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Wiener Morgenzeitung · 1924-09-21 · Heft 2012 (21.9.1924) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 2012 (21.9.1924)
Date
1924-09-21
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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t-. 1 - >. >,^> Iiiy.il i ,i... ,. iu - ».........'fiu'T11.'-.- ■ ■. ‘U- V..-. .i»/.”1 i,awimmii.il, Dft.M2 ilJIIWI'.iWWIWUil Wien, Sonntag ...... '»■ Wienev Morgenzeitung. ' 21. September 1924 Seite 5 ßiffiger geworden XX., Waffertsteimstreäße Vtä X., &avovitenstmße 98 X,&av&vitemstr&ße 130 V., fdfoön&wuwmesstKttße HOB XXL, M&Mißt&iTCiße M Fnlmd. Der Bericht des Finanzkomitees und die österreichische Nationalbanl.!! . Präsident Reisch wollte demissionieren. Der Prätsident der Nationailbank Dr. Reisch hat Mort -nach BevöffenÄichumg des Berichtes 'des Finanzkomitees des BWerbmtdes in Wiener Zeitungen dem Bmckeskaingsler Dr. Seipel telegraphisch tsiektwe Denl i ssio n angebaten, da er in diesem Berichte eint M i ß. traueusv otu.m gegen die Äshevige Führung >der NaNonalbarck erblickte. Gestern vormittags fontb eine eingehende Aussprache zwischen dem Bundeskanzler Dr. Seipel, dem F'maiHimnister Dr. Kieuiböck und dem PräsÄenten Dr. Reisch statt, in deren Verlauf die Aegiernngsmitglieder den Präsidenten Dr. ReÄfch über den Gang und Inhalt der tot Genf geführten Bschand- Lungen genau informierten. Sie erklärten, daß die bisher erzielten Erfolge der Notewbankpolitik, die bei gleichzeitiger Ledeutercker Stärkung des Barschcches der Bank die volle Stabilität der österwichichen Währung aufrecht zu erhalten verstanden habe, bei der Regierung voll: Ä n er- 8ennung finden und auch von den Mitgliedern dys Fiuanzkomitees gewürdigt worden seien. Aus Grund dieser Klarstellungen zog Präsident Dr. Reisch über Ersuchen des Bundeskanglers sein Demtssionsanerbieten zu rück. __ [; Aus Heut Parlament. Donnerstag nachmittags, umnWÄbar noch der Ankunft des BwwdeslkanAers Dr. Seipel, hat in Hnttsldorf »ine Konferenz zwischen dem Kanzler und dem Pväsideuten ^des Nationalrates Miklas stattgchrnden. Dienstag'vor- Mittags >mivd die Regierung Mit den Mehcheitspcvrteien Petvchfend die Bevichterstattung über die Genfer Verhandlungen in Fühlung zu treten. Nachmittags um 4 IHr findet eine Sitzung des Hauptausschuftes statt.!' rFn den Ausschüssen tver'den hauptsächlich die Veriwaltungsrefoirm und das Klckniventnevgesetz bevatem Diese scheiden Vorlagen sollen dann nach dem: WiedeMsamuwnllritt des Hauses «in! der ziveiten Hälfte Oktober in Beratung ' ozogen werden. - . V.n 67 breit. . X 35 ll Quadratmeter. K 53 Wachstuch -usMouffE«, Quintt. K 22 Barchent, Qumtr. K 35 Tischteppiche neueste Dessins Inland-Smyrna, 2/3 . .. . K *60 la Inland-Smyrna. 2/8, schiverft, mit Franse K 490!a Bördle, doppelseitig, ca. 2/3 . . . . -K 480 Schwere Velours-Teppiche, 2 3. . . . . 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Die Nachwirkung edelster Tradition, gediegeUstev Malikultur, die nichts mit Raffinement zu tim hat. Das Tischgebet von Huidckoper und die BÄder von Konrjnenburg, Mondriaan, Wiegmann juud Vharleh Toorop beruhigende Elemente. .Jan Sluyters repräsentiert eine hohe Klasse. Das Badejzirmner in Komposition und Farbe an Klimt erinnernd, das Schanfpie'levporträt und „Antsterdam im Schnee" .derber in den Mitteln.! Die Tschechen hinterlassen den günstigsten Eindruck. Emil Filla steht au der Wende zum Grotesken, aber Kremlitschka macht die Sünden seiner Generaition gut: .,/Vor dem Spiegel" vereinfacht in der Form, eine Shnthese von neuer Anschauung und Antike, mulseumsreif! Mas soll kern Vorwurf sein.) \ Von Oesterreichern Oskar Kokoschka, der einen grandiosen farbigen 'Aufbau in der Genfer Seelandschaft ' ^gibt, in „Frgu und Sklave" schon zum Verschiwinpnen neigt und in „Der Dtaler" uns alle srözzel't. Mer man darf ihm nicht gram sein. Das Reich der Skulpturen faßt alle die Problenre in sich, die auch die anderen ^Künste beschäftigen: verwirrend die Neigung Mw Musikalischen, bic Auflösung der Form, die Vorliebe für das Weisen des technischen Zeitgeistes, die ^allerdings in der bildenden Kunst sehr leicht zu Zynismüs ausarten kann. Barl u ch hat Ideen und Sinn für. die Linie, Ernesto de Fiori fiir das Feminine, Belliug 'erschöpft sich nn Dreiklang, A r ch i p e n k o s Stiliisierungstvut hat sich bis zum Gipfel des Grotesken verstiegen. Georg Kalbes „Tänzerin" gute alte Schule,. Stuten i s kleine Bronzen unbedeutend. Der verstorbene Lehmbrück setzt im „Denker" Rodins, ästhetischen Im- PresswmKmns fort, Fritz 'Huf brilliert mit einer Meisterjbüste. Max Liebevmänns. Ein starkes, gesundes Talent.der Tscheche Jan Stursa, Wollen und Können in eine wohltuende Harmonie bringend. J ' Der Formwille der Zeit ist groß, aber M ^ormkraft durch gedankliche Ueberspammng gehemmt, llnregungen, Bestrebungen, Richtungen! Wohin sollen.die etzten Zuckungen des Nachimprefsionismus führen?. Doch oas ist wieder ein anderes Kapitel. , Oskar Rosenifelh, (ECHTES K0RKL1N0LEUM -MJl.,1'1. 1 I ■ ■■■■! ■ »>» II.'i ... I >> Sie Him-elÄirrtragsvechaM«nge«. . ' Morgen beginnen' im Bu>ndesmiuifter'.um für Aeußeres die Taanfverhandlnngen mit den Jugoslawen. Jugoftawitzn hat einen tmven- Zolltarifsgeschaffen,'dessen Sätze über das Maß des österreichischen neuen Zolltavifs hmausgehen; außer diesen Evhöhuingen ist aber auch noch e-in/ valntarischer Aufschlag vorgesehen. Es wird sich nun darum' handeln, -die DiGerenzen soweit auszuglvichen/' dciß sich.-Hin Han-delsverkehr mit Jugoslawien entwickln''könne. Ocsterrsich exportiert nach Jugoslawien Eisen, .Textilien, , Leder- Holz, Papier, usiv., und importiert von dort im weserMchen Agmrpradnkte, Gevbftofst und Schwefel- Pi IW -Im Laufe der kommenden. Woche werden hier auch die HaudelsvertrMsverhandnlmlgen mit den Vertretern der t f ch e ch o - s l o w a k i scheu Regievung fortgesetzt werden. In Äesem Entwurf sind -noch ungefähr 50 Positiorven offen, allevdi>ngs die Modrigsten, und umsafsen den Perkehr mit Maschinen, Eisenwaren und Chemikalien. Man hofft,->daß es gelingen werde, betreffend der schwebenden Msitäonen zu einem Einvernehmen zu.gelangen - Sie WSHrungrstabilifierung. Die BötterbimdMion für Oesterreich. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) 7 London, 20. September. „Finaneiail Times"' reprodukieren auszugsweise einen Artikel E. Bedd-ington ^Behrens über den fmanziellen Wiederaufbau Europas mit besonderer Berücksichtigung der V ölk erbundak.tiou in.Oesterreich. Die in Oesterreich gvmüchten'.Erst, ruugpn, heißt es in bernt Artikel, führen zu gewissen. Prinzipien, die bei allen Wiederaufbaubestrebungen beolbachstt werden 'Müßten. Es halbe sich gezeigt, daß das erste Erfordernis-. für die Rückkehr zu uorumlenwirtschaftlichen MrlKltnjssen die S tab i l i s-i e r rru g d c s W ech felkurLies sei, wobei natürlich dein Niveau der StabWe-- 'ruüßldie größte Bedeutung zukomme. Hier habe sich nuu ergehen, daß es besser sei, wenn die Schwierigkeiten der Aufrechtevhaltnng des Währirngsstandes daraus erwachsen, daß '.hois StaMiisieruugKniveau zu tief, als daß es zu 'hoch gewählt wurde. ' Me bisher versuchten Währungsstahilftierungen. österwichische Krone, Rentenmark, Tschepwonetz — hätten als. Bevgleichsbasts den a me r i k a n i s ch e n . D oj la r angenommen, tvas zur Folge haben werde, daß.Ä«. No tiemngen des National Federal Board nicht nur für die Bereinigten Staaten, sondern auch für die Währung eines-igrotzm Teiles 'der übrigen WM von Bedeutung sein ltvevdcw Tagesbericht. Mm Reichtum. Bon S. Meisels. „Reichtum ist Macht" ist eine sprachliche Lesmition, „Reichtum bringt Ehre" ist ein.Erfahrungssatz. Das Wort „reich", mit rex, rajah sinnverwandt, heißt vermögend in doppeltem Sinne: begütert sein, besitzen, und mögen, Macht haben. Im Substantivum „das Reich", das ursprünglich den Besitz und die Macht eines-Herrschers bedeutete, ist der Doppelsinn noch deutlich fühlbar. Mit Ehre aber war Reichtum von jeher begrifflich eng verbunden; Reichtum und Ehre war - beinahe schon eine Wortpaarung, die eine Begrifsseinheitdarstellte, etwa wie Haus und Hof, Feuer und. Flamme, Amt und Würden. Ehre folgte dem Reichtum und . Reichtum war bestrebt, sich der Ehre wert zu erweisen. Bban ehrte nn Reichtum nicht den, sondern das Verdienst des Menschen, denn im Reichtum sah. man der. Mhe Lohn, des Schweißes Ge. winn und die Frucht der Arbeit. Die vorgetane Arbeit, die sich im Reichtum bis zur Sichtbarkeit verkörperte, gab ihm das Ansehen ehrlichen Mühens und redlichen Erwerbes, was allerorten geehrt wurde. Es versteht sichfast von selbst, daß hier, von dem Reichtum in vergangenen Zeiten, als er noch von Macht umgeben und von Ehren gefolgt war, die Rede ist; heute hat der Reichtum ein anderes Gesicht und deshalb auch ein anderes Aussehen. Vormals — da war der Reichtum die Objektivation des Willens zur Macht und des Geizes nach- Ehre. Wer Macht besitzen und ausüben wollte, der mutzte reich sein; wer in der Gesellschaft eine-Rolle spielen, und Achtmrg und Ansehen genießen wollte, , der durfte nicht arm sein.- In jenen Zeiten sprach man nicht ohne Berechtigung won einem Gatdade-l; denn Mit dem Adel trat der Reichtum; in einen Wettbewerb um Macht und Ehre und gleich dem' Adel fühlte Reichtum sich verpflichtet. Adel heischt Selbstzucht, mustergültigen Lebenstvandel, lautere Gesinnung, persönliche Würde, und alles in allem: die Krone des guten Rufes.'Und der Reichtum, der Mn Adel strebte, nahm, sich dies zur Richtschnur bei seinem Handel und Wandel, bei seinem Tun und Lassen, und häufig füllte strebendes Bemühen den Mangel der Erziehung oder Veranlagung - aus. Diese beiden Gesellschaftsschlchten, der Adel und der Reichtum, haben zahlreiche überwuchernde Auswüchse und Mißgestaltungen hervorgebracht. Aber' immerhin, unter dem Adel hat es noch einen Teil wirklicher: adeligen Adels gegoben und unter den Reichen einen Teil, der-redlich der Veredlung entgegenstrebte. Häufig hat . der Reiche, den der Goldglanz mnfchimimerte, zu dem Glanz und.dem Schimmer auch noch das Gute gefügt.. Mit feinem Reichtum wuchsen seine Interessen,. er erzeugte in sich edlere Bedürfnisse, wo. sie nicht vorhanden ivaven, er suchte andere Lebensgewohnheiterr auzunehmen, wenner. die .Men als niedrig erkannte, und noch im Alter suchte er die gute Kinderstrche.zu ersetzen, so er solcher erma>ngeln mußte..Wo der.Reichtum Aufstieg tvnr, ein Emporisteigen-aus kleinen oder-gar niedrigen VechMnifseu, da' ging zuuwist der Mensch im Reichen vorteilhaft gewandelt hervor. Auch solcher Reiche befaß den Willen zum Reichtum, aber dieser iixir von der gemeinen Geldgier so. weit verschieden wie Frmnmigkeit von Bigotterie. Cs hat Reiche gegeben, denerr der Reichtum nicht SÄlWweck war, die das Geld nicht um des GÄdes willerr liMan; sie liebten das Geld, um iw der Gesellschaft etwas zu gelten. Sie wußten aber auch, daß, um mit Reichtum Ehre eiiPÜhÄiwsien, zum Reichtum Persönliche Würde gehört. Und sie handelten danach« Und so. evivarbew sie Ehre.. . Der Reichtum von heute hat wenig an Alacht, aiber viel an Ehre eingebüßt. Achtu'ug und Anlse-Hen hat sich verflüchtigt, geblieben ist die alte LiMdienerei, durch Abhängigkeit erzwungen oder durch Erwarkl-ngcn gestachelt. Es ist.au sich einfältig, verächtlich dom.neuen Reichtum, .zu: sprechen.. Auch der. alte Reichtum ist einnral mu . gewesen. Auch der .neue wird einmal alt Nrevden. Der Unterschied liegt.anderswo. Nänrlich: beim alten Reichtum tvar wahrnehmbares Wachstum, sichtbarer Ausstieg,, zu dem Akühe und Tüchtigkeit die Leiter bildeten; der neue Reichtum ist; ettvas rasch Errafftes, blitzartig. HiuraufgWlcMertes, das jegliches Dortun und.Nachdenken überflüssig nrachte. Der Reichtuur von heute verpflichtet zu nichts,-als stets von neuem Reichtum zu erraffen, und der neue Reiche gilt beii sich selbst und bei anderen gerade so viel, als sein . Geld für einen Wert.hat. Der Reichtum von heute ist nichts. Gefestigtes, sondern tztwas Lustartiges, . Arvfgednnsenes; die Ungunst der Zeit war ihm günstig und hat..ihn e-nporgeschtvemmt, u>wd nun schwi'rnmt er obenauft

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