Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 2038 (20.10.1924)
- Date
- 1924-10-20
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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ifoiBB MnnmyT Wien: Zum AbHolen in der Expedition, 1L Tabor str. 1-3, oder in einerVeraeMeiastelle (Trafik) monatl. K 40.000 Strusenverkauf in Wien durch die Kolporteure der Finna Goldschmied) 1. Bez., Wollzeile 11 Mit Postversand für Wien u Qesterr. monatl. K 40.00fi f Pf©K 4 ictier Tsche c h o-S I owa k e i Mon. K R Jugoslawien. Mon. DInaröO. Polen: Mon.?*/• Zloty, Deutschland Mon. Goldmark 4, P r a n k r Belgien:.Mob. Fres. 15 MV N»eh»*blm f«t> -MU “bei Pret«erhSha«(M Torbthalte» England: Mon.4 Schilling« Italien: Monatl. 15 Iir<-, Rumänien Mon. 1501 si, Bulgarien Mon. SO Lewa, Schweiz nnd das übrige Ausland monatlich Pres- 4. Redaktion U. Administration Wien, II„ Taboretr l-s Telephone: 44-0-38,43*3-19. AhfcUhr ahd« 21-102,25-282 IX. Unlversrtätsstrasse 6—8 (Druckerei Steinmano) Oesterreichisehe? Postsparkassen - Konto Nr. 150.693 msm Nr. 2038 Montag/ tO. Sktob« 1124 6. gchrgaas London, IS. Oktober. An der Greife des Wilicvst-ts Mofsnl Herrschte wevtechin Ruhe. Die TürVen und Ä>ie EnglLnider befinden sich innerhalb ihrer eigene» Stellungen. Angora, 18. QSdokber. Minister des AsuHern JZureL Pascha hat «r der heutigen Sitzung der National' Versammlung den geyenwaivtiigen Stand der Frage von Mofsnk dcrvgeibegt. Tagora, 18. Dßtd&en Das uanLoah" P nach einer Fahrt »seinen Heimathafen zuvückgMhrt. LeMuWhiff „Shevon vier Tagou in Paris, 19. Oktober. Der als Ersatzmann für Owen V«mg Mn Genevalqgenten für die RePiwaMrszW genahlte Amerikaner Seynnmr Parker P gestern abends h«r eirvetvoffen. Prag, 18. Oktober. ^Rmdo-m Osvobogem" VüMgt die Bildung einer neuen tschechischen Partei an, die Rationale. Ardeitspetri^r heitzm und .sich ' aus^'-'PeaMtzD' I n'teNek tuetlen zzchammenifetzM soll. Me % werde gemäßigt sozialen «mb «atironalen C h a r a 11 e t Haben, in . den wWschaMichen Fragen auf dom Boden des Dr. Engel stehen, in don außevpolkiWe« Problemen die Politik M asarhk umd Dr. B enes ch befolgen. Koblenz, 19. Qktolber. Hawte wurde zstoischerr tat deutschen Pertretern und der RhvmranMormms-- silm ein Abkommen über die Zurückgabe der Zoll-, Fdrstnnd. Do-män-nlderwaltwng erzielt. Mailand, 19. Oktober. Boi dem Äutownnen «n den gvoßen Preis von Europa erlitt Graf Zborovskr einen tödlichen Unfall. München, 19. Oktober. Durch anSstvomondeS GaS find, m der Sedererstvaße vier Personen geMet worden. zwischenfill bei der Leicheufeier Anatole Name». Eine Demonstratio« gegen CManx. Paris, 19/ OAober. Bei der Leichensvier für Amtole 1422 Kandidaten Itt England. Bis jetzt wurden 1422 K a n d i d a t e n o f f i z i e l l ausgestellt, davon 522 Konservative ' 801 Mitglieder de» Arbeiterpartei, 842 Liberale und 57 Angehörige verschiedener Parteien Ser .vrrtrauearwklrdige" Reichstag. Frankfurt, 19. Oktober. (Wolfs.) Reichsaußen-minister Dr. Stresemann evKärte in einer vor einer Versammlung - der Deutschen Bolkspartei gehaltenen Rede, daß mit Ausnahme der, .erttornerr Rechten mrd Anken Uodereinst'.mnmnz darüb-rr bestehe, das; die Reichs-Politik sich nur aus den m . London getroffenen Berernbarrmgen aufba-nen könn-e. Es müsse aber betont werden, daß erst ' diebcMge Ruhr räum mig unid die vertragsmäßige Räumung der Kölner Zone Deutschland in dre Lage versetzen werden, die aus ihm ruhenden Lasten zu tragen. Das Vertrauen wt die Politische und wirtscha-ftl'rche Entwicklung Deutschlands sei wieder geweckt und die Ueberzeichwung der Anleihe sei ein gutes Aicheu. Der Ze PPeli nflng habe bemiesen, was Deu-tschlarch an ideellen, und technischen Wertest der Wett zu geben vermöge. Hoffentlich werde es' Deu-tschland ermöglicht, auf diesem Gebiete weiter zu arbeiten. Zur Haltung Deutschlands gegenüber dem Völkerbund sagte Dr. StresemannrWir würdigen durchaus d« Rede Max Donalps) in.'der er Deutschsivlch es E'MM verdenke^ wenn-ww sto vg^sia m prüfen, öb;w.ir i«der Lage sinddie uns . attferlegt cjt Pflicht en i n v olle m Ma ß e zu er s üllen. Wir können es <M einen Erfolg buchen, daß der von uns erstrebte ständige Ratssitz von -rillen gegenwärtig im Räte vertretenen Patronen Deutschland zuerkantzt wird. Wir Werden aber auch darüber diskutieren müssen, daß man Deutschland nicht zu muten kann, die Konse.qnenzen aus der E;etutive des Byl° kerbundes in der Form der Mitwirkung an Krieg en oder an der Blockade zu ziehen, solange der Zustand andanert, daß Dentschland der einzige entwaffnete Staat, ist^. der von in Waffen starrenden Nachbarn uingeben' ist. Wenn Man der Schweiz eine Ausnahme von diesen Bestimmungen des Völkerbundes gewährt hat, wird man sie auch Deutschland gewähren müssen. In femtzn weiteren Äusfühmngen, die der imieren Pölitik und insbesondere der Frage der Regierungsumb ildung galtenmtd m denen er für die Zuziehung der Deutschnatvonalen zur Regierung emtvait, kam Dr. Stresemaam zu dem ^Schlüsse, daß eine R eichstag sau slLsung «nersreulich wäre, da sie das auskevmenÄe BeÄrchuen des ÄuSlanbes in die stetige Entwicklung in ea/er Fra nee Berat es zu oraern Zwischenfall, indem in der [ De-utschlanÄ untergraben würde. -Sei aber eine politische Avenue Chümps Elysees zwei Beamte, die ien Spalier standen, laut riesen: ,^ns Wasser mit Caillaux!" Die beiden wurden verhaftet, nach Vmzer Zeit aber wieder freigelassen. Die Zahl der Teilnehmer an der BeerdMNg wird auf über zweihu-nderttausend geschätzt. . ' Herriot gegea die Verhetzuvg der bestich«: Sagend. Boulogne-snr-Mer, IS. Oktober. Mmlftechräfident Herriot wies in seiner Rede auf dem Kongreß der radikalen Partei zunächst darauf hin, daß die Londoner Konferenz der Verpflichtung treu geblieben sei, an der Ansrichtnnz des Friedens zu arbeiten, der Isolierung Frankreichs ein Ende zu machen, ihm die Unterstützung aller moralischen Kräfte <mgedeihen zu lassen und die ReparationSsrage zu lösen. Die Beziehungen zu Deutschland find leich-- ier geworden, wie dies der AuSgang, -ders. ersten Wirt»- schaftsvechändlüntzen zeigt. Der republikanische Geist hatge-' wiffe Erfolge Vavongetragen. Es' iist'noch gewitzt daß.sitz'die Nationalisten weiter mit der militärischen V o rbereitung der Jugend befaßen. Die Frontk ä m p f e r v e r e i n i g u n g e n stehen mit der Reichswehr in Beziehungen und gewisse Feiern sehen soft wie P r o b e m o b i- Loftvny. nicht zu ervsichett, so müssen sich bei den Wahlen alle jene Kräfte zusanMenschließtzn, diesich auf dem Boden einer nationalen R.« alp oll tik zu einer Regierungsbildung auf der Grundlage der heutigen Politik bereit finden. Sie Kinea I« 8Wa. Peking, 19. Oktober. (Reuter.) Ern Telegramm Wnpeifüs' meldet die vollständige Wiedereinnähme Tschintnenkus ' am Der' Angriff Tschangtsolins gegen Schanhaikwan ist gescheitert. Die Tschekiang-Armee avgrnüstet. Schanghai, 18. Oktober. Die Soldaten der Tsche-!iang-Armee haben ihre Waffen abgeliefert, imchdem sie jeder 20 Dollar; und die Kosten für ihve tzeimbeförderung erhalten -hatten. Die fremdländischen Behörden glauben, daß keine Gefahr mehr besteht. - - ■ - - ■ ';• - «ttflaffanB öoa Mai tschecho-slawMchea MaWkiea. Aus Ersparungsgründen. Prag, 19. Oktober. ÄuA ErspelMmMrüniden tverden in der nächsten Zeit fünf M inisterien, und zwar das Post-, Erlis i erun gen aus. Wir möchten gerne Gewißheit haben, daß Mhrutzgs-^ Gesundhohts-, MWEMnvM'istevM'M Md kein Haß mehr in die Herzen der deutschen Schüler und , das MWvstevrum.für diä Slowakei auMasstn Iwevden. i Studenten gepflanzt wird» _' Der österreichische Bundespräsident als.Reklameagent. — Der Dawes-Plan zerronnen. - l. W i e n, 20. Oktober. Bundespräsident Dr. Haimsch hat den kleinen Filmbuben Iackie Coogan empfangen und hat'sich mit ihm längere Zeit unterhalten. Das Gespräch hatte einen leutseligen Charakter. Wer war leutselig und fteuMich herablassend? ' Jackie oder der Präsident? Jedenfalls Jäckie! Denn der Bub arbeitet ehrlich und geht seinem Geschäfte nach. Wenn er mit Präsidenten spricht, so tut er das nicht aus Kriecherei und Sensationslust, sondern weil man ihm beigebracht hat, daß das zu-seinem Geschäfte gehört. Wenn der kleine Amerikaner zum Präsidenten, geht, so tut er es, weil er weiß, daß die ReÜaMe zu seinem Handwerk gehört. Ihm kann man keinen Vorwurf machen. Warum. hat sich aber unser Herr Präsident zu der würdelosen Komödie herFegeben? Hat man ihn' zu diesem Zwecke gewählt? . Wenn ihm der durch die Äerfassnn-g zugewiefene, gewiß nicht zu' weite WttkftnMreisnM bchaMkann er seine Stellezchrüchlegen. Keinesfalls ist er i aber berechtigt, sich die Langeweile dadurch zu vertreiben, daß er den Agenten der Konzert- und Reklamebuveaus ins Handwerk pfuscht.. Dr.'Harnisch scheint zu vergessen, daß zwischen dem Präsidenten eurer Republik, wenn sie auch klein ist, und dem Reporter eines Boulevardblattes, wenn es auch groß ist, doch ein Unterschied bestehen muß. Man kann Herrn Dr. Harnisch nicht nachdrücklich genug darauf aufmerksam machen. Sonst kann es uns noch passieren, daß er nächstens der Jeritza den Koffer zur Bahn trägt und die .Kadiwetz und die Puttkammer zur Besichtigung seiner Mu-sterviehzucht einlädt. Weil es die Boulevardpresse so will. 4- , Die Deutschen nehmen sechs monarchistische Hakenkreuzler als Minister in die Reichsregierung. Darob großes Wehgeschrei in der liberalen und.sozialistischen Presse der ganzen Wett. Gerade jetzt, wo der schöne Dawes-Plan unter Dach und Fach gebracht wurde!'Man tut den Deutschen Unrecht. Die Aufnahme, der sechs Monarchisten und Militaristen ins Kabinett ist freudig zu begrüßen, denn sie ist ein Anzeichen dafür, daß Deutschland endlich ehrlich werden will. Das republikanische und demokratische Getue..ist Schwindel. Herriot und Mac Donald, können die längsten und schönsten Reden hätten und sie werden die unter preußischer Orientierung stehenden Deutschen nie und nimmer zu Demokraten und Republikanern machen. Haben sie den Däwes-Plän darauf gegründet, daß es ein demokrattsches, vertragstreues, fortschrittliches Deutschland gibt, dann haben sie eben auf Sand gebaut und dürfen sich nicht darüber wundern, 'daß ihnen ihr Kartenhaus zerfällt. Schimpft nicht auf . die Deutschen, wenn sie Junker und reaktionäre Schlotbarone mit ihrer politischen Führung^ betrauen.-Das ist tausendmal ehrenhafter, als wenn sieunter , der Präsidentschaft des feisten Sattlermeisters Ebert, der trotz allerrötesten Anstrichs. Reservefeldwebel gehlieben ist, Republik spielen, Man muß die Deutschen nehmen, wie sie. heute sind. Reaktionäre, militaristisch, revanchelustig. Sie wollen absolut beherrscht, getreten,'..geknechtet sein. Sie wollen wieder ihre zweiunddreißig Landesherren haben. Man sollte ihnen dieses Vergnügen vergönnen. Jedes Volk hat das Anrecht darauf, nach seinen Neigungen zu leben.. Lasset die Deutschen nach ihrer .Fasson selig, werden. Zn ihrer Seligkeit 'brauchen sie Monarchen. Gebt sie ihnen! Die Welt wird dann viel rascher mit ihnen zu einem Einvernehmen kommeni Man wird wenigstens'wissen, wie man mit ihnen daran ist. Und nicht ewig mit einem unwirklichen Phäntasiegebilde unterhandeln, das sich Deutsche Republik nennt und HüMbNg ist.