Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 2019 (28.9.1924)
- Date
- 1924-09-28
- Page
- Seite 16 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Sorte 16 Wien, Sonntag ES notieren: Russisches Terpenttnöl hochraff.. 19.50« K.. russisches Terpentinöl vierfach rekifiziert extra 18.500 $?., russisches Terpentinöl vierfach rektifiziert 17.500 K., russisches Terpentinöl zweifach rektifiziert 16.000 K., russisches Terpentinöl gelblich 15.000 K., Nerfftäbter Terpentinöl 21.500 bis 25.000 K. je nach Qualität, französisches Terpentinöl 25.000 K., amerikanisches Terpentinöl 26.000 K., schwedische- Terpentinöl 16.500 K. Sämtliche Preise ab Lager Wien verzollt. In der verflossenen Berichtsperiode lag derWachSmarkt ziemlich fest und ist ein starkes Anziehen der Preise nicht nur, wie vorher erwähnt in Terpentinöl, sondern auch irr sämtlichen WachSsorten zu verzeichnen. Die Notierungen lauten: Tafelparaffin 50/52 weiß transparent 13 Dollar ab Petrovic. Japanwachs, Bienenwachs, Carnaubawachr, Montanwachs erfuhren Steigerungen nm je rund 5% gegenÄer den letzten Notierungen. Oele und Fette. Die Stimmung blieb fest auch mn Schlüsse der Verichtstooche, für technische Oele wurden auch Preiserhöhungen erzielt, welche sich auf 300 bis 1000 K. belaufen. ES notieren.: Holländisches Leinöl Ia 17.600 K.. Rüböl doppelt raffineriert 17.300 K., Elain sap. 97/98 19.100 K., Preßbala 18.600 K., Knochensett 38» 97,98«/. 13.600 K., Kokosöl Ceylon 19.200 K.. französisches Rizinusöl I. Pressung 26.000 K., Sesamöl I. Pressung 23.600 K., Speisetafelöl (Agmi) 19.600 K., alles ab Wien. Die holländischen Offerten geben Leinöl loko etwas schwächer mit 55 Gulden an. Die übrigen Preise waren durchwegs höher. Am Hamburger Platze war die Stimmung fest, -die Umsätze hielten sich aber in engen Grenzen. Rübölfettsäure 34 Pfund, Lagos Palmöl 42 Pfund, Palmkernöl 48 Pfund, Kokosöl 50 Pfund, SoyabohnenHl roh 47 Pfund 10 Schilling. Bcrnmwollsaatöl hell 49 Pfund 10 Schilling. Rizinusöl l. Pressung 74 Pfund, II. Pressnng 72 Pfund 10 Schilling, Madras 70 Pftmd, Schweinefett 138,50 Lausche Kronen, Knocbenfett weiß 36 LiS 40 Pfund. Schellack fest, Terpentin und Harz stetig. Hopfe«. Am Nürnberger Hopfenmarkte lag das Geschäft ruhig. Die Haltung für die am meisten gefragten Primahopfen war unverändert fest, dagegen haben die Preise für mittlere und geringere Ware nachgelassen. Dreitägige Zufuhr 1006 Ballen, Umsatz 860 Ballen. Letzte Preise für Markthovfen 190 bis 275 Goldmark, Hallertauer 250 bis 300 Goldmark, einige Ballen Ausstich 310 Goldmark, Spalter 320 Goldmark pro Zentner. Kaffee. Nach zweiiätiger rnhiger Haltung zogen am Schlüsse der Berichtswoche die Prelle wieder an. Zu Markte kamen Santos primes zu 56.500 K., Santos superior zu 54.506 K. und Rio VII Johnfion zu 48X00 K. ab Wien. Am Hamburger Platze fanden zn den letzten Preisen ansehnliche Umsätze statt, da namentlich das Inland Einkäufe in größerem Umfange besorgte. Gewaschene Kaffees waren wieder mehr begehrt, infolge der Lauernd steigenden Preise Brasiliens, besonders in neuer Ernte. Die Brasilofferten stellten sich 1 bis 2 Schillinge höher. Wrfe Kr landwirtschaftliche Brodnkte. (Eigenbericht der „Wiener Morgenzeitung".) Die Tendentz des Wiener Marktes sprach sich neuerdings Wer ans, insbesondere stimulierten die dauernden Sieigerungen an den Terminbörsen von New-Aotzk und Chicago.. aber auch die freundlichen Prager und Bndaveiter, Berichte bewirkten eine Besserung der Kauflust. Das Geschäft vermochte im allgemeinen indes zu keiner größeren Ausdebnnng zu gelangen, da größere Transaktionen an den außerordentlich schwierigen GelvverhMnissen scheitern. Die MehrsorderA-ngen in Brotfrüchten und Gerste wurden ziemlich glcUt zugostanden. In österreichischen, ungarischen und anderen Provenienzen wurden zum Teil belangreiche Mengen erstanden. Hauptsächlich .tvar dies m Gerste der Fall, in welcher der Konsum in kräftigerer Weise eingriff. Mais sprach sich in den allerletzten. Tagen zufolge Besierunq der S-tammnng in Amerika etwas freundlicher aus und erzielte unveränderte Preise. In Hafer ist der Absatz ziemlich normal und wickelt sich zu behaupteten Preisen db. Der Mchlmatztt liegt unverändert fest, wenn sich auch die Nachfrage für Weizen- -und R-oggenmehle etwas verringert hat. Naturgemäß ste'hen bei Ankäufen vollste Preise, in Geltung. In Futtermehlen und Kleie ist der Absatz bei ziemlich unveränderten Preisforderumgen normal. Es notieretl pro Kilogramm ab Wien inklusive der Warenmnsatzsteuer. Weizen inländischer 4050 bis 4150 K., Roggen 4050 bis 4150 K., Gerste inländische 4800 bis 5400 K., tschecho-slowakische 5400 bis 6000 K., böhmisch-mährische 5800 bis 6300 K., Futiergerste 3600 bis 3800 K., Mais 3460 bis 3550 K., nrmänischer Kleinmais 3550 Li8 3600 K., Cinquantin 3300 bis 3900 K., Hafer inländischer 3425 bis 3525 K., ungarischer 3400 bis 3500 K., rumänischer 3325 bis 3400 K., Weizengrieß inländischer oder ungarischer 7360 bis 7400 K., Weizenmehl Nuller inl. 7150 bis 7250 K., ungarisches 6600 bis 7250 K., Brotmehl inländisches Ia 5200 bis 8400 K., Futtermehl Ia 3700 bis 3906 K.. Il 3500 bis 360» K.. Roggenmehl inländisches Ia 6050 bis 6150 K., Kleie 2000 bis 2050 K., Baumwollmartt. Lev»-Borb, 26. September. Baumwovzufuhren in den atlant. and Eolfhäfeu 51.000, im Innern 42.000 Ausfuhr nach Großbritannien 18.000, nach dem Kontinent 21.000. Lvkalmarkt middling: 26.10 (letzt. Kurs 24.70). Tendenz: Sehr fest. — Terminer August —, September —, Oktober 25.90, November —, Dezember 24.80, Jänner 25.—, Februar März 25.18, April 25.24, Mai 25.37, Juni Juli 25.15. __ Sie Jevisenkurse. Xy 27. September. (Devisenkurse von 12.05 Uhr. Bon ui c.-enschen Kreditanstalt mitgeteilte Mittelkurse.) Berlin pro L.üäarde —(—.—). Holland 203.— (263.16), New-Aork 525.— (525.50), London 23.47 (23.48), Paris 27.70 (27.05), Mailand 23.05 (23.07), Brüssel 25.60 (25.10). Kopenhagen 9.087V, (90.10), Stockholm 139.87'/, (140.10), Christiania 72.62'/, (72.80), Madrid 70.75 (70.10), Buenos Aires 187.- (188.-), Prag 15.70 (15.75), .Budapest 0.0068 (0.0069), Bukarest 2.70 (2.70), Belgrad 7.30 (7.35-, Sofia 3.82'/, (3.85), Warschau — (-.-^. mm 0.0074 (0.007425). Budapest» 27. September. (Kurse der Dedisenzentrale.) Amsterdam 29.865 bis 30.020, Bukarest 397.— bis 401.—, Kopeu. bageu 13.395 bis 13.465.Christiania 10.805 bis 10.86S,London 345.000 bis347.600, Berlin —bis , Italien 3380- bis 3400.-, Baris 4070 — bis 4100.—, Prag 2309.— bis 2321.—, Stockholm 20 555 fr s 20.665, Zürich 14.705 bis 14.780, Wien 1.0695 bis 1.0955, Sofia 5,62.— bis 568.—, Agram —Ui —, New-Aork 77.2t o 77.600, Warschau —bis —, Brüssel 3765 bis L " Belgrad 1073.- bis 1079.-. : 27. September. (Devisen.) Berlin —, — bis — ' 2" 30, 2>.w-'/)ork 516 bis 521. Prag 15.50 bis jr . bis 7.35. Wiener Morgenzettun«. 28. September 1924 Nr. 2018 •nwuj^tuvta» Fußball. Hakoah—Rav rd (Meisterschaft), Napid-Vlatz. '/»3 Uhr. Slovan—NudolfShügel (Meisterschaft), Slovan-Platz. 10 Uhr. w. Simmering— Sportklub (Meisterschaft), Sportklub-Platz, 7,4 Uhr. . . „ Wacker- W. A. E. (Meisterschaft), Wacker-Platz, lj2l Uhr. Leichtathetik. Hütteldorf—Hohe Warte, Start (W. A. F.-Platz 11 Uhr, Ziel Hohe Warte äU12 Uhr. J/ SchWiMMN. Internationales Meeting des Arbeiter Schwimmvrreines (Dianab-rd), 4 Uhr. __ Was der Dag bringt! Die Bruder Konrad. War das ein Getue mit drn Brüdern Konrad in der vergangenen Woche! Wir sind nun weit davon entfernt, die Presse deshalb ^greifen zu wollen, weil sie sich so eingehend mit dein Brüdern Konrad beschäftigte. Schließlich sind, die beiden ganz hervorragende Spieler, von denen nicht nur der. Wiener Amateur-Mortverein, sondern auch der ganze Wiener Sport sehr viel profitiert bat. Aitf alle Fälle ist es mtereffant, den Einfluß, den die Brüder Konrad auf die Geschicke der Ober-St. Veiter genommen haben, zu verfolgen. Knapp vor dem Beitritt der beiden Ungar,: befand sich der Wiener Amateur-Sportverein an einem Wendepunkt feiner Bereinsgeschlchte. Wir bezweifeln, daß sich der Klub damals dessen bewußt war, oder daß ihm diese Tatsache bis heute zum Bewußtsein gekommen wäre. In der vorkonradschen Epoche fristeten die Ober-St. Beiter ein bescheidenes Dasein . in der ersten Klasse, ohne daß sie bei der großen Masse der Sportinteressenten irgend welche nähere Beachtung fanden. Dies hatte auch seinen guten Grund. Die alten Cricketer. aus denen die Amateure hervorgingen. wurzelten in der Leopoldstadt. Wir finden auch in ihrer Bereinsgeschichte zahllose jüdische Vorstandsmitglieder und Spieler. Tatsächlich waren es auch zum Großteil Juden, die den Amateuren als Funktionäre, Spieler und insbesondere als Anhänger den Bestand sicherten. Mit der Gründung der Hakoah und deren Erstarkung erstand den Amateuren ein übermächtiger Konkurrent. Der- - jenige, der damals die Zeichen der Zeit zu deuten verstand, konnte sich der Erkenntnis nicht vevschneßen, daß für diese beiden Klubs in der Leopoldstadt kein Platz war. Daran änderte auch die Tatsache nichts, daß die Hakoah ihre Sportanlage in -Floridsdorf hatte. Jeder der beiden Vereine hätte seinen Bestand nur auf den Trümmern der Existenz des anderen Klubs sichern können. Zu dem von jedem Einsichtigen erwarteten erbitterten Kampf kam es aber nicht, da die Amateure ihr Quartier in Ober-St. Veit ausschlugen. Dies wäre ihnen über bald zum Verhängnis geworden, da ihnen selbst die Anden, die ihnen bis dahin treu ergeben üvaren, nur zum geringsten Teile Gefolgschaft leisteten. Ober-St. Beit war vom jüdischen Zentrum zu tveit entfernt, was der Hakoah eine sprunghafte Vermehrung ‘ ihrer Anhängerschaft eintrug. Die Lenker der Amateure hatten wohl in der neuen Umgebung.mit einer gesellschaftlichen Umgestaltung innerhalb ihres Vereines gerechnet. Dies traf aber nicht ein. Ober-St. Beit und Umgebung lieferten nur in bescheidenstem-Ausmaß dem Eindringung Spieler uui> Anhänger. Vor allem lag der Rapid-Platz zu nahe und überdies war die gesellschaftliche Zusammensetzung des Klubs nicht geeignet, christliche Sportinteressenten anzulocken. Die christliche Intelligenz sah in den neuen Ober-St. Vettern den Iudenklub und den christlichen.Arbeitern war der Verein zu vornehm. Die alte Quelle war versiegt, ein«- neue konnte nicht gesunden werden und so mußte sich der Besitzstand verringern. Tatsächlich ließ auch die Entwicklung des Klubs einen steten Rückschritt erkennen und es war nur eine Frage der Zeit, bis die Amateure von der Bildfläche verschwanden, oder zumindest zur sportlichen Bedeutungslosigkeit herMMen. In dieser Zeit der höchsten Not tauchten die Brüder Konrad aus, die dem bereits zum Verlöschen verurteilten Verein, vielleicht unbewußt, neue Impulse gckber:. Unter ihrem Einfluß wurde der Klub auf ganz neuer Basis aufgelbaut. Die Amateure wurden interterritorial, das heißt, sie machten sich von der Bezivkspopularttät unabhängig und trachteten durch hervorragende Leistungen die sportlichen Feinschmecker aus sämtlichen Wiener Bezirken anzulocken. Die beiden Konrads wurden die Lehrmeister und nicht zul«-tzt ihnen hatten es die Ober-St. Beiter zu verdanken, daß sich die hervorragendsten Spieüer, wie Lohrmann, Geyer, HM. Kock, Schchser, Swatosch und Hierländer >bei ihnen zusämmenfanden. Nur unter dieser Voraussetzung war der Bestand und die Entwicklung dieses Vereines möglich. Willig befolgten Funktionäre und Spieler die Ratschläge der BMer Konrad und der Verein fuhr gut dabei. Aus Beratern wurden aber.mit der Zeit Befehlshaber und aus Ratschlägen Diktate.. Nun war es wieder nur eine Frage der Zeit, bis dieses unnatürliche Verhältnis im Verein Gogen- .strömungen erzeugen werde. Präsident Ing. Hochermann und Sültionsleiter Seemann waren die ersten, die sich offen und Wünschen der Brüder Konrad entgegenstemmten und dadurch den Rüchug der beiden Letztgenannten bewirkten. Ing. Hochermann und Seemann begingen nun den Fehler, Swatosch ziehen zu lassen. Ueberdies hatten sie das Pech, daß Schaffer den Vertrag nicht unterzeichnen wollte. Ohne die Brüder Konrad, Swatosch und Schaffer sind die Amateure aber keine Mannschaft von besonderer Klasse, was sich, auch im letzten Meisterschaftsspiel gegen W. A. C. zeigte. Ohne eine Klasseumannschüft wieder haben die Amateure keine Existenzmöglichkeit, da sie, wie eingangs erwähnt, in keinem Bezirk wurzeln. All das wissen die Konrads ur' so warten sie ruhig, bis ihre Zeit kommt. In dem Kamps zwischen den beiden Spielern und den beiden Funktionären, in dem es nicht nur um Prestigeangelegenheiten, sondern um den Bestand des Vereines geht, müssen die Konrads Sieger bleiben. Zuminde'st Herr Seemann muß unter die Räder kommen, dann werden die beiden streikenden Spieler zufriedengestellt sein und dann wird der Verein wieder eine führende Rolle im Wiener Fußballsport spielen. Schon -aus dieser Episode der Vereinsgmchi'jte, in der die Konrads die Hauptakteure find, ist ersichtuch, daß der Wiener Amateur- Sportverein eine künstlich echaltene Gemeinschaft ist. Uns drängt sich die Ansicht auf, daß nach dem früher oder später naturgemäßen Ausscheiden der Brüder Konrad der in keinem Bezirk wurzelnde Amateur»Sportperem nicht zu halten.'sein wird. : Wer A gesagt hat, muß auch B sagen. Die. Deutschen, Ungarn und Tschecho-Slowaken weigern sich, unserem Veisviel zu folgen und den Nichtamateurismus einzuführen. Die Ungarn und Dschecho-Slowakm göben für ihre rückschrittliche Hal- ••••-'* ke'ie.Gründe \r\ S'e, bezahlen ihre Spieler.' ohne p« derliches Aufheben davon zu machen, und'scheu allen Aufforderungen, es Wien gleich zu tun. eine kindlich amnutende trotzige Haltung entgegen. Die Deutschen wieder posaunen in ihrer Moßsprecherischen Weise in alle Welt hinaus, daß den acht dm.Spielern Zuwendungen gewähren, zumindest 6000 Amateurvereme gogenülberstehen. Die Unverfrorenheit der Deutschen ist evstanulich. Wir könnten hinderte Beisplele von Verstoßen gegen die Amateurgesetze in Deutschland ansilhren, doch erscheint uns dies nicht notwendig da niemand den großsprecherischen Beteuerungen der Deutschen Glauben schenkt. Wir haben den Nichtamateurismus eingefi'chrt und nuit ob. siegt uns auch die Pflicht, überall Achtung für unsere Nicht, amateure zu fordern. Aus diösem Grunde erscheint es uns unerläßlich, einen erbitterten Kampf gegen all die Scheinheiligen in Deutschland, Ungarn und in der Tschecho-Slowakei zn führen. Dieser Kampf ist aber wieder nur darin/ möglich, wenn wir Ordnung im eigenen Hause gemacht halben. Wir besitzen wohl bereits Nichtamateure, Amateure hmgegen sind noch mit der Laterne zu suchen. Wir dürfen uns keiner Täuschung hinge'ben. daß unsere sogenannten Ämateurklulbs gegen die. 'Llmateurgesetze vcrst?'" . Bei ihnen hat sich nichts 'gemrdert. Sie segeln wohl itiücr der Flagge des Anläterlrismus. toaS sie aber nicht, davon aibhält, ihren Spielern verbotene Vorteile zu gewähren. . . . In Deutschland gibt es nur Amateure. Beim Abendtraining des F. C. Wasserburg am Inn (Deutschland) erschien ein ferngekleideter schlanker Herr, der mit Interesse veil Vorgängen auf dem Spielfeld folgte. Dieser Unbekannte benützte die erste Gelegenheit, um sich' einem FuMionär vorzirstellen. Er bat, mitspielen zu dürfen. Er nannte, sich Schmidt, und gab bekannt, daß er der ständige Mittelläufer der ersten Mannschaft des V. f. B. (Leipzig) sei. Tatsächlich bchvres der neue Mann ganz bosonderes Können. Nach dem Training erzählte er, daß er ails Schloß Hart bei Wasserburg nun beschäftigt sei ünd für den Klub spielen wolle. Er versicherte noch, daß sein Spielerpaß iu München sei, da ihn der Sportklub Wacker gewinnen wollte. Mit Rücksicht auf die Nähe des F.. C. Wasserburg habe er sich aber eines Besseren bosonilen. Am folgenden Tag dampfte Herr Schmidt ab und war seither nicht mehr zu sehen. Durch Zufall kam -ein Funktionär des F. C. Ebersberg nach Wasserburg, und wie halt so mit dem Reden die Leut^ zusarnmenkommen, machte inan die überräschende. Entdeckung, daß der Ebersberger den vorzüglichen Spieler Schmidt sehr gut kannte. Erfterer machte ans seinem Herzen keine Mövdergrube und erzählte, daß Schmidt gar nicht Schmidt sei, sondern Voigt heiße und die biederen-Ebersberger an der Nase herumgefAhrt habe. Letztere hätten ihm Geld „geliehen" und dann sei er verschwunden. Nun hatten auch die Wassevburger keinm^Grund, zurückhaltend zu fein. Sie jammerten, daß sie, dem Schmidt, Mvohl er dem Verein kaum zwei Tage angchörte.-ein Fahrrad, eine neue Fährradlaterne nud fünf Goldmark in bar „anvertraut" hätten und nun sei alles psntsch! Einfach pfutsch! Die Wassevburger und der Eibersbevger saßen noch lange beim Bier beisanulieu nnd gedachten wehmütig des verlorenen Ge'ldes. - | vom Landesschulrat genehmigt - III. Marxergasse 30 und 32 Telephon 57*3-32 u. 51-7-55 3087 Verlangen Sie Prospekte! Biemra—Admirn 3 :3 (2 :1). Äomira-Platz. 7000 Zuschauer. Schiedsrichter Nenbaiier. Admira: Wieser; Vozi, Ianda; Schnaubclt, Koch, Fierlinger; Siogl, Runge, Klima, Schierl, Fialla. Vienna: Ostriczek; Blum, Rainer; Senffert, Chrenka, Kurz; Fischer. Höß, Jszda, Gschweidl, Kargl. In einem s arfen aber fairen Spiel^ gelang es den mit großer Aufopferurig kämpfenden Floridsdorferu, der bis auf Seidl komplett antretenden Vienna einen Punkt nbzuknöpfen. Vor der Pause bekundeten wohl die Dübliirger eine leichte Ueberlegenheit, doch gelang es ihnen nicht, diese in einer größeren Anzahl von Treffern zum Ausdruck zu bringen. Schrrld daran war ihr mangesharstes Züsmnmerrs'piel. Nach Seitenwechsel ging das Kommando auf die. Floridsdorfer über, Angriff auf Angriff rollte nun auf das Tor der, Döblinger. Bei beiden Mannschaften boien die Stürmerreihen gute Leistangen. Bei den Floridsdorferu überragte Schierl in punkto Technik und Schußvermögen alle seine Kameraden. Sein zweiter Treffer, aus einem Weitschuß entstanden, war ein Kabinettstück. Im Vienna-Angriff war Fischer das treibende Elen: ent. Er «brachte wiederholt seine Nelbenleute in aussichtsreiche Positionen, doch vertrödelten diese die basten Schußgelegenhciten. In der Deckung besaßen die „Floridsdorfer durch bas ausgezeichnete Spiel' ihres Mittelläufers Koch eine große Ueberlegenheit, während bei den Döblingern wieder die Verteidigung besser war. Spielverlauf: Durch einen Fehler Blums gelangen 4bic Floridsdorfer schon nach der 6. Minute zic Torehren. Schierl ichoß unhaltbar ein. Zehn Minuten später entstand vor dem Admira-Tvr ein Gedränge. Iszda, der dm , Ball erhaschte, drückte ihn mit dem Kopfe ins Netz. In der 40.' Minute errang Höß für die Döblinger nach einem Vorleger Iszdas den führenden Treffer. Nach Seitenwechsel glich Schierl in der 3. Minute durch Flachschuß aus. Rainer verließ, bald darauf für einige Minuten das Feld. In der 26.-Minute wurde ein gegen Admira diktierter „Elfer" von Se-usscrt' glatt verikLrrdelt, aber schon in der 35. Minute gükng es den Flor.vsdoriern, durch einen Schuß .Runges, den. Ostriczek wohl hatte halten können, den Ausgleich zn erzielen. . . , Neues aus der Tschecho-Stowakel. Die Prager Sparta . hat im heurigen, M:istevschaftsjahr durchaus kein Glück. Sie muß seWt die schwersten Spiele mit Manülschaiften bestreiten, die zur Hälfte aus Refervchpie'lern best>chen. .Jm Beribcmd sind die großen Vereine nicht gut angeschriÄen» nnd. wenn sich fvüher Sparta oder ' Dlavia fGUlsagen alles «rbanbe« duvslen, so wirb mm j-edes kleine Vergehen der großen Vereine m'it verhältnismäßig lMMristigen Sperren oder Mit empfindlichen Gc-ldbaßen bestraft. AngenMcklich schwebt-gdgen Sparta eine bochnolpeinliche Unierftlchung. o>b Opata gegen den F. C. Nürnberg mit von der Partie war. Der D. F. C. Prag muß sich bei seiner Mitgliodschast ent» schuldigen. Letztere grollt nämlich der Vereinslei'tnng deshM, weil -das r.ipräsentative Team des D. F. C. nur schr'settAi in PM