Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 2035 (17.10.1924)
- Date
- 1924-10-17
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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■‘‘•r fee. Me Wren, Freitag Raviolonzert der „Wiener MorgenzeiMg". Täglich von 4 bis 6 Uhr nachmittags in der Redaktion, Wien. 2. Be-., Taborstrabs 1. Apparate beigestellt von der Firma Broadcasting, Radio-Ges., Wien. Lumiere-Lantsprecher belgestellt von Minerva, Wien. Vorführung deS Sommer» apparates. Progr amm für, beute: Vormittags von 11 bis 1 Uhr Matinee der Künstlerkapelle Silving. Nachmittags halb 4 dis 6 Uhr Teekonzert der Künstlerkapelle Silving. Abends 8 Uhr Duettenabend. Mitwirkend r Schwestern Goitein, Herr Guntmar Helmut, Frau Wanda Kirchweger. — Programm nach Ansage. " ’■ . ---~= vereine. Lortriige tmH Versammlungen. I ü d r s ch" a ka d e m i s che r Verein H e ch a wer. Heute, '/,9 Uhr abends, im Lokal der Lese- und Redehalle Mischer Hochschüler allgemeine Versammlung. Erscheinen. Pflicht. Gäste willkommen. Urani a: Heute, 5 Uhr (Großer Saal): Borneo und die Neuen Hebriden. V*6 Uhr (Kleiner Saal): Ingenieur Franz Kleinh anS: Im Bannkreis der Mödllnger-Hütte. 6 Uhr (KurSsaal): Kurs: AniversitätSprofefsor Dr. Eduard C a st l e: Die Kunst zu leien. I. 6 Uhr : Klubsaal) t UniversitätSlektor Ferdinand M a t r a 8r Sprechkurs. VI. Vr8Uk>r (Großer Saal) Dr. Richard D o n i y r Die Deutschlandshilfe des Landes: Niederösterreich. Nene Bilder aus niederösterreichischen Ferienheimen. */?8 Uhr (Kleiner Saal): Erzieher der Menschheit. Ul. Professor Dr. Josef H r a z k h r Plato. V-8 Uhr (KurSsaal) r Dr. Susann« S ch m i d ar Geist und Schicksal. V?8 Uhr (Klubsaal): Kurs: Professor Dr. Benno S t e i n i tz r Der Sinn der Geschichte. VI. Geschichte als Weg zu einer sozialen Ethik. */g8 Uhr (Lehrsaal Ul) r Professor Dr. Hans B a u e r: Das Rechnen mit Vektoren (Vektor-Algebra und -Analysis) und dessen Anwendung in der mathematischen Physik. III. LeopoldstSdterVolkSheim, 2. Bez.. ZirknSgasie 49. 6 Uhr r Professor Dr. Edgar Z i l s e l; Geschichte der Philosophie. * Wohltatigkeitsakodemie. Der jüdische HNfsverei»n Prater veranstaltet Dienstag den 21. b, eine W o h rt L t i g k e i t 8 a k a d e m t e in den Lokalitäten des Cafä A b b a z i a unter Mitwirkung erstklassiger Knnstkräfte: Klara Muiil, Lilly Schwarz, Paul F ö r st e r, Ralf O st e n. Kapelle: B. Wolssthalr am Flügelr Kapellmeister GünSberger. Künstlerische Leitung: Direktor Emil Fischer. Internationale Frauenliga, Wien, 1. Bez., Hofburg, Michaelertor. Feststiege, Mezzanin. Heute, 7 Mir abends. Vortrag der Delegierten Leim Washington-Kongreß Frau Lotte Heller über „Amerika, die Amerikaner und der europäische Frieden". Gäste willkommen. Bühne und Kunst. .Zar Volksschausviel vom Doktor Faust." Schönbrunner Schlotztheater. Erinnerung an ein Marionettenspiel wird wach, das ich als Kind im Brunner Augarten sah. KindhertSeindvücke bleiben haften und sie stellten (sich dieser Ausführung des.von Richard Kral iS erneuten Vollsdvamas vom Doktor Faust sofort kritisch entgegen. Wie taugt das devbe Spiel in diesen prunkvollen Rahmen? Hafergrütze, serviert in der Kristallschalle. Auch der kluge und kunstverständige Direktor Hetterich scheint empfunden zu halben, daß. die Bretterbude Kr diese ursprünglichen, unfrisierten Szenen tauglicher wäre als das vergoldete Prunkcheater. Er sorgte durch großartige Aufmachung für den Ausgleich, so weit er eben möglich ist. Bekanntlich ist dieser vom Volk geschriebene „Faust" HM Schauerstück zur Warnung der Sünder, HM Rüpelspiel, und hat hier und dort seine 'besonderen Qualitäten. Schon das Vorspiel wacht aufhorchen. Ehawn, der die Verdammten in die Unterwelt zu befördern hat, kündigt dem Beherrscher der Hölle den Dienst, weil ihm zu wenig, und — was ihn «besonders ärgert — herzlich unbedeutende Sünder zum Transport Übergaben werden. Das veranlaßt den Höllenfürsten, einen ganz besonderen Braten in Charons Hände zu liefern, um feinen Diensteifer wieder zu Wecken. So erhält Mephisto den Auftrag, den „Doktor Fauste" heobeizuschasfen. Wie ein famoser Studenten ulk hobt also dieses Faustfpiel an. Sehr bnnerkenswert (namenlos blieb der Schöpfer dieser Szene), wie Mephisto Plötzlich schwach wird. Don ungefähr frügt ihn Faust, ob-er nicht auch einmal in den Himmel nröchte. Ja, seufzt der Teufel auf, und wenn er durch tausend Messer hindurch müßte, um nur einen Augenblick die HimmelSseligkett.zu genießen, er würde es mit Wollust ertragen. Ganz außerordentlich und gewiß von tiefster Wirkung auf ein naiveS PMikum, dem eine Wandertruppe den VoWfauft vorfpielt, dieser Augenblick, da der gefinkelte Mephisto aus seiner Rolle fällt und — gar nicht im Sinne feines Auftrages — Kr den Himmel wirbt. Gestimmt weit wirksamer, ails wenn er sich vor dem Kreuz verkriecht. Auch im HanS-Wurst-Spiel, das sehr geschickt in die „Fcmst"--Traigödie verwoben ist, gibt eL delikate Uoberraschun-» gen. Es steckt Humor darin, daß Hans Wurst wohl der Hölle entkommt, aber dafür ein böses Wei>b kriegt und gottsfroh ist, daß er die Nächte als Nachtwächter außerhM deS Ehegemaches verbringen darf. Die Hemmungen, welche der Genius loci der Inszenierung bereitet, machen sich natürlich auch bei den SchauspiÄern geltend. Aber sie haben in Ehren bestanden. Herr Löhner, der Darsteller des Faust, ist ein junger Künstler von so starker und reiner innerer Glut, daß ich an ihn glaube und mich auf seine Zukunft freue, auch wenn er sich manchmal avg verhaut. Wiener Worgenzeltuns. 17. 'Oktober '1924 Seite 8 m. mRy&UIW, I. Wipplingerstrasse Nr. 18 Er geht aufs Ganze. Da mutz es bei jungen Künstlern böse Schnitzer geben.-Sie-sind mir lieber als die Armen Fehler der Behutsamen, Lavierenden, die sich über alles hinweghelfen, hinweghelfen m ü f f e n, iveil es an Persönlichkeit fehlt. Herr Heim (Mephistopheles) ist in den entscheidenden Augenblicken von beachtenswerter Kraft, sonst nur verdienstlich. Dem HanS Wurch gibt Herr Wawra eine erquickliche wienerische Note/ Aber wie gesagt: Den Eindruck des.Stilechten kann man bei Volksspielen, die auf die Bretterbude gehören, im Schloßtheater nicht erzwingen. O. A. Musik« und Theaterseft der Stadt Men. Ein Volksfest im Nathause. Als Abschluß des Musik- und Dhvaterfeftes findet Sonntag den 19. d.. in. und vor dem Rathause ein großes Volksfest statt. Beginn des Festes um 2 Uhr. Es wirken mit: Massenchöre, vier Orchester, das Ballett der Staatsoper, Professor Simone, „Der blaue Vogel", Clowngruppm von Hagen'beck usw. Bei Eintritt der Dunkelheit Filmvorführungen. Theater irr der Josefstadt. Nun ist das von Reinhardt bereits für den Redoutenfaal inszenierte Tustsptel von Etl-e-nne Rey ^Schöne Frauen" ln die JoseGaüt überfiedÄtt, ohne an Charme, Reiz, Luftigkeit und anmutiger Tändelei zu verlieren. DaS Charcokteriftiich«: «me iKsufchbeit der Frivolität, die bei deutschen Lusbspislfchveibsrn in Derbheit auSarten würde. Schöne Frauen standen nicht nur auf dem Theaterzeit eil,, sondern auch auf der Bühne: Christians, Simson. Uvban-Meidin'ger, Steckewerg. Hermann Dtzimirg tünzelte liebend Md ge« Liebt durch das Stück. Herr Steinet brillierte als Darsteller und Wwbat. ,1Der Knecht" wurd, ....__ __u __ Freien SchaufpiekleirvereinMng alle gemeinsam und voMMich der Dichtung dienen (nicht wie $it Wn war, der .Michiung", was einen.nicht gewollten Sinn evgöbt). » Für das jüdische Theater. Der Verein Freie jüdische BolkNbühne veranstaltet Sonntag den 16. H. im Veoeinsheim, 8. Bez.^Bennoplatz 1, eine Zusammenkunft aller Freunde des jüdischen Theaters, in welcher die Sicherung einer Mischen Bühne ln Wien besprochen werden wird. Es find rwchveve Referate vorgesehen. Beginn präzise hcM 3 Uhr nachmittags. Modernes Theater. Das Ellen-Tels-Ensemble bringt als . Nachtvorstellung pantomimische Einzel- und Grnppenivorführungen. die eS unter dem Namen Commedia 5>«Ir ctrt'1 des 20. Jahrhunderts xufammienfaßt. Wenn der improvisatvvische Charakter aller Dcoribletuntzen allem den Zaulber eines Angebundenen, phantastischen Gpieiles herauifbeschwören könnte, dann wäre die m bogvutzestde Renalsiancv einer alten Kunstform gÄungen. Aber in diesem Falle benützt bloß -eine schmächtige Phantasie ihre -ruisstschL. HeÄunft aus Deckmantel für süßen nnd sauren Kitsch. Dur «ine Wanke, brüin-elte. MÄdchenschörchett prägt sich dem Gedächtnis ein. dt. Bon der Akaidemie der Musik und darstellenden Kunst. Der Gundespräsident hat an der Hochschn-l-e für Musik und darstellende Kunst zu, ordentlichen Professoren ernannt: Hofrat Dr. Josef Marx, Hofrat Gustav Geiringer. Hofval Josef Hos-mann, Hofrat Max Springer, SdogieMn-gsrcrt Franz Schmidt; zu außerordentlichen Professoren, mtt dem Titel eines ordenMchen Professors: Reg^ieoungsrat Karl P-r ohasfa; M autzerordenMchen Professoren: Rsgievungsrat Mxander Wunderer, Stegfried Guxbaum und Karl Stiegler. .. Re Verhandlung gegen Sawvrel. Am 7. November. Wie wir erfahren, soll die Vechandlmrg gegen Jawore ik, .lder das Attentat gegen den Bundeskanzler verübte, bereits am 7.. November vor einem Schösfensenat unter Borsitz des LandesgerichtSpräsHenten Dr. A l t m a n n stattfinden. Die auf Mordversuch lautende Anklage vertritt der Chef der Staatsanwaltschaft Dr. Jnnendörfer persönliche die Verteidigung führt Dr. Ernst Hochstnger. Die Verhandlung soll an einem Tag zu Ende geführt werden. Behördlich genehmigte Spielbanken. Bor den: Badener Bezioksrichter LcmdeLgwichtsM Dr. Ovnstoin war geistern der 44jährige Kanfmann Mkoka Vach ln o aus Genua, der 43jähvige Alfred Hugo Wlmter, Besitzer des B-evgnügnngsete'blissements Kaifevgarten in Wen, der 48jähvige Thea-terbir-ektor Äldwig Mittler ans Wien und dvr SSjährige Josef Der:-Deutsch, The>a>ter- und Konzertdiveiktor ans Wien, wegen Uebertvetnng >des Hasardspieles a-nge-Aa-gt. Als Verteidiger fungierte der chemalrge Pvessöstaatsanwalt von Wien <Dr. Fovmanek für Wachino, Dr. Richard Waldheim für Mittler und Dewilsch und Dr. Mück für Winter. Die Angeklagten hatten im Badmer Kursalvn einen Spielfalon errichtet, «.nd zwar wurde mit Dvnnisbällen nach Nummern geworfen und waren zu diesem Zwecke sieben Statuen engagiert. Bocher loste sich der Spieler bei der Kasse eine Karle, welche mit einer Nümm-er versehen war. Traf er diese Niilinmer, hatte, er gewonnen und konnte sich, an der Kasse eine M.Mille im Werte von 60.000 K. holen. Es wurden a!ber.gewöhnlich statt Medaillen Bons ansgegeben und diese Bons an einer von dem -angeKagten Deutsch im Foyer des Kuchausts. -errichteten Kasse gegen Bargeld umge«' wechselt. Die-se Umwechslung machte die Staatsanlvaltschlaft ebenfalls zum Gegenstand der Anklage, weil sie eine Umgohung^ der von 'der.VanbesregievUW gsnehmigten Spielregeln, welche ausdrücklich nair von Medaillen als Gewinsten sprachen, fei. Mternchmer war. Bachino, KonzefsiMüre Winter und Mittler. > Deutsch fungiertie als Einwechfler der Medaillen. Au: 6. AMtst wurde, wie lbükannt, nachts die Spielbank von der Gendarmerie ousgcho'ben, das in der Kasse vochande-ne GÄd (L5 WUlliomn) und die SpiÄreq'uisilen wurden beschlagnahmt. Bö: der DerhaMuwg bekannten sich sämtliche Angeklagte als nichtschuldig. Mit Rücksicht auf die T3 e 5 rbl t cf; e' Erllaubnis seien sie der Meinung gewesen^ daß es sich um kein Hasardspiel handelt u:id insbesondere berielfen sie sich -m ihrer VevanÄvovbung daraus, daß vor Eröffnung des SpielsatenS das Spielvor einer behördlichen Ko mm i s s i o n dem o n st r i e r t wuchs. Bürgermeister Josef K o l l m a n n «gibt als Zeuge an, daß er dsr Komnnsiion'ievnng vor Er- , öffnwng angrwohnt habe und dann ein Pvobefptel vorgeführt worden-fei. Den Raum -jur eine Geldwechselstelle hal>e er zur Verfügung güstellt. Die Lizenz wurde von der Landesregierung auf Gmnd eines Gutachtens seitens der StadtMtmude erteilt. Für die Ueibschasiung des Kuiüsalons strch der Stadlgenieinde während des Bestandes der «Sptelbank 160 M> i >l l i o n e n geflossen. Ans weiteren Ziöngenverles.ntl.gen geht hervor, daß - Leute Beträge bis zu 1/500.000 K. verloren haben, darimter Arbeiter oft ihren ganzen Wochenldhn. Nach vierstündiger Verhandlung wurden Vachiuo, Winter und Mittler zu fünf Tagen Arrest wod vier Millionen Geldbuße, Deutsch zn drei Tagen Arrest und zwei Millionen Geldstrafe, sämtliche bedingt mit Kweijährigrr Bewährungsfrist verurdeM. Außendem Wwvde, der Verfall der beschlagnahmten NeguWten und % Millionen ausgchpvochen. Satzpostschulden nmssen zu Händen des Gläubigers erlegt werden. Das Hausbesitzerehspaar Karl und Leopold S-.pita^ in Döbling schuldete dem Ehepaar Barbara und Ferdinand Wimazal eine Hppothelachchuld von 8000 K., die als Say- Poft auf die Realität einverleibt, war. Spita wollte nun die Satzpost bei Fälligkeit tilgen, erlegte den Betrag bei einenr Notar in Döbling und forderte das Ehepaar Wrinazal aus, fom Betrag dort zu Wermeymen und die beim Notar erliegende Löschungsquittung auszustellen. Da dies nicht geschah, «klagte Hoita durch Dr. Braun beim Bezirksgericht Döbling auf Löschung kt Satzpost, wogegen Dr. Zalman ftir die' Beklagten einwendete, daß die Löschung verweigert werde, weil, einerseits der Erlag nicht am Wohnort des .Gläubigers erfobgt sei und die, Schuld ein Darlehen war, dessen Rückzahlung nur in der' gleichwertigen Vermögensmacht, nicht in entwerteten Kronen, sondern, m vaterifiertem Betrage zu erfolgen habe. Das Bezinksaericht Döbling hatte der Löschungsilage stattgsge-ben, weil der Wohnort des Gläubigers Döbling sei und das Geld in Döbling bei einem Notar, also am Wohnort des Gläubigers, erlegt wurde und die Frage der eventuellen Aufwertung für die Frage der Löschungsverpflichtung nicht entscheidend sei. Gestern bSschästigle sich das Zivillaudesgericht mit. der Berufung, , welche.das Wepaar .Wimazal "gegen dieses Urteil angestrengt hatte. Der Berufungssenat änderte in Stattgekbuüg der Berufung das Urteil a'b und wies die LöschungMaöL ab, weil der Erlag nicht ordnungsmäßig erfolgt sei. Der Schuldner sei verpflichtet, die Hypothekarschuld beim Gläubiger an dessen Wohnsitz zu erlegen und'' der Erlag des Geldes bei einen: Notar mit der Aufforderung, den Betrag zu beheben und dort, die Löschungsqrlitlung zu unterfertigen, nicht der ordnungsmäßige Erlag un. gesehuchen Sinne sei. Das Geld' sei am Wohnsitz des Gläubigers, das heißt bei ihm. zu.eylegen. Wenn man im Nichtraucherabtell raucht. Bor Wsahrt eines Zuges der Südbahn von Wien nach Mdling wurde ein Fahrgast von einem änderen Fahrgast dem Kondukteur an gezeigt. daß er im NichtrMcherconPe rauche. Der Kondukteur verlangte°die Zahlung von 10.000 K. Geldstrafe von dem Fahret, was dieser nach Mitteilung >des Kondukteurs mit den Worten Mahnte: „Sie sind ein Erpresset! Ich habe die Zigarette gar nicht angezündet, sondern gleich hinansgewarfen." Auch gab der AuMagte vor dem Bezirksgericht Atargareten an, daß sich der Vorfall nicht in einem Nichtraucherabteil aibgefptelt habe. Der Kondukteur sei währenid der Fahrt wieder erschienen^ und habe ihm und seiner Frau, die ganz unbstei'ligt war. die Fahrkarten. weggenomnren. Der Venehrsbeamte m Mödling habe selbst sestaestellt, daß kein Nichtrauchercoupe vorlag. Wegen des ÄuÄruckes „Erpresser" wurde der.Ange-kl-agte zu einer Geldstrafe von drei Millionen Kronen vevurteilt auf Grund der Aussage des Kondukteurs, der übrigens auch zugegeiben hatte, daß die Bezeichmnig „Nichtraucher" nur auf der Außenseite des Wagens angebracht war. Räumungsklagen der Aemter gegen die Pensionisten. Me wir erfahren, werden sich in der nächsten Zeit die. eintelnen Mivtsenate mit Räumungsklagen gegen Pensimiisten zu vofafsen ha-ben, die von Amts wegen emg-vbracht werden sollen. Laut, Anordnung -des Finangministeriums soll nämlich gegerl tenlsionisten, die sich weigern, die ihnen wHrend ihrer ienstzeit zugewiesenen Amtswohnungen nach ihrer Pensionierung zu verlassen, der gerichtliche Weg betreten und mit Rälimungsklagen vorgegangen werden. Gefälschte Fußballmatchbilletts. Beini Länderwottfpiel des FnßbaMubs Bienna, das am 22. Juli d. I. ans der Hohen Warte stattfand, wurden falsche Eintrittskarten auKgegeben. Der schon wielderholt vorbestrafte Agent Leopold Löwy wurde dabei betreten, als er vor dem.Eingang des Spielplatzes den Leuten solche falsche Karten zum Kauf anbvt. Mvy wurde, verhaftet, und es konnte Wgestellt werden, daß der Uhrmacher Samuel Zwirn und der Geschäftsverireter Isaak Hermann den Druck dieser Karten bei dem Buchdvucker Kamillo Sigl veranlaßt hatten. Die vier Genannten hatten, sich vor dein Einzelrichter Oberlandesgerichtsrat Doktor Werner beim Landesgerichk 2 wegen Betruges und Mitschuld am Betrug zu verantworten. Löwy war geständig, behauptete aber, von einem gewissen Groß, der nicht änsgeforscht werden konnte, zu dem Betrug verleitet worden zu sein. Zwirn und Hemnann beteuerten, sie hätten nicht gewußt, daß es sich um eine Fälschung honÄe. Lowp habe sich ihnen als Kassier der Vienna vorgestellt. Der Einzelrichter verurteilte LÄoy zu sieben Monaten Kerker, Zwirn und Hermann bedingt zu je zwei Monaten strenge:: Arrests. Sigl wurde freigespwchen. STOFTE WMN.UADU(t«ASSIHi