Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 2012 (21.9.1924)
- Date
- 1924-09-21
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 81% known words query
- IRI
…/2979076-2980834-2981095--20528-3007763- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Nr. 2012 " Wien, Sonnttog Mutter MorHenzeitrmg. 21. September 1924 Seite Modetorheite« von geltem. ' ' „Alles ist mif den Frieden abgestimmt. Die Toiletten und' Frisuren folgen deni Zug der Zeit. Die herrschende Mode 'macht den Damen viel Freude, bei den Ehemännern verursacht sie Wutausbvüche und bei den Genießern Zufriedenheit. Die neue Friedensmode ist ein hauchartiges und Durchsichnges Gewebe. Arme und Schultern sind auch am Hellen Tag entblößt, und die Damen der besten Gesellschaft gehen in diesem AMug auf die Promenade und zur Predigt. Der Erzbischof hat ihnen den Zutritt zur Kirche verweigert und der König duldet sie nicht am Hof." — So schrieb — Ben Milba hat wieder einmal recht! — ein Herr de Bausset im Jahre 1816 aus Paris an die ehemalige Kaiserin Marie-Luise. Aber die Geschichtsschreiber der unduldsamsten Königin W5CHEMTLICH3 0IRBKTB EXPR1SS'• DAflM»PSR vor» HAVRE noh sJÜfÄ&'/'l KUBAt MEXIKO Mode könnten noch ältere Beispiele als die ' strenge Zurechtl| ’ .8---— — , ' Weisung durch die Geistlichkett ansühren. Modetorheiten^ <pt fOivMBfHvj CANAQA , f m‘U Ä V \vw MASWBmtO. HAVRE. BORDEAUX. MMUA. M&BiBttLB SOD-AMERIKA getreten. Von der Seine bis zum Tiber, von der Spvee bis zur Donau und Themse ist der nackte Arm der Gemeinplatz der Mode. , Daran wird -kaum etwas geändert werden können. Sollte man; den 'bedauernswerten Frauen etwa Aermel ansetzen? Wo blie'be dann die Linie, die Herrschaft der Linie. Es ist eine merünürdige.Erfahrung: die Mode folgt der Politik. Einmal ist sie kriegerisch gestimmt, dann bläst sie wieder aus der Schalmei des Friedens. In Frankreich haben sich die Frauen schon immer die Vorwürfe für ihre Mode aus deur Krieg geholt; so erschien eine Madame de CHcrnlnes eines Tages am Hof, einen silbernen Küraß auf einer roten Robe, aut diese Art und Weise den Ruhm des Kardincüs Richelieu, de Paasi 'rak’iilrt'Ktaaaafci ^Auskünfte und Prosoekl» graHg und frank« WSEN, IV. BEZIRK, WIEDNSRQliRTfiL Nr.; schwinden. Auf feem glänzenden Parkett von Versailles erschickr > eines Tages eine fremde Dame, die einen aus ooldenen Strah- ' Xcu gewirkten Mantel trug. Offenbar hatte sie gedacht, aus diese'Weise dem Sonnenkönig eine Huldigung darzubringen. , Aber auch sie erreichte das gerade Gegenteil von dem, was sie ' beabsichtigt hatte. Man ließ sie die Unschicklichkeit ihres Auf- : tretend fühlen und schickte sie wieder dahin, von wo sie ge-! kommen war. 1674 kamen die Stiesel „a >la marechale" in Mode; es war damit wieder eine Heldenehrnng beabsichtigt. Sie hatten die Form eines Trichters und wurden in Satin ■ oder Lyoner Tuch verfertigt. Die Aermel ,/l la Cvnde" bchaupteten länger denn Zwanzig Jahre die HerHchaft und der Sieger von Rocicoy, zu dessen Ehren sie eingesichrt üvorden waren, trug sie schon längst nicht mchr. Nach dem Sieg von Duguay- Tröuin im Jahre 1707 nahmen die patriotischen Frauen Frankreichs die sogenannte „Jregattenfrifur" auf sich. Als Du-! gnesne den Gebrauch von Büffelhorn zur VeMvung der Unifornien ton Heer «inführte, folgten sofort die Damen dem Beispick nnd^ versahen ihre Mimen, ihre Mäntel und Kleider mit dem gleichen Zierat. Unter Ludwig dem Fünfzehnten machte die Belagerung von Prag böhmischen Glasschmuck. Flittergold, Perlenketten und mit glitzerndem Staub gepuderte Perücken urge heit^ Halsbänder, Broschen und Schmuckftückeäller Art zu tragen,' me dem Owen vom Heiligen Geist, einer Auszeichnung, die nur der König in ganz besonderen Fällen zu verleihen pflegte, nachgebildet waren. Die Frauen mußten wtchl oder übel ihren Schmück zur Stärkung des Krietzsschatzes hergeben. Als Marie Antoinette noch der angebetete LrMmg der Pariser war, Mitteilungen aus dem Publikum. Möbelfabrik ]. Spira ■; Feine ... WiüB, III. lIMllMM 1—1 Wohnungseinrichtungeil (Ecke Karl Schweighofergasse) Hotel-Restaurant 8. Guth,!!. Holla« (chem. Stescmiestraß "1^2 (ehem. Stesaniestraße) nerkaunt V e st e Ä ü ch e! 'RAGLAN, | FASSON 1925 g HeralMetas tieinrieti WeüiöBrger,!. Ifogenk- 6 L..» , ■ GRÖSSTE AUSWAHL - BILLIGSTE PREISE Ausländer . Exporteure Q kaufen am vorteilhaftesten 388 ummlmEntel erstklassige Gummierung und Ausführung bei REGMÄNp Gummimäiitelfabrik Wien, Ifl., Heumarkt 7, Beatrixgasse 26. Telephon 585 Richteru.Predi$eMalaren. Barette— alten Sie vorrätig tu Spezialisten. __... fABORSTRASSE 54 im Jahre 1866 Telephon 45-6-29 ... ..ndischerKultusgeme ln den! Zahlreiche belobende Anerkennungsschreiben! Grosses Lager feiner Stoffe für Massbestelliingen! MW . FLSRSCHHAUBREI SIEGM. KORNMEHL, WIEN Hauptgeschäft: IX. Berggasae Nr. 19 TV2 18. Bezirk, WAhringerstrasse Nr. 97 unter Aufsieht des Khrw. Rabbinats der I Israelitischen Enltusgemeinde Wien / " Auaschrot nn,g - von - s&oiiiiclxon Fleischsdrten, ausschliesslich prima Qualitäten eu den b(lIIResten.Tagespreisen 434 Das Ziel jeder,Dame ist gut Um einzukaufen Wovon man sprichtI ‘’Wi Gute Velour-Mäntel . . . . 1160, 850, 580, 480 Schicke Velour-Mäntel, Pelzverbrämt, gefüttert .,. . 1050, 1250, 980, «90 Elegante Velour-Kostfliiie . . . 2300, 1650, 1150 Entzückende Sportköstüttte . . 980, 790, 580 Schäfwoll-, Stoff-, Ripsutnl Kammgarn- Kleider .950, 680. 490, 390 Entzückende Crepe deChine;KIeider1200,980, 690 In unserer Modell-Abieilung täglich Vorführung der. neuesten Orig. Pariser und eigenen Modelle vor-. nehmer Kleider, Kostüme, Mäntel, Pelze, Hflte ":;h >■ Preise in Tausendern ' W“ Besuchen Sie uns! Eigenartig, schön und erschwinglich für jedermann sind Unsere Herbst* und Wlnter«MedeB6e Hoden «Palais Wien, VII. Kaiserstrasse 111—115 Das norvos für Waren NONOIAaG* WIEN XIX. Osterleina. 5 '* j - 'r ‘ ■' 'n ^Telephone: 94-1-75 18-1-14 . .<w;> chte,fe Mostumeder kleidete sich alle Welt österveichW. Die alten Damen — damals soll es noch merkwürdige Wesen gegeben haben, die ihr Mer nicht verheimlichten oder künstlich Zu verdecken suchten — und die Witwen von Stand trugen eme Perücke a la Maria LherCsia. Die Revolution erschien am Horizont und als das Stnrmwetter losbrach, paßte sich Mch die Mode der neuen Zeit an. Die Frauen kleideten sich auf antbke Art, zeigten sich in griechischen Gewändern, die mchr oder mircker EnMöhungen gestatteten. Die neue Gesellschaft zeigte ein Bein, stets nackt, was man mit dem klassischen Stu begründete. Bon Achen machte dann die Mode einen Sprung nach Alt-Aegypten. Der Feldzug Napoleons war eS, der die Wandlung veranlaßte. Er schuf einen Stil, der von der Architektur bis zur Frisur alle Formen erfaßte. Ms Napoleon seinen Siegeszug über Europa antvat und den ganzen Kontinent sich untertan,machte, feierten die Pariserinnen diesen Sieg, indem sie die National eroberten Länder km'' CK----a tävösche Frisuren auf mevtltz Napoleon eine . dierMtze Mrechtgemacht hätte. ,Lch dulde nicht, daß ein Hohl- " eine so ernste Sache zur Schau trage," sagte er, tutb diese )e hatte den DodeÄtoß bekomme«. MS General bekundete eon Mriaens tiefen Abscheu vor den Entblößungen der _.. w, uich er konnte höchstens bei einer Harfenspielerin einen nackten Arm sehen. Damals hatten auch die helmartiM Hüte dm kWhasten Unwillen BonavarteS erregt. Eines Tages brachte Anise, eme berühmte ModMn^ Madame BeauharnarS solcher Hute zur Ansicht. ZusaWa kam Napoleon inS Mmmer und warf in höchstem ZornM Hüte samt den Gchach- MWNHKWRED. Ms E GWvivor. . Der SeM'uwrd eiües LctzrliugS. Der Ihrige SchneiderlchEug Friedrich Ruine Mödling erschoß .i.. ÄW.ffYiAal'^iX Loosma«« wurde der Privaide Marie tvaße von dein eve KoWverletzun« in daS SP M getiideu. Gestem .nachts W sich die Drechsfefa Wild Ms einem Fenster sin dritten &U‘ * “" sind Gchebungen ckugelesiet. * Von einem Auto erfaßt, resiniger wurde in der uto A7B77 niiedergestoßen. Sie eMtt jen und mußte von der WtbU'nigWseH eracht werden. * Die Lebensmüden. LermeistersgaEn , Stockwerk tat die Tiche gestürtzt und starb an dm — Der SSsahriige MaEdr Gustav K. nahm wegen uugluck licher Liebe Lysol. Die Rettnngsgesellschast brachte ihn m das Spital. -Much Me 25sähmge Private Stäsame K., Hofergasse 1, -versuchte sich im Park am Arihckber-PIatze mit Lysol zu vergiften. — Bei der AugaMubrücke hat sich das Kinder-. Mädchen Helene S. aus unbÄaunter Ursache in hen Donm-. kcmal gestürzt. Sie wurde gerettet. , .. :! , * Der Kellner Hansl als Leiche georgen. Der fMerzckt auf rätfÄhafte Weife verfchwatndene'Kellner De-opoild Hansl wurde gestern nachmittags in Nnßdorf als Leiche Ms dem. ZwMÄanale gckbavgm^ " i * Die geheimnisvolle Raubauzeige. Wie berichtet, wuGe Donnerstm abends die HansgchÄsin Berta Obermuller in der -Nähe eines Teiches tot Favovxten von Passtvuten in benomimeneur Zustand anfgchmden. Im Konmnsiariat. hatte sie angegeben, daß sie kurz vorher von einem Mann, der sie am Praterftem augesp-rochen und begleitet habe, angefallen und' eines Geldbetrages von mchr als einer Million Kronen beraubt worden sei. Nrmmchr wurde feftgeftellt, daß es sich um keinen Ranbanfall handckit. -! * Archiv der ©tobt Wie». Der tober an täglich, mit AusnahvtH desjgens bis 7 Uhr abeckrs gestattet. * Zlnrse sür Heimarbeiterinneu. An der BuMZlehraustalt Kr Frauengewerbe lZentrale), 6. Bez., Mollardgass-e 87, werden am 1. Okwber d. I. Kurse Zur HerattbAdung von Heimarbeiterinnen erWtet. WgchÄtm werden Kurse Kr WeißstickeU Spitzennähen, Klöpipeln und Modetechniken täglich von 8 bis 2 Uhr, ferner ein Kurs für Entwurfzerchnen täglich von 8 bis 1? Uhr. Die EinschreKmngm kömen täglich von 8 bis 12 Uhr erfolgen. * Fahrpreisbegünstiguug für JnugwaichEreine. Am die Fahopveisbegünftiguug Kr Juugwanderer m s müssen sämtliche Vereine, die das JU-WvaNdern bckvckben,' den Namen und den Sitz der OriMmrsation isoftmt dem Wiener Jugenldhrlfswerk. 1.. Baz,,. Rachausftraße 9, beivamchgebe». ZK das Verzeichnis find nicht nur die SpMiwvgantsatronen, M dern auch die ein-elnen Ortsgoupipen. * ArtistenprüKng. Samstag den 27. d. um 3 Uhr nach-, mittags smdvt im Olynchia-SaM. 1. Beg., Rotgasse 3. Artisten- .ütritt wird' vom 1. Ok-.. stag von 8 Uhr morerhältlich find. * Ei» neuer Rabbiner der Stcwt Krakau. Die Krakauer; WoiwodschLft 'bestätigte die Wahl des Rabbiners Joses Körnitz er zum Seelsorger der KrMuer israelitischen Kultusgemeiwde. Komitzer bekleidet.gegenwärtig das Rabbinat in einer tschecho-flowakischen Stadt. ~ " ■ , * Auszeichnung eines jüdischen Journalisten in Rumänien. Aus Bukarest 'wird uns geschrieben: Der Chefredakteur des «Euricrul Israelit", Herr M. Schweig. Generalsekretär der BOarester Indischen Gemeinde, wurde gum Offizier des rumänische» Kronenordens ernannt. •, j * Das Preußische Unterrichtsministerium gegen die Ernennung Mischer Konrektoren. Wie I. T. A. aus Berlin berichtet Hst an die. provinziellen SchnUoll-eigien ein Erlaß des preußischen Unterrichtsministers gegan-aen, nach welcheim Mische Lchrer und-Lchwr-innen an üffenttichen Schulen in ZMmft nichtmehr «n.Konrektoren ibefördert lerlin sind bckcvmMch vor nicht langer ^chettsbeschluß der sbädttschen Schuldchu-' ünnen KU Konrektormnen ernannt worichberechtMug der 5Me«,ton allgMeinen befosweven weiden sollen. (< Zeit durch einen tation Mische den.) Diese der und der Mischen tuende Verfügung ha einer Beriamml-ung jüdischer SchEmänner,sit -best chste gegen -die Rechtsvt schwer emden hervoygevufen. 568954