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Wiener Morgenzeitung · 1924-10-07 · Heft 2026 (7.10.1924) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 2026 (7.10.1924)
Date
1924-10-07
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Seil-? l " Men, DiellMg ob er fih den Fall seiner WM geneigt sei, auf eine Aenderung der in Ungarn herrschenden Verhält« i s se hinznwirkerr. Die ukrainische UniverfiM in Ttanirlan. (Eigcndienst der „Wiener Morgenizettung".) Warschau, 4. Oktober. lieber Beschluß des MinisterrateS soll die ukrainische Universität nicht wie früher geplant in Krakau, sondern in S i a n i s l a u eröffnet werden. Durch diese Entscheidung hofft num, die Ukrainer, die bekanntlich die Errichtung der Universität in L e m b e r g verlangen, umzustimmen. Sas neue Palästina. ' Dir jüdische Einwanderung in VMMa. J-rusalcm, 4. Oktober. (I. T. A.) Am 24. Dezember hier ein neues Zirkular zrrr Regelung der E-iulvauderuug veröfsnulicht worden. Kurt lvrichenr jüdische y. u d iu irte ihre Angehörigen nach Palästina entladen dürfen. Eingeschlossen in diese Verfügung sind jtmge Berwundt-e männlichen Geschlechts Von über K Jahren, die sich für die Landwirtschaft eignen und so zu der Prodnktiv.irär des .Haushaltes beitragen können, solche Personen dürsten auch kamt in Palästina einwandern, wenn im Lande aittere Arbeitskräfte .nt Gebote stehen. Die Kc-n-zssfion bezieht sich zunächst auf alle gewöhnlichen Siedlungen. Mit Ben-g ans Siedlungen kooperativer Gruppen wird bestimmt, das; zum mindesten ein Verwandler für jedes arbeitende Mitglied eingel-aden werden darf. Der rumänische Ministerpräsident-I. Bratianu t|r gestern früh in Begleitung seines Kabinettschefs Vleses und des ihm für die Tauer feines Wiener Aufetrthal'tes beigegebeuen Legationsrates des Bundeskanzleramtes H a u c n s ch i ld auf dem Ostöahuhof eingetrvssen. Zu seiner Begrünung hatten sich im Bahnhof der rumänische Gesandte in Wien Mitilineu mit dem gesantten Personal der Gesandtschaft, ferner Bundesminister für die auswärtigen AnZLlegenheii'LN Dr. Grünberger und der ischecho-slowakische Gesandte Krofta, Pc-llzripräsidsnt Schober, die . Sektionschefs Peter und, Schül l e r,.Gesandter I unke r sowie der österreichische Gesandte in Bukarest Cno bloch eingefunden. In. Vertretung des Bundespräsidenten war Ministerialrat K lastersky, in Vertretung des Bundeskanzlers Settiouschef H o r i c! y zur Begrüßung erschienen. Vormittags besuchte Ministerprä'si'dent Bratianu 'in Begleitung des rumänischen Gesandten Mrtileneu den B u n d e s k a n z l e r, der ihn in Anwesenheit des Bundesministrr's für Aeußeres, Dr. Grünberger, empfing. Die Unterredung, die über eine Stunde dauerte, hatte die allgemeine politische Lage mit Berücksichtigung jener Momente zum Gegenstand, die seit dem Besuch des Bundeskanzlers zutage getreten smd. Es konnte neuerlich festgestellt werden, wie sehr mit Bezug auf die allgemeine Politik, die nichts als d i e Befestigung des allgemeinen Friedens Wiener MvWLvMuüK.?. üB'ofe im 5mit Ziel hat, die.Futareff.'» Rumätliciir und Oester» rcichs iu der gleichem Richtung gelegen sind. Ter Besuch des rumänischen MilüsteLvräsideuten wird sicher dazu beitragen, die gute n Bezr ehnngen zwischen den beiden Ländern zu , festigen und die rasche Bereinigung von auf die beiderseitige Durchführung des Friedensvertrages u Fragen zu Tninksprüche. Mittags wurde der tumänische -WniisterpräfiLirti vom Vttttdesprästdenleu Dr. Harnisch empfangen, d>er ihm -das. goldene Ehrenzeichen der RepnbN Oesterreich aut Bande verlieh. An den Empfang schloß sich ein zu Ehren des rumänischen Ministerpräsidenten vom BimdeHrAsiden-, telt gegebenes Frühstück alt. ' ' Um halb 6 Uhr abends fand im WMsMMramt ein zu Ehren des rumänischen Min-isterprÄsidenten B r atiann vom BundesmiUlster Dr. Grünberger gegebenes Diner statt. Während des Essens hielt Minister für Aeutzeres Dr. Grünberger eine Ansprache, in der ex unter anderem ausführte: „In Abwesenheit des Herrn Bundeskanzlers, dem ein strenges, ärztliches Re- M Lenbou, 6. Oktober. (D evtsen k u r s O Wien 317.000, Prag H9Y4, tlletv-Nork 4,45n/)P, Paus 85,07'/5, Brüssel 92,77% Rom 101, Zürich 23,25'/,.' Madri«) 32,45'/,, Amstrrdanr itjl,496/s, Kovenhageu 25,44Y«, (Sfirtfttaina 3 t,22'/.^, Stockholm 16,75V2, Hclsingsors 1781/4> Berlin 18,75, Athen 255,—, Bukarest 810. Bonbon, 6. Oktober. Effekte nknrse; Oesterreickiische Anleihe 983/4, Tfckechiscke- 'Anleihe M/r. Prager Anleihe 90^/,. Skoda 91'/.,, Bankverein 6,9, Bodenkredit 16,—, Central Mb.mg. 11-Y, General Mining 12,8, Diamonds 17,3, Debeers 11,425, Rio Tinto *33r,/s, Royal Dutch 273/*, Shell 37s. Paris. 6. Oktober. (Radio.) Effektenschlußkurse: Banane de France —. Pragobanka 400,—, Credit Lyonais 16,20, Suez 15,400, Platine 823, Dabrowa 658, Banque Ottomane 836, Central Mining 9,92, 3iio Tinto 2874, Le Navhte, russe 390, Succeried Egypte 1075, Cautschoucs fin 157, Chartere!) 51,75, Debeers ordin. 1099,—, Goldfields 84,25. HnauchakaS 380,—, Jägers Fontain 249, Ntalacca ordin. 152,50, Maltzoff 452,—, Mexico« Eagle 97,25, Padanq 405, Rand fontain 82.50, Randmine 243, Silva plana 155, Tanganyika 163.50, Tubice soie 659-, Utah Copper 1480, Shell 333.—, Royal Dutch 23,650, Burmali —. Bakou —,—. Paris, 6. Oktober. Wechselkurse: Lmrdon 85.04, New-Aork 19,02, Belgien 91,70, Holland 738, Italien 82,10, Warschau 3,67, Prag 57,20, Bukarest 10,05, Belgrad —, Schweiz 364,75, Wien 26,67. ' Aew-Pvrk, 6. Oktober. Effektenbörse. Atchinsou 107, Baltimore 62Canadian Pacific 148, Cheasepeacke 84.50, Eari 28,50, Greath Northern 62*/*, Milwaukee 12,50, Northern, Pacific 63,—, Union Pacific 138,—, United Steels 108,—, Royal Dutch 413/8, Southern Pacific 933/*. Lew-BorK» 6. Oktober. (Radio.) D e Visenschlußkurse: Taggeld 21/* bis 2*/* %, Wechsel auf London 4,4572, 60-Tage-Wechsel 4,42--/,, Paris 5,27, Amsterdam 38,79, Prag SM-/,, Berlin MV-., Mlbxr 70< , AMERICAN TAILORS Brüder Koch Ges. m. b. H. 8.Bez.,MariaMerftraße17 ZÄttÄ Erstklassige Maß - Schneiderei für Herren / Reiche Auswahl in feinen englischen Stoffen / Elegante Ausführung / Billige Preise gime zu seinem größten Bedauern verbietet, (w., diese, Tafel zu erscheinen'/Mt' mir die Ehre KÜ, Sie zu lbewill« kam innen und Ihnen zu. sagen, wie sehr uns Ihr Besuch mit aufrichtiger Freude erfüllt. Nach dem warinen und glänzenden Empfang,, den Sie uns in Ihrer schönen Hauptstadt im vergatlgenen Februar bereitet haben/ war es' für uns ein sehnlicher Wunsch, Sie bei uns zu sehen und bei dieser'Gelegenheit nicht nur unserer Dankbarkeit für den Empfang, sondern auch unserer lebhaften Sy mpathie für Rumänien und de'n herborragenden Staatsmann Ausdruck zu geben, in dessen" Händen die rnnMische Politik ruht. Die Bemühungen dieser Politik der rumänischen Reg iern ng ha bei: dieselben Ziele i m A uge, welche di e Politik der österreichische» Negierung crreichen will, dcil inneren Wiederaufbau und die ä k o n o nl is ch e und finanzielle E u t \v t cH u n g des Landes. Diese beiden Werke bou höchster Wichtigkeit weisen, so verschiedenartig auch die Natur der Ausgaben und die hanpLsächlichsten Probleme sein mögen, doch e>^ gerne!n- .sames Merkmal auf: Sie sind ans das inrrigste mit der A nfrcchter h a l L u n g des Friede'.! s v e rk rküp f t. In dieser Gleichheit der Ziele und der Wirkungen unserer beiderfeiiigen Politik und in dicstr Gietcbförmiakeit unserer'Friedensinteressett erblicke ick die W-t'.rzc!. jener F r e n n d s cha f t, die . Mck-licherweise zwstchen Misereu beiden Staaten bereits besteht, und die nr pflegen eine unserer vornehmsten AuM-ben ist." Ministerpräfi'dent B r a t i a n u evwiderle w.Wcx anderem: ' ' „Ter Besuch, den Sic, Herr Minister, und der Herr Bundeskanzler, au dessen Gesundheit wir alle das höchste Interesse nehme!'., in Bukarest gemacht haben, gab uns die Gelegenheist Ihnen die Gefühle der Freu n d- 1 chaft des r u rn ä n i f ch e n BoH e ß und der rumänischen Regierung zum Ausdruck zu bringen. Ich fühle -mich glücklich, in Ihrer' wunderschönen -HanWadt n-euertich unsere Freundfchastsgenlhlc für die Republik und ihre Negierung ausdrücken zn lassen. Ter die Politik nmserer Länder führende und beherrschende Wunsch, den Frieden zu sichern und zu befestigen, schafft ein aufrichtiges n n d d a u e r n des Einvernehmen zwischen unseren beiden Staaken. Durch den Frieden nn-d die durch ihn gewährte fruchtbringende Arbeit wünschen wir, an der oberen und an der -nnteren Donau eine neue Aera der Wohlfahrt unserer Völker und des Fortschrittes der europäischen Zivilisation zu begründen. Ein Einvernehmen, das auf solchen Grnndlagm errichtet ist, kann in keiner Weife beeinträchtigt und gestört werden, und wir werden uns bemühen, die frenndfchaftUchen GezieHungen, die zwischen unseren beiden Landern bestehen, noch weiter en entw ickeln." 'Um halb' 10 Uhr abends fand inr BnndeskanKleramt ein vom BundeskanAev Dr. Sei p e l gegebener Empfang statt, zu dem waren Zahlreiche Mitglieder des diplomatischen Korps, des National- und des Bundcsrales, die Minister, Vertreter der Wissenschaft, der Presse und des Wirtschaftslebens sowie eine Reihe höherer Funktionäre der Ministerien erschienen. schreibt den wunÄewollen Dialog über die Liebe, aber keine Ueberlieferung tut uns kund, daß er je zum schönen Geschlecht rn em näheres Verhältnis getreten lväre. Er ist wie ein Kritiker,'der ein Dwma analhsteren, aber keines sslbst schreiben kann. Ter Versuch ist demnach vollkommen verfehlt, die wirkenden Triebfedern, die den Amsterdamer jungen Rabbi in die Arme der Philosophie getrieben, in der Liebe zu suchen. Dieses Verfahren ist vor allem uit* spinozistifch, indem es, une ingedenk eines bekannten Lehrsatzes Spinozas, von zwei Dingen, die nichts miteinander zu tun haben/das eine als die Ursache des anderen hinstellt. Es ist grundfalsch, die Sache so darzüstellen, als wäre der .Kopf Spinozas aus dessen Herzen hevvorgegangen. Diesen Trugschluß hat übrigens der Auevbachsche Roman mit allen späteren Spinoza-Ronlanen gemein. Alle suchen sie, bau Denker int Menschen und dem Menschen im Denker Spinoza gerecht zn werden und schlvanken zwischen beiden, ohne das Bindeglied zu entdecken, die Einheit herznstellen, das Zugleichsein Nachweisen zn können. Um es mr; und in der Sprache Spinozas zu sagen: Sie finden das 'Attribut nicht, das die Wesenheit dieser gelvaltigen Persönlichkeit ausdrückt. Reiseerinnerungen von Bruno Nabinowitz. s;n einem im Jahre 1810 in Rio de Janeiro erschienenen L'üch, betitelt „Die Entdeckung Brasiliens", von einem gewü'stn Barnhagen, das ich in der Umversitätsböbliothek. von Rio zu Gesicht bekam, fiel mir die folgende Stelle auf: „Was kaum zur Kenntnis des Volkes gelangt sein dürfte, ist folgende Tatsache, daß sich unter den Entdeckern Brasiliens, wie der Kapitän des Schiffes, Nicolao Eoelho, ^richtete, ein Dolmetsch — hauptisächstch für die afrikanischen Sprachen — befand, namens Gafpar da Gama. Er war ein Inder genannt, in Wirklichkeit ein aus Posen, dainals Polen, stammender Jttde, ein Renegat, den Vasco da Gama in Kalkutta kennen gelernt mtb noch Portugal gebracht hatte, nachdem er ihn der nouchristlichen Kirche zugeführt." Dieses Detail, das im allgemeinen bisher nicht bokannt sein dürfte, ist natürlich nur ein Kurivfum, denn in Wirklichkeit ist Brasilien, respektive Südamerika, erst seit etwa 50 bis 60 Jahren das Ziel einer großen AitZahl auswanderungSlästiger Juden. Im April 1913 führ ich mit einem deutschen Dampfer von Hamburg mch. Brasilien. In der ersten Masse galb es feWstvevstäMich viele Juden, die nach Südamerika steuerten. Da galb es Hambur-ger Exporteure» die mit ufigcheuren Musterkoffern, die Industrie ganz Miitelenvüpas enthaltend, gleichsam jahrmarktwevse. ins überseeische Twpenlauk» führen; 'belgische, jüdische Diamantenhändler, die in die großen Städte und zu den reichen Guts- und Plantagenbesitzern glitzernden Schmuck gegen gleißendes Gold führten; Mische Künstler, die deuffche Operetten und Divas exportierten, beDes schr gefuchw AvtÄel; junge Mische Wissenschaftler, die in höherem Auftrag bestimmte noch ungelöste Rätsel des noch unerforschten Brasiliens lösen sollten. Argentinisch-Mische Kaufleute, die in ihren jährlichen Europabeifuchen heimkehrten. Doch die Mehrzahl der jüdifcheit Pafsaigiere ftchr Zwischendeck in eine ungewisse Zukunft. Sie hockten auf ihren Bündeln und, wenn am Abend unter tropischem Hmdmel der taghelle Moick die schönste Beleuchtung des Zwischendecks wurde, wenn die übermütige TantznmsÄ.des Decks verjüngen lvar, da konnte man von den armen, geplagten Menschen-heWerreißewde Melodien hören, aus denen die Erinnerung an erlittenes Unlbillitrfb die Ungewißheit der kommenden Tage herausklang. Mein erstes Ziel war R io. In den ersten Wochenmeines Aufenthaltes in dieser schönsten Stadt der Welt suchte, ich mit dem — Zionisten Rias zusammenzukommen. Es war ein ga'lizischer, junger Mann, dessen Schwester einen brasMianiischen Juden geheiratet hatte. Er tvar ein begeisterter Zionist, über vom Judentum dieser Stadt und des Landes' wußte er nicht viel. Mühsam, wie im Urwald, der übrigens in der nächsten Umgebung dieser automöbilstrotzeiÄ>en Millioirenstadt zu scheu war, mußte ich mir den Weg zurr Judentum, zunr wahren Judentum dieser Stadt bahnen. Da ging ich einas LcogeS an einer Möbelvevleihanstalt vorbei, die ihr Haus „Eafr Sion" nannte urtd ein großes Magen David aufgemalt hatte. Ich » trat ein» fvug nach dem Herrn, und füüf Minuten später hatte ich den zweiten Zionisten. Auf dem hcheu Berg, auf dem das Hotel stand, in dem ich wähnte, kanren zeitweise Hausierer, die ihre Waren auf Abzahlung verkauften, wobei die Anzahlungoft bereits den Einkaufspreis geeckt hatte. Ein kurzes Gespräch * mit einem jungen Hausierer, der unter der Last des Bündels- und der glucheißen Sonne fast zusammMMbrechen schien — der dritte Zionist war erobert. Bevor ich aber diesen meinen Eroberungszüg iu zionistischer Avbeit zu beschreiben fortsetze, muß ich bei einem traurigen jüdischen 'Kapitel -Südamerikas verweilen. Große ■ Straßenzirge der Altstadt sind leider „Judeiwiertel". Traurige, - sittlich verfallene Hütten, erfüllt mit hunderten verkaufter jii* bischer Menschen, die scheinbar das Monopol für ihren Beruf besitzen. Sie wahnen mitten im lebhaftesten GeischäsiSviertel und ihre Sprache ist j Ld isch, ihre Licker die schönsten GHcttoweiise.n l Sie sind aus den wchchaft jiLdbschen Gotteshäusern verwieisen worden, wohin es sie an den hohen Feiertagen zog, und halben eigene Tempel geschaffen. Das ist bitterste, traurigste Wahrheit. Tragisch ist auch, daß der Brasilianer diese Inden Ebr ros zum Unterschved von Judeos, die'Bezeichmng für die anstlinldtgen Jüden, nennt. Nach dieser Episode, die sich übrigens auch in Argentinien wiederholte. Drück zu den anderen Juden. Nach eimgcn Monaten halten wir einen Verein ,Iilphcrret Zwn" mit hebräischer VechaM-ungssprache; mitten im Sommer: eine prachtvolle Maköabäerfeier. Am Schlüsse derselben wurden ans : meine Jmtiatiive die ersten Mi-lreis für den Keren Kajemeth gesammelt. Es war HM 12 Uhr nachts, als die echebende Feier zu Ende war. Da stürzte ein jurvger Mann in den Saal, legitimierte sich als ein aus Nordamerika kommender Poale-Zjionist, forderte einen Disp-ut, den ich zu führen beauftragt werde. Inmitten des Saales saßen wir decke. Um ans alle Gäste, die spannend den Ausemcnrderfetzungen folgen. Es lyar z w e r U h r n a ch t 8, als wir zu Ende waren. Diese Zionisten sahen in Kionistischer Avbeit so ei»r herrliches Muß, so eine verdammte, alles überragende Schuldigkeit, daß ein Wckevspvuch einem Frevel gleichkam. Mit der Zeit gewannen wir dmtische Juden und auch einheimische Portugiesische, die sich endlich zu ernennen gäben. ■> ' * Einige Worte über die Versuche der geschlossenen ftiddschen Kolonisativn in Brasilian. DereinzÄte deutsche 'Jiudm haben schon vor vielen Jähpzchnten unter deutscher Flagg« die brasilianiischen Wälder und Sümpfe urbar gevvacht. In Brasilien hat s-eit scher ein Komitee zur Derteibnrng des - Bodens unter das Volk bestanden. Kein Land der Welt kann damit so freigebig ssm, Leben doch auf einem Territorium, das so groß.wie ganz Europa ist, kaum 10 Millionen Menschen. Nun s'y hat das erwähnte Konritee im südlichen, klimatisch verhältnismWg günstig gelegenen Staate Rio Grande do Säl Boden für geschlossene jüdische Siedlungen zur Derffigung gestellt. Ein offizieller Bericht teilte dariilber folgendes mit: Im Jahre 1904 sing die Mische Kolonisation Brasiliens an. Eine Gruppe von 30 avgenkinisch-jüdischeu FMilien gründete im ^Bezirke Santa Maria im Staate Rio Grande do Sal — das ist ein Bund eÄtaai DvaMens — diz Kolonie Rbilipck^n.. »«d

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