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Wiener Morgenzeitung · 1924-10-02 · Heft 2021 (2.10.1924) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 2021 (2.10.1924)
Date
1924-10-02
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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i»5 'VAtTj »'Hi'. KHIiyW« T^p , W'1' Seite s Wien, DonnerZtag ' leichten Atzbeitenr.' zur Selbstbestimnruirg und' Selbstvelantwortung überzugehen —es muß sein und-es muß gelingen.' Es handelt sich ja um junge, intelligente'Menschen, dk noch die Kraft und den Willen besitzen, ihr Leoben auf eine neue Basis zu stellen, sei es. ruf dem Gebiete der Wirtschaft, sei es im Wege der MOedelnng auf dem neuen jüdischen Boden. Die jüdische Oeffentlichkeit wird aber unthelfen müssen. Sie wird durch die Beschaffung votz Kredit, durch Stellenvermittlung und Schaffung von. Arbeitsgelegenheit den Umschichtungsprozeß erleichtern. Das ist die Ausgabe, die erfüllt werden muß, um die jungen Leute nicht ins Irre streben uiid der Politischen -Deulagogie verfallen zu lassen. Der jüdische Bankbeamte kann nur bei der jüdischen Gemeinschaft Hilfe finden. *t. ffieiimamts Ankunst in PWRua. WgeMeNst der „Wiener MorgenZeitmrg".) gfttffö, 1. Oktober. Dr. Ehaiur Wei'zmauu ist ln Palästina eingetroffen und wurde in der Eisenbahnstation Lutz von einer Delegation des Waad Äeumi und einer großen Menschenmenge begrüßt. Bon Lud' reiste Doktor WeiUnann in Begleitung der zu seinem Empfange Erschienenen nach Tel-Awiw, wo ihm begeisterte Ovationen bereitet wurden. Wschkin in Warschau. (Mgendienst der ,Mener Morgenzeiwng".). Warschau, 30. September. M.. M, Usfischkin ist hier erngetroffsn. Er wurde im Bahnhof von.zahlreichen De'Matiouen und einer riesigen Menschenmenge, die ihm begeisterte Ovationen bereitete, empfangen. Ussischkin verbleibt hier eine längere Zeit und «beabsichtigt, eine gwtzzugige Sammelpropaganda für' den Jüdischen Natwnaffonds zu entfalten. Er gl<ylbt, daß es ihm -in Polen gelingen werde, 50.000 Pfund Sterling zu sammeln. Ser Aumems clausus vor dem mternvtiouakn Gerichtrhos. Ans London wird uns berichtet: Luci-en Wölf, der als Spezialdslegiertex der jüdischen Gesellschaft für auswärtige Zlngelgenheiten, ferner der Jca und der Mianve Istaelite Universelle- .wahrend der Völlerbundberatungen in Genf anwesend war, ist nach London zurückgekchrt und hat über seine Genfer Tätigkeit Bericht erstattet. In Genf hatte Lucien Wolf eine Unterredung -mit^dem Führer der ungarischen Delegation Grafen A p P o n y i, in welcher dk Frage der Abschaffung des Numerus clausus in Ungarn diskrtievt würde. Luäen Wölf- Wng vor^daß dieimgari^ fchr Ztegiernng selbst' ein Gutachten 'des) pevmäNenW' iwernatidnalen GerichtMfch M Gesetz , über den Numerus claüsns. nichtden^MuchMtsschutzbestimmungen des Friedensvertrages' von 'Trianow Mt-' wid-erlaufe. Lucien Wolf eMrte, daß. er,-unabhängig.'von der Entschließung der ungarischen Regierung "bezüglich seines Antrages, selbst in Genf alle Schritte unternommen habe, damit der ständige Gerichtshof - auch in - dem Falle» als das Budapester Kabinett feinen Antrag ablchnen-sollte, zur Frage des ungarischen Nnmerus-clünsüs-GesetzeS Stellung nehme. - Siu Aasrus de» litauischen StaatrprWeuteu gegen den AMemitismus. (EigerGienst der ,Wiener Morgentzertung".) Kowno, 1. Oktober. Im Zusammenhang mit der vor einigen Tagen fiattgefundenen gewaltsamen Sprengung des Jüdischen Nationalrates durch Poüizeiorgäne veröffentlicht der frühere litauische Staatspräsident Smetona einen Ausruf an die- Litauer, in dvm er sie vor antisemitischenEzzeffen warnt. Er betont ferner, daß nitt durch den Antisemitismus' der Majoritatsparteien und der Regierung die Position Atauens im Völkerbund e verschlimmert.habe. Die Sprengung -des Jüdischen Nationalrates — eine Folge dieser antistmitischen' Hchpolitrk — -werde sicherlich nicht ohne Folgen für Litauens internationale Lage bleiben. Der Vorsitzende der -jüdischen Sejirrftaktion Doktor . I. Robinson schreibt in der „MischemStimme" unter anderem: Der ausei-nandergeiagte NatioMrat war zusainmengetreten, um wichtige Beschlüsse im Zusammenhang mit der Verfolgung der Mische« Sprache in Litauen nsw. zu fassen. Der Nationalst war bis jetzt als öffentlich-rechtliches Organ faktisch anerkannt."Nun hat die' Regi-erung Polizisten in den Sitzungssaal geschickt und damit einen dicken Strich unter ihre bisherigen Beziehungen zu der repräsentativen Mischen Körperschaft gezogem Man kann das litauische Judentum unterdrücken, aber nicht beugen. Wir rusen die ganze jüdische Bevölkerung auf, auf der Wacht unserer' nationalen Interessen zu stehen und sich für die Wiedereinrichtmig des Nationalrates vorzubereiten. ' '-v '5. Per wMrlkche R«MN« üausus. Biida^t, so. SevtemAr. ^el. Ar-Mr,.M»ry«n» zeitung^^) Als selüerzeit.. die Dür^HrungAvevorimunyzmn Gesetze.über den Numerus cla.st.sus erschien, stellte der Minister für ÄÄuS'uüd'MteViM quSdchKH fest, daß die Zghl der in die /medizmische FMltät der. Budapester ÄiveMat anfzüneWndett''Ho^r chit. einer Gesamtzahl festgesetzt werde. Diese Feststellung hatte insofern prinzipielle Bedeutung, als auf Grund derselben dreißig jüdische Hörer — 5 Prozent der. Gesarntzahl ~ Miettev MovgenzeUung. 8. Oktober 1924 Nr. Ml Die Sanierungsattion der Banca Sommrciale. . Katnillo C a ft i g ti \vi, der sich zur Führung dringender B^hatWngen>nachM a tl'aütd hegeben haste, hak hon dort nach Wien-telegraphiert-, daß est Unhchzützlich l . 's;. ab. Präsident G-old ft ein ist in Deutschland,' angeblich. Nur Kapital für die - - " y j - ' Sanierung der Depositenbank antritt. Er dürfte im Lastffe de sheutigen Tages hier e-intveffen. ... De^r. Stand -der Üntersilchung ist unverändert. Eshaben sich gestern keinerlei, neuen Monteutc ergeben und' auch die gerichtlichen Re v ifrone st im Bureau Castiglionis erbrachten nichts Besonderes. Generaldirektor Newmamn befinde-t sich nach Angabe feines Anwaltes in Budapest, nach Mitteilung der Budapester Polizei ist er von dort spurlos verschwunden.! Offenbar wartet er.- die 'ErstdjMng des von ihm vorgestern cingebrachten Gesuches um freies Geleite Gestern mittags wurde bekannt, daßder Vertretet der Bänca Cömmerciale Adolpho Ro ss i, der bekanntlich als -Bertrauen'smann "dieser Bank .'-im .iWseiGaWi^i" weilt, 'beim.Jttstizininister und Mzekanzle^.Dr..Frank .vorgesprochen mch ihm mitgeteilt hat, daß es. «mit. Rücksicht aus die materiellen BerhSltttisse des Hauses Castiglionk .derzeit vollkommen ausgeschlossen ist, «ine mehrere Milliarden betragende Käiution zu orlegeu. Rossi bat den Vizekanzler, er möge auovdnen, daß Casiii glloni ohne Erlag einer 'Kaution f reiesG c I c i t -c zugesichert erhält. Bei Einkauf gon drei Paar Strümpfen erkalten 8ie 1 Paar tiocfieUgonte StruMnder gratis! nur L Trattnerhof 2 (Graben) ausgenommen tverden nntßten. Wohl wurde schon damals bei der Beurteilung der AufnahnrSgesuche strenge vorgegangelr und' a u ch drei ge tauf t e j ü d i s ch e H ö % er gingen zu Lasten der 5 Prozent, aber iirun-erhin sollte erneut festgelegt -ivcrden, daß dreißig Mischen- Hörern der Zutritt zur medizinischen-FgMtäs gesichert bleibt. Die mehrfach erhöhten Süchiengebühren verursachen aber eine stetige VerkmKWng"dLr-'Zqhl-dsr-Mchizk»er-.yn der Budapester Uulvevsität, so W-M das komntende HMjahr rui g-My- 350. Höver Änsnrphnw finden' werben. Hinsichtlich d^r - Zahl .der aufzuMhvlendsn Mischen Hörer -hat , sich Mp dtz-x W^Misstmt-'MNich'M'derk StandPuM.yeK,; Wf/W: nicht - hie wtzM.. TWWchtsnvmistev NrUvünMchi WWte MchstL- MP:vdr^ W-'.-W^.ch:'diH^M---W- WHven-i G^^Prs^chcKc'Maßtzd^O> - 'so" gaß im kommenden'SömesteL bloß s i e b z e h u jüdische Mediziner - — einschließlich der getauften Juden — Aufnahme finden wechen. - Auf derselben virckschrittlichen Linie 'bewegt'sich auch der..'fernere Beschlich des Senats, illn kommenden StiKpenDr k e'i n e w e rb Xi che n Hörer aufßu^ nehmen/'' ' - ' 7 ' - - ' -; ' Die Srolvoker MirkomHdte. Budapest, 1. Oktober. Iustizminister Dr. Pesthy äußerte sich zu einem Berichterstatter des »Hefter Llohd" über das-Szolnoker Urteil, daß das Meritum des Richterspruches nur von der höheren Gerichisinstanz überprüft werden könne. Auch der Justizminister sei nicht berechtigt/ in ^diesem Teil der A-ngelegenheit einKUgreifen. Was aber den normalen Verlauf der Verhandlung betreffe, so liege diesbezüglich eine Beschwerde des Honved- Ministers vor, der sich - auch eine solche des Ministers des Innern angeschlossen hat. Diese Beschwerden werden geprüft werden, ob im Laufe der Verhandlung Gesetzesforwalitäten verletzt ttvorden feien. Die weiteren Nachforschuingen nach dem Täterdes Csongrader Bombew attentates feien Aufgabe der Polizeibehörde. - ' Sr. Marx will die Regikrangrtoaiitisn emeitern. Berlin, 2. Oktober.^ Rsichstanzler Dr. Marx. , ev- Elärte' einem Vertreter der /Merirnania" gegenüber, daß er entschlossen sei, mit den So ziald e.m ok-raten wie mit: den Den.t.schnationalen'. In Verbindung- .zu trÄÄn, nm zu Erfghrerr, ob sie bereit.seien,- die. Lösung -oer wichtigen Äufgaben der koumenden -Monate gemeinjam mi t dqn bi s>hLv-i.gen. K.-oalitto nspa i>, t.e i« n in. der Neichsre^rerü-ng.dU'rch)uf-ühren.^ .. Der-Reichskanzler wird morgen die Pa-rte-iführer der Rögierungsparteieu ün-h-in^den nächster:-Tagen die-sozial dernokvatlis-chen n-nd . die> Äeutschnatianalen .. Führer emPfangtzNi;: -- --- Wer Blesravvlae einiHUng für Dkluffchland firtdei! Porst' bis 24. Novemhen in. Ft a nf^n.r.i a. M<Hit. Professor W e! zni/a-st n hat- -seine TeikstHnTdrt her Tagulr^ hntzesagt. WWW>WW>W>WWi>MW>>>>W>M«Wl>>>>W>»WMMIMÄW<WL»AlNytzN Sie Liberalen im Sberhmir. Gryy von -er Führung zurückgetreken. Lündo», i. Oktober. sNeuter.) An Stelle G r e y s, z« r ü ck g e t r e t e» ist, wurde Lord.B e a n ch ci m p ft ein*;stimmig zum Führ» der liberalen Partei im, -O b er h au z! gewählt. ■ Polen trai die Achecho-Slowakei. Gilt BerMndignngsPlan. Warschau, 30. Septentber. Wie.die ^ollllsche Telegrap'henagentur aus Genf meldet, wurde zwischen dent!polnischen Außenminister Skrzynski und dem -tschecho-!slowakischen .Außenminister Dr. Bene,sich eine' Verständigung erzielt, in welcher die beiden Minister ein!Arüeits Prag ramm festsetzten, das dahin Mt, alle . für beide Staaten af t ne Ilt n Ahug e l egen h.e i t qn. . zu e rled i.ge n, welche teils, in -Pen bereits abgeschlossenen ' nnd bisher noch nicht ratifizierten Verträgen / besprochen wurden, teils Moch den'lGegenstanb von neu abzuschließeu- Lerr Abmachungen Olben..sollen. ' Die Regelung ' dep. nachbarlichen B^ieWgep erfordert eine R e v i s io"n - dieser Angelegenheitest.' '" Bon dieser Notwendigkeit dlrrchdmngen, haben die beiden,Minister "beschlossen, ..unverzüglich an das Stu-! diu m dieser Angelgenheiten zu schreiten. Das Studium \ soll einerseits auf diplomatischem Wege, anderseits i m der Weise erfolgen, daß. nach der einen oder nach der i anderen .Hauptstadt -S aH'b e'r st ä n d i g e entsandt werden, amt mit den Regierungen der beiden Staaten die einzelnen Punkte zu besprechen. Den 'beiderseitige gute Wille zu-r Erreichung eines tatsächlichen. Ei-uv e r n e h >m e n S und schließlich die dairch die beiderseitigen Interessen.bedingte NotwendiMt lassen die beiden Minister hoffen, daß bis Ende.Nov ember dieses Jahres daS . Problem eine sachliche Lösung finden Md. ,biszu diesem Termin zur Porlage in den gesetzgebenden Körperschaften reif sein, werde. Sine scofe SviinagnMre in Warschau. (Gigevdienst der „Wiener Morgengeitung".) Warschau, 1, 'Oktober. Die Organe der politischen Pa» lizel sind auf die Spur einer,aufsehenerregenden Sst'lonageaffäre gekommen. Es stellte sich heraus, daß die D.-i re ktoren der Munitionsfabrik Zagpödzou in Lublin im Dienste So wjetrußlartds standen. Dieser Tage haben starke Polizei- und MMärivuPpeü da's Fabriksgebäude umzingelt, worauf in" den. Burealträumen der Direktoren eine strenge Untersirchung vorgen-ommen wurde, die von einem unerhörten Erfolge begleitet war. In den Bureaukassen wurden große R übelbeträge und belastende Dokumente gefunden, welche den Beweis liefern, daß die Direktoren der Munitionsfabrik, die Lieferungen für das,, polnische ^Heer hatte, einen ft ä n d i g e n K o n t ak t m i t S o w j e trußland aufrecht erhielten. Mt Mcksicht auf die Ergebnisse der DurchsuchuW wurden die Direkteren v c vhafte t nnd in >das Gefängnis gebracht. Verwaltuligsresorm in der Mecho-AMii^t. Prag, 1. Oktober. Die „Prager.Presse" melidet, daß das Budget für -das nächste Jahr mit 17- Milliarden lilu-itiert sei, was gegen das vorige iFahr einen Abbau von zwei MiNärden bedeute. Die RiedMon M auf Kosten der Sa ch an sgaben durchgeführt werden. Der Personale-tat werde.65 Prozent.des Gesämtbstdgets ausmacheu. In parlamentarischen Kreisen sei man jedoch der Ansicht, -daß dieses.. Ausgabenverhästlusumgekehrt werden. müsse, was . Lurch Bereinstlchung. der Staatsverwaltungerreicht ' werden soll. Zu diesem Zweck soll eine aus Experten der ' ftaatlk^en Verwaltung zufamniengesetzte Kommission mit parlamentarischem: Charakter ernannt Werden,^ un: -eine Reform der-Staatsve-rwaltung vgrzubereiten. . 8!eMte he.trMy bereits 2M Mun auf jM KM V. - > DemMn dei srleihische» Kabinetts. chrS RMHe Butean ueldet änS th esttMSMbWttHat^^deWs'stont»rl. '

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