Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 2030 (12.10.1924)
- Date
- 1924-10-12
- Page
- Seite 13 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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"Kr. ÄZk-rn, EdnirMH Wiener Morgerizettrmg. 12. »t IM Seite A §*W» . n OK B [ R I (H T «Neue Strickjacken und -Westen „ für den Herbst. Wenn man Klaubte, daß die Mode mit der Schöpfung 'jbec glätten, gestrickten Jacken mit stark gerauhten Rändern, Hals- und Äermelbesätzen, nun das letzte erfunden, was überhaupt an dieser Sfrt praktischer Kleidungsstücke gei schaffen werden könnte, so wurde man durch ihre neuesten Schöpfungen eines besseren belehrt. Diese zeigen sich in einer Mischung von Wolle und Seide. Sie erscheinen gleichsam meliert, da . die beiden zusammenverarbeiteten Fäden in den Farben stark voneinander abweichen. Grün-weiß, Rot-weiß, Mau-weiß, Schwarz-orange, Lila-mattgrün, Vivlett-fchwefelgelb und Dunkelrot-mattblau sind die bevorzugtesten Farben-- zusammenstellungen dieser Art. Einfarbige Ränder, meist der dunkleren Farbe, grenzen die Jacken und Weste,:, die sowohl für Damen, wie Herren gleich modern sind, sehr wirkungsvoll ab und mehr denn handbreite Begrenzungen lder Vorderteile und des Nackenstückes ermöglichen es, den Kragenteil reversartig zurückzuschlagen und so die modernen Jacken und Westen noch besonders elegant zu gestalten. jBemerkenswerterweise ist an ihnen keinerlei Knopfschmuck vorhanden. Nur ein schmaler, oft sehr schmaler Gürtel mit Bällchen-, Quasten- oder Kugelabschluß, hält die Vorderteile bei rauherem Wetter zusammen, im übrigen sollen sie ja nur eine rasch übergeworfene Hülle bei unfreundlichem^ Wetter darstellen, keinesfalls aber, wie die durch Knopfischluß verzierten längeren Herbstjacken, das Jackett über-i flüssig machen. Kürzlich sahen wir ein derartiges Jäckchen, das an einem etwas stürmisch regnerischen Tage über einem duftigen Crepe de Chine-KLeid getragen, über der Brust drei bis viermal mit blitzenden, kleinen Silbernadeln, respektive -spangen zusammengehalten wurde, mit denen in llebereinstimmung, also mit dem gleichen Steinschmuck, eine Riesenspange gehalten war, die breit inmitten des Kappenkopfes thronte und diese auf dem Wuschelkopfe der jugendlichen Trägerin festhielt. Knöpfe als neueste Kleidrrgarmtur. Sie, die jahrzehntelang als unumgänglich notwendiger ' Verschluß an jedem Kleide vorhanden waren und dann durch tben Druckknopf, diesen Allerweltsbezwinger, verdrängt wurden, bis auch dieser von der Mode in den Hintergrund geschoben wurde, beginnen als neuester Favorit der Mode wieder eine wichtige Rolle zu spielen. Sie werden nur vereinzelt als Ver-1 Muß des Kleides verwandt, wie am Dirndlkleid, am eleganten Stilkleid und den modernisierten altdeutschen Gewändern, hie . die unterschiedlichen Künstlerwerkstätten für Eigenkleider gegenwärtig besonders bevorzugen. An diesen werden sie keinesfalls durch ein ausgeschnittenes und ausgenähtes Knopfloch geschoben, sondern immer (mit Ausnahme des DirndlMdes), durch Schnur oder kunstvolle Stoffschlingen festgehalten, von denen namentlich die letzteren, in ihrer exakten Ausführung, einen wesentlichen Bestandteil der Qualitätsarbeit au den Eigenkleidern ausmachen. Wo aber Knöpfe als Garnitur austreten, da zeigen sie sich in langen Reihen auf den Blusen rechts und links am Vorderteil, quer herüber am Sattelschmnckstück, rechts und links auf den Gürteln, die hier scheinbar dem lang herabreichenden Leibchen aufgeknöpft sind, und natürlich auch an den Aermeln. Entweder in langer Reihe bis zu dem Ellbogen aM enganliegenden oder quer herüber als Garnitur d>.s Ausschlages am halblangen oder kurzen Aermelchen. Au den Rockrändern seitliche Quetschfalten damit festgehalten, :,ud .Ueberfangstiche, von der Mitte über den äußeren Rand gehend, beleben in ihrer Farbigkeit diesen KnoPsschmuck noch besonders. Moderne Einsatzkleider zeigen nicht selten doppelten Knopfbesatz, und zwar in der Mitte am stark abstechenden Einsatz blind aufgesetzt und dann noch einmal an dem überkleioarrig sich öffnenden Vorderteilen, an denen entweder die eine Seite nur Stoffschlingen am Rande, die andere nur die Knöpfe aufweift, oder an beiden Seiten Knöpfe und Schlingen wechselweise angebracht find, so daß, sollte das Ileberkleid tatsächlich geschlossen werden, immer abwechselnd, eine Knopfschlinge nach rechts, .eine nach links übergreisen müßte. Aber sie treten ja nur als Schmuck an den gradlinigen Sommergewändern auf und an ihren Ha:tptzweck, getrennte Teile zu Vereinen, ist dabei von der Mode nicht gedacht worden. Schimmernde, Weiße Perlmutterknöpfe, mit zwei und vier Löchern überwiegen, wenn nicht, wie am kräftigen Reisekleid, Halbkugelknöpfe ,,en Masse" austreten, also Bluse, Rock und Jacke überreich schmücken. Vlribt der Bubikopf? Das ist die Frage, die in den Modezentren dieser allzu eitlen Welt zurzeit wohl am heftigsten diskutiert wird. Bekanntlich hat man ihm seit seinem Aufreteu alle drei Monate ein nah bevorstehendes Ende prophezeit, und ebenso bekanntlich hat der Totgesagte nach den Grundsätzen der Mythologischen Hydra für einen theoretisch abgeschlagenen Bubikopf praktisch drei neue springlebendige erstehen lassen. Trotzdem tobt der Kampf vor und hinter den Kulissen heftiger als je. Bor den Kulissen sind es einerseits die. Psychologen, die den Bubikopf propagieren, weil sie in ihm den Ausdruck der unaufhaltsamen Maskulinisierung lder Frau sehen und, wenn auch resigniert, akzeptieren. Andererseits sind es die Friseure, die diese Propaganda unterstützen, da ihrer Erfahrung nach mit.der Kürzung der Haare die Eitelkeit gewachsen ist und die Damen der kleidsamen, aber immer noch etwas auffälligen Frisur erhöhte Aufmerksamkeit und Pflege widmen. Gegen'den' Bubikopf agitier! derjenige Teil der Männerwelt, der fest entschlossen ist,' die Maskulinität weiter für sich allein in Anspruch zu nehmen, und. der demgemäß von den Frauen unverkennbare Fewininitat fordert. Wer aber kämpft hinter den Kulissen, von wo aus. eine stille, zähe und unermüdliche Wühlarbeit gegen die Bu'bikopfnrode erfolgt? Ein volkswirtschaftlich geschulter Modeplaüderer hat es kürzlich herausgefunden und verkürzet: es sind die in ihrer Existenz bedrohten amerikanische!: Haarnadelfabrikanten . > Diejenigen, die die Sache am meisten angeht, die nwdti reuen Damen nämlich, haben mit dem Ende der Sommersa-ison nun die fatale Entdeckung gemacht, daß die kurzgeschnittenen Haare, mögen sie auch zu den meisten Gesichtern, Figuren, Kleidern und Tageszeiten ausgezeichnet passen, sich ganz entschieden nicht mit den jetzt wieder aktuell werdenden großen Abendkleidern vertragen. Man sinnt auf alle möglichen Auswege, um dieser Kalamität abzuhelfen und doch den Bubikopf zu erhalten. Die Pariserinnen ließen sich bereits int vergangenen Winter aus den eigenen ab geschnittenen Haaren Lockenchignons verfertigen, die am Abend ausgesteckt wurden; heuer ist man zur Perücke übergegangen, die gar keine eigenen Haare Vortäuschen will, und die weiß, knallrot, silbern oder golden zum Abendkleid getragen wird. Namentlich die letzteren sollen zu den immer noch beliebten Silber- und Goldlamekleidern wunderhübsch ausschen. In Now-Aork hingegen: ist mau dabei, passenden Haarschmuck für den Bubikopf zu erfinden, durch ■ den eine Art Verbindung mit der Festlichkeit der Abendtoilette geschaffen werden soll. Eine der schönsten, wegen ihrer Eleganz bekanntesten Frauen der Fünften Ävennue veranstaltete einen großen Wohltätigkeitstee mit der Preisfrage: „Welcher Haarschmuck paßt am besten zu dem Bubikopf?" Jede Teilnehmerin mußte einen ziemlich hohen Betrag hinterlegen; die Summe wurde den Armen Nvw-Borks zugesührt. Diejenigen Teilnehmerinnen, die die besten Lösungen gefunden hatten, wurden preisgekrönt. In zwei Fällen hat man sich für Kämme entschieden. Der eine besteht aus zwei Teilen und ist aus mattem Elfenbein geschnitzt. Er hat eine muschel-artige Form, wirkt recht dekorativ und gibt dem glatten Kaps eine Unterbrechung. Der zweite Kamm ist aus blondem Schildpatt und ist nur einmal oberhalb der rechten Seite emgofugt. Beide Kämme halben den Vorzug, die Havre fesiWhatten. Besonders begeisterte Äuftvahme fand eine Brillandspauge, die von einem Ohr bis Zuin anderen rückwärts über den Kopf ggsühvt wird. Sie trägt evsolgreich dem Wunsche Rechnung,, dem Gareonnestil Me Eleganz zu gelben, die 'Neuerdings erstrebt wird. Tatsächlich scheint es jedoch nach alledem, als sei: das Ende des Bubikopfes wieder einmal vorzeitig prophezeit worden. Etwas, was so viel Nachdenken Vemvsacht hat und so heftige Gegnerschaft findet, ist meist noch recht lebendig. Und neuerdings kommt sogar aus Japan die Nachricht, daß die große europäische Fvauenmvde selbst dort ihren Siegeszug beginnt. Vorläufig sind es allerdings erst einige radikale Tokioter GeishaS in einem der ersten dortigen Techäuser, die mit der europäischen Kleidung auch den Bubikopf übernommen haben. Der hohe Kragen. Da in lder Mode die Gegensätze einander Mäzen, so bekommen wir in diesem Herbst anstatt deS tiefen Ausschnittes enge hohe Kragen zu sehen, die die Frauen um den Hals tragen. Die Merzte warnen vor den Gefahren dieser Mode, da dm Abschließung des . Halses von lder Lust die NackenmnskÄn erschlafft Und Runzln am Halse hervorbringt. Auch die Gefahr der ErkMuna wird erhöht, wenn die Damen ihren Hals nicht mehr abhärten. Der. hohe Kragen befördert m&i die Entstehung des iDoppcklkinns, das nicht gerade zu den Schönheiten gehört. Die Mode des freien Halses war jedenfalls viel gesünder Md der plötzliche Uöbergang zu der unbequeme« eiWn Tracht dürfte der Frauenwett nicht leicht fallen. NU. M. WQNS'TOCk' WIEN K.AlSEßSTB. 52. raa*« \HmsT*wmm-mvmTENt;• meiste »wMe-ciooELLt cingclw* jAßfflt MANTEL,LOSTühL, kUIDCD,BLUSEN. ilr'ASAL'S.äESTCmC JACWM..WSTEN AUS I WOLLE uSElbE ™ GQOSTtß AUSWAUI! VEUXJfiMÄNi'H. »Sr“K750 ooo VElOUS2MÄNTJ5& pazIflwiEN ” 95 © 000 jCfiEflK MAASOTCUtß PPOMPTt W» BmiTTi-iiriTiMiiT,il FEINSTE Herrengarderoben nach Maas und konfektioniert sowie sämtliche HERREN MODEARTIKEL (Herrenwäsche, Krawatten etc.) an «lässigen Preisen! MERKE NPELZESSLSSSSäS ift jeder Grösse und Ausführung adT zu besonäets billigen Eirlführürigspreisen! "WM, Herrenmodetous A. Borenstem, Wien, II, Höliandstr. 10 Ärztlich empfohlen: Nach Operationen, bei Frauenleiden, Senkungen, Hängeleib etc. Hygienisch und doch moderne Linie (Besondere Spezialität) erzielend Geradehaller für Kinder und Erwachsene Körperfform-Korrektiiren (Ausgleich-Mieder—Patent-Hohlwattierung) SPEZIAL-ATEL1ER H. LEBOWITSCH Wien, VII. Mariahilferstrasse 66, I. Stock Zweiggeschäfte in Linz und Troppau 11878 (Separierter Sprechrautn) Telephon 32-3-68 Gegründet PELZE ALLER ART— VERBRA’MUNGSFELIE BEIM SELBSTERZEUGER AM" ru konkurrenzlosen Preisen! "WM Besuch lohneiid! Relzliiiis Steinsalz, visu. 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