Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 2012 (21.9.1924)
- Date
- 1924-09-21
- Page
- Seite 15 (sequence 15)
- Language
- German
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M. M Wen, Sooniaz MrWRMMKchrMWW « 31. September 1924 muibXmm Die Damen: Hilda Dulitzkaja, Mirjam Hoefllch-Schnabel, Lina Hopenko, Hanna Schwarz, Zofla Spatz; die Herren: Kapellmeister <Max Geiger, Samuel Ben-Levy, Oberkantor G.Margulies, Robert Schwarz, Regisseur w. Silberherg, N. Tamarl, 8. Zucker Künstlerische Leitung: Bernhard Scharrer Einladungen erhältlich am Schalter der „Wiener Morgen* zeitung“ und an der Abendkasse jrtragwaal des Wiener Schriftstellervereines „DIE SCHOLLE« » II. Lilienbrunngasse la (im Dianabad-Gebäude) . Dienstag den 23. September 1924 Va8 Uhr abends 2er Prozeß Mkoch. Gestemr Vovnrrttags wurde der' Prozeß Mlcoch bis Montag srH vertagt, Werl ein wichtiger ZWge, der in Angel?,>,mhöit der Provisionsgetschichte Espsagen hatte,, nicht aufgefunden werden konnte. Dev Sammler bou, Tramwahscheinen. Der 70Mri>ge Hausbesitzer .Und PrivMeiMt'te Josef Lustig hatte .sich geistevu Feim Stvafbedirlksgevicht 1 wegen eines Eigenart «gen, bisher vereinzelt dastchmden Beinchsfaktums p verantworten. Dev Angeklagte hakte seit Monaten in lgevadeizu leidenischchklicher Wense wsggeüvcwf'vne Fahrscheine der Welktvffcheu gesammelt innd hakte diessch Fahriicheine durch kunstgerechtes UeiberNeibm der gelochten Stellen derart präpaniert, daß sie wie neu und. ungebraucht Mssahen. Diese Fälschung war derart vollkommen, daß Lustig wiederholt mit derart prästariertou Fahrscheinen auif der Elektrischen fuhr, elhne vom SchaFner oder Revisor, beanständet p werden. Eines Dag.es ereilte den Greis tdoch das Schicksal.. Gin Revisor der Stmßenlbcchn, der den Greis . wiederholt beim AuPlauiben von Fahrsche-inetr bei den, Halte-' stellen veoibachtst hatte, war ihm dann -in der Elektrischeu nach- Mfcchren und hatte die erwähnte Fälschung - der Vovgswiesenen Karte entdeckt. Im Besitz 'des Austiig fand mau eine größere ' Anzahl schr knnstigWecht präparierter'Fahrscheine vor. Bor Ge- St war gestern der bisher .unbescholtene Ängeklagte des Tätlichen geständig und. erklärte, daß er. lieditzlich ms Äsildenfft, mt die freie Zeit Ku vertreiben, sich.mit dem PrästawsgMwchöner Fchrlschkiine ans die erwähnte Werse de-. . schäftigte. Es sei dies, eriküirttz der Angekliagte, erne sehr schwie- ..Ogeund mühevolle Ästbölt -wch.hvasuche. vr- Or.deck.- PstWarckeveu. ». vmeS 'FchMeilves..mMchW sine, Zeit.. SchlAßM .;.eaWärth. %; AÄWiD^cvaß ec, ^Kva-x -.wiErWt. bemttt vväsravierte Fahrscheine auch benützt hahe, daß . er. Doch ^trotzdem /Nicht ans NMeviellsu Absichten gebettet, derart vörgegawgM sei, da er sich in geordneten Verhältnissen beifinde, HaiuÄetsitzer 7 .sei und als - illanAahriger Beamter .einer gwMN Firma .moapatW 2,2 Millionen Kuonen GchÄt halbe. Der dichter verurteilte den Angeklagten unber Berücksichtigung seines hoher: Mters und der hisherigen lUinbescholttenheit bedingt zu drei Tagen Arrest mit einsähviger BeWahvungssW. . , Das Perlenkoll-ier der Tänzerin. Die DänMvin Henmiiue -Z. brachte gegen den Banikdirettor Haus B. eine Klage a!u!f MckstelmM eines ihm im Februar 1902 in der früher bestandenen Mivlstou-Bar in der Kär,ntne.rstraße um 360.000 Krauen verpfändeten PöLleukolliers, bestchenid aus 131 Stück Perlen und einer BvillantenWieße iim damaligen Werte von 600.000 Kronen und KdtziHm Wert von 20 Millvonen Kronen ein. , Sfe höhe das Kollier m momentEr Noölage den: ihr seit längerer Zeit 'bekanntsn iGMagten veApfändöt, da sie das GeD «für einen . Schwager benötigte. Nun behaupte der GeMagte, sie halbe ihm das Perlenlöollier nicht veripfändot, sondern vepkauist,. was .alber schon deshakb unwahr sei, weil sie vorher das An'bot eines eovliers am StesthanspLatz,' der ihr'das Kollier um 650.000 neu d&toulfwt wollte, als zu geni-ng albgÄchnit halbe.' Das ZiviMandeAgericht veVurbeiilte aus dich'em Grundeden . Geklagter: zur.Mckstelluug, des PevlenLollivrs oder zur Zahlung des Beitrages von 6,980.000 Kronem Bei,der. Wer-die BerchMg des GMagtM vor dem> ObeÄlanlddsgeÄcht 'stattgchMen. BorhaMung eMärte der BevrPtngsvertreter, man müsse sich das. Milien: eim Bar p sipäter NachchM, die Stimmung der Bargäiste und'den Berus der' Tänzerin, der etwas leicht sei, vorstelleu, und mau werde jp dem SchÜnß kommen, daß die Klägerin sich nicht so bestimmt ausdruckte, daß "der Getkliagte Mlbcdingt «Uf eine Verpfirnldnng und nicht auf. einen Bevkans des Kollivrs schließM mußte. Wenn sie «aber sich so nntböftimmt auAdnückte, daß der Geklagte meinei: lkMnte, sre halbe chm ibüß- Kollier vertkaiülst, so falle dies dev Magerin und ' nicht den: Geklagten pr 'Last. Dieser habe das Kollien um .260.000 Kronen weiderverikaUst, Wune es alisv. nicht mehr^ prückftelleu. Der K'lagevertr-eler erwiderte, feWst wenn es sich um einen KaUf gehandelt häkt-e, so. wäre t\m solcher Kaufvertrag als gegen die guten Sitten Zerstoßend nichtig, •%a: Beklagter den LeichtsiM avnd die 'ZwängSluge dev Klägevin .dadurch auGeuteibe, daß er Kr-das hchou damals mirchestens 800.000 Kronen wert gewesene'Kollier eine so auffallend ge- ' pinge.Gegensleistuug gewährte. Der. BemjMvgHeMt w i e s d!i t BennifuN^ des Heklagten alb, da nur eim dang und.nicht ein Berikauf'des Kolliers vorgelegm sti. Alle Arten von Bankgeschäften mm XvmMWffÄDfWoWoksn Eskomptebank, Agram Wien, l.kitsersaite 4 Telephon i 22*5-90 Serie io«s Telegrammadresse t ^rapobank Kredfa ms Warengeschäfte 35*aasB*w* Sie Genfer Sur. Von Dr. Heinrich Schreiber.. Es ist vollbracht. Ist es auch gelungen, und geglückt?. Je stach der politischen Einstellung des.Beobachters wich. das Resultat der Genfer VöWbundbeschlüsse, wenn , nicht gerade ge- -priesen, so doch gelobt oder wenn auch nicht gerade klobig verdammt, so doch nicht'allzu hoch gehängt. Durchschlagend, 'ist, will mar: objektiv sein, der Erfolg gewiß nicht zu nennen, allein Über einen bloßen, Achtungserfolg greift er doch hinaus. Er ist in einem Abkommen zusammengetragen, den man, als .Genfer Pakt bezeichnen'kann/ der sich, somit in gewissem Sinne an den-Arzi tzoscher^gWftdnenHöwd ö,ner ak st an« reiht, den der Völkerbundrat mit der deutschen Regierung vereinbart hat. Unser Pakt ist gewiß weitaus dünner und harmloser, allem für die Kleinheit Md Bescheidenheit, die unsere Verhältnisse umsäumen, noch immer bedeutungsvoll.gestug ' Wir sind, an dem deutschen,-Interesse gemeffeN, zu gering und p schwach,, um solche Puffer aushalten p .kvumn, denen Deutschland ausgesetztist, obeu um überhaupt Stöße zu vertragen. . Wir brauchen vielmehr, da unsere Heilung und Rekonvaleszenz sich unter den Augen cknd der Wartung des Völkerbundes sich vollzieht, die weitestgehende Schonung gerade von unseren Aerzten und Wärtern, denen,-wie sie selbst immer und'nachdrücklich versichern, vor allem rintur zu lut* istunsere Genesung zu fördern, und vor einer Rezidive zn. behüten. Darauf haben unsere Unterhändler sich nonirlich' verlassen, darauf haben sie bei ihren'Vorschlägen und Anregungen gebaut und es gilt daher.die Frage,, ob die Pfleger von Genf dies gewürdigt und uns so zart und rücksichtsvoll. behandelt haben, wie dies ein nach schwerer. Krankheit, langsam genesender Organismus erfordert und verdient. Unser. Bundeskanzler, der. selbst nach schwerer Krankheit in Genf erschien und mit rührender Teilnahme ausgenommen wurde, dürfte dem Völkerbünde als vorbildliche,, pwviöentielle Personifikation des Staatsgebildes gelten, das s:ch, sta:dwund, zu. erholen beginnt. , - / Gesundet und saniert, das erkennt der.Völkerbund selbst, iPnd wgr 'rwch' nicht; ,chrs, d^ Spitaläbehandlung, werden Voir nach nicht entlassen; dazu sind wir noch zu entkräft rr Ter. gencu abgehorchte und-abgeklopfte Befund gehtvielmehr dahin, ' daß die Pflegschaft bis auf weiteres fortdauert und erst dann eingestellt werden 'karM,'.'wenn- Mst' 'die' .fiuMiellr - StaMtLi wieder erlangt haben, mithin die Fähigkeit, finanziell ausrecht und auf eigenen Füßen zu stehen.. Dies aber wird. dann systematisch und fühlbar der Fäll sein-i wenn die . Gebarung des Jahres'1925 und das Budget pro. 1926. den von', d'er Deleganon verschriebenen Finanzplan einhält und verschiedene rem Lande auferlegte Verpflichtungen erfüllt .wrrdeh. .Bis, dahin - wird immerhin die strenge Therapie der>'sKärfeu Kontrolle etwas gemäßigt, die Zügel der Aufsicht» die,.best Generalkominissär iv Händen behält, minder straff angezogen, zstm'Zeichen, daß es doch besser geht. Der Finanzplan stellt das Normal- .budget gleichwohl niedriger,, als. es die Regierung vorschlug, . mit.Ausgaben vom 496 Millionen .Goldkronen und einer aus den Kreditresten zuzuschießenden Jnvestitionssumme von. 60 t Millionen Goldkronen: ein., Die Berhaltr:ngsmotzregeln jedoch, die der. Staat zu.befolgen hat, sind finanz-, werweliungs- und . steuerpolitisch. reichlich aufgetragen. Md, geglredew F i st ä n- .ziel.l.fprheru sie die Herabminderung, der BankenundüPalutenumsatzsteuer. auf. ein. winziges rein nominelles Pauschale, die Verringerung, her Bankkonditionen; die allgemeine Er- Mäßigung der Körperschaftssteuer, von 34. auf 25 Prozent und .'.von .10; auf 2..Prozent.^für die Ohligationszinsen; die Minfnhrung von Goldbijlänzen; die Feststellung der Relation , der Krone zum, Warenpreise und die Erhaltung .ihrer Stabilität; die Freiheit des Devisenverkchrs; die Degcadiwmg. des . Eilberschillings zu Scheidemünzen;. vereinfache Geschäftsführung der Nationalbank; die Ausscheidung. unbezahlter -.WeöM.' Ms,der-' KnaWgÄ>arMa chve ZinsMcht, wie. den gevegMen sManziellen Dienst Kr JnvesttionskMtte ,an, .'die . staatlichen. Betriebe. Diese Verordnungen gelten derart, was .'Juristen,,,Han^ und.Verkehr.nur.willkommen sein Lan^ der Festigung.des' Geld.wes.ens, des StaatSkredit8, aber auch Ler Minderung der Steue r l a st, um jene Faktoren, von denen die Wredermlfrichtuug des Finanz- und Wirtschaftslebens nnd die Wledervevaukerunig des Vertrauens im Ausland iabhängt/ die^Mittel an die Hand. zu geben, auf daß'dem Kapital. und der Produktion eine leichtere Fruktiftzierung und nützlichere Betätigung erschlossen wevde. Cs ist, wie man sicht, «n langes, engbeschriebems Rezept, das den Herlungsprozeß beschleuniigKN sM; es will inAdesoudere bei den unter der Krise herabgestimMen Gemütern Hochgemute Laune Wecken, die düstere Angstpsychose die sich allerorts fühlbar macht, beschwören und so bewirken, daß der Patient, der über Alpdruck klagt, wieder freier ausatmen und die- Zuversicht schöpisen kann, daß die Aerzte sein Bestes wollen, mag auch die Medizin, die sie ihm verabreichen, noch so bitter schmecken. Dst Genfer Deschlüsse enthalten eine Fülle von Hausmitteln, die den Kredit erleichtern, die Finanzierung fördern, den Erfolg, der. Achsit von ftskal-ischen Fesseln loslösen und vor allem den Haushalt des Staates und seine LebenAtveist üphiger gestalten, seiner Beweglichkeit eine größere Freiheit gönnen wollen. Freilich wird, der Wärter nicht, abgezogen, der Generalkonrmissär bleibt stranNN auf seinem Posten und an der Seite des Patientenum ihn p warnen und abguhalten, wem: es ihn igielüstot, über die Schnur p hauen. Er wich sanft,, aber nachdrücklich dazu genötigt, die sparsame Diät einzuhalten, jeden Exzeß zu meiden, fleißig .zu schaffen, sich in Enchaltsamkeit zu üben; und wenn är reD bräv'UW folgsam gewesen ist, dam: mag ihm als Lob und Lohn die Aussicht winken, daß der Wirtschastskörper anAg!cheilt-ist, öer Mtkschaftsgeist als mündig und befähig erKärt wird, sich sein Wben und seme LebenÄhaltung nach eigenem Willen einzurichten. Es ist eine langw;eri.ge, schwierige Kur, die zeigt, daß die Heilkunst des Völkerbundes nicht gerade hexen kann und keine Wunder wirkt. Wir fstei- 'lich sind anwaschere Erfolge nnsdrer Medizinischen Schule gewähnt; ' Unser' Bundeskäi^ler ist auch dafür ein lebensvoller, strahlender Beweis. JMssen, der Völkerbund läßt es sichtbar an Estnst und GrüMichkeit nicht schien, und so wird schließlich auch nach der Genfer KM die MMn-gMohkk nicht auMetben.! Die Gläubiger der Lebositeubank und das ,;’v - Da. '.MMMchpdas '- Statut der ' Düpvsitenbank -fsMggHelltist/ wird rm Zuge des über dieses Institut verm Bälde der Antvag p einem, Ausgleich, etwa auf. der Basis von 60 .Prozent, gestellt 'werden können. Um den Von;ngs!gläubigerin der Allgsmeiuen Depositenbank eine begünstigte, Behandlung p gewähren, wird, wie die „Fiuanznachrichten" evfahren, sder -BiuNd.es- Miniister für Finanzen von dem zweiten Lllbschnitte des' GÄdinstitutzentralegelsetzes Gebrauch machen. Nach' Paragraph 7 des.-zweiten MschnitteS^--ist^ der. Bnndesim'i'nifter für Ftnachen nächlichibevÄWt,^dtz' zu erklären. .iDcmach. Marken in rücksichtswürdigen Fällen-Vorschüsse wNf'di? p erwartenden Quoten göwDrt Werden, Md zwar: ,M) Gläubigern, denen Forderungen im Be-trAge von höMns S MMönen Kronen ' zustchen/'B> MäUbigevi^-die solche Blwschüsse prücktzahlen, von Geldeinlagen - oder zur Auszahlungc benötigten, die ihnen pan Zwecke .der s-yziÄen Fürsorge^ obliegen.. Ebenso,.würden durch die- AnwendbavkeitseMÄM«g ^Fordevungen<au>f^ Ausfolgustg ^von^ms Dchiotiiberlwmmenen Wevtpaipiere als, Aussonderungsausprüche an- Mkarwt,. .ohne Unterschield, ob. die , Wertpapiere, mittels eines MnnurernvenzeichuWs übetigeben worden snü> oder nicht. SefterreichWe Nattonalbank. Abnahme teS Notenumlaufes üich des. MchselPortesenilleS. - Nach , dsnr letzten Ausweis der Qesterreichischen Nadioual- .Hianlk vom 16..d. hat sich der Bankschatz mn 20,6 Milliarden Kvonen verminderit und beträgt jetzt 3639,8 Milliarden .Kronen. Daß Wechselporiefeuille ermäßi'g.te sich u>m 76,8 Milliarden und stellt. sich auf 3052,9 Milliarden Kronen. Der Banknotemumlauf hat.sich um 194,8 Milliarden Kronen vermindert und beträgt 7603,7 Milliarden -Kronen,: Die G iv v e rb i n d l i ch k e.i t e u haben eine Z u« .Nähme um 97,8 Milliarden'Kronen erfahren und. betragen -joimit 1301,8 Milliarden Kvonen. .; Im gestrigen Privatverkehr von Bureau p . BnreaN Eamen ünr' geringlfüglge AiWWsfe, zumeist auf tont letzttzomelllde'ten' Niveau, - 'zustande. Die Zurückhaltung Aich im Wort orderigvunde trotz der Ziusfußer^ßMNtz m BeÄin