Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 2034 (16.10.1924)
- Date
- 1924-10-16
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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' Seite 8 Wien, Donnerstag ckchew vorausgecchnte Revolution des Sexus erscheint wie eine! private Spielerei, so viele Hphm und Tiefen haben wir hinter uns, und Ssanin, der Nerveiuncitsch, der Gütige, Brutale, dessen Weg in den NHMsm-uS führt — eine historisch gewordene ,^VorknegSfigur", und wir, die Erben, giitiger, brutaler, nihÄiftischer... .Aus dem schivachen, langtveiligen, an Tolstois Muttermilch genährten Roman hat Benno Vigny ein Theaterstück gebaut, eine schwere und gefährliche Aufgabe, die einen Bollblntdrama-- tiker erfordert, fosl ein Bichnettwerk herauskrmrmen und kein, dialogisiertes Epos. Die Psychologischen, weitschweifigen Mot!» vrerungen mußten fallen, die Menschen mußten herausgeschAt und in eine Atnw-sphäre getaucht werden, in der sie als Jndividueu, als Typen, Äs Zeitgenossen handeln können. Vigny tvar sich dieser Richtschnur bewußt, schlug von allem Anfang einen Mord an, in welchen! die russische Seele mittönte, und besaß den langen Atem, der für dergleichen Perspektiven erforderlich ist. Die vier Akte mnspamien eine in sich geschlossene Gefühls- und Gedankenwelt, bieten Ausblicke auf ein selisch durchfurchtes, dramatisch geladenes Leben, leuchten in Ilbgründe, erhellen Leidenschaften, begrenzen einen Kreis: -das intellektuelle Rußland, das aus Herzcnsüberfchwang und Himpesfimismus. in den N-chklisinus abstirrzt. * Tie Aufsührriug brachw eine Entdeckung: die Filmdiva Magda Sonja als Schauspieler in. Der Sprung auf die B-irhne -war ein gefährliches Experiment. Ohne Schule, ohne Routine, ohne Kenntnis der Möglichkeiten des gesprochenen' Wortes — und doch eine starke, tiefe Leistung; in den Ansbrüchen des Temperaments erschreckend wahr, von einer Leidenschaft, die nur primitiven Naturen gegeben ist, kraftvoll elementar, vulkanisch und von einer Innerlichkeit, die mir das eigene blutige Erlebnis von Schrnach, Scham und ' Liebe be- : greisen kann. Kurze Augenblicke von Starrheit in Blick und Geste, vom Film her, können bald abgestrerft werden, eine starke Hand kann da rein-igLnd wirken. Magda Sonjas Debüt fwar ein großer Erfolg, ihre Echtheit gab der Lyda Sfanin Sinn und unschulvig-schuldige Größe. Oskar B e r e g i legte den Ssanin ans das Naturhafte, von keiner griibelnden Gcdankenblässc angekränkelte Breitschultrige an: eine Prächtige, liebenswerte Figur, die auch die Schwächen eines solchem Typs sympathisch machte. Scharwenka als Sarndin, wuchtig im Angriff, selbstgefällig und eitel, schlug zu scharfe Töne an; die - russische Liebenswürdigkeit' urib beschränkte Frivolität blieb er schuldig. Der Jude Söloweitschik Ludwig Stärks war kein Märtyrer, sondern ein verschnchrerter Grübler, mehr russisch als jüdisch, wenn auch hier uns da von rührender UnbÄMenheit. Frau ß i e d e r nt a n n- - S tärk als Karssavina H-Mgtedie triebhafte -Lcidenschastlichkeir, die grelle Stimme, des Blutes durch aufopfernde Hurgabe. Ein fescher Leutnam -der junge Iaray, in aller Manier Mols Waisse, vornehm. Pank Tyndall, zu laut Frau Godek. Dis Regie;M'i8dvtch Fehe rs?-bemühte sich u»;.dchr--.sogenannte» Lokalton: ein^lnes war-gelungen, einzelneszu grell, die toten Hmlre vernachlässigend. Aber bei dem 'ungleichen Ensembles das aus verschiedenen Siil-gattnngen - gemischt war, war'-eine Einheit zu schaffen mcht möglich. Gewisse Derbheiten im Dialog sollten ansgemerzt werden. .4: Oskar Rosenfeld.. Aus Sen Thelltern. B'o l ks o p e r. Deute „C u v a ll e r i a rus tieana" imb „D e t B a jazz o". Morgen Freitag „D i e g l übliche H an i>" und „D e r h ä u s l i-ch e K r i e g". T h e a t e r.i n b e r Z o f e f st a d t. Sountagden19. d.. Vz12 Uhr mittags, findet eine Tanz-Matinee der Frau Claire ÄMroff zu ermäßigten Preisen'statt. Zur AuMhrung gelangt die Tanzdrchtung „D ä s L i ch k r u f t" von Claire Bauroff, Musik von Franz Salnchofer.' Außerdem werden Claire Bauroff Md Ellinor Tordis int zweiten Teil-' des Programmes gemeinsam Tänze nach Mnsik von Schubert und Pugnani ausführen. Ein neues Zizka-Drama. Das Tschechische Narioitaltheater in Präg bereitet das historische Drama „Zizk.a" vmr St. L o m zur Uraufführung vor. Die Handlung des Werkes umfaß! die Zeit von 1419, wo Zchka zum ersten Male als Bolksfuh-rer arrftrat, bis zu seinem Tode, am 11. Oktober 1424. Es ist iit rhythmifchtt Prosa goschrnben. Verbot des „Fuhrmann Henschel" in Holland. Poms B o u w m e e ft e r, der berühmte Schauspieler, bereist die hoLläudrsche Provinz mit Hauptmanns „Fuhrmann Herrschet". In Eindhoven und Helmonch zwei Städten im Zentrum der Textilindustrie, .wurde die AuMhrung verboten. Bemerkenswerte Stimmen über Bayreuth. Unter dem Titel „Die Zukunft Bayreuths" veranstalten dte ,Hamburger Nachrichten" eine Umfrage bei schassenden und darstellenden .Künstlern, bei Männern der Wissenschaft und der Feder, aber auch bei Vertretern des Wirtfchaftsletens. Die Vermengung von Politik und Kunst, die heute in Bayreuth systematisch betrieben wird und Hand iu Hand mir einer wüsten Fude-rwehe geht, obwohl jüdisches Geld für den Feftjpielfonds bereitwillig angenommen - wird, kann nicht strenger verurteilt werden, als es durch Thomas Manu und Ludwig Wüllner geschieht. Thomas Mann (München) schreibt:^ „WcWier wird niemals aufhören, mich zu interessieren, und "jede Berührung mit seinem Werk läßt 'mich die Welt-Unwiderstehlichkeit dieser klugen, mächtigen Kunst verstehen, durch die wir noch iarimer, siegen. Mer Bayreuth, wie es sich heute daustellt, interessiert mich gar nicht, und ich muß glauben, auch die Welt wird es nie wieosr interessieren/' — Die Zuschrift von Ludwig Wüllner (Berlin) lautet: „Da sich Bayreuth-in diesem Jahre leider ,-poetisch" gebärdet hat, so hat es dadurch seinen kulturellen Wert für die ganze Menschheit — denn echte, große Kunst ist doch für alle Menschen — verloren. Mehr kann ich Ihnen nicht sagen." — Auch wir wollen den Aeußerungen dieser zwei deüt- . scheu Männer nichts hinznsügen. Hrlda Dulihkaja ist von ihrer ersÄgreichen Tournee durch Deutschland vor kurzem zurückgekehrt. We mau aus der Berliner Presse entnimmt, erzielte die KÄnftlerin dort großen Beifall und wurde für Paris und London verpflichtet. Leute um hal>b 8 Uhr abends findet im Vortragssaale „Die Scholle" der erste jüdifche Liederabend unter gütiger Mitwirkung der Frau Mirjam Schnabel-Hoflich statt, bei welchen: Frau Dnlitzkäja neue Mische und hchräische LiKer zum Vortrag briirgt. Karten in der .Scholle" und im Kartenhureau z'l'.w (SntzMich.) Wiener Motrsenzettnns. 16. £)f toter 1924 Nr. AM m ■' *rr~mam~- Kommandite d*r Kroatischen Eskomptebank, Agram “ ~ , Alle Arten von mm* mm+m m (ecke boonergasse beim una Ban kg eschiften WIEN, I. SEITZERÖASSE 4 XekphOB i 22-H^o S«rfc ORA.BEN) TeleftamnudresJe: FRAPOBANK Watenge schäfie vqmlmmmmämk vmmm Krone Ist Krone. Ein bemerkenswertes Urteil fällte beim Zivillandesgoricht Hofrat Gerhard als Gmgelrichtie.r in einem Schcckenersatziprozeß, den der Schulrat Karl Langer, vertreten durch Dr. Zälmann, gegen die Hausbesitzerin Rsgine Fond-', heim, vertreten durch Dr. Sigmund Fessel, auf Zahlung eines Betrages von 65 Millionen Kronen aus denn Titel der Gelden twertung angestrengt hatte'. Der Kläger hatte im Juli 1919 der Gesagten ein Darlehen von 90.900 Kronen gewährt, welches Darlehen als Hypothek auf das Haus der Bekllvgten stchergeslellt wurde. Als nach ersolgtsr Kündigung des Darlehens die Gesagte im Bor-' ,fahre den Betrag von Ä.9V0 K. in Paprevlumen zuvückzahlen wollte, nahtn der Klager den Betrag nicht an von der An- .fchmmng ausgehend, daß er berechtigt sei. so viele Pchierkronen von der Betagten zu verlangen, als dem inneren Wert der Forderung zur Zeit der Entstchung der Schuld entspreche. Der Kläger strengte gegen die Beklagte aus dom Titel der , i Geldentwertung die eingangs erwähnte Klage an. Nach durchgesührter Verhandlung hat das Landesgevicht die Klage zur Liänze abgewiesen uttd den Kläger Mr BeFahlmig^der Prozeßkosten an die Bellas verurteilt. In den Gvün- >den des Urteilestwird im wesentlichen ausgesichrt, daß der Schuldschein aus 90.000 österreichische Kronen lautet und daß eine Rückzahlung in kbingender Minze reicht Vevsinbati wurde. Die vom Kläger he^ngegagene Relation zur Goldkrone. wäre, besagt das -Urteil, uu-r dann begründet, wenn die Schn-lid eine Kronenschul-d wäre, das heißt, >tvenn die Bezahbnng von Goldkronen ausdrücklich vereinbart worden wäre. Zur Zeit der Entstehung,der Forderung hatt« der Mager die Möglichkeit Goldkronen oder kl-mgende Müntze zu vereinbaren und hätte er die fünfjähri.ge Unküttdbarkeit des Darlchens für seine Person um-so mehr Mehmn können, als - die Znzähluug des Darlehens bereits in die Zeit der Entwertung 'der Krone siel. Dke Unterlassung diefer Vorsicht kann jedenfalls nicht dem Beklagten als VerschuGen angerechnet werden. Wen» «ine junge Fra» einen Bierundsiebstgiährigrn küßt. Vor dem Obersten Gerichtshof fand gestern eine öf fen tkiche .mmMche Ehesche-rdun gve«rh-a-ndlün g- /statt. Es' ist dies der erste, Fall Äieis-er Art — Ziorlpvozsssr.llvrtden tekaM-tkich vom Obersten Gevichtshof in nichtösseüÄicher Sitzung erledigt -7- und war nur dädu>rch rnögjlich, daß . im vorliegenden Falle ungarisches R-echt. nach welchem alle Prozesse auch in der letzten Instanz öfseritl-ich verhantett we-rdchl^ müssen, zur Anwendung' gelangte Tie Gattin eines Landwärtes aus, dem Bürgvnlawde, Anna Sokl! ich, fyait-te b-eim Wiener ZivillariDesgsrichte gegen ihren Gatten Michaell eine Ehescheedung wegen Mißhandlung rrri-d Beschimpfung : eingebrocht. -Der Geklagte verlangte die Eh es ch e td nng aus dem Älloin- oder zumindest aus dem MvvveafchtBden der Frau, da diese gesehen wovden sei, wie sie auf freiem Felde einen Mann geküßt habe. HieM liiege «im Berletzu-üg-dch ehelichsn Wem. Die Frau gab -diesen Kuß zu, eEäicke Mr, ihr Mann habe -untMassen, hinzuztrsügen, daß der Geküßt« dam-öls 74 Jahre alt war. Nun sei'es ater ein Unterschied, ob ein« junge Frau einen jmigsrt Mann oder einen gebrechlichen Greis küßt. Sie habe dichen- Landsmann scynsagen aus! Pietät bei einem bestimmien A-n'lasse. an -een sie sich nicht mehr mtwem könne, dieleicht war es an seinem . '[ tage, geWtzt. Das könnte er als Zeuge bestätigen, tm'nn. er - nicht-schon gestorben wäre. Das ZivUllandesgerichp -^rach ' ' die Scheidung der Me aus be«ide-r.feit!i,tzrm Bersch-ulden aus,'wobei der .Kuß als Verletzung dev chekchen Treue gewertet wurde. Das Wiener Oberlaudesgericht Hrderte bvefes Urteil dahin ab, daß di« 'Ehe aus dem Allei.n-erschuldein des Mannes Mr gchchveden Mart -würde. . Mn Mtverschulden der Frau biege deshükb nichtvch^. weÄ zu diesem Zeilputttte die Ehe schon zerrüttet war, wa8' NächüngaMchsm Recht das -rnyMMde.. lei. Gegen dieses Uptei-l brcchte Dr. Leopold Pollat' check für den G.ckiagten die Revrfton ein, m welcher die WitKeHevstelluag des' «Mn UrteNeS verlangt wurde.'Der Ohe^te Gsrichtshos (BüristtzeMr Senatspräsident Dr. Fifchbocy hat nach ikängerer BsHtung ckwe Reviston verworfen.'. Die ^ollschmUMeleirn. Wieder, 4vmd>e v«c dem LMdesgerkcht 2 tn dor Serie der ZoVschmuggelprogessr gegen Mehrere Bsmnte und Geschäftstout« die Berhandkmg wegen Mrögereien durchgeftchrt. Bor einem 'SchiUedstnat' sollte..sich der Kaufmann PhMpp Nrnmann verainMo'-»?:^ teiM MsenbrhnizolloM Mmchsgg französische -Parsützrrüsn und -Textilwaren m>it HÄse bestochen-er Zolilbeamten äH- BrMd geGlschtev BeglMchöine zollfrvi im Inland in BeMhr gebracht zu halben. Aus die Mche Mise waren Äs Fässer Äpm» tys zollfrei vLrkanft worden. D« Schochey, den der Staat durch Visse tebrügeMchsn.ManiMatüomn eolidten halUe,! wurde von Sachverständigen M etwa einer Milliarde IbeMert. Gegen den Hauptschuldigen NoumaM, der siücht-i-g rst, mußte dos Verfahren einstweilen anSMchiÄien werden. Die übrigen Mgeklagten wurden fchiMg Hrkannt mrd die P'eßburger ParBmerichätMüm^^JMe Jölseish zu,ne.un Monaten schweren Kerkers, der Zollbeamte Josef.Bö hm zu fünf Monaten, die ZMvachbvamten Bü«ih»rd- N0wak und Sdudokf Seide-rt z« je vier Mö.nate« schwe- . ren Kepkefs -vchrnrtM. Di-fvr'Hrltzeß"isi iher.MnisteÄ^x igwßen. Zollprozessr, die im Laufe des heuriM Jahres tmHeführl wurden. B«r «Vtt 160 aUgeckl-agt-n Personen stcht noch vse BerhaMWg gegen ein halbes Hundert,ms. Ar Sftrneichische Soldrente. .Im Innsbrucker Protokoll vom Juni . 1M> dessen Vorschläge^ von einem Sulbkomitee der R-eparatronSlkommisfion ausgoarbeitet und von , den: Delegierten aller Snkzossionsstaaten, mit Ausnahme Rumäniens, unter Vorbehalt der Ratifizierung seitens -ihrer Regiwungen angenommen wurden, ist betreffs der österreichischen und ungarischen Golidrent« vereirGart worden, daß vom'l. April 1935 32 Prozent der Zinsen in Gold zu bezahlen sind; auf der gleiche»! Basis sind die rückständigen Zinsen, in Oesterreich vom Fähre 1920, in Ilngarn vom Jahre 1931, zu -bezahlen; jedoch ist hierfür eine Frist von 1936 bis 1987 -gegeben, derart, daß in jedem Quartal ein Frinsunddierzigstel der vnckständigen Zinsen zu bezahlen ist; di« -Dukzeslsionsstaaten halben-auf die im Mtausland besiMiche Güldreirte die nach dem Schlüssel.der Reparatioitskormnis-sion auf sie entfallende - Quote der Zinsen an eine SchtÄdenkasse in Paris zu entrichten, die die Eingün.M Abzüglich der Kosten auf die -auIländischerr' Besitzer verteilt. Es haten also -auch die ansländi-schLn Besitzes: der Goldrenie auf ihrem unbezweifelbaren Recht, die Zinsen in Gold zu erhalten, nicht hartnäckig bestanden, sondern ha'ben sich -— mit Rücksicht auf die finanziell« Lage der Schu'ldnerstaaten — und zwar nicht nur gegenüber Oesterreich und Ungarn, sondern auch gegenilber der Tschecho-Slowakei, mit 92 Prozent begnügt. Wie ist NM die Situation der inländifcheu Goldrentenbesitzer in den Smtzessionsstaaien, vor alle-m in Oesterreich? Ihr-Recht aus Goldverzm-sung ist ebenso unbestreitbar, wi-e das der ausläudrschen Besitzer, «s ist überdies durch den Frieden-svertrag ausdrücklich bekräftigt wovden. Indes derckt vorläufig der Merreichifche Staat nicht daran, sie in gleicher Weise z,l behandeln wie die anAändifchen Besitzer. Es ist im Gegenteil der Export von Goldpaipi-eren strenge verteten. damit nicht' auslländische Erwerber die entsprechenden Forderungen erheben können. Das Notrecht des Staates stcht - jedoch auf schwacher Grundlage. Falls ein österreichischer Goldrententesitzer den Staat ans Goldzahlung klagt, Knnte ein österreichisches Gericht kaum anders, als dem Anspruch stattgeben. Der österreichische Sbaat würde daher gut fcawm tun, möglichst M-b auch mit'den inlä»Mschen Goldrentenhüsitzern einen Vergleich «bzufchließen. Solange der Kurs Mt Goldrente so niedrig ist, wie jetzt,, wird er' die Besitz«: immer zu dem größten Etttzgeserrkom-men bereit finden. Die östervsichifche G-oldvente notiert jetzt 36.000 Prozent, d. h. sie wird zu dam ZSGachen -ihres Nominalwertes gehandelt. WÄrdzn W Prozent der Zinsen in Gold bezahlt, d. h. auf 109 Goldkronen (4 mal - 0,38 gleich) 1,W Goldkronen, so wäre eine Gokdrmte von 100 Goldkronen — unter der Annahme einer, zehnprozentigen -Rentabilität — 13/8 Goldkronen gleich 184.320 Papierkwnen . wert und nicht 26.000 PapieMonen, d. h. der Kurs würde ungeWr siebenmal so hoch stehen als jetzt. Es bestcht also noch eine sehr große Margck zwischen dem Kurs und dom Wert der im Ausland tefiMichen Goldremten. Wenn zum Beispiel der Staat einen Kurator für die im Jnlcmde tefindlichen Besitzer von Gotüdven-ten -ernennen ließe und das Anbot machte, die hier befindliche Goldvente M 100 Kronen) mit 30.000 oder 60.000 P-apierkronen einzulösen, so würde dieses Anlbot wahrscheinlich - Angenommen werden, während, wenn der Staat die AngvlÄgentzeit auf die lange Bank, schiebt und es aus PwKesse ankommen hißt, er viskrerl, den ittländrschen GoMvsitzern wenigstens die . gsleiche Verzinsung leisten d zu müssen, wie den ausläMfchen; er . Knute -den Gerichten gegenüber eigentlich nur seine augen- Mckliche ZahlungsunsühiM-t eimvrnden und müßte daher verurt-M werden, in Gold M bezahlen, sobald seine finanzielle 'Lage dies gestattet. ,Aer lZfsekten-Wsgweiser". Almahmr de» Vörseabesucher. } Infolge der Unnachgiebigkeit des Finanzministerimns in der Herabsetzung der BSrsenbesuchSabgabe hat ein Teil der Börsert» besuchet ihre Borsenkarten zurückgelegt. Die Zahl der auSge-- , tretenen Mitglieder dürste erst in einigen Tagen bekannt werden, :!ba noch eine nachträgliche Eiuzahlvng der Goldabgade gestattet ist. Jedenfalls war bei der gestrigen Kartenkontrolle eine merkliche Abnahme der Besucher festzustellen. Snsammeabruch der Rorwegischea Hmüielr» tmck. Ehristiansa, 1ö. Oktober. (Havrs.) Die Norwegische Handelsbank hat ihre Zchlungen üingestellt. Wiener MNe. Anfangs fest, dann abgefchwScht. . Die fteundliche Tendenz des vorgestrigen TageS fand - auch gestern an der Börse ihre Fortsetzung. ES lagen zahlreiche PubllkumsaustrSge vor, ein Umstand, der zu erheblicher Kurssteigerungen sowohl in der Kulisse als auch im Schranken Wrte, Di« forcierten Deckungen der Kontermine trugen ebenfalls zur Festigung bei,, wobei neben den Bankpcrpieren Alpine, Krirpp, Wagner Hub ElektrizitätSaktien in besonderer Nachfrage, standen. Nach Festsetzung der ersten Kurse »ahm der Verkchr an Umfang ab, da von Zeiten des >PublikumS keine Aufträge mshr einlangten und weil «MM