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Wiener Morgenzeitung · 1924-09-20 · Heft 2011 (20.9.1924) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 2011 (20.9.1924)
Date
1924-09-20
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Tt'r t.- f v.,v.,V.;^J^.. |.JI.,.^JI.|,|,,| ,,,„■,., Ijij.l ^I|II^|IggS^PJiry Mr. AW ' : V ' : Men, SamStag 9er internationale Stndentenkangreß. Warschau, 19. Septembrr. (P. T. A.) Der internatronalle St«\cntenikongreß hat einstimmig beschlossen, Estland, Lettland, Ungarn, Bulgarien und die H als Mitglieder aufzunehmen. Bei der Abstimmung betreffend Ungarn haben sich die Delegierten der Tschechv-Slowäkei der Stimmenabgabe enthalten. Bei,der Abstimmung über Rußland stimmte die jugo-- slawis ch e Delegation dagegen. Der NationaLverba-nd der Studenten aus G e o r g i e n twuvde einstimmig als freies Mitglied ausgenommen, ebenso wurden Neuseeland, Südafrika ustd Hongkong <ils freie Mitglieder ausgenommen. __ internationales Kmisrantrn-HiWomitee. Bar kurzem fand, wie I. T. A.»me^vet, in Berlin sie Grüniduttgskonsievenz des Juterwationaien. Hilfskomitees für Emigranten und Tromsemigranten statt. Neben Vertretern der deutschen Behörden nahmen an der Konferenz auch Vertreter der auswärtigen Konsulate und der Schiffahrtsgesellschaften, so unter anderen des Hapag und des Norddeutschen Lloyd, teil. Als Vertreter der Vereinigten Staaten erschien Generalkonsul Davis. Cs erschienen auch eine Anzahl Vertreter jüdischer Vereinigungen und Institutionen. Mach eingchender Beratung und Annahme der Staturen wurde ein Arbeitsausschuß aus den folgenden drei Personen eingesetzt: Major a. D. Mensch, Du Spiegel und Dr. B e ilenson; die beiden letzten sind Vertreter jüdischer Vereinigungen. Diesem Arbeitsausschuß obliegt es, die vorbereitende -Arbeit zwecks endgültiger Konstituierung des Internationalen Hilfskomitees zu tvesifen. Sine neue Katastrophe in Fopan. Taifun und Erdbeben. London, 19. September. Nach einen: Telegramm der ^Times" aus Tokio hat ein Taifun in der Hauptstadt gwhe Berhoevungen angerichtet. 3600 Wohnstätten sind zerstört worden, 300 Menschen werden vermißt. Nach einer Meldung der „Daily Mail" aus Tokio wurden daselllbst am 18. d. .z w e i E r d st ö ß e ausgezeichnet, deren Herd 54 Meilen «nordöstlich der Hauptstadt gelegen ist. Verluste an Menschenleben sind nicht zu öeÄagen. Rene Funde in Aegypten. Das Reulensche Buiroarn mehret aus Kairo, daß bei der Stufellpyramiide von Bakara zwei GrllbgÄvÄIbe entdeckt worden sind, die aus der Zeit der dritten Dynastie stanrmen mtd archäologisch von großer Bedeutung sind, da sie mteress-ante Mijschllüsse über die früheste Zeit der ägyptischen Arch.itektnr bieten. Wipper Movgenzeitrmg. K 20. September IM Seite § l . •$S ' : V\tn .. / '•( 'iv;A V.. q,'.» in*. «s/ V^' v/ . . \rcv /^A iJ xv f * 'tfandelstysdlsclaf MMh« . .^MMOMQBMWi _ijöff&Co C&icn WWiedmrU&uxitstrasse 41 Telephon Nt. 57-0-11 Ae letzten Kurse. (Radiodlenst der „Wi-ener Morgenzeit-nng".) ^^ndon, 19. September. D evisenschlnßku; t* Wien 817.500, Prag 149'/,, New-Uork 646'/i«, Paris 84,04"/,«, Brüssel 90.05, Nom 101,85, Zürich 23,62'/,, Madrid 33,80, Amsterdam 11,81'/,, Kopenhagen 26.37'/,, Christicmir 82.39'/,, Stockholm 16.77'/,, Helsingfors 176, Berlin 18,75, Athen 250,80, Bukarest 867,50. London» 19. September. Effektenkurs e : Oesterreichische Anleihe Ö‘2/?5, Tschechische Anleibe 102,50, Prager Anleihe 9.50, Skoda 91,—, Bankverein 7,3, Bodenkredit 18,—, Central Mining 11,2, General Mining 11,6, Diantonds 17,6, DebeerS 11,55, Rio Tinto 34,375, Royal Dutch 28,-, Shell 3,8125. Paris, 19. September. (Radio.) Effektenschlußknrse: Bcmqüe de France —, Pragobanka 401,—, Credit Lyonais 16,63, Suez 14,665, Platine 889, Dabrowä 680, Banque Ottomane 805, Central Mining 939, Rio Tinto 26,08, Le Naphte msse 899, Suceeried Egypte 1030, Cautschoucs sin 147,—, Chartered 48ch0, DebeerS ordin. 976—, GoldfieldS 75,82, HnanchakaS 330,—, Jägers Fontain 244.50, Dtalacea ordin. 152,—, Maltzoff 148,-, Mexican Eagle 81,76, Padanq 343.—, Rand Fontain 242,50, Randmine 240,50, Silva plana 150,—. Tanganhika 156,-, Tubice soie 616-, Utah Cepper 1527. Shell 324,-. Royal Dutch 23,550, Burntah —, Bakou 26.35. Rew-Bork» 19. September. Effektenbörse Atchinson 102,—,- Baltintore 62,—, Canadian Pacific 144,50, Cbeasepeacke 85,625. Eari 27,875, Greath Northern 63, Atilwaukee 3,10, Northern Pacific 64,50, Union Pacific 138,75, United Steels 108,75, Royal Dutch 41,—, Southern Pacific 94,1125. Aew-Pork» 19. September. (Radio.) D e v ifens chlu ß» kurle: Taggeld 2 bis 2'/*/,. Wechsel auf London 4.46,60, 60-Tagetvechsel 4,42'/«, Paris 5,31, Amsterdam 38,38, Prag 2,99, Berlin SchlußütrS 23V„ SÄer 69?/z. Snschriften an die RedMon sowie unverlangt einlangende» Manuskripte«. ««Ue man stets Rttekporl» beitege«» da sonst eine Braukwortnng» beziehungsweise Aüeksendung nicht ersoigen rann. AM Amundsen — bankrotti Die Millionen im Eismeer. , . - De.r KorresPon.dent des Mieuwe Rotte:-1 .damsche C-olürant" in Chx.istiania schrecht, i über die Jnfowen-z RMd Änumdsetis: y; Es hat nicht nur hier in Norwegen, sondern auch' üy Ausland Aufsehen erregt, daß t^er berühmte .Nordpolforscher Roald Amundsen sich genötigt sah, sich ln-? solvent zu erklären. Dänische Blätter wissen, zu erzählen,.. daß dies ans dem Girunde geschah, weil-Roald Amundsen!! in! Kontokorrentverrechnung mit seinein Bruder Leon stände Es seien»Posten erttstand^n, die nicht nrehr friedlich geordnet lverden komrten. Die DarsWung, die d-iese Blätter vo»c der Sache gaben, könnte leicht dazu führen, daß man eine» verkehrten Begriff von der Sachlage erhält und zu der Auffassung gelangt, das Verhältnis zwischen den beiden beiden Brüdern lasse viel zu wünschen übrig. „Tidens! Tegn" hat sich aber aus Anlaß dieser Schilderungen vyn wohlinformierter Seite folgendes berichten lassen: i Leon Amundsen ist eine Reihe von Jahre:: hindurch der Administrator seines Bruders gewesen und eia 'an» sehnlicher Teil der Zahlungen, sowohl Einzahlungen als auch Auszahlungenwelche die verschiedenen Nordpolf ah rte n betrafen, sind durch ihr: vermittelt worben. Dieses Verhältnis ist stets so geblieben und während einer Reise, oie Roald Amundsen vor kurzem unternahm, ist lein Kontn zur GKnze ausgebraucht worden und Leon hat aus eigenen Mitteln die Rechnungen seines Bruders decken müssen. Amundsen hat, als er bei seiner Rückkehr dies vernahm unid' es ihm zugleich deutlich geworden war, daß er nicht nrehr solvent war, den Beschluß gefaßt, sich bankrott zu e:°< klären, so daß seine übrigen Gsläubiger nicht den mindeste» G,rund haben konnten, zu glauben, er habe bei der Abtvick-- lung der Geschäfte seinen Bruder auf ihre 'Kosten bevorzugt. Es sei in diesem Zusammenhang noch darauf hingewiesen, daß weder inländische noch ausländische Gläubiger die Forderung gestellt haben, Amundsen solle sich bankrott erklären. . - Unter den Dokumenten, die Amundsen bsi der Liquidierung vorlegen wird, befinden sich auch die Abrechnungen, die Leon Amundsen für.seinen Bruder im Laufe der Jahre ausgestellt hat und die bishe-r noch nicht revidiert worderr sind. Auf diese Weise wird man eine Uebersicht darüber erlange^ was Leqn Amundsen von seinem -Bruder zu! fordern hat. Amundsens Schulden belaufen sich, soweit man die Sachlage gegenwärtig zu überblicken vermag, auf etwa. 350.000 norwegische Kronen. .Die HHHr der einzelnen Forderungen will man noch nicht mitteilen, aber sicher ist, daß gegen, einen Teil der Posten ^Protest erhoben tverden wird, unter mrderem gegen die Forderung der Reeder der „Hobbys in Tromsö wegen dpr AuArüstung des Schiffes, das diesen Sommer das Mutterschiff des nunmehr verschobenen Fluges zum. Nordpol, hätte sverden sollen. „Meine Millionen treiben auf dem Eismee^, hat sich Roald Amundsen dieser Tage entschlüpfen lassen, womit er natürlich die „M au d" und 'die Musrüftung^ dieses Lar Fofef-Kainz-Grab. Zmn Todestag am 20. September. Bon Ego:: Dietrichstein. Ler Zufall fügt es, daß sich dtr TodeLtag von Josef Kainz in den Tagen des Wener Musik- und Theaterfestes jährt. Wie» feiert vor allem die Tradition seiner Dheatexkultur, alter Thvaterru'hm wird exhumiert, von dm Tagen des HanAvurstes und der com-edia del arte bis zur Parade des alten Burgcheaiers, von der lä-rgst verschollenen Posse bis zum hochkultivierten Schauspiel, von den ersten Sln'fängeu der Oper.'tte bis zu ihrer Gbanzzeit. Der letzte Träger dieser Tradition war Josef Kainz, vm: dem in Wieir — neben einem Denkmal — nur noch der Grabstein cmif dem DöLlmger Friedhof echalten blieb und das Andenken, das honte bereits aibzübröckeln beginnt; dem: die jüngere Generation! hat ihn me gMnnt und kennt auch den Verlust nicht, den sie erlitt. Dieses Grab von Josef Kainz wird zeittveise wieder entdeckt. Aber nicht, um es durch Besuch zu -chren, um es mit Rosen zu schmücken, nicht, um sich -anden letzten großen SchMspieler zu erinnern, nur um festzustellen, wie dieses Grckb eigentlich vergessen wunde. Die Promenaden sind ein Gang durch eine Galaausstellüng der pruntreichsten Mmlsoleeu, durch eine Denkmcklstadt, nur dieser eine Grckbstein, der aus dem Hügel steht, in dem Kairpz beerdigt wurde, ist kahl, klein, pfründn-erhast bescheiden. Mein Gott, wie viele Leute gibt es in Wien, die sich mit Pietätspflege emsig beschäftigen,' Gedenktage arrangieren, Reden halten, die Erin-nerung hier als Lebenszweck setzen. Wir haben Bühnen, die sich gerne und überaus pünktlich an Todestage cr-m-nertt. lind mau famt nicht eben sagen, daß Wien dem Mimen keine Kränze flicht. Aber man kann' sagen, daß das Grabdenkmal Kainz', daß der - Blumenschmuck, der ihm gespendet wurde, nicht ganz solchen pietätvollen HaM-uu'gen entspricht, daß man in-den letzten Jahren für ein Erträgnis seines Nachlasses durch HerauSzübe ' seiner- JugeMriHe, .durch Vevö-ff-entlichnng seiner bisher versteckten,, Schriften sorgte, daß man aber, wenn mau Kainz' Grabesruhe ans dem Döblinger Friedhof aussucht, den Eindruck empfängt,'er war -vergessener als er wirklich fst,, er wäre klein und' bedeutungslos gewesen^ -obgleich er die 'We. Äröße "beS - ÄurMeatÄS Verkörperte, das heute das Kainz-Grab kaüm mchr zu kennen scheint. . . . Man deM vor diesem Gralbstchr daran, daß Wien Jo'stf Kainz nie übevmüWe 'Dantzbar^ett en-tgegen!bvachte. Freilich: D»s PMiAm hat ihn vergöttert, nicht nur Kainz stand auif der Höhe, 'sondern auch das vo>m HofAan>z Äbechonnte' Wien. Aem t HdHMKraN waren.allerdings Mtitovwugzer uüd^ entrissen worden, aber es erlebte eine. Euphorie:' leuchtete, bevor es versieh rroch emmckl auf, hielt sich noch inrmer auf einsamer singulärer Höhe. Jede Premiere ertfre-ute sich vielbesprochener und viclibeschvi-eibener Hochachtunig, war ein künstlerisches Ereignis vor ausländischen Kritikern, die Autoren buhlten untertänigst um die Gunst, angenommen und aitifgeführt zu werden. Die größten Schriftsteller wurden klein, wenn sie sich .dem FauteuÄ des Oberschoifmeisters submissest nahten. Dieser hohcitsvolle Apparat, diese Würde hob die größten Schallspieler noch empor. Aber seNbst der Star konnte und durfte nicht über die Vo-rgüsetzten wachsen. Md er hatte Borgss-chte, man ließ ihn nie vergessen, daß er sie hatte. So rnnßte sich Mi-nz, der freie Künstler, in -bureaukrätilschen Zwang pressen lassen, in ein System von -Instanzen, in einen Anrtsäppara-t, der schon Mitterwuryer auf die Wanderschast ' gejagt hatte, Kainz ' mußte um den vierwöchigen Winterurlaub devotest betteln wie der Statist. Es war sein Ehrgeiz, nicht nur seine Rolle, sondern das ga-nye Bühnenwerk zu gestalten: Regisseur zu werden. Aber er hatte noch nicht die vorgeschrielbenen Dienstjahre, andere wurden Hm vorgezogen, -und erst aus das Kranken- -Und Totenbstt wurde ihm das Dekret gelegt. -Das PMikum bojubeilte ihn, er war mehr als beliebt, mchr als Bühnenl-ieMing. Ilber das Hosornt war Inmachg'wbig, ließ ihn die Herrschaft fühlen, und es zeigt die.Stärke dieser Herrschaft, daß sich selbst Kainz beugte. Aber auch das Wiener Publikum hatte Kcring erst spät , begünstigt. Er war ein Wiener, loenn auch in Wieselburg in Ungarn geboren. In Wien mißriet er als Gymnasiast, in Wien wuchs er ans, verzweigte sich seine nenchste FamÄie, in Wien besuchte er Niklas Theaterschule, die junge Talente dadurch zur Selbständigkett erzog, daß sie vom Theaterteusil besessene- Jünglinge aus festen Schmterenboden stellte. DurchMs wienerisch war Kainz als Mensch, ein „lieber Kerl", und diese lichenswürdigen, ererbten, wienerischen Töne klangen wieder, wenn er den He-rmelinmantel des Shakespeareschen Königs ablegte, dsn Bauernrock des „alten Grutz" oder Valentins Dienerlivve anzog. Seine Ktl-nst war stark nach Wien zuständig und in Wien ■ fiel er endlich znnt erstenmal durch. Es lva-r rin regelrechtes „Llbstiuken", wie die Kornödiänteu sagen. Bei einem kurzen Gastspiel in der Theaterausstellung. Er war damals noch lticht Jos-es Kainz, sondern irgendein Schauspieler, der sich, mit dc-.u Rücken zum Publikum, in einem hypermodernen Stil gefiel, ailsgttcicht -wurde, das Gastspiel abbrach, gerad-ezt: flüchtete. i)ta!h Gastspieljcrhren in der österreichischen Provinz und Deutschland kehrte er zurück. Gastiert« „auf Engagement abziclend" in der „Jüdin von Toledo", in „Weh' dem der lügt". Mb noch immer lehnten die Wiener ab, sie vermißten die chevalereske, salongäschMem Noblesse Hartmanns, die burschtkose Näturkrast Baumeisters, die Gefühlswärme Sonnenthals,. konnten sich an die Eigenärt des Einzigartigen, an seine kühle TechnÄ uyd an den unsentime-ntalen Jntellelt nicht gewöhnen. Seine Sprache, die blitzschnell dahinj-agsnden Wortkastaden des Tonfalls' verwirrten -sie, die cm , Rassische Fiktion -herangebildet waren. Dennoch stieg er . rasch auf, eroberte Wien nun nach kurHstistigen H'mdern-isien, trat dar Erbe der Großen an, füllte die Bühne wieder mit den großen Gestalten, war Held - und Liebhaber, die klastischen Figuren wurden modern und der bekämpfte Naturalismus siegte. \ ' In Wien brach eine Kainz-Manie ans. Man wollte fast keinen anderen Schallspieler sehen, die Schulbuben imitierten seinen singenden Tonfall. Er güudete auf der vierten Galerie, geherrschte das Parkett und feHst die Hbsioge zeigte sich 'leutselig. So stark, so nachhaltig ist die Wirkung seines Erscheinens, datz noch heute die Gymnasiasten von damals irgend eine seiner Gesten. — feien es seine fürsllich verschwenderisch aüsgebreiteten Ärme oder die königliche Noblesse, mit her er dje Stufen zum Throne hinansteigt oder den hinreißenden stammenden Rhychmus seiner Deklamation: „Das sind die Gaskogner Kadetten*' ch« die Fechtszene Hamlets — in unvergeßlicher Ermnrcung behalten hohen. BeinÄhe könnte man fagett, es.gehört zur Impemositär, zur Vehemenz dieser Lrschrinnng, daß sie nach knMM Leuchten erlosch. Etwas unheimlich Zauberhaftes, etwas von Hexendämonie schien ihn ergriffen zn haben. Man hat Uju einen Mittelmeermenschen, einen Dionysos aus Oesterreich genannt. Öder: „Warst du ein Lied, -warst du ein Wein?" Nach feinem Tode bln-bcn Schansvieler zurück. Gute und schlechte. Nöch wirkte bie Daditton nach, es kamen Nachfolger,' sür Kainz-Rollen. Heute hat das Buvgtheater den „Ersatz" für Kainz aufgegeben. Sein Cyrano, sein Fritzchen, sein Glocke::- äiefret sirch aus dem Duvgtheater verschwunden, man hat resigniert., ' Aber eS erscheint, da die Fülle seiner Gestalten mit ihm abgestorben ist, notwendig, zu erinnern, daß Kainz einmal lebte und daß auch sein Bnrgcheaterrepertoire noch lebt oder -leben könnte, tvenn der Künstler käme, der es aufevstehen ließe. Es würde kein Nachfolger Kainz' sein, denn hie Erbschaft ist verjährt, aber es würde, in einem Theater, das längst nicht mehr das Burgtheater, versunkenen Reichtum heben. Die Bnrgtheaterftennde warten, .vergebens aus. diesen Künstler, JnKvischen schrumpft' das Theater ein, wird arm und gl-anglos, uninteressant und van Besuchern gemieden, -und trägt nux noch die anachronistische Rachmestäfel: „Bnrgcheater". Das Grab auf dem. Döblinger Friedhof, das klein, bereits etwas verschollen, dje Ruhmestafel: .Lösef. Kaim" trägt, wird -einem Symbol,

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