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Wiener Morgenzeitung · 1924-10-05 · Heft 2024 (5.10.1924) · p. Seite 9

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 2024 (5.10.1924)
Date
1924-10-05
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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Sk. 2M Wien, Sonnig .. kastiglioni. Srte Einvernahme Ca stiglioni 8, welche .gestern be°> gönnen wurde, findet am Dienstag ihre Fortsetzung. Es verlautet, daß der Untersuchungsrichter an jedem zweiten Tag Castiglioni elnvernchme» wird, bis sämtliche Fragen des £tft* bestand eS aufgeKärt sind. Gestern wurde gemeldet, daß de« GenerMirektor der. Banoa Commereiale Töplitz in einigen Tagen in Wien «»treffen werde, um eMich Entschlüsse in der Castiglivwi- Augelegenhett in Wien selbst zu treffen^ Andererseits wevden die Besprechungen mit der Geschäfts-. fühmng der Depositenbank fortgesetzt. Es verlautet, daß von Castiglioni eine Ersatzsumme in der Höhe von 60 Milliarden für die Depositenbank gefordert wird. Nach dem von uns bereits gemeldeten Status betragen die Aktiven der Depositenbank 647 Milliarden^ die Passiven 044 Milliarden, so daß das Defizit ^97 Milliarden auSmacht. Dieses Defizit würde durch einen entsprechenden Beitrag Casttgl-ioniS eine starke Verminderung erfahren. Vorläufig find in dieser Hinsicht die Verhandlungen noch nicht weit gediehen. Es scheint, daß doch zum Ausweg eines Schiedsgerichtes wird gegriffen werden müssen, nm -endgültig die Verpflichtungen feststellen zu können, Ae „Sffenfive" för den Fremdenvettehr. Freitag nachts weilte der Ingenieur Josef B l a u st e i n, ei« amerikanischer Staatsbürger, im Cafe Aspang am Rennweg. Gegen halb 1 Uhr nachts kam eine Gesellschaft von zirka 14 Personen in das Lokal und begann den Ingenieur anzuftänksrn. Schließlich wurden gegen den Tisch des Blaustem Eßwaren geschleudert. Nun stand Bläustein aus und fragte, ob man aVsichMch gegen ihn derartig handle. Daraufhin erhob sich der Gastwirt^ohn Johann Weinberger, Hohlweggasse 8t, trat ans ihn zu und versetzte ihm drei Faustschläge gegen das linke Auge und die linke Schläfe, so daß er leichte .Berletzzm-gen davonwW. Die Amtshandlung ist eingeWet. - Steigende Reisch- und Fettprelse. Die gesteigerte Ausnahmsfähigkeit des KonsnmZ bei Mouatsbegirm und vor Mein Sonntag äußerte sich gestern auf allen Marktgebieten. Die Großmarkchalle hatte bereits in den ersten Fvichstunden einen Massenbesuch aufzuweisen. Sämtliche BerLaufsstände waren von Käufern rmckagert. Allein diese hatten eine rmaugeuchme voberraschung erfahren. Die meisten Fleischarten wie auch Fettstoffe sind gemn die Vorwoche im Preise gestiegen. Rind- und Kallbfletisch haben sich um 2000 K. pw Kilogramm im Preise verteuert. , Auch auf dem Ngschnrarkt war die KäuferbeteiligiMg eine n-wgemein lebhafte. Trotz schr günstiger Zufuhren sowohl in GärtrveverzeUMfsen wie auch in den diversen Importwaren blieben' die Preise unverändert hoch. Für Spinat und Paradeiser herrschte «besonders rege Nachfrage. Der Qbstmarkt ist mit Aepfeln überMt. Wirtschaftsäpfel wurden von IM K. archvövts auSgsboten. Auch Birnen und Weintrauben find in großen Mengen auf dem Markt. Geflügel begegnete glrichfalls reger Kauflust. Butter und Eier zu 50.000 bis 82.000 IK. pro Kilogramm und zu 1800 KiS 6000 pro Stück tje nach Qualität) faräen lebhaften Msah. Friedmann «ach Wien zu bringen und einte ZufamimeEunft zluischen ihm und maßgebenden RegievungHaktoren zustande zu bringen. Schon.am 18. Februar erging über die Aufforderung des Räichsikcmzlers vom JnneMliinisterium «eine diesbeBg!l-rche tÄegvaphffche Weifung an den LalOespräsidenten der Bukckvina. Auf Grund dieser Weisung erstattete letzterer Anfangs März einen Bericht, daß vr die Tva,g!wäite Wer Angelegenheit ksimsweigs verkenne und ,Mt jener Vorsicht voMvg, welche diese sehr vevwickMe Sache erheischt". Fviednvanm habe sich unter den Schutz der pMischen Behörde gestellt, weil er sich „als Opfer des Fanatismus der waitverbrsiteden ChaffidM-Sekte" betrachte. Der Landesprüsident habe es verimliede«, irgend welche Pvchim auf die Fveiheit seines WiillenS ausguülben, um den Delegierten der rumänischen Regievung keinen Anlaß zu dem Borlwurs zu geLeit, daß sich Friedmann ÄigeEch stn Gewchrsam der öfte-vvelichffchen Regierung befinde und daher in die 'Moldau wicht zurück« kehren könne. Der lSandespräsident gilbt!in seinem Bevichte auch der Mmmng AuSdmck, daß dar «cherwahntv Präfekt deshalb Friedman» „um jeden Preis fet We Moldau zurückbringen HM), um aus seiner Person und Sache dort ein möMchst einträgliches Kapital zu schlagen". ES liege daher im Interesse der RsgieMmg, dem Mdringliichen Wunsche des Präfekten wicht stattzngeben und den Status quo zu erhalten, um hierdurch ekneasefts die „Opevatüvn der stvchgevichtÄchen Untersuchung nicht zu behindern und underevseitS FriÄmann selbst Zckt und Gelegenheit zu lassen^ seiine materiellen AngeLeyercheibten von hiev Ws «so gut als MgAch in Ochrmwg zu bringen".'» Diese Mission dürMführen, fick dem Landespräsideniten recht schwer, da der Präfekt, der ein ^uvit allen Salbe» des Orients" geschmierter Maim war, befürchtete, infolge der gewaltsame» Entführung Fviedmanns aus Leowa von seiner NegivmNg weggssagt zu werden und daher « aller, auffwt, um daS Gchchehem wieder gut zu machen. In der Tat gelang es auch dem SandeSPräsidenteu, den Präfekten los zu werden und Fviedmaun, obwohl, die vumürvilsch« ReZierung durch den dannabigen österveichischen GerverMmsül Baron Gder die von BeriM gewünschten Garantien bestäiligte, dahin zu bringen, hievon so lange keinen Gebrauch zu nvachen, bis ihn nicht die NoKveMMt zwingen würde, durch seine Rückkehr sein in der Moldau zurückgebbiebemS Vermögen zu Wen. ' Wiener MovgenzeZIrrng. JiiWche Sludenteiwersammlung. Ein Vortrag Kurt BlnmenseldS. Herr Kurt Blumenfeld, der vor einigen Tagen mit Herrn Professor Wert Einste «in aus Berlin nach Wien kam, spricht Donnerstag den 9. b. um halb 8 Uhr abends im Hotel Post, 1. Bez., Fleffchmarkt 24, Wer das Thema: „Geistige und wirtschaftliche Entwicklung der Wischen Jugend",; Beilegung der steirische» Metallarbeiterftceiks. Wie uns aus Graz gemeldet wird, haben gestern abends zwischen dem Verband der Metallindustrielleu Stei^erimaÄS und dem österreichischen MetallarbeiterderbLnd BechaMnnigen stattgefunden, die zu einem günstigen Resultat fiihrten. Das Ergebnis der VechaMnngen bedarf noch der GenchnÄguwg der beiderseitigen Auftraggeber. Man hofft, daß die Arbeit m Laufe der nächsten Wacher wieder begonnen wird. Re HauÄem« beim B»«der;gnzler. Der Bundeskanzler empfing gestern eine von der Arbeitsgemeinschaft der Hausbesitzerorganisationen aller österreichischen Länder abgesandte Abordnung, welche die Regierung neu erdrngs ausdie Härten der bestehenden Mietenschutzgesetzgebung anfmetksam machte und deren eheste Abänderung forderte. Der Bundeskanzler erwiderte mit der Mitteilung, daß der von den Abgeordneten Reiner und Genossen gestellte Antrag auf Abänderung des Metengesetzes und der ihm angeschlossene Gesetzenitwurf am 1. d. vom Nationalrat dem zuständigen Justizausschuß zugewiestn wurde und nahm die von den Vertretern der HauKbesitzerschast vorgetragenen Wünsche und AufMrungen zu einzelnen .Punkten des. erwähnten Gesetzentwurfes entgegen._' Jas Wetter. . Die Wetterlage hat sich rasch gebessert. Die VovLUssage lautet: Herbstliches Schönwetter, heiter, stellenweise Morgenuebel, nachts und morgens kalt, tagsüber mild. Wien, 8. Oktober. * Die Lebeusmiide». Die 87jührisle Gastwirtin Anna Auer hat sich gestern früh in ihrer Wohnung durch Leuchtgas vergift^. Die Ursache der Tat ist noch unbekannt. — Gestern nachts hat sich oie 21jährige Hausgehilfin Rosa P. aus unglücklicher Liebe aus einem Fenster ihrer Wohnung in die Tiefe gestürzt und erlitt mehrfache innere Verletzungen. Die Rettungsgesellschaft brachte sie in das Elisabethspital. — Die 24iährrge Hilssarbeiterin Marianne Vanjura hat sich in ihrer Wohnung zu vergiften versucht. Die Nettungsaesellschaft brachte , sie in das Sprtal. — Am 3. d. wollte sich die 21jährige Schneiderin Karoline K. im Nessel- Parke vergiften.^.Sie wurde in das Spital gebracht. Die Ursache der Tat dürfte. Streit mit dem Geliebten gewesen sein. * Motorradunfalle. Gestern mittags ist in der Großen »: der Agent Leo Koen auf seinem Motorrade mit uw zusammengestoßen. Er erlitt einen Bruch des linken Schlüsselbeines und mutzte von der Rettungsgesellschaft in das Spital gebracht werden. — In der Löwengasse ist gestern nachmittags der 23jährige Oberkellner Hugo Langer auf seinem Motorrade mit ernem Straßenbahnzug znsammengestoßen. Er erlitt eine Gehirnerschütterung, so daß er von der Rettungsgesellschast in das Spital gebracht werben mußte. * Ein flüchtiger Bankbeamter. Ans Berlin ist seit dem 29. September der 27jährige Bankbeamte Max Unger, zu Erfurt geboren, nach Verübung eines Betruges mit einer Schadensumme von 130.000 Gold mark zum Nachteile der Berliner Bank geflüchtet. * Verhaftung eines Vielaesuchteu. Uebsr Anzeige eines Studenten, denn er den Reksc!koffer entwenden dvollte, wurde hier der zu Graz geborene Mjährige Kmmnevdioner Anidreas Lie<nHardt verhaftet. Er hat einen Rittmeister, bei dem er bedienet war. Juwele» im Wevte vor 100 Millionen Kronen gestohlen und sonst noch verschiedene Betrügereien verübt. * Auslageneinbruch in der Praterstratze. Ein verwegener Auslageneinbruch .wurde am ftühen Morgen des 2. d. auf der Pratersttaße verübt. Unbekannte Täter schlugen mit einem Stein die Auslage des Schneidermeisters Moritz Sch ne i d e r im Hause Nr. 42 ein und stahlen einen schwarzen Jlttspelz mit Silberotterkragen im Werte von 16 Millionen Kronen. * Kauzleiverletzttna. Rechtsanwalt Dr. Drimmer ist aus der Kanzleigememschait mit Herrn Dr. Kleinfeld ansgetreten und hat seine Kanzlei, 9. Bez., Bexggasse 30, eröffnet. Telephon 60-6-78 * Rener Schatzmeister. Herr Josef Lachs, behördlich autorisierter Zivilingenieur für Maschinenbau und Elektrotechnik, Wien, 2. Bez., Praterstraße 25 a, wurde zum Schätzmeister' und Sachverstäudigen für das Handelsgericht Wien bestellte y * Radiokonzert der „Wiener Morgenzeitung". Täglich von 4 bis 6 Uhr nachmittags in den Redaktionsräumen, Wien, 2. Bez., Tavorstraße 1. Die Apparate sind von der-Firma Broadcasting beigestellt. * Programm der Ravag für heute Sonntag. 11 bis 3 Uhr; Matinee der Künstlerkapelle Silving. 1. Wollacc „Maritana"-Ouverture. 2. Offenbach: „Goldschmied vyi Toledo.". 8. Schubert: „Andantino" aus dem Streichauartet A-Moll. Moszkowsky: ,,Serenata." 4. Motow: „Martha? Phantasie. 6. Konzerternlage. 6. Bold!: „Chanson bobeme? ituhl: ,Me Silbermhrthe." 7. Lenz: „Ein Melodiensestzug/ . Strauß Josef: „Freudengrüße." 9. Außer Programm LO. Donaldson: „Oh Baby." * Ein internationaler Kongreß für Kinderwohlfahrt Vom 6. LiS 8. d. ta,qt in Wien der 4. International! Kongreß für Krnderwohlfahrt, der nach den zahl reichen Meldungen ans dem In- und Ausland eine der wir kungsvoMen Kundgebungen zugunsten «der Jugend werde, tfräfte. Die Eröffnungssitzung findet Montag den 6. d. un 3 Uhr nachmittags im Gemeinderatssitzungssaale statt. De Dienstagvormittag bringt, nach Grupen gegliedert. Besicht! aungen von Wiener Wohlstchrtseinrichtungen 'mit einem an schließenden gemeinsamen Mittagesien der einzelnen Gruppen Um 2 Uhr nachmittags wird die Kindera.rbeitenaus stell ung tzn Gebäude des Stadtschulrates, 1. Bez., Burgriw Nr. 9. und mr Anschluß daran die Literatnrausstellung in de Gesellschaft der Aevzte, S. Bez., Frankgasse 8, eröffnet, die beid bis einschließlich Sonntag den 12. d., in der Zeit von 9 bi! 12 Uhr and von 9 bis 6 Uhr allgemein zugänglich bleiben Die .anschließende Nachmittags- und die nächste VornnttagS- 5. Oktober t.934 Seite b sttzung finden im Saal der GefeUchaft der Aerzte statt, dis Sitzung des Mittwochnachmittag um 5 Uhr im Festsaal der Hofburg ist als allgemein zugängliche Massenverfammlung mit offizieller Annahnie der Genfer Deklaration durch Oesterreich gedacht. Das Permanenzlbureau der Tagung wird von Montag bis Mittwoch im Gebäude der Gesellschaft der Aevzte amtieren. Am Donnerstag den 9. d. um halb 9 Uhr früh erfolgt mittels SondeMges die Abfahrt nach Budapest. * Rückgang der Tuberkulose in Me». In den ersten acht Monaten des abgelaufenen Jahres 1924 starben in Wien an Tuberkulose zusammen 2956 Perisomn, gegenüber 3493 Persv-i nen, die in denselben acht Monaten des Jahres 1923 a« Tüberkulvise gestorben find. Nimmt mcm den Monatsdurchschnitt der Duberkulosetodesfälle in den letzten zwei Jahren und in einigen, mehrere Jahre zniaumveUfassenden früheren Öerioden, so zeigt sich gleichfalls ein lZnvückgchen der ent« , enden Zmern. * Die Rechtshilfe der Stadt Wien. Minister a. D. Doktor Heinrich Witter sprach gestern im Kleinen Saale der Urania vor einem distinguierten Publikum über die historische Entwicklung der Rechtshilfe für BMvftiae unter besonderer Berücksichtigung der Rechtshilssstelle der Gemeinde Wien. Der Vortragende Mrte unter anderem aus: Mt dem Eintritt des Kriegsnotstandes im AuMt 1914 eröffnet sich für die Rechts- Hilfeleistung eine neue Phase durch das Eingreifen der Staatsrsgierun'g, die eine eigene Kommission Kr soziale Fürsorge einsetzte. Daraus entstand das gemernnützige «mtonome Wvhlfahvtsinstitut für die minderbemittelten Kreise der Bevölkerung, die ,/RechtshiIfestelle der Gemeinde Wien, für. Bedürftige". die sich 1919 konstituierte. Die rege Geschäftstätigkeit der Rechtshilfestelle, die nebst dem Obmann und dem geschafts- Wreuden Wlze-Präsidenten Dr. Karl Stiaßny derzeit 19 rechtskundige Referenten Mit, erhellt aus der statistisch erhobeneu Frequenz, die bis 30. Juni d. I. 23.072 vorspr-echende Parteien und 17.221 behandelte Gefchäftssälle ausweist. So erscheint, Khrte der Vortragende aus, die Hoffmrng, begründet, daß die Wiener Rechtshilfestelle^ deren BesiandssäHigksit durch die wohlwollende Förderung seitens der Gemeirrde Wien und durch die Opferwilligkert des hiesigen Rechtsanwalts- und Richterstandes getocchrlelistet werde, einer gedeMchen Enllmcklung entgegen gehe. Sie begehe im Henrigen Herbst, die Gedenkfeier des zehnjährigen Bestandes. * Em neues Schutzhaus auf der Rax. Aus Mürzzuschlag »wird gemeldet: Me hiesige Ortsgruppe des alpinen Vereines ,,Die Naturfte-unde" hat am Waxriegel auf der Rax ein großes, stockhohes, gemauertes SchutzhauS erbaut, das vom „Preiner Gscheid" tu Aveiernhallb Stunden zu erreichen ist. Dl« Eröffnung findet kommenden Sonntag statt. * „Das Zelt", eine jüdische illusttierte Monatsschrift füv Kunst. Literatur nnd Wissenschaft, erscheint nun nach kurzer Pause von neuem unter der Redaktion von Eugen Hösllch und Architekt Hahn inc R. Qöwit-Werlag,, Wien. 1. Bez., Fletschmarkt 1). Arnold Zweig schrieb über ^Das Zelll,,^DaS Zelt" ist bei weitem die beste allgemeine, kulturelle Zeitschrift guten Stils, die von Juden und für Iuden^ jemals gemacht wurde ... Da die AusstattuW der Hefte des Inhalts würdig ist, wird man jeden, der sich an den produktiven Werken der jungen Generation wirklich erstehen will, auf Liese Zeitschrift nachdrücklich verweisen können. Sie zeigt, was für elementar« jüdische Kunsttriebe in der Galuch am Werke sind." * Eine Untergrundbahn in Rom. Au8 Rom wird $emddet: Die Gemeinde Rom hat an eine ttalieuisch-franKsWe Gesellschaft den Bau einer unterirdischen Stadtbahn in Ronr vergeben. Die Bahn wird vom Fuße des Monte Mario über dje Piazza del Popolo, PiaM Colonna zur Eisenbahnstation und zum Lateran sichren. Die Gesellschaft hat binnen sechs Monaten ein detaMiertes Projekt vorzulegen. Die Gesellschaft wird mit einem Kapital von 10 Millionen Lire gegründet, das, je nach Bedarf» aus 40 Millionen erhöht werden kann. . j_ ''' Kleine Wontt. * Scharfes Aug'. Der svanMche Schriftsteller DvstaN Gernard fuhr dieser Tage von Paris nach Dilion, stteckte sich tut Wagen erster Klasse aus und rauchte vchaglich seine Ziaarrc. „Sie, das Rauchen ist hier verbot««," sagte plötzlich sein Coupenachbar. Tristan sicht ihn an, schweigt und raucht weiter. „Sie, das Rauchen ist hier verboten. Wenn Sie nicht sofort auWren, ziehe ich die Notleine!" — »Bitte, zie^n Sie'/ Der Evupenachbar zieht in der Tat die Notleine, der Schaffner erscheint; aber bevor dar andere noch reden kann, ruft Trtstau dem Schaffner zu: „Sie, Schaffner, sehen Sie einmal nach, ob der Herr, der die Notleine gezogen hat. überhaupt berechtigt ist, erster Klasse zu fahren!" Der Schaffner sicht nach, es stellt sich heraus, ider Coupenachbar hat Mr eine Karte zweiter Klasse. Er ist ^sprachlos, wird hinausexpediert, muß Strafe zahlen.: Tristan räkelt sich behaglich und raucht werter. „Ja, wie wußiest du deun, daß der andere keine erste Klasse hatte?' fragte einer der veMnfsten Freunde, dean Tristan dtosen Fall erzählte. „Wieso? Ganz einfach. Ich sah aus feiner Westentasche ein Stückchen seiner Fahrkarte hsrausftchen» und sie halte genau diesÄbe Favbe wie meine ..." * Pumper werden nicht begrabe». Noch um die erste Hälfte des vorigen Jahrhunderts gab es in Rußland eine ganz seltsame Strafe für säumige Schuloner. Wer nämlich starb und ein tück)tiges Bürrdel Schulden hinterließ, der durfte nicht be-' graben werden, sondern mußte irber der Erde bleiben ttnb, seinen Gläubigern stets sichtbar, den jüngsten Tag erwarten. In Reval zum Beispiel hatte dieses traurige Schicksal einen russischen General, den Herzog von Croix, betroffen, der bei Narva schwer vertvmtdet Wörden war und daraufhin starb. Da er nun aber, ohne seine beträchtlichen Schulden bezahlt zu haben, gestorben war, wurde er nicht beerdigt, sondern als — Mumie erhalten, so daß ihn jedermann, in erster Linie aber seine Gläubiger, sehen konnten. Auch in London galt dieses Gesetz eine Zeitlang, und längere Zeit hindurch wurden auch dort die Mumien "zweier Männer gezeigt, die man wegen ihrer großen Schulden, die sie nicht, mehr hatten bezahlen können, nicht beerdigt hatte. Ob es für die Gläubiger etit besonderes Vergnügen war, die Mumien ihrer Schuldner nach Belieben betrachten zu können, ist die andere Frage. * Der Blitz erschliictzt eine Mineralquelle. Vor kurzem ging in der Nähe von Geis in Tirol. (in der sogenannten Tedaschluchi) em GÄvitter nieder. Wähvenid desselben schlug der Blitz in einen Hausen vor: altem Holz, welches um Steine aufgestapelt war, spaltete die Steine und entzündete das Holz. Später bemerkte man, daß an dieser Stelle stets und immer stärker Wasser ausrinue. Die genaue Untersuchung ergab, daß infolge der Spaltung der Steme eine Quelle zutage gefordert worden war, die einen hohen Gchalt von schaveselsaurem Eisenoxydul und Maatiesi-umoxyd besitzt. Wenn num erwägt, daß der zur Erde niederfahrende Blitz stets seinen Weg nach den (vielsach unterirdischen) Wassermasseii nimmt, um dort neutrallsiert zu werden, so zeigt die berichtete Tatsache durchaus nichts Unwahrscheinliches. Jedenfalls ist sie an und für sich weit wahrscheinlicher als die E^cchlung, daß einst in dem fraaMiischm Orte Verdiers bei etu-em Schützenfaste der Blitz nicht allem den Sieg davontrug, indem er das Schwarte m Zentrum durchbohrte, sondern sich sofort auch auf die mit Lorbeer urnwu.udene Vreisrimte stürzte nnd sic zerfchmetterteE -

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