Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 2022 (3.10.1924)
- Date
- 1924-10-03
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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M.SW AMWMo» Wien, Fveliag Wien, 3.Oktober. * ätte Mchenstttt De. Julius Oftttts« Gestern votmittags wurde Ne irdische Hülle des hwMttti Jüvsteü und Parlamentariers Di. JMüS Ofner den Flammen WerflMn. Ehe die Leiche in daS KvömatoÄnm Weckührt wurde, Nahm in der Zevemonionhalle der ifvaelttischen Abteilung des Ze-NtraWedhofes der Präsident der Diener KültuSgemeinde, Generaloberstabsarzt Professor Dr. Pick, von dem Verblichenen Abschied. In der Mitte des im Trauerschmnck gehüllten Zexemomenfa alles war die Leiche Dr. Ofners amgebahrt. Hier hatten sich vor 9 Uhr nelbst den Famllienangchörigen einge^ fanden: der Vorstand der israelitischen lKuttuSgemeinde,, der BethauSvorstand, die Vorstandsmitglieder der Ehewra Kadischah .der Union dentschösterreichisHer Juden, Delegierte der BezivkSkommDionen. sowie zahlreiche Freunde und Verehrer deS VeMchemen. Rach der Rede des Professors Dr. Pick wurde di« Söiche ruf. einen Galawagen gebracht, der sie unter dem Ge- .leite der Trau erversammlung zum K re m at o r iu m der Stadt Wien Werführte. * Ehrung des NeglermigSkate- Schiffmann. Der Verband der Fachpresse veranstaltete Mläßlich der Ernennung festes iGhrenniitMedes Redakteur GmÄ Gchtffmann -um RegrevungSrat im Prunksckme des Hotels Continental einen F e stabend, der die allgemeine Wertschätzung drS Ausgezeichneten dolkumentierte. Den großen Gaal füllte eine zahlreiche Gesellschaft aus Kreisen der politischen, finanziellen und Kunstwett, die Kollegen von der Tagespreise, viele Publizisten waren erschienen, ML an der Feter teihMchmen, die «in erlesenes MnstlerilHeS Programm bol. * Ein vykolattentat. Gestern gegen 7*7 Uhr abends schüttete die 23jäbrige Hausgehilfin Margarete Komjath in der Hahngaffe ihrem ehemaligen Geliebten, dem 23jährigen Koblenausttäger Leopold Hanke Lysol in- Gesicht. Hanke erlitt keichte Verätzungen. Die Komjaty HM die Lat wegen v e rschmLhte,Liebe begangen. Eie wurde Verhaftet und dem LanbeSgerlcht eingeliefert. * Die Lebensmüden. Bei der HeikiMstädter Drücke hat sich ein junges Mädchen in den Donaukanal gestürzt und war bald in den Wellen verschwunden. Sie wurde bisher n i ch t gesund e n. — Zm Lainzer BersorgungtbauS stürzte sich die 63jährige Marie D«ch o n auS deck Fenster ihre- Zimmer» «nberlagbalbibrt «Verletzungen. Die 61jährige SchnetdermeistttSgatti« Franzitta D t x a hat mS jtränkung über eine DiebstahlSanzeige Lysol getrunken und ist im Allgemeinen Krankenhause gestorben. * Tlratzenbahnzusammenstotz auf dem Karlsplatz. Auf dem Karlsplatze hat sich gestern mittags aiaf der Ält GeilenecmlcvgL der 2er-Lime ein Zusammenstoß zweier Straßenbayttgüge ereignet, der große AÜftMng unter den Passa- >giren und «rohes Aussehen yevvorrief. Erfreulicherweise gab eS, trotz stackem Materialschaden, keinerlei Verletzte. * Stkähriges Jubiläum des österrrichifchen HandelsuwseuntS. Das österreichische HandelSnurseum övgcht AttfMg Jänner 1L66 di« Feier feines. ölWvigen Mtandes. Die DeremÄlektuna lberemt eine Feier des Gedenktages vor. Eine umfangveie^ Festschrift wird di« Geschichte deS^ Handels- Meums, welches die älteste volkswirtschaftliche Institution dieser Art ist. enthalten. * Di« GesundheitsverbAtrüffe in Wen rm August. Die Abnormal kühle Witterung ves August, di« auch eine Zunahme der AtMtngskranGeiteN leichter Arien zur Mae hatte, hat den Krankenstand gegenüber dem Monat Juli und dem Äuaust des Vorjahres etwas ungünstiger gestaltet. Die ZM der Jwfecktwnsänzei-jieri war um weniges höher als im IM dieses Jahres (690 Falle gegen 881) und als im August des vormen Muß (600 Fälle). Gegenüber dem Monate Mi Ät die SteMMeit in Wien um 166 Fälle -uvückMangett und ste war um 11 Fälle Wer als im August des Vorjahres. Insgesamt starben 1788 Wonen gegen 1964 im Monate Juli diese» Jahves und gegen Ml im August des Vorjahres. * Die Wiener Straßenbahnen. Wie bereits gemeldet, schließt die Gebarung der Wiener Straßenbahn mit einem Uebevschutz von 12 Milliacken Kronen. Im ganzen.mucken 169 Millionen Fahrgäste in diesem Jahre befördert. FM 18 Millionen mehr alS im vorangMNgenen Jahre. Die Zahl der Unfälle betrug im Berichtsjcchre insgesamt Ml mit M Äerletzien, gegMmr 4908 mit 890 Verletzten im Vorjahre. - Die Ml der Beschwerden steigt in den Jahren, in denen tzahrpreisechshMgen vovgenomMn wecken, und sinkt in den Iahreu, sn dem« die Fahrpreise wieder Vüstä-kMg Md. » Fockevungen der AonzerMalumfAL Die Musitzr der Salonkchellen m den Konzertlokülen haben dem Beckande der KonzerMaWesltzer in Ocherreich neue Fückerunaen unterbreitet und auch das Verlangen nach Abschluß eines Kollektiv.» Vertrages mit weitgehenden WalMWchtt yockerungen gestellt. In einer heute stattsindenden VoWerjammlung wird der Peckauo zu diesen Forderungen Stellung nehmen. * «Mnung des Zirkus Hagenbeck. M dieMrigö Saffon des ZiMs Hagen-beck wird Samstaa den 1. d. «ÄMet wecken- Das gvoße Renz-Gebäude in der ZivruSgaffe wucke während des Sommers renoviert, die Stallungen vergrößert, im Zuschauerraum Veränderung^ durchgesichrh Trger. Elefanten, Mras, Eisbären, braune Bärett, sowie die herrschen Pftcke sind bereits eingetroffen, und bis Dm Samstag Wecken noch andere Transporte hier eintreffan. Auch die zMreichen Artisten haben mit chren Probe« begonnen. Sonntag findet bereits die eifte Wchmma-Mchellung für die Jugeck, zN welcher die Eintrittspreise ockeutend ermäßigt wecke«, mit vüWandlgem MeBprogramm statt. Vroße MMokkastoa bei Srm«. Me größere Anzahl don im Preist tief herabgssttzten Leppichen m praktischen, guten und fernste,t OualttLtm ver- Msi da» LepptchhauS Ovendi, Wien, Rotenturmstvaßr L0. Diese Lepviche sind vorzüglich geeignet für SpeiM.nmer, Schlafzimmer Kinderzimmer, Vorzimmer sowie GalonS und Losten nach Größe und Qualität pro Stück 376.000 biL ilÖOö.0O0 K. und darüber. In der OkküsioUSrestenhalle, Zu» Mng: FleischmaÄt 1, neben dem Kino, Hunderte Reste von iSKustePPichen und Mbelstvffen. (EntgelAch,) Bereise. BortrSge «ad BersimmMm. Leopold städterVolkSheim, 2. B«.. Zirkns- Me 48. 6 Uhr j Geschichte der Philosophie. 7 Uhr! Mittelalter,! Elektrizität und Magnetismus, KrankheitSlchre, Französisch für Anfänger, Aegypttsche Kunst, GesangSkurS, Raumlehre. 8 Uhr r Die MnoffsMaftSbewegung, Weltgeschichte von 1900 an, Deutsche Lttnaturgeschichte, Astronomie, Bodenprödukte Oesterreichs, Radiotelephonie, Französisch II mb Hl. Bliuden'Sammeltag. 1. und S. Oktober 1S81. F r e t w i N i g e Helfer, die sich ul» Sammler betätigen wollen, werden gebeten, Mer Veloringnng de- Meldezettel» und eines PttfonalbokumenteS sich an den beiden Magen bei der Sammelstelle zu melden. Nächste Sammelsteller 1. Dez.,' Nathausstraße l4—16, Amtsgebäude; 20. Dez.,- Brigtttaplatz, Magistratisches Bezirksamt. Menet: Morgenzeitttng. Im ÜBNMNvM, ln. Unks Bahhäässe 9 Oaitz renoviert I ^Ganzjährig offen!sm Wannenbäder und Kuranstalt Für Dampfbadbesucher Fintflleitbadl frei I Badeaeift; die ganze Woche mit Ausnahme des Montag Bühne und Kunst. Srl.BLHne. Eröffnung m WinterMlzekt im Kowödirnhaus, Vor 22 Jahren scharten flöh theaterspielfreudige Menschen UM Ferdinand Exl und spielten, Naturmenschen, auS einem starken Nawr- und Stilgefühl heraus Anzengrubers „Pfarrer von Kirchfeld" als Auftakt zu einer langen Reihe urwüchsiger Vollsstücke. Ein Zusammenhang mar da: der Wille, gemeinsam etwas Größes zu leisten! UUd es ging aufwärts. ES folgten Gastspielreise« nach Deutschland, nach Holland und in die Schweiz, Theater von Rang gewährten der Exl-Truppe Eingang, Borurtelle wurden 'im Sturm Überwunden. Daß Exl-Theater hatte nur den einen Wunsch, tzn eigenen Heim zu arbeiten, vor einem PMikum zch spielen, das teilnahmsvoll den Ausstieg dieser seltenen Künstler begleite und zu neuen Zielen ermuntere. Diese Sehnsucht ist erfüllt. Die Exl-Leute, die bisher zigeunerten und auf diesem mühevollen Wege zu reifen Künstlern wurden, haben nun ihre — hoffentlich dauerhaften — Zelte im KomödienhauS aufgeschlagen. Sie brauchen als Attraktionsmittel nicht den Vorwand, im Rahmen des Wiener Theaterfestes zu spielen, wenn auch ihr anerkaMtes Niveau die Zeitung dieses Festes dazu hätte verpflichten sollen. Aber sei'S dmm! Zweiundzwartzig Jahre und ein Tag find die besten Vorzeichen für ein dauerndes Fundament! ‘ * ■' Die Eröffnungsvorstellung „Der G'wissenSwuvm", gleichzeitig eine Art öojähriges Jubiläum dieses satirisch-heiteren Bolksftückes Anzengrubers/ das, «in Stück LitttattrrgeschichLe, lebendig gehlieben ist.— vor allem durch die Darstellung der EZl-Lruppe, die den Naturalismus verklärt und sich zu einer, vörbildlichen EnsemLlelunst durchgerungen hat. Ludwig Auer, Eduard Köck, Anna Exl, in EpisodenrollenRtmi Auer-G stöttner, August B urtz er, HanS Kratzer gehören, in ihren Leistungen der hohen Kunst an.-FMnaNd Ex l Wüßte daS zahlreich erschienen Publikum, das di« endlich „nach Hause gekommenen" Exl- VMe mit WrmischM Äeifall Gerschüttet. &. t. : gohmm-Strautz-Aeater. ^Dollh." Lehak, KülmaM, Leo Fall Und Oskar Straus, also mit Vir Neste« Vertreter der modernen Sstttretchischen Operette, wecken augenbliätlch in Berlin ausgöfHrt und gofeöert» Wien Mt es Mit den Berlinern Vromme und Hugo Hirsch. Es ist ein Güteraustausch, der sicherlich dem Prinzip der Meiskbs- Mstlgung nicht entspricht. Auch „Dolly", ein Werk/ das nach dem Willen seiner TeOichtrr Franz Arnold und Ernst Bach als Daudevilleoperette gelten soll, ist sicher kein Ersatz dafür, daß die letzte Operette von Ostar Straus dies« Woche Htt UrausMrlNtzg <n Berlin erlebt hat. Das Buch zeichnet sich weder durch Ideenreichtum^aus, noch bringt «3 szenische Ueberraschungen und hat eine« ganz .schwachen dritten M. Die Musik VE HUgV Hirsch MfMt, wie immer, tn Mi Gruppen: In ausdrkngliche Schlager und derb einschlagende moderne Tänze. Wo der melodische Einsall ausscht, hilft bisweilen ein binärer Jnstrumentnsivitz hinweg^ Es erwärmt sich sei dieser Musck nicht daS Herz der Mitwivlenden (und der Zuhörer), Momchr ihre Prine. Sie hüpfen von Tanz zu Dan;. Der Erfolg der Operette ist butch. die ansgeseichuete Mstung der überaus reizvollen Tanzsoubrette Gisa Kolbe. Mahrleistet. Wie dieser knaberhast schlanke, kindlich lustige, v n Teinperamenr sprühende Racker dem Tange sich hingibt, wie «r säst gewichtslos i« Raums herumtollt, und eine von feinstem erotischen Parfüm erfüllte Atmosphäre hervovzaMrt, wirk! hinreißend. Die jugeMche Stimme hat an Fülle zugenommen, es fehlt ihr nur noch ein letzter Anflug von Ginnlichkeit und Weichheit. Max Br old 8 Type eines entthronten Mvsten rief Lachsalven hervor., Fritz Jmhoff verwandelte sich mit raschem Erfolg von einem amerikanischen Dollar- Änig zu einem bescheidenen, glÄcklichen Liebhaber. Marie Esche« in der Rolle einer Operettensängerin war von einer stimmlichen Kultiviertheit, wie sie setzt in Operetten selten an- Messen ist. Kart GchostalS Bekehrung von einem schüchternen Liebhaber zu einem Lebemann gelang überraschend gut. Kurt Köhler, Irma Wickenhaus«t Mevbvückten mit Ehrender Faffnvg GhekouMe Volt löjSyriger Däner. AlokS Dostal als Kapellmeister, HM Gchulbaur als Regisseur konnten mit allen Darstellern wiederholt vor dem Vorhang erscheinen und starken Beif-aÜ des PMWmS entgENnchmon. . . dt.' A«r Den Lheatem. B u rgth e. a 111 Morgen, 1 Uhr abends, .D ü S S ch w « r t d e S A t t i t a". «- Die fiir deU 9. d. geplante Uraufführung von Sch n i tz l er- „K o m ö d t e der B er« .sühnstn gwucke auf deu b et versch o S en. Die Herstellung der bcforatthen *.ntt> lösttiMchen Ausstattung des Bühnenwerkes machte diese Verlegung des Teri-'NncS der Premiere notwendig. A. Oktober IM Sette - Morzm, V»8 Uhr abends, Morgen, Akademietheüter. „Der K a i s e r i m W a l Schänbrunner Schloßtheater. V-8 Mt abends, „Das Glas Wasser". Volksoper. Heute »Der Bettel st udent^. Morgen „A i d a". Im Raiinund-Theater wird als nächste NeuauMrung B i ff on S Schwmü «Der Schlafwagenko n tro llor vorbereitet. Im Johann-Strauß-Theater findet am f reltag de« 10. t>., unter Mttvtrkuna prominenter Künstler eine ufführung der Opnette „D s l l y zugunsten der Freiwilligen RettungSseselllchaft statt. Das genaue Programm wird in den nächsten Tagen bekannt gegeben werde«. Für daS L n st s p 1 e l t h < a t e r wurde die Novität „Die Große« laßt man lausen^, ein Börse-Lust- und Leidspiel in drei Akten von Ernst Gutfreund zur Aufführung angenommen. Die Proben zu diesem Stück haben bereits begonnen und sobald die Zensur das Stück freigegeüen hat, gelangt es mit Josef Jarno in der Hauptrolle, in allernächster Zeit zm Dmstellung. Robert-Stoiz-Bühne. Die für heute Mgesetzt gewesene Eröffnung der R^ert-Gtolz-Eichne mußte unvorhergesellener technischer Schwirrigkeiten wegen auf Montag dm 6. Oktober, 7 Uhr a-bends. verschöben Wecken. ©itti Bardas gestorben. Dev bsvichmte Pianist Willi B a r d a S st auf der Heimrsise von Japan nach Deutschland an den Folgen eimS ÄulomoöMmsalles, im S9. LÄenSjahre gestockett. BackaS war ein geborener Wiener, aber seit Jahren m Berlin tätig. Bor einigen Jahren wucke er noch Japan berufen^ wo er sich durch seine Konqert« eine allgemeim Wrrrschätzurm errang, so -daß er zum Leiter der Meisterilasse der kaiserlichen MMkakadew«.in Tokio ernannt wuvde. RMchS Nachlaß beim Lumpenhändler. Im „Drachen" E I. Dmrich mit, daß ein Lelviziger Bürger «inen gvoße« Dell deS MchlMS von Nikis ch beim LumpenhiiMer erstand, das Kilo Mr 60 Psenwige. Darunter senden sich Heifte mit eigerHändtg Mchviebenen Kompoisttionen Misch', persönlich gewidmete Md handschriftlich signierte Partituren von Pueemi und Brahms, alte PdowgraMen ms Rkkiisch' erster Zeit und AchnltcheS. Diche meEvürmge Nachricht Web AS fetzt ^nwidersiprochen. SeriMaal. r«e Mtterschaftrmang. Litt Angeklagte sreigesproche«. Wegen Beckrechens nach §144 respektive wegen Mitschuld standen die 19jährige Leopoldine, ihr Freund Rudolf, Leibe vom Land, Rudolfs Schwägerin Marie, die in Wien wohnt, und die Hebamme Auguste B. vor dem Tinzelrichter Oberlandesgerichtsrat Wetz. Leopoldine erzählte in diestt Verhandlung, ihr Freund habe ihr den Rat zu dem operativen Eingriff gegeben. Ms sie sich weigerte, habe er sie sitzen lassen und sei mit einem» anderen Mädel gegangen. In ihrer Verzweiflung uyd Angstihn zu verlieren, sei sie nun allein Nach Wim gefahren und ihre Schwägerin habe sie zur Hebamme geführt. Was Port gesprochen oder an ihr gemacht wurde, wisse sie Mt. Die Schwägerin bekannte sich nicht schuldig. DaS Mädchen habe viel Über Schmerzen geklagt und deswegen sei sie mit ihr zur Hckamme gegangen. Was dort geschehen sei, wisse sie nicht, weil sie zum Fenster hinauSgeschaüt habe. Die Hebamme erklärte, sie habe keinen Eingriff vorgenommen. , Rudolf K. leugnete, seiner Geliebten zu dem Eingriff zugeredet zu haben. Der gerichMrztliche Sachverständige Dr. W' er k g a r tn er erklärt, daß keine Anhaltspunkte dafür vorhanden seien, baß wirklich ein Eingriffs vorgenommen wurde, wenn auch die Umstände eigentlich dafür sprechen. ■ Auf 'Grund dieses Gutachtens wuvsirn sämtliche Angeklagte freig es p rochen. Prisiident Kestranek gegen Mrettor Bernau. Gas Zivil« TaNdeSgevlcht verhandelte voogeisteM über eine Klage des Bräisidenten Wilhelm Kestraneck >gsaon den früheren Divecktor deS DmMen WMscheatiLrs Mlfvck Bernau und feine Gattin aus sMariffche Zahlung vvn 360 Milti-onen Kronen samt 16prmen!t>iM Zinsen. In der Klage wick .Merck gemacht, Prajsckmt Ächvanek habe t*m Direktor Ge-vnM Ms lsein Ansuchen e>in Darilchen von 600 Millionen Kronen gegen ISprogenÄge VerMn-ng aus sechs Monate gewcchrt, das er M ÜmwandMa des Garl-Dheaters und des MvaercheMrS bmöühte. Bon dem DarLchen sei sckoch nur «tot TeWetvag vmr 250 Millionen KuMckbezahlt worden, -der Reist Von SM Millionen siche trotz wiederholter Btundu-ng noch MS. Die Mchaftung der Gattin des GMrgten stütze sich cmJf die foineMMtze SlchersMnlng der Focksmng aus ihr Haus in St. WoWang. Der Klagwevtreter beantvaate dre GmivemchMMg des persönlich anwesenden' Pväswenten Mtvcmek. Der GevichtShof «rvachtetve die Ginvevnchmung des Klägers Kr entbchvlich -und verurteilte dt« «beiden GEagtm tzür ßchMng vckn 880 MMonen Kronen samt 16 Prozent &i#eit und 7 Millcknen Prozeßkosten, weit die Gesagten ßüv Hie eiHige Gvnwendmch, daß die ZaGung «och nicht Mrgseifewfei Beweise beizNbMgen vermochten. Pretzttozeß Wege« elftes Titels. Der Vorstand des GirafbezirLKgLÄchteS Hofrat Dr. Höflmoyer hatte gestern über «Am Pretzpvozeß gu judtzveveu, welchen die .beiden Inhaber der ÄeicheaMtatMlchsnntevnchnvung Payer n. Schmutzer gsgm den Vevantwortlichen Redakteur dsv Munde", «Dokior Mtz Kaufmann, wegen der Ueberfchvift ^roichevlschauder Äs Kläger" ln -einem Bevichbe über eine SchwurgerichtsvechMdmng einaebvacht hatten, >in der die genannte Firma ÄS Klägerin «Metveten war. Der anMagte Redakteur, der -infolge bernsticher Bechmdmmv zm Verhandlung «licht er. schienen war, hatte» im Vorverfahren als Beschuck-igt.er ein« vevnommen, erklärt, daß er -dvn ftagvichen «Bechcmdl.u>ngsdericht in, KeMntS seines Inhalte» zum Druck beföckert habe, daß aber in diesem Zeitpunkte die -inäckmickerte Ueber- Wsst Mif dem Ariiikel noch nicht vochandeu war. Der Richter V eruvteilte den Devantwomichsn Redakteur wdgen B er- .«nchlässigung der psl-ichtgemätzen Obsorge zu ecker'GMstrastz von 900.000 Kronen, ckentnell t.8 -stunden Arrest, sowie zur Veröffcnt'l.ichn.ng des Urteils sann: Gründen .in -der .Munde".