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Wiener Morgenzeitung · 1924-10-09 · Heft 2027 (9.10.1924) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 2027 (9.10.1924)
Date
1924-10-09
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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„umu,.u.u,i,p UMJWPfS Gelle '4 Wir«. Ävunerstag Wiener Morgen-eitung. •■■--■■ — . - •.-' ■1 ... .1.1,.....ul.. - ,. . •■ »4 u ..■" > Mi Iiwy ..•<..... .^r-wi»<-——. 'i ■■' " -:- Ättituch HeKWüMiM Kastens devsteckt; zwei Tage später haöe iic ÖOi»\t das Kind i n der W«sch f ii d> c i m Herde Ser vierte intemAWe NMv wohlkahrtskonsreß. Vorschlag einer internationale» Weltanleihe zur LiM» rung des KindereleüW. Das Programm des zweiten. Sitznngstages war aus Berichten über den Stand der Kinderfürsorge in Rußland, der 11kraine und einzelner Balkan st aatest zusammengesetzt. lieber die Kinderhilfe in Sowjetrußlüvd berichtete Dr. Serge Bagotzky von der ryssischen Gesellschaft vom Roten Kreuz. In'Rußland, hob der Referent hervor, wird vor allem der Mutter- und Kinderschutz als öffentliche Staatsaufgabe, die Mutterschaft aber als soziale Funktion der Frau anfgefaßt. I. Aberson (Genf) schilderte in tristen Farben daS Kinder elend und die Ainderverwahrl o j u n g namentlich in der Ukraine. Er unterbreitete dem Kongreß folgende Entschließung: „Der Weltkrieg, der Bürgerkrieg, Hunger, Typhus, Cholera haben in der Ukraine Zustände geschaffen, unter denen zahllose von Waisen und Kindern, die ohne jede Pflege sind, schwer leiden. Tie schrecklichen Judenpogrome haben diese Mißstände nur noch verschärft. Diese Armee von verwahrlosten Kindern bedeutet eine große soziale Krise, welche für ganz Europa große Gefahren in sich birgt. Es ist Pflicht der internationalen -Organisation der Kinderhilfe, diesen traurigen Zu st an den vollste Aufmerksamkeit zuzuwenden und für geeignete Maßnahmen zum Schutz dieser unglücklichen Kinder vorzusorgcu. Im Laufe der Debatte wurde eine Resolution beantragt, welche konstatiert, daß im Wege der Privathilfe den: Elend der Flüchtlinge und ihrer Kinder nicht abgeholfen werden kann, und welche an die Regierungen aller Länder die Aufforderung richtet, im Wege internationaler Verständigung die Lösung dieser Frage anzustreben. Der Kongreß beauftragt fein permanentes Kann ree, beim Völkerbund und bei den Regierungen Schritte zu unternehmen zur Schafftmg einer Welt an leihe, welche durch das internationale Arbeitsamt mit Unterstützung des Roten Kreuzes und anderer H ilfsorganisationen zur Lösung dieser Frage zu verwenden ist. Mit großer Wärme trat Frau Marianne H a i n i s ch. für diesen Antrag ein. Man unterschätze vielfach die Hilfe des Völkerbunds. Das sei nicht gut. Die Hilfe, welche der Völkerbund Oesterreich geleistet hat, hat uns oufgerichtet und uns neuen Mut gegeben. Die beantragte Resolution wurde hierauf einstimmig angenommen. Die Schlußsitzungen. In der gestrigen Bormittogssitzung wurde über die K i n d erfü r so rg e in Oesterreich Bericht erstattet. An die Berichte der Vertreter des Ministeriums für soziale Vertvaltung (Sektionschef Kars H e l l y und Mimsterialrat Dr. Rudolf Kraßnig. der ein neues Iugendämtergesetz ankündigt) schlossen sich die Ausführungen des Stadtrates Prof. Tandler, der eine Uebersicht über die Wohlfahrtseinrichtungen der Stadt Wien gab. Einen großen Fortschritt wies in der letzten Zeit auch das Verfahren der Stadt Wien als GeneralvormÄndertn sämtlicher unehelicher Kinder auf, die Zahlungsunwilligen Vätern die fälligen Beträge abznnehmen verstand. Bis jetzt wurden im Laufe des Jahres 1924 bei solchen Vätern mehr als zwei Milliarden eingetrieben. Nachmittags fand die feierliche Schlußsitzung im Festsaal der Hofburg statt. In seinem Schlußwort dankte Präsident Werner allen, die sich um das Zustandekommen und Gelingen des Kongresses verdient gemacht hatten, und übergab der Präsidentin der österreichischen Sektion, Frau Marianne Harnisch, das Dokument mit der Genfer Deklaration zur Unterschrift. Er bot sie, weitere Unterschriften zu sammeln. Ser Paragraph 144. Eine stürmische Massenversammlung in der Bottshall«. Gestern abends fand in der Volkshalle eine Mafsensrauenversammlung gegen den § 144 statt. Es hatten sich fast ebenso diel Männer wie Frauen eingefundcn; vor >dem Rathause »wurde eine zwefte von. einigen hundert Personen besuchte Versammln^ abgehalten. Die erste Reserentin, Nationalrätin Adelheid Popp, schilderte die Leiden vieler Frauen infolge des .Festhaltens der Mehrheit^ Parteien an den §§ 144 bis 148. Prof. Dr. Tan dl er warnte unter Widerspruch eines Teiles -der Versammlung vor Radikalismus. Der § 144 dürfe nicht bedingungslos fallen, vielmehr müßten an seine Stelle neue, den Zeitverhälin'issen entsprechende Vorschriften treten. Schon int Interesse der Erhaltung des Proletariats dürfe die wahlloft, willkürliche Fruchtwbtreibung nicht geduldet werden. Während der Rede des Stadtrates Prof. Tandler kam es einigemale zu stürmischen Szenen, als einige Hakenkreuzler Zwischenrufe machten. Sie wurden hinausg-edrängt. Lelbst-eschuLdigung des Mirdesmorbes. Vorgestern stellte sich die 27fahrige Hausgchilfin Barbara Pfanne r, zuletzt im Fr-auenhvspitz in der Peter Iordanstrvße wohnhaft, beim Tarche'sgericht 2 mit der Selbstanzeige, daß sie anfangs Juni in der Wohnung ihrer Schwester von Geburtswehen überrascht worden sei; sie habe in ihren: Schlafraum ein Mädchen zur Welt gbracht, doch habe das neugeborene Kind kein Lebenszeichen von sich gegeben. Sie selbst sei dann einoÄofoi nah Me.. M üe auraewLckL. das Kind In ein v erbrgnnt und die Asche dem Wstbaner nntAgeben. Die Erhebungen beim PolizeikvMmissariat Floridsdorf ergaben, daß rm Hau.se Äber'den Vorfall nichts bekannt geworden sei. Die Pfänner Mächte den Eindruck der Benonrmanheit. Da sie überdies krank und die Möglichkeit einer Totgeburt nicht ausgeschlossen ist, wurde sie mit dem Anträge yuf Untersuchung > ihres Geistesznstanhe'K dsnt Landesgerichte eingelirfert. «ine BrotMMgebuug der Kimckeßtzer. Gegen die Umwandlung von Barietsbühnen in Kinotheaier. Das Präsidiun: des Bundes der Lichtspieltheater berief für Dienstag vormittags eine außerordentliche Generalversammlung ein, deren wesentlichster Programmpunkt eine Protestkundgebung gegen die beabsichtigte Umwandlung von Barietebühnen in Kmotheater war. Präsident Pctzl erstattete ein ausführliches Referat, in welchem er sich in scharfen Worten gegen die Bemühungen ausländischer kapitalistischer Jnteressentengruppen wandte, in Wien Filnre in eigener Aufmachung vorznführen und hiefür Vergnügungsstätten umzugestalten. Das Projekt habe auch schon Schule gemacht, und es verlaute, daß nicht nur das Ronacher- Variete, sondern auch andere Theater nach demselben Wiuster in Kinotheater umgewandelt werden sollen. Es sei wohl der Hoffnung Ausdruck zu geben, daß die Abwehrmaßnahmen des Bundes, welche auch vom Bühnenverem und der Artistenvereinigung unterstützt werden, von Erfolg begleitet sein werden. Die Versammlung genehmigte eine Entschließung, in der ans die drückende wirtschaftliche Lage der Kinobesitzer hmgewiesen und die Forderung erhoben wird, daß die maßgebenden Faktoren gegen die geplanten Projekte Stellung nehmen sollen. , Brot md Mehl. Dienstag hat sich der Vizekanzler Dr. F r a n k gegenüber einer Deputation der Wiener Bäckergeuosienschaft bereit erklärt, dem Vorschläge, Richtlinien für die Kalkulation der Bäckereibetriebe auszugeben, näherzntreteu und eine Relation zwischen Brotpreis und Mehlpreis herzustelleu. Die Einführung dieses Systems wird die Folge haben, daß sich der B r o t p r e i s zeitweilig auch erniedrigen wird. Jedenfalls ist zu erwarten, daß sich im Falle der Zustimrmmg der Regierung zur Erlastüng der Richtlinien und zur Einführung dieses Systems derBrotpreisnichtfofort auf den von den Bäckern errechneten Betrag erhöhen wird, da ja die Kalkulationen der Wirtschaftspolizei und der PreisprüfnngSstelle als Grundlage dienen werden, die bis fetzt eine Erhöhung des Preises nicht für angemessen gehalten haben. Die Einführung dieses Schlüssels, der die obenerwähnte Relation zwischen Brotpreis und Roggenmehlpreis Vorsicht, toMe einen Brotpreis von 8 L 0 0 K r o n e n für die kommende Woche bedingen. In einer gestern chgeh altenett Vorstandssitzung erklärten sich die niederösterreichischen Bäckermeister mit der Wiener Bäckergenossenschaft solidarisch. Wien, 9. Oktober. * Ein Kabeldesett welcher gestern abends im Leitungsnetz des 9. Bezirkes eintrat, drohte den. Betrieb der Druckerei unseres Blattes völlig lahmmilegen. Ten unerimMcheu Bemühungen des Städtischen Elektrizitätswerkes, insbeioudere des Herrn .Ingenieurs Leopold Spalek, gelang eS, durch Umschaltung den Betrieb der Druckerei. der einige Stowen stillgelegt war, wieder in Gang zu bringen und so das Erscheinen unserer Nummer, wenn auch in reduziertem Umfange, zu ermöglichen. Freilich mutzten wir einen Teil des aktuellen Materials zurücklassen und bitten deshalb unsere Leser um Entschuldigung. * Franz Klein — Ehrenbürger von Men. Dienstag vormittags fand im Ratbanse die feierliche Ueberreichnng des Ehreickiirgerdiplmns der Stadt Wien au den ehemaligen Iufthpninifter Franz Klein statt. Da Minister Klein noch etwas leidend ist, war nur ein ganz enger Kreis Rächslftehender geladen. * Ein tödlicher Autounsall. Vorgestern abends wunde der 67jährige Hilfsarbeiter Stephan Krummer in der Smnneringer Hauptstraße von einem Lastenauto niedergestoßen. Er starb im Amtsraume des Polizeikommissariats. * Die Lebensmüde». Gestern mittags hat sich die Hausgehilfin Karo'ttne H. aus unbekannter Ursache durch Lysol zu vergiften versucht. Die Rettungsgesellschlöft brachte sie ins Spttal. — Die Hilssavbeiteriu Aloisia K. versucht« sich gestern wegen häuslicher Zwistigkeiten zu vergiften. — Der 48jährige Kauftriann Michael W. hat sich gastern vormittags in seiner Wohnung aus unbekannter Ursache durch Einatniung von Leuchtgas zu vergiften versucht. Die Rettungsgesellschast brachte ihn ms Spital. — Der Schlosiergehilife Max K. hat sich vorgestern abends wegen FamilienzwWs mit Leuchtgas zu vergiften versucht. Er wurde von der Rcttungsgchclkschaft ins Spital gebracht. * Ein fluchtiger Bankdircktor. Das Amtsgericht in Hof in Bayern verfolgt den am 11. Juli 1891 zu St. Beit a. d. Glan in Kärnten geiboreneu Artur Schwetz wegen Betruges steckbrieflich. Schwetz war zuletzt Direktor der Bah rischen Handels-A.-G. in Hof in Bayern und früher Direktor der Oberftänkischen Diskonto-A.-G. in Hof. Der bisher angemesdete Schaden'beträgt ö 4.0 l) 0 G o l d m a r t. * Ein Arzt verschtvuubs«. Der Amt Dr. Alfred A l tm a n n aus Wimpassing, der seit einigen Monaten in Wien im Hobel Iägechorn wohnte, ist seit dem 11. September von dort verschwunden. * Sinke« der ZuckerPretfe. Rapider als er in den letzten; Monaten gestiegen ist. fällt in den letzten Tagen der Preis des Zuckers^, obwohl die neue Erntekampagne noch begonnen hat. Während noch zu Beginn her vorigen Woche der Klein-! Handelspreis'für Wuvfelpmer zumeist 14.896 K. pro Kilogramm! betragen hat, ist er jetzt m den meisten Geschäften bereits auf 12.4(X) K. gepinken. Die Verbilligung ist aber damit noch nicht i abgeschlossen und man i'ecfytet damit, daß End" dieses Monats der Zucker nur mchr 10.090'K. kosten wird, doch ist ailch eine! noch weitere Berbilligulig mögliche 1 '!}i „Das Zelt", eine illustrierte jüdische Wochenschrift für , Knust, Literatur und Wissenschaft. (Redaktion Eugen Höflich, KmModMon A^tzitekt ^osefHa^n.) Das 6. Lest jjt joegtgt 9. Oktober 1924 ~ÄMEI?tOÄM TAILORST Br üi> er- K och Gest up H. im v.i% «ez„ mmmmb u sä* sü Erstklassige Maß - Schneiderei Kr Herren / Reiche AtMghl in feinenenglischen Stoffen / Elegante AusKhruug / Billige Ppeise ilätze über Arnold Schönberc;, über die Waler Chagall nnd Jgd, über die DiamanJchleif-erei in Amsterdam. Professor Krqnßichreibt über .Hexagramm und Hakenkreuz in der?ynagligc, Fischmann über die Inden in Tunis, Chajim V >ch bringt chassidische Geschichten. Ueberdies Beiträge von Si>:kt0r. Wtt Gawriel, Messing er, Stnrmcmn sowie das TrnAcheldor.Dram-a des arabischen Dichters Domet. Schließlich d.ie Rubrik „Buch, Kunst und Künstler". Verlag nnd RÄgft.iott: % .Wvit, Pim, 1. Bez., Fleischmarkt 1. ' BLLLim, EMräae md BKrßmnAümrmr. H e b r ä is ch tu r s e des Jüd i st ch e n S ch r; l- Vereins. Der AufängerürrS findet jeden Montag .und Donnerstag von 7 bis 8 Uhr abends statt. Beginjl r Donnerstag den 9. d. im Jüdischen Pädagogimn, 1. Bez., HrMgafse 4, Tür 4. Urania: Heute, 5 Uhr (Großer Saal): Die Btzstcigang des Mount Everest. '/»6 Uhr (Kleiner Saal): Schrift^ stellenn Helene G e gen bauer: Siebeichürgen. 1li% Uhr kKlubsaal): Professor Dr. Walter N e n w r r t h: Hugo von Hoffmannsthal. 6 Uhr (KmSsaal)r Dr. Fried! chr e yv o g l: Thomas von Aquino. Vo8 Uhr (Großer Saal) r. MM-r stellerin Alice Sch a l e k: Eine zweifache Durchquerung ton Sumatra. 7S8 Uhr (Kleiner Saal): Kustos Dr. Bruno G r i m s ch i tz: Das Barocknmseum in Wien. %8 Uhv (Khch^ saal): Artur Schnitzler, III. Editha Harnisch: Frqn Pertq Garlan. Leopold ft ädter Bolkshe im, % Bez., ZirftlS- «affe 48. 7 Uhr: Die Philosophie Kants, MenfchenkenMiS, Staatslehre, Göttliche Komödie, Kraft und Bewegung, Blutkreislauf, Englisch H, Chemische Experimente, Notenknrs, Framösische Konversation, Deutsche Litoratrrr, Rechnerische Beyandlling rechnischer Probleme, Englisch Kr Anfänger. Mhne Md Kunst. Aus den Aeoteru« B n r g t h e a t e r. Morgen Freitag. 7 Uhr aäends, „Die Jungfrau v o n O r l e a u 8". A k a d e m i e t h e a t e r. Morgen Freitag, ll& Uhr abends, „Der Schwan". Schönbrunner S ch l o ß t h e a t e r. Atorgen Freitag. 1/aS Uhr abends, „D i e javanische Pupp e"-. S t a a t s o p e r. Heute Donnerstag, 7*8 Uhr abends, „M ab amt Butterfly" mit Frau Ryjdl nnd Henn Piccaver. V o l r s o p e r. Heute Donnerstag „B i g v l e. t t p“. Im Deutschen Volks t h e r t e % tvmöe Kr Sonntag den 12. d.. 7-4 Uhr nachmittags, eine Vorstellung des deutsch-russischen Theaters „Der blaue Vogel" mit einem durchaus auf Lustiakeit gestellten MärcheWogrsmm Kr die Jugend angesetzt. Me Preise' Kr sämtliche Sitzkategorien sind bedeutend ermäßigt. Am Abend desselben Tages, 10 Uhr, verabschieden sich die russischen Künstler, die bis dahin täglich um 10 Uhr in der Nachtvorstellung avftrete». — Dr. Peer hat für das Deutsche Volkstheater vom Giftnschitz-Verlaa John G a l sw o r t h y s neue Komödie »F e n st e xu (Windows), dMch von Leonhard S ch a 1 i r (C. Leonhard), zm deutschen Isranffiihrung erworben. . In den K a m m e r s p i e l e n findet heute Donnerstag, 7 Uhr abends, die deutsche UrauMhnrng des dreiaktigvn Lustspieles „Die G r o ß st ü r st i n und der Z i m merke l l n e r" (st» grande dachesse et la gai^on d’etage) pon Alfted Savoirmit Leypsldme K o n st a n t i n als Grotzfiirftin statt. Theaierausstelkuna der Ratioualbibliot^k, Albertina. 2re Direktion der NatronMibliothek ergreift den Anlaß dielser Arisftellung, um der Oeffentlichkeit eine Spende zur Kenntnis zu «bringen, die dem Institut zwar auf anderem Gebiete gemacht worden ist, in ihrer allgemeinen hohen Wichtigkeit jedoch das Interesse weitester Kreise finden durste. Im Sommer dieses Jahres hat Romain Rolland der NatiouMilblioHek das ganze Manuskript feines Romans „Clerambault" mit folgender Widmung überreicht: „Eiire freundliche Widmung an die Nationalbibliot'hek, die mir als Quelle nnfterlblicher Musik nnd Menschlichkeit teuer ist — auch das Grausamste konnte sie nicht zerstören." Außer diesem Dedikationsblatt enthAt der Titel das so charakteristische „L'un contre tous" nnd die Widmung an die Mutter des Autors, worauf in der engen, überaus eigenartigen Schrift Rollands auf Oktav'blättern der Text des ganzen Buches folgt. Das schöne Manüskrivt nckd die genannten Titelseiten wp'rden wahrend der Dauer der Ausstellung (täglich von 10 bis 2 Uhr, Samstag von 10 bis 5 Uhr) in einem' eigenen Schaltkasten ausgelegt'sein. ‘ Klassische Schwankserie am Raimuttv-Tlteater. Mit der Freitag deit 10. Oktober stattfiubenden Evstaufführung von Alcxarider Bissons „D e r S ch l af w a g c n k o n t r o l l o r" eröffnet das Raimund-Theater eine klassische Schwanks e r i c, die dieses durch die Zote später so vergröberte Genre wieder zu alten Ehren britlgen soll. Die Wahl Der Stücke, die von einem literarhistorrschen Standpunkt aus stattfand, ergibt zugleich einen charakteristischen Qil-erschnitt durch die europäische Schwankliteratur des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Nach dein „SchlMvagenkontrollor" soll Ernst Lauffs „P e n s i o n S ch öh lit“ mit Franz Gl awatsch als Musterbeispiel einesdenychen Schwankes, und Schönchan und Kadelburgs JRamuic Schimek" in der österreichischen Einrichtung mit Dr-. Rudolf Tyrolt zur Atvffirhrung gelangen. Nm einen/typischen englischen Schwank zu zeigen, ist schneßlich „Ehar%eHs ^.antc" mit Karl Forest vorgeschen. ' Dera Schwarz und Richard Tauber singen morgen Freitag abends im Johann-Strauß-Theater, Otto T r e ß l er wird Lieder zur Laute singen, die junge Trudl D u b s k.h tanzt, bk Operette „D o l l y" wird tn erster Besetzung anfgeflihrt nnd die Firma Julius M e i u 1 bewirtet die Besucher mit einer Tasse ihres beliebten Kaffees und einer Kßen Spende, alles zugunsten der Freiwilligen RettungSgesellschaft. Die bösen Buben. Drei alte Ackbareltr-out-inierS nnternchmen den beachtenswerteu Versuch, ans dem Gebiete der Meinduist etwas Neues zu schaffen. Sie werden die Abende mit musikalischen Einaktern ausfiilleu und zwischendurch -u Dritt die Conference zeitparodistischen, musikalisch untermalten Versen, stihre». Dieses Kabarett soll den Zuhörern nach des TaaeS Mühen einen fröhlichen, vergnügten Abend ■ verbürgen. Da die drei Ilntrritehmer, Rudolf R e i n h a r t, Kaiser und Schriftsteller O l l o p versicherten, daß mäßige EinttittSpreisa fest- SR"

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