Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1924-09-22 · Heft 2013 (22.9.1924) · p. Seite 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 2013 (22.9.1924)
Date
1924-09-22
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2979076-2980834-2981096--20541-3007777
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

. *. ’-i»- ** 1 1 ‘ fMMd" 7W^ maxT WÄr. MoiiÄ 1924 6ciicS Kymnus auf Wien. A«»«k ist der Mefttt ««d »ei« Spießer, Jeder sieht es, fei er «och st fremd. Kenn das «Leben, wissen die -enießer, Ist znweiken wie. ei» - Ainderhemd. Asses ist hier schöner nnd bequemer, W Dieses WoM ist vosser Ingendkrast. Die Devise dieser Krinkgekdnehmer: Woch ein Mertel Wein und Hnlyassnft. Knn sie auch die Stadt in Dunkel tauchen, Ast's ein Musik- und KheatersHerz. Deshalb Wird man keinen Sichler brauche»! Ahnst du, Areund, das gold'ne Wiener Kerz? IreAdlins fei trotz Dunkel kein Wanaufe, SpürL's die Aase auch Sei jedem Schritt. Sei kein Spaßverderber, geh nach Kaufe, Wring dir nächstens deine Klamme mit! Asservett stdel ist es und munter, An der schönen blauen Donau hier, Mud der echt« Wiener geht nicht unter, Wer's nicht weiß, der bleibt ein HHs und stier! ___ All. Ausgefallene Id e ,e. '' — Haben Sie gehört, man will die Arbeitslosigkeit endgültig beseitigen? — Das ist der.größte Blödsinn. Soviel ich weiß, ist jeder LesfteLt, ohM Axbeit zu leben. . Leider. " r1' Nicht er:, Mo, Sie sind der Mann, der voriges Jahr die hundert Millionen deftaudiert hat? Angeklagter: Leider nein, Herr Hoftat. . Wer ist glücklicher? .. Ein Mann, der sechs Millionen hat, öder'einer, der sechs Töchter M? Der Mann . .mit den Töchtern. Denn der Millionär will immer mehr, der andere aber hat auf Lebenszeit genug. ,■■■., v " „, 5’-,; . Beim-MH-.stMMler.. **'' . -7- Also ich habe gegtÄÄ, sie hähen zwei.echte Äftüdi» bWgeigen nnd jetzt zeigew'Sie mir ntft eine?. 1 „ Ja, die zweite ist noch Nicht fertig. J-chakhi. Witz zu abgebraucht, Jonathan. Alt, aber schlecht. — Jalta. Angenommeü. — Sämi. Sie haben Rechti Die schönste^ Sachen kayn Mn nicht Bringen. — DaVeS. ES Pffal zur Vevsügung Pllen WÄne'ME direkt zur Veckämpsimg döv WwffchaftskVlise beirtraHMimrd. Es schweibt jchjoch. wEr,ÄWE--dw GchxWvor, lva>M Md ob sich eme solche PMönlichMt fiMeUwiivd, Otzlche eim Mche Ätionelle PolM ' MÄ duWMven I. M- S. un PW werden honoriert, . , .0: afiLRSJS V»1W. W » m m u Wi '-’h Durch die Blume. Zwei Geschäftsleute treffen einen Bekannten, den sie schon seit mehreren Monaten nicht gesehen hatten. ' — Kaum zu erkennen — begrüßt ihn der eine — ' der Schmerbauch ist weg, Sie sehen so frisch , und unternehmungslustig aus. Nur ein bißchen grau geworden! Wohl in Marienbad gewesen? ■ — Keine Spur — antwortete der. Angesvrvchene — sondern die Sache war so. Mein Instand hatte sich schon so verschlimmert, daß mein Doktor mir eines Tages.sagte: Ich habe bereits alles mit Ihnen versucht. Jetzt bleibt Ihnen nichts anderes übrig, 'als sich schließlich dorthin zurückzuzreyen, wo sie nichts von Geschäften hören, keine Leitung zu lesen bekommen, ein paar Stunden am Tage arbeiten und wenig essen. Dann sind Sie Ihr Leiden los. Und ich habe seinen Rat befolgt. 1 — Daß Sie aber bei Ihrem Temperament diese schwere Kur'auch genau emgehalten haben? — fragt der Zweite zweifelnd. — ES war auch nicht leicht, aber ich wurde immer bewacht, ob ich mich auch strenge an die Vorschrift halte. " Als sie sich verabschiedeten, sagt einer der beiden Geschäftsleute: — Der muß mich für einen großen Idioten halten. Er glaubte, ich weiß nicht, daß der Doktor, der ihm den guten Rat erteilt hat. kein Mediziner, sondern der Verteidrger in Strafsachen, Dr. K. . . . ist. Jakra. %■, / D aS Geschäftsgeheimnis. — Wir müssen einen anderen Reisenden - engagieren, Vater. Der Kohn tft ganz unmöglich. Er erzählt der Kundschaft, ich sei ein Idiot. — Das ist sehr ärgerlich. Er ist ein tüchtiger Verkäufer. Aber Geschäftsgeheimnisse darf er natürlich nicht ausplaudern. A m W a n d e l d e r Z e i t e n. - ** ' Die ehemalige Naive eines kleinen Theaters zog sich der Bühne zurück und betreibt Geldgeschäfte, weshalb man ihv sagt: ' .Früher war sie das Veilchen, das im Verborgenen blüht; jetzt ist sie ein' Beuchen, das im V e r b l ü h e n S 01 g t. Das Kraftwerk. Sft dem Bargeldmimsiel in Menabruhelfen? Die polnische Wirtschiaftskrife zicht immer «weitere Kreise um sich, als dessen hauPffächlicherGrurck) der Mangel an Geldmitteln und somit Betriebskapital und die damit ßusä,mmenhLw§ende Verteuerung' der wichtigsten zum Lebensunterhalt notwendigen Artikel ist. Die Aubsiterbömegungen mehren sich, Induftrieunternchmeu liquidieren, stellen teilweise öder ganz ihre Betriebe ein. ES ist also kein Wunder, daß in der Zeit, wo die breiten Schichten der BevöllLerung an den Börsen einen beträchtlichen Teil ihres Vermögens eingebüßt haben, wobei jedoch die SpckM'tiom a la Baisse ihr Vermögen vergrößert hat, die gesamte Oeffentlichkeit, darunter, auch die Presse, worauf ein letztens auch im ,Mtvjer Codzienny" in Krakau erschienener Artikel deutet, sich eingcheNver mit der Möglichkeit dex. Abschaffung des drückenden Geldmangols von von — Habe die Ehre, Herr Mayer, wie gehts, was macht Me Gnäfrau? — Weiß uet, mit der Hab' ich schon vier Wochen net g'sprochen! - Oho, r bisserl g'stritten?? ' — A na, i hab'S nur net unterbrechen wollen! Ein Pedant. . Ein Herr kommt in die Drogerie und verlangt Mottenpulver. Der Drogist bedauert, nur Mottenkugeln vorrätig zu haben, von welchen schließlich auch der Herr 100 Stück kauft. Nach einer Viertelstunde< kommt-er zurück, kauft L00 Stück, Verzeihen Sie, was 'glauben Sie. was man da ver- Weßt, W. WM fo.. ein. Biecherl trifft! WvK'*'-' Ländliches. E" Wne Bäuerin kommt nach Wiem fährt in dev Elektrischen, ieigt trotz der Etmahnüng . des Schaffners verkehrt ab und fü-r m Die wichtigsten polnischen Banken verhandeln, wegen Fuistonen und denken nicht daran, daß bei einer andauernden Krise' sogar eine solche fusionierte Baut insolvent werden kann, wenn die restlichen Kreditoren sogar nur einen Teil ihrer Einlagen Neigen würden. Es steht außer Zweifel, daß inan schnell und energisch >handÄn muß und davf nicht wieder vier Jahre, auf einen aMerAanischen Iaung warten, wie man vor der Einstihvung der ZlotywÄhvung auf den englischen Aoüng ge-!wartet hat. Man muß mehr Praxis anwenden und darf sich hier nicht mit Theorien befassen. Gerade die mit Polen befreundeten Länder, die auch der polnischen Wirtschaft mit Anleihen und Krediten helfen, scheinen die besten Beispiele zu liefern. Frankreich hat in einer Ewrifsionsbank in Gold und Wechseln eine Banknotenünterlage bon 7,4 Milliarden -Frarcken und hat dabei ^ine NoteMMlation im Werte von 40 Milliarden Franken. Der Umlauf übersteigt somit den Wert der Unterlagen um i>üs Fünffache. Italien besitzt bei einem Banknoteniumlauf von 13 Milliarden Lire eine Deckung in dem Werte von 5 Milliarden Lire, welche sonti-t Aiveiiouchalbmal so klein wie. der Wert der Notenzirkulation ist. Polen hatte jedoch am 1. August eine Unterlage in Gold, Devisen und Valuten in der .höhe von 527,268.000 Zloty;, wogegen an diesem Tage nur 394,963.000 Zloty im Umlauf waren. Somit war >der Wert des Umlaufes niedriger swie die Deckung. Obzwar die Zlothem'issiön eine halbe Milliarde knapp' . überschritten hat, kann von einer Ausnützung des Emifsrons-rechtes nicht gesprochen werden. Die Bank Po'lski hat die in sie gehegten Mvartungen, so in Hinsicht der Beliefevimg der Wirtschaft mit Geldmitteln wie auch in Hinsicht der Regulievuing 'des Zinsfußes nicht. -evsüllt. Wen'U man di< o!ben angchührten Beispiele mit einer ZiM^twn von 500 Millionen Zloty vergleicht, muß man zur Ueberzeugu-ng gelangen, daß jetzt jemand anderer : und nicht die Bank Polski berufen ist, dieses Uebel abMschaffen. Es .uintarliegt ja keinem Zweifel, daß die Bank PolM, sogar bei Berücksichtigung aller möMchen Vorsichtsmaßregeln, dis Note-nizivkulation bis auf mindestens eine MMiavde Zloty hätte bringen können. Jedoch könnte der- Umlartf der Zlvthbanknoten heuteruhig-die Ziffer von zwar Milliarden erreicht haben. Auhevdetm könnte sich der WschselldiSkont bsi 6 bis 6 Pwzsirt bewegen und würde trotzdem genüg-großen und viellölchä größeren Nutzen abweHen als jetzt bei e>iin>sr Höhe von 9 Prozent. Der Direktor der Ba>nk PolM, MeczjkMM, äußerte sich $u eintern Jauvnakisten, daß er den Ausgangspunkt' aus der Wirtschaftskrise nur in großen Äuslandskrsditen sieht und M Wege-größter Sparntaßnahmen, da die Bank PoM nicht dazu bevuifoN «ist, BetvielbÄaipital zu liefern. Wie kann man KapitcÄien sparen, wann der Wort >der Steuer in einem Zsitabschnitt von drei Monaten den Wert der ganzen Ba-nknotenumlaufts Abersteigt? Wo soll man jetzt noch Mittel für div Industrie, Handel nfw. finden? PsaEv'wfe, Hypothekarschulden ufw. sind -nnveMulflich, für Aktien gibt es ksider noch immer keine LambardirnögHchlkeiten, wo sollsich - ckbso zum BsMel ein Industrieller, : der kein „Bargeld.. in.,$$& ..KaH..HD^ ^MMoj!jalle,, oder sogar' nur" für-SteueM-suntzinj- 'GeÄ^heschÄs^st'?? - -Aus dem -Obigen ist aüf>o zu ersehen, daß "die Bank PoM' im im Wege eftier gssUMn'' Und'''nüchternen Wirtschaftspolitik der polnischen Wirtschaft so viel Ka- STI M IVI E DES LESE RS Mmtspfttchk zue MnderWf«. Geehrte Redaktion! Am 5. Oktober beginnt in Wien die Tagung des Kongress es für Internationale Kinderhilse. An dieser wichtigen Konferenz wird, meines Wissens zum ersten Male, eine " ‘ ‘ ferenz, '' folgreichen werß t gierten erhalten skondaß sie sich der überaus großen Wichtigkeit des Problems der Kinderhilfe gerade für die Juden bewußt sind und dementsprechend bei der kommenden Tagung wrvken werden. Es ist durchaus keine Aufdringlichkeit, wenn ich mir erlaube, auf.ein Grundprinzip hinzuweisen, dem die jüdschen Delegierten mit allem Nachomck zur Anerkennung verhelfen sollten. Ich schicke von großer Bedeutung wäre. Unter den mannigfachen Ursachen, die eine internationale Aktion für Kinderyilse notwendig machen, sind vor allem der Krieg und seine Nachwirkungen und internationale Völker^ rechtliche Verwicklungen überhaupt, sofern nicht Elementar Ursachen ab, so handelt es sich in den meisten Fällen einer großen internationalen Kinderyilssbedürftigkeit um Ursachen, die von den betreffenden Regierungen, auf deren Staatsgebiet sich hilfsbedürftige Kinder in größeren Massen ergeben, entweder selbst verschuldet oder nicht rechtzeitig abgewendet wurden. Ich halte es nun vom Gesichtspunkte des modernen Völkerrechts, einer gerechten Sozialpolitik und auch einer wahren Humanität für undenkbar, daß, wenn zum Beispiel infolge von durch eine Regierung begünstigten Armenierffentliche sind, die im Auslände lebenden Angehörigen der betreffenden Natic on oder <>ar die gesamte Menschheit zur Linderung der durch eine Sdaatsre-giernng verschuldeten Kinöernot hevaikgAogen werden sollen. Das würde eiüe Prämie für astd Majoritätsnationen und der von ihnen gehaltenen Regierungen bedeuten und die wilden Instinkte der herrschenden Mehrheitsnationen gegen die in ihrer Mitte lebenden Minderheiten geradezu aufstacheln. Bleiben wir jedoch zunächst bei der Frage der jüdischen hilfsbedürftigen Kinder. Da glaube ich nun, daß der Grundsatz durchdringen müsse, daß die internationale Kinderhilfe nicht nur die Pflicht habe, die eines Schutzes bedürftigen Kinder in materieller Hinsicht unter ihre Obhut zu nehmen, sondern auch die Pflicht und vor. allem das Recht habest müsse, Um diese Hilfe wirkungsvoller gestalten zu können, jene Staaten, durch deren Vernachlässigung der pflichtgemäßen gleichen Obsorge für alle ihre Staatsbürger das Elend entstanden ist, zu einem Schadenersatz und zu einer Bertrag sl eistun g für die aus ihrer Schuld der öffentlichen internationalen Hilfe ausgesetzten Kinder heranzuziehen. dessen leicht abwendbaren Pogrome sich ereignet haben, eingefallen, sich seiner Schuld gegenüber diesen Kindern zu erinnern. Es würde zu weit führen, diesen Gedanken bis in seine äußerste Konsequenz zu beleuchten. Ich will nur noch betonen, daß diese Frage keine rein jüdische ist und sein darf. Die Rettung von tausenden Kindern fiir die menschliche Gesellschaft ist eine alligemeiwe iuteruationale Frage der Humanität, aber auch des Völkerrechts. Daß die Anerkennung dieses Prinzips auch sehr viel zum BMerfrieden beitragen, daher prophylMrsch wirken müßte, brauche ich nicht erst auseinanderHusetzen. Es würde mich schr freuen, wenn dir jüdischen Delegierten diese meine- Anregung ihrer Ausmerksanckeit würdigerr wollten und zeichne mit bestem Dank für den Abdruck dieser Zeilen Hochachtungsvoll Dr. Ph. R ...... d. Kolonien der Abgebsnten. An die Redaktion der „Wiener Morgenzeitung"! Die Bankenkrise der letzten Monate hat die Zahl Abgebauten um ein Erhebliches vergrößert. Die meisten dieser Abgebauten. sind noch sehr jung und vor allem Juden. Das Problem der Ueberführung dieser Leute in andere Berufe ist' ein äußerst schwieriges. Daß durch derartige Krisen die Auswanderungslust angeregt wird, ist natürlich. Die Menschen, die in einem Lanoe ihren Unterhalt nicht verdienen können, trachten, sich in anderen Ländern, in denen die Existenzbedingungen günstiger sind, anzusiedeln. In erster Linie kam hier Amerrkr, oaS aber heute die Einwanderung sehr erschwert, in-Betracht. Der Drang zur Auswanderung wird größer, je weniger Arbeitsmöglichkecken in einem Lande sich bieten und je-mehr sich mit dem Reichsverein der Bankbeamten und dem Bankenverband ins Einvernehmen setzt. Alle diese Organisationen haben ein großes Interesse daran, dem einzelnen und sich selbst zu helfM. Die zionistische Sache erhält neue Verstärkungen, die abgebauten Bankbeamten haben die . Möglichkeit, sich in einem wnsiftn sofort produktiven iZweckon zugute kommen uMjvKdöck mcht aufgezehrt werden. Jch - bin überzeugt daß die Jdee.'der -GrüNdunsieinLr- 'BäckkbeMteÜkölöniein' Palästina "einer' Mtvügicng wert wäre und dicrch entsprechende Propaganda auch An.ffang und Beteiligung finden würde. ' A. K.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.