Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 2016 (25.9.1924)
- Date
- 1924-09-25
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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38. September' 1934 Gerte fi Set Vericht von Mead rot die RonWKe Srekvwe. lSchtzrß.) . , .. ^7^ ber Erwägung der für die künftige ländliche KolonisQtmn rn Frage rammenden Methoden ist der Erkenntnis Rech- Mng getragen worden, daß womöglich das jüdische Volk selbst lemen eigenen Eingebungen gemäß Mechodsn und Richtlinien, Eveichend von den -bisher gebräuchlichen, aufstellen könnte. - Dreiser Möglichkeit ist Lurch eingehendes Studium der Bevhältume und der Schlußfolgerungen weitestgehende Aufmerksamkeit geschenkt worden. . Bei Aufnahme dieser Studien wurden die Herren, in deren Ressort b ie kolonisatorische EnÄvicklung fällt, um Nennung der von ihnen am -wichtigsten erachteten Seiten derckändilrchen Kolonisation ersucht, denen ich besondere AuflnevksaMkeit zu schenken hätte..Daraufhin wurden von der Palästinaexekutive amd von Herrn E t 1 i n g e r, dem Leiter des Kolonyationsdepartements, Fragebogen ausgearbeitet, die mir als Richtschnur dienten. Dr. Soski n. der nach Palästina gekommen war, um cttt eingehendes .Studium der Möglichkeitm für die Entlvichlung des Kletnsisdlnngsswtents an Ort und Stelle zu verfolgen, hat mir ebenfalls in lteloenswürdiger Weise mit einem Fragebogen «edieert. Nachstehend gebe ich diese Fragebogen in ihrer Reihen- Mge wieder. A. Fragebogen der Palästinaexekutive. Die Kolonisationstätigkeit der PälAtinaexMitive wird folgeindermaßen durchgefiihrt: 1. Einze'lbäuevliche Kleinsiedlungen in den sogenannten Arlbeiterkölonien. Beispiele: Nahalat, Kfar .Iecheskiel. 2. Kleine Kooperakivgemerndon. Beisprele: DagaNia, Merchawia. 3. Große Kooperativgememden. Beispiele: EnCh^od, Tel Joseph, Haschomer Hazair. 4. Vorschüsse an selbständige Landwirte ihre über ein gewisses Eigenkapital verfügen). .Beispiele: In Mozah, Gedercch. 1. Welche Ansprüche in bezug ans Dauer und Art seiner krtldwirtischaftlichen Ausbildung sowie seines Anpassungsvermögens an. die klimatischen Lechältnisse PMstinas werden an den kaatdidierenden Kolonisten gestellt; soll ihm bei der An- .fiedlung der Vorrang eingeräumt, werden? 2. Ist es unbedmgt notwendig, oder nur wünschenswert, daß ein. angehender Landwirt Eigenmittel!l>esitzt, um erste Berücksichtigung für die Ansiedlung zu erfahren? Falls Ergen- «ättel Bedingung sind, wie hoch soll der Mindestbetrag sein? 3. Welche Maßnahmen smd am geeignetsten, das Risiko herabzumindern, welches die Bewirtschaftung in großem Maßzstalbe, wie z. B. in En Charod, in sich schließt, wenn diese mit unerfahrenen -Siedlern, die erst angelernt werden müssen, betrieben wird? 4. Lassen die auf dem Gebiete der Landwirtschaft gesam- -urelten Erfahrungen und gemachten Studien die Begründung von 'landwirtschafÄichen Siedlungen auf kommunistischer Basis , als vorteilhaft erscheinen? Ist die Anwendung kommunistischer Prinzipien vom kolonisatorischen Standpunkt aus als günstige oder schädliche, Einwirkung, zu bezeichnen? Welchen. Einfln''' würde diese Art der Bewirtschaftung auf die Produktivität des Bodens, im Vergleich-zum Privatbetrieb amsüben? 6, Kann eine große Gruppe von 15b Mitgliedern (wie oben W. 3. erwähnt) -oder eine kleinere Gruppe (wie sub. 2 .evwähnt), als Ko.öpera-llvgenossensHaft arbeitend. zu einer fest ^ansässigen selbständigen Siedlung herangebildet' werden? Wie groß sollte die Maximalmitgliederzahl einer solchen Gruppe sein? 6. Wie sollte die Leitung unserer landwirtschaftlichen Tätigkeit znsammeuge-setzt sein? Was sollten die Aufgaben und lwäe die Zttsanrmensetzmrg unseres -fachutännWhen. Personals m bezug auf die finanzielle und wirtschaftliche Beaufsichtigung und Anleruung der Siedler sein? 7. Welcher Komplex würde bei der Zurverfügungstellung von Boden in folgenden Fällen als angemessen betrachtet werden? a). für Farmen, die, wie in Nahalal, vom Besitzer selbst KN bewirtschaften sind; b) pro Kopf der kleineren Kooperativgruppen. wie jene in' Dilb, Merchawia usw.; c) pro Kopf'der großen Kooperativgrnppen, wie jene in En Ehavod? 8. Welche MipdestauHtattung sollte' jeder Farmer oder jede Gruppe erhalten,, bezw. welcher Borschußbetrag sollte in felgenden Fällen gewährt werden? a) dem Farmer, der sein Gut selbst bewirtschaftet; b) den kleinere» Kooperativgenossenschasten (pro Kopf); c) den größeren.Kooperotivgenossenschaftsn <pro Kopf) für (1) Baulichkeiten, (2) HandweÄszeuge, Viehbestände und (3) Arbeitskapital? In welchen Summen (und über welche. Periode verteilt) soll ihnen der Gesamtvorschuß,zur VerDguwg gestellt werden? ■ 9. Im Laufe von wie viel Jahren kann die Rückzahlung bir Ansrüstnugsanleihe beansprucht, welcher Zinssatz zolb^ür ^»ic Anleihe gefordert u>ld was soll an. Miete gezahlt werden? O" B. Fragebogen des Herrn Ettinger. 1. Soll der .Boden (durch. Trockenlegung der Sümpfe, Än-' tage /von Wasserrnstallationen, Wegebanten und Jrrigativnsvorkehrüngen) noch vor der Uebergäbe an die Siedler amelioriert oder sollen diese Ameliorationsarbeiten den Siedlern selbst überlassen werden? 2. Ist die Miitdestbeteiligung des Siedlers mit 10 Kent der Ansiodlungskosten als eine unabweichbare Bedingjrwg auzuschen? ' " ' ' V . . . 3. Sollen tut Hinblick auf das für unsere Ansiedlungsavberten - zur -Verfügung stehende Menschenmaterial Bewerber, die keine Eigenmittel besitzen, - in Palästina aber bereits'"als Landarbeiter tätig gewesen sind, aus dem Lande angesstdslt werden- oder nicht? - . . 4. Ist die Forderung, die wir an den Siedlungskandidäten stellen, daß .er un Lande selbst wenigstens ein I-ayr hindurch als Landarbeiter, tätig gewesen sein muß, berechtigt oder nicht? 5. Ist es angebracht, mit Rücksicht auf die geringelt Mittel, die. uns. zur-Verfügung stehen, .erst nachdem Jrrrgations-. Vorkehrungen getroffen.sind, zur Awfiedsimg selbst überzngehen, oder ist-es ratfamyr, die Irrigationsarbeitein ausznschiüben, um so in der Lage'zu sein, größere unbewässerte Areale zu erwerben und in Bearbeitung zu nehmen? *5. Ein wie großer Mindestkomplex irrigierten Bodens ist trach Ihrer Mernung erforderlich, umeiner SiÄ>levfämillie.- >in Paläftma ihr Auskommen zu' gvwähren? Die gleiche Frage gilt auch in bezuig^ auf unbvwässerten' Boden.' v 7. Welcher MiMstbetrag ist nach. Ihrer Meinung erforderlich für die ANsiedlung einer Familie je nach Gegend uttd Art des Favmwesens. die in Pälästi.na in Betracht kämen? " 8. Was halten Sie von einer landwirtschaftlichen KolomfatLoü, die eme Zuweisung von etwa 5 Dunam (1,25 Morgen) zrrigierten Bodens pro Familie vorsieht? '' ' 9. Mlche Vovschläge würden Sie in bezug auf eine praktische' Ausbildung in den verschiedenem Zweigen der Landwirtschaft, mSbeisandeve in denen,. die bei.IvrigationsbetviMn in Frage kämen, machen? 10. WaS halten Sie von unseren GenosseNschaftssiedbungen? C. Fragebogen Dr. Soskms. 1. a) Soll eine voll unterstützte Kolonisation wie die bisher in PrlLstinn Miche mrf-etnem Schema beruhen, welches eine Ausgabe von 1200 bis 1500 Pfund pro Familie, aus zwei Personen (-Mann und Frau)' und nicht selten sogar aus einer Person beftchend, Vorsicht? b) Sollte eilte solche Ausgabe pro Siedler unumgänglich sein?. (Was ich nicht zngebe.) Ist es aiMnehmen, daß die Farm bei . der «gegenwärtigen Mechode der FeMestellung die dem Anbau von Getreide den Vorzug gibt, sich zu einem rentablen Unternehmen entwickeln kann» so daß"der Farmer die Möglichkeit, .hat. seine Annuitäten von, sagen wir, 6 Prosent (5 Prozent Amtzen und 1 Prozent Ainwrtts-crtiowsfonds), oder etwa 72 mS 90 Pfund im Jahre zu zahlen? Welche Art der Feldbestellungwüwen Sie sonst Vorschlägen, und was sollte Mrer Miuung nach angobau-t werden? . - 2. Ließen die gegenwärtigen VLvhältnisse in Palästina eine dichtere Siedlung zu, basiert auf einer mtensiven Kultibatkon . wre sie etwa w Dänemark mit Ertzolg betrieben wird (Farmen von 4 bis 8 Morgen für Milchwirtschaften), oder in Kalifornien (bei der, wie in Ducham, Delhi, den Farmarbetiern Gruichstücke von 1,72 Morgen Größe zuecteilt werden), oder Spanien (Klemjvrmen von weniger als 2 Morgen unter Irrigation)? . 3. Bejaherchen Falles ist die. Annahme. berechtigt, daß kleine,' bewässerbare Farmen, wie die oben erwähnten, geringere Aufwendungen für Boden, Baulichkeiten und Ausrüstung 'beanspruchen wurden? Könnten ne sich zu rentablen Unternehmungen enÄwickÄn Mid gleichzeitig die Möglichkeit der weitestgeheichen Ausnutzung des Bodens und des Klimas.durch Bildung großer Kolonien (bestehend aus etwa 300 Familien) auf einer verhältnismäßig kleinen Bioen'liiche gewähren? 4. Besitzt Palästina Lerer s eine genügende Anzahl - von laMvirtschastlichen Erzeugnissen, die für die intensive Bearbeitung aus kleinen Farmen gerignet sind, wie Tabak, Zuckerrohr. Maulbeerbäume für Seide. Bananen. .Gemüsen (frischen urü> koniservierten), l^eflÄgLl, Bten.tnzucht. Milchwirtschaft usw., und was ift die geringste Größe, die Sie für solche Favmen empfchlen, wobei di^ gesamte Arbeit bloß durch^Lie Ansiedler und ihre Familien geleistet und diesen ein auskömmliches Leben und die Zahlung der Raten für den ihnen gewährten Kredit-gesichert werden 'soll? .. . .. . ' 5. Ist es nicht eine weseMiHe Bedingung der Ersparnis -sowohl an Geld wie anmenschlicher. Energie, eine Methode planmäßiger Kolonisatisn äntzunehwen, tvie sie sich in Australien und 'Kalifornien als erfollgre-icherwiesen hat' indem man nicht, bloß einen Plan für eine Siedlung entwirft, sondern den Boden' für Bearbeitung, Nrchegung, Trockenlegung, Grabeniind Kanalebau vorbereitet, ja sogar das Vieh kaust und . die Felder vor der eigentlichen Anfiedtung besät? * iß. Genügt bloß Geldhi-lfe oder bedarf'es auch gleich : von Beginn der Sieolnng an entsprechenden Rates, Leitung und Kontrolle, wie e8 »ich anderwärts als erfolgreich erwiestn Hai, mit der Bedingung, die Leitung der Siedlung "den Siedlern selbst zu überg-eb-n, sobald: sie genügende Erfahrun., «rworbcn haben?' ' 7. Soll die Kcuontsation in Palästina eine.private AyZ'eilegetcheit phillanchroptscher und nationiailer QvganGachicmen bleiben oder so v'el al§ möglich Staatshilfe erfahven? 9. Falls Staaishüse in die Kolonisation Palästinas eingesührt wivo, was soll vom Staate in bezug aus Finanzi-'.ruttg und Leitung zefor-drrt werden? Falls Staatshilfe gegenwärtig in Palästina u-nerlangbar.U, wie soll die Kolonisation gebeitet werden, .um. erfolg-- reich-zu sein? .Von diesen drei Fragebogen wirst derjenige der P a Mft i n a e xI u t i v c wchl, die. schwierigsten luich' --wich-' tigstoni-Probleme auf. In den nachstEnden Änüvort-en hoffe , ich, .meine Schl-uhsolgerungen genWend begrürchet'zu.'hMn: Ä u t w o r t r u f F r a g e 1: Es ist Wohl erwünscht,' je? doch nicht unumgänglich notwendüg, daß Id^ Büwerlber ein Jahr in Wästina als Lartdavbeiter oder in der Herrichtung von Farmen zuiormgr. Wenn es möglich wäre, daß er während dieses Wahres unter Aussicht des Verwalters oder 'des INdividuuMs/wvbeitet, der spater der Berater', der'Siedlung, sein soll, so .würde letzteren', -gleich Gelegercheit gegeben, zu - etttscheiden, öb sich.der Bewerber für die Attstedbrys. eignet.oder.nicht... ' . A n t w o r i a u s F rag.e 2: lLs ist schr erwünscht^, daß der «Mdber Grgeütapiial in'der Farm '-indeistiertHät,- da-meines W.isWs nirgends' außer in' PalWna: AnsiMungsbewerber «hne. Eigenmittel in Betracht -gezogen werden. -Keine-Kolonisation'wird sich bezahlt machen, bei der-her Siedler selbst, mit weniger als 10 Prozent der GesaMtkosten der Farm -beteiligt ist..M>r dem Krtege war dies der. dänische Mindchtsatz; seitdem ist erlitt Anbetracht der erhöhten Kosten der Farm-amelioration aus H- Prozent erhöht worden.' ^Antwort auf Frag e 3: - Dem Ermessen' der ZiouMschett Exekutive muß die Auswahl der Siedler und die Art her.M gewahrenden finanziellen U.nterstütznng-in. vollsten Maß u'berWen' bleiben; Fleiß,' Charakter üNd'.SparscnNkeit der'.Bewerber' müssen der Entscheidung zugrunde gelegt werden. Eine jede Siedlung soll der Leitung eines in. ihr wohnhaften.Beraters oder. Verwalters anvertrant werden. Dieser Beamte hätte wls Vertreter der Exekutive.zu fungieren und..alle zwischeu Exekutive ünd' Siedler vorkommenden Angelegenheiteit zu erlw.igen. Alle Pacht-- und. Darlchensawgelegenheiten s.nrd nach Änem^ tzmgfälfig ausgearbesteten Mam-e. 'zju bührwdÄn ,Md M schvifstichen Vereinbarungen ftstzulegen. ' . - -Äntwort-auf-Frage 4: In-''dieser Frage ist'das' schWßyMte- Problamt der zionistiischm EMvicklww.g : enthalten. Ngch/.dan - Erfahrungen' anderer Länder "■ und- 'insbesondere ' me.iutzxeigenen - Erfahrung. Mlurteilen, - kann-- ich..nur - sagen, daß^ die eiiMlbäuerliche. Farm die größten Vorteile und. besten Aiusfichten auf Erfolg bietet. -Obzwar eseinige landwirtschästliche Medliungen.in Amerika gibt, die ouf komMU-nistischer Basis begründet sind, so kommen doch meist zwaiMg Mißerfolge auf Htzvsych,, und auch, dies^x H nur. einer.; reli-.-.- 'gDsen^Dkfis' zuheMnken."Dazü.^öMtit '.noch,^'^daß.sich 'die. erfolgreichen Siedluu-gen nicht nur mit dem Ackerbau beschästrgen, sondern ihren.Wirkttngskreis auch auf die Mivitäten eines Kommunalwesens erstreckett: die Einkünfte der Fabriken, der Läden und der beruflich Tätigen fließen in eine gememsame Kasse mit den FarmeinknnftM, und in ernitzen der wichtigeren Siedlungen, wie z. B. der Oneida-Gemeinde im Staate New- Bovk, hat sich das Kommunalsystem in der Fabrifführung weiter behauptet, nachdem es 'auf die Landwtrtlschaft' keine Anwendung mchr gefunden hatte. Obzwar nicht außer acht zu lassen ist, daß das starke Verlangen nach dieser Form von Ortzanisiemrng, welches von den zronistiischen Siedlern, insbesondere den aus Rußlattd stammenden, zum Ausdruck gebracht wird, wohl imstande sein kann,- dem ländlichen Wirtschaftsleben neue Bahnen auf dibseur- Geriete zu brechen, so muß meine Antwort doch auf den Evgeb-, nissen meines Studiums, den anderwärts gemachten Erfahrun>gen und auf den Schlußfolgerungen basiert sein, zu denen ich nach sorgfältiger Prüfung der palästinensischen DeryAtnisse gelangt bin. Diese kurze Erläuterung voranschickend, bin ich dev Meinung, daß'die tzinaniziellen Verwicklungen der KMnisatronstätigjkeit v e r m i n d e r t werden würden, wenn jeder Siedler eine Einzelsarm erhielte unter der audrüMchen Beidvagun-g, daß er Kr 'den Pachtzins und'für die'RückZahlung der Ausrüstungkosten der Farm verantwörtlich ist. Ein derartiges Abkommen ist eine viel einfachere Sache, als wenn die Verantwortung von einer Gruppe gemeinsam getragen wird,.die vielleicht ' mir einen rmbestimmten legalen Status genießt. Das, was den Manschen zum. Farmleben Hinsicht, weichtwesentlich ab. von dem, was ihn Wv Wahl eines industriellen Berufes bestimmt. Vor allen Dingen bringt die Mannigfaltig-. feit des Farmlebens eine größere Befriedigung mit sich. Das kommunistische..System. kommt. eher. für. FabrMn und...industrielle Unteruchmungen in ° Betracht, in denen es sich vorwiegend um Routinearbeit handelt; in der Landwirtschaft hingegen wechselt die Arbeit mit der Jahreszeit, und jede Stunde des Tages bringt eine andere' Art von Beschäftigung mit sich. Diese Beschäftigung wechselt mit dem Wetter und den so bänstg . eintretenden unvorhergesehenen Umständen.. Dadurch wird jegliche gvuppemnäßige Organisation erschwert, ganz, besonders dann, wenn es sich um eine größere Mitgliederzahl handelt. Mt kleineren Gruppen läßt sich besser als mit großen avbeiteu. Eilte -große Befriedigung des Farurlebens ist die Schaffensfreude, die cs attsiöst. 'Nicht allein des Geldes wegen hegt und pflegt dex. Farmer seinen Acker, fotckern um qualitativ das Beste zu erzeimen; das bereitet ihm dann genau dieselbe Freude wie dem Maler das B-ild, das er geschaffen hat. Vier oder Knf Künstler werden kaum an dem gleichen Bilde malen. Ebenso ist nicht anzunehmen,, daß eine Gruppe von - Farmern, die ihr Land als Gemeinbesitz bewirtschaften, gleich Wte Resultate erzielen oder die gleiche Befriedigung. in Hrer Arbeit finden wird wie der Einzelbauer, der seine eigenen FÄder bestellt. Eine kommunistisch betriebene Landwirtschaft vermindert die Verantwortung des iviinzeMen in bezug-au!f die er- . zielten Resultate, gewährt aber, nicht dieselbe Befriedigung, die die Ausübung eigenen Könnens mit sich bringt. .Es entstehst, deshalb die Frage/ warum die genossenschaftl-iche Form der Siedlung in Palästina so beliebt ist. Vielleicht ist die Erklärung hierfür in folgetidem zu suchen: In dem Mangel der Erkenntnis, z. B. inwieweit die Anwendung des Kooperativsystems auf einzelbäuerliche . Farmen möglich' lmd. erwünscht ist. Eine emz-elbänerliche Kolonie kann .kooperativ sein und soll es in Palästina fein. Die einzelnen Bauern sollen die Instrumente, die in mehreren Farmen benützt werden können, gemeinsam besitzen, ebenso die Einrichtungen für den Absatz und für die Verarbeitung der Farmprrdukte, z. B. die Maschinen, um Milch zu erzäugen und zu pasteurisieren, und um Butter und Käse zu erzeugen. Antwort aus Frage 5: Ich glaube nicht,daß große kommunistische Siedlungen erfolgreich sein kö.nn en. Antwort a u f Frage 6: Schon beantwortet. A n t w o r t auf Frage?: Die Größe der Farmen soll soviel betragen, baß sie der einzelne mit seiner Familie bearbeiten kamt. Das Resultat hängt von der Bewästerung ab. Bei genügender Bewässerung ermöglicht das ‘ palästinensische Klima -zwei oder drei Ernten im Jahre. Falls ein Markt für Gemüse!gchutden werden kann, kann das Ausmaß der Emze'lfarmen niedriger angcsetzt werden als jetzt z>weckmäßig wäre. Der Erfolg intensiver Kultur hängt von der Geschicklichkeit des Pflanzers ab. Ein. erfahrener Gärtner bedarf Wender Land als ein ungeübter Anfänger. Fast alle palästinensfichen Siedler werden ungeübt sein; sie weriden besser fahren, wenn man ihnen genügend große Farmen gibt, damit sie auch mit Getreidebau und Obstpflanzung beginnen. Wenn sie Erfahrung gewinnen und Aläckte für besondere Erzeugnisie geschaffen' tvcrden, können die Farmen 'geteilt werden. Dies bezieht sich nicht ans Siedler, die sich ihren Unterhalt znm Teil mit Lohnarbeit verdienen. Ihnen würde schon ein Stückchen Land für einen Hausgarten mit' Ranm für das Halten einigen Geflügels und in manchen Fällen einer Kuh ^genügen. Derartige GartensiodluNgen sind bereits in der Nähe von Jaffa und Liberias errichtet worden, ferner auch auf dem Lande, wo Lohnarbeiter benötigt werden, wie z. B. in den Weinkeltereien in Rischon und den großen Orangenplantagen in Petach TVvah. Im allgemeinen sind die jüdischen Farmen in Palästina kleineren Umfanges als die intensiv külttv'ierten Teile Kallifornietts und Australiens, wo-man sich mehr maschineller Mittel bedient. An Areal gleichen sie eher den Farmen 'Westeuropas, die mit einfacheren Werkzeugen und mehr verchtittels Menschenhaitd bewirtschaftet werden. - Gelegentlich einer in Jerusalem abgch-ältenen Sitzung, an der Leute aus den wichtigsten'-Si-edlmllgen teilnahnten. wurden vier Fragen in bezug auf die Bodenbestellung, aufgeworfen. 'Es gingen darauf s.ielben schriftliche Antworten ein. Nachstehend - eine Zusammenfassung der betreffendett Fragen - -und Aut» Worten: . -a) F ra ge: Welchen Landkomplexes bedarf es, um einer Siedlerfamilie Beschäftigung und Auskommen zu sichern? .'Antwort: Bei Trockenbewirtschaftung 25 bis 30 M-or- -gen oder eines- Durchschnittsvon .35 M-orgeUl -! Bei iBowirtschaftUng irri'g'ierter Farmen 2,'5 bis'10 Morgen oder eines Durchschnittes von 6 Morgen. ' b) Furage: Womit soll der Boden bestellt werden und welchen Kmnplex sollen die diversen. Felder, entnehmen? Antwbrt: Bei TrockeübewirtsHaftung: Weizen, Gerste, Häfer, WützötzMg, GomUe. Mandeln, Oliven, Feigen, Trauben, Eukalyptns und anderem Nutzholz, Tabak; Milchwirtschaft, 'Geflügel- und Bienenzucht.