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Wiener Morgenzeitung · 1924-10-14 · Heft 2032 (14.10.1924) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 2032 (14.10.1924)
Date
1924-10-14
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 2082 Wien, Dienstag -Wiener Modenzeitung. > binlekerversvmmlung. . Sie gehört heute schon zur TagesordnAwg wie zur Zeit der Wahlen die Wäh'lerversammlungeu, Eine Gläubiger» ersammlnng gleicht der anderere wie cttic Wählerversammlnng der anderen. In beäden bekommt man viele Worte und schöne Versprechungen zu hören und Lei beiden wird das Versprochene meist nicht gehalten. Die Gläu!bi.gerversammlungen finden <jm» so wie die Wählevversammlungcn in einem Vorstadtgasthause statt, deren Wirt der einzige ist, de diutzen aus chnen zieht. " Es kommt wohl manchmal vor, daß er geschwind alle Biergläser und sonst alles, was nicht met- und nagelfest ist, wegräumen läßt, deM man kann ja nicht wissen, und hart im Raunre stoßen sich die Dinge. Zahm stütz sie gerade nicht, diese Einleger und KaffenschsinLssitzer, denen außer ihren Eiirlagebüchern nichts anderes bleibt, als in GläMgerversammlungen nach Favoriten oder zum Dreher nach Schönbrunn zu fahren und dabei noch Zeit und Geld zu opfern. Ihre paar Groschen bekommen sie ohnchin nicht mehr zurück, da muß man doch wenigstens nach Herzenslust schimpfen können. ,Für mein Ge!ltz darf ich alles 1 tun", sagt der Wiener. In jeder solchen GläA'Ligerverflmnrlung sitzt oben am Lisch der sogenannte Gläubigerausschuß, der in einer früheren Versammlung per acelamationsm — also durch sich selbst — gewagt wurde. Es haben nämlich irmner schon früher eimge Versammlungen stattgefunden und werden immer noch unzählige stattfinden, und dieses Gesellschaftsspiel wird solange fortgesetzt» bis schließlich nur besagter Ausschuß allein mehr dort ist, denn di« anderen, die öfter dort emtvvten, lassen n>ich untz näch alle Hoffnung fahren. Bei Beginn einer jeden Versammlung begrüßt der Obmann des Gläübigerausschusses die TeLnehmer meist mit den traurig stimmenden Wort« „Äeidensgenoss-en" und fügt dann mit eiserner Konsequenz hinzu, daß geteiltes Leid halbes Leiser. Deshalb müßten alle Zusammenhalten, um eine kompakte Majorität zu M>en. Nur ruhig und sachlich könne man vorgehen, wenn man etwas erreichen wolle. Das nchmen sich di« werten Anwesenden so zu Herzen, daß beim nächsten RHner gleich ein wüstes Geschimpfe und aufgeregtes Durcheinanderreden begirmt. Er erzählt nänölich -immer von den Schandtaten der Divektoven und BsrwaMvngKrüte, wie sie noch .immer im Auw fahren und in schönen Billen wohnen, wahrend die armen Gläubiger, meist Invalide, Witwen, Waisen oder Kleingewerbe- IreNbende, um ihr letztes Hab und Gut kommen. Da hört man immer wieder „Staatsanwalt, Verbrecher, Kriminal, Aufhangen" und was bei solchen Anlässen noch üblich ist. Hat dieser Herr, der immer mit den Worten schließt: ,Mr werden schon -Ordnung in die Bagage hmairrbringen!", unter unendlichem Beifall geendet, so kommt ein zweiter Redner dran, der dasselbe sagt, damr ein dritter, der auch nicht viel anderes weiß und dieselbe Wirkung auslöst. „I Hab' a nix g'stohl'-u und laß mir von mernand nix stchl'n!" schreit ein altes Mannlein vom Grund. Das ganze, was bisher geschah, war nur die Introduktion. Der HaHrtteil der Versammlung kommt erst jetzt. Die Attraktion des Abends. Der Amsgleichsverwaltrr in höchst e-igeper Person wich Auskünfte über den Status der Bank geben und eine« Ausgleichsvorschlag unterbreiten. Spannung . . . Er erklärt immer, daß er ja eigentlich im Jrrt-eresse der Gläubiger eingesetzt ist und für sie sÄbstlos tagelang bis spät in die Mcht arbeitet, und daß alle versichert sein können, daß, solange er im Amte sei, nichts geschehen werde, was die Gläubiger und insbefludere die kleinen Einleger schädigen chune. Nach reiflicher Prüfimg aller Aktiven und Passiven sei er zu denl Resultat gekommr-n, daß die Bank «iE 20-, 30- oder 40pvzentrMir Ausgleich, zahlbar in 14, 20, 24 oder noch mehr Monatsraten anbieten könne. Er bitte die Gläubiger, diesen für sie sehr günstigen Ausgleich anzunehmen, um so mehr, als sie damr ihre alten Aktien in n-eüe Umtauschen können und nur so die Bank -Nieder flott gemacht werden kann. Sie selbst könnten dann in -den Berwaltungsrat der neuen Bank kommen und auf ihre Führung einen entschsideuden Einfluß üben. So mrgeMr lauten immer wieder die Ausführungen des AuSgleichsverwalters. Die Gläubiger stutzen und debattieren. Da kommt a'ber schon der SpNvevder'ber in 'Gestalt eines Rechtsanwaltes. Rechtsanwälte, sind als Vertreter von Gläubigern — selbst sind sie fast u're Einleger — in jeder Gläubigerverfammlung und führen dort «das große Wort. Der eine sagt Hü und der andere Hott und schließlich entspinnt sich ein Guerillakrieg zwischen den gelehrten Herren, dem die anderen rmr hilflos zuhören und jedem oppfln. Vieren. «Mso ncgerüd am Rechtsanwalt besteigt die Rednsrbühne, und erklärt klipp , und plar. daß alles» was der AusglsrchsVer- Walter gesagt hat, wicht wahr sei, daß man unter keinen 114»- ständen arvf den^aavgl^otenen Ausgleich emgchen könne.', daß in der Bank ngch vieile Aktiven vorhanden seien, die warn , nur mchttg enfasten muffe, und daß man vor allen den Direktoren ihre Gehälter und Autvzrckvgen kürzen müsse. Stürmischer. Beifall. Dann kommt die große sensatmmMe. Enthüllmug. HS geht nänEch bei jeder Bank ein sogenannter AuSMcher hemm, der Vollmachten saamnolt, in denen sich die Betpogmen verpflichten, sich mit der angegebenen Ausgjlsichsquote zufrieden zu geben. Dieser. Äusghvicher ist mKMch von der. Bmck, ^«lfl, von. den- Gläubigern selbst byzahkt. . Darob stürmische Entrüstung. Der.MchtSmttvÄt warnt affo emdomglich, sagend welche Vollnmcht zu erteiflu und klärt auch die rechtsunkundige Volksmenge darüber auf, daß eine solche Vollmacht nach dem allgemeinen Bücherkichen Gesetzbuch, Paragraph so und soviel ein eftüseiWs' Rechtsgeschäft sei, daß jcherHöit widervWch ist. Heute noch Missen Sie diese Vollmachten MÜWehen/Ünd einzig n-nd allein Ähre gewählten Vertreter bevollmächtigen', für Sie im gegebenen Mmnervt grr stimmen, denn bei der Äus- MchSVecharMü^' ist es technisch nmnoglich, daß alle Gläubiger persönlich' erscheinen. Deshalb muffen Sie alle Ihre Vollmachten jetzt persönlich aus -einen böstimmten Herrn 'aus dem Mäubiigerausschutz a-usstellen. Nur wenn Sie alle zusammenhalten, -arm könmn Sie ottyas ausrichten. Mit dom Große» BermSchtnir einer Wriftttanischen Anden für die zionWche Lrganisvtion. Der vor ' kurzem in Pietermaritzburg in Südafrika verstorbene Kaufmonn Solonwn Nathan hat in seinem letzten Willen feilten Verwandten und Freunden mehrere Jahresrenten vermacht, die zusammen einen Betrag von 3750 Pfund Sterling jährlich auSrnachen und'wahrend der Zeit von 50 Jahren zu zahlen sind, «wie auch noch mehrere Legate für verschiedene Wohltätigkeitszwecke. Außerdem verfügte er in seinem Testament: ,/Alle hier hintevlassenen jährlichen Legate sollen, falls sie nicht bereits vorher verfallen, nach 50 Jahren, vom Datum meines Todes ab, erloschen; zu diesem Zeitpunkt sind meine Bevollmächtigten ermächtigt, mein Vermögen vollkommen zu liquidieren und den Nettobetrag dem Jewish Colonial Trust zu überweifen mit dem Zweck, einen Fonds unter dem Namen „The Solomon Nathan Family Fund" einzurichten, der für die Rucksü h r u ng v o n I u d e n na ch ,ihrer-alten Heimstätte in Palästina dienen soll, und zwar durch Landerwerb oder durch eine andere am nötigsten bestvndene Art und Weise." Das Vermögen Nathans beträgt jetzt 360.000 Pfund und dürfte nach 50 Jähven auch bei bescheidenster Schätzung tauf mindestens eine Million Pfund angewachsen sein. wüstem Goschimpfe ist noch niomandem gcholsen wor-eu. Beifall . . . Die Formulare werden herumge-reicht und die Vollmachten ausgestellt. Aber mmner sind m-chr Leute anwesend, als Bollnrachten , ausgestellt lverden, und jeder erklärt, schon u-aterschrivben zu haben. Ein Rätsel, dessen Lösung unerfmtzliich ist. Schließlich beantragt dieser oder ein anderer Rechtsanwalt eine Resolution, in der besagt wird, daß sich dir Gläubigsr mit dem an^ribotenen Ausgleich unter keinen Umständen einverstanden erklären, der ebgerttlich, da die Quote in so und fl viel Monatsraten zahlbar ist, wenn wart die fiir diese Zeit entfallenden Ziuserr abzieht, in rtich'ts znflmmerLschvurnpft, und /in der die mchtaMvesenden Glättbiger auWsordert werden, ihre Mvesstn und Vollmachten unverzüMch an einen Herrn des Gläubigeraus'chusies zu senden. Mittlerweile ist es aber schon sehr spät gewordert und die Versammlung wird geschlossen. Gleichzeitig wird aber angMnviat, daß in der all-eonachsten -Ze.it wiedor eine Vevsanrnrlung einberufen tvivd, in -der der Atlsschuß über seine bisherige Dätigkeit Rechenschaft ab'legen soll. Schließlich kmnmt eö doch zur Musgleichstagfohrt. Die GläuLiger, ßotveit sie sich noch ii Herhaupt darum scheren, sind pünktlich antvesend. Da kommt aber wieder -der Ausgleichsverwalter und erklärt, -daß die - Verhandlung vertagt werden müsse, tveil 'n bk Fülle von Material in -der ihm zur Verfügung stehendeu kurzen Zeit nicht aufarbeiten' komtte. Also vertagt. Verärgert über dieses Verschleppungsmanöder, wie sie ganz richtig wittern, ziehen dir Gläubiger ab. Bis Mr nächsten Verhandlung fittibett dann noch etliche Gläubigervcvsammlungen, die ganz genau so verlaufen, statt und die nächste Tagsatzuug wird wieder vertagt. Geld hat noch keiner gesehen, aber dafür war er in unzähligen Versamntlungep, ist mit der Straßenbahn gefahren, hat viele Krügel Bier getrunken utt-b kann nach Herzenslust schimpfen. Eigentl^) blutwenig für sein mühsam erspartes Geld. Das hätte man auch billiger haben können. R. S. RMo-Konzett der „Wiener MorgmzettMg". Täglich von 4 bis 6 Uhr nachmittags in der Redaktion, Wien, 2. Bez., Taborstraße 1. Aftpavute bergesteM von der Firma Bro«rdcastrng, Nodio-Ges., Wien. Amftbion-LauLsprecher beigestelll von der Boeaphon-Ges., Wien. Programm für heute: Vormittags von 11 bis 1 Uhr: Matinee der Küusilerkapelle Silving. Rachlnittags halb 4 bis 6 Uhr: - Teekovzert der Küttftlerkapelle Silving. Abends 8 Uhr: Kammermnsikabend. Mitivirkerch: Das Streichquartett Kollman - Barthlme, Konzertsaugerin Frau Kalab-Barthlme, Forellenquintett, Streichquartett L-moll, Liolin--und Gesangsvorträge. Die LrbenrmiUelmürtte. , Die bereits in der Vorwoche eingettetenen Preisrückgänge' auf dem Rindermarkte machte gestern weitere Fortschritte. Die Qualitäten haben sich nm 1000- K. pro Kilogramm neuerlich im Preise verbilligt. Da auch die Großmarkthallo über große Rindfleischvorräte verfügt, so dürsten sich die Detailpreise im Laufe. der-Woche gleichfaus billiger stellen. - Der Naschmarkt wurde ttotz de» MontageS mit den meisten Gemüselorten günstig beliefert. Bei ruhigem Verkehre sind Preisveräyderungen gegen die Vorwoche nicht zu verzeichnen. Auch der Obstmarkt wies in den meisten Obstsorten bedarfdeckende Zufuhren auf. - Mit Ausnahme von Butter und Eiern, die lebhafter Nachfrage begegneten, hielt sich der Absatz auf . allen anderen Marktgebieten in bescheidenen Grenzen. 14. OMbsr 1924 $eii*e 5 Verschwindende jüdische Semeindeu in Deutschland. Die „Itscho-er: Nachrichten" schreiben: „Die isvaeWfchd Gemeinde in Frichrüchssta-t tritt in das .Jahr 6635, sie ist auf 40 S e e l e n MsaiMmengeschnwilMr, nach-Mr'reichlich 7 0 Ia h re n waren in Friedrichssttadit 600 Juden ansässig. Dann setzte eine Anwandrvung nach HmnbMtz ei«», Die ifraeMsche Schule wurde schön 1885 tausgchoben. alte Friedhof der Gemeinde in Fmedrichsistodt stmnmt aiu's dem Grü-n-dungAjahr der Stadt, er enchäA viele Grabsteine mit -hebräischen J-nschristen und Zeichnungen voai ku-lturhiistorischem Wert. Die ättesten Grabsteine, «haben ein - Mer von 260, Jahren. , In Friedrichsstadt wohnen Lutheraner, KathoWen, Juden, Monnoniten, Moruronen, Remonstrantien, ÄWug-er der mwrnatromrlen Bevein-igung ernster Bibelforscher und Mitglieder einer theosophifche-N! Loge." Ueber das Verschwinden Mischer -R-eligronAbaiuten, das mit dem Zerfall der Ge-meiben zuflmmenihängt, bsvichttlt.ider . „Rostocku Äuz-eiger" folgenden Fall: ,/Nachdem die israelitische Gemeinde in Penzlin aufgelöst wu-r-de imttfo Frau: Herta Pinöus das Synagogengvumdstück käuflich -erwovbenhatte, h-at -die Besitzerin -dasselbe an den b i s ch ö f l ich e n Stuhl zu Osnabrück weiteroerkanft. Die Synagoge, wird u-.l-um>chr zur katholischen Kirche «nmgebcvuit." / ä Der letzte abfowte Herrscher. Bor kurzem ist L a l - R ao - Si n gh, der unckchängigt. Monarch der kleinen, etwa 6000 Bewohner zähletidän Insel Prea-Vaug im Sunda-Archipel gestorben. Sein ganzes Königreich hatte das Ausmaß cttoa eines Wiener Stadtbezirkes. Im „Quotidien" erzählt Pierre Mille, der auf seiüen Reisen einmal diesen aMuiesten aller Herrscher kennen lernte, manche köstliche Vinzelhetten von diesem König und seinem Reich. Das Verhältnis dieses letzten Stückchens Erde, welches kiUim einige Kilometer Durchmesflr hat, zu Holland und England war dasseM wie jahrhundertelang das Kwrstantinopels zu den europäischen Großstaaten: Es war völlig flei geiblieheir, zahlte niemandem Tribut und erkannte' keinerlei^PwteLtor<tt w. Aber nun, da Lal-Rao tot ist, scheint es, daß die Engländer — wofern es nicht die Holländer tun — einen Residenten hrirschickeu werden. Das wird den Lauf der Welt nicht auchalton: Preä-Bang ist auf reiner Karte verzeichnet, es Regt außerhalb der Schiff» ' fahrtslinien; es treibt fast kernen Handel mit de-m Ausland. Seine »ff-ene oder verschleierte Annexion wird kemeÄei diplo-- matische Zwischenfälle herbeiführen. Aber mit Lal-Rao verschwand der letzte äbsolute Küttig. Ludwig der Vierzehnte sMt sah, mit diesem, Neinvn Herrscher verglichen, ans wie ein konstitutioneller König. . Ich habe-vor etwa 25 Jchren das Vergnügen gchaibt, die Insel Prea-Vaug M besuchen und von Lal-Rao. empfangen zu werden, der mir, die gwßartigste Gastfreundschaft gewähr^.. Ich weiß nun, wie eine wirkliche Monarchie aussicht. Was davon vor dem Kriege in den zivilffjerten Ländern Mvig-war — nach dem Kriege lohnt es nicht mehr der Mühe, davon zu sprechen — war nur eine sehr blaffe und mittelmäßige Nachahmung. Es gab in Prea-Vang flinen Kodex, aus dem einfachen Gru^lde, weil Lal-Rao das lebendige Gesetz darstellte. Es erübrigt sich, zu erwähnen, daß es auch Dürren Magiistrat und kein Parlament gab, noch weniger gab es eine Zeitung, da die Prea-Vang-Bewchner weder'lesen noch schreiben konnten..., im übrigen hatte Lal-Rao die Einrichtung jeder Schule in seinem Königreich verboten und jagte auch , jeden Missionär hinaus. „Die Wissenschaft, das bin ichl" Ließ er sich herab, mir in pidgm-engliH zu evklären. ,ß>k Religion bin ich. Wenn ich nicht allein herrsche, kommt viel Schlimmes, die Männer sind schlecht, die Frauen boshaft, keiner gehorcht." Die FreHeit des Handels exMerte eLenflwenig wie . das Privateigentum. Wenn zufällig ein Harckelsschtff vor der Fusel Anker warf, bvgäb sich dieser ausgezeichnete Lal-Rao seWst hinauf und kaust« allein die notwendigen Waren für seine Untertanen, die er ihnen dann in seiner Weise weiterverkaufke. (Das ist, beiläufig gesagt, das gegenwärtige russische System.) Alles Land der Insel gehörte chm ebenso wie die Ernten, und das Ergebnis des Fischfangs gehörte auch ihm. Schließlich verteilte er diese Reichtümer ans die.gerechteste Weise, nämlich so, daß. es keinen .Raichen gab außer chm. tzm Denkmal föt den ersten dolnisch-WWe« Einwanderer in Amerika. Aus New -I orr berichtet I. T/A.: Die Union der polnvschen Juden in Amerika, die 70 Organisationen umfaßt, hat die Errichtung eines Denkmals des Ehaim Salomon, des ersten jüdischen Im>migrant e « aus Pole n, der auch üvähroud der amerikanischen Revolution für die amerikanische Unab-hängiKeit gekämpft hat, beschlossen. Das Exekutivkomitee der Union der polni- scheu Juden unternahm Schritte bei den Kunst- und Parkkommissionen der Stadt New-Nork, um die Erlaubnis zur Errichtung eines Salomon-Denkmales in einem der Stadtparks, zu erlangen. : .? Chaim Salomon, im Jtahre 1740 zu Liffa in Polen geboren, verließ nach der Teilung Polens rin Jahre 1772 seine Heimat. Er siedelte sich m NeiwHork an und focht >tvährend der Revolution für die amerikanische Sachei Er wurde von. den Engländern im September . 1776 gleich .nach der Besetzung.New-Zorks durch die Briten als Spion ins Gefängnis gesteckt. . . . - . Ein im Jahre 1850 von dem SenatÄkoaütee- Ui\ Bereinigten Staaten erstatteter Bericht besagt, daß. Salomon „der.Rogieruug durch' Gel-dvorschüsse gr o ß eV Un te rst ü tzu nge n gewährte, wodurch der . U n ab h ä rr g i gkeitskamps sehr gefördert Ltürde."

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