Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1924-09-21 · Heft 2012 (21.9.1924) · p. Seite 8

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 2012 (21.9.1924)
Date
1924-09-21
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
86% known words query
IRI
…/2979076-2980834-2981095--20525-3007760
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

'-' "" '••'•'"■ V ' ' ' ’ ‘V ©Wfe 8!'T-J;‘i"> ’ - %?: Wett, GMrckrg 'rf ^öienieL Wvrgenz<ti1rtttK» -••*••'"• ■ Ä. Septenrber 1924;i-^s :••*#>•' Br.2R.Ä', Ser alte Zudenftledhol in ÄrsH. Seitwärts der Straß«, die von . Brody -nach Lemberg führt, liegt in einer bewaldeten Gegend der Jrieidhos der alten Jrtdengemeinde Brody. Dieser Friedhof ist eigentlich «schon der zweite, den die Judengememde angelegt hatte und um dessen Grundstück sie mit den Erden des früheren Besitzers lange. Jahre Prozesse führen mutzte. Während der erste, und.älteste Judenfriedhof von Brody in' der Nähe der großen'Synagoge lag, mutzte der Platz zum zweiten außerhalb der damaligen Stadt cmgeckauft werden. Die langwierigen - Kysakenkämpfe um Brody, die - öfteren Stürme auf die Stadt- und das - Judenviertel hatten den ersten Friedhof zur Gänze vernichtet; dagegen ist der zweite dis zum. letzten Kriege fast intackt geblieben. Die ältesten Grabsteine dieses Friedhofes stammen aus dem- Jahre 1620, sie sind jedoch nur noch vereinzelt erhalten. Eine viel größere Anzahl von Grabsteinen fällt auf den Zeitraum' 1699 bis 1891, in welchem Jahre infolge der grotzerr CholeraepDemie der. alte Friedhof geschlossen und ä'm neuer am anderen Stadtende angelegt werden mußte. ' Schon ein flüchtiger Besuch dieses Friedhofes bringt seine historische Wichtigkeit ins Bewußtsein. Hier 'sind nicht nur die Mitglieder der vornchmen Patrizierfaunlien, die im Wirtschaftsleben des alten polnischen Judentums eine bedeutende 3iolle spielten, sondern auch eine stattliche Zahl -von-Rabbinern, Gemeindevorstehern,. Führern , jüdffcher Landtage, Ge-, lehrten und schlechten HandweÄern bestattet. Kein.Friedhof in. Polen enthAt-so.zahlreiche Grabsteine.von RaMnern wie gerade dieser. Infolge des beinahe anderchaW Jahrhunderte in, Brody ^xistkrenden höheren Rabbinatsgerichtes und Waab Hagalil (KreislaMrtag), Vis 1798 wirkte hier eine stattliche Anzahl von RaMnern und Gelchrten. Ferner . hatte dervornehme. „Pärnas-Hawaad" (Landtagsmarschäly Jackob Bad ad durch die Gründung seines BeH Hcmvidrasch' ein Zentrum talmudischer Gelehrsamkeit geschaffen. Hierher kamen zcchlreiche Rabbiner nach Aufgabe des Amtes in ihrer , Gemeinde, um hier ihr Lebensende im eifrigen Talmudstudium.< zu verbringen. ■ Im westlichen Winkel des Friedhofes - ruhen die Nachkommen dieser Rabbiner- und Gelehrtenfamilien, sowie die - hervorragendsten GemeindeMhrer. Dasinden -wir den'Grabstein des berühmten Rabbiners .J.rz'chak, des Söhmrs - deS. - Iss ach a r, Per i sch,'der lange Jchre Pariras in . Krakau . wyr und im 'Jahre 1696 das Brodyer Rabbinat nach Saul Katzenellenbogen übernommen hatte; im BaRÄnrmde wurde er'vAiHÄ KrUkiwer" genannt. Dieftn Namen Wrte er selbst auch gerne und mit'Hm' zeichnete er die verschiedensten Haskamoch (Approbationen) zu den Werken seiner ZeitZenossen.' Seine Kinder nannte man „B'net Haraw" in der hebräischen Abkürzung ,Mbad", aus deyr dann der spatere Familienname Babad entstanden -ist. Ein paar Schritts werter finden Wir-8eN' Grabstein ^es Landtagsmarsch alls und Gemeindevorstehers' Reb Jeruch am, der im Jahre 1679 "gestovben ist. In-derselben? Reche finden wir Grabsteine zahlreicher Rabbiner und 'Gelehrten, von denen wir besonders den. Grabstein des Begründers der^amilie S cha tzkes,' des Rabbiners Hivsch,--evwähnen möchten. Diese-ZMilie spielte schon zu Bsginn,h^ .^.Jahrhunderts eine -juhrende.Rolle in der Brodyer JudengeMÄnde. Die--zahlreichsten Grabsteine Liefertdie bereits erwähnt? Fa- - milie Bahad, die bis. in die letzten Jahre hinein zu den angesehensten Familien Qstgaliziens -zahlte. Ms Landtagsmarschalle - der Judenlandtage in Polen, als Begründer verschiedener Lehrhäuser .spielten.sie damals, eine führende .Rolle im Gesamtleben der .altpolnischen Judenheit. .. . In einem besonderen Winckeil des Friedhofes liegen die. als „Kdoschim" (Märtyrer) Bezeichnten, unter denen M ich a l aus.Ja m p o l, der im Jahve 1767. den Märthrertod - erlitten hat, der bedeutendste ist. Von den Grabsteinen dieses - Friedhofes wären - noch zu erwähnen die der C h a j e s, der Rocke ach, Charasch uud Laszezower, von denen Josua Laszezower an einem . Dispute des Erzbischofs -KobelSki mit der Judengemeinde um die Mitte des 18. Jahchunderts teilgenommen hat, welche Tatsache sein Epitaph mit der bezeichnenden Mrase: „Sie bewaffneten ihn, um den- Kamps der Thora zu führen", erwähnt. 'Eine nicht minder wichtige Rolle spielte bei diesem Disput sein Zeitgenosse, einer der ersten. Aufklärer in Brody, Dr. Usiel, der an ausländischen Universitäten Medizin studierte und sich dann nach einem kurzen Aufenthalt in Zolckiew in Brodh als Praktischer Arzt nickMietz. Er nahm auch als Vertreter der Juden an dem berühmten Lemberger Frankistendisput (1789) teil und hielt Heim Einmatsch österreichischer Truppen in Brody im Jahre?1773 in der dortigen Synagoge eine Dankrede an den Kommandante« dieser Truppen, die dann zur. Gänze' im,Men«r Diarium" (1774, Nr. 3) abgÄiruckt wurde. Ein besonders romantischer Zug umhüllt die Grabsteine der sogenairnten Gelehrten der großen Klaus, die im Volksmünde als „Chachmei-Klaus" bezeichnet wtvden. Der Rabbiner ChaiM Landau, ein Vorfahre der späteren berühmten Familie Landau, begründete in der Nähe der alten Synagoge die Klaus, die jahrzehntelang das Zentrum bedeutender Weisen war. Chattn Zanser, Naphtali Margul-ies, Jizchak Ersig,-späterer Rabbiner in Lubomil, Efrüim Sälmän Margülies,'die Kabbalisten1Moses Öfterer, Wolf Olesker, det'den berühmten Bann gegen die Elbüschitzschen Amulette I .unterfchri-eiben, hat, und der berühmte Jeschiwahleiter Menachem MäneS In ck l sind die hervorragendsten Repräsentanten dieser.'Klausweisen,. von denen noch heute zahlreiche Legenden im VolkSmunde 'leben. Je' mehr wir uns dem Ende deS 18. Jahrhunderts nähern, finden wir unter den Grabsteinen auch Namen» die. in der Geschichte der AuMvungSlbeiwsgunig eine nicht unbedeutende Rolle spielen. Im Patrizierviertel finden wir auch den Grabstein des Lehrers Moses MendelsohnS Israel auS Zamosc, der sich mit allgemeinen Mssenschasten beschäftigte-mrd ein glänzender Kenner der Machrmatick, Physik, Astronomie und. Philosophie war. Von seiner ' Heimatstadt Zamosc ging er -nach Frankfurt an der Oder und von dort nach Berlin, wo er Mendelsohn in Mathematik und Astronomie -nntervichtetL. Im Hause Mendeljsohns lernte er später Lessi-ng und Saümro'n Mai-mo.-n Vennen» mit denen er in -leibhafter Kovrchpon-denz stand. Im Jahre 17öL verlaßt er Berlin, begibt stch nach Brody, wo er die ersten Grundlagen zur AafklärungsbLwezung in Polen schuf. Mr finden auch in diesem Friedhof'den Grabstein -seines -geistigen Schülers Dow Beer G i n s b u r g, der ein Liebling des altehÄvürditzrn Patriziers Mäander Kal: r war, der chm die Möglichkeit Verschafst-e, sich dem Siudrum zu Wiwnen. Ginsburg wurde später Sekr-'^'r der Brodyer Judengememde uud gchörte zu den ersten Au, '-'ärecn (Maskilim) in Galizien. Er gehörte zu den harvorra-geudst-en Jüngevu des poln-tschen Haskalaapostels Menidel Sasttanower. Unter > '-n . Grabsteinen der letzten Zeit ist der deS Jakubka Land au zu erwähnen, einer der interesiantesten Pecsönuchkeiten >:r galizischen JMnheit am Ausgang.des 18. und m Bogmn des 19. JH-chwndertS. Ein Mann van gediegenem Bildung und Gesinnung,'untecüvtzte er jedwede wissenschaftliche BÄvsguug un: war immer bereit, der Gemeinde mit Lat und ^Kraft beizustehen. Ec nahm-regen. Anteil an der Ausgestaltung jder jüd ische n Kvlo n isat io n im josefinischen Zeitalter! und anbeitete auch ein diesbchuWches Proj-eckt für die Wiener ' Zentralvegievung aus. Obzwar ein ,Iackiff (Gewalthaber), s war er-doch ein LiMing seiner Genrömdemiitgl^ . . ,Mgchehen von den GrabsteiMN der RaMner und Gelehrten, finden wir iin diesem alten Jlüdsnstieächof auch zahlreiche l -GvÄbsteme schlichter jüdischer HansdlwoÄvr, von denen eS aus! den meisten Epitaphen heistt: „Er' lebte von der Arbeit seiner , Ms^zlkm letzten Krieg hatte sich die jüdische Einwohner«^ - schaff Bro^s mit besonderer nm diesen alten JudenfviÄchoif,' der ein würd'Ws DeMr-cll MjiMscher KÄltur und Geschichte daristellt, geckmumert.' Nun kam der letzte große Welt« . krieg und die vteten -Jnv^ionen-verscho. auch die Fvied- - hossmauern nicht, die. schon'M Krisgsbegmn niedevgeDissen ' Wurden. Ja selbst die. iGralbde-Mu-ale-ri und - Gräber wurdest church fei-Miche. @ci9b% .-.Mty>H-.MH demr. Evdbcden gleich- ] Wstacht.. Bei meiueM-. letzten .-im, -Vorjcchre fand,.,.i!ch' SHlrvichr..GrabsteiM.vvemichtcü. .So mancher -Grabstein, der vben evwöhuten Geilehrten und Rabbiner ist verschwunden. . i ■< Die fetzige G>en«indedvrwabtM>g. tritt «tun an die Heno--. Vierung diases affen Judensriedhoises heran und wendet sich an alle ihre ita ÄnsbMd. lebenden.Witgtleder mit der Bitte um HWe. A^h hier- -in. Wien lelben «tausende von Brodyer . Juden, unter ihnen mrch zahlreich: Nachkommen der berühmten Familien Niecienstein-,'Kali-r, Nathans-ohn, Chases, Landau, Charasch ulnd vi-ele andere. Sie alle halben die Pflicht, zur Wiederhsrstelluwg des alten Judensriedhoses ihrer Heimatgomeinde mit GÄdsptzniden velichkich WAutraMist.' ' '? . - - ' Dr. N. M. Gelber.; t ------ .- Am Mut am wird die Wett genesen. Von Dr. Adele Wiener. - ' . Die Aeußerungen des Lebens sind unübersehbar mannigfach. Reizbarkeit, Bewegung und Stoffwechsel, Wachstum und Zellteilung, Fortpflanzung und Tod, das alles sind Lebensfunktionen vonungeheurer, physiologischer Komplikation. Und doch find das nur die einfachsten Erscheinungen, die den ganzen riesigen Komplex des Geisteslebens nur im allexprimitivsten Grundprinzip enthalten. Die -Gesamtheit aller Lebenserscheinungen ergibt das Leben in feiner wunderbaren Vielfältigkeit und das Leben fff etwas, das außerhalb seines Bereiches unnachahmlich ist; Die einzelnen Lebenserscheinungen sind, auch in der anorganischen Natur zn finden. Wenn wir ein Stückchen Kreide mit Salzsäure übergießen, so steigen die Kohlensäurebläschen unter Brausen und Zischen durch die Flüssigkeit auf, die sich in die feste Masse hineinfrißt und sie chemisch verändert. Das Brausen und Zischen dieser einfachen Reaktion wird im Lebewesen zur Aeutzerung des Geisteslebens. Hier, ist nicht Kreide, sondern bie Nervenmasse und die Substanz aller Körpergewebe das Material. Der Zufluß der Salzsäure wird durch Eindrücke, Gedanken, Stinnnungen substituiert, die durch plötzliche Veränderungen in der Art oder in der Geschwindigkeit der Hormonströme im Blut hervorgerufen werden. .(Siehe in den Numntern vom 6. und 27. Juli die Aufsätze über „Insulin" und „Vererbung".) Diese Verande- | rung in der Hörmonbewegung des - Blutes kann durch ' Sinneseindrücke verursacht worden oder aber, wie es meistens der Fall ist, durch Faktoren, die uns noch unbekannt sind. Wenn auch der Mechanismus dieser automatischen Regulation bekannt sein wird, dann erst wird dev Mensch sich Göttermacht erworben, haben, Göttermacht nicht nur über die Naturkräfte in seiner Umwelt, sondern in seiner eigenen Innenwelt, Göttermacht über sich selbst? Cr wird Herr seines Schicksals sein, unabhängig von' den Tücken und Launen seiner Mitmenschen, unabhängig von Schlechtigkeit und Bosheit. Denn alles, was wir Tücke und Laune und Bosheit nennen und worunter wohl jeder; Mensch schon schwer gelitten hat, wird dann klinisch behandelt werden können. Und diese Errungenschaft der Me-' dizin wird die Justiz ausschalten. Es wird durch kunstgerechte Eingriffe die Bewegung der „erweckenden Blut-, säste", wie man mit einem deutschen Wort die „Hormone"' nennen könnte, derart reguliert werden, daß eine Störung, nicht mehr eintreten kann, die heute zum Beffpiel per-; Lrecherische Instinkte hervorrnst.- Denn allgemeine. ^Disposition und. unmittelbarer Antrieb zu jeder Lebensaußerung, zu jeder Handlung ist ein Produkt der Hovmonbewegung. und wirkt in sieter WechsÄbeziehung wieder aus sie zurück. Ebenso herrscht Wechselwirkung zwischen den . zarten Nuancen der seelischen. Stimmung und der Hör-- monbewegung im Körper, so daß Qualität und Quantität der in das Blut strömenden Hormone .in gleicher Werse, von der Stimmung bedingt wird und die .Sttmmung erzeugt. - Spärlicher Horurongehalt des Blutes erzeugt.seelische Schlaffheit, Verzagtheit, Mutlosigkeit und ist gleicher-, nlaßen eine Folge dieser Gemütszustände. Zu^ reichlichen Hormongehall führt zu übergroßer Reizbarkeit, die.bis,- zum Verbrechen treiben kann und durch, verbrecherische,, Neigungen und Taten gefördert wird. w . Hormone, weckende, erregende Säfte, die.in Drüsen, entstehen und von ihnen nicht, wie sonst die Sekrete, naH. außen oder in Körperhöhlen, sondern in das Blut gesendet werden, entstehen möglicherweise an vielen Orten im Körper. Erst bis die Hormonbildung restlos aufgeklärt und bis weiters auch die Möglichkeit künstlicher Eingriffe gegeben sein wird, dann wird, alles Häßliche aus dem sozialen Leben schwinden können. Die - medizinische Forschung hält das Heil der Welt in ihrem Schoß. Schon um das Jahr 450 v. Ehr. hat H ippo^ krat es den Einfluß unserer Sekrete aus das Gemütslebens geahnt und dieser Zusammenhang in der Venen-' nung der vier Temperamente zum Ausdruck gebracht; Der „Melancholiker" wird von „schwarzer Gall^ geplagt, der „Sanguiniker" besitzt leichtes, gesundes „Blut", der „Cho< leriker" leidet an Ueberfluß von „Gallenpoffi^ mtb. „Phlegmatiker" besitzt „schwerflüssiges, zähes" Blut. , , .; Doch erst mehr als 8000 Jahre später, im.Jahre.L889,,! hat Brown-Sequard die Hormonlehre, begründet., durch einen Vortrag, der damals umstritten und. verhöhnt > wurde, während heute seine Entdeckung der^ Hofsuungs?. stern der medizinischen Forschung und des sozialen Lebens., geworden ist. Denn sie hat ungeheuer viel, Neues in die? Welt gebracht. Daß die Vererbungsenzyme nur. durch . Bildung entsprechender Hormone zur Auswirkung ge-' langen, haben wir schon gehört, ebenso, daß diese Vorgänge durch den Willen und durch innere Schulung re? gulierbar sind. Aber auch die Beziehungen der Menschen' zueinander wird durch innere DrüsenMetion bestimmt^ und in gleichem Sinn wirken sie auf diese Sekretion zu-.' rück. Sympathie und Liebe wird durch Bildung korrespondierender Hormone im Moment der Begegnung zweier Menschen herborgerufen, Abneigung und Antipathie entsteht durch Hemmung des Hormonflusses oder durch Aus? bildung verschiedenartiger Blutsäfte, die inhem einen Menschen schon zu'strömen beginnen, wenn er den anderen sieht oder auch nur an ihn denkt. .Gleichgültigkeitlaßt .den - Drüsenzustand unbeeinflußt. -- ... .? Die verschiedenartigsten Körperdrüsen fungieren 'als Produzenten und Lieferanten der Blutsäfte im Körper.? Ein ungemein wichtiges Hormon, dessen. Mangel nach^ schweren Störungen zu langsamen, aber sicherem Tyd.. führt, ist das Sekret der Nebenniere, das sogenattnte' Adrenalin, das chemisch schon genau bekannt ist und sogar künstlich im Laboratorium hergestellt werden kann. Wohl die bekannteste innersekretorische Drüse ist die Schilddrüse, die in je drei Stunden ein millionstel- Gramm Jod in organischer Bindung in das Blut entsendet. Fehlt diese unmeßbar kleine Quantität Jod im Blut, so erfolgt körperlicher und geistiger Verfall, der aus dem genialsten Menschen ein blödes Tier machen kann, Zusatz von etwas Schilddrüsensubstanz zur Nahrung bewirkt sofortige Erholung, der geniale Mensch ist wieder hergestellt, verfällt aber sofort wieder durch Entzug der- Schilddrüsensubstanz. Ein Uebermaß daran aber führt zu seelischer Ueberreizung und hochgradiger Abmagerung. Der so häufig auftretende Kropf kann entweder durch Vergrößerung des funktionierenden Schilddrüsengewebes hervorgerufen werden und führt dann zur Ueberreizung. Er kann aber auch durch Vergrößerung des funktionslosen Bindegewebes entstehen, das die Drüsensekretion langsam ' 7 Uhr abends im Hotel Continental II. Taborstrasse 4 . Jctti f.;^nru^.rz aus Berlin, Mitglied des Zionistischen Aktionskomitees - ,, :; - . über: - ■' ,Zion.Örganisationu.Jewish Agency*

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.