Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1924-09-28 · Heft 2019 (28.9.1924) · p. Seite 18

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 2019 (28.9.1924)
Date
1924-09-28
Page
Seite 18 (sequence 18)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2979076-2980834-2981102--20624-3007866
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Gerte 18 Men, SvwMg Wiener Morgenzeitunft. 28. September 1924 Nr. 2019 . n o p t Bf wmmamsmamHmmmmmmmmm I C H T * Dir Kindermode. Frau Mode, die das weibliche Geschlecht so ' sehr s tzrannisiert, zeigt sich zum Glück in bezug auf die Toilette l unserer kleinen Knaben und Mädchen etwas weniger - kcmnenhast. Freilich, wenn mau sich streng an die Linie far; ■ Damenkleider und -mäntel hält und danach die Gewänder \^6x Jüngsten verfertigt, was leider nur zu oft der Fall ' ist, entstehen jene Karikaturen von Kinderfigurerl, die man besonders in Paris sieht. Denn selbst die ärmste französische Mutter achtet darauf, daß das Röllchen ihres Kindes gar nicht weiter als 25 Zentimeter über die , Schenkel reicht. Alan würde es als unästhetisch betrachten, -den Knieansatz seiner Kinder nicht sehen zu lasten. So' .sieht eine kleine Pariserin immer wie eine Balletteuse aus, die gleich zu tanzen beginnen wird. Immer modern bleiben die g e r a d e n K l e i d ch e n, die von einem eingesetzten Sattel aus gezogen oder plissiert herabfallen. Die Form des Sattels kann eine verschiedene sein. Hat er. die Gestalt des Kimonos, sieht das Kleid wie eine Art hoch hinausreichenden Rockes aus. Er kann aber auch die Form und den Umfang eines Oberteiles annehmen, d. h. er kann bis über die Arme herabreichen. Einfarbiger Wollstoff oder einfarbige Seide bilden noch immer das beliebteste.Material. Die Pariser Häuser .schlagen in ihren Modellen eine mehr verschwenderische' Rote an. So sieht man für junge Mädchen grüne Wollsamtjackenkleider mit schwarzen Tressen und Sealpelzbesatz, dann wieder weiße CrePe-de-Chine-Kleider mit Fa'ltenröckchen. An dem Rocksaum und den Aermeln dieses Kleides befinden sich Bordüren aus roter Seide, während sich um die Hüften ein inkrustiertes, braunrotes Seidenwrnament schlingt. Zu blauen Alpakakleidern werden braune Capes getragen. Die Farbe der Strümpfe muß selbstverständlich mit der des Kleides haruwnieren. Aber selbst für den Winter wird in der Kindermode der weiße Strumpf eine ausschlaggebende Rolle spielen, wenn man nicht bevorzugt, über die Hälbstrümpfe ganz einfach hohe Gamaschen ans Wildleder Zeichen. R. M e n c z e l. Für u n 'rrr Kleinen. Eine billige Hervstmode. Wir wollen uns heute mit den Paletots beschäftigen, öie Mütter mit Feenhänden selbst für ihre Lieblinge schneidern können, um sie für fait Herbst flott -r-uszustaffteren. Wenn ein Bub und ein Mädchen'bekleidet werben sollen, ist es ratsam, denfÄben Stoff -für beide zu verwenden; es ist ökonomischer M» es steht sehr .niedlich aus, wenn beide gleich gekleidet sind. Man -ioah'lt zum Beispiel, einen haarigen Wollstoff mit elfbeinfarbigem . Grundton und blauen Carreaus, die je nach Geschmack, auch rot oder grün sein dürfen. Diese Art Stoff ist gewöhnlich 130 bis 140 Zentimeter breit, man «braucht für beide Kleidungsstücke 160 Zentimeter, während man für ein - einziges fast einen Meter braucht. Man benötigt die Höhe für jeden Mantel, und von dem, -was Neibt, werden die vier Aermel zugeschnitten. Die «beiden Paletots werden «gleich gearbeitet, -bis ans kleine. Einzelheiten, die nicht unwichtig sind. Beide Kleidungsstücke haben einen Rücken, der gerade aus einem Stück geschnitten ist, zwei Vorderteile, «die gekreuzt sind, und an den Achseln unterhalb des Armes mit Nähten dem Rucken angefiigt werde,r. Ter Mantel des Mädchens muß etwas glockiger t a"' AUFEN /IE Billig/? IM ITABOR/Tft H? 18 (HOTEL NATIONAL) Mtepnon «04 » Für Brautausstattungen IScttroBI-Chfffone, Perkailine, Inlette in allen Breiten. I Leib- und Bettwäsche, auch nach Mäss I Warenhaus Zelsel,Wien. VIII. Lerchenfelderstr. 84-56 | Das obige Bild zeigt zwei Modelle eines ersten Pariser Hauses für Kmdermode, einen lila Sanrt-anzug, der mit hellgrauen Hasen besetzt ist,, und einen blauen Mollsamtmantel, der seitlich geknöpft mit Fe-dernbesatz geschmückt'ist. ' gehalten werden als der des Jungen und die Revers des letzteren sind etwas länger geschnitten. Der Mantel des Jungen endigt hinten ganz einfach mit einem stark durchsteppten Saum — Liese Paletots sind nämlich nur zur Hälfte gefüttert —, dagegen zeigt der Mantel des Mädchens eine Passe als Abschluß, die rund geschnitten ist und mit dem Bügeleisen leicht ause'mandcrgezogen wird, so daß sie wie ein flach anliegender Volant wirkt. . Derselbe Aufputz wird am Aermel der Kleinen aufgelegt Es ist auch zu beachten, daß die Aermel des ersten Mantels merklich tiefer eingenäht sind, als die des zweiten, lleberdies «ist zu beachten, daß die männlichen Kleidungsstücke rechts zugeknöpft werden und nicht links wie die weiblichen. Kragen und Revers stnd auch ein wenig verschieden. Für . das Mädchen ist der Kragen schmäler zu halten als die Revers; beim Jungen ist das Gegenteil der Fall. Ueberdies werden die Revers für die kleine Dame mit weißem Pique überzogen, die anderen bleiben glatt. Dann sind am Mantel des Jungen zwei Taschen angebracht und ein falsches Knopfloch im Revers, die 'beim, anderen Mantel nicht vorhanden sind. Zur Vervollständigung des Anzuges gehören zwei Kopfbedeckungen, die sehr leicht auszuführen sind. Für die Kleine ein Hütchen,, das aus vier Tellen zusammengefügt ist, aus Pique, mit einem aufgeschlagenen Rand. Für den jungen Manu macht man die Mütze'aus demselben Stoff, ebenfalls aus Merteln zusammengesetzt und mit einem Rand «ans Piaue, der mit steifer Leinwand unterlegt wird. Der unweibliche Pyjama. Eine Mtarbeiterin ber „Sera" wendet sich scharf und entrüstet gegen die weit verbreitete Modetorheit der Frauen, Pyjamas za tragen, die die Berne in Hosen einzwängen, wodurch die Trägerin einem schlecht gewachsenen Mann ähnlich wird. Wenn man unter den Männern, für die sich die Frauen hauptsächlich schmücken, eine Umfrage veranstalten würde, ob sie an «dem Anblick der im Hause in Pyjamas umher- (GMOMesrnP)) .. ^.rürt* ttJ Elegante Oamenhälc L Mahler,Strasse J3 VIKTOR ME I SELM AN N SALON FÜR FEINSTE MASSANFERTIGUNG KOSTÜME J MlNTEL KLEIDER ( PELZE WIEN, 9.BEZIRK, HÖRLGASSE 9, TUR 12 TELEPHON NR. 3744/6 - * Mus gegründet 1884 f ROTENTUtmSTR. Erzeugen als Spezialität: Mieder, Gürtel und Büstenhalter aus Qummii Trikot und foinstan Iran*. Stofffan stolzierenden Damen Geschmack -finden, so würde 'zweifellos Üte Mehrheit mit einem entscheidenden' Nein' antworten. Der erotische Rer; der Frau beruht nach der Mitarbeiterin fax „Sera" nicht zum wenigsten in fanr Anziehnngsreiz ihrer Röcke und ihrer Bewegungen. Wenn die Iran. einen Pyjama anlegt, so verliert sie damit die Anmull ihrer Bewegung. .Wenn man diese armen Geschöpfe mit ■ fau im Nacken abrasierten Haaren nmherstelzen siebt, wir sie krampfhaft «bemüht sind, sich Zwangs los zu bewegen', hat man den nicht eben angenehmen Eindruck, einer.Sorte Mann gegenüber zu stehen, der aus denr Geleis geraten -ist. Die Anmut ' und die Leichtigkeit der Bewegung der grau machen das männliche Kleidungsstück zur Karikatur. Und wenn sie gar noch , -ihre Weiblichkeit durch den Gang und das Wiegen nt den Wiegen in den Hüften zum Ausdrvck -bringen will, so wird sie, - um teilt schlimmeres Won a-iMwenden, geradezu unerträglich. - Aber die Mode verlangt es nun einmal, die Mode, die cs be- ' dingt, daß die Frauen Tuchmützen tragen, daß sie den Pyjama aulegen und sich -die Haare kurz ^schneiden lassen, alle- Dinge, die die Frau einem Affenweibchen immer ähnlicher!verfan lassen. Das Pudern auf der Straße. „Ich gestatte nicht, daß mau aus dem Gerichtsisaal ein Boudoir macht. Führen Sie die Frau ab." So sagte die eitttzige weibliche Rtchterin, die es im Staate New-NoiE gibt. Mrs. Jane Norris, als eine Angeklagte während der Verhandlung die Puderdose her-vorzog und sich umständlich Nase u-ud Wangen puderte. Dieise „mannhalfte" Tat zur Währung -der Wüvde des Gerichtes hat ällgemeiueit - Anklang' gefunden und-zugleich-das 'Problem äüfgewör'fen. o>b es paffend ist, wenn sich die Damen im Dealer, im Ballsagl, im Restaurant' imd sogar aus der Straße " vor aller Welt pudern. . Je mehr die künstlichen Derschöneruitgsmittel züm uotlwendigen Beistandteil jeder Toilette der Frau werden, desto hälftiger erscheinen auch in aller Oefsentlichkeit jene Werk- 8e der Schönheitspflege, die die Dame stüher zu den tieststen .eimniffen ihres Boudoirs rechnete. Es wird ja allmählich ein immer alltäglicheres Schauspiel, daß die Frauen mitten-in «der Unterhaltung ein goldenes Döschen hervorz-ichen. dein sie eine Quaste entuchmen, um sich vor dom kleinett Spiegel, der ebenfalls der alles bergenden Tasche entsteigt, durch Ausl-egen von Puder verschönern. Die Frau mit dem BulbenLopf-hantiert auch ungeniert mit einem Kamm, u«m ihren kurzen Locken die nötige Fornt zu geben, und sie läßt selbst den Sch-minlstGt nicht ruhen, sondern ergänzt vor den Angen der Männer die Rosenfarbe ihrer Wangett und die Purpurglut ihrer Lippen. Daß damit die schöne Illusion schwindet und die iKünstlichkeit aller ihrer Reize ganz offenbar wird, bedenlkt sie nicht. Alber die Daunen von heute wollen ja auch gar nicht durch ihre Malereien natürliche Schönheiten Vortäuschen, sondern - sie wollen. gerade durch das Unnatürliche und Künstliche ihrer Erscheinung wirken. Immerhin ist die Fortsetzung der Toilette' im Salon ein wohl zu weitgehender Schritt,' und das Unpassende empfindet die Frau stärker als der Mann. DechM, ist es begreiflich, daß es ger-ivde - eine Frau -war,'die sich durch das Benehmen der Dame im Gerichtssaal verletzt fühlte, und dabei gilt Mrs. Norris für eine schr milde und vorurteilslose Richterin. Mer was würden die Frauen sagen, wenn die Herren Plötzlich in der Geiselllschaft Spiegel, MWe uud.KanMt chervorzicheN -Würden, um M'Schnurrbart. Md -Scheitel in -Ordnuing zu bringen?' Die WÄhchaft' elegärtte Frau wird' -ihre Toilette im Boudoir so dauerhaft - gestatten,- daß sie' nich. itt Gesellschaft öder auf der Straße beständiger Nachhilfe bedarf. Eine sparsame Frau deckt' ihren Gefämtbodarf an Seidenstosfett, Crepe de chme, Crepe Marocain, Samt, Pan und Belourchiffon bei Hella Silber, 2. Bez., Täborstraße 18. Durch die Billigkeit und Solidität des Materials bedeutet selbst ein größerer Einkauf in diesem Geschäfte noch eine -ansehnliche Ev Ipa-rnis gegenüber anderen Bezugsquellen. (Entgeltlich.) Die Modistenschule, Wien, 1. Bez., Mahlerstraße Nr. 13, 2. Stock, Tür 3, ist am 16. d. eröffnet worden. Es werden Kurse in der Dauer von 16 Monaten abgehalten und auch einzelne-Lektionen gegeben^ Anmeldungen werden täglich entgegengenommen. . .- 'Ärztlich empfohlen: Nach Operationen, bei Frauenleiden, Senkungen, Hängeleib y etc. Hygienisch und doch moderne Linie (Besondere Spezialität) erzielend Qeradehaltar kür Kinder und Erwachsene Körperform-Korrekturen (Ausgleich - Mieder — Patent-Hohlwattierung) SPEZIAL-ATELIER H. LEBOWITSCH Wien, VII. Mariahilferstrasse 66, I. Stock Zwe iggeschäfte in Linz und Troppau Oegründet 1878 (Separierter-Sprechraum) Telephon 32-3-68 FEINSTE Herrengarderoben nach Mi a s s u n d konfektioniert sowie sämtliche HERRENMODE ARTIKEL (Herrenwäsche, Krawatten etc.). zu massigen Preisen! HtPPPMPPLTE ECHT OPOSSUM in jeder Grösse und Ausführung SAT zu besonders billigen Einführungspreisen! “Rei HerresmodetiBus A. Borensteln,Wien, li.Hollahilstr.10 05498770

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.