sges etz soll zwar den bestehenden und kimMg zu errichtenden Jugendämtern die gesetzliche Grundlage gelben, soll es jedoch jenen Landern, in denen solche Ai-nrter nicht bestehen, ermöglichen, die im Gesetz den Jugendämtsrn zugewickenen Aufgaben von anderen bewährten Organisationen anSfühcen zu lasien. Herauf refeöverte Sacktütsrat Dr. Richard Hel leb (SallMrg) über die Gesundheitsfürsorge. In nachdruckllchov Weise betonte zu diesem Referate Oberstadtphysilkus Dr. Böhm, daß eine JugendjÄvsorge ohne MtwirklMg der Ae uzte nicht denkbar ist mrv verlangte: daher, daß bei Schaffung einer diesbezüglichen GchetzeS den Aerzchen gebührender Raum gewährleistet wird. Nach einer Debatte über die Unterhaltsfürsorge wurde di« Sitzung geschlossen. Ae Vollmer vor dem Zusammenbruch. DK BokkSoPer befindet sich in den ärgsten Schwierigkeiten. Der GesthaftSgang ist schlecht. Das Persona l, dessen Forderungen wenig Aussicht haben, bewilligt Zu werden, droht mit dem Streik. Für eine ordentliche Betviebsfuhrung fchlt es aber an dem nötigen Kapital. Die G e m e l n d e W i e n, welche msgesordert wurde, eiinzuyreifeir, ist nicht geneigt, dem Theater auWebige Hilfe zu leisten; eS ist auch nicht antzumehmen, daß eine Gemeinde, die ihr Verständnis für künstlerische Dinge durch daS eben mit Gschnas beendete Theater- und Musikfest deklariert Hot, für die Uebernahme eines ernsten Menrv MovgMzeltMü. k«l«. . M .M H. tzMlIM 1-3 Mrtinüngseinrlchhtngeii (Ecke;KarlSchwelghoferga8a6 Theaters in Betracht.Mnnt^ Go' dürste, wenn Nicht in LinZester Zeit von ivgendeiner Seitesinan-'.elle Hilfe kommt, die © ch I ietzu ng fc'e i* Volks ope r unvermeidlich sein. ' W i e n, 20. Oktober. * Schlagonfatt auf einem Dampfer. Samstag abends wurde der Budapests Optiker Oskar Schönfeld am Praterkai von einem schweren Unfall betroffen. Er wollte mit dem Schiffe nach. Budapest reisen und, wie es gebräuchlich ist, die Nacht an Bord des Schiffes verbringen. Beim Betreten der Kabine wurdeer von ein« Gehirnblutmg befallen und stürzte bewußtlos zusammen. Die Rettungsgesellschast brachte ihn ins Rudolfsspital. __Oktober 1924 Nr. MS l.'s 'Ansschnanbons und der eigenmächtig Vovgenommenen 9lasenspi,km.gen. Das Ansschnaubeu geschieht Mist in der Weise, daß beide Nasenlöcher zugehalten werden. Ein so-lcheS Schnauben, mit starken Geräuschen verbunden, macht die Nase nicht genügend frei und treibt den Schleim in die Ohrtrompete. Besser ist daS Schneuzen nach Banernart, wenn das .eine Nasenloch zügehaÜen und die andere offene Seite aus-- geblasin wird. Diese Art der Rrsenroinigung sollte den Kindemi von Jugend auf'-beig-bracht weiden. Ebenso gefährlich ist VaS AUfschnaübm -von Mißigkeiten m-itt-els verschiedener Nasengesäße. . / Die ersten Zeichen einer Gehörschädigurig werden meist überscheu. Eine geringe Gchowerminverung kommt wenig zum Bewußtsein, evst stärkere Schwerhörigkeit, die die Ausübung des Berufes z,r stören beginnt, gibt zu denken und veranlaßt die Konsultation eines Arztes. Aber eine hygienische Lebensweise würde es erfordern, daß jeder Mensch wenigstens einnml im Jahre eine Untersuchung der Ohren vornehmen baffen sollte. So Manche leichte Schädigung ließe sich, noch frühzeitig erkannt, beheben. * Die Selbstmorde des ' Sonntags. Die Hausgchilfiu Julie K., welche Samstag, wie bereits berichtet, Salmiakgeist genommen hat, ist im Wiedener Lbrankenhaus Movben. — Gestern nachmittags hat sich der 69jährige Maurer Ignaz S. dom Leopoldstädler Ufer. in den Donamanäl gvsiürzt und ist ertrunken. — Im Hotsl Beatrix hat die övjäyrige Private Anna L. Beronal genönrmen. * Unfälle beim Fußballspiel. Gestern nachntittags erlitt auf dem Fußballplatz in Simmering, Lebevstraße, der 20jährige Privatbeamte Leopold Beer durch Znsammensioß mit emem Gegenspieler und Sturz eine Gehirnerschütterung. — Auf dem Sportplatz Bewegung 20 kn der Meldemannstraße erlitt gestern nachmittags beim Fußballspiell der 19jährige Expedient August Foltyu durch Zusammenstoß, mit einem Gegenspieler eine schwere Quetschung des Bauches, so daß er von der Rettungsgesellschait in die Unfallstation gebracht werden mußte. — Auf dem Fußballplatz in der Gablenzgasse erlitt der 22jährige Kürschnergehrlfe Emmerich Czerny durch Sturz eine Verrenkung des rechtm CMogens. * Tanzknstitut Hermann Braun» 1s. Bez., Reiudorfgasse 42. lEntgeltlich.) vK Schuhe! mit eingebautem „Berson^-Gumml-Absatz S/W Redigiert von Dr. Sauel Beer. Hygieire deS Ohres. Trotz der großen.Bedeutung der Sinnesorgane für dos göttrje Leben des Menschen kann man im allgemeineri nicht behaupten, daß die Menschen in ihrem eigenen Jntereff« alles daran setzen, um diese wichtigen Organe, das Gehör und das Aü-ge, vollkommen leistungsfähig zu erhalten. Und doch lehrt di« Erfchrung, daß mindestens ein Drittel der Menschen in mittleren Jahren nicht normal hört, welch« Beeinträchtigung sie für viel« Berufe ungeeignet macht und m-anchen Lebensgenusses beraubt, wahrend wir es bei älteren Leuten fast sekbstpevständlich finden, wenn sie nicht scharf hören. Schon leichtes Ohrensausen der verfchieidensten Art, Schwinidelzibslände deuten auf ein« Störung im Ohve hin. Gut gekannt ist der Ohvmsluß, der als ein Zeichen der Entzündung im Mitirlohr, auf sine bereits erfolgte Durchlöcherung im TrommÄßellc hinwoist. Auch die Eiterungen finden oft nicht genügeivd Beachtung, welcher Umstand für den Betroffen» u meist zum Verhängnis wird, da die Eiterung leicht unbenrerkt die Schädelknochen ergreift, zur Gehirnhautentziindung führt, womit nieist, falls nicht noch rasch durch Operation das Unglück vechittet wird, das Schicksal des Kranken besiegelt ist. In diesem Zusammenhänge wäre noch der Gchörschädigungen zu gedenken, die von der vergrößerten Rachenmandel auSgchen. Dieses alkwdings nur Mine poiUevartiige Orgen entzündet sich bei Kindern leicht, «S entsteht eine gestörte Nasenatnnmg und hierdurch leicht eine Erkrankung des Mittelohres. Abgesehen davon, daß erwiesenermaßen die Vergrößerung der Rachenmandel zu bestimmten Veränderungen der Gesichtsbildun-g, zum Zurückbleiben der Kinder in der körperlichen und geistigen Entwicklung führt, sind die Kinder in bezug aus das Ohr geschädigt, weshalb die Abtragung der Rachenmandel, ein leichter operativer Eingriff, stets vorgenommen werden soll. Aerztlicher Fragekaften. Mitesser. Je nach der Aussaat werden verschiedene Mittel verwendet, Bleichung, Ausquetschen oder Schälung. Welche Methode Lei Ihnen Anwendung finden soll, kau» nur. der Arzt entscheiden. — Rachitis. Künstliche Höhenbesttahlung wirkt vorbeugend gegen die Knochenerkrankung. — Dolnert. Die Hasenscharte soll möglichst frühzeitig otictlett werden, jedenfalls vor Schulbeginn. Jeder gute Operateur vermag die Operation durchzuführen. — K. M» E. Bet der geschilderten Nervosität des Kinde-wäre eine längere. AuSschulnng zu empfehlen. LLLLL //• jimülft . Leider kennen aber die meisten Menschen wicht die Beditpgnngen für die Erkrankung des Gehörorgans. Nur boi einiger Kem-tniS auf diesem Gebiete könnte manches sielbek vermieden werden. Es ist klar, daß auch das Gehör kein ganz selbständiges Organ im Körper ist, es nimmt an fast allen Vorgängen im übrigen Körper teil, da es ja mit bivsem durch Blutgefäße und Nerven zufammenhäingt. Alles, was den übrigen 5dötz>er schädigt, schädigt auch den Gehörsinn. , So können Erkrankungen des Helgens, der Geifäße, wie Arterienverkalkungen^ Darmstörun-gen, -insbesondere hartnäckige Stuhlvevstopfungen, hochgradige Blutarmut, die .Stoff-' wechfelerkvaubungen der Gicht und des ZucketSeSdenS Schädigungen am Ohr herbeiführen. Die krankhafte Veränderung des Blutes bei Infektionskrankheiten zieht häufig das Ohr in Mitleidenschaft, nnd so sehen wir im Anschluß an Masern, Scharlach, Diphthevi«, Typhus, ja auch bei Tuberkulose und Syphilis Erkrankungen des Gehörs auftreten. > Die größte Bedeutung für die Gesundhett des Ohres hat aber die Beschaffenheit der Nasen- «nd Rächenhöhle, die durch die sogenannte Ohrtrompete mit der Paukenhöhle des Ohres verbunden find. Schon der hoi uns so verbreitete gewöhnliche Schnupfen, dessen Bchandlung meist so der-- nachläffigt wird, fügt dem Ohr mannigfachen Schaden zu. Fast an allen Erkrankungen der Nase, die mit Schwellungen der Schleimhaut einhergehen, nimmt in gewissem Sinne auch -die Ohrtrompete teil. Schleimmafsen, vergrößerte Muschelenden, Polypen führen zum Verschluß dieses BerbindungSgangeS von der Nase zum Ohre, der bei längerem Anhalten bleibende Veränderungen des Mttelohres nach sich zieht. Der größte Teil der gefährlichen Mttelohrevkrankungen entsteht durch Hmemireiben des Schleimes und des Eiters von der Rast in das Mittelohr infolge üngeeeigneter Mthode Haussedämmeruug? Das Gespenst der Depositenrückstellung. Die Wiener Börse hat in der Zweiten Hälfte der dergangenen Woche einen entschiedenen Stimmungsumschwung aufgewiesen. Dieser Wandel der Tendenz kam so plötzlich, daß ihn selbst Eingeweihtenicht dorausgesehen haben. Als in der Kulisse die Kurse immer Wetter hinauflizitiert wurden, und auch lm Schranken höhere Schlußkurse zu verzeichnen waren, da fragten sich die gewiegten Bbrjeaner untereinander, was eigentlich die Ursache dieses plötzlichen Umschwunges gewesen sei. Eine richtige Antwort, die alle, befriedigte, wußte keiner zu geben. Es. ist Wohl richtig, daß das Abklingen des Castiglioni-Rummels, der Zweifellos mtt einer Blamage für beide Teile endete, wie sie das Wirtschaftsleben Oesterreichs schon lange nicht aufzuweisen gehabt hat, manches Hindernis beseitigte und den Pessimismus mancher Kreise zum Schweigen gebracht hat. Aber es kann dennoch nicht behauptet werden, daß tatsächlich das Verfchloinden des Cästiglioni-Falles Won der Oberfläche diesen gewaltigen Tendenz» Umschwung hervorgerufen hat. Wäre dies der Fall gewesen, so hätte schon am vorigen Montag die Börse dies zum Ausdruck gebracht. Doch erst Dienstag mittags, beziehungAveise am Mittwoch, also lange nachdem die Börse den ganzen Eastiglioni-Fall hatte verdaut haben müssen, kam der Umschwung zum Ausdruck Bald wurde es klar,, daß das ungarische Interventionskomitee stark eingegriffen hatte. Dieses hatte nach dem schwarzen Montag der Borwoche hundert Milliarden ungarischer Kxonen für die Stützung der Kurse an der Budapester Börse zur Verfügung gesteÜt. Man hatte bisher 140 3tvr. breit für Kostüme m§ M.L. AOk• MASM• * STOTTE I

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