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Wiener Morgenzeitung · 1924-10-12 · Heft 2030 (12.10.1924) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 2030 (12.10.1924)
Date
1924-10-12
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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vtt. Wen, GomMtz Tagesbericht. Von Jchksb Krnnsz. LämÄ Widderhorn war ein Büßer, ein Baal-Teschuwah. Für welche Sünden er das schwere Joch des BüßerS auf fich nahm, wußte niemand. Er tauchte urplötzlich in der Gemeinde auf, man fragte nicht nach seiner Herkunft und man nahm *6 ruhig und ohne Er- «grrng zur Kenntnis, daß er „unterm Bergl" eines Morgen» einen Trödlerladen eröffnete und auf dem halbkreisförmigen Platz vor dem Kellerladen seinen Trödlerjwam und seine Töpferware auslegte. Auffallend war nur sei« Aeutzeres und seine Schweig-, sawkeit. Auf einem kräftigen Unterbau saß ein großer kugelrunder, feuerroter, buschiger Kopf aus dem zwei grünlich-blaue Augen hervorstachen. Der VolkSwitz nannte ihn den „zweibeinigen Dornbusch", der immer brennt, ohne verzehrt zu werden. Und in der Tat brannte alle» an ihm: der Schädel mit den grellroten Locken, die wie züngelnde Flammen aussahen, die großen fetten Hände, die biß an diegelben Fingernägel mit dichtem roten Haarpelz überzogen waren. Selbst aus den Ohren leuchteten dichte rote Haarbüschel wie Feuerflämmchen Dachlucken hervor. Lämel Widderhorn führte das strenge asketische Leben eines Büßers. Ob dar, war sein Gewissen als Sünde bedrückte, solches Büßerlebe« auch wirklich rechtfertigte, wurde von alle« bezweffelt, denn Lämel — er wurde niemals „Reb Lämel genannt und hätte in seiner Büßerbescheidenheit einen solchen Ehrentitel auch zurückgewiesen — war wie ein richtiggehender Baal Teschuwah ein vollkommener Ignorant, ein Amhaarez, der gar rttcht wußte, für welche Sünde welche Strafe ihm zukäme. Man nahm daher an, daß Lämel,-der von seiner Vergangenheit nur so viel verriet, daß er beim Militär gedient hatte, sich deshalb die schweren Bußen auferlegte, weil er während seiner übliche» zwölfjährigen Dienst- Mit gezwungen gewesen war, die Speisegesetze zu übertteten und den Sabbat zu entweihen. Alles was Lämel tat, geschah vom Gesichtswinkel des Büßer». Kr breitete seine Töpferwaren vor seinem Lade« fo au», daß sie durch die vom „Bergl" i« rasendem Tempo herunterfahrenden Fuhren gefährdet Ware«. Besonders im Winter. Wen» die Schlitten dahersausten, schien es, al» fraget Bis 704 Schuhe! mit eingebautem „B©rson“-Gummi-Absatz Attm Schnitzlers JfottiNt ler Berfübnms". lUravsfühnmg i« vnr-cheeter.) Das Buch ist brqüvingend. Die Anffühmmg, vamrüttch Such die idealste, ist nicht leicht Überdauern. ' , Gehämmerter Dialog der Schnitzlerschen Menschen, aus jener GesellschckstSfchichte, m der fie einander so vortrefflich daS Stichwort geben nutz «it vollendeter Mtffe chve Ge- Ml« verhüllen. Man ist in dieser Schnitzlerfchen Wüt, von allen anderen Sorgen entlastet, ausschließlich der Erotik hing«geiben. Di« Liede — hier leichtes sportlicher Spiel, hier qualvolle Lust, hier große verzehrende Leidenschaft — beherrscht alle. Ab« alle (in diesem Stück mit einer einzigen Ausnahme) «»achteten eS für höchst jämmerlich, ihren spielerischen Zeitvertreib, ihre einander jagenden Ekstasen, chre dnnkÄrote, unerfüllte Passion hinauSzureden, hmauSzuseufhey, hmausznschveie«. Nicht Duckmäusever oder Scheücheibigwtt, sondern Sorge, der Nebenmensch Wnnte «ehr um sie wißen, als chm zukommt, veranlaßt diese Menschen, rechtzeitig die MaSSe der Wohlerzogenheit, der konventionellen Höflichkeit umzubinden. Ein Mädchen erfährt durchs Telephon, daß ihr einzig Geliebter, hoffnungslos Geliebter, soeben Selbstmord beging. Da» Leben d«S Mädchens ist zerbrochen. Aber eS legt die Hörmuschel weg und macht den eben eintretenden Gasten mit verbindlichem Lächeln austnerksamst die Honneurs. Aber auch höhere Erkenntnis veranlaßt die Schnitzlerschen Geschöpfe, sehr sparsam zu sein «it den Worten, die das Gehege ihrer Zahne verlassen, u« Kunde zu geben von chren Gefühlen und sich also zu entkleiden. Der Spiegel der Worte wird nämlich, das haben sie erfahren, duöHrus falsch zeigen. Gin« sagt ti in diesem Stuck: „ . . . Die Nacktheit lügt nicht? Und wenn Sie chuen die Brust ausreißen könnten — noch chre Herzen viigem." Mit bawundernswevter Prägnanz schildert Artur Schnitzler in diesem Buche noch einmal den Bezirk seiner Menschen. Wie in d« Koda eines klassischen Walzers alle vorhergehenden Melodien Kusauvnrengefaßt und in charakteristischer Kürzung verbunden find, nahm diese neueste seiner dramatischen erotischen Dichtungen alle Motive der vorhergehenden in plastischen Gestaltungen auf. Das Buch läßt dich nicht los, -du liest es immer wieder, neue Beziehungen werden klar, neue Wendungen fesseln, die vorher übersehen wurden. Eine ganze Anzahl von Nebenhandlungen durchvringt die Haupthandlung. Das Gestrüpp der Episoden, welche da« Gruttdthema überwuchert, läßt sich nicht lichten. Wer versuchte, diese oder jene Nobrn- ' indluug auszürupfen, müßte entdecken, /haß er ein Haupt» belcitiate. Und die handelnden Perünee« sind durch- « EBIewty MVrEenreitrmE. ob die Pferde vor dem roten Schädel Läniels, der auch im Winter vor seinem Laden stand, scheuten oder wußten, was in dieser „roten Kugel" vorging, denn ste schleuderten den Dorfschlitten mit bewundernswerter Treffsicherheit in herrlichem Bogen in die Töpferei, daß alles in Scherben ging. Der Kutscher fluchte, warum der „rote Jude" sich so ausbreite, während Lämel mit einem Ausdruck der glückseligen Zufriedenheit im Gesicht den Bauer um Entschuldigung bgt: „Beruhiget euch Vetter, es war eine verdiente Strafe!"v V Lämel. heiratete die lange Zipperl, obgleich.:— oder richtiger, weil.'er :wußte, daß - sie ein -Zünglein .wie ein Schwert hatte und j mit diesem Schwert bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit um sich schlug, so daß dabei zumindest zwei Ehrenbeleidigunge» heraußkamen. Zipperl war das gerade Gegenteil von Lämes: lang, dürr, schwarz wie die Nacht, derb und streitsüchtig. Lämel wußte das alles, ehe er sich sie zum Weib erkor. Sie war das echte Weib eines Büßers. In den großen Tempel ging Lämel nie, weil es ihm schien, daß dorthin nur glückliche Menschen gehen, die de« Tempelgang als ein Gabbatvergnüge« ansehen. Er besuchte den kleinen Tempel der Handwerker, war immer der erste ttir Bethaus und saß im Ecksitz der letzten Bank, weil in dieser Bank, der längsten, die Aermsten, die Ungeachteten saßen und er als erster i« der Bank vor allen diesen Armen und Mißachteten sich erheben «nd ihnen den Weg freimachen mußte. Bei der Erfüllung der religiösen Pflichten hatte Lämel niemals fremde Hilfe in Anspruch genommen, weil es einem Büßer nicht geziemt, sich das Leben zu erleichtern. So tat er e» auch, wen» das Sukkothfest kam, Cr schlug selbst die Pfosten in die Erde, wählte für die Sukkah den härtesten, steinigsten Boden, ging in den entfernten Wald sich da» Laub für die Bedachung holen, obgleich er es auch im nahen Hai« gefunden hatte und spannte die Sukkah mit Sackleinwand, damit sie nicht zu wohnlich werde, schmückte die Laubhütte mit allem möglichen Zierat aus Papier und den verschiedensten Früchten mw Süßegiiette«» bloß oben in die Mitte de» Daches hängte er einen großen, roten Apfel mit einem Wurmstich, der ihm offenbar sein eigene» Lebe«, a« dem gleichfalls irgend ein GewisienSwurm nagte, symbolisiere« sollte. Am Borabe«d des Festes zog. Lämel in die Sukkah. Er hielt sich streng an die Weisung des Gebotes, sieben Tage in der Sukkah zu wohne«. Des Nachts machte er sich ei» notdürftige» Lager zurecht und war glücklich, wenn Gott, das Gebet der Jude« um Rege« am Sukkoth erhörte und das Schlafen in der Hütte zur Qual machte. Lämel war ei« großer Kmderfreund und schwärmte für die Heranwachsende Jugend. Zw seinem Laden hatte er, sorgsam gehütet vor den Äuge« Zipperls, eine ganze Anzahl geheimer Sparbüchsen, ttr den^n er da» Zehent aus seine« Einnahme sammelte und arme« Kindern Und weg» „tragende Rollen". 'Mindestensflirtf Männliche, Vier weMche Hauptrollen, und jede steht i« Mittelpunkt. Ich glaube, e» wird «in Buchdrama werden, ei« überaus kostbares: Vas reife Mterswerk Artur Schnitzler». Einigeaus de« Inhalt: Die schöne Gräfin Auvelia wählt unter drei würdigen Verehrern nicht «den jungen, begchran-werten Prinzen,' nicht den. feinen,. gleichaltrigen Dichter, sondern FaAenir, den AHiihrigen alternden MaNn. Der hat ei« gutes Ohr und hört „die dunNen, »ewigen Ströme rauschen, die unaufhörlich fließe« von Man« zu Weib und von Weib zu Man«, -vischeu Geschlecht und Geschlecht." In diesem Augenblick, de« er entgegengeträumt hat, i« dieser Mitter- «achlNstunide bei einem Frühlmgiffch, da sie sich chm fürs Lebe«. bietet, fühlt er, baß Aurelie nicht an ch« gefesselt sei« kan« und darf. Sir soll schrankenlos ihrer LWbeSschnsucht leben, die. fie selbst nicht weiß, wohl aber er. Er nimmt chre Wahl nicht an, gibt sie frei «nb Hecht chr selbst de« Weg... Der alternde Liebhaber verkuppelt die ichtüvzte Geliebte «it der Lust. TiH verwundet ist die schöne Gräfin, aber Faltaui» ReM befiügt sie srtvisseühaft, taumelt von Schäfersturtde zu SchäsevsMnide, aus Mannerarmen in Männerarme uNd ist tatsächlich,"wie er sie sah, «in Weib, brennend von Besteche, „geschäffen, sich zu verschwenden und m aller Berschwenduwg sich im innrchten zu bwvchven." Er tat ihr nichts gutes, der lichende Falkonir. Zwischen Mi Abenteuern schauert, sie und flüstert: ,Meder «llom — zwischen einem Glück und dem anderen. Zwischen einer Lust und der andeven. Zwischen einem Tod »nb dem anderen..." Böser Unverstand, der 'm diesen erotischen Dichtungen Schnitzlers angenehme literarische Werke erblickt, die Sinrre superber Genießer zu bitzeln, oder gar Produkte erotischer Spekulation. Ueber allen anderen Gestalten dieser Dichtung, wie über dieser Aurelia, schtvingt EroS nebst der SiebeSfaSel die furchtbare Geißel, mit Bleikugeln verschärft. leiden alle bitter und sie sind ad geurteilt, weil ste zu leicht nahmen, was höchst« und seltenste Erfüllung sein müßte. Wenn Aureli-e am Ende ihreS Dornenweges durch die Lust dem schuldigen Geliebten wieder begegnet, bleibt den beiden nur noch ein Güick, der gemeinsame Tod. Und allen evgcht <S so in der Komödie dev Verführung", die in die Netze der Sinnenlust verstrickt wurden. Der blutjunge Herr Max, ein unerhört erfolgreicher Eroberer, den Mädchen Jlrederzweige reichend als Signal,,daß -er. sie demnächst ,besitzen werde, ist mit-24 Jahren-(und natürlich am Ende dieses Spiel») einsam wie «in Greis. Judith Asrael,mchgütvichlt durch da» Leben der Qual und,Lust rund um sie, vom Fieber . geschüttelt, weil sie in ihrer weitschauendex Klugheit den Jammer sicht, mit de« jede LivbeSfreude trächttg ist, zerbricht — IS. WoLer 1964 Seite 8 Studierenden zukommen ließ. Er selbst hatte keine Kinder. Turf ein Büßer aus Kindersreuden rechnen? Die Jilgend der Gasse schien wie eine Horde diensteifriger- Kobolde der Vergeltung, die dem Büßer die Zahl feiner Qualen vergrößerten. Der rote Lämel war in ihren Augen ein Narr, eine willkommene, alles , erduldende Zielscheibe ihres Spottes und ihrer unerschöpflichen - Spitzfindigkeiten. In einer regnerischen Sukkothuacht lag Lämel auf seiner schmalen, harten Bank, auf den Rücken hingestreckt und schnarchte selig. Er mochte mit den: Blick auf den Wurmstich des hcrabhängenden Apfels vom Schlaf überwältigt eingeschlummert sein, seine Lippen waren halb geöffnet, als wenn ihn der Schlaf mitten in einem Satz, einem Monolog an den wurmstichigen Apfel übernimmt hätte. Plötzlich wird Lämet durch Schritte, die durch die Pfützen des Hofes stapfe», aufgeschreckt. Er Wägt die Augen auf, horcht in den Höf> hinaus.-An der Tür erscheinen zwei Gestatten. Die eine hält einen ausgehöh'lteu, van Witte« beleuchteten KürbiÄkopfrn --der Hand) idier .ganz wie der Kopf LämelS aussah. Den brennenden Kürbiskops stellten sie auf. den Tisch und schritten an die Arbeit. Die vergoldeten Nüsse, die herrlichen Aepsel, die großen Lebkuchen, wurden abgeräumt n«d rrf die - Taschen gesteckt. Lämel sah ihnen mit halbgeöffnete« Augen zu. Er schien zu grinsen. Einer der beiden Einbrecher blickte scheu auf die Gestalt Lämels hi» und begann z» zittern. Der andere war mutiger. Da erhob sich Lämel von seinem Lager -und begann zu lachen. Es war das erstemal, daß man Lämel lachen sah. Die beiden Gassenjungen wollte» die Flucht ergreifen, aber Lämel hielt sie gütig zurück: ,/Jhr 'habt am-recht getan, .daß' ihr Mchtlicherwerst hierher -»mt, um, wie ihr.^Äubbtt, mich zu verhöhnM. Nehmt die Süßigkeiten ruhig mit, ihr seid noch jung. Ihr dürft noch des Lebens spotten. Die goldenen Nüsse und die schönen Aepsel und auch der große Lebkuchen wäre ohnedies eure Beute gewesen am Schluffe der Fester. De« wurmstichigen Apfel habt , ihr verschmäht und doch ist er mir das Teuerste. Daß ihr diese Kürbisfratze auf den Tisch gestellt habt, ist nicht'euer, Werk. Sie ist euch von jener überirdischen Kraftin die Hand gedrückt worden, die mich einem wurmstichigen Apfel gleichen läßt, die mir die Freude am eigenen Unglück empfinde»-läßt'. . Die beiden Eindringlinge standen sprachlos «nd spähten «ach der Tür hin. Mit einem Satz griffen^fie de« brennenden Kürbiskopf und schleuderten ihn zu - Boden, daß es in der Hütte finster wurde. Dan« verschwände» ste. Im selben Jahr noch starb Lämel Widderhorn. AMERICAN TAILORS Brüd er Koch v«s. «. j. H. t'.!V.;:r s. »*, «>Ekr»r«KI7 Kffür Erstklassig Maß- Schneidern für Herren /• Reiche Auswahl i« fei»«« englischen- Stoffen / Elegante A«»fjchr»ng / BUktge Preise eine Jnngfrau noch — den Stab über ihr Leben, und stürzt sich mit wehem Lachen.in den MbgrmÄ des Kotottentums. Unk eine junge Geigerin, die weiß (o, daß es dar blonde.Mädchen wissen muß, bwor-fie noch ei« Mann -erkannte), wie traurig der Morgen nach einer Liebesnacht mit Männern dieser sterbende» Gvsellschckst ist, rast jenen Lebchünglin-g und stellt Mr Bedingung, daß er nach einem T«g« des Beistnnmrenseins verschwinde« muß »nd sich nie wieder sehen laffen davf. .Ern-Kind wird ihr vielst sachlich MvvmHarte Siebesaffä« -geben und sie «eiß auch schon, daß nur sie allem, niemals der Begattende, Anteil an dem Kinde , halben darf. I« fluSAang der Dichtung aber tönt eine tröstenlde, eine stärkeutze Melodie, die keiner überhören sollte, der Schnitzler als den „leichten, gesilligen SrotNer" abtnn möchte. Falikenir, mit Aurelie wieder vereint, sagt; sieben -ist: ix jeder Stunde, neu sich erringen müssen, was man liebt; 'bereit sein,, zu verzichten, wenn es das Schicksal will — und Heimat bedeuten, immer wieder Heimat, aus welcher Jrernde ailch die Geliebte wiedeAechre — und in welche Ferne sie sich schne". Für die Darstellung des schwierigen. Dramas (das wir, wie gesagt, auch sonst nicht M büheeenfähig halten) fehlt dem Bur-gliheater jetzt die rrötige große Zochl tzon Künstlern, die einander mit -solchem Takt, mit - solcher äußerer Ruhe und innerer Kr-oft^das Stichwort.zu geben vernwgen, wie «8 die Dlchü«g erheischt. Nun ein Beispiel: Einer saßt einem Weibe: „Ich wußte nicht, daß du sa schon bist". .Sie antwortete mit einen: einzigen.Worte: „Schübe".-Wenn man dieses. Wort mit Emphase.hinauSruft, wie es leider Gottes Fmu Aknay tat, lst die Gestalt,, die sie zu. verkörpern-hat, sofort in Verlust geraten,., in Schnitzlers Komödie .nicht mchr vorhanden. Solche Mißverständnisse ga>b es nicht selten. A<rf der HA)e -der Situation iblttben Raoul A Z l a n, Georg R e i me r s (der eine überaus ergötzliche Episode schuf). Frau A.lb a ch - R e t t y, Hans.M.arr und Frau-Witt. Auf den: 'besten. Wege, seine Rolle schnitzlerisch zu meistern, .ist .Herr Günther. Frau Wohlgemuth gibt eine.bemerkeustverte Aurelre. Aber uns dünkt, nicht die, welche der Text dieser Dichtung meint. Sie nahm .die Geste, - den Tonfall, der großen.Tragödin .aus die Bühne mü und kam aus dem Kothurn daher. Beides ist diesfalls wirklich nicht angebracht. .Sonst viel'Mühe, des Spiellviters HanS.B«rahm, aber wenig von dem Dialog und der -großartigen Linienführun-g, die wir bewunderten, als wir das Buch las-rn. Gleichwohl war es ein großer Premierenerf-olg. Das isttMknm .rief Aatur - Schnitzler-imrner wieder vor die RMpe. Cs hat Ursache, einem -der wertvollsten Zeitgenossui und -einem der größten Dichter der'Gegenwart Ovation- 'n bereiten. — Aber o«b sich dieses bedeutende Werk ans der T " - ' behaupten -wird, bleibt dahingestellt. . . Otto A-b e u*. 1

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