Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 2024 (5.10.1924)
- Date
- 1924-10-05
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
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■ '.Ji1 .,,'»J,'^!|üMT*<yt<ff‘'. ’^’T^T^yv’-)1»- ,wryw.i*riwpg,‘.'>*. WWWWWWWWWWW Heite 6 Wien, Sonnkag Klügelhornkonzert -es Prof. Dr. Sostqrie am 18. Oktober, halb 8 vhr abends, im Augarten. Es ist üblich, daß Juden für nichtjüdlsche Ztvecke fpeuden. Man gibt für Krankmchäufer und Untevstützunigsfonds, für SuPpeMchen und Maistnfürsovge, ja mcun hat Geld übrig für Kirchenbaulwn und Sonntogsschulen. Jüdische GebefvsudMrt kannte selten Grenzen, am wenigsten die der eigenen Gemeinschaft. Daß Nichijuben sich für jüdische Zwecke ainsetzen, ist bisher nicht gerade üblich gewesen. Nachrichten aus Amerika, daß StadtgAnoinden oder oinzeln>e reiche Christen erhebliche Dunrnren für 'den Keren Hajessod gaben, klangen wie Märchen aus einer schöneren Zeit aKm-enMicher Solidarität. Der Entschluß des Lau.desschulinspeklors a. D. Prof. Dr. Sostavic, -seine große Kunst iax den Dienst der Fürsorge für ar-m-e jüdische Kinder stellen, ist feafjor besonders zu werten. Der Christ, der uns Inden nicht nur billiger Sympathie versichert, sorcdsvn der sein Teil dazu beitragen will, Kindern des ärmsten, des an indischen Gütern ärmsten Volkes -der Welt, das Leben ein wenig leichter zu machen, -ist eine neue Erscheinung und, trotz taufend .geHrntzsi-ligen Erf-a-lml-ngen — eine Hoffnung. Wir haben Herrn Prof. Sostavic nach »den Gründen für fehtc Handlungs-Weise geftogt. Er erklärte, daß er e.S für seine Ausgabe -halte, für die lsidende Menschheit zu tua, was in seinen Kräften stände, gleichgültig welcher Nchigian, -welcher Nation, welcher Klasse oder welcher Partei die Füvsor-Fsbeidiirftigen ougohören. Er fügte aber lächelnd hinzu, -daß die AntedlnahmiL der Juden au dem Lrebrswerk der Äamlcherzigen Brüder, ihre Opferfr-sudigkeit, als es sich u-rn die Erhaltung des Spitals >handelt-e, für das er selbst durch ssine FRgÄhornkonizerte Hunderte von Millionen aufgebracht -hat, ihn nicht wenig &r/.t angeregt habe. Ebenso sehr aber scheint auf ihn der -Palästir.afl-m des Keren Kajemech I'Jsvael gewirkt zu haben, der ch-nr zuni ersten Mal einen Begriff von der großen idealistischen Bewegung im Judentum gab, die in der K-olouisati-on Pal-ästmas ihren stärksten Ausdruck findet. Die Antsilnahm-e' Prof. Dr. Sostavic' an Mischer Not ist aus der Achtung zu erklären, die ihm als Christen -die jüdische Gerne iuschast und die in ihr wirksamen, lebendigen Kräfte einflößten. T-as Konzert findet ani Samstag den 18. d., halb 8 Uhr, .in dem zu diesem Zweck länger geöffneten Mw erlcuchteten Augarten statt. Der Erlös aus den Eiartvittskarten, die pro Stück 6000 K. kosten, wird -vollständig der Fürsorge für avni-e jüdische Kinder dienstbar gemacht werden, und zivar wird sin Teil der Jüdischen Jugendfürsorge, der Zentralstelle, der alle Wiener Jugendfürforgevererne unterstehen, zufl-ießen und also Wiener Mischen Kindern zugute kommen, ein anderer Teil wird dem Keren Kajemeth zur Bwfügung gestellt werden zum Ankauf van Land -in Palästina für die Ausiedlung von Waffe-nkindern: es ist ja 'bekammt, daß zahlreiche Pogromwaisen in Eretz Israel untergebracht sind und für die LaMvirstchaft ausgebildet werden. Es lst nicht anzunehmen, daß es einen Juden geben kan'.l, der sich seiner Pflicht, für solchen Zweck zu geben, entziehen sollte. Es werden Vielmehr zählreiche mrchr als hängig waren. Berinin in einem Hotel unterzubringen, erschien nicht rötlich, da man Aeberfälle von selten der ChaMim befürchtete. Nach langen Bemühungen entschloß sich endlich der Rechtsanwalt Dr. Jchuda Leib Reitmann, Neb Bermiu in sein Haus auszunehmen. Hier verbrachte Bermiu die folgenden Monate. Die Maskrlim Men aber recht bald e'msehen, daß Bermiu keineswegs der Typus eines -kämpfenden Freigeistes sei, wie sie es sich vorgestellt hatten. Cr besaß gar keine Bildung, hatte sehr wenig gelesen, obzwar ihn die Chassidim beschuldigten, -daß er einzig und allein durch die Lektüre der Haskalah-Literatur, irisbesondere aber-es von Osias H. Schorr herausgegebeuen „Hechaluz", ein Abtrünniger geworden sei. Er verbrachte seine Zeit im Hause -es Dr. Reitmann mit leichter hebräischer Lektüre, die ihm der bereits erwähnte Schriftsteller Ornstem brachte, aber er gestand, daß er die ihm zum Lesen gebrachten Bücher'nicht ganz verstehe. Die meiste Zeit verbrachte er mit dem zehnjährigen Töchterchen des Dr. Reitmann/ dessen Klavierspiel ihn begeisterte. Begreiflicherweise triumphierten die chafsidstchen Gegner des Sadagoraer Hofes über den Schritt Berinius. Mit besonderer Befriedigung verbreiteten sie auch die Nachricht, daß Beriuill im Haufe des Dr. Reitmann „üeijfc" esse. Die Sadagorer E'häffidim dagegen trösteten sich damit, daß Berinius Schritt nur ein Spiel -es Satans -sei. Er werde aber von Clijahu .Hanabi beschützt, der ihni sogar rvähvend der Mahl- .-eiten die Schüssel mit den trchfenen Speisen wegnöhme und an deren Stelle „koschere" unterschiebe. Berinius Frau und der Sadagoraer Zaddik bemühten sich inzwischen, den ^Abtrünnigen" von seinem Irrweg abzulbrmgen. Sie sandten Boten pu ihm und baten ihn, nach Sadagora heimzukehren. Sie schickten selbst seinen Schivager, Rabbi Mendel ans Wtznitz, der ihn persönlich zur Heimkehr zu überreden versuchte. Aber alles blieb erfolglos. Die Anigelegenihsit Berinius hatte -äber bereits so viel Siaub aufgewirlbelt, daß selbst die Regieru-ngskwi-sL sich mit der Märe zu beschäftigen begannen. Der Bukowinaer Landespräsident*) sah sich bemüßigt, den damaligen Minister für öffentliche Sicherheit, Grafen Tnasse und den Innenminister Dr. Giskra über die „Anigelegenhsit des Rabbiners Bevisch Friedmann", die in den öffeuttichen Blätter vielfach besprächen *) Seine Berichte im Archiv des Ministerium für Inneres, Fasz. 1554, M. I. 18G9. _Wiener Morsenzettuns. 5000 K. Mben.wollen. Sib mögen uns nvshr ails «tote Ka-vte abnehmerr uitib werden sich gewiß eine Spende nicht gereuen lüsten, die -sowohl der Wiener jüdischen Jugend ihrie Äe>m Aufbau Palästinas zugute kommt. So sehe» Ke aus. Der AntiMitenführer als Spion. Aus T'horn wird uns geschrieben: In den -letzten Tagen erfolgte hier eine sensationelle Verhaftung. Der berüchtigte Antisemit Wier^'bicki, der Prälsident der po'lnstch-chcmvinsttstchen „Liga zur Verteidigung 'des Vaterlandes und des Glaubens", die, wie bekannt, die Hauptträge-rin der antisemitischen Hetze in Posen ist, wurde, weil er nnlcgitinnert Beiträge für den genannten Verband öm-sammelte und .defr-a-udierte, in Haft genommen. Im Laufe der Untersuchung wurde nun festgestellt, daß Wierzbicki, der zu Len rüdesten Antisemiten in Posen zählt und seit Jahren an der Spitze der antisemitischen Wirtschaftsorganisationen steht, zugleich als Spion d e s „D-e u ts cht-nmLu nde s" wirkte. Unter dem Deckmantel der -antste-mrtstchon Arbeit hat Wierz-bicki seit vier Jahren Spionage zugunsten Deutschlands betrieben. Bemerkt sei, daß Wierzibioki seine antisemitische Tätigkeit zusammen mit dem berüchtigten Posener antisemitischen Straßenstrolch Sekret-arczyk entfaltete. Es ist wohl anzunchmw, daß dieser Sokretarczhk, ein übel beleumundetes JndlvidU'UM, mit Wierzbicki zusammen „patriotische" Tätigk-cit im Dienste des ,/Deutschtum bundes" ausübt. Sekretarozhk, der wegen seiner Straßenübcrsälle auf Inden in Posen kürzlich, wie. bereits gemeldet, zu Gefängnis verurteilt wurde, befindet sich noch auf freiem Fuß und hat über Veranlassung der oben erwähnten ,Mga" vor einigen Tagen abermals eine Straß-enjagd auf jüdische Passanten i-n Posen inszeniert, die von Radfahrern, welche mit Gnmmikuütteln ausgerüstet waren, a-ufgchalten und blutig geschlagen wurden. Hoffmeisters Studentenrecht. Das böse Beispiel, das der Rektor der Technischen Hochschule mit seinem Erlaß über die Studentennationen gegeben hat, hat rasche Nachahmung gefunden. Rektor Hoffmeister von der Hochschule für Bodenkultur erläßt im Einvernehmen mit dem Profesiorenkollegium fast gleichlautende Bestimmungen über die Anerkennung der Studentennationen, ja er gcht sogar noch einen Schritt weiter und anerkennt Len Ho chschulausschuß der Hakenkreuzstndenten, der sich den Namen „Deutsche Studentenschaft" bei-gölegt hat, ausdrücklich als deutsche Studenteunation. Der Hchsmeifterische Erlaß bestimmt u. a.: Den ordentlichen Hörern der Hochschule für Bodenkultur stcht zu, sich nach Abstammung und Muttersprache zu je einer Stndentennation Mammenzufchließen. Die Anzahl der Hörer, welche sich zu einer Studentennation vereinigen wollen, mutz mindestens fünf Prozent der Anzahl aller oridentlichen Hörer erreichen. Die zu einer Studentennation vereinigte Hörerschaft gleicher Wstammung und Muttersprache gilt den akademischen Behörden gegen« über als der Zusammenschluß aller ordentlichen Hörer dieser Nationalität. In gleicher Weste weWen die akademstchen Bchorden in der aus den ordentlichen Hörern deutscher Abstammung und Muttersprache bereits gebadeten deutschen Studenteunation den Zusammenschluß aller an der Hochschule zugelassenen ordentlichen Hörer deutscher Volkszugchörigkeit echlicken. wurde, zu msovmieven. Am 28. Jänner 1869 erstattete er einen ausführlichen Bericht und teTOe unter anderem auch mit, „daß der österverchffche Sttmtsangehöviige Rabbiner Berisch Fvivdmann aus Leowa an der Moldau^ der Bruder des Sadagoraer RaM Jakob Friedmann, die Absicht hegte, vom rnosrstchen GlaubenSlbeikemrtms abMifallen, zu diesem Zwecke bereits die vorbeveÄrnden Schrätte beim griechisch-orthodoxen Metropoliten getan habe, sein Vorhaben verraten und die Realisierung desselben dadurch vereitelt wurde". Dies war nach Ansicht des Landespräsidenten Freühevrn von Mürbach de.r Grund, warum Bvrirckr Kvangswch'e Ms der Moldau weggeschafft und im Hause des Sadagoraer ZaiMZ eingesperrt wurde. Am 19. Jänner langte -beim Czevuowitzer Landesgemcht in Strafsachen eine dres-begügliche bestätigende Anzeige ein und am 14. sah sich daher das Strafgericht veranlaßt;, den Staatsanwalt nach Sadagora zu entsenden, der, wie bereits früher geschildert wurde, die Befreiung Berinius vornahm.' Das Landes-Präsidium habe, da ,pon der hierläuldischen s-anaiischen orthodoxen Juidenschast gegen dessen Person auch das Schlimmste zu gewärtigen sei" Beriwiu den Schutz der politischen Behörden anigedeilhen lassen und entspreche n-de Maßnahmen vngeordnet. Inzwischen verbresl-tete sich in der Moldau -nach Berinius gewaltsamer Verschleppung die Nachricht, daß er aus Anlaß seines beabsichtigten Abfalles vom Judentum aus dem Leben geschafft worden sei. Diesem Umstande zufolge ließ die Moldausche Regierung massenhafte Verhaftungen von verdächtigen Juden vomchmen. Ende Jänner traif auch . in Gzernckvitz der Präfekt von Bot-oschani mit der Mission ein, womöglich Verhandlungen anzubchmn, -um Berldsch Friedmann wieder zur Rückkehr nach Moldau zu 'bewegen. Er hatte auch »nchrerc Ante-rredungen mit Friedmann in A-nweserchetit Dr. Reitmanns, konnte aber nichts erreichen, -da Friedmann ihnt weder eine vertrauliche Unterredung ohne Zeugen gewähren, noch sich üiberha-upt -ihm gegenüber über seine Pläne für die Zukunft äußem wollte. Der Präf-ekt wandte sich hli-evcmf an den Laudespräsidenten und bat ihn Um seine Bevmittlung in Angoleigenheit der von der rumänischen Reigwmng ,-schr gewünschten Rückkchr" Friedman-ns in die Mbldau. Der Präfekt erklärte, daß er Friedmann infolge seines Siealitätenbesitzes iir der Moldau als rumänische Untertanen betrachte. Der Laridespräsident stellte demgegenüber fest, daß Friedmami auf Grund seines' Rckiscpasses und seiner Zuständigkeit österreichischer StaatsbürLer sei, er schließe daher diese Frage von 5. Oktober 1924 Nr. 2024 * Jeder Studentennation kommt die ihre BoUsWge- Hörigkeit aussprechende. Bezeichmurg zu, der deutschen Studentennation im besoMcren der mame „Deutsche Stüde n t o n s ch a f t".- . . Studierende, welche eine Studentennation im Simr^ der vorstehenden Bestimmungen infolge ihrer Minderzahl nicht bilden können oder von einer der gebildeten Nationen als nicht zu ihr gehörig abgelehnt werden oder sich keiner der gebildeten Nationengruppen anschließen wollen. bilden eine Soudergruppe und finden durch olcf-e die Vertretung ihrer Interessen. Die Soudergruppe hat alte Rechte und Pflichten einer Studentennation. Jede der so gebildeten Studentenuatiouen hat Ansvruch auf die Anerkennung -er von ihr gewählten Vertretung durch die akademische Behörde. Den so anerkannten Vertretungen der einzelnen Studentennatiouen wird dir akademische Behörde nachstehende Rechte gewähren: Der „Deutschen S tnden t-erisch aft": a) die Interessenvertretung der Gesamtheit der nach Mstammung. und Sprache deutschen Studierenden der Hochschule; b) die Teilnahme an der Verwaltung d e r H o ch s ch u l c und int Rahmen dieser Zuständigkeit dre Durchführung zugewiesener Ausgaben; c) die Stetluugnabmc zu allgemeinen vaterländischen, kulturellen, wirtschaftlichen und Bilduwgssragen; d) das Recht, sich mit der Stu-entenschaft an anderen deutschen Hochschule-n des Iuuwd Auslandes zu einer größeren Orgäuisütion zusammenz-uWießen. Den übrigen Studeutennationen: a) die Interessenvertretung der in der betreffenden Studentvnnat-ion (Soudergruppe) vereinigten ordentlichen Hörer der Hochschule; b) die Stellungnahme zu wirtschaftlichen, kulturellen und Bildungssragen innerhalb dieser Studeniennation; e) Teilnahme an den die Mitglieder' der Stuldentennation betreffenden Disziplinarverhandlungen nach Maßgabe der von dvn akademstchen Behörden zu treffenden näheren Bestimmungen. Den akademischen Behörden steht es icderzeit zu, die der Vertretung einer Studentennation zugMlligte Anerkennuu.g unter Angabe der Gründe a nszuheben. Als hier, für ausreichende Gründe gelten; Wiederholtes Verstoße-n gegen die allgemeinen akademischen Gesetze, die eigenmächtige Erweiterung der zuerkannten Rechte, im besonderen die d n f eine Beeinträchtigung des deutschen Charakters der Hochschule gerichteten Bestrebungen. Jeder Student hat bei der Inskription für die bezügiiche Studentenorganisation einen Betrag von 10.000 K. einzuzahleu. _ Horthtzr Vrrffebengel amüstert sich. Räkonherwal-mankereu kn einer Bar. Freitag nachts karn es in einer Bar der inneren Stadt zrt einem <msse'henerregenden Zwischenfall, in desserr Mittelpunkt der Press-eaLt-ache der hiesigen ungarischen Gesandtschaft^ Alexander Bo ros, stecht. Herr Boros besuchte in Gesellschaft des Tcheaterdirektors Siegfried Geher und -es Kammersängers Oestvrg eine Bar. Bei Begleichung der Zeche kam es zu einer Auseinandersetzung zwischen ihm und dem Kellner. Herr Boros bchauptete, nur fünf Glas Whisky getrunken zu hübe«, während der Kellner sieben Gläser rechnete. Diese Melnungsverschiedenheit brachte Boros dazu, -daß er zu brüllen begann und Ausdrücke wie ,Judenbagage" und ähnliche gebrauchte. Die anwesenden Gäste Ließen sich das nicht gefallen und nahmen gegen den Vertreter Horthy-Ungarns Stellung. Boros wurde ,/Hortchy-Bandit!" und „Solche Manieren gibt es bot uns nicht!" zugeruferr. ' Plötzlich zog Boros, der offenbar glaubte, in Budapest zu sein, einen Revolver unL bedrohte den Bavbesitzer. Er wurde entwaffnet und einem Kviminalbeamten übergeben. jeder Besprechung aus und verweste ihre etwa notwendige Lösung auf den diplomatstchen Berühr der beiderseitigen Regievunigen. Schließlich erfreue sich Frie>dmcmn dollster Willenssrccheit, und sei daher in der Lage, nach seinem eigenen Ermessen EnischUffe zu fassen. Aus diesem Grunde könne seitens der östervaichstchen oder der moldMischen Regierung keine Pression aus ihn zugÄasseu werden. Ws der Pväftikt bövschlug, eine Unterredung Kwstchen,'chrn und FriÄnnamr im Reigierungsgebäude zu vevmttbelu, stimmte der Laudespräsibent zu und Vevanlaßte auch am 27. Jänner «ine Besprechung Mischen dem Prcst.eU«n und Friedmann in Gegenwart beiderseits geüvählter Vertrauensmänner. Bei dieser Geilegenhsit legitmrievte sich der Präfekt gegenüber Friedmann mit einer telegraphstchen Bevollmächtigung feiner Rrgierrmg, nach der er berechtigt sei, ihm «für den Fall seiner Rückkchr m die Moldau die Garantie für den Schutz der dollen Frsiheit seiner Person und der, Sichemng seines in der Moldau befindlichen BerrnögenS zuzuisichern. Friedmann nahm diese Zutsicherung als wicht genügend an und erklärte, das; er nur daun in die Moldain Kurückkchren könne, wenn ,-siue bestimmte Verpflichtung" «mAgeschlossen bleibe und .ihm vollster Schutz seiner Persm, sdin-es BernÄgens, sowie Freiheit für seine religiösen Anschauungen und sonstige gesetzliche Handlmvgswüste zugesichert werde. EMich verlangte er auch, daß eine Versicherung nicht mit unbehinderter Rückkchr nach Oesterreich, sondern. auch des Schutzes für sich und seine .Begleitung bis zur Neichsgrenz-r vom ruimäustchen Miwisteriu-m autorisiert und -ihm diese Autorisation durch den Landespvcstidenten miitg-cteill -werde. Demzufolge wandten sich auch beide Teile an den Landespröftbcuten mit dam Ersuchen, die Bestätigung obiger Garantie int Wege der Konsulate ' beim MinlistevMN einzuholen, was auch tatsächlich geschah. JnFwstchen hatte der Wiener Abgeordnete Ignaz Kuranda beim Reichskanzler Grafen Beust in Angelegenheit Reb Berinius interveniert und um eine telegraphstche Weisung cm den Ezevnowitzer Landespräsidenten ersucht, „auf Friedmann g-ütl-ich eiMwncken, daß auch eine' freiwillige Rückkchr Fr-iedmainns in di« Moldau nicht vor vollständiger Erklärung erfolge".*) Kuva-nda hatte scheinbar über Ersuchen der Maslkilim aus Czeruowitz beim JnueMrinistterium -interveniert und dessen Anftneriisamikeit auch auf die politische Bedeuttuiig -dieser Affäre gelenkt. Es ivar sogar beabsichtigt, Protokolle Nr. M M. J..''MiÄg'voür^^Febrnav.