Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 2019 (28.9.1924)
- Date
- 1924-09-28
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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rbe 4 Wien, Sotmtag Copyright i984brE a i a u i a - Me Recht?, besonders diSLet NächdmteS Vorl^g» ]w‘i&a. und berUebersrtzükg, vorLehaNen. Margen... Bon Pwf. Ant. Ferö. Oflendowski. Warum verbirgst du dein Angesicht o Morgen? Und verhüllst es gehermmsvoll wie in einer dichten Wolke? Willst du dich uns nimmer 'entschleiern? Wird es «unseren Augen nie vergönnt sein, dein Dunkel zu durchdringen, und unseren Herzen, dich vorauszuahnen? Wirft du uns! nach einer hoffnungsvoll verbrachten Nacht als grauenhafte Fratze entgcgengrinsen oder werden wir aus dem bangen Nachtdunkel dein Antlitz, in heller, mHder Schönheit glänzend, erblicken? Oh, könnten wir dich vorausahnen! Wie wollten wir so manchen Augenblick schon .am heutigen Tage in höchster Wonne genießen! Und doch . . , vielleicht. . . Vielleicht hat die Göttin KwanMon in ihrer PovM Herzigkeit diesen schwarzen Schleier um dein Antlitz ge« Morsen, damit wir Sterbliche in der Erwartung unserer heißen Wünsche dich doppelt ersehnen? Was.bringst du uns, o Morgen? Wird es die Erfüllung nilserer Schnssilcht .sein? Die Erleichterung unserer Schmerzen?. Der Trost des Bergessens oder das Entschlummern in «den Annen des Todes? ... Me es auch sei, segnen will ich dich, o Morgen, die ich das Glück hoffnungsvoll erwarte ... So dachte träumend die junge Musme Tinino- Gosari, als sie sich/mit leichten Schritten dem goldenen Tempel näherte. Sie stieg langsam zur höchsten Terrasse empor und setzte sich nahe der Balustradedie wie Hin Schwalbennest hoch über einem großen tiefen Teich hernnterhing. Mit ihrer kleinen braunen Hand reibt sich Tinino den Schlaf aus den Augen und sieht im rosigen Dunst der Morgendämmerung Jokohama vor sich liegen. Sie erblickt ein großes Meer kleiner Bambushäuschen, die massigen Mauern europäischer Gebäude, die. Türme der christlichen Kirchen und die phantastischen Dächer der Schinto-Lempel. Und weit, weit in der Ferne liegt das glitzernde, sonnen- Lurchtränkte Meer wie ein. großer, blauer Tropfen. Ein leises, dumpfes Müschen steigt von Zeit zu. Zeit herauf, des Ozeans ewige Stimme, der weder am Tag noch in der Nacht Ruhe kennt. Sonst ist es still ringsherum. Alles in tiefes Schweigen gehüllt. Die Blätter an den Bäumen und die Blumen am Geländer hängen regungslos, die Vögel schweigen, der leise Wind hat sich verkrochen, und als ob die Stimme des Lebens die Balkone des Tempels nicht erreichen könnte» stehen die Gottheiten, aus Bronze gegossen, aus Elfenbein und den nephritgleichen Hinokobaum geschnitzt, verlassen und einsam da. Etwas duster Geheimnisvolles. scheint in der -Lust, unter den weißen Wolken und im Schatten der Bäucke zu schweben . . . Die kleine Mnsme erblaßt, denn das tiefe Schweigen läßt ihr Herz in Angst erzittern und ruft in ihr eine seltsame Sehnsucht hervor ... Um dieses Grauen, dieses lböse VorgeM zu verscheuchen, heftet sie ihre verträuurten Augen auf da's vor ihr liegende Wasser, an dem ste mit einer leidenschastttHeN Liebe hängt. ' " Holzgalerie der Hofseite und gönne mir -den.geliebten Aus-, blick in die. weite, fruchtbare.mährische Landschaft. Dann ein Augenblick im Erkerfenster. Von hier aus übersieht man einen großen Teil , der Gast'. Nebenan das .Hans des Rabbiners. Oft und oft, stets in feierlichster Stimmung sahen wir hier zu, tven-U die Männer, um den ehrwürdigen Rabbiner Feuchtwang versammelt, den 'Sabbatausgang erwarteten, den Beginn der Arbeitswoche anzeigend, -Uba^die ersten Sterne vm,Abendhiw-mel erschienen. - ‘ . . ' . .... Bor der Synagoge/ und weiter hinaus tobte einmal rm Jahr ein Wildes, besonders den MödchenMfen höchst peinliches Treibenst Das Klcttenlwevsen am, 9. Ab, ein Volksbranch, der von den Nikolsbuvgern mit Raffirmueut - geübt wurde. .Kein Maikäfer kann so unwillkommen sein wie eine Klette, die den Weg unter die Muse nimmt oder im -Nacken festsitzt^f : ■ i?. Hier oben, im' Höchstgelegenen:' Teil'" der Haupigasse reiht sich Gewölbe an Geiwölbe, von etlichen rühmlichen Mrisstuben unterbrochen. Ich kenne jeden dieser schwarz gestrichenen Gewölbebogen, -ich sehe noch den alten Jtzig, den kleinen Schnorrer mit den triefenden Augen, der wortlos hier und dort Men Kupferkreuzer emholte, ich sehe den strammen Poltzeimaim der Fwdengemeinde, denlistreichen Götzt, seines Amtes walten, ich sehe den Abendkorso, die Studenten der Septima und Oktava vor den Gitterfenstern der Erdgeschoffe, allwo die Schönheiten Nrkolsbuvgs Cercle hielten, die dicht gescharten Gruppen um die Bänke und Stühle vor den Hauseingängen und ich sehe noch Frau N. vor ihrem Laden sichen, berühmt durch ihre über alle Maßen entwickelten Korperdrmensionen. ' Ganz oben aber, zur Linken «der Hauptgast', das Ghetto, seine Häuser und.Menschen, seine Stätten der Arbeit und -der Lehre hoch überragend, frei und -lustig gelegen, das .teuerste Wahrzeichen Moisburgs, der,/gute Oct", dicht überfät von heiligen Grabsteinen, ewiges Denkmal .Fahlloser Geschlechter, die hier eine Mische Gemeinschaft von vorbildlicher Lebenskraft, Innigkeit und Neistheit bauten und fortpftanzteu, — bis es den Epigonen ziir 'Äcmerkenswerten Antiquität" wurde.! ' Wiener Morsenzeiturrg. ” Bai sina er. novrpnuers Entfettungstableften von besterWlrkung, angenehmen Oesdmiack, vollständig unschädlich; Keilt Diätzwang oder Aenflertlug der tebeaswdse,*örOtnpte Oewichtubnätime Keine Schilddrüse 7os Kein ÄbfUhmlStel Hier, an diesem düDen, tnife sMavagidg-Osten Bananen und gelben Jrisblmnen bewachsenen Ufern, hat sie als kleines Kind gespielt, ging dann, älter gotvorden, lesend durch die engen in Wsm gehauenen Gang«, die i-m Schatten wuichttEicher-,! Kakteen. /und , zlverghastex Zedern um den Teich Kerumführen. Hier, da,sie.. schon zum jüngen ÄMchm. erwuchs,'.. «gegüe'te . sie. zum ersten Male dem schonen, hinreißenden Genf» ,Adaschi, und hier lauschte ste entzückt seinen/Ertzichlungerr, - hie ihr so' farbenreich, von fermst ÄMrn.Kunde brächtest. Hier endlich , hat sie die Aebe, diese schöne Mume des HerzenZ, kechrän gelergt, und hier nahm sie vor ein paar Monaten Abschied von-Hm, der in die weite Ferne zog .. . ' Lstrinö entnahm ihrem Aer-mel Las. 'Schreiben, 'das er ihr gestern geschickt hatte: ,Erwarte mich morgen am goldenen Tempel." U - Den ganzen Tag und die ganze lauge Rächt/ erwartete sie sehnsuchtstrunken den kommenden Tag. Die Munden dehnten sich ihr zu Ewigkeiten aus,.-der Schlaf .floh'sie And ihre Gedanken kreisten in einem fort um das erwartete Morgen. Sie glaubte das Mottzesarb'ige, seegebräunte Gesicht -des Matrosen, seine scharst«, an die Fernen gewohnten Augen und seine weißen glänzenden Zähne zu. sehen, es schien ihr, als ob sie die Musik seiner Worte hörte, die einmal voll Tiefe und Wehmut, dann wieder sprühend von Frohsinn und Neckereien war, und fast fühlte sie schon den Druck seiner warmen starken Hände. And jetzt ist der Morgen endlich da! Die Dämmerung ist dem Tage gewichen, und jetzt sitzt sic aus der Terrasse, an ihrem gemeinsamen Plätzchen, wo sie beide so wunderbar glückliche, zauberhafte Augenblicke verlebt haben, dein Traume der schönen ' Zukunft nachhängcnd ... Im selige» Erinnern senkt sie den Blick auf die Oberfläche des Teiches. Nichts hat sich hier verändert. So wie' einst schwimmen die grünen, wie aus poliertem Lack ausgeschnittenen Blätter der Nenuphareu .und weiß leuchten ihre kalten Wachsbln-men mit dem goldenen Herzen. Noch ragen die langen, heiligen, von Budd-ah Gautamo geliebten -Lotosstengel in die Lust, gekrönt von weißen, gelben und rosigen Muten." '-Teppiche malachitgrüner Wasievpflrnzen glänzen unbeweglich in der Sonne. Alles ist wie es einst gewesen, und doch'". . . Mu'sme' erbebt und 'das kalte Gefühl einer >böstn Bövahnung läßt sie varrnxusm. erzittern.- , , _ ,;; Wie seltsam! Wo sind die kleinen goldenen Fische geblieben, dst sich Wv meist so lustig her-mngetum-rmlt haben und ihre Nahrung aus Blättern ider Nenuphavon und -den-Trieben der Lotosblumen suchten? Hüben sie sich alle versteckt? Der schöne Teich-erscheint ihr auf einmal wie verwaist-und ausgastorben. Jiddische Liturgie. H ' /-... Von Siegfried Schmitz. . Die.Juden haben im Lause ihrer Geschichte zu verschiedenen Zeiten und in verschiedenen Ländern mindestens zwanzig Sprachidiome rezipiert. Die älteste Sprache, die sie — ob neben der hebräischen oder bereits nach Verlust des alten Stammrdioms, rst Kveifebhaft — an nähmen, toax die syrisch-aramäische. Trotz tiefem Einfluß auf das Geistesleben der Juden wurde diese Fremdsprache, ebenso wie alle anderen Sprachen, welche die verschiedenen Teile der Judenheit in der Folge annahmen, mit hebräischen Schriftcharakteren, geschrieben. Dieser Umstand, welchen Matthias Miefes zur Gmndlage seines Buches „Die Gesetze der Schrfftgeschichte" (1919, bei Wilhelm Bvaumüller) «macht, ist für das Schicksal der von den Juden rezipierten fremden Idiome von wesentlicher Bedeutung. Denn gerade die Absonderung durch die Schrift erleichterte die Weiterbildung dieser angenommenen Idiome zu. selbständigen sprachlichen Mgeln und, wo es möglich war, zu neuen Sprachgebilden. Diese Weiterbildung ist denn auch bei dem Volksidiom am deutlichsten zu eäennen, welches sich aus dem Deutschen abspaltete und im Lause der Entwicklung zu einem eigenen Sprachvdiom, dem Jiddischen, wurde. Gerade bei diesem Prozeß sind die Entwickluügsstadien deutlich zu vevfoilgen; denn wir können nach- und tte'beneiMuder.zwei Flügel in der literarischen Entwicklung des von den Juden rezipierten Deutsch verfolgen, den. jüdisch-nrundarMchen,- der, wie. bereits erwähnt, ,linguistisch sMständig wurde, und den hochdeutschen Flügel. Beide haben jedoch das hebräische Ächhabet als Schristcharakter gemrinsam. Diese Feststellung ist notwendig, weil sie erklärt, wieso gerade aus deck Gebiet der Liturgie des Mofaismus, im Gegensatz zU dem sonst so starren Festhalten an dem überlieferten hebräischen Sprachgewand, auffallend viel liturgische Literatur in hebräisch geschriebenem Deutsch und in der Folge auch jtn jiddischen Idiom vorhanden ist. Außer in hebräischer Sprache ist bekanntlich eine starke liturgische Literatur in der fy r i sch - a r am ä i s che u Spräche vorhanden. Sie hat seinerzeit für Jahrhunderte die hebräische Sprache aus der lebenden Neligivnsliteratur der Inden geradezu verdrängt (bereits die letzten Teile der Bibel, der größte Teil der beiden Talmwde^ die Targumim, viele Ge-, nSBEBU'l 26. September 1924 Nr. 2019 - ______ -; — — Tinino legt das Köpfchen in ihre Weiche zarte. Hand-, fläche und verfällt in tiefes Sinuen. r-! Da Wird sie plölich von einemstarken, Dvohmn Erweckt. And ebenso PlöWch erbebt der Bau des Tempels. Die Bäume wiegen und neigen sich wie unter den Stößen eines unsichtbaren Windes. Ein . banges Säuseln durch-, zittert die Blätter der Bäume und mit einem fürchterlichen Gekreisch fliegen schwarze Naben im Kreise herum. Auf dem Teich lausen kleine Wellen herbei und kräuseln die bis nun stille Wasserfläche, ,,, . Und nun folgt ein furchtbarer Stoß. Alles vinäs- »herum erbebt und schwankt, klatschend fällt' ein gvcher Felsblock, der am Hügel neben einer kleinere Kapelle läg, in den Teich. Klirrend zerspringen die farbigen Gläser an den Fenstern des Tempels. And von weitem, von der Stadt her, hört man laute Stimmen von Menschen -mrd allmählich erhebt sich ein entsetzliches Gebrüll der Aienge und braust bis an die Mauern des Tempels. Ein dumpfes, immer mächtigeres Beben läßt die Erde in-ihrer Tiefe erzittern. Wie von einer unsichtbare.n Hand gehoben, wankt die .kleine Kapelle am Hügel, der uralte Bogen „der T-ori", der am Abhänge ste-ht, sttirzt weder, mit Gedröhn zerbröckelt das gemauerte Tor des Gartens und eine Staüösäule streckt sich in die Höhe über die Bäume hinaus . . . Die Evde bebt und ivälzt sich als würde sie von Scharen böser und starker, um ihre Freiheit kämpfender Dänwnen, in Stücke gerissen. Plötzlich ist auch der Teich nnt seinem silberklaren Wasser, seinen goldenen Fischen, Pflanzen und. Lotosblutnen verschwunden, wie «verschlungen in die Untiefe der Erde. And- -jetzt sprudelt er gurgelnd wieder hevor, mit >Dteinen, Pflanzenresten und Fischleichen zu cirrenr dicken schlammigen Brei vermicht. Kraftlos, jeder Bewegung mtfähig, schreckengelähmt blickt Tinino mit «weit aufgerissenen Augen vor sich, und fast bewußtlos sieht sie die fallenden Bäume, die stürzeliden Gebäude der Stadt, die sich schlängelnden Fla-rnnienzungen und die dicken schwarzen iRauchwolkenüber Jokohama. Und weit in der Ferne den Ozean, der brausend seine dunkeln hochsprühenden Wogen heraMvalzt. Das Krachen der stürzenden Häuser, das Aschen, des Feuers, das Dröhnen der rmtevi-vdischen Stöße, da's grollende Brausen des Meeres, das Geschrei, das Jam- ' nrern, das Stampseir der Füße der hunderitausend-- köpfigen flüchtenden Wkenschenmenge, betäuben das junge Mädchen derart, daß., sie, «des Bewußtseins und der Kraft beraubt, regungslos basitzt. Wie gelähmt sieht sie noch, wie. ein Dachvorsprung über ihren Kopf sausend auf die Terrasse herurtterrittscht. Und mit verwunderten, angsterMten Augen liegt sie noch da, ahs sie schon am Grunde des Teiches unter den Trümmern des goldenen Tempels zu verschwinden beginnt, im tiefen Schlamm versenkt. '^ Dasgeheimnisvolle,, verräterische Morgell hat. .das.. . riesenhafte JoMaüza ist Trümmer zerschlagen, . seine Schätze iur Feuer «aufgeheü lassen und die rasenden auf-' gewühlten Qzeanwellenüber die Stadtveste geworfen. Die ganze Macht und Schönheit wurde zu Staub; und mit ihr, wie ein kleines, winziges Tröpfchen im Kelche der Qual, des Schmerzes und der Tränen, verschwand auch da§ Leben der jungerr >Mu'sme^ ausgelöscht wie die schwach^' Flamme einer duftenden, rosigen Opferterze-« -« .'.^H - Flamme einer duftenden, rosigen Opferlerze bete sind in aramäischer Sprache abgefaßt). Auch die g ri echische Sprache ist in der liturgischen Literatur vertreten (ebenso wie die aramäische in hebräischen Lettem geschrieben), so die griechische Uebersetzung des Buches Jona, die bis heute in Griechenland am Jom Kippur bemr Mnchagebet. vorgelesen wird. Zu erwähnen sind neugriechische Kinnoth ' (Klagelieder), die von den griechisch sprechenden Juden anr 9. Ab rezitiert werden. Das iialienische und Pr'ovencalische Idiom kommt nur zu geringem Teil für die jüdische Liturgie'in Bewacht, dagegen ist Liturgische Lite-, ‘ ratur der Juden ziemlich stark in dem ka st i l i s ch e n Idiom vorhanden, das sich zur Umgangssprache der sephardischen Juden, dem Spaniolis chen, entwickelte. Ücker anderem Ijat sich ein spanisches Gebetbuch in hebräischen Lettern ans dem 14. Jahrhundert erhalten. NEW Wert stärker jedoch ist, wie bereits erivahnt, die Ittur*’ gische Literatur in den deutsch-jiddischen Idiomen. Die beiden Flügel, der hochdeutsche und der jüdisch-mundartliche -' (kurz Wische), sind hier be-teiligt; in beiden Fällen aber sind die Ursachen für das Entstehen liturgischer Literatur der-, schieden. Wir kennen zum Beispiel eine im hebräischen Alphabet geschriebene deutsche Uebersetzung des Machsor ans dem 14. Jahrhundert soiwie ans der Wende des 14. und 15. Jahrhunderts deutsche Uebersetzungeir einzelner Bibelpartten, die handschriftlich auf uns gekomnieir sind. Auch die in hebräischer Schrift gehaltene ältesten deutscheu Bibelübersetzungest welche im Druck herauskamen.' sind verhältmsmäßig häufig. Im Jahre 1644 erschien in Konstanz die erste dieser geruckten BibeMevsetzungens' deren Berfasier «ein getaufter Jude umwns Michel Adam ist, der auch in einem Vorwort sein Unternehmen! damit motiviert, daß die „durch die vielen Geseroth hervor-! gerufene Zerstreuung der Judengemeinden es vielen Volks-! genossen unmöglich macht, ihre Kinder entsprechend unterrichten zu lassen, so daß die Uebersetzung eineir guten Ersatz für den Unterricht davstellt". Die Begründung ist 'recht; fadenscheinig und verhüllt sehr schlecht die wahre Msicht ' dieses Uebersetzungswerkes, welches in den BvbÄtext die! christlichen Interpolationen hineingenommen hat. Diese- Bibelübersetzung soiwie viele andere zumeist von Täuflingen, verfaßten Uebertragungen der BUbel ins Deutsche mit Be-, Nutzung der hebräischen Schrift sind zu Bekchmngszwecken herausgegeben worden. Später hat — und das ist immer« M.WEM lfcW»IWMii.laMfai« r^üitM