Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 2012 (21.9.1924)
- Date
- 1924-09-21
- Page
- Seite 14 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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? .' Seike f% §ßW, SonMg ixnt Hoffarnarilla gab, dieser- oder jener Künstlerin dis Monopol für «lle Rollen sichert, die sie zn erlangen wünscht. Es wird.davon gesprochen und es muß nicht wahr sein. .. ■ . : Wahr aber ist,, daß eine Anzahl von ,/Prominenten" 8aS Burgtheater -fluchtartig verlassen hat und daß die vornehme Fvau Lili Marberg Web, trotzdem sic anderswo — wie man weiß, MH besonders in Berlin — außerordentlich geiseiert wurde; wahr ist, daß die Leitung des Burg- HüSters auf drei, gelegentlich sogar vier Bühnen ihr Enft«ble einfetzt und für diese große Künstlerin ganz merkwürdigerweise keine nennenTverte Verwendung hat; und wahr ist, daß unter dieser — wir finden kein anderes Wort — Sabotierung einer der besten Kunstkraste Wiens der erschütterte Ruf des Burgthotters und die Künstlerin selbst unter solcher Kränkung und Behinderung ihrer künstle r i s ch e n E n tw i ck l u n g schwer leidet. Leute, die hinter die Kulissen und Bezichungen gucken, mögen den näheren Gründen für dieses unbegreifliche Vorgehen.der Bi;rgchcateMrektion nachspüren. Wir unsererseits begnügen uns nlit der traurigen Feststellung und lernen neuerdings die Aufmerksamkeit jener Faktoten auf diese sonderbaren Zustände, denen es nicht schwer fallen kann, Wandel zu schaffen, das Ansehen des Burgtheaters durch ihr Eingreifen vor toeiierem Schaden zu schützen und dieses seit Jahren wirtende Unrecht endlich zu tilgen. O. A. Ms den Theatern. Volksoper. Heute nachmittags halb 3 Uhr: „Der Troubadour"; abends halb 8 Uhr: „Die schöne Helena". Morgen (Montag) „Cavalleria rusticana", „Der Bajazzo. In der Dienstag-Vorstellung von „Rigol-e11 o" findet ein Doppelpastspiel der beiden Kammersänger Joses Schwarz und Dvmrtri S m i r n o s s statt. Schwarz singt Me Titelrolle und Srmrnoff die Partie des Herzogs. Im Deutschen Volkstheater beschließt heute MexarÄer Moissi sein kurzes Gastspiel als Kaiser Montezuma w ,/Der weiße Heiland". Die Vorstellung findet im Rahmen des Musik- und Theaterftstes statt. Als nächste Neuheit wird Georg Kaisers Komödie ,K o l P o r t a g e" von Doktor Rudolf Beer inszeniert. v. Im Rai-mund-Theater findet die österreichische Uraufführung der Tragikomödie „Wer weint um Jucken-!ack" von Hans Jose R eh fisch in der Inszenierung von Reuaw Mo rdo Mittwoch den 24. d. statt. Im Carl-Theater findet Freitag den 26. d. die Erstaufführung der Operette Massettchen" von Georg Dren-kows'ki und Will Steinberg, Musik von Walter Dromme, statt. — Die für heute nachmittags angesetzte Vorstellung e r Rastelbinder" wurde auf-nächsten Sonntag (29. d.) verschoben. Gelöste Karten behalten ihre GülttAeit. U Im Neuen Wiener Stadttheater tritt in der iDonnerstag den 35. d. im Rahmen des Theater- und Musikifefies zur UrauffühMng gelangenden Schauspiel „Sieben Jahre und ein Tag" von Hedwig Rossi Herr Richard!D« s ch i n s k y vom Raimund-Theater mit Genehmigung des 'Direktors Dr. Beer als Gast auf. Bis inklusive Mittwoch den 24. d. Äeibt die ^,Eausa Kaiser" auf dem Spielplan. Im Komvdienhaus findet heute um 11 Uhr vormittags als Matinee die Uraufführung von „B rettl", ein Stück unserer Tage'in 9 Bildern von Robert Per per statt. MmdS wird „Sie goldene Eva" mit Alfred Gerasch wiederholt. Morgen Montag neu einstudiert ,Jugend" von Max Halbe mtt Msred Gerasch und Trud» Wessely. Sperntheater. Zunl ersten Wale'. „Don Juan", pantomimisches Ballett 'von Eh. W.. Gl u ck, „D i e Ru inen von Athe n", ein ^Festspiel mit Tänzen Md Chores von Beethoven. ^Die Gestalt des Don Juan ist in unserer Vorstellung lMjftkalisch ebenso fest mit der tragischen Miusik Aöogarts 'vevstunden wie malerisch mit dem Don-Juan-BWnis Sl-ej'voM, so viele Tondichter und Maler auch sonst noch diesen dmEbaren Stoff geformt Wben. Das „Steinerne Gastmahl" Dlucks ist >um ein Vierteljahvhundert Mer als die Mozart- Oper, aber keineswegs die erste Don-Juan-Musik, die über die Bretter ging. So erfahren wir aus einem Aussatz von Robert Haas, dem Nvubeachettev des Gliuckschen „Don Juan", daß >im Jahre 1746 der Don-Juan-Stoff in Paris .cjneut Ballette „£e grande festin de Pierre" diente, und M Jahre 1769 führte die Ackernmmrsche Truppe in Leipzig [m. anderes Don-Iuaw-Ballett auf. Daß Mozart alsMnd /den „Don Juan" Don Gluck noch in Wien gelhort hat, ist «wahrschei-Mch und unzweifelhaft ist, daß da Ponte, der TeSdichter von Mozarts „Don Juan", das Ballett ausgiHigbenützt hat. Daß sich musikalisch zahlreiche Fäden von Gluck zu Mozart — auch vom Orpheus" zur „Zauber- 'flöte" — spinnen, bedarf heute keiner BMeisMhrung mehr. » v Der Dichter des Glücklichen Balletts ist der berühmte Tänzer und Ballettmeister H. Angiolrui, der auch bei der Gestaltung der Ballettemlagen in Glucks ,Orpheus" mitavbeitete. Er führte eine gewandte Feder und schickte seinem „Don Juan" eine grundgelehrte Einführung mit dem einleitenden Motto Hmaz' voraus: ,-Schtvacher bewegt die Seele, was -mit den Ohren sie trifft, als was ihr -treu die Augen vermttteln." 42$ ifft der Rivale des berühmten Dheoretrkers des DrnM Noverre, der sich selbst Äs-Reformator der TanMnst ebenso hoch einschätzte wie Gluck Äs Revolutionär der Musik; Noverve hat ihm manches Mgeguckt; so' fordert er etwa in seiner späteren Pantomime „MHyme et^Euchärrs" den Geist eines Toten aus seinem -'Grabmal heraus zum OweAmipf. - fr Dae Don-(Juan-Ballett AngiMtts Mit der MM! Von >Gluck erlMe feine erste Aufführung am 17. Oktober ' 1761 im a-ltett. Mrntnertheater, welches wenige Wochen; später, artt 3. November 1761, unmittelbar nach einer Don- Juan"-AuWhrung niederVvcmnte. DaS Ballett, dessen Haupffzenen das Ständchen mb dev 'ZwMrmpf, das Fest Lmlener Morgenzetruns. Versteigerungs-Einteilung %aV Pretiosen WQUoh, ausgenommen Samstag. 27, September; jsdsn Dl Silber und QhinaalJbgr; Jaden >1 Brillanten- und Perlenaohmuok im Franx-Saal. Ve-’fbllsae - pretloien - Pfandpoeten der Pfandleihanstalt Qerhold 4 Welrioh, Wien. I.. Wipplingerstrasse Nr. 24/24 am >5. September im Franz-Saal. BebrauohaaeaensUlnde ilglloh I» Ludwlgstorff-, R58sler- und Kolowrat-Saal; jeden Ol tohOne Wliohe. Kleider,- Anzüge, Stotfe, Pelze. Perierteppiohe, Fahrräder, Nähmaschinen; Jeden Ml Pbetoapparate, mkrosjtope, Reisszeuge, Operngläser, TrlBder, Sohralbmasohlnen im Ltidwlestorff-Saai. Jeden Dl u. Fr: MBbal, Beleuchtungskörper, Bilder. Hausgeräte, Dauerbranddreir im GUehof. jeden De sohSnet Mob-Ilar, Perserteppiche, Luster, Klaviere, Plenlno, Bronzen, Gemälda, Porzellan Kaminverkleldunpen im Franz-Jesef-Saal. Beherauktionen, jeden Do bis Sa >m Emlnger-Saa! Itfmarkenauktion jeden Di Pr, deh 86, September im ] ueigerungssaal, VI., Maria-1 rStrasse 73. Jeden Fa: Kunstgewerbe, Gemälde, Stiche, Antiquitäten und Pertertepplobe im Hooh-Saal. Brltmarkenauktleh jeden Di und Pr, deh Vergte hllfera Grosse Brlermarkenveritelieruna anlässlich des 60jährigen Bestandes der Firma Edaard Helm & Co. in den Kunstauktionssälen des Borotheoma, I, Dorotbeerg. > 7,. I atövk (Lift). Sa, den 4 Oktober 1 erster Tag. 8oh ustsltung So, den ■' 23. September von 10 bis 1 Uhr, Mo, den 29. September bis Fr. den 3. Oktober von 10 bis 6 Uhr. Muilkinitrumente: Violinen, Zithern Mandolinen, Holz- und Blech-Blasinstrumente, Harmonikas; Musikalien, Fr,3.0ktober ltn LudwigstorfT-Ssal. TiohnMohe Auktion: Maschinen, Werkzeuge, elektr. Messapparatc, Annaturen Brückenwage. Altmaterial, MI, 24. September im Vergteigerungssaal, VtH., Feld- Qasre 6. WU 1111 WOSCM* |P*9« wo I Täglich an . Werktagen Schaustellungen vor l Uhr ß>> M mmn der Versteigerungen (wo nichts anderes venneikt) um 3 Ütir S Näheres in den „Mitteilungen“ und „Nachrichtenblättern'1. BSI Wochenspielplan des Burgtheaters. Sonntag ,Die rote Mühle". Montag „Der Alpenkömg und -der Menschenfeind". Dienstag „Maria Stuart". Mittwoch ,Kain". Donnerstag „Wallensteins Tod". Drei tag „Weh dem, der lügt". Samstag „Das Abenteuer in China". Wochenspielplan des Akademietheaters. Sonntag „Der Raub der Sabi-nerinnen". Montag „Die Fahrt -ins Blaue". Dienstag „Die Liebe wacht". Mittwoch „Gespenstersonate". Donnerstag „Der Zerrissene". Freitag ,,Das Glas Wasser". Samstag (zum ersten Male) „Der Kaiser im Walde". Wochen-spielplan des Schönbrunner Schloßtheaters. Sonntag „Die Maus". M-ontag ,Iolan!has letztes Abenteuer". Dienstag „Klein-Dorrit". Mittwoch „Die Maus" Donnerstag .Iolanchas letztes Abenteuer". Freitag „Unsere kleine Frau". Samstag ,^Die Maus". Wochenspie-lplan der Volksoper. Sonntag, halb 3 Uhr „Der Troubadour"; halb 8 Uhr „Die schone Helenas. Montag „Cavalleria rusticana", „Der Bajazzo". Dienstag „Rigoletto". Mittwoch ,I>er Bettelstudent". Tpnnerstag „3)e* Maskenball." Freitag „Der Bettelstudertt". Samstag manns Erzählungen". Das O kt ob er Prag ramm der Geyer-Bühnen. Im Modernen Theater kann Verneuils „Meine. Cousine aus Warschau" nur mehr bis einschließlich Dienstag den 30. d. zur Aufführung gelangen, da am 1. Oktober ein Ensemble der Geyer-Bühnen mit Maria Orska nach Budapest fahrt. Am 1. und 2. Oktober wird im Rahmen des Musik- und Theatersestes Claire Bauroffi in einem selbstverfaßten Mimodram, „Das Licht ruft", austreten. Die Musik -ist von Franz S almhoser. Am 3. d. findet die deutsche Uraufführung der Komödie ,Herr Broteneau" von Flers und Caillavet statt. Als Broteneau tritt Richard Romanowsky sein Engagement an. Die Therese spielt Jda Wüset, die Luise Erika Me-ingast von den Nemhardt-BernaueEuhnen in Berlin. In den Kammerspielen wird das dreiattigeLust-, spiel „Die Großfürstin und der Zimmerkellner" bei Don Juan, die KirchhoMne und der Höllengauber sind, schöpft seine stärksten Wickwngen ckus dem Tranchen, so aus der TrEev^ntovmne und den Furientanz, und doch glaubte AngiMni, sich bei seinem Publikum entschuldigen zu müssen, weil das Ballett nicht, wie es damals Mich war, einen heiteren Aus-ganig nimmt. Wenn sich die Erde auftut und der Frevler unter PoisaunenÄängen zm Hölle fährt, erkennt man den Tondichter des Orpheus, der in die 'Unterwelt hinabfteigt. Melodische Verknüpfungen zwischen den einzelnen Herren, wahren die Einheitlichkeit des Dramas, das sich auch in seinen heiteren und anmutigen Gebilden auf stolzer Höhe hält. Wie reizend die Tänze des Festmahles in dem doll Roller entworfenen üppigen Barocksaal, die Gavotte, die Gontre--Täuze, die Tafelmusik und die Fußspitzen-Arie der Ballettschünen mit ihrem weichen Mtensolo. Und wie mannigfaltig andererseits die musikalischen Ausstrahlungen nicht mir nach dem „Orpheus", sondern auch nach den Furientänzen der ,Mrmida" hin, -wie erhaben die Feierlichkett des Schlußbildes mit seinem ins Große und Weite gerichteten Ausbau der „Chaconne". ' Die von -Richard Strauß geleitete MMHmnA Mit den Herren Raimund und Casson in den Hauptrollen M unter der.übermäßig sttncken Besetzung fast Orchester -und unter dem in der Staatsoper noch immer nicht Überwundenen traditionellen BallettsU. Und doch gab es dank' der von dramatischer Leidenschaft durchglühten MusÄ und der Ainmut und Schönheit unseres BaWMcPs einLst rauschen-den Erfolg. Wie Glucks „Don Juan", der Won verloren geAngen iivar, haben auch Beethovens ,Muine,n von Athen" -ihr merkwürdiges Schicksal. Zur Eröffnung des deutschen , Theaters sin Budapest im Jahre 1812 dichtete Kotzebne eine TrAogie, deren Borspiel ,Mnig Stephan, Ungarni erster Wohltäter", deren HaUPksßück ein nationales ungarisches Drama und deren Nachspiel die- „Ruinen Von Athen" war. Die Musik zum Bor- und zum NachsM' steuerte Beethoven bei, und so erklärt sich die Gelegenhetts- -EoMchtung -u den ,Auinen von Mhen", in welchm die verstMene llaffffch-gviechffche Kultur m der verjüngten Ge- Mt der Budalpester TheateMnst (!) auftrstcht Md Mießlich ein ungarischer TMsGvur auf den güten Kaiser Franz löÄricht. Hof km awn sthal empfand wohl den Widerstvßtt zwffchm oer freien Beethovenschen AWk und dieser «x, «Kjdnmr», X925 §kr. 2UI? von Alfred Savoir, deutsch von Berta ZuckerkaM, mit Frau « Kon st a n t i n vorbereitet. Die nächste Premiere nm Rahmen der Nachtvorstellungen der Kammerspiele wird, «ine neue Revue von Karl FarkaS und Dr. Robert Matscher sein. In den Hauptrollen werden -unter änderen der bekannte russische Tänzer Sacha Leutie und Maria -Asti, bisher aui Tbvcrt-er ,^Der blaue Vogel", auftveten. Direktor Geher hat nachMgeude Werke zur Uraufführung, beziehungsweise Erstauffü-hrun-g angenommen: „Viktori", eine Farce von W S. Nauch-am, eutsch von Mimi Zoff, „Ein nacktes Mädchen wurde gefuntzen" von More Brrabe-a u, deutsch von Julius Elms. i - * ■ . Literarische Notizen. Artur Schnitz-le r hat.eine nlen«, lumsanareiche N o v c l l e vollendet. Sie heißte „F r ä-ulein Else? „Vier Soldaten aus Kankerdan" oder „Mann ist Mann" -heißt die neue dramatische^ Arbeit, ein Lustspiel, von Bert Brecht..Er hat noch ein Avei-tes Lnstspi-el „Galligei" eben vollendet.nnd^ den Münchener Kammer« spielen zur Uraufführung übergaben. Lia Rosen am New-Aorker jüdischen Künstlertheater. Anläßlich seines Wiener' Gastspieles hat bekanntlich der Direktor des New-Aorker jüdischen Künstlertheaters L'ia Rosen für seine Bühne gewonnen. Nun debütterte die Künstlerin in New- York als Lea in Anskis „D Y b u k" und erzielte, wie aus der amerikanischen Presse zu entnehmen ist, einenungewöhnlich . starken Erfolg. Jüdische Abende. Wie bereits gemeldet, findet Dienstag den 23. d. der erste Jüdische Abend dieser Saison unter der bewährten künstlerischen Leitung des Herrn Bernhardt Scharrer im Saale der Scholle statt. Diese Deranstaltunaen, welche sich steits großen Zuspruches erfreuen, werden den Winter über mit stets wechsÄndem ProMmnm wiederholt werden. Mttwirikende des ersten Jüdischen Abends sind: Die Damen HM>a Dnlitzkaja.'Mivi>am Hösl-ich-Schnabel, Lina Hopenko (Del-Mviw), Hanna Schwarz; die Herren: Kapellmeister Max Geiger, Sämuel Ben Levy, Oberkantor G. Margulies. Robert Schwarz, RWssenr W. G ilb erb erg. N. Timari, B. Zincker. Beginn halb 9 Uhr abends. D'Annuvzio geht nach Japm. Die japanische Regierung hat Gabriele d'Annunzio -eingeladen, einen Monat in Japan zu vc-rbringen. Da sie dem Dichter auch einen schwimmenden Palast mit zahlreichen Geishas in Aussicht gestellt hat, ist mizunehmen, daß er der Einladung Folge leisten wird. Zürich als Musikerafhl. Zürich scheint gegenwärtig eine starke A-nziehungskmft aus namhafte Tonkünstler äuszuLlben. Jedenfalls haben sich in letzter Zeit mehrere Berühm-cheiten für Zürich als ständigen Wohnsitz entschieden. Dem vielgenannten jungen Komponisten Ernst Krenek, der die Tochter Gustav Mahlers zur Frau hat und seit dem vorigen Winter schon in Zürich wohnt, ist jetzt durch einen Hauskaus in Urlenbach Felix v. Wein ga r t n e r gefolgt. Noch im Laufe - dies-es Monats siedelt die berühmte Geiigerin Alma Moodie nach Zürich über. Der holländische Komponist Jan van G Ase beabsichttgt auch, sich aus längere Zett in Zürich einznmieten. Der „gemilderte Bühnenjargo-n". DaS Mische Dheater „Häbimah" albs-olviert gegenwärtig ein Gastspiel' in Prag. Wir lesen in der Voranzeige des „Präger Tagblatts": „Um ihr Spiel auch einem weiteren Publikum verstäMich zu machen, werden die Gäste emen gemilderten Bühne-njargon sprechen." Eine traurige Jeit-ungsnotiz! Wie schlecht mutz es den jüdischen Künstlern gehen, wenn sie sich zu dieser Konzession entschlossen haben und welchen Mangel an -Verständnis für wüsenhafte VMsknnst wird einem' Publikum zngemutet, das man mit dieser Mitteilung für das Gastspiel zu gewinnen hofft. Eine Matisse-Ausstelkuing in Kopenhagen. In den Bildersäilen der Gllypthotek Nh Eartsberg wurde eine, vonder „Bereinigung für französische Kunst" veranstaltete Ausstellung der Werke von Henry Matisse, eröffnet. Sie umfaßt etwa 70 Arbeiten, deren Mchrzchl mis den ftandimvrschen PrivatsammilMgen geliehen wuM. konventionellen Dichtüng, die er nun zeitgemäß unigestaltet und vertieft: Aus der'Schttsucht mrd den Wachtrcmmen eines deutschen Dichters, welcher „fleht, was nicht da fft", läßt er die Antike neu erstehen und es war ein glüMcher Gedanke Hoffmannsthals — fveMch inchr sin der Anlage als in der nur äußerlichen Durchftihrung —, die Ballettnmstk zu Beechovens „P r o m e t h e it s", welcher die Menschen durch Einfühvmrg von Kunst und Mssenschaft zu höheren Sittlichkeit erzicht, in die „Ruinen" einzuverweben. Die Beünüpfung zwischen den ,Minen von Athen" und dem ,Hromechm§" hat^ Richard Strauße mit meisterhaft ferner Hand und mit Vertwendung Beethovenscher symphonischer Motive diskret besorgt; Keichwohl erkennt man schon nach Wenigen Takten die Züchtenden Farben der Straußfchen Orchksler-Palette. - ./! Auf die Beechovensche Musik näher einzugeheu, verbietet uns leider der Raummangel. Au dem Prometheus- Ballett ftffelt vor allem das Motiv der Eroika-Variationen, das ja noch öfter bei Beethoven, wiederkchvt. Im Lkbrigen lauscht man den ,MschSpfen des Prometheus", den Hirten und Waldgöttern, den Faunen und Silemn, deren Tänze m der Staatsoper weder rmÄem noch besonders übersichtlich wirken, voll Pietät, da sie immerhin Geschöpft Beethovens sind. Mtt umso größerer Bewunderung veMimntt man die Musik zu den „Bulinen von . Achen". Das Duett, der türkische Marsch, der groteske'Chor der Derwische, die wundervoll fthnfuchtiige Hovnavie, dieser feierliche Nach- Llang zur großen Leonoren-Arie und der rauschende Schlußchor, das sind alles ftltme KoflbaMten. Gleichwohl lösten sie im Rahmen, des F^fffpie-les, -welches etwa den Kliassizis- -mns mit der Ro-mmttÄ vermählt, auch, in' der.Ne-ubearbeitung keine.rechte Dramatische" Wirkung. aus.; Richärd . S t r a u ß dirWerft , Ballett . und Hestspiel, BMttmetster KröHer und Herr Turnau sorgten für dft Rchtt, Herr Roller Ä vanobic und Helletsg^ruber, die Herren Jerg er und Manoward a und: die Spitzen - des Balletts bemühten sich um di« Mederevweckung zweier Won um ihrer Tondichter willen bedeutsamer Werke und ein stürmifcher Srfoly und tosende Ovationen M Meister Strauß stellten sich «n...Sie..sollten die DiMion. ermuntern,., die Neubelebuny alter'Wfterwerft fortzüfetzen und vor allem an die Einstudiemng einer Händek-Oper z« schreiten, c ' Erwin Felder. f- I I , i,