Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 2021 (2.10.1924)
- Date
- 1924-10-02
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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,Är. SÄ W». BanAiMg '' 8kn LiMchi im SchSnbrun«« Schloß. Der Schreibtisch des Exkaisers beraubt. / Gestern früh würde im SchchMunner Schlosse ein Diebstahl entdeckt, der in dem ehemaligen SchMzirymer des Exkaisers Karl «cmSgvsiührt wurde und &ei dem verschiedene ^unstgegenstände gestohlen wurden. Dom Schreibtisch schlten mehrere von diesen Gegenständen, deren Sachwert 18 Millionen ^Kronen beträgt, deren Kunst- und LMHabettvevt jedoch bedeutend größer ist. . Dar Diebstahl ist in der Nacht auSgesuhrt worden. Hinter einer ' spanischen Wand' entdeckte man mehrere abgebrannte Zündhölzchen. Man vermutet, daß der Täter sich unter den iTeilnekMem der vorgestern um 6 Uhr abends veranstalteten Führung befand. Diese Gesellschaft würde von einem Bediensteten des Schlosses iy den Gemächern herumge führt und es ist möglich, daß der Dieb sich imbemeH in einem Zimmer über Nacht «versteckt hat. Sie fiebensmittelmSttte. Erhöhung der Fleischpreise. Die Gvoßmarkthalle ist mit Rindfleisch andauernd' schlecht versorgt. Gestern wurden im Großhandel die Preise für frisches Rindfleisch um 3000 K. pro Kilogramm erhöht, obwohl auf dem Hauptrindermarkt in St. Marx sich die Preise für Ochsen nicht erhöht haben. Gleichzeitig mit dieser Preiserhöhung im Großhandel ist auch eine Preiserhöhung für Gefrierrindfleisch im gleichen Ausmaße eingetreten, da nicht rechtzeitig dafür gesorgt worden war, daß entsprechendgroße Mengen an .Gefrierrindfleisch herbeigeschafst wurden. v Wie n, 8. Oktober. * Todessturz von einem Lastauto. Gestern gegen halb 3 Uhr nachmittags fuhr ein Lastauto durch die Triesterstraße. _ Bei einer scharfen Wendung stürzte plötzlich der 32jährige Steinmetzgehilfe Wilhelm Sperr, der aüf dem mit Steinen beladenen Lastauto saß, herab und fiel mit dem Kopfe auf die Straße. Er starb an den Folgen seiner Verletzungen. . * Vom Auto erfaßt. Gestern nachmittags wurde in der Liechtensteinstraße das 16jährige Lehrmädchen Rosa Pfeffer von dem Privatauto A14 363 nieder-gestoßen. Das Mädchen erlitt einen Bruch des rechten Schlüsselbeines und mußte von der Rettungsgesellschast auf die Unfallstation gebracht werden. * Verhaftung eines Betrügers. Der 38jährige Agent Anton Bruckner wurde verhaftet. Er hat dem Fouragehändler Josef Kreitner im Sept-emlber dieses Jahres eine Waggonladung Hafer im Werte von 33 Millionen Kronen entlockt. Den bezogenen Hafer hat Bruckner noch am selben Tage um 20 Millionen weiter verkauft. Den Erlös hat er teils verzecht und teils aus dem Rennplatz verspielt. . * Brand in der Brigittenau. Gestern vormittags entstand beim Eisenhändler Böhm in der Jägerstraße ein Brand. Der Schaden wird aus 100 Millionen beziffert. * Die Affäre des flüchtige» Rechtsanwaltes Dr. Taub. Gestern fand in der Kanzlei des Rechtsanwaltes Dr. Robert Lazarsfelo, der vom Gericht als Kurator des Rechtsanwaltes Dr. Alfred Taub bestellt wurde, eine Versammlung der Gläubiger und Interessenten in der Angelogeicheit des flüchtigen Dr. Taub statt. Der, Kurator stellte fest, daß den Ansprüchen in der Höhe von zirka 3 Milliarden Vermögenswerte äsgenüberstehen, welche für die Gläubiger immerhin eine teilweise Beftiedigung erhoffen lassen, wenn eine außergerichtliche Realisierung erzielt wird. Er sai der Meinung, mit seinen Schritten zuzuwarten. bis ein ausführlicher Bericht Dr. Taubs eingelangt sei. Die Gläubiger werden ihre Fächerungen formulieren und überreichen. Vorläufig dürften keine weiteren Schritte gegen Dr. Taub unternommen werden. . * Eine Feuerkugel. Samstag abends vor 11 Uhr flog ein großes Meteor über Wien. Die Astronomische Zentrale (Wien, 3. Bez., Salesiauevaasse 8) bittet dringend alle Beobachter um sofortige, wenn auch uyvollsiändige Berichterstattung. * Preisausschreiben des Jüdischen Nationalfonds für ein Werbeplakat. Der Keren Kajemeth l'Jsrael (Jüdischer Nationalfonds) Ltd., Jerusalem, welcher neuerdings bemerkenswerte Anstrengungen macht, seine Propaganda nicht nur weit intensiver zu' gestalten als bisher, sondern ihr auch ein künstlerisches Gepräge zu geben, erläßt etn Preisausschreiben zwecks Erlangung von Entwürfen zu einem Werbeplakat. Der erste Preis beträgt 60 Pfund Sterling; insgesamt sind 100 Pfund ÄS Preise ausgesetzt. Der Wettbewerb ist offen für alle jüdischen Künstler in der ganzen Welt. Schlußtermin der Einsendung ist der 31. Dezember 1924. Die näheren Bedingungen sind zu erhalten durch das Hauptbureau des Keren Kazemeth l'Jsrael Ltd., Jerusalem, P. O. B. 283. oder durch das Bureau seiner Landessammelstelle in Wien, 2. Bez., Zirkusgasse 33. . * Ein jüdisches Denkmal in Znaim. Au8 Znaiw wird uns geschrieben: Äm 14. September wurde zu Ehren der 19 Znaimer Juden, welche im Weltkrieg gefallen sind, ein würdiges Denkmal in der Vorhalle der Synagoge enthüllt. Sem Entwurf stammt vom Oberstaatsbahnrat Ing. Isidor Reich, der auch als Obmann des DenkmaAomitees in ersprießlicher Weise tätig war. :...., ...... * Bereise, Bortrkige und Berfammlvngen. Elternvereinigung des Jüdischen Realgymnasiums. Heute, V,8 Uhr abends, im Festsaal der Schule Versammlung. Tagesordnung r 1. Bericht des. Direktors; 2. Gründung des Vereines Jüdisches Realgymnasium. Leopold st LdterVolkSheim, 3. Bez., Zirkusgasse 48. 7 Uhr: Kant, Menschenkenntnis, Die Lehre dom Staate, Dantes göttliche Komödie, Kraft und Bewegung. Das Blut, Enalich N, Notenkurs, Französische Konversation. 8 Uhr r Deusche Literaturgeschichte, Rechnensche Behandlung technischer Probleme, Tiere der Heimat, Englisch für Anfänger. Urania: Heute, 6 Uhr (Großer Saal): Eine Fuchsjagd auf Skiern durchs Engadin. 7,6 uhr (Kleiner Saal): Untv.-Doz. Dr. Otto Antonius: Die Menagerie Schönbrunn in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. 6 Uhr (Kurssaal): Dokor Ludwig Ä r n h a r t: WachSprobuktion und WpchSban der Honigbiene. V,8 Uhr (Großer Saal): Afrikanische Jagdabenteuer. */«8 Uhr (Kleiner Saal) : Minister a. D. Dr. Heinrich Witte kr Einrichtung und Tätigkeit der Rechtshilfestelle der Gemeinde Wien für Bedürftige. V*Q Uhr (KurSsaal) r Kurs: Prof. Julius Patze.lt: Das ZeitmraSwessn, I. 7*8 Uhr (Klubsaal): Artur Schnitzler, II. Dr. Karl Ecker r Dramatisches. ," -r- Keren Kajemeth l'Jsrael. Infolge technischer Schwierig- ^citen war es unmöglich, den Ausweis am Sonntag den 29.' September LU bringen. Er wird am Sonntag den 6. d., erscheinen. Damit den Gruppen und Selbstkontingentlern «och Gelegenheit gegeben werde, ihre Kontingente anfznbringen, verlängern wir über Ersuchen von einzelnen Gruppen und S.elbst-- komingentler» die Frist der Abrechnung der Vfien Kouiing 'ut^ H-? inllusiue Sonntag den 6. d. Wiener Moq?enz«rt«nA. MtsilMgm. M Um WW«M —Richteri Predigef-Talnre a. Buretle_ ln den mannlgfalttgatenAüsfülirühfrcn erhalten Sie vorrllilg und nach Maas bei billigsten Preisen beim Spezialisten RUDOLF GOLDSTEIN. WIEN, II. TABORSTRASSE Ö4 Telephon 45.6.29 Oegründet Im Jahre 1866 Telephon 45-6-29 Lieferant vieler 1n-a. ausländischer Kultusgemelndenl __ ± Zahlreiche belobende Anerkennungsschreiben! Dg* Grosses Lager feiner Stoffe ffir Massbestellungsnl "&0 WZ 1V2 3.8ulh, II. HMllndftram 14 (ehem. Stefaniestraße) 9ies 8 «ncthflnwf b e st e Küchels Familienbad im Beatrixbad, lll. Unke Bahngasse 9 Gans ranbvBert 1 ^Ganzjährig offenls Dampf-, Wannenbäder und Kuranstalt Für Dampfbacibesuchcr Famlllenbad frei! Badezeit] die ganze Woche mit Ausnahme des Montag J Aiihne und Kunst. ^Vas Schwett des MMa.^ Burgtheater. iDtan muß bGveffeln, ob dieses Stück auf unserer ersten Bühne, und dazu noch im Rahmen des Musik- und Theaterfestes, aufzuflihren war. Kein Zweifel aber besteht darüber, daß der blutjunge Verfasser des Werkes, Ernst Fischer, hochbegabt und eine große Hoffnung ist. Das Vorspiel — übrigens am Buvgtheater meisterhaft anfgoführt — scheint mir an sich ein wertvoller Einakter zu fern, ein historisches Stimmungsbild, mit kräftigen Farben gezeichnet und mit der Gestalt des genialischen Nomadenhänptlirvgs Attila im Mittelpunkte. Hütten bauen, ernten, was man gesät, sich von einem Gott behüten lassen und An fürchten — eine We-It; im Herde-' fcrttel hmralsen Wer die Erde/ Städte fressen, hinter sich verzehrtes Land, vor sich blühende Gefilde, im heißen Lebensdrcmg vorwärts eilen, Leine Bettstatt, kein Dahinfauben in Sattheit. — die andere, Attilas Welt. Einer von den verachteten, verlachten Erdknechleh, Sklaven' tieft' Scholle, bringt '. jhnr , ein Schwert, das er Leim Ackern . mrsgrub. Attila zückt es und merkt mch ku>Wm Gebrauch, daß in diesem Schwerte eine Wlacht wohnt und daß sich das Schicksal des Trägers dieser Waffe mit ihr verknüpft. Mtilr laßt sich auch von einem siegreichen Schwert nicht unterjochen. W stößt es in die Erde, überträgt einem Goten die Pflicht der Wache bei diesem Schwert und reitet mit seinen iKriegevn werter, in ungekannt« Fernen. Nach tausend Jahren bringt ein dunkelhaariger, Heißer Mwgling, fremd in seiner blonden Umgebung, dieses Schwert an sich, und es ergibt sich nun eine Fülle von Ereignungen, die der Ächter leider in gchn recht imtfangreiche dramatische Bildereingefangen hat. Attilas Schwert bringt Wundersiege über jede Uebermacht, die großen Erfolge bringen Machtraufch, Bkntrausch, bewirken nach einer ganzen Serie von Mordtaten Gotteslästerung samt Kircheuentweihung, bis sich der zmn Kaiser avancierte ZigennevMgIin.g entschließt, idas Schwert wieder abzulegen und an jene Stelle zu bringen, wo es seit tausend Jahren gchürchtet und unangetastet hinter der lebendigen Hecke wilder Rosen in der Erde wurzelte. Als unerkannter Waffenjchmiedgchivfe sucht jetzt der. Abenteurer Lübens- und Liebesglück, über es wird nichts daraus trotz s-chr zahlreicher, recht bunter dramatischer Szenen. Es treibt -ihn wieder zu dem Schwerte zurück, er reißt es nochmals unter Mitzeleuchten und Donnerkrach aus dem Boden, um es aber fürderhin nie wieder in Blut zu tauchen. Unter dem Schutz der hochgehaltenen, leuchtenden Klinge wird er seines Herzens Heimat suchen. Die langwierige BÄlade von dem machtGendenden, aber die Seele unterjochenden Schwert, ist nicht leicht zu überdauern. Aber immer wieder >bezwingt uns die Stimme eines wahrhaftigen Dichters, eines dramatifchen noch dazu. Das d-ramatifchen Fnnkenstieben unmittMar nach dun bemerkenswerten Dorspivl — dreifacher Gegensatz: der wilde, freie Gelselle, die üm Minmdienft unterjochte AdelHugrnd, das schwankende, ckhnungsloisen Mädchen —, ferner die erste Szene in der Kirche und ganz besonders der Dialog zwischen dem Hofnarren und dem Kaiser sind untrügliche Kennzeichen eines starken Talents.- Die Freude, einem jungen Dichter begegnen zu dürfen, Hilst uns, das Unbehagen über diese Uraufführung des Burgcheaters (just in diesem Monat des Wiener Kunstfestes) rasch zu verwinden. Das Burgtheater fetzte einen' an dieser Stätte neuen Mann ein, Ludwig Andersen, zu dessen Engagement die Staatsbühne zu beglückwünschen ist. ’ Trotz der Aufgabe, die nicht zu bewältigen tvar, setzte sich das edle Föuer des jungen Künstlers durch. Behandlung und Sprache, Beherrschung der Geste, Eigenart der Auffaffung sind vorhanden. Aus dem gwßen Aufgebot der Mitwivkenden ragten Auguste Pünkösdy, Walter Hu>ber und Hans Maar hervor. Als man den blutjungen Dichter sah, entschied man sich für ihn gegen sein unreifes Opus und beprüfte ihn berzlich. C 01. : 1 t 2 Olklkt IM ' Vsü» »Protheros Hvfe.7 , Ern englisches Lustspiel im Josefstiidtertheater« . . Ein Dl/ema: Franz Moor im Frack! Ans die Gefahr hi«, ebenso langweilig zu werden wie H. M. H a r w o o d, der Bar« äsier von ,MrotheroS Hilfe", will ich den Inhalt des Lustspiels mcherzählen. Das Parlamentsmitglied, Nick Bellamy, «in verl chmockter Spießer, hat sich in die Gattin des Gutsbesitzers Ar« chibald Hannay, Frau Elea>nor, verliebt und will sie heiraten. Ein Scheidungsgrund ist notwendig; er muß geschaffen werden, ohne daß der auf feinen guten Ruf bedachte Nick (siche „cant") etwas riÄiert. Er .wendet stch^' dahst' au Prothero, dessen Beruf es ist, familiäre Verwicklungen durch sein« Organe entwirren oder zum Eklat steigern zu lassen.. Ein leichtsinniger Schlingel» Lestrange, wird gegen Entgelt mit der Aufgabe de« traut, den Scheidungsgrund durch Verführung der Frau, maskierte Untreue, ^herLeiz-uführen. Diese Komödie aber scheitert an den Menschen, den Umständen, den Verhältnissen. Moral: Das Gute siegt, daF Schlechte unterliegt. Bravo! Die keusche englische Seele ist gerettet. Eine äußerst pikante Anekdote für das Tutti-Fvutti des „Jnteresianten Blattes", das der englische Dichter scheinbar fleißig gelesen hat. Schade um die Mühe des Beweises, daß schon die Voraussetzung des Stückes komischlächerlich, banal uw vor/allem unenglisch ist. •-*>• Die Schauspieler schlugen sich redlich mit allen Teufel,, der Langweile und Humorlosigkeit herum. Nicht einmal Rombergs fentimenital-burschikose WindhirndiMi, Hugo Th v migs Auge Biederkeit, Schmöles Mrateste Schuftigkeit und die. bittersüße Backfischschwärmerei Advienne G e ß n er s konnten den Abend retten. Rainer war ein echter bloüder Landedelmänn, Nore Gregor ersetzte Enttäuschungsseufzer durch Tränenschlucken. Das 'Publikum eilte nach dem dritten Fallen des Vorhanges zu den Garderoben und mußte von dm^ Billetdeuren darauf aufmett?sam gemacht werden, daß „es noch weiter gche". Es war ein Lustspiel ohne Literatur, aber auch ohne Lustigkeit.; o. v. ihtttüonsfteKnneen. M Orlik. - O. R. Schatz. Das graphische Kabinett der Bukum A.-G. (Hugo.(.ciU'r auf dem BauernmaiLt) bringt gegenwärtig einen Ausschnitt Ms Emil Oriliks reichem Radierwevk, der Summe einer zwaugigjährigen Mbvit, die alle Stilarten dieses Nadelvirtuasen umfaßt. Es war immer charccktevistisch für Orlik, daß er sich überafl, in seiner böhmischen Heimat und im fernen Orient, suchte, ohne zu einem eigenen Sttl zu gelangen. Aber sein Können war so stark, daß man vor der Intensität dieses Mirnens nicht an die Quellen' dachte, MS/denen, 'der durstige 'Kuristler schöpfte. Seine stärksten Anregungen Verdankt «c 'Japan, dem Land und seiner Kunst, dessen prirMW-r-afftstierte Zeichen- und HMchniittkunst er iuteusiv^ studierte und der europäischen Anschaunngswelt .Mtzb-ar machte. Biele seiner Blatter erinnern an Zorn, an Max Klrnger, Grsiner, sogar au Chiü.gall, womit nicht allein seine BerwanM^SfHiM^ fot»- devu auch seine Vielseitigkeit ^ckumentürrt st. . In /der Neuen Galerie ist eine Ausstellung von Arbeiten des jungen O. R. Schätz zu s«hm, der bisher in der OeiffenMchkeit nicht hevvorgetreten fft. Durchwegs gute, solide Malerei, .viel Schwung und Feuer, in der Farbe doll rmd saftig und mit einem jugendlichen Guchustasmur, der unverdorben ist und sich an die schwierigsten Probleme heranwag!. Auch das grchihisö-e Werk des' M-gen Künstlers zeigt Elemente starrer,-eigenwilliger Kraft, prägnante Züge einer starken Individualität, ltzie ehrlich ringt um die' letzten Geheimniffe der Kunst: linnechalb der sich artistisch gebärdenden „Modernen" eine höchst erfreuliche Grschsnmng. . o. r. SörWrmze« auf der SlaumMue. Wenn Friedrich KireslerS Raumbühne ikerue theor^i» sche Spekulation bleiben soll, muß in immer neuen Anla'wscn der Versuch unternommen werden, Probleme der Kunst unserer Tage auf «ihr zur Lösung zu bringen. Es ist nun -interesiant, zu beobachten, wie weit der Kreis der künstlerischen Fragen reicht, die mit .der RaunMhne in mittelbarem oder unmittelbarem Zusammenhang stehen. Ludwig HirschfÄd und Mack, die am staatlichen Bauhaus m Weiimar arbeiten, führen ihre Farbenlichtspiele vor. .Eine überraschende Schönhett offenbart sich da dem Zuseher: Nicht die Harmonie Zwischen Farbe und Klang überwältigt, sondern die ornamenllose Form in ihrer kristaMlaren Raüchsit. Eine Gerade, eine WelleMiuie, einen Kreis, einen Würfel, die einfachsten Formen im Reiche der natürlichen Schöpfung, sieht man einzeln oder vereinigt, ohne daß sie i-m Dienste eines symbolischen Ausdruckes stehen würden. Gisa Gert erprobt ihre alten Tänze auf der neuen RrMinbühne. Wie es einer nattirgewachsenen Begabung entspricht, stößt sie von selbst auf das Problem, das die neue Form des Raumes stellt. Der Kreis verlangt einen anderen Aufbau der Tänze als das Viereck. Die Entwicklung eines Tanzes längs der Diagonale, die Verengung der Kreisfläche, das Abschreiten der Peripherie sind Fragen, dieneu auf die Tänzerin einstürmen. Gisa Gert Mt auch die neue Buhne mit ihrer tänzerischen Phantasie aus und bedient sich der neuarbigeu Lichtvertvilnng mit Erfolg tm Dienste. des künstlerischen Ausdruckes. E. Jack Bur t o n aus London hat uns selbst unter ©eihilft einiger Schülerinnen sein Systenr der Gymnastik, daS sich „Synthetie Expression" nennt, vorgsführt. In den einleitenden Worten besprach er die Wichtigkeit des richtigen Atmens, von dem «s abhänge, ob man die unbeschränkt« Herrschaft über feiiren Körper erringt. Daß mit der Frage der körperlichen Bsschafsenheit die Verfeinerung der Gefühle Msammenhängt, sei rrnä Tatsache, die auch den Künstler angehe. Die Demonstration^- bevspiele, die vor allem die rhythmische Einheit von Atem und Bewegung aufzeigen sollten, waren von allzu großer terbnisärer I o:-':1 'ritär. Solche 'Spännnngsnull ’r.'-yvir'w