Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1924-10-16 · Heft 2034 (16.10.1924) · p. Seite 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 2034 (16.10.1924)
Date
1924-10-16
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
84% known words query
IRI
…/2979076-2980834-2981117--20820-3008077
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Nr^NH4 ,D.Werstgg MMMW W Wetter. * . J "- Der Mttercharäkter Hut sich Ächt') -eWhertj -'MjEenttzpijff^ , srirg die jDttnperatur wieder über 1V 'Grad. Morljens sank! si<> > vielfach Unter v Ärad. Der Lustbrück beginnt auf dem Festland '< Europas, besonders aber in Rußland, zu, fallen. Vorhersage; K e i n e w e senil i ch e A end e ru u g, aüSgebreitetere 1 Morgennebel. , ', ' ■■.■ '' - ■ V , . . . W i e n,. 16. Oktober. Die Lebensinüden. Der öojähvi'ge Schuhmachergehilfe Karl S. hat sich wegen Arbeitslosiigkett in seiner Schrebergartmj butte auf der Schmelz erhängt. —. Die 20jährige Schneiderin > Helene B., die sich wegen Zwistes mit ihren Geliebten vor ■ einigen Tagen in die Donau gestürtz hat, würde als, Leiche geborgen. — Wegen Krankheit hat sich dercvjährige Hilfsarbeiter Josef S. die Pulsadern zu durchschneiden versucht Auf die gleiche Weise versuchtv der 29jährige Handelsangestellte Siegfried R. ans unbekannter Ursache Selbstmord zu verüben. * Weiterer Preissturz des Juckers. Der Preis des Zuckers, , der noch vor einigen Tagen auf 14.000 K. pro Kilogramm stand, ist jetzt bis auf 11.000 K. heruntergegangen. In kaufmännischen Kreisen rechnet man mit. weiteren^ Preisrückgang bis auf mindestens 10.000 K. * Großer Mühlenbrand im Bnrgenland. Aus Frän- 1e-n.au wich uns berichtet: Vor emtgen Tagen brach M Nachtzeit in -er hiesigen Mühle des Jakob Mil>ad e i eim Feuer aus, das den Dachstuhl der Mühle und die gesamte Mühleneinrichtung emäscherte. In >der, Mühle lagen gegen 109 Zentner Frucht und Schrot, die Mverb rannt sind. Dev' Schaden beträgt über eine halbe M ill >iarde Kronen. Das Feuer dürste durch Heißlausen der MMsiuerr entstanden fein. * Verlängerultg der Badezeit im Jörger- und Thalia- Bad. Am 21. d. wird die Badezeit im Jörger- und Thalia- Bad -in folgender Weise ausgedehnt: Das Jörger-Bad wird -a-u Mittochen avicht mehr wie bisher nachmittags, sondern bereits um 9 Uhr früh geöffnet. Im TIMa-Bad wenden an - Dienstagen a>b 2 Uhr außer 'den Dampf- und Wannenbai- Abteilungen auch die Einzebbrauisen zur allgemeinen Benützung übergeben. * Ueberfall auf eine Warschauer Synagoge während des Kol Nidrej-Gelbets. Am Vörab>end des Jom Kippur, während des Kol Nidrej-Gebets, .bombardierte, wie I. T. A. berichtet, eine Gruppe Huligans die Synagoge in der Brudnowskastrrße mit Sternen. Es wurden 22 Fensterscheiben eingeschlagen. Zwei Andächtige wurden durch die in den Betsaal geschleuderten Steine verletzt. Herbeigerufene Polizei vertrieb die Huligaus, so daß die Andacht fortgesetzt werden konnte. * Die Parteisteuer. Das Zionistischen Laudeskomitee für Oesterreich teilt mit: Wir erinnerndie Sektionen, Ortsgruppen, Sondervereinigungen usw. an den Beschluß des letzten Parteirates, wonach sämtliche Parteisteuerbeträge b i 8 f pätestenS 1. Novemberl. I. abznführen. sind. Die nach dem 1. N o v e m b e r ab geführten P a r t e i st e u e rbeträge kommen für die Berechnung der P a r t e i t ä g s m a n d a t e nicht mehr in Betracht. * Elfte österreichische Klassenlotterie. Bei der am 1>6. d. abgehaltenen Ziehung des v i e r t e n T a g e 8 der fünften Klasse gewannen; 30 Millionen Kronen das LoS Nr. 73.064; 10 Millionen Kronen das. Los Nr. 56,327; je 8 Millionen Kronen die Lose Nr. 14.027, 44.327 und 50.021; 6 Millionen Kronen das LoS Nr. 92.668; 5 Millionen Kronen das Los Nr. 2903; je 4 Millionen Kronen die Lose Nr. 2145, 2582. 15.753, 15.869, 18.869, 30.064, 43.145. 58.461, 59.591, 62.457, 67.145, 73,592 und 90.021; je 3 Millionen Kronen die Lose Nx. 6163, 1L753, 16.334, 32.200, 32.327, 37.081, 40.493. 53.064. 69.891, 61.979, 80.495, 83.032, 85.753 und 87.379; je 2 Millionen Kronen die Lose Nr. 16.461. 25.805, 27.623, 23.869, 42.081, 42.332, 45i882, 46.999, 47.633, 48.623, 52.659, 57.163, 72.027, 73.941, 74.932, 84.623, 88.882 und 89.021; außerdem wurden 3948 Gewinne zwischen 1 Million und 500.000 Krotten ausgelost. * Artistenprüfung. DK nächste ArtistenprÄsung, findet Sami-stag den 25. d., 3 Uhr nachmittags, im „Olympia- So-ale", 1. Beiz., Rotgasse 3, statt. Um einem allgemeinen Wunsche zu erchprechen, hat das Präsidium bet Jnteruationallen Aritistenorganiisation sich veranlaßit gesehen, den Besuch 'imr mit Awwöis'wnigskairten (inklusive Jause nkafsee) gegen, ümen Regiebeitrag van 20.000 K. zu gestatten. Zur Ausgabe gelangen 600 Stück Auweisungskarten. * Gute Hundertvierzehnjährige. Wie uns aus New-Aork geschrieben wird stierte im dortigen Harlemheim der Töchter Maels Frau' Pesse^ Malke Urdang ihren 114. G e b u r t stag, der von den greisen Insassinnen des Heims festlich'begangen wurde. Die Geschenke, die Iran Urdang erhielt, überreichte ihr die zweitälteste Bewohnerin des Heimes, die 10 Z j ä h r i ge Mascha Brifmann. * Ein Kongreß der Feinschmecker. In Straßburg wurde dieser Tage ein Kongreß der Gastronomischen Gesellschaft abgehalten, in der sich die Feinschmecker zusammengeschlossen haben. Die Bereinigung verfolgt das lobenswerte Ziel, .die kulinarischen Traditionen, die in den einzelnen Gegenden - Frankreichs lebendig sind, zu pflegen und.in einer Zeit, die alle. Erscheinungen vereinheitlichen möchte, zu erhalten. Diese nterkwürdige Tagung, die unter dem Vorsitz eines Grafen von Croze stattfindet, erfveut sich sogar ministeriellen Wohlwollens. * Eine fiebensprachige jüdische Zeitschrift. I>n H a mburg soll in den kominenden Chantinkkah-Tagen die erste Nummer einer Bierteljahrsschvist, „Der Ostjude im Westen", erscheinen, die in sieben Sprachen: Hebräisch, Jüdisch, Polnisch, Russisch, Deutsch. Französisch, Englisch, gesetzt sein wird. Herausgeber 4>stvDr. Sallv Z e i t l i n. - Die Schrift-Mrd^ Beiträge ostjüdischer;' Schriftsteller in ■' verschonen Ländern cnl'halten. . * Ein Museum für jüdisch-religiöse Kunstwerke in Rew- ' Aork. In New-York wird demnächst ein neues jüdisches Museum eröffnet werden, das eine wertvolle Sammlung jüdischer Ritttalien enthalten wird. Die Sammlung war zwanzig Jahre lang im Natjomälmu.seum' der Bereinigten Staaten nntevgebracht und stand unter dev Aussicht des Doktors Casanowitsch. Sie gehörte einer New-Pörktzr jüdischen Familie, die die Sammlung ständig vermehrte. .Bor kurzem sah sich die Fomiliö gezwungen, die Sammlung zu veräußern, doch war die Regierung ' der Vereinigten Staateil nicht imstande^ diese zu erwerben. Sie wurde von einer Gruppe reicher New-Dorker Inden angekauft und soll nun nach Netv-Aork gebracht, werden.: Die Sanimlung> entMt - jüdische,Knnstgegenstände ^aus verschiedenen Zeitaltern der jüdischen Geschichte. ..’>■■ * Das hebräische Schulwesen in Polen. Aus Warschau wird /uns geschrieben: Die vor einigen Tagen stadtMunoenL Koitstrenz der -WrMcheü-'KuIlnroWMcktlM' .d schäiftigte sich. emgchöno mit der Menwärtigen Lagedes hebräischen Schulwesens in Polen. Nach dem der Konferenz vovgelogten Berichte erhält die Tarbntih-Ovganisation 120 Volks- *v.’i y f^r ^sch^eV jeirzitshbate iihd nervöse Kinder Dr: STEÄnIe H8RÖVITi'■ /' Dtri ALICE FRIEDMANNir' WIEN, VI. LINKE W8 EN ZEILE 36/10 refti8pt,eöJj‘er64i,ö!5<' /''ovßtu»tld: SüMtr« von S bis SMijr IbirElrbiA? 1 D EXTERNÄT Veranstkltutigeh des - ErziehuiiL. Erziehutigsberatujjgäsieile für Elterö, Lehrer» Erzieher und Jueetdllcfe ' . . . . . . . .Dienstag S—7 Psychologisch-pädagogischer Kurs ....... Dienstag 8—9 Spielnoclunittag . ........ .Mittwoch 3—6 unter pädagogischer und ärztlicher Leitung ' ==z Beginn 14. Oktober 1924 sssss 8*14 HOTEL-KE STA URAN LLANDSTRASSE Ulster, finzil§e »ach Matz z» mäßigl'n^Pretseinilld ln tadelloser Ausfädkung // -Großes Lager feinster Stoffe 135 Schneidermeister Rudolf Goldstein Gegr. 1866 Wien,!L, T-Horftrahe 84 Tel. 45639 f£K, jSSR^LEJM, I. Wipplingerstrasse Nr. 18 schulen, 37' Kindergärten, 14 Gyinnasien, 3 Fachschulen und Mnnafi 87 öffentliche.Bibliotheken. Die Zahl der die TaÄuth-Schulen besuchenden Schüler beträgt 22.000. Die Tatbuth-Organisation hat auch' eine RWe wertvoller Schulbücher m hebräischer Sprache, hauptsächlich für die allgomsinen Lehrgegenstände, herausgegiebeil. . Die Rückkehr des Aschaniikvuigs, Ein König, der 28 Jahre in der Berbawnnnq gelebt, hat jetzt die Evlaubnis bekommen, wieder -m sein R-e:ch Mückzukehren. Es handelt sich um den König Prvmpch vorn Stamme der Alchaiui. der im Jahve 1896 von. den Engländern nach den Seychellen verbannt wurde, nach dem die Aischantirebellion nivdergeworsen war.. Darauf wollten sich die .englischen Trrppen den Dhron, -das Soüde«mit«tSsymbol''hier'-Aschantt,'"m-eiM-en/ aber die. treuen Häuptlinge -des verbannt-en - Königs vrosteckten den Thron und vergruben ihn, so>da-ß vr erst 1981 bei AusZrgbnugsarbeittn. Wieder.zutage gefördert wurde. Jetzt ist. König Prompeh ein Mer Mann, der keine Wiege-rischen GLlLste mehr hat. <Lv wird -die Zeichen seiner..Würde, 'den goildenen Haa-rschmnck und den hellgelben Sonnenschirnl nur noch im Frieden tragen. * Der eiskalte Tee. In den Bererngten Staaten hielt unlängstein Eisenbahnzug in enter großen Station. Kaum stand der Train still, sprang ein Mann in den Gang eines Waggons, schaute in alle Abteile hinein und fragte mit einem vielsagenden Blick ans 'den Korb an seinem Arm im Flüsterton: „Will einer der Herren nicht vielleicht ein Fläschchen herrlichen eiskalten Tee genießen?" Sein verschmitztes Dreinschanen und seine ganze Art verhießen so viel, daß sein Korb im Handumdrehen leer war. Jedesmal, wenn er das Geld für sein Fläschchen in Empfang nahm — sein herrlicher eiskalter Tee mußte mit einem hübschen Sümmchen bezahlt werden — raunte der Mann dem Käufer zu: „Bitte, noch nicht.öffnen! Bitte, zu warten, bis der Zug aus der Station ist. Sie verstehen, daß ich mir die Finger nicht verbrennen will." Ein Schaffner, der dieses Ersuchen einige Male hörte, fragte, gerade als der Zug im. Begriff war, g>bzu« > dampfen; „Sagen Sie doch, warum sollen die Leute die Fläsch« chen jetzt noch nicht.öffnen?" Und lachend erwiderte der schlaue Kerl, während er schon mit einem Fuß aus der Treppe ständ: „Du wirst einen schönen Spektakel erleben, denn, unter uns gesägt,. die Fläschchen sind wirklich mit kaltem Tee gefüllt." * Ein gesinnmtgstüchttger Kanalraumer. Die ungarischen chrvstlichn-alionalleiü Führer haben wirklich allen Grund, über der „Wiener MorgemettMs". Täglich von 4 bis 6 Uhr nachmittags 4» der Redaktion, Men, . 2. Bez., Taborstraße 1. Apparate beigestellt von der Firma Broadeasting» Radio-Ges., Wiert. Lamiere-Lantsprecher beigestellt von Minerva, Wien. Programm mr yeme: . ., - Vormittags, von 11 bis, 1 Uhr: x x . .? . , . Matinee •' der Künstlerkapelle.Silving. Nachmittags halb 4 bis 6 Uhr:; Teekonzert der:tii-Üike.rknpelle Silving..? 5 ' Abends 8 Uhr: Klasstkerabend Mte Meister). Äiiiw irkend t"Opernsängerin Fried! Böhm, Koloratur! ängenn Molksoper-Wien), Prof. Walter Leitck, Cellovirtnose, Doktor Josef Nosenfeld, Violinvirtuose, Overnsängrr Hugo Sterme (Haütbnrg1.--Am^'Eyrbar-Fmgel Otto Schulhof.- mmammna rnnWi.iwf eiliiwi« f 16? Oktober 1924 Sette 7 ' -■!---rz-1-———< ' die Wanike-lntütigkeit ihrer Getreuen zu klagen. Nicht nur, daß ang-eis-chene Führer des Kurses so ungeschickt sind, daß sie sich als Verbrecher evwlschen lassen, beMmt-t mm auch der Kaual- .räumer, dar ihn-ei't amnächstem steht, in seiner Prinzipientreue zu wanken. Evschemt da kürzlich in dem Erla«uer> Blatte „E§ri Nepusjag", dem Organ -der Erbauer Auchemrten, d-s Myenlde echÄende Inserat: „Sehr geehrdes Publikum! Die Reinheit uind die Remlichkett ist die GruM-age der Bildung. Ich, ein emfacher, abor vor keinerlei Arbeit zurückschrecken^ der Bürger und Arbeiter meines Vaterlandes, übernchme es, im Interesse der öffentlichen Gesundheit, die Wohnungen rein hu halten, die Senkgruben und Kanäle zu putzen und stütze ledem christlich-nragyarischen Staatsbürger, und wenn es gefällt, selbst Personen fremder Rasse bereitwilli-gst zur Verfügung. Hochächtend F. ' Toth, christl. Senkgruben und Kanal- -lräuMer." Die Chrvstlichnationalen von Erlau sind empört über, die Treulosigkeit ihres .gesiunuingsHe-nösstschen Kauvlräumeirs. und kündigen ihm 'die Freundschaft. Die Juden von Erlau, denen die, anttsemitiischen Blätter stets ihr übermäßiges Riechorgan vorhiÄten, mußten dieses nicht allzu sehr anftrengen, um herauszuhekommeü, daß diese Anbiederung nicht ans der Diese 'des Herzens, sondern ans der geschäftsantistririttschen Senkgrube der Gesinnung des Reinheitsböldes konrmt. Es kann nun dem wagemutigen Franz Doch leicht passieren> daß er jetzt Mischen zwei Stühlen in die Senkgrube fällt. . * Tanzinstitut Hermann Braun, 14. Bez., Reindorfgasse 42. ‘ (Entgeltlich.) Bereine. Borträge und Bersammlungen. Zi onistische Berirkssektio« Brigittenau. Heute, 8 Uhr abends im Cafö Holpern, 20. Bez., Gausplatz 11, dringende AuSschußsitzung.' Die Herren Ausschußmitglteber werden, ersucht bestimmt zu erscheinen. — Frauengruppe der zionistischen B e z i r k s s e k t i o n L am b st r a ß e.' Sonntag den 19. Oktöber um 3 Uhr nachm. Veranstaltet die Frauengrüppe im Cafö Lovrana, 3. Bez., Löwengaffe 38, für die Kinder des 3. Bezirkes eine Simchath- Thora-Feier, zu der alle Kinder des Bezirkes geladen sind. Urania; Heute, 5 Uhr (Großer Saal): Eine Fuchsjagd -.auf Skiern durchs Engadin. Uhr (Kleiner Saal): Mittelschülervorttag: Dtrektionsrat Ing. August Winter: Die elektrffche Straßenbahn. */,6 Uhr (Klubsaal): Prof. Kamillo H o r nr- UebungSkurs für Harinonielehre. l. 6 Uhr (KnrSsaal): Dr. Friedrich W t m m e rr Die Hochblüte der abendländischnordischen Baukunst, l. V,8 Uhr (Großer Saal): VortragSmeister Ludwig F l e h n er: Goliath. Epos von F. W. Weber. Frei aus dem Gedächtnis vorgetragen. */,8 Uhr (Kurssaal): Dr. M. Weiß; Facharzt stir Lungenkrankheiten r Die Tuberkulose, ihre Entstehung, Verhütung und Behandlung. I. */,8 Uhr (Klubsaal) r Artur »Schnitzler. iV. Ellen R e t ch w e i u; Die Hirtenflöte. Der Traum vom Mond. Heute und <m den darauffolgenden vier DonnerStagadenden, */s8 Höt, HUI Prof. Dr. Oswald T h o m a 8 im Akademischen Gymnasium, gegenüber dem Konzert- Hausfür jedermann bestimmte Lichtvildervorträge .über. die Beobachtungen eines „MondbewohnerS" nach den. Ideen des Astronomen Kepler in dessen ^Traum". Die Sternabende anr Roten Berg, *}$ Uhr, Ende der 58er Linie, finden am 16., 17 rmd 18. d. statt. Bühne und Kunst. Richard Mlinserr »Der Knecht". Uraufführung der Freien Schauspielerveremignng im Konzert« Haus. , Rosa, die arane, llebenshiMgrige Mw-d, liebt den armen Bauernknecht. Die Not, das ermüdende Zusetzen der Mutter und ein Zwist mit dem Geliebt«:, jagt sie in das Haus des Försters, der es gut meint urtd die Rosa heiraten will. Sic hält es aber weiter mit dem armen Knecht, der wildert, Hießt den Förster nieder. Nun-heiratet die Rosa den steinreichen Bauern, ein«: alten Mann, der längst tunt sie geworben hat. In der Brautnacht erwürgt sie ihn. Der Knecht, der nach der Bluttat unausfiBbar blieib, Weicht ins Haus und sicht, was die Rosa götan hat. Die beiden fassen einander bei 'der Hand 'und sagen dumpf: Nun sind wir beisammen. Ein altes und abgebrauchtes bäuerliches Thema. Der Literat hätte allechand mystische Symbolehineinverwoben und grelle sexuelle Lichter a>usgssetzt> um durch gesiwkelte Ausmachung zu täuschen. Da kam ein Dichter, Richard Bill i n-' ger ist sein Name, und es wurde ein echtes, ergreifendes Dramck. Bierzchn handelnde. Personen, jede einzelne eine lebensvolle Gestalt bis zum ^jungen Knecht" höralb, der eine emzige Szene hat, bis zum dumm-pfiffigen, gefräßigen Gendarmen, der bloß einige Worte foigt. Bierzchn Gestalten, von Dichters Hand geschaffen, jede einzelne von Fleisch und Mut, und jede hat, ihr gesondertes Schicksal. Und Märchenmotive klingen auf, uralt und ewig neu, wenn sie einer erlauscht, der wahrhaftig der Scholle verbunden ist, auf welcher das Märchen, sortlebt. In volkstümlichen, derben Versen ist das Bauerndranta geschrieben.' Sie sind, von den fatalen antMfierenden des gebildeten Stückefchrerbers so wett entfernt^ wie ungeüvollter Stil von gewollter Nachcchmung. Die Freie Schaolspielcr- - verei'ni-gnng bringt das. wuchtige, erschüttern'de Drama wie eben war eine Gemeinschaft von Künstlern, die eine Idee zusammenführte, Theater spielen kann. Auf dem Progrannn wurde mit Absicht unterlassen zu vermerken, ivelche Rolle den einzelnen Künstlern zugeteilt ist. Es soll dadurch zum Ausdruck kommen, daß sie alle gemeinsmn der Richtung dienen. Weichwohl sei es gestattet, ' aus dem wirklich vorbildlichen Schauspielerensemble Auguste P ü n k ä s d y besonders . hrrvorzu - heben, die wirklich außerordentlich war, sowie die Spielleitung Aurel Nowotnys. Der Dichter wurde stürmisch gerufen. O. A. „Ssaniu." UraussÜhrung iyi Neuen Wiener Gtadtthealcr. Der Roman der Wollust. „Ssanin", aufrührerisch durch die russische Sehnsucht nach dem All und nach dem Nichts, erotisch verbrämt und. daher „nichts für juuge Mädchen", eine Freiheit der Sinne ankündigend, die nach der SPießergesinnnng des Staatsanwalts'schwachen Naturen gefährlich werden und baruw offiziell verboten werden mußte — welche Wandlung ha: seither das europäische Gemüt durchgempcht. Die von Artzyba-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.