Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 2015 (24.9.1924)
- Date
- 1924-09-24
- Page
- Seite 5 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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-^-E'"/'*-'-.r7 €~ tayvctt, imtriTOirtg Mener MvrgenzerrunK. 24. Depremver IMS VkW D mysteriöser Borsall in der Leposttenbauk. . Wie verlautet, soll im Bureauraum, wo der Nnter- I suchungsleiter in der-Deposttenbankaffäre Hofrat Dr. Ja- I k o b amtiert, ein Einbruch verübt worden sein., Samstag ftüh soll Hoftat Är. JclloL, als er in der SPirituSabteiluNg her Depositenbank erschien, bemerkt habe», daß 'aus der Wertheim-Kasse seines Amtsraumes verschiedene Belege fehlen. CS soll sich allerdings bloß um ganz belanglose Briese handeln. Die Nachrichten vom Verschwinde« wichtiger Aus gleich8akte werden als unrichtig bezeichnet. Mhusedidemie in Sötzeadors. Seit längerer Zeit herrscht in G ü tz e n darf an der O st b a h n eine Typhusepibemie, von welcher bisher 9 0 Personen betroffen sein sollen. ES heißt, daß sich in der letzten Zeit auch fünf TodeSfLlle ereignet haben. . ■ Lraglschtt Selbstmord eines Bargtheatersttzmspielers. , Gestern um halb 9 Uhr vormittags hat sich in der Garderobe des Burgtheaters der erst 22 Jahre alte Schauspieler Zhrill Dachler aus einem Revolver eine Kugel durch den Kopf geschossen. Er wurde in das Allgemeine Krankenhaus gebracht, wo er starb. Dachler, ein gebürtiger Wiener, kam vor drei Jahren als Volontär ins Burgtheater. Er war strebsam und talentiert. Vor einem halben Jahre rückte er zum Solisten vor. In letzter Zeit' stand er unter dem Eindruck einer starken Ueberreizung. In der vorgestrigen Vorstellung von Raimunds „Alpenkönig und Menschenfeind" passierte ihm eine an sich nicht bedeutende Textentgleisung, die vom Publikum gar nicht bemerkt wurde, die ihn aber ganz unverhältnismäßig heftig erregte. Dieser Vorfall hat anscheinend seinen künstlerischen Ehrgeiz so tief verletzt, daß er lebensüberdrüssig wutde.' Die Lohnverhandlungen an den »nndeschentem. Ueber die Lohnverhandlungen der Bundes angestellten im Burgtheater und in der Staat stop e r verlautet, daß dir für die nächsten Tage zu erwartende Einigung mit einer Er Höhung um ISProzent erfolgen dürste. Die Solokräfte an beiden Theatem werden bei der Lohnregulierung besonders behandelt. Die Musiker verhandeln «sondert. _ ras Wetter. Der s ch S » e H e r b st h ä lt an. Die Voraussage kündigt zunächst noch heitere8 milder Wetter au. Sie fiebensmitteforörtte. Die NeischWfuhren -nach der GroßmaWhalle waren zwar gestern kaum nemenSwert, es sind bloß zwei Waggons ei-ngelangt, allein trotz des verminderten Angebotes hielt sich der Verkehr sowohl im Großwie auch im Kleinhandel angesichts des eingeschrärMen Bedarfes am nähen Monatsende in boscheidenen Grenzen. Der Naschmarkt wurde gestern ans den meisten Gebieten sehr günstig beschickt. Namentlich Kvcmt holländischer nnd tschecho-slMMscher Herknnst langte in großen Mengen ein. Auch Kartoffel wuvden über Bedarf Ms den Markt gebracht. Trotz der andauemd gesteigerten Zufuhren blieben die Preise sämtlicher Gemüfesorten stabil. Der Obstmartt wird zum Großteil von Acpfeln beherrscht. Birnen und. Wointrauiben waren gleichfalls in großen Quantitäten zn seihen. Nur Zwetschken, die am nreisten bevorzugt wurden, Langten für den Bedarf nicht Ars. Außerdem läßt auch Lie Qualität zu wünschen übrig. Wien, 34. September. * Motorrad und Lastauto. Gestern mittags ist bst der Ge Hsha Uferstraße.der Kaffeesieder Franz Glas auf seinem Motorrad mit einem Lastauto zusammengestoßen. Glas wurde aegen eine GaSlaterne geschlenwert und evM erhebliche Verletzungen. * Autounfall. Gestern nachmittags wurde der67jcihvige HanIbesorger Karl Huber von einem Auto niedepgestoßen und verletzt. Die RettungSMellschast brachte ihn in daS Mtal. * Die Lebensmüden. Montag «achtS hat sich in der Gersthoserstratze eine gewisse Duchan aus unbekannter Ursache durch Genuß von Lysol zu vergiften versucht. Die Rettnngsgesellschaft leistete ihr eÄte HM..— In seiner Wohnung hat sich gestern früh der Zljähvige Mechaniker Franz L. wegen hrmMcher Zwistigkeiten mit seinem Rasiermesser schwere Stichvevletzrmgen zugsfügt. Die Rettungsges-ellschaft brachte ihn in das Spital. — Gestern vormittags hat sich, die . 18jährige Private -Zlyn- S. tu ihrer" Wohnung wegen häuslicher Zwistigkeiten durch Einatnren von Leuchtgas zu vergiften versucht. Wie Rettumgsgefellschaft brächte sie MS Spital. * Hosrat Nepallek gestorben. Gestern nachts ist hier nach einer schweren Mägenoperation der frühere Zerenlomemneister des Kaisers Franz Josef» Hoftat Wilhelm Nepallek, im 62. LebenSj-cchve gestorben. * Mutter und Sohr. Am 81. d. um halb 4 Uhr nachmittags kam es m der Wohnung der HWavbeiterin Anna B. zu einem Streit «wischen ihr und ihrem Sohne, einem 38jährigen Kutscher, der deshalb entbrannt war. weil die Mütter den Sohn bchchuldigte, bei ihr cknaebrochen und 160.000 K. gestohlen zu haben. Der Söhn behauptet, seine Mutter sei mit iVi; , i'y *' 1 11 ■ r ,iluj•, .§ i" h' ';a' :■%& '#;'it‘:'k 41 «s >' h ’•{, tW*. .. » Tee . Mo 8 k a u Gegr.1849 ^2.5?" der Hacke auf ihn los^gaMN. Ev -wÄ.chr die Hacke entwunden haben und hat sich daun sein Tafchemnesser in die.linke Brustseite gestehen. Schwer^ vemWMrdeier^ aWd^MinÄ Höchen« egg gelbracht. Er hat die Tat anscheinend mts Kränkung Über dre Beschuldigung der Mutter begangen. * Die Auflösung von Schulklasse«. In der gestrigen Sitzung des Stadtsenats «Märte Stadtrat Speiser Wer eme Anfrage ivegen VermiWevung der SchnMassen, daß es in erster Linie pädagogisch-didaktiische Erwägungen seien/ welche zu dieser Maßnahme führten. Im Vorfahre wurde die-Erscheinung beobachtet, daß in einer Reihe von SckMn die Schülerzahl sehr tief, in einzelnen Klassen auf acht bis zwölf, heruntersank. * D-avid-Wolfsohn-Gedenkfeier. Die ZioniMche Bezirks- Miou 2 verarrstaltet heute um 7 Uhr abends im großen LeopMstÄdter Tempel, 2. Bez.. Dempelgasse, eine David-Wolsohn-GodenVfeier. Die Gedemvede hält Ralbbiner Dr. David Feuchtwaug, die kantoralen Funktionen versieht der newe Oberkantyr Lemrich Fischer. * Zkoulstischer Parteirat. Das Zionistisch« Landeskomitee teilt mit: Montag den 6. Oktober, halb 7 Uhr abends, findet im SaÄle des Zionistischen Landeskomitees, 3. Bez., Taborstraße 20ä. die Sitzung des Partei rotes statt. Sämtliche Parieiratsmitglieder werden um pünktliches und zuverlässiges Erscheinen gebeten. Tagesordnung: K-Ultuswahlerr. Das Schekeljahr 5084 .gcht zu Ende, wer noch kernen Schekel gezahlt hat, beeile sich, den SchM zu Leisten. . * Samariterkurse bei der Rettungsgesellschaft. Der Samariterkurs Nr. 344 für Männer aller Stünde beginnt am Sonntag den 19. Oktober um 9 Uhr vormittags und wird an acht ianfemanderfolgenden Sonntagen von 9 bis 11 llchr vormittags fortgesetzt werden. Der Samariterkurs Nr. 346 für Frauen und Mädchen wird von Montag den 20. Oktober angöfangen an jedem Mo-ntag und Donnerstag von 5 bis 7 Uhr nachmittags abgchalten werden. Einschreibungen für diesebeiden Samariterkurse (nur persönlich) werden in der ZentraNanzlei der Gesellschaft. 8. Bez., Radetzkystraße 1, entgegengenommen. * Der rechtmäßige Fürst von Monako. In Nizza ist. wie unS gemeldet wird, ein MetzgerMtorben, der vor zehn Jahren dadurch einen Skandal verursacht hatte^ daß er nachznweisen versuchte, daß er der rechtmäßige Erbe des Fürstentum Monako und daß der ge-genwärtrge Fürst ein Usurpa.tor sei. Er konnte mchweisen, daß er der Familie Riualdi entstammte, die bekcmntftch eine der Seitenlinien des Fürstenhauses von Monako ist. * Die Beisetzuug Dr. Nachman Stzrkins. Wie I. T. A. aus New-Aork berichtet, fand die Bestattung Dr. Nachmw Syrkins, des bekannten Wrschen PMizisten und Mitbegründers der zionistisch-soziailisttschen Bewegung Poale Zion, am 7. d. statt. Zu der Bestattungsfeier fanden sich'zahlreiche seiner Anhänaer sind Frvmche em. Gedenkreden HMen: Dr. Stephan S. W is e, William Min, der Redakteur des „Ton", Max Pine, Dr: Ehaim DscherNckvitz, Morris Rothenberg und Doktor A. Eovalnik. * Lin Chikagoer Rabbiner im Mer von 107 Jahren gestorben. Aus Ebwaao meldet I. T. A.: Rabbimr Salomon Milles, der älteste Bürger CbikagoS. ist dieser Tage im Mer von 10 7 Jahren versmedm. Rabbiner Mlles hat seine Frau, fünf Söhne, drei Töchter, 22 Enkel und fünf Urenkel übarlebt, * Tanzinstitut Hermann Braun, 14. Bez., Remdwcsgasft 42. Vereine. BorttSge mid BeksMinlungen. Vereinigte hebräische Schulen. Einschreibungen in die hebräische Schule, 2. Bez., Große Mohrengaffe 16M. täglich von 4 bis 6 Uhr abends. — Z i o.üististche Vezirksfektion Hl. Heute V,6 Uhr abeüds im Cafö Lovtüua W o l f s o h n - G e denk f e t«' r. Festrede Dr. Josef L ö w euh e r z, anschließend. Bortrag der Fra« Dr. S ch ur. —> Z i o n i st i s ch e I u.a e n d gru p p,e L e o Pol d stad t. HeNte, 7,8 Uhr abends, Plenarversätnmmng, um 8 Uhr abends Referat des Ge'stnnungSgenoffen Hans K a n d u Nach 8 Uhr abends kein Einlaß: Gäste willkommen. Die Mitglieder werden ersucht, zu einer außerordentlich wichtigen Besprechung vollzählig zu erscheinen. — Verein „Greg I s r a.e V, 2. Bez., ZirkuSgasse 83. Es werden im kommenden Wintersemester wieder hebräffche MeBkutse' - (Anfängers ütid Msttelkurs) unter Leitung von I. H e r z b e r g . abgehalten. Anmeldungen täglich von 4 bis 7 Uhr abends im VereinSlokale (hei Herrn Laueren«) oder schriftlich. . .. . . Urantar Heute 5 Uhr (Großer Saal) r Afrikanische Jagbahenteuer. 6 Uhr (KürSsaal) r Kurs r Prof. Dr. Oswald R o f s ir Hemmungen des seelischen LebeüS (II). 6 Uhr (Klubsaal): Uttiv.-Lektor Ferdinand M a t r a S: BortragSkurS (IV). 7,8 Uhr (Großer Saal): Wiener Leut' in alter Zeit. 7,8 Uhr (Kleiner Saal): Franz Vogl: Das Burgenland. 7,8 Uhr (KurSsaäl)r Kurs: Hoftat Dr. Karl Koißler: Eßbare und giftige Pilze (II). 7,6 Uhr (Klubsaal) r Uttiv.-Lektor Ferdinand M a t r a S r RednerkmS (IU). . — Urania-Bücherstube von 8 Uhr früh bis 6 Uhr abends o l k S h e i m, 2. Bez., ZirküSunb Tschechisch für Anfänger. 8 Uhr: Ztattenisch und Tschechische Leopold st adterS 48. 7 Uhr: Italienisch rnglisch <EU) für Vorgeschrittene für Vorgeschrittene. Hiiseruf. Welche edle Persönlichkeit möchte einem jüdischen Familienvater, gnvesener Kaufmann, 48 Jahre alt, der seit zwei Jahren lungenkrank, derzeit arbeitsunfähig und mittellos ist, dazu verhelfen,. daß er in einer Lungenheilstätte unteraebracht wird. Jede Gpoude wird dankbar angenommen. Ädreffer I. Ros e n f e l d, 3. Bez., Praterftraße 49, II. Stock, Tür 48. Bühne und Kunst. Sverntheater. ErM Auftreten Mmia Nemetbl _ m Noch selten gelangte vor dem Debüt einer Künstlerin in Wien ein solcher Wust von Mitteilungen in die Oesfenllichkeit, wie vor dem ersten Auftreten der Opernsäugerrn Maria- Nemeth. Seit Monaten wußte man, daß auf dem Budapester Opernhimmel ein neuer Stern aufgegangen sei, vor dem der Glanz der Jeritza nahezu verblasse. Es hieß, daß Direktor Schalk die Sängerin in einer Budapester Gesellschaft gehört und sofort ohne Pvobesingen nach Wien engagiert habe, daß jedoch die Birdapester Oper sie nicht freigebe und daß sich Wien mit Budapest um den Besitz der Sängerin stritte wie die sieben Städte des Altertums um die Geburt Homers. Und als endlich die heikle Besitzfrage gelöst war, wurde offiziell verlautbart, die Mnstlerin habe ihr Debüt in Wien um einige Wochen verschoben, da ihr die Intendanz die ihr versprochene Fünf- Zimmev-Wohnung nicht beschafftn könne. Nun scheint sich -die Situation doch soweit geklärt zu haben, daß die schlanke, blonde, anmutige Ungarin als Leonore im Troubadour" ihre Wirksamkeit beginnen konnte. Sie wurde von der Claque des Herrn Freudenberger und von der stattlichen Schar ihrer ungarischen Landsleute mit immer erneuten BerfallHsabdm begrüßt und bedankt, an denen sich auch das übrige Publikum beledigte. Frau. Nemech kann also mit ihrem Debüt zufvieden sein und ebenso^die Staatsoper mit ihrem Engagement: denn der Sängerin darf, wenn sie nur erst mit den Raumvechaltnissen in der Oper vertraut ist, wenn sie ihre Befangenheit und da's Konventionelle in Spiel und Gebärde abgestreist hat, eine glänzende Zukunft vorausgesagt. werden. Freilich hat sie — soweit man nach einer einzigen, der Sängerin übrigens nicht sonderlich liegenden Rolle urteilen kann — auch technisch noch manches zu lernen, damit Hre im Material gemz , herrliche, große, dramatisch belebte, in der Höhe sieghaft durchbrechende „Boix blanche" -der Tradition des Opernhauses entspreche. Reben Frau Nemeth kann sich Frau Olszewska, deren edle Wtstimme immer reicher erblüht, als Azucena Horen und sehen laflen. Herr Fischer-Niemait u bot das Beispiel eins 'tragischen Konfliktes zwischen riesigem Material und unzulänglicher Technik und Herr Doktor Schipper war ein markiger Graf Luna, der nicht nur den italienischen Text, sondern leider auch die italienische GesanKHease ins Deutsche übersetzt. Und auch Herr Alwin, der dem Orchester in seinen Wien beistarrd, erwies sich als deutscher Kapellmeister, der die sengende LeideNschaftliHkeit der südliche« BeMnto gewisienhaft und gemächlich -in Dükte einordnet. flb. g\ Stttemoffonale Msftellnng neuer techntt. Heute Eröffnung. ' - Sie ist in Wahrheit international. Nicht weil eine An» 'zahl europäischer Länder, die -berühmtesten Dekorarions- Mnstler der in der Theaterkwnst führenden Völker in ihr vertveten sind, sondern weil sich in den ausgestellten Arbeiten eine «Lnheikliche Wnstgesinunng, e-in gemeinsames iKuustgswisien dokmueninert. Gewiß gibt es Schattierungen, nationale Besonderheiten, die mit dem Künstler mitgeboren, im Kunstwerk zutage treten; aber der Urgrund aller Werke ist über alle künstliche Schranken hinweg der Ausdruck einer ' Neuest Jugend, die m der Zeit lebt, und indem sie für die Zeit schasst, manchmal nur pvoblemhastes, oft aber endgültiges gibt. ' .Zionistisches Xiandeskomitee für Oosten*eich. Donnerstag, 25. d.J spricht um 8 Uhr abds. Herr aus B er! i n 1 Festsaale iiüflotels Mitglied des Zionistischen Aktiöns ton i t e e s über: ^Zionistische Organisation und Jewish Agency“