Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 2028 (10.10.1924)
- Date
- 1924-10-10
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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LU. xjnmtt E4 1svt. 'CKSWO «W‘W«*> ((ywcwn.}) [ Für einen NormaLla-iL <126 Deka) sind bloß 190 Deka Mehl erforderlich, während hie restliche Ge- > ltzüHWHfewntz^ —' von Scvl^ mck'KmmM aLgesehen — auf ^Wasser erHäM, das -die diversen Mehlfovten je nach I Qualität verschieden aufnchmim. Die Berechnumy dieser Differenz nach «den» jeweiligen Tagespreis des Mehlc's veri Ehrt -um höchstens 5 Prozent Zuschlag, .wird die Erzou- , giLNOsmb Betrichskoster» sowie >den bürgerlichen Gewinn des haMverksanäßig-en Gvoiierzeugers «decken.! ^Bon «den F aibr i k sb e tr i e he n wird, wie wir an zuständiger «Stelle erfahren, a-usnahmslo's die indivi-! duelle genaneste Errechnung ihrer ErzLiWingshnd BevschleWosten sowie ihrer Berkanfspreise verlamigt » 'werden. Ae Lebeusmittelmiirktr. Günstige Viehm Meischzusuhren. Die Großmarkchallc hatte gestern besonders günstige ' Fleischiniporte aufzuweisen. Mittels Bahn sind 29 Waggons verschiedener Fleischarten, darunter 10 Waggons dänisches Rindfleisch, eingelangt. Im Großhandel ,oar der Verkehr sehr lebhaft, hingegen ließ der Detailabsatz zu wünschen iübrig. Die gesteigerten Importe kamen auch auf den gestrigen Viehmärkten in St. Marx zur Auswirkung. Auf dem Nindermarkte haben sich die Preise gegen Montag neuerlich nm iiM K. pro Kilogramm und auf dem Lebend-Schweinemarkt bis um 2000 K. pro Kilogramm gegen Dienstag verbilligt. Rindfleisch dürfte daher auch im Kleinhandel im Preise zurückgehen. Der Naschmarkt wurde zwar ausreichend beschickt, allein trotz' günstiger Zufuhren zeigten die Preise steigende Tendenz. «Namentlich Paradeiser und Kraut verteuern sich Dag für Tag. Die Nachfrage nach den meisten Gemüsesorten ist andauernd eine lebhafte. Auf dem Obstmarkte waren steirische und Tiroleräpfel in großen Mengen zu sehen. Birnen uNd Weintrauben wiesen zwar einen Ausfall in der Zufuhr auf 'langten aber für den Bedarf aus. Die Eierprcise sind bis Äuf 2200 K. pro Stück gestiegen. W i -e n, 10. Oktober. i t 2osef Relchmann gestorben. Am Ionl-Kippur-Taa wäh- Adusiaphgebetes versch ied der 74 Jahre alte Beamte -der ZignMchen Organisation, Herr Josef Reichmann, im Betast, von einem plötzlichen Herzschlag dchingerafft. Ruhig und stm. Ww «das Leben dieses Pflicht treuen, stets ein gew isses Gleich- ^naß bewahrenden Marmes, war sein Ende, ruhiges Hinüber- Äl-eiten aus dem Leiben in den Tod. Raichnrann, eines 6er älteste»» und treuesten Mitglieder der zionistischen Bewegung, bejil-orgte^tWtz, seines hohen Alters mit jugendlichem Eifer die Agenden, die ihm im Zionistischen Landeskomitee für Oesterreich ianvertraut waren, und Äbte seine Tätigkeit mit treuer Erigelberrheit und der Sorgfalt, die ihm in allem eigen war. Er .genoß das Vertrauen der Organisation, aber über den Beamten hinaus schätzten alle, die ihn kannten, in Reichmann den ausge- Keichneten Menschen. Ehre seinem Andenken.' — Das Leichen- .Degangnis des Verstorbenen findet heute Freitag um ly. Uhr ^IvovmÄtaB auf dem Zentralfri'Sdhof <3.'Tor) statt, i * Unaufgeklärte Vergiftung. Der 61jährige Gerbergehilfe Wilhelm Zidek wurde am 8. b. auf einer Wiese nächst der Mußdorfer Kammevschleuse mit V-ergiftun-gserscheirmngm 'bewußtlos aujgvfunden. Er ist im Allgemeinen Krankenhaust gestorben. * Die AutorÄerei. In der Rotenturinstraße wurde gestern ürachmittags der Kaufmann Dr. Heinrich Gleisner von Einem Auto rviödevgestoßen. Er erlitt mehrfache Verletzungen' Und wurde von der.Rettungsgesellschaft verbunden. * Die 'Lebensmüden. Gestern früh wurde der 38jährige städtische BolksschuTchrer Friedrich Hern dl von seiner Gat- An in dem mit Leuchtgas erfüllten Zimmer tot anfgefuOen. Nach den Erhebungen der Polizei liegt Selbstmord vor. — Vor-, gestern wurde amLeopoldstädter Ufer des Donaukanals Zwischen der Schweden- und Stephaniebrücke die Leiche einer ettoa Mjährigen FrMensperson aus dem Donaukawal gezogen.. * Straßenbahnunfall. Mittwoch abends fuhr ein Straßenbahnzug der Lime 61 in einen Wagender 52er-Lime. Beide Züge wurden erheblich geschädigt. Bier Personen wurden verletzt. * Elfte österrerchisrhe Klassenloser»«. Bei der gestern abgehaüeuen Ziehung des ersten Tages der V. Klasse gewannen r' Je 6 Millionen Kronen die Lose Nr. 16.380 und 94.738 s ie 8 Millionen Kronen die Lose Nr. 27.136, 58.014 und 68.601; je 4 Millionen Kronen die . Lose Nr. 6.743, 17.259 und 46.981; je 5 Mllionen Kronen die Lose Nr. 4.908, 21.824, 24,601, 58.445. 69.947, 72,135, 86.961 und 95.056; je 2 Millionen Kronen die Lose Nr. 26.102, 38.014, 40.557. 43.390. 53.V24, 61.259, 73.135, 75.947, 81.677, 81.736, 82.135, 83.487, 90.738 und 92.024; außerdem wurden. 1970 Gewinne zwischen 1 Million - und- 800.000 Kronen ausgelost. * Fernsprechverkehr Lwstttreich—Pole«. Mt Wirksmnffeit vom 1. d. an'werden die bisher im Sprechverkehr Wien einerseits, Warschau und Lodz andererseits bestandenen Beschränkungen des Verkchrs auf einzelne Stunden aufgehoben. Von diesem Zeitpunkt an können in den genannten Beziehungen dringende Gespräche jederzeit, gewöhnuch angemeldete an Werktagen von 19 ms 9 lHr sowie an Sonn» und Feiertagen ganztägig geführt werden. * Eine Großmutter, die ihr Enkelkind stillt. Aus Olmütz wird ^berichtet: Eine hiesige 4Sjährige Frau verheiratete im Vorjahre ihre Tochter und vor einigen Tagen erlebten Mütter und Tochter zu gleicher Zeit Mutterfreuden. Da die Tochter chr Kind nicht stillen konnte, stillt die Großmutter.ihr Kind und ihr Enkelchen zugleich. * Zur Hebung der jüdische« Landwirtschaft in Karpathorußlaud hat sich die tschecho-slowakische Regierung entschlösse»», de»» Juden i«. PoÄarpatska Rus drei geeignete Objekte /zu überlassen. Den Jnrpuls hierzu gab der Vertreter der Mischen GesellschM Ort, Chasanov»tsch, welcher in Podkavpatskä' - Rus werkte nrsd. mit dem Chef des Bodenamtes. Melmukch die Berharchlürrgeü pflog. * Dr. Pb^ynder Marmoreks Nette in hebräischer Sprache.. Die (pefellschast Vor Freunde NordauS und Marmoreks, deren Komitee unter. wanderen. 'Pröfeffor. -Viktor Basch <Paris)„. Pro^ fessor Slouschz (Jerusalem), Rabbiner Dr. Wist (New-Aor!),' Professor Älchuda WädrL»), Israel ZangwA (London) und der Schriftsteller And« Spive angchöven, bereitet die BeriMnt-. Lichung von Awrdavs literarischen-und Professor M a rmor e k sMifservsihastlichen Werken in -hebräischer Sprache vor. Die AuMichMNgen Dr: Marmoreks über ferne bakterioboaischen. Forschungen, die ebenfalls publWert werden, 'dürften für die .KsbMche' LnOevsstät än j^vrrscnem vo« großem Werte stin. mrnn wiJprgmjcvncnB« Mteilungenaus dem Pub!ik«m. Wß» l. Mpp!inLer8lrssse!^r. 18 'Die Gesellschaft beabsichtigt auch, Boden in Palästina zu erwerben, um zum Andenken an Nordau und Marmorek eine Kolonie zu errichten. * * Eine treffende Bezeichnung. Der Wortschatz der Km- Leute, die einen Teil von Liberia bewohnen, ist recht klein; aber für ndanche Dinge haben sie sich gleichwohl ganz treffende Ausdrücke aefchnisfen. . So bezeichnen sie z»m» Beispiel das KlavieLspielen mit derü -einfachen Satz: „Er kämpft Mit dein Kasten, dem das Geschrsi gchärt!" In Violen Fälle»» könnte mgn das Klavierfpielen denn auch wlEch kaum bester kennzeichnen. Äs es die guten Kru-Äeude tu»r. „Otiomanisierung" in Smhrna. In der Ddischen Gemeinde von Smyrna herrscht, wie I. T. Ä. berichtet, große Erregung darüber, daß seit-einiger Zeit sehr Wiele jüdische Mädchen zum Islam übergetreten sind. Wie es heißt, handelt es sich bei vielen um zwangsweise Bekehrungen. Die ganze Bewegung »st aber eine Fol^e der rigorosen „Ottör»lanisi'erungs"-Politn in den von der türkischen Regierung errichteten Schulen. * Bon der Bühne ins Gefängnis. Ein urrvocherHeschenes J»»termeM' erlitt kürzlich die Vorstellung einer Schiniere in einem Orte beim toskanischen W'einftädtchen Cmpoli. Die Vorstellung war gbends in vollem Garrge, als zwei Karabiniers iin Saal« erschiene»», die Bühne 'bestiegen »md drei der Künstler verhafteten, nämlich die Brüder Giuseppe und Renato Silvestri sowie den Liebhaber Gino Fantozzi. Die gestörten und überraschten DheÄrisjstnaer .pxoteststrten. und..zetepten, aus. Leibes-. Kräften und' »m P»r'vliknm brach'ei,» großer Skärrdal'ä»is, aber die Hüter des Gesetzes ließe»» sich nicht beirren, sondern sesselten rrchig die drei Mirsensöhire u»»d Mrten sie nach Empoli. Der Gruich zu diesen» Zwischenfall liegt in einer' Anzeige , Wege»» H ü h n e r d i e b st a h l s, die ein Dorfbewohner gegen die Mitglieder der Truppe eingereicht hatte. * Das Ende der Visitenkarte. Der „Allgemeine Wegweiser" berichtet aus Amerika, daß man dort die Visitenkarte gänzlich abz»»schaffer» beabsichtigt. Nur als Goschäftskarte für den Handln»»gsreffen'den'soll sie bestehen bleibe»'.. Damit geht v:n Jahrtausende Älter Brauch seinem Ende entgegen, den,» schon die Chinesen kannten die Besuchskarte, die in Europa freilich, erst in der Renaissanoezeit Mode wurde. Die älteste»» errrvpäifchen Visitenkarten stamme»» aus Venedig; es sind kunswoll ansgesührte Bitderkarten, meist mit Ansichten Venedigs, der Narne des Trägers wurde handschriftlich in einen freigelasionen Raum eingetragen. Besonderen Knnstwert besitzen die Visitentorten des 18. Jahrhunderts, wo dieser Brauch auch in bürgerlichen Kreise»» imrner »»»ehr Verbreitung findet. Die Karre»» drs 18. Jahrhunderts si»»d oft ganz entzückLnde Kupferstiche »nit Vignetten, Schäferszenen, »»»ychologifchen Darstellung?»» rrsw. Na»»»e und Titel wurden bereits vom Kupferstecher eingesügt. * Die Laufbahn emes amerikanischen „Hofmalers". Durch die arnerikanischen Blätter ging kürzlich die Meldung,, dar; Präsident Coolidge sich van einem Maler namens Max S a z anow habe porträtieren lasten. Die Persönlichkeit des Malers -und fein« Laufbahn sind nicht alltäglich. Halb italienischer, halb rnssischer Mstanrmun-g, kam er vor mchreren Jahren nach hen Vereinigten Staaten-, wo .es »hm recht-.schlecht ging, Um nicht vor Hu»»ger umzukommen, verfiel er schließlich auf den Aus-' weg, Geld nachzumachen; doch wurde er hierbei bald erwischt, vor Gericht gestellt und zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt. Während feiner Haft widmete er sich vornehinlich der Malerei und stellte ein großes Bild fertig, loetitolt „Christus hilft den Armer»", das er auf eine Ausstellung schicken ließ und das dort preisgekrönt wurde. Auch Präsident Harding erfuhr von. dem Mal,er und seinein Schicksal r»nd begnadigt« ihn schließlich. Jetzt ließ' sein Nachfolger, Präsident Coolidge, ihn ins Weiße Haus nach Washington kmnmen, um sich von ihn» porträtieren zu lasten. / * Eine Mistionsausstellung im Vatikan. In» Jahre 1925, dein „Heiligen.Jahr", wird in Rom ei»»e große Missionsausstellnng veranstaltet. Die Ausstellung wird in den inneren Gärten des Batikans unterbracht. Im größten Pavillon bekommt die Geschichte der Missionen den Platz,, die die „großen vier Zeiträume" mnfaßt: Apostel bis 5. Jahrhundert, Gestoltung des neuen Europas vorn 5. bis 12. Jahrhundert, ostasiatifche Mission von» 13.. bis 15. Jahrhundert und die neue Aera «der Missionen vom 16. Jahrhundert angefgngen. Die zweite H.auptabt-eilurrg ist der EthnoMphie Svchmet (Tempel, Knltusbauten, Kultusgegenstände, Knltus- Müngen bei Gäburt. Che, Begräbnis usw., Kultus der Zruoei,' Hexenwesen, Ewbefruchtung usw.). In der stätislischen Grrpope^ wird ein Ueberblick üiber die gesamte Mistionstätigkeit gegehsiN sheutiger Stand der Mistionen, Zahl der. Weltchristen, OHedsgliederu.»rg usw.). Eine besondere Abteilrmg wird, ein BiO-'Won den in den Mistionsgebieten vorhandenen ««& jte? kämpften Krarckheiten Zeigen. Außer der atlgerneinen 'Ausste!-- lUM. .sind SpeZialausstellüngen der e»nZel»»en Mistionen Arne- Es, Afrikas ltn/b Asiens vorgesehen. . . * Tauzinstitnt Hermann Braun, 14. Bez., Reindorsgasft 42. . (Entgeltlich.) Vereine, vorttilge und LersMMlnnge«. ' Z. A. B. H e ch a w e r (Verein. russischer- Stnde»»ten>. Heute, Punkt ll& Uhr, im Lokal der Lesehalle, Türkensträße 9, erste ordentliche Generalversammlung. Erscheinen Pflicht! ' ' Urania: Heute, 5 Uhr (Großer Saal): Eine FpchSjagd auf Skiern durchs Engadin. V-6 Uhr (Klemer Saal) : Kurs, von Primararzt Dr. med. und phil. Fritz Schulhof: Gehirn oder Seele. IV. 6 Uhr (Kurs-Saal): Ministerialrat. Universitätsprofessor Dr. Leo W i t t m e y e r: Preußen und Deutschlaud. H. 6 Uhr lKlubsaal): Universitäts-Lektor Herhinand M a t r a s: Sprechkurs. V. V-8 Uhr (Großer Saal): f nw erstenmal: Urania-Film: Borneo »»nd die Neuen ebri'Len. 7,8 Uhr (Kleiner Saal): Erzieher der Menschheit II. Professor Dr. Joses H r a z k y r Homer. Vs8 Uhr (Kmssaal) : Ministerialrat Ingenieur Anton H a s« e r: Die neue Donaubrücke-Lei Wien. V-8 Uhr (Klubsaal): Kurs: Professor Dr. Benno S t <i n i tz: Der Si»»n der Geschichte. V. W Uhr (Lehrsaal UI) r Professor Dr. Hans Bauer: Da8 Rechnen mit Vektoren (Vektor-Algebra und -Analysis) und dessen Anwend»»ng in 'der mathematischen Physik. II. > ,.L e o p o l d st ä d t e r Vo l k Zh e i m. 2. Bez.. Zirknsaaste'48. 6 Uhr: Geschichte der Philosophie. 7 Uhr: Mittelalter, Elektrizitätslehre, Krankheitslehre, Französisch für Anfänger, ägyptische Kunst, GesmrgSkurs, Raumlehre I. 8 Uhr: Genvffenschastkbewegüng, Weltgeschichte von 1900, Deutsche Litetäturgeschichte, Astronomie, Radiotelephonie. Französisch für Borgeschftttenr. -Technisches Museum. Marge»», 3 Uhr nachmittags, Führmkgsvortrag von Ingenieur N. Doroevic „Dir Erzeugung deS elektrischen Strornes".. Son»»tag,10 Uhr vor»»»ittagS, LichtbslLervortrag »m Großen Hörsaal von Professor Dr. L. Richter«; „Der Detektomnpfang". Seit« 5 Böhne und Kunst. Bom MM. und Äralerfeö. Konzerte. Zn den schöirsten Anfführnngen des Musik- und Dhea-ter« festes, dem bisher nur wenig echte Erfolge vergönnt wäre»», zählte der von» Syn»pho»»i-eorchester i»»»d Mäll»»ergefangverein vera»»st!»Uetc Johann-Strauß - Abend. Johann Strauß - Vater w»»rde »nit der Walzerfolge ^oreley-Rheinklänge" gehul-di-gt, in derer» reizende»» Melodien das Blut noch aliväterstch bedächtig kreist -»»nd die Modulation sich »»och zaghaft bewogt. Und -dann kam der berüh>r»t-e Sohr»-, welchen A. W. Ambros noch im Jahre 1861 im Vergleiche zu fciitcm Vater nur -gering eilt* schätzt: „Das Urbild steht Isiiher, -aber das Nachbild kann sich sehe»» lasten." Heute lebt das Vorbild nur noch vorn Ruhme >des Nachbildes, besser» „Persischer Mansch" und Floderrnaus-Ouvertiire cbeluo wie die Pizzicatopol-ka aus der „Fürstin Ninetta" und die Bblletinrusik ans der komischen Oper „Ritter Pazman" - einen Sturm von Begeist-evung entfachten. Und erst die Walzerchöre „Wein, -Weib n»»d Gesang" und „Bei uns z'Haus" und erst recht „die schö»»e blaue Donau", die von Grebe Wieferrthal getanzt wurde. Wie eine Donällnixe schw-ckt-e sie säst körperlos leicht über das schmale Podmn». Wenige Tage später ein anderes Fest des Wiener Frohsinns, eine Schubertiade int Geburtshaus« des. Töndichtars. Noch unverändert wie zu Schuberts Lebzeiten ist das -alte einstöckige Hans in der Nußdorserstraße erhalten, in dessen 'Hof die Feier stattfand. Ephen ra»»kt sich an der Mauer ernpor, alte Bäurne ra»»jchen, Vogelgezwitscher und SonMnschein erfüllten den Raum, als ein Kammerchor des Schü'berchurches 'einige Chöre sa»»-g, Hans Duhan mit Warme und Feierl-ichk-eit volkstümliche Lieder vortrug und schließlich die Herren Schulhof, Gottes ln an« und Bltsch in Schuberts B-Dur-Trio voll Wienerischer Smgseligkeit »»»»»sizierten. . Auch ein Chorkonzert des Mufikfestes war teilweise dem Schassen Schuberts gewidnret. Neben anderen Chören veniahm man zwei bisher unbekannte geistliche Chorwerke — rin' „Tantum ergo" in C-Dur aus dem Jahre. 1816 und ein „Tantum ergo" in B-Dur aus dem Jahre 1821 —, deren Entdeckung/>em Berliner Mnsikforscher Max Friedilaen-der zu danken ist. Wie enge die Berbmdung Mischen Schubert und Bruckner ist, zeigte nn zweiten, Bruckner gowidineten Teil des Konzerts der von Schrlbertscher Melodik erfüllte Chor „Am Mitternacht"/ Der öiierreichische Torrdichter Anton Bruckner wurde überdies' »nit ' Rücksicht auf seine Jchchundertseier durch eine festliche' Auf-' führung seiner F-Moll-Meste unter Franz S ch a l 1% Leitung geehrt. Sein Einfluß auf die geistliche MM unserer: Zeit offeNi. barte sich auch gelegentlich der Uraufführung der Missa sestirra" des Wiener Akademieprofessors Max Springer. RMü Brr»ckr»er wirkt Schubert »n ihr nach, wie sich ja überhaupt'di«ste Nieste bei allem Respekt vor dem Kirchenftil und den gregoriani-' scher» Melodien »»nd Lei aller Gewandcheit in den Künste»» des strengen Satzes den 'Sinn für volkstümlich nngMnftelte, ge-' snnde Melodik getrmhrt hat. Ei»» Fest im Mufiffeste war das JMrläMnskongertder Arbeitersymphowiekonze-rtq.^ anläßlich ihres 20jährigen Bestandes. Eine solche Mer konnte nicht schöner begangen werden als »nit der neunten Beethoven-S^rrphonie, in deren. Schlußhymrrns „alle Menschen Brüder werden".. Freilich, war die Festlichkeit eirügermaßen improvisiert und dadurch herchgedrückt. Paul v. Kl enan dirigierte Wohl omf Grund einer-emgigei» Verständigungsprobe, Md das Sologuartet-t—Gerhart, Paalen, Gallos und Mayr — setzte sich nur gelegentlich durch. Der gleiche Abmd brächt« ‘Me Wiener ErstauMhruug zweier Bachscher Choralvorspiele in der Orchesterbearbeitung von Arnold S ch ö n b e r g. Der' radikale Tondichter zeigt hier neuerlich, wie er den Geist einer entschwundenen Zeit in faustischem Sinne mit seinem eigenen Gestt zw erfüllen, vermag. Gan-z toun-derbar geliwgt ihm -die Gsgen-überstellung von Barock u»»d Gotik, von Festgcpränge und Jnnerlichkeit in'dem der Orgel angeglichmen Orchesterkol-orit der zwei ganz verschiedenartigen Vorspiele. W-eiriger wertvoll scheint -uns dft symphonische Dichtung mit Sprechstimm« ,Der geheimnisvolle Trv»npm-er" von Frar»-z Salmhofer, nach Worten'von Walt' Whftmarrn. Der j»»nge, begabte Koinponist legt der» Wistsall nicht aus die Goldwage i»nd pendelt Mischen stilistischen Extremen hin und her, übrigens erweist -sich auch die VerAMmg von st^mphonisch-cr Dichtung und Sprechsümme (Rezitation: Ferdinand Onrro) als ein'mißglückbes'Experiment. -In den nicht sonderlich musikalischen Versen des schon 1602 verstorbenen Dichters Walt Whitnran, welche das Thema „Nie wieder Krieg" frei variieren, finden sich die Worte: JSSSi tönt vielleicht aus dir ein toter Kornponist." So hat auch Franz Salmhofer -sein musikalisches Eigenleben noch nicht recht gewonnen und muß sich im — durchaus nicht geheimnisvollen — „Trompet-er" allzulange »ln-ter Trominelfeuer und Tronchetensignalen durch - alle möglichen Komponisten — Gustav Mahler allen voran! — hindnrchkämpfen, bis er endlich echte eigene Töne s-in-det und zur höchsten Steigerung der Freude gelangt. flb. ..Da« Sanktmartinlhaur". Erstatlsführung in der Exl-Bührr«. Bor dem Bilde des St. Martin kniet die Äi»»>de Wna und singt. Das. ist. der Auftakt, zum „NachWÄ'. des armen Lebens", also, ein' wenig sentimentaler Li-mon<che zum düsteren Bild des Armwhailses, dessen Insassen ur»8 mit. allen Hx«»» Laster«, Verder'btheite,» »»nd ~ Blorrdheiten gezeigt werden: ein ' verlogener Naturalismus, der aus einer Dosis „Nachtasyl", -einer Dosis „Hannele". »rn-d. einer Prise Hedwig Mal gemischt ist, wobei sich zwei Probleme,, das der Armut und das der Blürdheit, durchkreuze»». Dazu einige literarische. Wären,f hei der Lektüre aufgelesea», ein. paar Provinzialweisheiken, »M bisweilen — das soll nicht Mterschlagen werden — ein FüMzeu Poesie! Verismus m»d Gartenlaube, e»»g uMschl»lygeu. Dieses ungleiche Paar wurde möglich gemacht, durch eine reifes En-