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Wiener Morgenzeitung · 1924-10-05 · Heft 2024 (5.10.1924) · p. Seite 12

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 2024 (5.10.1924)
Date
1924-10-05
Page
Seite 12 (sequence 12)
Language
German
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i ij [iui,i^j,.niiiij.M^jipsgpapppgBS^piqgBiqga^BiPPj^ppiljp ’ &m ts Men, SonnkaK Wiener Morsenzeltungc. s. omtt im Nr. 2024 l aut Stücke liegt; mehr -an der Kvustrutlwil der Bühne jcibft, | Wc all das, was der illusiousbodürftigL Zuschauer vom Theater erwartet, Farbe, Dekoration, Täuschung in weitestem Sinuc, vergewaltigt. Und noch eines: Gerade die durch den Apparat -«Kvmrgene Jlbusionsarmut bringt die Gefahr m-it sich, Dilcttauten zu züchten, die sich den: Zlbstrakten z-moeirden, da ihnen dos lebendige Lhea-terblm Mt. Das Unternehmen-, ein ii«; sängerstück ans einer Experimentierbichne zu spielen, war kühn, We Mrkung Miespättig. Renata-M vrdo hatte sich -für dies-es Mentener tapfer ,ins Zeug gelegt. Schm ö le, Kl i t jch und Frau G ntm an n zanberten ein Heims Kammerspiel. o. r. A«r de« Anttrr«. Burgtheater. Morgen, 7 Uhr abeudr, e r Bersch w e n d e r". Dienstag „I « l i u s C L s a r". Akademietheater. Morgen, VsS Uhr abends, i e Frau von vierzig Jahren". Dienstag, Ab Uhr aLe»d3, „Jolandas letztesAbentener". Schönbrunner SchloßLheater. Morgen, V,8 Uhr abends, „Der Widerspenstigen Zähmung". Dienstag, V-8 Wr abends, „Die Mau §". V o l k S o p e r. Heute nachmittags„D erEvangeli- «an n". MendS „Die Fledermaus". Morgen „ll » Traviatii*, In den K a m wer spielen findet Donnerstag den tz. 7 Uhr abends, die deutsche Uraufführung des dreiakttgen Lastspiels „Di e Großfürstin und der Zimmerkellner" (Da grande duchesse et le nreon d’etage) von Alfred Savoir, statt. Die Titelrollen spielen Leopoldine Konstantin «d Oskar Karlweis. Im Rarmrrrrd-Theater wird als nächste Rsvttat für Freiiag den 10. d. BisionS Schwank „Der Schlafvageukontrollor" vorbereitet.' Die Spielleitang hat Rmato Mordo. Theater in der Iofefstadt. Heute, SUhr adends, ,JS> a S A p o si ei f o i e l". Rorgen, ya8 Uhr abends, „P r otheros Hilfe". Dienstag, v,8 Uhr abeudS, „Der Myrtenkranz". Mittwoch, */,8 Uhr abends, „Diener zweier Herren". DonnerSta-. '/,8 Uhr abends, „Proch e r o S H i l f e". Freitaa, 8 Uhr ÄendS. „D a S A p o st e U f piel". Samstag, 8 Uhr abends, „D er M y r t e n k r a u z". Im Johann-Strauß-Theater wird Bera Schwarz anläßlich der zugunsten der Wiener Freiwilligen NettnngHgesellschaft am Freitag den 10. d. um 7 Uhr abends stattfindenden Festvorstellnng der Operette „Dolly" zusammen mit Kammersänger Richard T a u b e r ein Duett aus dem „Zigeunerbaron" mch fodmm eine Arie fingen bei der Kammersänger Tauber als Dirigent des Orchesters fungieren wird. Kammersänger Tauber wird ein eigener für ihn geschriebenes, neues Chanson von Ralph Beuatzw, Bnrgschcmfpieler Otto T t t ß l e t Lieder zur Laute fingen. GMa W e r - e z i r k, unserem Zeichner Josef Pan zulächelnd. Ernst Toller vertont. Paul Schramm hat «ns Ernst Zoll ers „Schwälbenbuch" elf ^dichte für Bariion und Orchester vertont. Die Uraufführung-findet in Potsdam im -Rahmen der Konzerte der Phrlharmonnchon Gesellschaft statt. -De» Solopart hat der bekannte Bariton Milhelm G n t t m a u n Mernommrn. Wahl des ersten Rektors mid Prorektors au der neugefchafftnen Hochschule für Musik mrd darstellende Kunst. Das -Professorenkollegium der Akademie für Musik und darstellende Kunst hm in seiner Sitzung dom 4. d. den ordentlichen Professor Hosrat Dr. Marx zum Rektor und den ordentlichen Pro- Wor Hosrat Gustav Ge-ir-inger zuni Prorektor getvahlt. Dr. Josef Marx, am 11. Mai 1882 in Graz Äs Sohn -eines .Arztes geboren betrieb musikw i ssenschastli che Studien an der Grazer Universität und promovierte mit einer musikpsycho- » Arbeit. Sein Ruf als Tondichter (Lieder, Stücke für uarteft. ^Trio-Phantasie G-Moll, Violinsolo A-Dur, Scherzo, §klabierstücke, Lieder mit Orchester, Chor mit Orchester ^HeMchor an Pan"), den er sich schon in jungen Jahren erwarb, führte rm Jahre 1913 zu seiner Berufung als Professor ij-fit Musiktheorie an die Akademie für Musik und darstellende 'Kunst in Wim. Neben seiner erfolgreichen Lehrtätigkeit schuf er eine Reihe von Werken, -darunter ein „Romantisches Klavierkonzert" und „Eine Herbstsynlphonie". Hofrat Dr. Gustav Gei ringer, am 16. Mai 1866 in Men geboren, -ist der Senior des Lehrkörpers und wirkt seit 1900 an der Akademie. Für die „Lutjtrdung" der Theaterspielplanes. Die ,-Su- 4sete>ndeutiHe Tageszeitung", das berüchtigte Prager Haken« ckveuzlerblatt, beschäftigt sich in ihrer Nummer vom 19. Scheringmit dem Spielplan des Reuen Deutschen Theaters in DOROTHEUM Versteigerungs-Einteilung "££ Pretiosen tLgl'Oli; jeden Oi Silber u. Chinasilber; jeden fl Brillanten* und Pertonsohm uok im Franz-Saal. Ve-fallene FfandpoatonPitottosen des Spar* und Vor9chussvereütes ..laniUtraste“, Wien, I. Wollzelle 27, am 9. Oktober im Franz-Saal. Verfallene Prot lose npfaiuipwtsn des Spar- und Vorsehussvereiiies „Lendstranss“, Wiea.lH., Hintzeistrasse 2, am 10. Oktober im Franz-Saal. flebrauehspegwatände IBglloh im Ludwigstoiff-, Rössier- und Koloirrat-Saal; Jeden 01 sohBse Wä.ohs, Kleider, Anzüge, Sief» Pelze. Perserteppiche, Fahrrldsr und Nähmesoblnen; Jeden Hi Photsapparate, Mikroskope, Reisszeuge, Operngläser, Tnüder und Sohrwb* masohlnsa Im Ludwigstorff-Saal. iedsi Dl e.Fr: Bfibel, Beleuchtungskörper, Bilder, Hausgeräte, Dauerbrandöfen ln Blashef. jeden Do sohünse Hob Har, Per« sertappiobe, Luster, Klaviere, Harmonium, Brenzen, QastKIdt, Porzellan KaminverktetdUBgfn im Franz-Josef-äaal. jeden 01 und Ft: Kunetgewerbe. Gemälde, Stiche, Antlguititee, Perserteppiclie im Hoeh-Saal. Brisflnorkanauktlonsa Di, den 14. und jeden Fr itn Vers elgerungssasl, V>. Hariabllferatrasta 73. Grosse Brlsftnarkenvei-ttelgereng anlässlich des ftOjähngen Bestandes der Firma Cdaard Helm & Co. 'Mo, den 6. bis Mi. (len 9. Oktober, vorm, von 10 Uhr an und naehtn. von 3 Uhr an im Kunstauhtionssaal des Dorotheums B oherauktionen, jeden Do bis Sa im Ealngtr-Swl. Jandwaffsn, Oeweihe, 8ort- «utrOtuniss, Fahl rüder, Reit- und Satteizeuge, Uniformen nnd Pelze, Fr, den 10 Oktober im Ludwigetorff«Saal. Technische Auktlo <en: jeden Mi; Maschinen, Werkzeuge. Motore, Armaturen, Brückenwage, Altmaterial u. dgl im Versteigerungseaal, VIII. Fel gasse 6. Aaseererdeetllobe Asktien: Schönes Mobiliar, Perserieppiche, Bronzen, Silberbestechkassdtten, reichhaltige Bibliothek (zirka 8000 Bände) u.v a. Batlehttgung: Fr, den 17.bis Dl, den 21. Oktober von S bis */z<i Uhr im Vereteigernngesnal Haroarets«, V. Streb« haohgaSM 8. Versteigerung Mi, den 2a. bis Sa, den 25. Oktober. VORANZEIGE t Ende Oktober 1924: Brette Senderauktion Im Franz-ietef-Saal. Hocbwerdget, gediegenes Mobiliar, Perserteppiche, Karantaniec, Gemälde, Kunstgewerbe. Ti|Ucil an Werktagen SdmMiH|M TKH Ihr l jisi in Versteigerungen (w tttMs nhns nimM) i«3Uhr Näheres in den „Mitteilungen“ und „Nachrichtenblättern“. Die Versatzanstalt des Dorothevns gewahrt Darlehen in Jeder Höhe I auf Juwelen, Gold. Silber, Kunstgegenstinde, Automobile, Bücher, Briefmarken, tecnnische Artikd und Oegenttände aller Ar*. Prag. Bon den 26 Schriftstellern, deren Wevke in der konimerchen Saison daselbst zur AuMhrung gelangen, seien 11 Inden. 10 Franzosen, der Rest Engländer, Italiener und andere Nichtdeutsche; als deutsch gelten chr bloß 5 Autocen. Daß das Blatt mit der deutschen Sprache aus Kriegsfuß stcht, ersieht man, wenn man nur einen flüchtigen Blick in den Text wirft. Die Sorgfalt ober, mit der die Statistik aufgestellt worden ist, möge an einigen Beispielen demonstriert werden. Der Ungar Azertis ist ein Italiener gswovdm, wahvschemlich aus echmologischeu Gründen, der Ire Bernhard Shaw gchdrt schon wegen seiner aufrechten Gesinnung der swdischen Rotte Korah an und der blonde Dichter Alfted Henschke, der unter seinem Dichternamen Klabund in weiten Kreisen bekannt ist. ist als Ueberseher östlicher Literatur selbstverständlich ein Jude. Schade, daß der Spielplan des ° Neuen Deutschen Theaters in Prag ein so begrenzter ist; die „Sudetendeutsche Tageszeitung" käme zu noch interessanteren Feststellungen. Serichtssaal. Adalbert Sternbetg und 6»r Fadriklnd. Ohrfeigen vor dem Sacher. Bemr StuvGezirksgericht 1 fand gestern vor diemr Landesgevichtsrat Dr. Krammer die Fortsetzung der Dechandlung Wer die Chvenbebelidigunigsklarge statt, welche der chemoLiige Graf Adalbert Sternb-erg gegen den Präsidenten des Qöstervvichtzschen JockeNnbs Karl EMll (Fürst) Fürftenberg angestrengt hat. Nach der von Dr. Ginil Levitus vertretenen Klage soll der BeschuWgte rm Zusammenhänge mit der bekannten Affäre Sternberg-Herbevstem als Präsident des JockMubs am 2. JMii im KlnÄokcvl eine feierliche Ertlärnng des Inhalts abgegeben haben, daß Sternbvrg Herrn Herberstoin vor dem Hotel Sacher von rückwärts angegriiffen und geschlagen habe. In diesem Borwurf, der nach JnhM der Klage den Tatsachen nicht entspricht, erblickt der Kläger 'den Voriwurf eiiner lchrenrührrgen Handlungsweise. Weiter habe Fürsten'berg im JockeMiöb eine Erklärung des Inhalts affichieren lassen, daß jeder aus dem JvcköMub ausgeschlossen werde, der mit Starnberg verkchve. In der ersten im IM über die Klage Sternbergs durchgchnhrten BechaMung hatte der damalige Verteidiger des beschBdigten Fürstenberg, Dr. Rudolf Proksch, Zur Verantwortung seines Klienten im tveserMchen angeführt, daß Fürstenberg die inkviminierte AmßeMNg .betreffend den U-chersall auf Hetberstem auf GMnd der Aussage eines Gewährsmannes und der Angaben des Herberstein selbst getan habe. Weiter hatte Dr. Proksch erklärt, daß sein Ment die Vevantwovtunig für die inkrimiwierte Kundmachung, die objektiv Äim GhvrnbM>i!digung nicht beinhalte, übernehme. In der Zwischenzeit hat der Beschulldvgte einen ausführlichen Schriftsatz bei Gericht überreichen lassen, in welchean er.in Führung des Wahrheitsbeweises aine Reihe von Beweisanträgen stellt und sich ans frühere Affären Sternbergs. beruft. Der Böschuld-igte Fürstenberg ist gestern persönlich erschienen. Ms Verteidiger intervenierten Dr. Proksch und Dr. Leopold Katz. Ms Vertreter des gleichfalls persönlich erschienenen Klä-. gers interveniert Dr. L-öcktus. Stiernbevg betonte, daß Herberstem nicht, wie -es seine Wicht gewesen wäre, ihn wegen des Uebechalles bei Gericht geKagt, sonde-M zu seinem Freund dem Präsidenten Schober gegangen sei nnd daß sich dann Mvstenberg als Präsident des JockeAubs zum obersten Richter in dieser Sache aufgespielt habe. Katz erwLerte, daß: keineswegs Herbevstoin einen Rachefeidzug gegen Sternbevg vingeleitet und daß auch nicht dessen Urteil die Grundlage des Ausschlusses Sternbergs aus dem. JockMub war. Sternberg erklärte schließlich, daß er die vorliegende Klage nicht oingckracht habe, um «ine Verurteilung des Füvstenbcivg herbeiizusühveu, daß es ihmr lediglich darum zu tun sei, alle gegen ihn erhobenen Beschu-ldigungen zu widerlagen und darzutun, daß die gegen ihn erhobenen Vorwürfe grundlos saivn. Wemt daher der Richter in der vorliegenden Klage einen Wahrheitsbeweis nicht Anlassen würde, und wenn die vorliogenide Klage nrit der ausgedehnten. Klage betreffend die Beschuldigungen rm Schriftsatz zum Wahrhöitsbeweis nicht eiichoitlich durchgeführt würden, würde er' geswungen fein, die vorliegende Klage znrückKichen und lediglich die ausgedehnte Klage aiuisrecht zu erhalten. Der Richter verkündete den B e s ch l u ß, brrüglich der ursprünglichen Klage alle weiteren Beweisanträge ab zu lehnen und das BMeisverfahren zu schließen. Dr. Schönbrunn erklärte Mn unter Hrnwvis auf die Ausfühmngen seines Klienten Sternberg, daß er den S t r a fantrag in der vorliegeu-den Klage Zirrnckziehe. Der Richter veMudete s-odann den Freispruch des Beschuldigten und erklärte, daß über die ausgedehnte Klage ixt kürzester Zeit nach' Einlangen der Beweisanträge von beiden Parteien die Bechandlung ausgeschrieben werden wird. Der Verführer einer Fünfzehnjährigen. Ein 25jähriger brünetter Bursche, der Installateur Franz Jirges, stand gestern vor Gericht. Z« Ostern dieses Jahres hat Jirges an seiner Arbeitsstelle das 15jährige Fabriksmädchen Stephanie W. kmnen gelernt -und mit ihr ein Verhältnis begonnen. Die Mutter des Mädchens war natürlich sehr gegen diese frühzeitige Bekanntschaft. Der Einfluß des Jirges aus das Mädchen war aber sehr bedeutend. Ganz für sich hat er sie dann durch folgendes merkwürdige Schriftstück gewonnen. Es war ein mit Bleistift geschriebener Zettel, auf dem rechts oben stand: „Gegeben am 29. Juni 1934." Der Inhalt lautete: ,verpflichte mich hiermit, -das werte Fräulein Stephanie W. zu ehelichen. Sollte ich mich weigern, so steht dem werten Fräulein der gerichtliche Weg zur Vevsiigun-g. Dies beftaii-ge ich mit meiner eigenhändigen Unterschrift. Achtungsvoll Franz Jirges." Ms Zeugin mußte sich das Mädchen selbst unterfertigen. Am 15. Juli schickte die Mutter das Mädchen mlt einem Rucksack um 100.000 K. Mehl einkanfen Jirges überredete die St-etffi, bei ihm zu bleiben und diktierte ihr. einen ihre Eltern i-rreif-ührenden Mschiedsbries. Die beiden wander-ten nun zu Fuß durch Mederösterröich und kmnen nach GuntraniSdorf, wo das Mädchen ihren Onkel ausiuchte. Dieser war bereits von dem Streich seiner Nichte verständigt und ließ sie zu chren Ettern zurückbringen. Jirges, der bereits wogen eines Sittlichkettsattentats an einem zehnjährigen Atädchen abgestr-aft ist und ein 20jähriges Mädchen, mit dem er ein Liebesverhältnis unterhalten hotte, materiell schwer geschäÄgt hat, wurde der Entführung schuldig erkannt und zu sieben Monaten schweren Kerkers verurteilt. In den übrigen Punkten der Anklage wurde er freigesproche'. Die Cousine aus der Mensa academie«. In fortgesetzter Verhandlung hatte sich gestern daS Zivrllandesals Rekurs» gericht mit einer Klage des M-agistratsbeamten Josef Joachim Mayer gegen die jetzt verheiratete Rosa Fuchshnber auf Abgabe einer Erklärung, daß nicht sie, sondern er der Haupt» mreter der jetzt von ihr und ihreni Gatten- -bewohnten Wohnung sei, zu befassen. Der Klager Halle ange-ge'ben, er hübe vor längerer Zeit als damaliger Bemnter der polnischen Gesandtschast in Wien eine Dienstreise nach Polen an-getreten, fei aber an der Grenze unter dem merkwürdigen Verdacht der Spionage" verhaftet und volle anderthalb Jahre in Warschau in. Untersuchungshaft gehalten worden-, bis sich herausstellte, daß der Spionagevevdacht völlig unbegründet war. Diese Zeit seiner Abwesenheit aus Wien habe die Geklagte dazu benützt, die Wohnung aus chren Namen als der Hauptmieterm umschreiben zu lassen, so daß er, als er aus der Gefan-genschast nach Wien zurückkehrte, keine Wohnung mehr hatte. Demgegenüber -erklärt« die Geklagte, sie halbe die Umschreibung im Aufträge des Klägers vorgenommen. Sein diesbezügliches Schreiben aus Warschau könne sie nicht vorweisen, weil der Kläger ihr die ganze Korrespondenz unter dem Vorwand herausgelockt habe, er brauche sie zu einer Schadenersatzklage gegen die polnische Regierung wegen der unbegründeten Untersuchungshaft. Das Bezirksgericht Margareten wies die Klage ab, weil das Wohnungsamt nicht ohne Grund die Umschreibung der Wohnung bewilligt haben kömre. Bei der heute vor dem Zittiüandesgericht unter Vorsitz des Hofrates Dr. Handel fortgesetzten Verhandlung über die Berufung des Klägers blieb die Geklagte bei ihren Angaben und klärte die Umfchr-oibungsbewilligung des Klägers und die Schenkung der Möbel -damit auf, daß sie die Geliebte des Klägers gewesen sei. Dies bestritt der hieraus vern-oinmenc Kläger entschieden. Die Geklagte sei früher Bedienerin m der Mensa academica goweseu und er habe sie auf Em-Pfchlwng eines Kollegen, dessen Cousine sie sei, ausgenommen, und zwar auch narr als B-odienorin. — Ein Votant: Dem widerspricht aber der.zärtliche To-n einiger Ihrer Briefe, die hier vorliegen. Dariusi-er befindet sich sogar ein Gedicht. So schreibt man doch nicht an eine Bedienerin. — Geklagtenvertr-eter: Und eine Bedienerin läßt man -doch nicht am Teetisch.im Kollegenkreise teilnehmen. — Kläger: Dann war eben auch jener Kollege zugegen, >dessen Cousine sie ist. Ich finde darin nichts Auffälliges. — Geklagte (zum Kläger): Kannst du leugnen, daß wir im selben Zimnmr schliefen?^ Mhr will ich hier -in der Oeffentlichkeit nicht sagen. — Der Kläger bestritt ferner, daß er 30 Briefe an die Klägerin gerichtet habe. In der Untersuchungshaft lomtfcc; er nur einmal im Monat einen Brief schreiben, daraus ergebe sich die Zähl seiner Briese. Der Berusnngssenat gab der Berufung des Klägers Folge und verurteilte die Geklagte zur Abgabe einer Erklärung, daß sie mit der Umschreibung der Wdhnung auf den Kläger -als Hauptmieter einverstanden fei. Denn eS fei selbst dann, wenn er mit der Geklagten ein Verhältnis'Unterhalten haben sollte, nicht anzunehmen, daß er ihr ebne weiteres Wohnung und Möbel überlassen habe-

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