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Wiener Morgenzeitung · 1924-09-25 · Heft 2016 (25.9.1924) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 2016 (25.9.1924)
Date
1924-09-25
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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,/Nr. 2016 WÜ->r, D-nn-Eag Typhuserkrankungen in der matt. Aus Graz wird berichtet: Das ,Mue Grazer Tagblätt" -meldet: In der Gegend von M a r i a T r o st b e i Graz sind in der letzten Zeit ernste Fälle von Typhuserkrankungen vorgekommen. Im Landeskvanikenhaus Kegen über 30 Personen ans dieser Gegend an Typhus darnieder. Bis jetzt ist ein To de s fa-1 >l zu b eiSlagen. Kröffnung der Ausftellaug für Aeatertechutt. Ein Zwischenfall. Geistern wurde im Beisein des Bürgermeisters S e i tz, des BizMrgerm'eisters Emmerling und des Stadtrate-s Richter vom Präsidenten Dr. Vetter die Internationale Ausstellung neuer Lheatertechnik eröffnet. Als dieser dem Bürgermeister den Maler, Kiesler vorstellte, ries der im Publikum anwesende Schriftsteller Moreno-Lev y mit lauter Stmnne: .Fbiesler ist ein Plagiator und Schuft!" Das PuibWmn reagierte mit lebhaften Mbzug-Ruifen" und Moreno-Levy mußte sich auch fchlemniigst entfernen. Move.no- Levy will in seinem Buch ,/Das Ste-gveiifcheater" als erster den Gedanken der Raunibühne ausgesprochen halben und hat durch seinen Zwischenruf anscheinend seine Uchelberrechte in Erinnerung dringen wollen. An die einleitenden Worte des Präsidenten Vetter und einer kurzen Erwiderung des Bürgermeisters schloß sich die Besichtigung der Ausstellung, Liber die wir schon ausführlich berichtet haben. Ein gemischter Chor trug hierauf Goldmariks „Wer sich d-ie Musik erlkiest" und Arnold Schönbergs ,-Friede auf Erden" vor. Der rtall'ienische Maler Prambolini und der Franzose >'e-ger dankten m ihren Muttersprachen der Gemeinde Wien für die ErmöMchung dieser Ausstellung. Zum Schluffe wurde noch ein EWntriivfilm Legers vorgoführt. LK Lohnbewegung der ALHnenangeftelltev. lAne Demonstration gegen die Direktoren Schalk und Strauß. Entgegen, den Erwartungen hat sich, die Lohnbewegung in den Theatern verschärft. Die schriftlich abgegebene Erklärung der Direktoren Schalk und Richard Strauß, daß die Musiker infolge ihrer Vorbildung und ,der Notwendigkeit häuslicher Proben eine höhere Entlohnung verdienten^ als die übrigen Kategorien der MngesLMten, hat in -Herr Kreisen der technischen iBühnenangestelllten Mißstimmung hervorgerusen. Die Verwendung des Gutachtens der beiden Direktoren aßs Kampfmittel!^ der Musiker außerhalbdev' Wundestheater ist bereits in Erscheinung getreten. > In einzellnen .Theatern ist es bereits zum Konflikt gekommen. Irr der Renaissance-Bühne und in den -Kammerspie,Len hgt das Orchester bereits die Arbeit eingestellt. An Heiden Bühnen wird daher die Begleitung der Gesangstexte nur durch, einen KLavrerspieler erfolgen. l > ' - . , In der gestrigen Vorstandssitzüngs des dMtsch-österreichischen Bühnenvereines wurde zum Zeichen 'des Protestes gegen .die Ausstellung des 'genannten Gutachtens beschllossen, daß die Mitglieder des iBühnenvereines und und die Mitglieder der Union bei der nächsten Probe, an der Dr. Strauß oder Direktor SchaLk am Dirigentenpullt erscheinen werden, die Bühnern verlassen und an diesem Tage die Probenarbeit zu verweigern haben. Weiters wurde beschlossen, Sonntag vormittags eine Persammkung der Betriebsräte ^des darstellenden Personals und des technischen Personals aller Wiener Theater «inzuberufen, um gegen das Borgeheu der Direktoren der Staatsoper Stellung zu nehmen. Ae LebeurmIttelmSrtte. Die Gemüsepreise mußten gestern im allgemeinen etwas ermäßigt werden» So stellte sich Spinat je nach Qualität um 80V bis 2000 K. pro Kilogramm billiger und Paradeiser ermäßigten sich um 1000 K. Auch die K a r t o s f e l p r e i s e gaben etwas «ach. Bei den ländlichen Produzenten kosteten gelbe Kartoffeln 1500 bis 1800 K. das Kilogramm. Mit Obst find die Märkte genügend versorgt, nur Zwetschken ausländischer Herkunft kommen weniger auf Len Markt. Butter- und Eierpreise blieben unverändert, ebenso sind die Fleischpreise stabil. , ' . ' "! Wi e n, 26. SHtÄnber. * Lws Mftdche» im Nebel. Die heutige Fortsetzung unseres Romans mutz aus technischen Gründen entfallen. * Rabbiner Dr. Fried gestorben. In Stockholm ist, wie uns berichtet wird, vor einigen Tagen der dortige R-aMner Dr. Moses Fried verstorben. Als,Mensch. Seelsorger und Gelchrter genoß Dr. Fried, der auch in Wien viele Freunde und Studiengenossen besitzt, gleich große Verchvung. Das Begräbnis fand, unter großer Teilnahme statt; Rabbmer Doktor Ehrenpreis hielt die Trauerrede. * Tod durch elektrischen Strom. Bei der Arbeit in der!Staatsbahnwerkstätte in der Hinteren Südbahnstraße kam gestern vormittags der 29jährige Schlosser Gottfried Bonner mit dem elektrischen Starkstrom in Berührung und stürzte tot Mammen. * Dke Lebensmüden. Der Hivfsarbeiter Josef Schefczik hat sich Dienstag nachts erbangt. Er war ein starker Moholiker. — Die 20jährige Köchin Marie S. hat sich gestern vormittags ans -Kränkung über ihr« -Entlassung von der MarienbrÜcke in den Donaukanal gestürzt. Sie wurde gerettet, * Schwerer Unfall im Gaswerk. Vorgestern war der 19jährige Maurer Johann Gmein er im städtischen Gaswerk Leopoldau beschäftigt. Bei der Arbeit stand er bis zur Brusthöhe in. der leeren Kohlenkammer nnd ^nutzte, sich beim Herannochen des Kohlenfüllwaggons immer Lücken, damit der Wogen die Stelle Passieren könne. Einmal aber kam eine - Hand zwischen das Geleise und das Rad des Lauftvagens und sämtliche Finger der rechten Hand wurden ihm zermalmt. Die NettimgsgefellsHast brachte ihn in die Unfallstation. - Wiener Morgenzettung." _ M mttere P. 1 Abonnenten! Am 1. Oktober 192^ .beginnt -ein - neues Abonnement auf die „Wiener Morgenzeitung". Wir ersuchen, die Bezugsgebühren rechtzeitig einzuzahlen, damit die Zustellung des Blattes keine Unterbrechung erleide. Bezugsgebühren ab 1. Lttober 1024: Abonnement für Wien (zum Abhole» im Expedit oder in einer DerfchleiWeNe) monalttch . . . . . . . . . . . .K. 40.000.— Das Monnement wolle gefälligst rechtzeitig in der Nächstliegenden Perschleißstelle erneuert und die Bezugsgebühr gleichfalls dortfelbst erlegt werden. Oesterreich monatlich .'.K. 40.000.— Tfchecho-Sloumstei monatlich.... lfchech. K. 20.— Polen monalttch... , Zloty 3.50 Jugoslawien monalttch. ...... .Dinar 60«- Deutfchland monalttch.. . ©olbmach 4.- Anmünien monatlich .......... Lei 150.— KoUand monatlich.. . holl, st« 1.50 Italien monatlich ..Vtre 15.— Schweiz monatlich .... Schweizer Franken 4.— Frankreich monalttch . . franz. Franken 15.—. Belgien monatlich.belg. Franken 15.— England monatlich......... Schilling 4.— Amerika monatlich. ..Dollar 1.— Mlftelle«:! Sellerreichifches Postsparkaffenkvnto 150.693* * Tschecho-slvwakisches Postfparkafsenkonto (Prag) 59.831. Polnisches Postsparkaffenkonlo (Warschau) 190.227. Deutsches Postscheckkonto (Berlin A 7) 108.722. Rumünien und Bukowina: Ostbank A. G. in Eernauti und deren Filiale«. , Schweiz r Schweizer Bolksbauk in St. Gatten. Jugoslawien r Postsparkassenkvnto ((Zagreb) 40.085« Italien r Soeiela di Eredilo Commereiale Triefte, Bia Mazzini 30- Die Verwaltung der „Wiener Morgenzeitung" Wien, II.. Taborstratze 1—3 Telephon «.«»», «.rig. * Autounfall Lea Seidls in Berlin. Me uns aus Berlin gemeldet wird, erlitt die Wiener Operettensängerin Lea Seidl, die augenblicklich ln Berlin zu Besuch weilt, einen Autonnfall. Auf dem Wege zum Theater „Die Tribüne" ist das Mietauto,-in dem sich Fvl. Lea SM befand, mit einem anderen Auto auf -der Cavlottewb-urger Chaussee zusarmnengestoßen. Beide Autos wurden stark beschädigt. Frl. Seidl erlitt Berletzungen im Gesicht , urch einen schweren Nervenschock und wurde in eine Pvivatklimk gebracht. * Die Schwiegermutter mit dem Hirschfänger. Ein in Meidling wohnhafter Bäckermeister hatte in der Backstube einen Streit mit seiner FrM. Die Schwiegermutter, die Zeugin der Szene war, eine FrM von 72 Jahren, ergriff, um Hrer Tochter zu Hilfe zu kommen, einen Hirschfänger und versetzte dem Schwiegersohn, einen Stich in den Rücken. Sie hat ihn nur leicht verletzt. * Bundeslehranstalt für orientalische Sprachen. An der österreichischen Bundesl-chranstalt für orientalische Sprachen in Wien, 7, Bez.. Kandlgaffe 39. werden in Abenbmrsen zweimal wöchentlich je zwei Stunden, folgende zehn Sprachen gelehrt: Albanisch, Arabisch, .Bulgarisch, Neugriechisch, Persisch, Rumänisch. Russisch, Serbokroatisch, Spanisch und Türkisch. Das Schulgeld für einen wöchentlich vierstündigM Lchrgang beträgt halbjährig 120.000 K. Der Unterricht beginnt Mitte Oktober. Einschreibungen nimmt der Direktor R-ogierungsrat Dr. Friedrich Lad-ek (Fernspr. 36147) täglich vormittags und abends zwischen 6 und 7 Uhr vor. Auskünfte werden auch schriftlich (Antwortkarte!) oder telephonisch erteilt. * Sine Profeffor-Egmont-Münzer-Stistung. Die Familie des Prager Univevsitätsprojeffors Cgmont Münzer, der. wie wir bereits berichteten,^ vor einigen Tagen gestorben ist, beabsichtigt, aus etwa einlaufenden Spenden eine Stvftung zu errrchten. deren Erträgnis alljährlich Petenten ohne Unterschied des Glaubens für die beste medizinische Arbeit Kusiießen soll. Das Berleihungsvecht soll der FamMe nach An- ' hörnng des Gutachtens eims unparteiischen fachmännische^ Kollegiums zustehen. Beiträge werden unter dem Kennwort „Profeffor-Egmont-Münzer-Stiftrmg" von dem Bankhause Petschek u. Co., Prag 2, Brchliokcho sadh 7, entgsge-ngenommen. * Große Radinmerzfunde bei Marienbad. Das ,-berliner Tageblatt" beachtet aus Chemnitz: Auf der dem Chemnitzer Großindustriellen Baron K o h o r n gehörigen Zeche Vitis in Düvnlaul bei Marienbad sind Radrumerzfunde im Werte von mehreren Mllionen Goldmark gemacht worden. Zwei Berliner Professoren haben sich zur Feststellung neuer Radiumfelder; die sich in der Nähe der Zeche befinden, nach DürmMl begeben. * Ein neues jüdischer Wochenblatt in Paris. Anfangs Oktober wird unter der Redaktion -des Herrn I. Lake eine nen-e Wochenschrift in jüdischer Sprache unter dem TiteH ,/Pariser Blätter" („Feuilles Parisiennes") zu evscheineil beginnen, Die neue Wochenschrift wird sich in erster Linie mit Fragen der jüdischen Kunst und Literatur befassen. * Die Stadtratwahlen in Kowno. Bei fbcn am 21. d. .stattgefundenen' Wahlen in die städtische Selbstverwaltung in Kowno fielen, wie I. T. A. berichtet, von den 70 zur Besetzung gelangten Stadtratmandaten' mehr als die Hälfte, nämlich 39, den Parteien der nationalen Minderheiten zu; darunter befinden sich 21 I u d«n. Der Ausgang der Wahlen muß angesichts des reaktionären Terrors und des Zusammenschlusses der gesamten antifüdischen Front in Mono als ei« großer Erfolg der jüdischen Wähler gebucht werden. ' * Die mohammedanische Bevölkerung Rußlands soll zur Lateinschrift übergehen. Die m o h a m m e d a n i s ch e DevAketnng des Verbandes der Sowj-etreP'Miken, die 2 5 Mil lionen Mlt -und die türkische, respektive aräbische Schrftt benützt, beabsichtigt zur Lateinschrift Überzugehen. Dre 'Wen Versuche werden jetzt-bei den Tärtaren gemacht, die die lateinische Schrift in den Aeintern und öffentlichen Anstalten einführen. Der Vorsitzende ihres Exekutivausschnsses hat jetzt die. Kr im ausgesucht, um auch die Krimtrtarcn für diese 25. September 1924 " Seite 7-\ ...!-1-:-:---S Reform zu gewinnen. Man erwartet, daß die Lateinschrift in allen mohammedanischen Gebieten Rußlands-sich einbürgern wird, freilich die orthodoxen Elemente Msgen-ommen. * Musik und Herrenmode. Die Tochter des bekannten^ ' rolnischen - Musikers W i n i a w s k i, die als Lady Dean Z a u l ein Mitglied der englischen Aristokratie - geworden -Ist,1 hat sich selbst vielfach als Komponistin versucht. Es scheint aber, als ab die Komposition von MusiVwerken ihrem Ehrgeiz nicht > genügen würde, denn sie hat sich jetzt der Komposition von . Herreickl-eidern und besonders von PyjamaS zugewendet. Berühmt geworden ist sie durch den Entwurf eines fabelhaften Schlafanzuges für den Prinzen von Wales, der in blaß rose Crepe -de Chine gehälien.ist. „Es scheint mir zwischen Schneiderei und Musik eine gewiffe Verwandtschaft zu herrschen", ägte sie, als m sie über die Gründe befragte, aus denen si« ihren neuen Bemf gewählt. „Ich habe mich der Herstellung von Herrensachen zugewendet, weil ich glaube, daß die männliche .Meidung reformbedürftiger -ist als die weibliche." Große reftpich-SNasion bei Sreudi. Eine große Anzahl von älter gemusterten Teppichen in vraktifchen, guten und feinsten Qualitäten hat das Teppichhaus Orendi, Rotenturmstraße 20, aus seinem riesigen Warenlager ausgeschieden und bringt dielseWen zu tief reduzierten Ausnahmspreisen in Verkaüf. Diese Teppiche sind ttt den Maßen von 1,40 mal 2 Meter, 2 mal 3 Meter, 2,50 mal 3,50 Meter, 3 mal 4 Meter und größer und kosten je nach Qualität und Groß» von 240.000 bis 5,000.000 K. pro Stück und darüber. Auch Laufteppiche in -den verschiÄensten Breiten, geeignet für Vorzimmer, Bureau oder Wohnzimmer, sind da. selbst zu tief reduzierten Preisen erhältlich.. Selten billige Kaufgelegenheit aüch für Hotels, Pensionen und Institute. In der O k k a s i o n 8 - R esi e nh al l e (Zugang: Fleischmarkt 1. neben dem Kino) Hundertvon Laufteppichen und Möbel tofftesten. __; ' (Entgeltlich.) Seteine, Vortrüge und Setsammlungen. ZionistischeBezirkSorganisationBri. g i t t e n a u. HMe, 8 Uhr abends, im Cafs Halpern, 20. Bezirk, Gaurplatz 11, wichtige Sitzung. Tagesordnung: Kultnswahlen. Einschreibungen in den hebräischen Kurs finden in der Othmargaffe 4fi (Saal tt).täglich von 4 bis Uhr, Sonntag ton 9 bi» 12 Uhr statt. — Z w e ck v e r b a n d d e r z i o ni st - schon Jugendgruppe. Mit Rücksicht auf den heute stattfindenden Vortrag Kurt Blumenfelds entfällt die Sitzung des Vollzugsausschusses. Die Gruppen haben Leim Vortrag Blumenfeld vollzählig zu erscheinen. L e o p o l d stLd t er V o l k S h eim, 2. Bez., ZrrkuSgasse 48.. 7 Uhr: Englisch II, französische Konversation. 8 Uhr: Englisch für Anfänger. Keren Kajemech l'Israel. Unser n-Mes Geschäftsjahr beginnt am 1. Oktober. Von diesem Tag an wird in unserem Bureau wieder die geteilte Arbeitszeit eingeführt. Und zwar an Wochentagen von V,S bis 1 Uhr und von l/*8 bis 6 Uhr, Sonntags von V,9 bis 1 Uhr. Sprechstunden des Leiters: an Wochentagen von 4 Li» V, 8 Uhr, an Sonntagen und »ichtjüdischen Hebräischkurse des Jüdischen SchulvereinS. Der Jüdische Schulverein eröffnet. heuer Hebräischkurse für Erwachsene. Anfänger und Fortgeschrittene. Teilnehmer, die es mit dem Hebraischlemen ernst meinen nnd bereit find, auf sich die Lernmühe zu nehmen, melden sich im Sekretariat der Jüdischen SchulvereinS, 3. Bez., ZirknSgaffe SS, täglich von S bis 1 Uhr mittags. Knrsbeginn der Fortgeschrittenen Samstag den 27. d. im Hebräischen Pädagogium. 1. Bez., Drahtgasse 4. KurSLeitrag 40.000 K. monatlich. Kursleiter r- Dr. A. Birnbaum. BUue und Kunst. Wienet Musik- und Theatetseft. (Das zweite Orchesterkonzert.) ' Zunächst ein „Präludium und Doppelfuge" für Orgel in B-Dur, von Karl Prohaska komponiert und von Professor Franz Schütz vortrefflich wiÄevgsgckben. Mademiepvofessor Prohaska, der noch dem Brchms-Kreife entstammt, macht hier seine Verbeugung vor den alten Meistern und zeigt in der Doppelfwge seine Vertrautheit mit allen Künsten und Künsteleien des strengen Satzes in einer akademisch pwfefforalcn Arbeit, welche das vunswolle Gewebe der Stimmen nicht durchwegs zu voller Klarheit bloßlegt. Mit der Gelehrsamkeit ihrer Pollyphonie überzeugt sie den Hörer, mit ihret starren GleichfövmiAkeit und dem Mangel an wivkungsstavtzen Kontrasten ermüdet sie -ihn vorzeitig. Drei Lieder mit Orchesterbegleidung von Alma Maria Mahler sind einem älteren Zyklus entnommen, den die Konrponistin nunmchr -orchestral hübsch drapiert hat. Aus den Gesängen zu Texten von Novalis, Werfel und Dchmel spricht die schöne Empfindung -und' das überströmend« Temperament, das Frau Mahler auch a>ls Mensch und als Frau auszeichnet. Man freut sich der Wahrheitsliebe im melodischen Ausdruck und nimmt die Lieder als ehrliches mertschliches Bekenntnis einer interessanten Frau und Witwe eines nnstechlichen Tondichters hin, ohne irgend eine künstlerische Physiognomie der Gesäwgc, die von Opernsänger Laurenz Hofer voll Wärme gchungcu wurden, zu gewinnen. Das einsätzige Klavierkonzert in Cis für die linke Hand von E. W. Korngold ist nicht nur als Kunstwerk, sonderuanch als Lösung eines PrMenres willkommen. Bedeutet es doch neben den erst kürzlich von Franz Schmidt gaschaffencrr Variationen für Klavier und Orchester die einzige wertvolle Bereicherung der iiiberaus dürftigen Literatur für einarmige Pianisten. Seit denr einannigen Grasen Zichy, von dem Frau; Liszt sagte: „Zichy allein kann hexen", hat dieser Kompositionsztveig völlig geruht, und wie bei Zichy kann man bei dem einarmigen Paul Wittgenstein, dem das Werk gewidmet ist und der es, nach den Eindrücken der Geueralprolbe, hinreitzeud spielte, von „Tigersprüngen seiner linken Hand" sprechen. Er kann mit seinen fünf Fingern, deren Daumen ihm die rechte Hand ersetzt, ebenso hexen wie Graf Zichy, und so erweist sich auch E. W. Korngold als wahrer Hexenmeister des Klaviersatzes. Wie er für eine Hand in zwei Systemen einen von Mordischen Schwierigkeiten strotzenden, abwechslungsreichen, Ladbaren- Klaviersatz ausbreitet, wie sich gleich zu Beginmbas MMa in w'ahten Tigevspvüngen in die Höhe reckt, und sich nach reichen Episoden immer wieder durchkänchft, das sind krachende' Entladungen -eines heißblütigen Tbeatertemp:ra--

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